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Walle in Kanada

Scheich Al Walla



Last Updated: 6/12/2009

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[15 Apr 2007 | Sunday] 
Da bin ich wieder.
Ich erzähl einfach mal was so seit meinem letzten Eintrag passiert ist!

Also ich konnte ja für ein paar Tage bei einem Freund von meinem Cousin bleiben. Der heißt Adrian und in seiner Garage hat er eine ganze Menge Bier.


Leere Flaschen? Das kann ja nur eins heißen...


Aber was macht dieses wunderliche Ding?


Da ham was: Zur Abwechslung werden die Bierflaschen mal gefüllt!
(OK - auf dem Bild läuft das Bier ins Glas. Aber der Großteil ging in die Flaschen...)

Adrian hat nämlich eine Mini-Brauerei in seiner Garage. Sein Auto muss er zwar auf der Straße parken, aber meiner Meinung nach ist es das Wert (vor allem angesichts der Qualität der Biere, die man hier so kaufen kann).

Ansonsten sind wir für einen Tag nach Whistler gefahren. Das ist ein Ski-Resort - eins der 5 Besten der Welt. 2010 gibt´s dann die olympischen Winterspiele da.


Jedes Jahr kommen ca. 2,1 Millionen Leute nach Whistler.
Als ich da war, habe ich allerdings keinen anderen Skier oder Snowboarder in Jeans gesehen.


Ich hatte dann in der Zwischenzeit auch einen Platz zum Wohnen gefunden. Das gute an diesem Zimmer ist eindeutig die Lage: Ich wohne jetzt in Point Grey - sehr nah an Downtown und in Laufdistanz zum Strand. Außerdem bin ich direkt an der Grenze zu Kitsilano, was offenbar so ziemlich das Kreuzberg Vancouvers ist.
Abgesehen davon ist es nicht der beste Platz, in dem ich jemals gewohnt habe. Als ich am Ostersonntag eingezogen bin, hat mir auf der Fahrt dahin eine Taube auf die Windschutzscheibe gekackt. Ich weiß nicht, ob ich das als Zeichen hätte deuten sollen. Normalerweise passiert sowas ja eher Miri. Egal - ich wohne in einem Zimmer im Keller-Apartment. Das offensichtliche Problem ist die Deckenhöhe: Um in die Küche oder ins Bad zu kommen, muss ich erstmal durch so eine niedrige Passage durch. Ich glaube mir stehen da noch eine ganze Menge Beulen bevor. Dazu war mein Vormieter wohl nicht der Sauberste. Nachdem ich eingezogen war, musste ich als erstes mal ein bisschen sauber machen (besonders das Bad, ich nenne jetzt keine Details). Immerhin lag keine Mäusescheiße auf dem Bett, wie in Alberta. Allerdings hatte ich gestern nacht das Gefühl, irgendwas schnüffeln zu hören. Telefon hab ich nicht, aber immerhin Internet.
Gestern ist dann jemand in das andere Zimmer eingezogen. Der Typ ist schätzungsweise irgendwo in seinen 30ern, kommt aus Indien, wo er gerade seinen Ph.D. fertiggemacht hat, und geht hier zur Uni für Nachstudien. Mir ist ein Rätsel, wie der hier studieren kann, denn er hat ziemliche Verständigungsprobleme. Konversation zwischen uns beiden hat noch nicht so wirklich geklappt... (Er: 'You make noodles?' - Ich: 'Yes.' - Er: 'Good.' - Stille [darauf fiel mir dann nichts ein])

Insgesamt geht es mir aber ziemlich gut hier. Ich sitze noch an meinem Résumé (sowas wie eine Bewerbung) und Montag werde ich dann mal ein paar Firmen anrufen. Arbeit gibt es hier ja genug.

