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Last Updated: 7/7/2009

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Friday, May 15, 2009 

Current mood:  tired
Hallo zusammen,
nach längerer Zeit mal wieder ein Blog von mir.
Ich will auch gar nicht allzu viel vorweg schieben, außer eins.
Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich bei dem im folgenden beschriebenen Ereignis um ein außergewöhnliches Pfadfinderereignis handelt. Der Text und die Aktivität an sich spiegeln in keinster Weise unser Wesen als Pfadfinder dar und solche Feste sind absolute Ausnahmen. Noch dazu möchte sagen, dass alle Teilnehmer volljährig waren.
Viel Spaß beim Lesen und kommentieren nicht vergessen. Sonst macht das ganze nur halb so viel Spaß.

Hortenfest der Horte Loki im Aachener Tor in Bergheim vom 12.04.-13.04.09

 

Das Fest (vom lateinischen festum) ist ein für das Feiern vorgesehener Zeitabschnitt; ursprünglich ein besonderer herausgehobener, vom Alltag unterschiedener, Zeitraum. - Feste wirken - soziologisch gewendet - gemeinschaftsstiftend und gemeinschaftserhaltend. Bestimmte Rituale (z. B. das Festmahl) festigen den Zusammenhalt.

 

Soweit die offizielle Definition und eins schiebe ich gleich vorweg, selten waren die Erwartungen so hoch. Eigentlich bin ich ein Mensch, der es sich vor vielen Jahren zum Grundfest gemacht hat, bei aller Art von Freizeitveranstaltungen, die er besucht, die Erwartungen so niedrig wie möglich zu halten. Quasi gen null zu schrauben. Aus dem ganz einfachen Hintergrund, wenn eine Veranstaltung nicht so toll ist, bin nicht enttäuscht, wenn sie wider erwarten gut wird, werde ich nur positiv überrascht. Das klappt auch meist gut, außer in diesem Fall.

Es war mir einfach nicht möglich, so gar nichts zu erwarten von diesem Fest. Dafür zeichnete sich der Hortenführer selbst verantwortlich, Borris Paul. Ich kann mich nicht genau daran erinnern, wann er zum ersten Mal von einem Fest sprach. Es muss einer der ersten Ringräte dieses Jahr gewesen sein, aber ich will mich nicht festlegen. Von einem Fest sprach der Führer der Älterenhorte im Stamm Widukind. Seit der Gründung im Jahre 2006, fand und findet traditionell zu Ostern eine Fahrt der Horte statt, wie letztes Jahr zum Beispiel in den Harz. Dieses Jahr sollte es neben der üblichen Fahrt zu Ostern auch ein Fest für alle geben, zu dem ausgewählte geladene Gäste sich gerufen fühlen durften.

Und wir sollten dem Ruf folgen, zumindest meine Wenigkeit.

 

Noch auf dem März Ringrat bemängelte Borris offen noch einmal das Generalproblem der Hemeraner Pfadfinder, dass uns beinahe in die Knie zu zwingen scheint. Auf seine festliche Einladung auf dem Februar Ringrat hatte sich so gut wie niemand gemeldet. Daraufhin stellte Günter einmal mehr die wichtige Frage, „was können wir unseren Leuten noch alles anbieten, damit sie sich mal melden und teilnehmen?“ Auch an diesem Abend blieb die Frage leider unbeantwortet. Ich persönlich konnte und kann nicht verstehen, wie man sich eine Einladung zu einem Fest entgehen lassen kann.

Borris hatte die Erwartungen wie gesagt hoch gesteckt. Die letzten Informationen verhießen ein buntes Programm, ein Vier-Gänge-Menü, die Premiere des Films „Walk-together“ und vieles mehr. Alles in allem ein rauschendes Fest in feierlichem Rahmen, und das allerbeste, alles umsonst, auf Kosten der Horte Loki.

Ich denke ihr wisst nun, warum sich meine Erwartungen nicht wie sonst gen null schrauben ließen.

 

Treffen war also für mich und die anderen Hemeraner am Ostersonntag um 13 Uhr am neuen Iserlohner Stadtbahnhof. Neben Coffee waren auch Carina und Brauna schon da. Die Ringkasse übernahm die Kosten für Bahnfahrkarten. Dann los!

Leider waren wir einer zuviel, nur fünf Personen dürfen auf ein Wochenendticket fahren, nicht sechs. Also musste Coffee als verantwortliche Reisebegleiterin noch eine Karte kaufen. Fragte ich sie, wie denn so etwas passieren könnte, ich dachte dieses Fest wäre minutiös bis ins kleinste Detail durchgeplant. Darauf entgegnete sie nichts, nur ein leises „Quatsch“.

Nach einem kurzen Plausch trafen kurz hintereinander zuerst Leese und dann Carolin ein. Hier ereignete sich die erste von einer handvoll markanter Beklopptheiten im Zuge dieser Fahrt. Carolin hatte ein Knie bandagiert, was mir gar nicht auffiel. Wohl aber Leeses Vater, der eigentlich gerade wieder in sein Auto steigen wollte. Es ereignete sich ein Dialog, den ich kurz sinngemäß wiedergeben möchte:

Vater: „Was haste am Knie?“

Carolin: „Innenmeniskus angerissen.“

Vater: „Auh, das ist schlecht. 10 Jahre, hasse n künstliches Knie. Bis dahin Schmerzen, Knorpelschäden, Eiter, immer Krankengymnastik usw. Ich hatte auch schon zig Operationen.“

Da dachte ich mit einem Grinsen nur, der Mann weiß was die Frauen hören wollen.

Unabhängig von dieser kurzen verbalen Entgleisung konnte ich eine seltsame Spannung zwischen den Fahrtenteilnehmern spüren, vor allem zwischen den weiblichen. Diese zogen sich nicht nur durch die Zugfahrt, sondern auch durch das ganze Fest. Ohne da jetzt näher drauf eingehen zu wollen.

Pünktlich wie die deutsche Bahn ist, fuhren wir im ersten Zug um 13.17 Uhr los, Richtung Schwerte. Im Zug selbst dann sprachen Leese und Carolin noch einmal über den Kommentar von Leeses Vater. Hier erschütterte mich ein wenig die Tatsache, dass Carolin lustig fand, was der Vater von sich gab. Woraufhin Leese entgegnete, „der meint das ernst.“ Carolin quittierte dies mit einem abschließenden Grinsen, was mich verstehen ließ, sie hat es nicht kapiert.

Von Schwerte aus mit einem weiteren Zug Richtung Neuss. Es war wirklich schönes Osterwetter, kann man nicht anders sagen, aber dieses historische Bahnmodell vermieste mir die Fahrt ein wenig. Ich bin ja eh nicht so der Zugfahrer, dazu fehlt mir auch der Führerschein, aber dieser Zug war voll, alt und es war viel zu warm. Brauna und ich machten es uns auf zwei Notsitzen bequem. Während der Fahrtzeit von etwa einer Stunde baute ich eine Leitung zum Hortenführer auf. Borris fragte nach der Stimmung, betonte wie sehr er sich auf uns freut und versprach erneut ein buntes Programm, was mich sprichwörtlich umhauen würde. Genervt von der Zugfahrt dachte ich, das würden wir ja noch sehen. Ich berichtete kurz von den Spannungen, die ich auch eben schon mal erwähnte und ließ eindringlich vernehmen, dass ich kurz vorm verdursten bin. Das es ein Fest sein sollte war mir klar, und so gab Borris mir zu verstehen, dass es mit Anti-Alkoholischen Getränken schlecht aussieht. Was mir natürlich herzlichst egal war. Er versprach mir ein Bierchen kalt zustellen. Sehr gut.

Kurz vor dem Hauptbahnhof Düsseldorf begab sich dann eine zweite Beklopptheit. Eine ganze Reihe von Leuten stieg aus und ging direkt an uns vorbei. Dabei waren auch eine „Emo“ Perle und ihr Macker. Für alle die nicht wissen was das ist, ein kurzer Umriss. Diese Menschen sind in der Regel zwischen 12 und 17 Jahre alt, auffallend gekleidet (z.B. schwarz und pink), dunkel geschminkt, trauriger Gesichtsausdruck und sie beklagen gerne und oft, wie schlimm die Welt doch ist, die Eltern, die Lehrer. Es gibt Leute die behaupten, es bestehe eine permanente Suizidgefahr, dem will ich mich aber nicht anschließen, ich denke es ist ein Schrei nach Aufmerksamkeit.

So weit ein kleiner Exkurs, zurück zum eigentlichen Fall. Gehen die Menschen, die aussteigen wollen in einer Schlange im Schneckentempo an uns vorbei, ich guckte aus dem Fenster, sah das alles nur im Augenwinkel. Das Emo Mädel bleibt kurz beim Brauna stehen, guckt in an, und sagt O-Ton, mit dieser typisch todtraurigen Weltuntergangsstimme, „du siehst irgendwie hässlich aus.“ Als ich das hörte, konnte ich nicht anders als lachen. Brauna, verständlicherweise ein wenig konsterniert, meinte nur schulterzuckend, als sie weg war, „ja, gut zu wissen.“

In Neuss umsteigen in den dritten und letzten Zug, der uns zur Endstation nach Bergheim Hauptbahnhof bringen sollte.

Die Fahrt verlief reibungslos und Joschi und Cecil waren bereits an unserem Ziel, um uns abzuholen. Coffee versicherte uns vorher, der Weg zum Aachener Tor führe lediglich einmal durch die Innenstadt und sei nicht weit. Unterweg kaufte ich mir ein Eis und erfreute mich daran, dass die Kugel in Bergheim noch 60 Cent kostet. Da nimmt man auch gerne mal zwei. Was da los war, eine unglaublich ladenreiche Stadt mit verhältnismäßig regem Treiben auch am Ostersonntag, ein Unterschied zu Hemer wie Tag und Nacht.

Am Ende der Innenstadt, bzw. am Anfang, je nachdem wie man es sieht, befindet sich das Aachener Tor zu Bergheim, Heimat der ortsansässigen Gruppe.

Das Aachener Tor ist ein zur mittelalterlichen Stadtbefestigung der Stadt Bergheim gehörendes Tor und stellt eines der Wahrzeichen der Stadt dar.
Das Tor entstand im 14. Jahrhundert als zweigeschossiges Doppelturmtor mit einer als Spitzbogen ausgeführten Durchfahrt. Der heute durch den rechten Flankturm führende Fußweg wurde erst später hinzugefügt.
Im 16. und 17. Jahrhundert wurde das Tor wiederholt stark beschädigt. Etwa um 1800 erfolgte der Umbau der Anlage zu einem Gefängnis. In den Jahren 1911 bis 1914 und 1925 fanden Renovierungen statt. 1956 kam es zu einem Brand. Hierauf wurde 1959 das Walmdach erneuert. Eine weitere Renovierung fand in den Jahren 1980/81 statt.
Über der Feldseite, also der stadtabgewandten Seite, befindet sich ein aufwändig gestalteter Wappenstein, der einen Löwen zeigt.

Die Horte Loki begrüßte uns, nach dem Kontrollieren unserer Eintrittskarten, die wir am Bahnhof von Leese bekommen hatten, mit einem Schnäpschen. Dann ging es steil bergauf. Am oberen Ende der Treppe konnte man einen Gesamteindruck über die örtlichen Gegebenheiten und auch die Örtlichkeiten bekommen. Hepp führte uns rum und das Gepäck wurde in den Schlafsälen verstaut. Ein wirklich großes, schönes Heim haben die da.

 

Soweit, so festlich. Direkt nach dem Rundgang der erste Programmpunkt. Sammeln vor dem Tor und Aufbruch unter Gurkes Leitung zu einem Spaziergang. Der Rest der Horte Loki blieb leider zurück, was ich ein bisschen schade fand. Aber Jungenschaftsführer Olaf war mit von der Partie, das wiederum stimmte mich wohl. Wohin der Weg, bzw. Gurke uns führen sollte war ein Geheimnis. Das blieb es aber nicht lange. Durch die halbe Innenstadt zurück zum Parkhotel. Maximal fünf Minuten. Eingestellt hatte ich mich auf einen längeren Marsch. Das Hotel hatte seine Tore vor uns verschlossen. Gurke ging an die Gegensprechanlage und nun war die Katze aus dem Sack, da er dem Plastikkasten an der Wand erzählte, er habe die Kegelbahn reserviert. Der Hotelbesitzer oder wer da auch immer an der anderen Seite der Leitung war, versprach bald zu kommen. Wir setzten uns einen Moment auf die Plastikstühle vor das Hotel. Eine weitere Beklopptheit des Wochenendes. Während wir sitzen kommt ein sehr wichtiger Herr vorgefahren, mit einer Begleitung weiblicher Natur, die vermutlich seine Tochter war. Er hatte einen Anzugsack dabei und sie wollten allem Anschein nach dort übernachten. Auch er benutzte die Gegensprechanlage und erzählte ihr, sie hätten ein Zimmer reserviert. Wieder wurde versprochen, vom Hotelpersonal, man würde kommen. Das dauerte aber, so dass der Mann sehr ärgerlich wurde, laut rumfluchte und das schlimmste, er begann uns in sein Selbstgespräch mit einzubeziehen. „Preise wie in Los Angeles haben die hier… 85€ die Nacht… Service ist nicht vorhanden…“ usw. Zum Schluss brachte er den Knallersatz, den er, weil er so wichtig war, mehrmals wiederholte, „der bekommt nicht den vollen Preis, wir warten hier vor der geschlossenen Türe!“ Daraufhin meinte ich zu Olaf, dass das den Hotelbesitzer wohl wenig jucke, der werde den Kunden vor die Wahl stellen, entweder übernachten für den vollen Preis oder Rausschmiss zum Nulltarif. Fazit, lächerlich sich für 5 Minuten Warten so aufzuregen und wenn man 85€ für eine Nacht zahlt ist man sowieso immer selber Schuld.

