Ihr seid neu auf dem Mac? Ihr sucht ein Programm für X oder Y? Ihr kennt Z von Windows und wollt es mit nach OS X nehmen? Diese Liste sollte Euch für ein Weilchen beschäftigt halten. Alles hochqualitativer Scheiss, umsonst, d.h. kostenlos und manchmal gar frei. Und wer den Scheiss übernimmt und in einem kommerziellen Magazin abdruckt oder auch nur als Gerüst übernimmt ohne mir einen angemessenen Obolus zu zahlen kriegt voll aufs Maul, ich bin jetzt nämlich in der Gewerkschaft.
Das Web browsen
Safari ist einer der besseren Browser, mit Inquisitor hat er sogar eine moderne Suchvorschau.

Camino ist Firefox im Mac-Gewandt, Adblocker inklusive. Die neuesten Entwicklungsversionen sind auch einen Blick wert. Camino lässt sich im Gegensatz zu Firefox nur beschränkt erweitern, einige sinnvolle Erweiterungen und Gimmicks gibts aber hier.

Firefox muss nicht gross vorgestellt werden. Vielleicht aber die Erweiterungen die mich abhängig gemacht haben: Ohne Greasemonkey, CustomizeGoogle und Adblock Plus mag ich nicht mehr surfen gehen. Passende Mac-Skins finden sich hier.

*Ähem* Opera verdient auch einiges an Aufmerksamkeit, Your all-in-one cross-platform shop, oder so ähnlich. Instant Messaging, Mail, News, Download Manager, erweiterte Einstellungen, (rudimentäres) Bittorrent, ... Und dann ist das Ding trotzdem noch der kleinste und fixeste Browser - Alle Achtung.

Mail, News & Feeds
Apple Mail ist schon in Ordnung, noch ist es nicht zu einem Outlook Express, äh, Windows Mail geworden. GrowlMail hält einen auf dem Laufenden ohne abzulenken. (GPG-Plugin)

Und Thunderbird ist genau so gut wie anderswo und mit der richtigen Skin hat es sogar die merkwürdigen Buttons von Mail - sogar unter Windows (s.u.). (GPG-Plugin)

Abzüglich einem Thema wo ich mich nicht entscheiden kann ob es um Verschwörungsparanoia oder berechtigte Kritik geht macht Google Mail bzw. Google Calender auch mit dem Mac spass. Man nehme dies und dies.

Wenn es um RSS/Atom (Feeds) geht, Du also gern gezielt auf dem Laufenden bleibst ohne den ganzen Tag auf Webseiten nach Informationen die Dich vielleicht interessieren herumzustöbern sei Dir Vienna ans Herz gelegt.

Musik Hören
An iTunes kommt man im Moment kaum vorbei. Wer Last.fm nutzt findet mit iScrobbler (zum scrobbeln) und Amua (zum streamen) schlankere Alternativen zur offiziellen Last.fm-Software. Wer in einem schwachen Moment Titel im iTunes Store (statt auf CD oder über Bleep bzw. Emusic) gekauft hat kann sich mit Hymn von einigen der Einschränkungen befreien.

Allerdings gibt es noch Play dass viel weniger Gadgets als iTunes hat, aber dafür fast alle Audioformate spielt die es gibt, spart Stress. Last.fm-Support hats auch.

und Cog ist der grosse Bruder von Play, das merkt man aber kaum, beschränkt es sich doch noch mehr auf das die Funktion des Musikabspielns.

Aus der gleichen Koalition wie Cog und Play kommt auch Max, quasi Exact Audio Copy für den Mac. Es ist auch sehr empfehlenswert Max statt iTunes zu verwenden weil Apple (absichtlich?) den schlechtesten der noch gebräuchlichen MP3 Encoder verbaut. LAME ist da besser, auch wenn LAME ursprünglich mal Lame Ain't an Mp3 Encoder bedeutete. Aber LAME macht trotzdem die besten MP3s und ist in Max schon mit drin. Und wer gar verlustfrei auf dem Mac Musik archivieren möchte und sich bei der Vorstellung auf gedeih und verderb an iTunes gebunden zu sein nicht wohl fühlt kommt an Max kaum vorbei. Zusätzlich kommt Max auch sicherer mit angekratzten CDs zurecht. Ein Tip: Lass Dich nicht von überflüssigen Fenstern verwirren, das Licht geht weder von den Fenstern noch aus den Zwischenräumen aus, sondern kommt ganz woanders her. Noch fragen?

Für Hartgesottene: Amarok, das bessere iTunes, unter OS X. Anleitung hier und hier.