Dann macht's mal gut!
[04 Apr 2007 | Wednesday] 
Also ich bin jetzt endlich in Vancouver. Hab gestern schon eine großartige erste Erfahrung mit dem Verkehr gemacht. Vielleicht hätte ich einfach mal nicht zur rush hour auf der Hauptstraße durch die halbe Stadt fahren sollen - aber auf der Karte sah Stanley Park so nah aus... Naja ich habs dann irgendwann abgebrochen. Insgesamt hat der kleine Umweg ca 90 Minuten gedauert. Egal - ich bin jedenfalls angekommen.
Vorgestern war ich einen Tag lang in Victoria. Insgesamt entsprach die Stadt ziemlich genau dem, was ich schon gehört hatte: Sehr britische Architektur, ziemlich touristisch und es wird extrem viel gebettelt. Die Nacht im Hostel war nicht unbedingt besonders erfrischend. Das Bett war um einiges zu kurz. An beiden Enden waren Bretter befestigt, was erfolgreich verhinderte, dass ich mich in irgend einer Weise bequem hinlegen konnte (es hat sehr an einen Kasten erinnert, der an einer Seite offen ist). Im Schlafraum waren um die 40 Betten. Im Laufe der Nacht bin ich ca alle 2 Stunden aufgewacht, weil entweder jemand reinkam, um zu schlafen, oder jemand aufstand (meistens mit Wecker). Gegen 6 Uhr morgens sind dann 2 Typen aufgewacht und haben sich erstmal ausgiebig unterhalten...

Auf jeden Fall habe ich gerade die Möglichkeit, Bilder hochzuladen - und hier sind sie:




Zu den Bildern:
  1. Die Aussicht aufs Meer von meinen Hosts auf Quadra Island
  2. Kayaking im Meer - Quadra Island (Was man nicht sieht: Mein Kayak hat ein Loch direkt unterm Arsch. Ich werde jetzt nicht über dessen Sinn spekulieren, aber es kommen natürlich Ideen... Jedenfalls wird man unvermeidlich nass.)
  3. Die Aussicht von Chinese Mountain - Quadra Island
  4. Der Pfeil zeigt auf das Haus von meinen Hosts. Ich habe nicht in dem Haus gewohnt, sondern in einer Hütte, die direkt hinterm Haus ist. Wir sind übrigens von dort zu der Landzunge weiter oben im Bild gepaddelt. Auf dem Rückweg hat es dann überraschend angefangen, zu schneien.
  5. In Victoria: "Mile 0" - der westliche Anfang vom Trans-Canada-Highway (auf dem bin ich die letzten knapp 10.000 km hauptsächlich gefahren).
  6. Das Parlament in Victoria bei Nacht. Erinnert irgendwie an Weihnachten...
  7. Und nun was ganz neues: Eine kleine Filmsequenz. Die habe ich auf Quadra Island aufgenommen.
[01 Apr 2007 | Sunday] 
Also, ich schreibe hier von meinem letzten WWOOF-Host.
Ich bin jetzt seit 2 Wochen wieder auf Vancouver Island und war bei 2 Hosts. Ich würde gerne ein paar Bilder hochladen, aber ich sitze hier vor einem Mac...
Na egal, die letzten 6 Wochen haben auf jeden Fall extrem viel Spaß gemacht! Auf Quadra Island haben wir z.B. oft Austern und Venusmuscheln am Strand gesammelt und die dann abends gegessen. In der letzten Woche hat es dann sogar aufgehört zu regnen, wodurch ich wieder um einiges mehr im Freien arbeiten konnte. Vorgestern bin ich dann einem Zeugen Jehovas begegnet (es gibt sie wirklich). Ich dachte am Anfang echt noch, das sei nur ein Typ, der sich ein bisschen unterhalten wollte... Heute werde ich noch auf ein Weingut gehen, das einem Cousin 2. Grades von Bob Marley gehört.
Naja ansonsten ist es jetzt mit dem guten Wetter eigentlich perfekt, um nach Vancouver zu gehen. Das mache ich auch am Dienstag. Ich kann für eine Weile bei einem Freund von meinem Cousin bleiben und finde in der Zeit hoffentlich eine Wohnung (ist natürlich nicht so praktisch, dass der Monatsanfang gerade vorbei ist). Bei der Jobsuche sollte ich keine Probleme haben - alle Leute, mit denen ich geredet habe, meinten, es gebe in Vancouver massenhaft Arbeit.
Morgen werde ich dann für einen Tag nach Victoria gehen (das ist die größte Stadt auf Vancouver Island) und dort zum ersten Mal seit ich in Kanada bin für eine Unterkunft bezahlen.
Bilder werde ich hochladen, wenn ich die Möglichkeit habe!