Beim Kegeln selbst verkündete Gurke, dass Horte Loki die erste Runde Getränke spendiere und der Rest von uns selbst bezahlt werden müsse. Diese Tatsache hat nicht nur mich überrascht, sondern sorgte auch kurz für überraschte Gesichter bei den anderen Gästen. Hatte ich doch nur durch Zufall überhaupt eigenes Geld mit. War die Aussage, „alles umsonst, ihr seid eingeladen“ von anscheinend uns ein wenig zu weit ausgelegt worden.

Der Kegelsport an sich ist ein recht langweiliger Sport, wenn man nicht wenigstens ein oder zwei verschiedene Spielvarianten kennt. Hier konnte ich auftrumpfen. Varianten wie Tannenbaum, hohe, niedrige Hausnummer und Abräumen z.B. kannte ich von unzähligen Abenden auf der Kegelbahn der SIGNAL IDUNA Akademie und konnte mein Wissen zum Wohl aller einbringen. Während Gurke abermals das Haustelefon des Hotels nutzte, um oben Getränke für uns zu bestellen, kam trotz der von mir geleiteten Spiele ein wenig Langeweile auf und es entstand eine Art Rumgammeln. Das kann man immer daran erkennen, dass die Leute ihre Handys auspacken und damit rumspielen. Müsst ihr in Cafes oder so mal drauf achten.

Gut, nach drei Stunden Kegeln kann man so was durchaus tolerieren. Gurke zog die Notbremse und zwang uns zum Austrinken.

 

Er führte uns sicher wieder zurück durch die Innenstadt, die mittlerweile in der Dämmerung lag. Am Aachener Tor angelangt wurden wir abermals von der Horte Loki empfangen. Der große Rittersaal war bereits festlich angerichtet und eingedeckt. Wir Gäste setzten uns schnell hin und warteten. Mittlerweile hatte ich aber auch einen Mordskohldampf, seit morgens nichts mehr gegessen. Von dem Eis am Nachmittag mal abgesehen. Gurke, als einziger der Gastgeberhorte mit uns am Tisch, unterhielt uns mit irgendeinem Blödsinn, den er manchmal so von sich gibt. Auch Olaf saß natürlich mit am Tisch.

Ein Gaumenschmaus jagte den nächsten.

Zuerst servierte Loki Honigmelone mit geräuchertem Schinken. Wer das mal gegessen hat, ein Traum und kein Vergleich zur bekannteren Wassermelone.

Daran schloss sich eine Vorsuppe an. Tomatensuppe mit Sahne, sehr cremig, sehr lecker. Hierzu gab es Brot, das fand ich persönlich fast noch besser. Schönes, warmes Ciabatta. Als Hepp, erfahrener und gelernter Gastronom, die leeren Suppenteller abräumte sagte er, „das Brot lasse ich Ihnen noch stehen“. Ich fand das in Ordnung, Hepp auch, nur Coffee schien das zu stören. Denn sie wollte nicht gesiezt werden, wir seien schließlich immer noch Pfadfinder. War der Hepp ganz in seinem Element, da kann man so was schon mal akzeptieren.

Der Hauptgang stand an. Wenn ich es recht in Erinnerung hab, gab es Rindergeschnetzeltes mit Kartoffeln und Gemüse. Aber genau weiß ich das nicht mehr, verzeiht. Später in der Singerunde sprach ich mit Borris über diesen Hauptgang und er beklagte, er hätte heulen können, dass das Fleisch zerkocht war. Ja, das war es, kann man nicht anders sagen. Aber so zerging es noch mehr auf der Zunge.

Vor jedem Gang standen wir Gäste auf, erhoben unsere Gläser, und entweder Olaf oder ich sprachen ein paar Worte, zu Ehren der Horte Loki und ihres Hortenführers Borris. Wir lobten vor allem die Kameradschaft, die innerhalb der Horte sehr stark gefestigt ist. Kameradschaft, die für mich schlicht und einfach das Kennzeichen der Pfadfinderei ist. Während des Essens konnten wir über eine Leinwand, auf der auch später der Film lief, eine Diashow der Horte Loki betrachten. Leider waren es nicht genug Bilder, so dass wir mindestens dreimal dasselbe sahen.

Zum Nachtisch gab es warmen Früchtestrudel mit Vanillesauce. Leider war ich schon zu satt, so konnte ich nicht mehr als zwei Portionen essen. Dieser Gang bildete einen krönenden, gebührenden Abschluss. Großes Lob an das Küchenteam, gute Menüauswahl. Zu trinken hatten wir immer wieder reichlich, da wir nach wie vor leckeren Gerstensaft aus echten Steinkrügen genossen.

An dieser Stelle möchte ich kurz auf den Punkt des Festes eingehen, der mich zweispaltet. Beim eigentlichen Festmahl, wie ich oben beschrieb, war am Tisch außer Gurke kein Loki. Das fand ich sehr schade. Ich will es nicht beschwören, aber ich empfand, dass die Stimmung am Tisch ein wenig darunter litt. Ist meine Meinung. Und nun der Grund, warum mich das spaltet. Denn einerseits fand ich das schade, andererseits habe ich vollstes Verständnis. Denn wer sonst sollte die Speisen zubereiten und servieren. Wir sollten schließlich die Gäste sein.

 

Nach dem üppigen Schmaus bat man die Gäste unten auf die Straße vor das Tor. Gurke servierte dort einen oder auch zwei Absacker, während wir schon merkten, dass Loki im Rittersaal die Umbauarbeiten voranpeitschte.

Für mich der Höhepunkt stand an, die Premiere des Films „Walk together – Geschichten der Horte Loki“. Auch hier erwartete ich viel, versprach doch der Trailer, den es bereits länger im Netz gibt, einiges. Der Rittersaal war zu einem Kinosaal umfunktioniert worden. Snacks standen bereit, Getränke ebenso. Ich war einer der letzten, die den Saal betraten, also hieß es für mich ganz vorne sitzen, was den Nacken teilweise beanspruchte, aber das war mir egal.

Nach dem Vorspann und ein bisschen Werbung gab es, ganz wie im richtigen Kino, für jeden ein Eis.

Borris bedankte sich erneut für das Erscheinen der Gäste und auch bei Leese, die sein Testpublikum darstellte. Sie hatte sich die letzten drei Monate immer wieder Ausschnitte des Films anzugucken und diese zu bewerten.

Der von Borris geschaffene Film dauerte etwa eine Stunde. Er stellte die Hortenmitglieder vor und zeigte ein visuelles Best of der letzten drei Jahre Hortengeschichte. Später am Abend erteilte mir Borris die ehrwürdige Aufgabe, eine Filmkritik zu verfassen. Dieser möchte ich hier nicht vorgreifen.

 

Nach stehenden Ovationen und langem Applaus verbeugte sich die Horte Loki und schickte uns abermals nach draußen vors Tor. Ein letztes Umräumen stand an, für die Singerunde, die den gemütlichen Abschluss bilden sollte.

Es war ein Kreis aus Fellen gelegt worden, sehr gemütlich. Dazu weiter kühlen Gerstensaft und Snacks. Die Singerunde an sich lief ein wenig schleppend, da immer wieder Leute raus rannten um zu rauchen oder sonst was zu tun.

Da mein Kehlkopf mich wegen nahender Erkältung schon beim Essen verlassen hatte, verdrückte ich mich irgendwann Richtung Bett, mitsingen konnte ich schon lange nicht mehr. Fragt mich aber nicht, wie spät es war.

 

Am nächsten Morgen wurde ich wach, weil ich a) pinkeln musste und weil b), wie das auf Pfadfinderlagern so ist, immer einer der früher auf ist, Lärm macht. In diesem Falle war es Leese. Durch die geschlossen Tür habe ich den Sachverhalt so wahrgenommen: Gurke hat auf der Herrentoilette einen ordentlichen Haufen gemacht. Leese musste pinkeln, das Damenklo war besetzt und abgeschlossen. Nahezu zeitgleich war Gurke auf dem Klo fertig und kam raus, Leese fragte ihn ob er fertig sei, sie wolle dann eben schnell das Männerklo benutzen. Gurke bejaht, Leese öffnete die Tür, man hört einen Ausdruck des Ekels, „iiiiiiihhhh, Gurke, hast du hier geschissen“. Ab hier gab es für besagten Gurke kein Halten mehr und vor lauter Lachen brachte er nur ein kurzes „ja“ raus.

Es war mir von Borris schon verheißen worden, dass es mit Frühstück sehr schlecht aussehe. Das war am Sonntag, aber auch am Montag hatte sich daran nichts geändert. Fand ich insgesamt ein bisschen verwunderlich, diesen Sachverhalt. Ein Fest ohne Katerfrühstück, Loki muss sich was dabei gedacht haben. Vielleicht kollaborieren die Brüder mit McDonalds, wo es uns dann gemeinsam später hinverschlug.

Den Morgen an sich verbrachten wir mit nichts anderem als Aufräumen in jeder Art. Fegen, putzen, spülen usw. Hier packte auch jeder, aus meiner Sicht, ganz gut mit an. Außer Caroline und Leese, die beiden musste man quasi mit dem Besen aus dem Schlafsack rauskehren. Außer -unkameradschaftlich- fällt mir dazu nichts ein.

 

Vor dem Aachener Tor machten wir den Schlusskreis in dem Borris noch ein paar warme Worte sprach. Die Hammenser verabschiedeten sich mit Sack und Pack per pedes Richtung Bahnhof. Wir Hemeraner teilten uns auf die Loki Fahrzeuge auf um heimwärts zu reisen.

Vorher beim aufräumen sagte Joschi in der Küche stehend, mit Autoschlüssel in der Hand, er müsse jetzt dringend weg. Darauf Borris, „was, wir wollten doch noch alle zu McDonalds frühstücken?!“ – „Ja gut, dann komme ich noch mit.“ Soviel zum Thema ich muss schnell weg. Ich fuhr mit Borris bei Gurke mit. Auf dem Weg entstand in einem Gespräch mit Borris die Idee, dass sich BigMäc und Heck Meck reimen. Auf so einen Mist muss man auch erstmal kommen. Ähnlich wie „herrli“, aus meinem Ischgl Bericht. Bei McDonalds trafen wir, die wir mit dem Auto zurückfuhren, uns alle noch einmal wieder zum gemeinsamen Frühstück. Dieses übernahm natürlich nicht die Horte um Borris. Bei McDo gibt es seit geraumer Zeit das neue Frühstück. Kurz gesagt, davon kann man nur abraten. Besonders von diesem Ding, welches oben und unten einen fettlappigen Pfannkuchen mit integriertem Ahornsirup hat, bah!

Nach dem Mahl brachen wir auf in alle Herrenländer und Gurke und Borris ließen mich am Bahnhof in Iserlohn raus, wo mein Auto vom Vortag noch stand.

 

Alles in allem ein auf jeden Fall gelungenes Fest, welches die Gemeinschaft vorantrieb, wenn auch nicht so festlich wie erwartet.

Ich wünsche der Horte Loki weitere Jahre voller Spaß und Erlebnisse.

 

Allzeit bereit,

Andy K.

 

P.S.: Warum Lars als einziges Mitglied von Loki an diesem Fest nicht teilnahm, fragt ihr ihn am besten selbst.


Sunday, December 28, 2008 

Current mood:  okay
Hallo zusammen und einen schönen Sonntag,

nun sind wir auch schon wieder am Ende meiner kleinen Blog Serie. Eine Reihe von Artikeln, die ich über von mir besuchte Pfadfinderaktivitäten 2008 schrieb. Ursprünglich sollten sie ja in die Pfadfinderjahresschrift, man war aber der Meinung, die Veröffentlichung aller Artikel von mir hätte den Rahmen gesprengt.
Alles Quatsch, wie ich nach wie vor meine, aber ich habe meine Konsequenzen daraus gezogen.