Ausblick, Teil 1: Amarok 2 befindet sich in der Entwicklung und wird laut Plan diese Anleitungen und Umwege nicht mehr benötigen und nativ unter OS X laufen.
Ausblick, Teil 2: Im Laufe dieses Jahres soll auch ('wir bauen den Firefox unter den Musicplayern') Songbird benutzbar werden (ich hab noch meine Zweifel)

Videos gucken
VLC (der Videolan Client) sieht unter OS X nicht nur schick aus sondern spielt alles ab was es gibt

Ebenso mächtig, in einigen bereichen gar mächtiger ist mplayer - hat aber kein On Screen Display im Vollbildmodus. Für Endbenutzer sollte das der einzig merkbare Unterschied sein. (Mit Untertiteln tut er sich manchmal auch schwer.)

Quicktime kann fixer sein. Ohne Perian ist man bei Formaten die Apple als Konkurrenz oder unwichtig betrachtet (z.B. das was gemeinhin als .Avi missverstanden wird, nämlich Xvid) häufig aufgeschmissen - und vom Vollbildmodus will ich gar nicht erst anfangen. Mit Flip4Mac ist es aber die zuverlässigste Möglichkeit Windows Media abzuspielen und in Websites eingebaut ist es atemberaubend zuverlässig.
Chat
AIM, ICQ, Yahoo, Jabber, MSN etc. (jup, *alles*): Adium (und es ist ein leichtes das Aussehen nach belieben anzupassen - siehe hier)

Wer mit Leuten die Skype benutzen kommunizieren will hat keine andere Wahl als auch Skype zu benutzen. Dafür ist das Ding per Default schick, verschlüsselt, kommt gut mit Firewalls (zumeist NAT Routern) klar und kann sprechen, hören, zeigen und sehen. Sporadische Bugs gibts auch gratis - deswegen lohnt sich auch ein Blick auf neue Betaversionen, die von 3.0 sind wohl demnächst hier zu finden. Manchmal finden sich da neben Bugfixes (und neuen Bugs) auch neue Emoticons, dann sind viele der Leute die Skype benutzen für Wochen aus dem Häuschen.

IRC: Colloquy

Filesharing
BitTorrent: Bitrocket, Transmission (bis v0.7 veröffentlicht ist unbedingt einen aktuellen nightly build nehmen, zu finden: hier (direct download)), Azureus (gross, zuverlässig, altbekannt, ohne screenshot)

eMule / Edonkey 2000: aMule

Gnutella (Limewire, etc.): Cabos

Soulseek: soulseeX (ssX)

Direct Connect (DC++): ShakesPeer

Wem das nicht reicht: Limewire, Kazaa, Grokster, iMesh, Ares, OpenFT (nutzt die überhaupt (noch) jemand?) all inclusive in Poisoned.

...und wer noch exotischeres sucht schaut weiter unten nach
Privatsphäre
Tor

I2P, JAP, The Freenet Project
Peerguardian versucht die bösen Kräfte abzuwehren. In wie weit diese Herangehensweise erfolgversprechend ist kann ich nicht bewerten. Es ist zumindest besser als 'nichts' - nehm ich zumindest an.
Sonstiges
Mit Growl können Programme Dich über Ereignisse informieren ohne Dich von dem was Du grad tust abzulenken. Fortgeschrittene Nutzern können sich sogar über ein lokales Netzwerk informieren lassen und sich mit Applescript eigene Ereignisse und Benachrichtigungen basteln.

Wenn Du Archive entpacken willst ist OS X schon erstaunlich gut ausgerüstet zip, tar, gz, bz2, alles was unter einem gemeinen Unix System üblich ist, ist kein Problem, auch gern in kombinierter Form. Wenn du auf etwas stösst das OS X nicht von Haus aus auspacken kann, zieh Dir The Unarchiver und probiers damit (und wenn Du kannst pack StuffIt in die Mülltonne, wo es hingehört /rant ).

Wer ein Brennprogramm benutzen mag findet in Burn einen zuverlässigen Gefährten für Audio-, Video- und Daten-DVD und -CDs.

MenuMeters verschafft Dir auf informativ zurückhaltende bis verwirrend ausführliche Weise Klarheit was grade auf und mit Deinem Rechner passiert - ja nach Deinen Vorlieben.


UNO macht OS X auf schonende Weise schicker und übersichtlicher, allgemein bekömmlicher. Eine beruhigende Stimme der Vernunft.

Smultron ist ein feiner Editor für kleine Aufgaben die zu gross für TextEdit werden.