Also macht's gut!
[11 Mar 2007 | Sunday] 
Wow, schon wieder ein Monat um - ging ziemlich schnell dieses mal....

Also ich bin wie geplant um den 17. nach Vancouver Island weitergefahren. Die Fahrt auf der Fähre hat ungefähr 90 Minuten gedauert. Dann bin ich zu einer Farm gefahren, wo schon wieder Ziegen gezüchtet werden, diesmal allerdings für Ziegenfleisch. Die Leute, die ich da getroffen habe, waren auf jeden Fall um einiges relaxter als meine Hosts in Abbotsford. Das scheint so ein Vancouver-Island-Ding zu sein, dass die Menschen dort sehr gelassen sind.
Auf dieser Ziegenfarm bin ich allerdings nur 5 Tage geblieben, weil 4 andere Wwoofer eingeplant waren, und ich das eher kurzfristig organisiert hatte. Danach bin ich also weitergefahren nach Quadra Island. Das ist eine vergleichsweise kleine Insel zwischen Vancouver Island und dem Festland. Ihr könnt hier sehen, wo sie liegt. Sie wurde mir von einem anderen Wwofer empfohlen, den ich in Abbotsford kennen gelernt hatte. Der hat eindeutig nicht zuviel versprochen - ich bin immer noch auf Qruadra Island... Meine Hosts hier haben nicht wirklich eine Farm, es ist eher ein Grundstück mit Garten in Richtung Selbstversorgung. Außerdem haben die Hosts eine kleine Hütte, die im Sommer für B&B vermietet wird. Da sie im Moment leer ist, schlafe ich dort.
Die Leute hier scheinen echt noch lockerer drauf zu sein als die Leute auf Vancouver Island. Das ist so ziemlich die erste kleine Gemeinde, in der ich mir vorstellen könnte, zu leben.
Da es mir hier so gut gefallen hat, habe ich also an die 2 Wochen, die ich am Anfang eingeplant hatte, noch eine drangehängt. Die fängt jetzt nächste Woche an, danach werde ich wohl noch 2 Wochen auf Vancouver Island wwoofen und dann nach Vancouver gehen. Ach so - Fotos kann ich hier nicht hochladen, das wird aber hoffentlich was bei meinem nächsten Host. Ich versuche mal, wieder was in weniger als einem Monat zu schreiben...

Macht's gut bis dahin!
[09 Feb 2007 | Friday] 
So, habe gerade die Möglichkeit bekommen, Bilder hochzuladen. Hier sind sie:



Die Rockies


Noch mehr Rockies


Ein Wasserfall


Meine Verwandten in den Bergen vor ihrem Gästehaus (ich habe allerdings nicht darin gewohnt, weil sie es im Moment nicht heizen)