Viel Spaß noch bei diesem letzten Artikel, der allerdings einer von den dreien ist, die tatsächlich im Logbuch erschienen.
Danke fürs Kommentare da lassen und Treue halten!


................

Bericht über einen außergewöhnlichen
Heimabend....


Der Stamm Panther angelt in Riemke
am Teich des ....


ASV Hemer – 25.04.2008....


.. ..


Jemand
hat mal zu mir gesagt, ich sollte meine Leute beschäftigen. Gut, damals waren
es noch nicht meine Leute, dafür hörte ich diesen Satz umso öfter. Ich dachte
mir nicht selten, dass der Heimabend doch keine Beschäftigungstherapie ist und
ich kein Alleinunterhalter bin. ....


Ein
anderer jemand hat mal in den Raum gestellt, Jugend muss von Jugend geführt
werden.....


Sicherlich
hat jeder ein Stück weit Recht. ....


.. ..


Was
wurde über Heimabende nicht schon alles gesagt. Wie oft sollte ihre Machart von
oben her strukturiert werden. Ich habe z. B. einen grünen DIN A5 Ordner, aus
einer anderen Hemeraner Zeit, sollte man meinen. Hansi hatte diese damals auf einer
Führerschulung im Februar 1999 in Barendorf verteilt. Lauter Tipps für
Heimabende, gesammelte Ideen der Jungenschaftsführer.....


Ferner
stiftete Dieter Braun mal ein Buch, das nannte sich „Die Gruppenstunde“. Das
war auch eine andere Hemeraner Zeit, da bekam man noch Rabatt auf Schulbücher, ich
weiß gar nicht ob das legitim ist, hab ich aber regelmäßig genossen. Nebenbei,
Dieter, das Rüdiger Nehberg Buch, was ich 2001 bei dir bestellt hab, was
nachgedruckt wird, brauche ich nicht mehr. Danke für deine Bemühungen. ....


.. ..


Wie
gesagt, in Sachen Heimabendgestaltung wurde eine Menge gesagt.....


Aber
letztendlich muss da jeder Verantwortliche seine Erfahrungen machen und seine
Anvertrauten führen.....


Wie
mir Guido auf dem Bundesthing noch zuflüsterte, bin ich wohl ein Mann, der für
seine Eigenarten bekannt ist. Das will ich gar nicht dementieren. ....


Ich
mache mir zum Beispiel sehr gerne folgenden Spaß, auf dem Heimabend: Wenn man
mich auf dem Heimabend fragt, „Andy, was machen wir heute?“, und das werde ich nahezu
jeden Freitag gefragt, antworte ich gerne, „was wollt Ihr denn machen?“, dann
kommt als Antwort in 98 von 100 Fällen, ein Schulterzucken. Es sieht dann also
so aus, dass die Jungs auf den Heimabend kommen und bespaßt werden wollen, wie
mein Vater so schön zu sagen pflegt. Wir leben nun mal in einer
Konsumgesellschaft. Heute bekomme ich doch, wenn überhaupt ein knappes „nö“,
wenn ich sagen würde, ab mit dem Fahrrad auf Großfahrt. ....


Die
Zeiten haben sich geändert, und das drastisch. Und genau das, habe ich das
Gefühl, ist immer noch nicht bei allen angekommen ist. Warum sind unsere
Mitgliederzahlen rückläufig? Meine Freundin formulierte das mal sehr schön,
„kein Wunder, bei den Pfadfindern gibt es keine animierten Sequenzen.“ Und ja,
wer hat denn noch Lust bei Wind und Wetter zu zelten, in Hütten zu schlafen, in
denen kein Strom, kein Wasser und keine Heizung ist und auch das
allerwichtigste fehlt, ein Fernseher. ....


Mit
was kann ich also die Jungs auf meinem Heimabend begeistern. Wo ich doch nach
dem Schulterzucken davon ausgehen kann, dass die Eltern ihre Kinder bei den
Pfadfindern „abgeben“, damit sie mal anderthalb Stunden Ruhe in der Woche
haben. Dieses Gefühl überkam mich in 14 Jahren Pfadfinderei leider sehr oft.....


.. ..


Im
Februar diesen Jahres bin ich an diesem Gefühl fast verzweifelt. Aber durch
stundenlange Gespräche mit meinem Kameraden und Bruder Borris Paul, habe ich
neuen Mut gefasst. Am darauf folgenden Heimabend haben wir uns alle
zusammengesetzt und die nächsten vier Wochen Heimabende geplant. So sollte das
nun immer einmal im Monat geschehen. Und so geschah es. ....


Eine
wirklich gute Idee vom Borris.....


Ich
war erstaunt, wie viele Ideen meine Jungs miteinbrachten. ....


.. ..


Am
letzten Heimabend im April, stand Angeln am Teich auf dem Programm.
Vorgeschlagen von Ralf und Michael, beide begeisterte Angler in der Jugend des
Angelsportvereins Hemer. Wo dieser Teich sich befand? Auch ich lies mich
überraschen. Eine Woche zuvor hatten wir im Steinbruch auf dem Fußballplatz
Trockenübungen  gemacht. Angelrute
auswerfen will gekonnt sein, wie später einige von uns feststellten.....


Wir
trafen uns am 25. April zur gewohnten Heimabendzeit im Steinbruch, pünktlich um
16.30 Uhr. Mit drei Autos fuhren wir, geführt von Michael, zum Teich des ASV
nach Hemer-Riemke. Bis dato wusste ich gar nicht, dass da ein Angelteich ist. Ralf,
Michael und ich, allesamt im Besitz der Fischereierlaubnis, hatten Ausrüstung
für alle mit. Wenn ich mich recht entsinne hatte ich sogar nach Monaten, wenn
nicht gar nach Jahren mal wieder meine schwarzen Gummistiefel an, aber egal.....


.. ..


Ich
verschaffte mir erstmal einen Eindruck über das Gelände, ein Fleckchen Hemers,
wo ich wirklich noch nie zuvor war. Einerseits ein Angelteich, vielleicht ein
halbes Fußballfeld groß, mit hungrigen, vom Verein eingesetzten Fischen.....


Anderseits
ein großer, ich sag hier auch mal Teich. Aber schon recht groß. Hierin würde
man aber nicht gut fangen, beriet mich Ralle und es wäre sehr schlammig darin. ....


.. ..


Da
ich sowieso nicht vor hatte, heute groß selber zu Angeln, sondern die Natur zu
genießen und den anderen ihren Spaß lassen, ohne das der Papa da immer
zwischenfunkt, ließ ich das Geschehen mal laufen.....


Frei
nach dem Motto der Große schützt den kleinen, bereiteten Ralle und Michael
Angelrute um Rute vor und erklärten den Kleinsten geduldig, wie es geht.....


Schnell
stellten alle fest, im größeren der beiden Gewässer geht heute nichts, in
kleineren dafür alles. Die dort schwimmenden Fische mussten dermaßen hungrig
sein, weil sie auf fast jeden Köder bissen. Der erste Fisch war gefangen, nach
relativ kurzer Zeit, Niklas eröffnete heute. Michael kam sogleich mit einer
Waage und einem Maßband. Die Entscheidung darüber, ob wir den Fisch wieder
reinsetzen oder nicht, ließ ich mir aber nicht nehmen. Aber bei den meisten
Fischen, in alter Cäsaren Manier, richtete ich meinen Daumen nach unten.....


An
dieser ersten mäßigen Forelle ließ sich Ralle nicht lumpen, zu erläutern, wie
man einen Fisch vorschriftsmäßig tötet und ausnimmt. Hier hätte so mancher
alteingesessener Schwedenfahrer noch was lernen können. ....


Bei
schönem Spätfrühlingswetter genoss ich die Sonne, während meine Mannen ein
Exemplar nach dem anderen angelten. ....


Alle
hatten Spaß und ich war zufrieden. Besonders unsere Kleinsten, Frederik und
Joschua waren mit vollem Eifer dabei, hatten doch beide nie zuvor eine Angel in
der Hand gehabt, geschweige denn einen eigenen Fisch gefangen. Frederik nahm fast
alle Fische mit nach Hause. Da wird Mama sich aber gefreut haben. Und wie das
in Michael Auto auf dem Nachhauseweg gerochen haben muss, gar nicht
auszudenken, er nahm nämlich Frederik mit nach Hause.....


.. ..


Die
übliche Heimabendzeit galt heute nicht und bei dem schönen Wetter hatten
sowieso alle die Ruhe weg. ....


Zwischendurch
spendierten Ralle und Michael jedem ein Kaltgetränk. ....


Zum
Ende hin machte ich noch einen ausführlichen Rundgang durch das wirklich schöne
Vereinsheim des ASV Hemer.....


Gegen
halb acht brachen wir dann auf, Richtung Parkplatz.....


.. ..


Insgesamt
hatten wir heute alle eine Menge Spaß und es war auf jeden Fall eine
Bombenidee. An die genaue Anzahl der Fische kann ich mich nicht mehr erinnern,
ich weiß nur noch, dass ich eine Forelle gefangen habe.....


.. ..


Weiter
so Männer, mit Eifer und guten Ideen dabei, davon kann die Pfadfinderei in
Hemer nur profitieren.icht mehr
erinnern, ich weiß nur noch, dass ich eine Forelle gefangen habe.....


ach H....


.. ..


Allzeit
bereit,....


.. ..


Andy K.....



Wednesday, December 24, 2008 

Current mood:  tired
................

Jungenschaftslager der Jungenschaft
Cherusker ....


vom 18.04. bis 20.04.08 im Westiger
Steinbruch....


Nach mehreren Jahren Abstinenz,
sollte es außerhalb der Pfingstlager-Reihe mal wieder ein Jungenschaftslager
geben. Und dazu mal wieder eins im Steinbruch. ....


Jener Ort, den wir als Inbegriff
der Hemeraner Pfadfinderheimat kennen, jenes riesige immerfeuchte schwarze
Loch... Ja, den meine ich, unseren guten alten Westiger Steinbruch, was wären
wir ohne ihn? - Ich will es euch sagen, denn die Antwort ist einfach: Nichts!
Und, ob ihr es glaubt oder nicht, der Bund, sprich die anderen Gruppen des
deutschen Pfadfinderbundes, beneiden uns um diese Stätte.....


.. ..


Viel sickerte im Vorfeld nicht
durch, über den Ablauf des Lagers. Lediglich das Protokoll des
Jungenschaftsrates vom 11.04.08 gab Aufschluss. ....


Angekündigte, prognostizierte
Teilnehmerzahl schwankend, um 20 Leute rum, auffallend geringe bzw. gar keine
Beteiligung aus den neuen, quantitativ starken, Stämmen Schwarzer Benno und
Wilde Gesellen.....


Dazu fällt mir gerade etwas ein.
Ich bin ja ein sehr einfach gestrickter Mensch. Das sieht man zum Beispiel
daran, wenn ich einen Film gucke. Ich hasse es, wenn es so viele verschiedene
handelnde Gruppen gibt. Wo sind die Zeiten hin, wie in dem Western „12 Uhr
Mittags“, wo es zwei Gruppen gibt. Die Bösen mit den schwarzen Hüten und die
Guten mit den weißen Hüten. ....


OK, blödes Beispiel, weil es ein
schwarz-weiß Film ist, aber meine Essenz sollte klar sein.....


Ich kann die Mitglieder des
Stammes Schwarzer Benno und Wilde Gesellen nicht auseinander halten. Also
Jungs, Hüte auf!....


Aber nebenbei, wie ich auf dem
Lager merkte, die Mitglieder der Stämme wissen leider teilweise selber nicht,
zu wem sie gehören, aber das wird bestimmt noch.....


Neben den Teilnehmerzahlen konnte
man aus dem Protokoll des Jungenschaftsrates noch das Programm für Samstag, den
Kerntag des Lagers, herausfiltern. Aber dazu später mehr.....


.. ..


Für mich und den teilnehmenden
Rest des Stammes Panther begann das Jungenschaftslager, wie alle
Wochenendlager, mit dem Heimabend. Das liegt ganz einfach daran, dass wir von
16.30 Uhr bis 18 Uhr Heimabend haben und die Wochenendlager oft um 18 Uhr am
Freitag losgehen.....


Wir beendeten unseren Heimabend
zunächst mit einem kleinen Fußballmatch gegen die schon etwas früher
eingetroffenen Widukinder. Hier musste ich schon ein erstes Mal mit dem Kopf
schütteln und das sollte nicht das letzte Mal an diesem Wochenende gewesen
sein.....


Da läuft so eine kleine Wurst, mit
einem Aufnahmegerät rum, wohlgemerkt während des Fußballspiels und er machte
mit. Das Ding konnte ein paar Sekunden aufnehmen und das dann wiedergeben. Es
schrebbelte aber, wegen zu hoch eingestellter Lautstärke, dermaßen, dass ich
nichts verstand. Erst nach dem 128. Mal abspielen, die Batterien hielten das
leider durch, verstand ich es. „Ihr seid Loser und wir sind gut“, kam aus
diesem Kasten. Ich dachte mir nur, jawohl, das muss im Wald geschehen sein und
wer ist der Loser, wenn ich kurz mit meinem Auto über das Ding gefahren bin?....