Cyberduck ist ein brauchbarer, konstenloser (ja gar freier) (Secure-)FTP Client

Firefly Media Server ist eine systemschonende, plattformübergreifende und leicht zu bediende Umsetzung eines DAAP (iTunes) Servers - ohne dessen Einschränkungen. Bis die offizielle 1.0 draussen ist empfehlen sich die Entwicklungsversionen.

Unbedingt empfehlenswert: Als eine Art Versicherung gegen wenn-einmal-doch-etwas-schief-laufen-sollte (und der Rechner aus Softwaregründen nicht mehr hoch fährt oder sonstwie spinnt) könnte es sinnvoll sein, sich AppleJack auf den Rechner zu packen - fühlt sich vielleicht auch besser an und man ist in so einem Fall nicht sofort auf fremde Hilfe angewiesen (oder spart der helfenden Hand zumindest Umstände). Die Anweisungen sind klar und verständlich und seien hier nocheinmal wiederholt: AppleJack installieren und im Bedarfsfall mit Apfel-S in den Single User Modus booten, applejack eingeben und hoffen das alles ganz schnell wieder gut wird.

Wenns unbedingt sein muss: Windowsprogramme laufen unter OS X mit Parallels Desktop in der gleichen Geschwindigkeit wie 'in' Windows (kostet $80 fürs Programm, eine Windows-Lizenz, ein paar Gigabyte Festplattenplatz UND eine angemessene Menge Arbeitsspeicher (1GB, besser 2))

Wenn Du Dich ab und zu mal fragst wo denn genau Dein ganzer Festplattenplatz hin ist (da gibts häufig überraschende Antworten) solltest Du mal Disk Inventory X fragen - Das verschafft Überblick.

Geekfaktor
Beim ersten Tip handelt es sich zwar nicht um einen Softwaretip, aber nichts desto trotz um eine der befreiendsten Entdeckungen die ich beim Umgang mit dem Terminal gemacht hab: Im Gegensatz zu den gemeinen *nix-Distributionen ist das Terminal (Shell) von OS X nicht auf den Umgang mit 'Fremdzeichen' (ö,ü,ä, ...) ausgelegt. Das nervt. Und schlimmer noch, das schöne Drag-and-Drop aus dem Finder ins Terminal scheitert in solchen Fällen. Mit ein paar auf den ersten Blick kryptisch scheinenden Konfigurationsänderungen kann man das aber in Ordnung bringen und die stehen: hier (..@*%!!!). Hoppel an Apple: Bitte Hausarbeiten machen. Danke.
PureFTPd Manager ist ein brauchbarerer FTP Server als der vom System mitgelieferte. Damit ist Secure FTP auch kein Problem, so ist man zumindest auf dem Technikstand von 1997.

Mit HamachiX ist es ein leichtes ein 'Virtuelles Privates Netz' aufzubauen

EasyFind findet schnell Dateien die Spotlight nicht findet.

Fink bringt Debian und KDE und Latex und was nicht alles unter OS X. Wer noch nicht so geschickt mit dem Terminal ist findet in FinkCommander eine brauchbare grafische Oberfläche. Erste Hilfestellungen bei Fragen und Problemen gibt Sao. Eine Alternative zu Fink sind die MacPorts die sich eher an BSD als an Debian orientieren.

Mit MacFUSE und ntfs-3g lassen sich nicht nur NTFS-Partitionen von Windows beschreiben (statt: nur lesen) sondern theoretisch alles in ein Dateisystem verwandeln - und dafür gibt es auch schon zahlreiche Anwendungen - sshfs, flickrfs, fusedaap... (Video)
Mehr Software
Alles kann und will ich nicht aufzählen, alle Anwendungsgebiete nicht abdecken, noch zu erwähnen wären z.B. noch Soundflower, das schicke Duo Chicken of The VNC mit (nicht nur aber auch) dem Vine Server (ehemals OSXVNC), Cashbox, der Linotype Font Explorer X, iEatBrainz, etc., etc., etc. All das und viel mehr findet ihr hier:
opensourcemac.org
I Use This
Versiontracker, MacUpdate
Hyperjeff's OS X Apps
Apple
Nicht erwähnt, weil für die Nutzer nicht kostenfrei, wurden auch: Die berühmten Anwendungen der Omni-Gruppe, Sound Studio, SubEthaEdit, VoodooPad, DiskWarrior, Tidy Up!, Graphic Converter, Resourcerer, ... Das mit Parallels war eine Ausnahme zur Bestätigung der Regel.
P.S. Ein Tip zum Abschluss: nicht gleich alles auf den Rechner schmeissen und wahllos aneignen, Problembezogen vorgehen - Keep It Simple, Stupid.