So, ich hoffe ihr mögt die Bilder!
[07 Feb 2007 | Wednesday] 
So, nach längerer Pause schreib ich mal wieder.
Also ich bin jetzt so gut wie an der Westküste! Nach dem Hotel bin ich wieder Richtung Westen gefahren, nach Leduc (ist ca. 30 Minuten südlich von Edmonton). Dort war ich auf einer Farm, wo Hühner, Enten und Truthähne gezüchtet werden. Zusätzlich bauen die Leute dort auch Gemüse an, allerdings in unüblichen Farben und Formen. Ich habe allerdings bei verschiedenen Renovierungs-Projekten mitgearbeitet und so nichts mit dem normalen Farmbetrieb zu tun gehabt.
Nach 2 Wochen auf dieser Farm bin ich dann weitergefahren - endlich in die Rocky Mountains. War sehr beeindruckend, besonders nachdem ich monatelang in der komplett flachen Prärie war! In den Bergen wohnen auch 2 Verwandte von mir, die ich dann besuchen gegangen bin. Deren Grundstück liegt ziemlich außerhalb und ruhig, außerdem führen die beiden ein relativ alternatives Leben. Dort war ich dann ein paar Tage und habe die Gegend genossen.
Zwei Tage vor meiner Weiterfahrt bin ich für einen Tag in einen anderen Ort gefahren, der ca. 1 Stunde entfernt liegt. Dort wurde ich dann von meinem Auto überrascht: Eins der Kugelgelenke von meinem rechten vorderen Rad ist gebrochen und das Rad stellte sich quer. Ich konnte das Auto so gut wie überhaupt nicht steuern und bin dann auf der Straße stehen geblieben. Das ganze ist passiert, als ich einen Berg runtergefahren bin, ca. 20 km bevor man unten war. Die Straßen dort sind ziemlich eng und kurvig, nicht unbedingt der beste Platz für eine Autopanne. Allerdings hatte ich Glück, dass es nicht auf dem Highway bei 120 km/h passiert ist (dort bin ich ja die meiste Zeit gefahren). Mich hat dann ein anderer Autofahrer in den Ort mitgenommen. Der meinte irgendwas von wegen "We are gonna call a wrecker!" und ich dachte, das ist es dann gewesen mit meinem Auto. Der "wrecker" war aber nur der Abschleppdienst. Geplant war, dass der Abschleppwagen mich im Ort abholt und dann zu meinem Auto fährt und es abschleppt. Das erste, was der Typ im Wagen gesagt hat, nachdem ich eingestiegen bin, war, dass ich Glück hätte, mit ihm zu fahren, weil die Frau von seinem Bruder gerne mal was trinkt und es mit ihr deshalb nicht so gut ist. Hat schon mal einen super ersten Eindruck gemacht... Der wurde dann gefestigt, als der Fahrer auf halbem Weg den Berg hoch merkt, dass sein Tank leer ist. Wir drehen also um und fahren wieder runter. Er schafft es wörtlich gerade noch bis zu einer Tankstelle, dann säuft der Motor ab und startet nicht mehr. Kein Problem denk ich mir, wir sind ja an der Quelle. Der Wagen braucht aber Propan, was diese Tankstelle nicht hat. Damit muss der Typ sich also selber einen Abschleppwagen rufen, der uns dann zu einer Tankstelle mit Propan bringt. Nachdem wir dort angekommen sind, fahre ich in dem neuen Abschleppwagen mit (der zur gleichen Firma gehört). Irgendwann fällt mir auf, dass keine der Anzeigen (Geschwindigkeit, Drehzahl, etc) zu arbeiten scheint und der Typ anscheinend komplett nach Gefühl fährt. Inzwischen ist ungefähr eine Stunde vergangen, seit mein Auto stehen geblieben ist. Nach einer Ewigkeit kommen wir also bei meinem Auto an und sehen, dass es gerade auf einen anderen Abschleppwagen geladen wird. Mein Fahrer meint also, dass er nicht mehr gebraucht wird, lässt mich raus und haut ab. Der neue Fahrer wurde von der Polizei geholt, die irgend jemand angerufen hat. Im Endeffekt nicht schlecht, weil der auf jeden Fall um einiges professioneller wirkt, als die anderen beiden.
Am nächsten Tag konnte ich dann mein Auto schon wieder aus der Werkstatt abholen. Einen Tag später bin ich weitergefahren nach Abbotsfort. Das ist eine Stadt ca 1 Stunde östlich von Vancouver. Die Fahrt war sehr interessant. Es war ein ziemlich feuchter Tag, was die Farbintensität der Landschaft abgeschwächt hat. Einige weiter entfernte Berge sahen dadurch komplett aus wie in einem alten, ausgeblichenen Gemälde. Man bemerkt auf jeden Fall den Küsteneinfluss in Abbotsford: In den Bergen war es relativ kühl und es gab viel Schnee. Hier ist es ziemlich mild (ungefähr so wie in Deutschland) und komplett verregnet. Ich bin jetzt 4 Tage hier und habe noch keinen blauen Himmel gesehen. Auf der Farm hier werden Milchziegen gezüchtet. Ich muss jeden Tag morgens um 7 Uhr raus - das Früheste, was mir bisher passiert ist. Meine Hosts sind ganz nett, nur ziemlich religiös. Ich glaube die bringen ihren Kindern ernsthaft Kreation anstatt von Evolution bei. Ich werde wohl noch bis zum 17. bleiben und danach weiterfahren, wahrscheinlich nach Vancouver Island. Das ist eine Insel vor Vancouver, auf der es eine Unmenge von WWOOF-Farmen gibt.