Bei diesem Fußballspiel sauten wir
uns schon vor offiziellem Beginn des Lagers so richtig ein. Mein gesunder
Menschenverstand sagte mir nach kurzer Zeit, Junge, Schluss damit und so hörten
wir auch recht schnell wieder auf.....


Olaf war inzwischen ebenfalls da
und nach und nach trudelten die Scharen ein. Die Männer aus Hamm, Wilde
Gesellen usw.....


.. ..


Ab 18 Uhr sah das Programm
„Eintreffen der Leute“ vor. Dies geschah natürlich auch. Wenig später
versammelte unser Jungenschaftsführer alle bereits Anwesenden in einem Kreis um
sich und verkündete, dass gegen 19.30 Uhr Eröffnungskreis sein sollte.....


In der Zeit bis dahin verteilte
Joschi die Schlafplätze, wir richteten uns ein und machten noch anderen
erdenklichen Blödsinn.....


Olaf hatte auch angekündigt, dass
es heute Abend, nach dem Eröffnungskreis Stockbrot und gegrillte Würstchen
geben sollte. Borris und Hepp machten sich daran den Teig für das Stockbrot zu
kneten. Ich schmiss den Grill an und bereitete das Feuer im großen Feuerkreis
so auf, dass man sein Brot am  Stock über
die Glut halten konnte.....


Im Eröffnungskreis selber gab Olaf
nochmal einen kurzen Abriss über das Programm und sprach ein paar
organisatorische Dinge an.....


.. ..


Kurz darauf saßen wir alle am
großen Feuerkreis, in der Dämmerung. Wirklich schön, mal wieder mit den Jungs
zusammen zu sitzen, ohne vorher Stunden im Auto, Bus oder Zug verbracht zu
haben.....


Doch dieses Gefühl der
Zufriedenheit wurde schnell unterbrochen, durch ein zweites, weiteres
Kopfschütteln meinerseits.....


Wir sitzen also alle am
Feuerkreis, viele halten artig ihre Stöcke mit Brot über die Glut. Da kommt so
ein Armleuchter, mit einer Tüte Marshmallows. Jener Mäusespeckabklatsch, der
mal aus Amerika hierüber geschwappt ist, wenn ich mit recht entsinne. Jetzt
steckt dieser Junge sich einen auf seinen Stock und hält ihn direkt in die
Glut. Diese zwei Gramm gequollener Zucker gingen sofort lichterloh in Flammen
auf. Er freut sich, als gäbe es kein Morgen. Nach dem ungefähr siebten
Marshmallow, der auf diese Weise ein Ende fand, ohne gegessen zu werden, dachte
ich nur, was passiert in dem Kopf dieses Jungen?....


.. ..


Es wurde also dunkel oder war
mittlerweile dunkel. Zu unserem Glück hatte Borris seine Gitarre nicht
vergessen. So entbrannte schon bald ein heißer Singewettstreit, der für die
Pimpfe um 23 Uhr und für die Anderen ein ungewisses Ende nahm. Woran ich mich
noch genau erinnern kann, ist, dass Olaf, während ich mich gerade hingelegt
hatte, noch wie ein wahnsinniger irgendein Lied brüllte, dass man es in der
alten Hütte gehört hat. Welches weiß ich allerdings nicht mehr, ist aber auch
nicht so wichtig.....


.. ..


Am nächsten Morgen hieß es um 8
Uhr aufstehen. Durch eine Reihe unglücklicher Zufälle, in dessen Erklärung zwei
„G“ auftauchen, nämlich Günter und Gurke, hatten wir für den im Steinbruch
heißgeliebten Toilettenwagen kein Standrohr. Wir wuschen uns bei Verena in der
Westiger Grundschule, die ihres Zeichens dort Hausmeisterin ist. Auch große
Geschäfte galt es hier zu erledigen.....


.. ..


Der Tag würde lang werden,
Abenteuer, Spiel, Spaß und Spannung bereit halten. Um 9 Uhr wurde gefrühstückt,
es gab frische Brötchen und auch Günter war heute zu uns gestoßen, unter seinem
Pseudonym „Die Olive“.....


.. ..


Nach dem Frühstück, ein drittes
Kopfschütteln meinerseits. ....


Wir saßen am großen Tisch im
großen Raum der neuen Hütte. Kommt einer von der Fensterseite unter dem Tisch
her gekrabbelt, fällt irgendwie unglücklich mit dem Bauch oder was auch immer
auf die lange Bank auf der anderen Tischseite. Ich stand zwar daneben, aber ich
glaube so richtig gesehen hat es keiner. Ein Höchstmaß an Ungeschicklichkeit,
was diese kleine Wurst zeigte.....


Fängt er also an zu heulen und zu
schreien, wegen Schmerzen, ist klar. Dumm nur, dass Günter einen Meter daneben
steht und an irgendeinem  Wappen an der
Wand rumfummelt. Günter guckt ihn, schüttelt die Flache Hand vor seinem Kopf
und sagt „Scheibenwischer?“....


Er hörte nicht auf zu schreien und
zu jammern, bewegte sich hingegen auch keinen Millimeter mehr, was ich am
wenigsten verstand.....


Sagt Günter in einem sehr
angespannten Ton weiter zu ihm, „komm, geh mal raus, das an der frischen Luft
kühlen!“....


Ich konnte mich nicht mehr halten
vor Lachen. Sicher, wenn draußen ein Orkan tobt, dann kann man das an der
frischen Luft kühlen, aber so… Mir persönlich war die eigentliche Aussage von
Günter ja klar, er hat sie auch gut verpackt, aber der Tonfall hat alles kaputt
gemacht ‚komm, geh mal raus, du gehst mir auf die Nerven!’....


 ....


Im Anschluss an das Mahl startete
der Erste der Beiden Haupttagesprogrammpunkte (auch ein interessantes Wort).
Das Stadtspiel!....


Wir sammelten uns am großen
Feuerkreis um von Olaf in zwei Gruppen aufgeteilt zu werden. Eine wurde von
Gurke geführt und eine von mir. Einige wenige, wie Hepp z. B. oder Olaf selbst,
blieben zwecks Zubereitung eines Mittagessens zurück. Wir bekamen einen
dreiseitigen Fragebogen, mit allerlei Fragen über die Stadt Hemer noch
mindestens zehn weitere DIN A4 Seiten buntes. Wie zum Beispiel kopierte
„Trivial Pursuit“-Fragen und Kreuzworträtsel......


Auch Fragen, die Olaf aus einem
Lehrbuch für Kaufleute aus dem Bereich Möbel kopiert haben musste. Die fand ich
persönlich ganz witzig. Ich wünschte in meiner Ausbildung hätte man mich mal so
einen Kinderkram gefragt.....


.. ..


Meine Gruppe und ich begaben sich
zwecks Lösung der Fragen über die Stadt Hemer ins Zentrum, zu Fuß.....


Die von mir anvisierte
Stadtbücherei hatte leider zu. Aber als Alt-Hemeraner konnte ich viele Fragen
auch so beantworten. Für andere Fragen ging mein Team einfach auf Beutesuche.
Wir befragten vornehmlich ältere Leute, da ich wusste, dass die Fragen aus
einem Buch über Hemer aus dem Jahre 1986 waren.....


Soweit, so gut! Und es klappte
auch erstaunlich gut.....


In der Innenstadt trafen wir dann
auf die Gruppe von Gurke und ihn natürlich selbst auch. Er begrüßte mich mit
den Worten „samma Andy, was das denn für ne scheiße hier?“ Wer ihn kennt, weiß
ja wie er ist. Aber ich finde, gerade das macht ihn so liebenswert.....


Es zeigte mir aber auch, dass es
nicht allzu schwer sein dürfte, das Spiel zu gewinnen, zumal seine Zettel
allesamt noch recht leer waren. ....


Früher als von mir erwartet machte
ich mich dann mit meiner Gruppe wieder auf den Rückweg zum Steinbruch. Hier kamen
wir, wenn ich mich recht entsinne 20 Minuten vor offiziellem Spielende an. ....


.. ..


Die Truppe mit dem Essen war
leider noch nicht so weit, wie ich und mein Magen gehofft hatten.....


Olaf und ich berieten uns kurz und
kamen zu dem Schluss, dass das Essen noch braucht. Also zigen wir uns schon mal
um, Kluft aus, Arbeitskleidung an.....


Der zweite große Programmpunkt
stand uns ins Haus: Arbeitseinsatz!....


Jeden Freitag, den ich zum
Heimabend im Steinbruch bin, kotzt es mich an, wie es da aussieht, also
forderte ich auf dem Jungenschaftsrat im März einen Arbeitseinsatz. Gut, ok,
eigentlich forderte ich damals auf dem Rat ein ganzes Arbeitslager. Der
Verfassungsschutz mahnte mich daraufhin schriftlich ab, so dass es nur einen
Arbeits-EINSATZ gab.....


Die Zeit bis zum essen verbrachten
wir schonmal damit, den Haufen auf dem Fußballplatz wegzumachen usw. Gurke tat
unterdessen das, was er am besten kann. Er machte Feuerholz. Nicht mit seinem
Zauberstab, nein, natürlich mit der Kettensäge.....


.. ..


Am Nachmittag unterbrachen wir die
Arbeiten zwecks Nahrungsaufnahme. Es gab Olafs berühmte Reispfanne, nein, keine
Pfanne aus Reis... 1998, Sommerlager auf der Jomsburg, hatte ich meine erste
Berührung mit diesem Erzeugnis indisch-pakistanischer Küche und ich find sie
gut. Wie man auch auf diesem Lager wieder sah, bin ich nicht der Einzige.....


Ich glaube ja auch, dass da bei
Familie Kraas zu Hause die Kinder mit groß gezogen werden. Was dem Popeye sein
Spinat ist, ist dem Joshua seine Reispfanne. ....


Nach dem Essen weiter frisch ans
Werk. Günter, Klaus und special- guest Tüffel reparierten und modernisierten
mit Helfern, das Dach der Waschstelle, vorne links hinterm Eingangstor.....


.. ..


Irgendwann am Abend machten wir
Feierabend. Zogen uns wieder um, Arbeitskleidung aus, Kluft an, da noch eine
kleine Versprechensfeier anstand. Diese war für 21.30 Uhr angesetzt. Um kurz
nach neun begann es allerdings zu tröpfeln und so starteten wir etwas eher.....


Neben anderen Versprechen, wurde
Hamm, überraschenderweise, zumindest für mich, vorzeitig Stammesführer der
Thebäischen Legion und Michael Young aus dem Stamm Panther wieder in den Ring
aufgenommen. Er war Mitglied des Stammes Hademare, hatte diesen aber vor Jahren
noch vor ausscheiden der Hademarer aus dem Ring, verlassen.....


.. ..


Die Versprechensfeier selbst
überstanden wir gut, ohne großartig nass zu werden. Einige von uns wärmten sich
noch eine Zeit lang am großen Feuer, andere verlagerten ihren Standort schon
mal in die Winterkothe. Hier sollte heute Abend die große Singerunde
stattfinden. Hepp machte seinen berühmten Tschai und einen weniger berühmten
Kinder-Tschai. Unter Begleitung von Borris’ Gitarre wurde munter bis in die
Nacht hinein gesungen. Na ja, mit Ausnahme von allem, was sich weniger als
1,50m über dem Boden befindet, das war gegen 23 Uhr verschwunden. ....


Da fällt mir gerade wieder ein,
was ich auf dem Lager schon zu irgendeinem gesagt habe. Flummi, seit ich ihn
kenne ist der höchstens drei Nanometer gewachsen. Und ich kenne ihn nun schon
bestimmt vier oder fünf Jahre. Da frage ich mich, Flummi, wie alt bist du eigentlich?
Memo an mich selbst: Da mal knallhart recherchieren!....


.. ..


Am Sonntagmorgen sollte wie am
Vortag um 8 Uhr wecken sein. ....


Ich werde wach, weil ich pinkeln
muss. Gucke auf die Uhr. 9.20 Uhr!....


Super dachte ich mir, während ich
auch schon aufstand und mich anzog, wie kann man nur so verpennen?....


Ich stapfte erstmal schlaftrunken
zum Waschen in die Schule, anschließend in die neue Hütte. Wollte doch mal
sehen, was da so los ist. Olaf saß grinsend über Rührei in der Küche, als ich
ihn fragte, wie man nur so verpennen konnte.....


Borris begrüßte mich mit seinem
seit zehn Jahren immer gleichen Lächeln, „wow, du siehst aber scheiße aus, und
eigentlich hatte ihr heute morgen Küchendienst!“....


Danke für die Info, du Arsch!....


.. ..