Also dann macht's mal gut!

Ach ja Bilder hätte ich gerne hochgeladen, ist hier aber scheinbar komplett unmöglich.
[08 Jan 2007 | Monday] 
Da bin ich mal wieder!

Ich bin gerade in Jenner, einem Kaff in der Nähe von Brooks. Weihnachten war ich wie geplant in Edmonton und habe mit meinem Cousin, seiner Frau und ihrer Familie gefeiert. Am 25. waren wir im Haus von einer Tante, wo sich auch der Rest der Familie eingefunden hatte. Damit hielten sich ca. 30 Leute in hauptsächlich 2 Räumen auf. War aber nicht schlecht, ich habe eine Menge interessanter Leute kennen gelernt.
Ich habe mal ein paar Fotos hochgeladen:


Mein Cousin, seine Frau und ihre Eltern


Meine neuen Socken


Die direkte Familie und der Weihnachtsbaum


Im Haus der Tante


Zu Silvester war ich dann wieder in Brooks, weil ich von einem Hotel in der Nähe ein Angebot bekommen hatte, dort im neuen Jahr zu arbeiten.
Die Leute, bei denen ich am 31. war, hatten große Pläne für Silvester: Filmabend... Um halb elf waren also alle außer mir am pennen. In Brooks an sich war auch überhaupt nichts los, ich hatte also keine Möglichkeit, irgendwas zu machen. In der Videothek schien sich die halbe Stadt getroffen zu haben. Damit war dieses Silvester eindeutig das langweiligste, das ich jemals hatte.
Am 2.1. bin ich dann nach Jenner gefahren. Das ist ein Dorf mit ca. 40 Einwohnern, dort steht das Hotel. Ich wohne jetzt dort in einem Kellerapartment, was das Hotel für wenig Geld (ca. 60$ pro Woche inkl. Strom, Gas, Wasser) zur Verfügung stellt. Das Apartment an sich ist relativ ranzig. Meine Vormieter haben anscheinend nicht so viel Wert auf Hygiene gelegt. Außerdem sind die Wände extrem dünn und man hört so ziemlich alles, was meine Nachbarn über mir anstellen. Wenn ich den Herd nicht benutze, muss ich das Gas extra abstellen, weil der Herd sonst leckt. Und auf meinem Bett hat mich Mäusescheiße begrüßt, als ich eingezogen bin. Wäre alles nicht sooo schlimm, nur ist das Problem: Jenner ist genauso langweilig wie Silvester. Ich hatte heute eine kleinere Überschwemmung mit der Waschmaschine. Das ist wahrscheinlich so ziemlich das aufregendste, was jemals in Jenner passiert ist. Ich werde hier wohl kommendes Wochenende wegfahren, Richtung Rocky Mountains.

So, das ist jetzt ein bisschen knapp ausgefallen. Ich hatte einen längeren Text geschrieben, aber dann machte der PC Probleme und ich durfte alles nochmal schreiben.

Also macht's gut!
[16 Dec 2006 | Saturday] 

OK, falls ihr euch fragt, was ich eigentlich so mache:

Also das mit der Autoversicherung hat sich glücklicherweise endlich geklärt (genau genommen vor ca. 2 Wochen). Ich bin dann sofort weitergefahren nach Winnipeg, Manitoba. Dort war ich 2 Tage bei Freunden von meiner Tante. Winnipeg hat eine ziemlich große französische Gemeinschaft, was mich überrascht hat, weil das ja nun schon extrem weit entfernt von Québec ist. Die Stadt an sich ist nicht schlecht.

In Manitoba hat auch die Prärie begonnen. Es ist schwer zu beschreiben, wie flach und leer das da ist. Man fährt auf dem Highway und links und rechts verschmelzen Himmel und Erde irgendwo ganz weit entfernt. Vorne und hinten ist so ziemlich das gleiche. Grob gesagt ist da auch wirklich nichts. Hier und da mal ein Baum oder ein Hügel (oder ein Baum auf einem Hügel), und sehr selten auch mal eine Siedlung. Allerdings gibt es auch einige Ölpumpen. Nach Stunden kommt man dann durch eine "größere" Stadt. Nachts ist es auch ziemlich beeindruckend: Um einen rum fast perfekte Dunkelheit (außer den Autos), dann irgendwann führt der Highway über einen Hügel, und plötzlich eröffnet sich ein riesiges Lichtermeer und man ist z.B. in Medicine Hat. Es gibt oft Unfälle, wenn Leute beim Fahren durch die Prärie einschlafen, weil die Gegend so langweilig ist. Teilweise gibt es Kurven auf dem Highway, die vom Weg her keinen Sinn machen, aber eingebaut wurden, um die Fahrer wieder aufmerksamer zu machen.
Die Kanadier sagen über die Prärie: "You can watch your dog run away for 3 days". Das kommt mir nicht sehr stark übertrieben vor. Ich werde das wahrscheinlich noch fotografieren.

Nach Winnipeg bin ich dann weitergefahren zu einem WWOOF-Host in Alameda, Saskatchewan. Die Leute da sind extrem nett, das hat mich echt beeindruckt. Dort habe ich auch noch eine andere WWOOFerin kennen gelernt, Edsuko aus Japan. Sie ist da schon seit 3 Monaten und bleibt noch 1 Monat oder so. Ich wäre auch länger geblieben, bin aber nach einer guten Woche weitergefahren, weil ich zu Weihnachten in Edmonton sein will. Dort lebt die Familie der Frau von meinem Cousin Chris (von denen ich auch das Auto habe). Mit denen feiere ich dann Weihnachten.
Ich bin jetzt also in Brooks, Alberta - ca. 6-8 Stunden vor Edmonton. Die Leute, bei denen ich gerade bin, habe ich auf meiner ersten WWOOF-Farm kennen gelernt. Die züchten hier Pferde und es gibt nicht so einen großen Unterschied zu einem normalen WWOOF-Aufenthalt. In ein paar Tagen werde ich dann weiterfahren nach Edmonton. Das ist übrigens alles noch lange in der Prärie. Ich bin jetzt allerdings schon ziemlich weit durch Kanada gekommen.
Auf der Karte in meinen ersten Eintrag ist ganz gut zu sehen, wo ich gerade bin: Brooks ist ein wenig östlich von Calgary, das auf der Karte eingetragen ist. Meine erste Farm war in der Nähe von Ottawa. Ich habe jetzt schon über 4.000 km zurückgelegt und noch ein gutes Stück vor mir, das auch durch die Rocky Mountains führt (glaube ich). Da wird also wohl noch eine ganze Menge zu berichten sein.

Bis dahin macht's mal gut!

[30 Nov 2006 | Thursday] 
Also...