Beim Frühstück selbst musste ich
dann ein viertes Mal sprachlos meinen Kopf schütteln. Wieder einer unserer
kleineren Jungenschaftler. Zufällig sitzt er neben mir. Schmiert sich ein Brot,
mit Nutella oder dem, was wir auf Lagern immer als solches verkaufen. Alles gut
und schön, esse ich auch mal ganz gerne, nennt man nicht umsonst Pimpfenglück.....


Dieses Brot klappt er zusammen und
in ungelogen drei Bissen ist es weg, er hat vielleicht zweimal gekaut,
garantiert aber keinmal geschluckt. Da frage ich mich, wo lernt man so was? Was
ist das für ein Essverhalten? Abgesehen davon, dass es hochgradig ungesund ist,
so zu essen, ist es auch noch extrem fies mit anzusehen.....


.. ..


Noch beim Frühstück, welches die
letzte Mahlzeit des Lagers war, teilte Olaf ein, wer welchen Bereich der Hütten
sauber macht. Wir Panther z. B. kümmerten uns um die alte Hütte, in der wir ja
auch genächtigt hatten.....


Wie ich später mit Olaf
resümierte, klappte das ganze aufräumen erstaunlich gut, schnell und
reibungslos.....


.. ..


Bleib fast nichts anderes zu
erwähnen, als dass um Punkt 12 Uhr der Kreis der Jungenschaft von Olaf
geschlossen wurde.....


.. ..


Alles in allem fand ich es ein
gelungenes Lager, mit ansprechendem Programm und ich fand es auch schön, mal
wieder im Steinbruch zu kampieren.....


Auf einen Punkt möchte ich aber
noch kurz eingehen. Ein Punkt, womit ich durchaus ganze Seiten füllen könnte:
Die heutige Generation.....


Die vier Beispiele, die ich oben
beschrieb, in denen ich den Kopf schütteln musste, um meinem Missmut zum
Ausdruck zu bringen, bringen mich echt zum Nachdenken.....


Unterbewusst ist es mir schon
lange klar, sehe ich es doch in meinem eigenen Stamm. Warum sind unsere
Mitgliederzahlen rückläufig? Wie eine Freundin von den Iserlohner Pfadfindern
mir mal sagte, „ist doch klar, es gibt keine animierten Sequenzen!“ Aber so was
braucht die Jugend heute anscheinend. Warum kommen die Leute denn nur ein oder
zweimal im Monat zum Heimabend? Weil es die Eltern schlicht und einfach nicht
mehr interessiert. Meine Mama hat meinen Bruder und mich jedes Mal dazu
angetrieben zum Heimabend und auf die Lager und Fahrten mitzugehen. Ich bin der
Meinung, Kinder brauchen Antrieb!....


Ich will aber auch nicht zu weit
ausschweifen, ich möchte nur, dass alle Eltern mal über sich und ihr Kind, im
Themenbezug Pfadfinder, nachdenken. Damit wären wir schon mal einen Schritt
weiter.....


.. ..


P. S.: Wenn wir nicht gestorben
sind, warten wir auf die Auswertung des Stadtspiels noch heute!....


.. ..


Allzeit bereit,....


.. ..


Andy K.....


Sunday, December 21, 2008 

Current mood:  sick
An dieser Stelle einen wundervollen vierten Adventssonntag, den letzten seiner Art, in diesem Jahr!

Wie erwartet, versprochen usw. heute ein weiterer Teil meiner Mini Blog Serie. Der zweite von drei im Logbuch veröffentlichten Berichten, einige kennen ihn also schon.

Jetzt, wo man sich so von Veröffentlichungstag zu Veröffentlichungstag hangelt, also von Sonntag zu Mittwoch und von Mittwoch zu Sonntag muss ich wieder mal feststellenb, wie schnell die Zeit vergeht. Ähnlich wie in guten alten "Wochenrückblick-Zeiten", als die Wochen auch dahin flogen. Es gibt schlimmeres, als Zeit die vergeht, zumindest im Moment. Im Moment bin ich nämlich z.B. krank, Schnupfen, der zweite und hoffentlich letzte dieses Jahr. Wie sollte ich mich dem auch entziehen, scheint doch wirklich jeder krank zu sein.

Viel Spaß jetzt beim lesen! Ich werde mich heute mal schonen. Dann noch zwei Tag arbeiten und dann erst wieder am 05.01. im neuen Jahr.
Ich würde mich wie immer sehr über Kommentare freuen und freut euch auf meine nächste Veröffentlichung, mein Weihnachtsgeschenk sozusagen, am Mittwoch, an Heiligabend.

Viele Grüße,

ak


................

Ringrundenlager vom Fr. 28.03. bis So. 30.03.08 im Heim der
Iserlohner Pfadfinder in Iserlohn-Barendorf....


.. ..


Ja, das große, heiß angepriesene Ringrundenlager stand also
vor der Tür. Das „Versöhnungslager“, dass die Streitigkeiten und Differenzen
der Ringführung aus der Welt schaffen sollte. Oder zumindest den ersten Schritt
dahin bereiten soll. Es gab also große Erwartungen, die von dem
Organisationsteam erfüllt werden sollten.


Dazu hatten wir uns also Barendorf ausgewählt, um im Heim
der Florian Geyers ein besonderes Wochenende zu verbringen.


Der eigentlich Lagerbeginn war zwar erst am Samstag, doch
fanden sich schon am Freitag ein Paar Jungs und Mädels der Ringführung ein, um
erste Vorbereitungen zu treffen. So wurde dann schonmal das Zirkuszelt
errichtet. Dazu ist pünktlich Thorsten eingetrudelt, wodurch er ja durch seine
bloße Anwesenheit die Truppe enorm unterstützte. So war der Freitag, da schon
stark fortgeschritten, nur der Vorbereitung vorbehalten. Doch schnell
versammelten sich die Versammelten um Thorsten, um den Geschichten zu lauschen,
die er zu erzählen hatte. Und es gab wirklich einiges Neues und Wissenswertes,
was er zu berichten hatte.


Wie ich es so gerne sage und da wird mir der ein oder andere
Schreiber hier Recht geben, Thorsten musste sich erst einmal wieder einfinden.
Dies fiel ihm aber zusehends schwer, da er nach dem sich die Truppe zum
Schlafen bequemt hatte, noch eine Nachtschicht einlegte. Aber das ist eine
andere Geschichte. So gab es alles in Allem gesehen, keine besonders besonderen
Vorkommnisse. Diese sollten ja auch für den folgenden Tag aufgespart werden,
denn man hatte viel vor.         


Soweit der von Hepp verfasste Teil.


.. ..


Am darauf folgenden Samstagmorgen machte ich (Andy K.) mich
gegen 08.15 Uhr auf den Weg zum Heim der Iserlohner Pfadfinder nach Barendorf.
Dachte mir, fährst du früh genug los, aber eigentlich weißt du ja wo das ist.
Eigentlich.


Ich fahre also ganz gemütlich den mir bekannten Weg,
nebenbei, ich war das letzte Mal im Oktober 2005 da, aber egal. Fahre den Weg
rauf, bei dem Bauern über den Hof, diesen extrem matschigen Weg entlang und
stelle mir die ganze Zeit eine Frage: Wo sind die Autos der anderen? Als ich
vor dem geschlossenen Eingangstor stand, wurde meine Frage von Cecil
beantwortet, „Friedhof!“


Super, dachte ich mir, hier kennst du dich null aus und
sollst nun einen Friedhof finden. Die grobe Richtung war mir jedoch klar und so
fand ich diesen auch recht schnell. Von da aus ist es eigentlich nur ein
Katzensprung. Eigentlich.


Auf dem Parkplatz sah ich dann Toschten Heuseleins Auto,
sehr erfreulich, da ich selbigen nach dem Pfingstlager 2007 nicht mehr privat
gesehen hatte, geschweige denn in Kluft. Ich schulterte mein Gepäck und zog
los, ohne genauen Plan, aber wie ich gerne sage, ich hab ja einen Kompass im Hintern
und das stimmt auch. Also nicht metaphorisch gemeint, sondern bildlich.


Ich machte einen schönen Spaziergang, über grüne Wiesen,
durch dunkle Wälder, an Gutshäusern vorbei und über weite Felder, wo ich sogar
zwei Rehe sah.


Dieser Umweg war natürlich geplant, da es sieben Minuten vor
neun war, offizieller Eröffnungskreis.


Um 9 Uhr fand ich mich samt der Ringfahne am Lagerplatz ein,
mein Gepäck abgestellt, ein kurzes Pläuschchen mit dem Kaiser und dem
verlorenen Sohn gehalten, folgte gegen 9 Uhr der Eröffnungskreis.


.. ..


Die „Cheforganisatoren“ Martina und Pille gaben einen kurzen
Überblick über das Programm, wir sangen ein Lied und jeder bekam eine
Programmübersicht auch noch in Druckform.


An dieser Stelle muss ich ganz klar mein Missfallen zum
Ausdruck bringen. Nicht wegen Ansgars Schuhen, obwohl die auch echt gar nicht
gehen und keineswegs ringvogttauglich sind, aber nein. Ich meine, dass mir im
Eröffnungskreis, wie jedem anderen auch, bewusst und klar wurde, wie wenig doch
diesem Lager beiwohnen. Es wäre müßig, jetzt hier jeden Einzelnen aufzuzählen,
aber es fehlte eine ganze Reihe. Wenn mal alle gekommen wären, die auch auf dem
Ringrat rumlungern, hätte ich jetzt hier nichts zu beanstanden. Aber speziell
die jungen Mädchenführer, die seit Monaten auf dem Ringrat lauthals und
mehrfach nach mehr Vertrauen und freier Hand schreien. Wo waren diese Leute?
Wie soll man euch so ernst nehmen?


.. ..


Losgehen sollte es nach dem Kreis mit essen, Frühstück war
angesagt. Hier erfuhren wir, die, die erst heute Morgen dazu gestoßen waren,
aller Hand wissenswertes und unterhaltsames über den gestrigen Abend. Toschten
hatte sich wohl ein klein wenig zu sehr über seine Rückkehr auf Zeit gefreut.
Günter beschrieb das sehr schön mit, „Toschten, das ist ja Wölflingsverhalten!“
Und ja, er hatte Recht. Ich mein, er hat sowieso immer Recht, egal ob er
Unrecht hat, aber das ist eine andere, grundsätzliche Geschichte.


.. ..


Während wir so an der großen Tafel im Barendorfer Heim saßen
und unsere Mahlzeit ihr Finale hinter sich gebracht hatte, begannen wir im
Programm weiter zu machen. Jetzt wo wir so schön alle beieinander saßen.
Kurzerhand wurde aber erstmal abgeräumt. Wir starteten damit, auf Karteikarten
unsere Ideen und Wünsche für den neuen Ringvogt zu schreiben. Aber auch, was
wir denn bereit wären zu tun, um das Amt ausfüllbar zu gestalten. Diese Karten
hefteten wir gut sichtbar an eine Tür, wo sie das ganze Wochenende hingen. Bei
Amtsantritt sollte der neue Ringvogt diese Karten in einer Kiste übergeben
bekommen.


In der Einladung wurden wir gebeten, einen persönlichen
Gegenstand mitzubringen. Etwas, dass uns mit dem Ring verbindet. Ein Foto einer
Fahrt, ein altes Halstuch oder sonst etwas. Die, die etwas mitgebracht hatten,
erzählten in ein paar Sätzen ihre Geschichte dazu.


Ich zum Beispiel hatte ein Foto vom Nationalpark Plitvitzer
Seenplatte in Kroatien mit. Dieses sollte Symbol für das Sommerlager 2005 der
Jungenschaft in Kroatien sein. Mein immer noch schönstes aller Sommerlager.


.. ..


Im Laufe des Vormittags machten wir dann eine Reihe von
Spielen, die das Verständnis für Zusammenhalt schulen sollten. Ja, ich denke so
kann man das nennen. Es ging darum, ein Stück weit eins zu werden. Eine
Ringführung!


Ich will kurz auf drei Spiele als Beispiel eingehen. Bei
einem blies jeder einen Luftballon auf. Dann flogen die Löcher aus dem Käse und
los ging sie, unsere Polonäse. Der Joschi packte der Coffee, von hinten an die…
Schultern. Dabei sollte der Luftballon zwischen Brust und Vordermannrücken
eingeklemmt werden. Die Menschenschlange bewegte sich über Stock und Stein und
jeder achtete auf seinen Luftballon und den Kontakt zu seinem Vorder- und
Hintermann à
Stärkung: Zusammenhalt!


Bei einem anderen stellten wir uns acht und acht Leute
gegenüber. Die Leute der einen Seite hatten eine Karteikarte in der Hand, die
der Anderen Stift und Papier. Die mit Karte brüllten alle gleichzeitig ihrem
gegenüber den Satz von der Karte zu und dieser musste ihn aufschreiben à
Durcheinander reden bringt nichts!


Und zu guter letzte möchte ich kurz von einem Spiel berichten,
was mich im wahrsten Sinne des Wortes zu Boden warf. Eine Palette lag mittig
auf einem runden Baumstamm und war dementsprechend instabil. Wir begannen
nacheinander oder auch zu zweit auf einmal auf die Palette zu steigen und sie
auszubalancieren à
Stärkung: Team!


Die Interpretationen, hinter den Pfeilen, sind meine eigene
Meinung, diese muss nicht mit der Spielabsicht übereinstimmen.


.. ..


Am frühen Nachmittag versammelten wir uns wieder an der
großen Tafel zu einer ausgiebigen Brotzeit. Im Vorfeld wurde um Kuchenspenden
gebeten. Dies hatte aber jeder, mich mit eingeschlossen, bis auf Hepp,
erfolgreich verdrängt.


.. ..


An dieses erneut üppige und leckere Mahl schloss sich ein
Kreis an. In diesem trafen wir uns kurz um uns nach dem berühmten „eins, zwei,
drei, vier, eins, zwei…“-Prinzip in vier Gruppen aufzuteilen.


Eine dreiviertel Stunde hatten wir ab jetzt Zeit um uns auf
den bunten Abend zu späterer Stunde am Tage vorzubereiten.


.. ..


Danach sollte es vom Heim der Iserlohner weggehen.


Ein Teil allerdings blieb da, um das größte aller großen
Festessen für den Abend zu zubereiten.


Der Rest machte sich auf, eine von Julika geführte
Märchenwanderung zu bestreiten. Ich hatte mich auf die Märchenklassiker
verschiedenster Kategorien eingestellt. Grimms Hänsel und Gretel oder Günters
Nordkappfahrten. Aber nein, nichts dergleichen, es waren andere Märchen, die
ich alle in sich spannend anzuhören fand.


Julika erzählte die Märchen aber auch mit einer solchen
Inbrunst und Lebendigkeit, dass ich mir fast dachte, sie muss unbedingt beruflich
was in der Richtung machen. Aber dann kam mir sofort der beruhigende Gedanke,
sie ist ja Lehrerin.


.. ..


Die Köpfe noch voll mit den Eindrücken der Wanderung, hatten
wir alle ab jetzt Freizeit. Einige setzten sich an die Tafel um sich zu
unterhalten, andere wuselten in der Küche rum, um hier und da in die Töpfe zu
grabschen und sofort danach was auf die Finger zu bekommen.


Ich richtete meinen Schlafplatz ein.


.. ..


Es war soweit, ein großes Festessen sollte den gemütlichen
Teil einläuten. Wir hatten Rotkohl, Schnitzel, Gemüse, Klöße und das ganze
reichlich. Ich war auf jeden Fall nahe am Rand von Bauchschmerzen wegen
Überfütterung.


Eine ganze Zeit saßen wir so, aßen, erzählten und lachten,
bis wir den Tisch abräumten, um ein wenig Platz zu haben.


Ab jetzt wurde nur noch gesungen, erzählt, gesungen,
erzählt, gesungen und wisst ihr, was wir noch gemacht haben, wir haben gesungen
und erzählt.


Bis alle irgendwann nach und nach ins Bett gingen, die einen
früher, die anderen später und wieder andere gar nicht.


.. ..


Am nächsten Morgen wurde ich wegen allgemeiner Unruhe wach.
Ich dachte mir nur, Junge, du bist doch quasi gerade erst ins Bett gegangen.
Aber dem war wohl nicht so.


Ich richtete meinen Rumpf auf und versuchte zu erahnen, wie
spät es ist. Von der gefühlten Zeit sah ich mal ab und guckte auf die Uhr. 7.20
Uhr, draußen war es fast noch dunkel. Ich überlegte, ist es vielleicht erst
6.20 Uhr oder vielleicht schon 8.20 Uhr und in Iserlohn einfach etwas dunkler
als sonst wo? Musste man die Uhr jetzt eine Stunde vorstellen oder
zurückdrehen? Haben wir eigentlich Mitteleuropäische Zeit oder West Eastern
Standart Time? Fragen über Fragen! Hepp schaltete sich kurz in meine Verwirrung
ein, mit der Philosophie, „was ist eigentlich Zeit?“


Da ich dies nicht beantworten konnte oder zumindest nicht
eindeutig, ging ich einfach zum waschen.


Man muss dazu sagen, in der Nacht, die ich dort verbrachte,
sprich von Samstag 29.03. auf Sonntag 30.03., wurden die Uhren von Winter- auf
Sommerzeit gestellt. Um 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt, es wurde uns eine Stunde
„geklaut“.


Nach dem Waschen wurden wir ein letztes Mal fürstlich vom
Küchenteam des Wochenendes verwöhnt. Es gab Rührei, gebratenen Speck, Berner
Würstchen und andere Köstlichkeiten.


.. ..


Zum End des Frühstücks hin, alle saßen noch am Tisch,
starteten wir eine Feedback-Runde. Hier war jeder aufgefordert, seine
Rückmeldung an die Runde zum Wochenende zu geben. Einige gingen etwas mehr ins
Detail, andere brachten nicht mehr als ein „ich fand’s gut zu Stande!“ Egal,
wenn es denen eben so erging.


.. ..


Den Rest der Zeit nach dem Frühstück verbrachten wir mit
abbauen der Jurte (warum stand die gleich noch da?) aufräumen, putzen und so
weiter. Dies nahm wesentlich mehr Zeit in Anspruch als ich gedacht hätte.


.. ..


Gegen 12 Uhr, wenn ich mich rech erinnere, versammelten wir
uns zum Schlusskreis.


.. ..


Alles in allem fand ich es eine gelungene Veranstaltung mit
wichtigen Inhalten. Wichtig auch, dass sich die Ringrunde mal wieder bewegt
hat.


Was mich sehr enttäuscht hat, dass nicht mehr Leute an
dieser Veranstaltung teilgenommen haben, aber das hatte ich ja oben schon mal
erwähnt.


.. ..


Allzeit bereit,....


.. ..


Andy K. & Hepp





Thursday, December 18, 2008 

Current mood:  tired
Hallo zusammen,

ganz kurz zu meinem Treffen am Montag mit dem Redaktionsleiter. Es ging um was ganz anderes, vergesst es einfach.

Heute veröffentliche ich den ersten von den drei Beiträgen, die es ins Logbuch geschafft haben. Von vielen schon jetzt als absolute Perle und vermeintlich besten Artikel gehandelt.
Ich persönlich finde den auch sehr gut und ich weiß auch warum. Weil die Stimmung, die der Text vermittelt, die ich beim Ereignis und beim schreiben hatte, eine typische Andy K. Stimmung ist, die mag man oder man mag sie nicht.

Viel Spaß beim Lesen und ich freue mich wie immer auf zahlreiche Kommentare und / oder Diskussionsanregungen.


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Bundesthing vom 08.03.-09.03.08 auf der Burg Ludwigstein

 

Als Thing wurden Volks- und Gerichtsversammlungen nach dem alten germanischen Recht bezeichnet. Die deutsche Bedeutung von Thing als Sache leitet sich von der dort behandelten Rechtssache ab. Der Ort oder Platz, an dem eine solche Versammlung abgehalten wurde, heißt Thingplatz oder Thingstätte und wurde an einem etwas erhöhten Punkt angelegt.

 

Einige von euch werden sich vielleicht noch an meinem letzten Bericht vom Bundesthing 2005 im Logbuch des gleichen Jahres erinnern. Wenn nicht, suchen, lesen und mit diesem hier vergleichen.

Ich habe nämlich den Bundesthing unweigerlich auch verglichen, genauso wie man Beziehungen mit früheren Beziehungen vergleicht.

Sollte man das tun oder nicht, das ist eine andere Frage, aber ich habe verglichen und ich bin zu einem Ergebnis gekommen und das fiel nicht unbedingt positiv aus, aber lest selbst.

 

Ich beginne mal beim Märzringrat zwei Tage vor eigentlichem Start des Bundesthings. Hier hielten wir fest, wer mitfährt und wann wir fahren würden. Wir besprachen auch, dass Gurke und Hepp auf dem Bundesthing in der Küche helfen sollten, da sie einen der „niederen" Dienstgrade bekleiden.

Ganz nebenbei wurde aber auch noch über ein Thema abgestimmt, was später für hitzige Diskussionen und erregte Gemüter sorgen sollte. Kara, Stammesfürst der Thebäischen Legion, wohnhaft in Beckum, sollte von der Lagermannschaft auf dem Weg zum Thing zu Hause abgeholt werden. Gut, uns war recht schnell klar, dass das nicht auf dem Weg liegen würde, aber er fährt immer umsonst, ohne Erhalt von Spritgeld, nach Hemer, also warum nicht mal diesen Umweg in Kauf nehmen. Gesagt, getan! Fast.

 

Samstag, 08. März, 9 Uhr Treffen am Steinbruch. Wo ist eigentlich Kara? Diese Frage schienen sich die mitfahrenden Mitglieder der höchsten Ringführung offenbar zu stellen, denn es schien sich keiner daran erinnern zu können, dass wir schon zwei Tage vorher vereinbart hatten, ihn abzuholen.

Wir trafen uns wie gesagt am Steinbruch, fuhren mit dem Bulli der Autobrüder Bornfelder, den ich bestens kenne und Martinas Auto. Nach langer Reise machten wir einen ersten Zwischenstopp, am LIDL in Hemer. Hier kauften einige von uns ein Mittagessen für die Zeit zwischen unserer Ankunft und Beginn des Bundesthings.

Andere diskutierten auf das Heftigste mit Kara via Handy. Klar war der Mann verwirrt, er hatte gepackt, war sich sicher wir holen ihn ab und hatte wahrscheinlich auch schon 14 Tage Kluft an. Ich finde er war im Recht. Gut, andere sahen das nicht so und diese Anderen stritten gerade mit ihm.

Klugscheißer der ich nun mal bin, möchte ich hier an dieser Stelle einen kurzen Auszug anführen, an beide Seiten gerichtet:

Ein Kompromiss ist die Lösung eines Konfliktes, basierend auf gegenseitiger, freiwilliger Übereinkunft, z. B. durch Einsicht respektive Verzicht beider Seiten auf einige der gestellten Forderungen, um Gegensätze oder Interessenkonflikte auszugleichen.

Jetzt wird sich der ein oder andere fragen, berechtigt, warum ich da nicht eingegriffen habe. Das habe ich mich auch gefragt und bin zu der Antwort gekommen, dass es mir in dem Moment ziemlich egal war. So einfach wie das ist, so persönliche Gründe hatte dieses „Leck-mich-am-Arsch-Gefühl".

Nach langer Diskussion kam man dann zu der Einigung, dass man sich nicht einigt. Kara blieb zu Hause und wir machten keinen Umweg.

Gegen Mittag, ich glaube es war so gegen 13 Uhr, kamen wir an der Burg Ludwigstein an, diese liegt sieben Kilometer entfernt von Witzenhausen in Hessen. Eine schöne Jugendburg, die erhaben auf einer Höhe liegt. Wer Interesse hat, da mal hinzufahren, einfach mal die Burg Ludwigstein googeln.

Der Parkplatz war erstaunlich voll, empfand ich im Gegensatz zu meinem ersten und bis dato letzten Bundesthingbesuch 2005. Man merkte doch, was dieses Jahr wieder anstehen würde, die Wahlen der Bundesführung, alle drei Jahre wieder. Wie Hepp bei Ankunft treffend sagte, „da kommen sie alle aus ihren Löchern gekrochen."

 

Nach unserer Ankunft veranstalteten wir erstmal ein zünftiges Picknick, mit Fleischwurst, Brötchen und Wasser.

 

Um 15 Uhr dann offizielle Eröffnung des Bundesthings. Hieß für mich nichts anderes als Klappe halten und zuhören. Vielleicht kann man so einen Bundesthing mit einem großen, langen Ringrat vergleichen.

Ich jedenfalls stellte mir zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal die konkrete Frage, was mache ich eigentlich hier?

Mir war von vorneherein klar, dass ich kein Stimmrecht habe, für das Highlight dieses Things, die Wahl, aber ich dachte so ein wenig als Informationsveranstaltung könnte ich dieses Treffen nutzen, aber auch das erwies sich als Fatahmorgana.

Ich will nicht auf jeden Punkt eingehen, aber während des Rates insgesamt stießen mir die beiden Themen, „brauchen wir Schulterklappen" und „wie schließen bzw. eröffnen wir einen Kreis", besonders auf.

Natürlich hielt ich mich vornehm zurück, dachte mir aber und das denke ich auch heute noch, habt ihr keine anderen Probleme? Wenn nicht, feiert jeden Tag, als gäbe es kein Morgen!

 

Nach gut zwei Stunden Versammlung fand dann die Wahl zur Bundesführung statt. Die beiden Kandidaten für das Amt des Bundesvogtes stellten sich vor, Osswald, einige kennen ihn wohl noch unter ossi und Veilchen.