Ich bin immer noch in Thunderbay und kann da im Moment noch nicht raus, weil ich Ontario nicht verlassen darf. Die Autoversicherung nimmt sich Zeit, mich als Fahrer einzutragen, was ziemlich bescheuert ist, weil hier bald keine WWOOF-Hosts mehr sind. Ich bin jetzt gerade bei einem deutsch/britischen Paar, das nichts mit WWOOFing zu tun hat, mich aber trotzdem bei sich wohnen lässt. Das will ich allerdings auch nicht zu lange ausnutzen. Ich hoffe, nächste Woche nochmal woanders hinzukönnen, danach habe ich aber echt keine Ahnung, wo ich sonst noch bleiben soll, ohne aus Ontario rauszukommen.
Naja egal - was ich eigentlich schreiben wollte, ist, was so die letzten 10 Tage los war.
Es gibt 2 WWOOF-Hosts in Thunderbay. Ich hatte zuerst versucht, bei einem Paar zu bleiben, weil deren Text besser klang. Die hatten allerdings abgesagt, weil sie schon einen WWOOFer in der Zeit haben. Also habe ich bei dem andern Host angefragt. Die Frau meinte, ich kann kommen. Also bin ich dann von Thessalon aus losgefahren. Die Fahrt hat ca 12 Stunden gedauert, in denen ich um die 20 Minuten Pause gemacht habe. Ist nicht unbedingt das angenehmste was man machen kann. Wenigstens waren die Straßen nicht glatt und es gab auch sonst keine richtigen Probleme, ich hatte nur einmal fast kein Benzin mehr. Abends bin ich dann bei dem Haus der Frau angekommen. Es war keiner da, aber es hing eine Notiz an der Tür, in der stand, dass sich die Pläne geändert hätten und ich zu einer anderen Adresse fahren sollte. Also bin ich dann dahin gefahren - und bei den Leuten gelandet, die ich zuerst angerufen hatte...
Da habe ich dann auch Thomas aus Frankreich kennen gelernt. Der versucht auch, sich nach Vancouver durchzuwwoofen, trampt allerdings. Wir wollten eigentlich zusammen nach Winnipeg fahren, das hat sich allerdings erledigt wegen der Autoversicherung. Da die Fahrt nach Winnipeg ca 10 Stunden dauert, wäre ein bisschen Gesellschaft schon nicht schlecht gewesen.
Ansonsten war es bei den WWOOF-Hosts ziemlich interessant - an meinem 2. Abend gab es eine "Potluck"-Party. Das ist eine nordamerikanische Tradition, bei der jeder etwas selbstgemachtes zu Essen mitbringt. An dem Abend gab es dann noch eine Diashow von 2 Frauen, die mit dem Kanu in 3 Sommern quer durch Kanada gefahren sind. Die Farm ist nicht so modern - harte Arbeit wird von Pferden erledigt, es gibt keinen Traktor (dafür aber ein Quad, das nützt nur nicht unbedingt was, wenn man mehrere Baumstämme ziehen will). Wir haben da verschiedene Aufgaben gemacht, wie z.B. Sand transportieren und an einer Stelle ebnen, um darauf ein "garden shed" zu bauen, Feuerholz hacken, die Wand in einer neu gebauten Kabine schleifen etc. Am Samstag bin ich dann zu den Leuten gekommen, bei denen ich jetzt bin. Dort habe ich so ziemlich nichts zu tun, was mir Zeit gab, das Audiosystem in meinem Auto ein bisschen zu verbessern:


Das Auto von außen


alt


neu

Naja gut, das waren zusammengefasst die letzten 10 Tage
Also macht's gut!
[22 Nov 2006 | Wednesday] 
Tach!
Ich bin gerade in Thunder Bay (werde da nochmal ausführlich was zu schreiben). Ich habe leider nicht so viel Zeit, aber ich wollte schnell mal ein paar Bilder hochladen:



OK, das ist eine weniger schöne Seite von Kanada. Hier hat jemand Land gekauft und die ganzen Bäume gefällt und nichts neues gepflanzt. Ich wollts euch nur mal zeigen.


Die Schweine haben wir gerade in einen Wagen geladen, um sie zum Schlächter zu bringen.


Das ist an die Farm angrenzende Lanschaft. Die Leute auf dem Weg sind Thomas aus Frankreich und meine WWOOF-Hostin Diana. Wie gesagt, ich werde nochmal was dazu schreiben.


OK, ihr wolltet ein Bild von mir haben, da ist es. Es ist eines der wenigen mit mir drauf, da ich ja meistens selber fotografiere. Die beiden anderen Personen sind wieder Thomas und Diana.


Das ist Landschaft irgendwo zwischen Sault Ste. Marie und Thunder Bay.


Mein Auto von innen. Man beachte das Rostloch unter der Fußmatte... Ist jetzt allerdings geflickt.


OK, das war's! Macht's gut, bis bald!