Beide kannte ich allenfalls vom sehen her und ich will es an dieser Stelle auch kurz machen. Veilchen, ehemaliger Gauvogt des Gaus Franken, Mitte dreißig wenn ich mich nicht täusche, gewinnt die Wahl zum Bundesvogt mit 47 zu fünf Stimmen, bei einer Enthaltung. Ihr werdet sicher spätestens auf dem nächsten Bundeslager 2009 im Rheinland mit ihm in Berührung kommen.

 

Nach dieser Wahl übernahm er die Leitung des Things und kündigte den weiteren Verlauf an.

Es ging weiter mit Arbeitsgruppen. Auch dieser Programmpunkt war mir fremd, da man den nach 2005 eingeführt haben muss.

Es wurden drei verschiedene Arbeitskreise angeboten. „Mehrstimmiges Singen", „Theater" unter der Leitung von Sascha aus Iserlohn und „Fahrten und Lager" unter der Leitung von Atriju (ich hoffe mal, dass man das so schreibt) und Bundesjungenführer Holger.

Die mitfahrenden Führer der Jungenschaft nahmen im großen Kollektiv an „Fahrten und Lager" teil, ich also auch.

Die beiden Gruppenleiter begannen damit, zu fragen, wer denn, wie auf der Einladung zum Thing gewünscht, ein Foto oder ein sonstiges Andenken an eine Fahrt und / oder ein Lager mitgebracht hat. Da ich, wie ein Großteil der Gruppenteilnehmer, diese Passage wohl überlesen haben muss, hatte ich nichts mit.

Nach und nach trauten sich dann doch einige wenige, ihre mitgebrachten Fotos zu zeigen und ihre Geschichte dazu zu erzählen. Unser damaliger Ringvogt-Kandidat Pille hatte auch ein Bild mitgebracht. Ein Foto, stümperhaft aus einem Fotoalbum rausgerissen, wie man hintendrauf sah, von seinem ersten Lager. Er reichte es rum und beim betrachten des kleinen Pille vor gefühlten 50 Jahren blieb kein Auge trocken. Ich glaube ja bis heute nicht, dass sich die Leute früher einmal so angezogen haben, aber gut, es gibt vieles was ich nicht glaube.

Nach dieser „Fotorunde" legte Holger zwei Flipcharts (große Papierblätter) auf den Boden. In der Mitte des einen stand „Fahrt" und in der Mitte des anderen „Lager". Mit Wachsmalstiften sollte jeder einen Kommentar, einen Gedanken, eine Frage oder ähnliches auf das entsprechende Papier schreiben.

Eine ganze Zeit wuselten alle herum und schrieben und lasen und schrieben und lasen und… ich überlegte ernsthaft, ob ich einen solchen Wachsmaler anknabbern sollte.

Das knuffige an der Sache war, dass über das geschriebene nicht mehr gesprochen werden sollte, stattdessen startete quasi von selbst eine Diskussion, Fahrt oder Lager? Ich habe es bisher für nicht nötig erachtet, mir Gedanken über die Unterschiede zu machen, weil ich eher denke, einfach machen. Aber diese Einstellung meinerseits sollte nicht zum letzten Mal mit der des Gro konkurrieren.

Was ich ganz erstaunlich fand, wo andere Gruppen so im Sommer hinfahren. Einer erzählte, sie wären mit dem Flugzeug nach Moskau geflogen, dann vier Tage mit dem Zug gefahren und anschließend am und um den Baikalsee gewandert. Nicht schlecht und das mein ich ernst. Im Nachhinein stellen sich mir nur die Fragen, was kostet bei denen eine Sommerfahrt und wie lang ist so was?

 

Nach ca. zwei Stunden Arbeitskreis schlossen wir das Thema. Nun war ein bisschen Pause, bis Veilchen zum Einfinden im Burghof gebeten hatte.

Aber auch dieses kleine Päuschen verging und so trafen wir uns mit Fackeln und Fahnen. Es wurde angekündigt, dass wir den Burgberg runter, im Schweigemarsch zum Thingplatz gehen würden.

Hier entzündeten die Fackeln das Feuer und Veilchen hielt eine Antrittsrede. Diese hatte er sich natürlich, gewitzt wie der Lehrer eines Gymnasiums nun mal ist, aus dem Ärmel geschüttelt. Schließlich konnte er ja nicht wissen, dass er gewinnen würde und deswegen bin ich, entgegen anders lautender Meinung, der Ansicht, dass er sich während dieser Rede nur ein Stück Papier vor das Gesicht gehalten hat, um sich gegen Funkenflug zu schützen. Ein schlaues Kerlchen.

Er trat näher an das Feuer ran, legte sein Versprechen vor selbigem ab und bestätigte sich. Klar, wer soll das auch sonst machen, wenn nicht er selbst? Es vereidigt ja auch niemand den Papst, oder?

 

Im Schweigemarsch auch wieder den Berg rauf, zurück, zum anschließenden, großen Bundesmahl. Aufgrund der großen Teilnehmerzahl, 90 waren angemeldet, 130 waren gekommen, gab es zum ersten Mal das Bundesmahl in Buffetform. Wie immer von den Iserlohnern vorbereitet, mit tatkräftiger Unterstützung von Gurke und Hepp. Also ich nehme mal an, dass sie da mitgemacht haben, ich hab sie zwischendurch zumindest eine ganze Zeit lang nicht gesehen. Oder sie haben sich zurückgezogen, um intensiv und ungestört Kara Gedenken zu können. Wir werden es wohl nie erfahren.

Der Umfang des Festessens war wie immer üppig. Mehrere Sorten Fleisch, Brot, Wurst, Käse, Wein, Salate und vieles mehr.

Anschließend wurde an vielen Orten auf der Burg gesungen, getanzt und gelacht. Man feierte! Was feierte man? Sich selbst! Muss auch mal sein, bin ich der Ansicht.

Aus eingangs schon mal erläuterten, persönlichen Gründen, ging ich als erster ins Bett. Ich versuchte vorher noch zu duschen, aber bei gefühlten vier Grad Celsius Wassertemperatur verwarf ich den Gedanken. Ja, nennt mich ruhig Warmduscher, da stehe ich zu.

 

Die Nacht war wohl gar nicht so uninteressant. Da ich sehr müde war, habe ich tief und fest geschlafen, nicht unbedingt erholsam, aber ich habe geschlafen. Kurzum, ich habe nichts mitbekommen, außer das mir sehr warm war. Man muss dazu sagen, wir haben zu zehnt in einem Achtbettzimmer geschlafen.

Sajoscha muss in der Nacht sehr schlecht geworden sein. Sicher hatte er zuviel gegessen oder das falsche. So sah ich am nächsten Morgen und ließ es mir auch erzählen, dass Joschi sich dass ein ums andere Mal übergeben musste. Leider geschah dies sehr ungünstig, so dass auch andere etwas davon hatten. Ich zum Glück nicht, denn ich habe weit genug weg geschlafen.

 

Den Morgenkreis verpasste ein Großteil unserer Zimmerbesatzung, mich mit eingeschlossen. Dafür gibt es einen plausiblen Grund. Als Pimpf war ich darauf getrimmt worden, so lange die Klappe zu halten und liegen zu bleiben, bis das offizielle Wecksignal kommt. Ich lag schon seit Stunden wach im Schlafsack, wartete und wartete, aber nichts. Ich summte es immer wieder vor mich hin, als wollte ich es herbei beschwören, „wachet auf, wachet auf, es krähte der Hahn…!" Wer kennt das nicht? Jahrelang auf Platz eins in den DPB Charts. Ein Ritual, dass ich seit meinem ersten Sommerlager, Alfstedt 1995, untrennbar mit der Pfadfinderei verbinde.

Es dämmerte also von fern über Hügel der Morgen, aber durch das Lager ging kein Weckruf.

Weil ich ziemlich pinkeln musste, mich aber wie gesagt nicht traute aufzustehen, stand ich irgendwann vor der Wahl. Pinkelst du in den Schlafsack oder fängst du dir eine Serie von Flüchen ein. Ich entschied mich für letzteres und so klang es in meinem Kopf auf dem Weg zum Klo, „Saftsack, Ziegenarsch, Pferdedieb, Hühnerschänder!"

Anschließend angezogen nutzte ich die Gunst der Stunde und ging nicht über Los, sondern direkt zum Frühstück. Dies hatte den Vorteil, dass der Großteil der 130 Leute noch beim Morgenkreis war.

An dieser Stelle der Hinweis: Macht dies auf euern Lagern und Fahrten nicht nach! Verpasst niemals einen Morgenkreis! Verpasst am besten gar keinen Kreis!

War mir schon wichtig, dass gesagt zu haben. Schließlich muss ich in jedem Bericht ja auch einen gewissen Bildungsauftrag erfüllen.

Das Frühstück an sich ist dort immer sehr gut, quantitativ wie qualitativ. Wir stärkten uns reichlich. Frei nach dem Motto meiner Mutter, „iss Junge, wer weiß wann es das nächste Mal was gibt!" Zumindest wusste ich, dass es zu Mittag nichts geben würde.

 

Nach dem Frühstück ging der Bundesthing weiter, heute natürlich unter der ganzheitlichen Leitung von Veilchen. Neben diversen anderen Themen, für mich niederer Bedeutung, fand ich einen Hinweis von Veilchen noch recht gut.

Die Auswertung der Stimmzettel vom Vortag spiegelte entweder die allgemeine Verunsicherung oder die allgemeine Dummheit der Wahlberechtigten wieder. Ich tippe mal auf ersteres.

Der Bundesvogt stellte klar, wie man seinen Namen schreibt. VEILCHEN!

Und nicht Pfeilchen, Feilchen, Veillchen, Vailchen oder sonst wie. Somit hatte auch er seinen Bildungsauftrag erfüllt.

 

An den Bundesthing, der in etwa weitere zwei Stunden des Vormittags in Anspruch nahm, schloss sich der Bundesjungenrat an. Hier lud uns Bundesjungenführer Holger zu einem Kreis ein. Er berichtete, von anstehenden Lagern des Jungenbundes und z. B. über Fahrtenzuschüsse dorthin.

Hier wurde ich dann endgültig verwirrt. Ich weiß nicht mehr genau, von was für einem Lager er sprach, aber er sagte, „ich überlege noch, zwischen zwei Lagerthemen. Ich würde zum einen gerne mit euch über Horten nachdenken und zum anderen gerne über Verzicht nachdenken. Ich kann mich aber nicht entscheiden!"

Da wurde mir klar, Andreas, das ist nicht das was du willst. Du willst nicht quer durch Deutschland fahren um dann über etwas nachzudenken.

Nachdenken tue ich jeden Tag mindestens acht Stunden auf der Arbeit. Da möchte ich mich am Wochenende auch mal berieseln lassen und abschalten. Und da dieses Lager mit Holger über keine Berieselungsanlage verfügt, werde ich nicht daran teilnehmen, so wie auch an allen anderen Lagern, auf Bundesebene, die so strukturiert sind, dass man redet, redet, redet… Da mache ich lieber eine dreistündige Wanderung, während da „nachgedacht" wird. Aber das ist meine Meinung.

 

Bei besagtem Bundesjungenrat kam die Frage auf, wo ist eigentlich Joschi? Und auch Coffee war wohl nicht aufzufinden. Wie wir im Anschluss feststellten, hatten sich die beiden zu einer regenerativen Ruhepause in den Bulli zurückgezogen. Keine Besserung des Magenkraken in Sicht. Dieser kaputte soll uns nach Hause fahren? In Gedanken sah ich meine Angehörigen mein Grab bepflanzen.

 

Als letzten großen Programmpunkt konnte man den Bundesrat ansehen. Wenn ich mich recht entsinne tagt hier die reine Bundesführung, auf jeden Fall fand das ganze unter Ausschluss des gemeinen Pöbels statt.

Während wir so vor der Burg warteten und rauchten, also nicht wir direkt, sondern die Zigaretten einiger, passierte dann etwas interessantes, allerdings einzig und allein für mich. Jemand sprach mich an. Gut, kann ja mal passieren.

Ich erkannte ihn erst überhaupt nicht, bis er mir dann verriet, wer er war und woher wir uns „kennen". Auf meinen Speerjungen- und Knappenlagern, Ostern 2000 und Silvester 2000/2001 war er in meiner Lagerhorte und dort mein bester Kumpel. Er hatte sich äußerlich aber wirklich stark verändert, ich bin ja jetzt nicht so ein Fan von Dreadlocks. Ich glaube er ist aus der Jungenschaft Hohenstauffen.

Nach einem kurzen Smalltalk ging dann aber auch wieder jeder seiner Wege.

 

Während wir darauf warteten, dass der Bundesrat zu Ende ging, spielten wir, Gurke, Hepp und ich, eine Runde „Mensch-ärgere-dich-nicht" für Grobmotoriker. Soll heißen, jede Spielfigur war etwa 30 cm groß.

Unmittelbar daran schloss sich, gegen 12 Uhr, der Schlusskreis an. Kollektives Verabschieden und dann zum traditionellen Eis essen mit den Remscheidern ins Dorf…

Wie ich bei Abfahrt im Bulli feststellen musste, wurde dieser Programmpunkt gestrichen. Dabei hatte ich mich so gefreut, ooooohhhh.

Der Bulli wurde zu unser aller Sicherheit von Guido zurückgelenkt.

 

Etwa zwei Stunden später kamen wir am Steinbruch an, heile, Guido sei Dank.

Hier geschah es dann, ich persönlich bekam es gar nicht mit, dass Coffee sich beim aussteigen am Steinbruch auch übergeben musste. Eindeutig was Falsches gegessen, die Bande.

Wie ich später erfuhr war sie daraufhin eine Woche krankgeschrieben.

 

Alles in allem, war meine Teilnahme an diesem Wochenende überflüssig. Sowohl für mich, als auch für den Thing. Hierzu ergänzend die Tatsache, dass der Bundesthing, eine Bundesveranstaltung, ein Treffen der Redner und Nachdenker ist. In dieser Intensivität habe ich darauf keine Lust, deswegen wird dies mein letzter Besuch eines Bundesthings in meinem Leben gewesen sein.

 

Allzeit bereit,

 

Andy K.


Sunday, December 14, 2008 

Current mood:  vibrant
Hallo und einen schönen dritten Adventssonntag wünsche ich,

ich habe soeben, alle Geschenke zusammen bekommen. Bis auf eins, das kaufe ich heute Nachmittag. Hat man das auch wieder geschafft, alle Jahre wieder.

Ganz kurz zum Blog, die Darstellung hier im MySpace nervt mich ein wenig, wie ihr vielleicht mitbekommen habt, aber ich werde auch heute wieder auf ein Neues versuchen, es schön aussehen zu lassen.
Ansonsten gibt es nur zu berichten, dass der Redaktionsleiter des Logbuchs, am Donnerstag um ein Treffen mit mir bat. Dieses findet am morgigen Montagabend statt.

Dann wünsche ich wieder viel Vergnügen beim lesen, wobei ich zugeben muss, der folgende Bericht ist kein Highlight, weil das Thema einfach auch nichts hergibt. Dafür wirds am Mittwoch umso spannender, also, bis dahin!

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Karnevalsfeier des Ringes,
am Fr. 01.02.08 in der neuen Hütte im Steinbruch

Bereits auf dem Jungenschaftsrat Ende November 2007 war von Olaf die Idee in die Runde geworfen worden, mal wieder eine Karnevalsfeier im Steinbruch zu machen. Für Jung und Alt stellte er sich ein buntes, närrisches Treiben vor.  
Ich selber kann mich noch an die Letzte erinnern. Jahre ist es her und ich war auch noch um einiges jünger. Vermutlich war ich damals, wie jedes Jahr meiner Kindheit eigentlich, als Cowboy verkleidet, aber das nur am Rande.
Auf dem Ringrat im Januar 2008 hat unser Jungenschaftsführer das Thema dann der Ringrunde noch einmal vorgetragen, worauf die Reaktionen ein wenig dünn waren. Kurzerhand wurde dann aber von Olaf ein Festausschuss einberufen und wir fanden auch in der Ringrunde einen Termin.

Vorbereitungstreffen des Festausschusses, bestehend aus Olaf, Andrea, Joschi, Coffi und mir war am Sonntag, 20.01.08 bei Olaf zu Hause. Hier saßen nun also die kreativen Köpfe zusammen, Rauch hing über dem Wohnzimmer.
Wir erarbeiteten in anderthalb Stunden etwa 25 Spielideen, organisierten Verpflegung, Dekoration und Musik. Wir verteilten Aufgaben, verteilten Spiele, wo schließlich jeder von uns eine handvoll betreuen sollte und schrieben einen Einkaufszettel.
Bis wir zum Schluss an einer Frage fast verzweifelten, welches Kostüm? Schnell waren wir uns einige, dass wir vom Organisationsteam einheitlich verkleidet sein sollten. Die Kostümpflicht hatte auch von uns schließlich oberste Beachtung zu finden.
Schweigen, grübeln, seufzen, schweigen.
Solange, bis Joschi ganz selbstverständlich sagte, wir gehen als Kühe, ich hab da von der Feuerwehr noch ein Kostüm, in zwanzigfacher Ausführung. Auf unsere Frage hin, warum er das denn nicht gleich gesagt habe, grinste der Sack nur.

Die Stunde des Ereignisses rückte näher. Donnerstag, 31.01.08 trafen Joschi, Olaf und ich uns zu vorgerückter Stunde, um den großen Raum in der neuen Hütte herzurichten. Wir fegten, hängten Girlanden und Luftschlangen auf, bauten ein Feuer auf usw. Coffi und Andrea waren hier und heute ausnahmsweise entschuldigt, da Weiberfastnacht war.

Jetzt aber, der Tag war endgültig gekommen. Würde überhaupt jemand kommen? Würden unsere Spielideen ankommen? Fragen über Fragen, die wir uns stellten, auf die wir aber sehr bald eine befriedigende Antwort finden sollten.
Gegen 15 Uhr am Nachmittag trafen wir vom Organisationskomitee im Steinbruch ein. Einiges hatten wir ja am Tag zuvor schon zu dritt geschafft, aber jetzt verteilten wir die geschätzten 50 kg Süßigkeiten auf dem Tisch, Olaf rührte einen 20 l Saftmix an und ich heizte den Raum schon mal vor.
Nur noch wenige Minuten. Wir fühlten uns wie Veranstalter einer Party, alles war vorbereitet und nun warteten wir auf die Gäste. Alles war vorbereitet? Nein, nicht ganz! Wir warteten auf unsere Kostüme und auf Strom, wir warteten auf Joschi.
Die ersten Gäste trafen ein, bunt und einfallsreich kostümiert. Kurz darauf trafen auch unsere Kostüme und der Strom ein.

Olaf begrüßte um kurz nach vier am Nachmittag die Gäste, Jungen und Mädchen unseres Ringes, sowie Teile der Ringführung. Es waren insgesamt zu Spitzenzeiten 40 Gäste da, im Alter von 7 bis 37.
Wir begannen sofort mit einigen Spielen, Teebeutelweitwurf, Wursttanz und viele andere. Als Belohnung verteilten wir immer mehr Süßigkeiten, an die erfolgreichen Teilnehmer. Neben der süßen Verpflegung, die sowieso für alle da war, natürlich.
Zwischendurch immer wieder Polonaise, Tanz und Unterhaltung, für diese sorgte Joschi mit Karnevals- und guter Laune Musik.
Wir streuten immer wieder Spiele ein, Reise nach Jerusalem, Mehlkopf und Zeitungstanz z. B. Gurke zeigte sich hier als wahrer Pantomime Fanatiker.
Eine Polonaise jagte die nächste und als Olaf die Pimpfe dazu aufrief, sich mit den Süßigkeiten vom großen Tisch die Taschen für zu Hause voll zu machen, gab es kein halten mehr.
Auch das Saftgetränk, dass er angerührt hatte, wäre für jeden Diabetiker tödlich gewesen.
Das ganze gipfelte in folgender Szene, die ich durch Zufall beobachtete. Geht eins von den kleineren Mädels, aber auch nicht mehr so klein, mit verheultem Gesicht an mir vorbei. Ein anderes fragt sie, „was ist mit dir?" Sagt sie, mit weinerlicher Stimme, „ich hab' gebrochen!"
Die Idee, dass das an dem rauschartigen Konsum zu vieler Süßigkeiten liegen könnte, habe ich ganz schnell wieder verworfen.

Den Höhepunkt bildete, die Prämierung des besten Kostüms. Unter    den von der Jury (dem Orga-Team, den Kühen quasi) gewählten Top Fünf waren folgende dabei:
Platz 5: Ramona E. als Froschkönig, bekam Süßigkeiten.
Platz 4: Nicoline E. als alte Oma / alter Opa, bekam auch          Süßigkeiten.
Platz 3: Lars H. als Biene Maja, bekam einen Taschenwärmer der Firma Radix.
Platz 2: David H. als Putzfrau, bekam ein Bundeswehressbesteck der Firma Radix und
Platz 1: als bestes Kostüm vergaben wir eine Trinkflache der Firma Radix an Leonie, die kleine Zauberin / Hexe.

Ich hoffe ich konnte das so wahrheitsgemäß wiedergeben. Wenn dies aufgrund der vergangenen Zeit nicht der Fall sein sollte, verzeiht mir bitte.

Draußen kümmerte sich Joschi um das befeuern eines Grills, den wir wegen der Jahreszeit ohne Holzkohle betreiben mussten. Es sollte als eine Art Abschlussessen und als Ausgleich zum Süßkram gegrillte Mettwürstchen mit Toastbrot und Ketchup bzw. Senf geben.
Nach dem Verzehr dieser waren die meisten der Pimpfe so oder so schon irgendwie verschwunden, ohne ein Wort zu sagen. Nicht, dass das wichtig wäre oder so. Es geht hier ja nur um die Aufsichtspflicht Schutzbefohlener, aber sonst ist das in Ordnung. Die Richter drücken da meistens beide Augen zu.

Um kurz nach acht am Abend beendeten wir Kühe dann die Feier inoffiziell. Es waren ohnehin nur noch eine handvoll Jecken, die munter zur Musik im großen Raum ihre Bahnen zogen.

Abbauen ging wie immer erfahrungsgemäß schneller als aufbauen und so trat ich erschöpft um 20.50 Uhr meinen Heimweg an.

Zusammenfassend muss ich sagen, es war in Ordnung. Dafür, dass diese Veranstaltung nach so langer Zeit, heute quasi Wiedergeburt erlebte, waren wir zufrieden. Speziell die Teilnehmerzahl mit 40 Personen überstieg unsere Erwartungen dann doch.
Was das Unterhaltungsprogramm angeht, die Spielideen usw. kann man an der ein oder anderen Stelle im nächsten Jahr sicher noch was anders machen.
Eine Veranstaltung, die wieder einen festen Platz im Terminkalender des Ringes finden soll, muss und wird. Darüber waren sich Olaf, ich und viele der Gäste einig.

Danke für eure zahlreiche Teilnahme, Jungs und Mädels!

 

 

Allzeit bereit,

 

Andy K.

Wednesday, December 10, 2008 

Current mood:  working


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Guten Abend,



wie angekündigt heute der zweite von sieben Teilen meiner Blog Serie. Ich lasse
die Community nicht im Stich und die treuen Freunde der von mir verfassten
Literatur schonmal gar nicht.

Ich bedanke mich für die bisherige Resonanz.Viel Spaß weiterhin!


P.S.: Für diese außergewöhnliche Textdarstellung ist nur MySpace verantwortlich. Wer Interesse hat, kann jeden Bericht, nach MySpace Veröffentlichung auch per E-Mail als Word Dokument haben.

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.. ..


Knappen- & Späherlager....


vom 26.01.-27.01.08 in Hamm....


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Neues Jahr neues Glück, oder so
ähnlich, dachte sich auch unser Knappenmeister Kara. Dieser hatte bereits auf
dem Jungenschaftsrat Ende November 2007 die Einladungen für das erste Knappen-
und Späherlager des Jahres 2008 verteilt. Für den von ihm festgelegten
Anmeldeschluss interessierte sich, wie immer, aber so recht niemand. Ich habe
fast die Befürchtung, dass sich das niemals ändern wird. Wie dem auch sei, der
Termin stand, das Programm auch, wir sollten Karas Ruf folgen.


.. ..


Mein Navigator Hepp und ich
frühstückten am Morgen des 26.01. erst einmal ausgiebig in einem amerikanischen
Delikatessen-restaurant in Iserlohn, dessen Namen ich hier aus werberechtlichen
Gründen nicht nennen darf. Wir fuhren dann von Mc Donalds zum Lagerplatz, nach
Hamm Bockum Hövel, zu dem evangelischen Gemeindehaus, wo die Thebäische Legion
u. a. ihre Heimabende durchführt. Hier sollten die Knappen- und Späher und
natürlich die Anwärter ein paar gemeinsame Stunden verbringen.


Pünktlich um 9 Uhr trafen wir
dort ein und in etwa um diese Zeit eröffnete Knappenmeister Kara das Lager. In
diesem Zuge umriss er auch kurz das Programm.


.. ..


Nach dem Eröffnungskreis sollten
wir in Zweiergruppen einen von ihm vorbereiteten Lauf durch Hövel machen, mit
Kompass und Karte. Am Nachmittag, gegen 16 Uhr sollten wir dann das Highlight
des Lagers erleben und genießen können. Unser Besuch in der Kletterhalle „Big
Wall“ in Ahlen.


.. ..


Nach dem Eröffnungskreis gingen
wir zur Vorbereitung des Laufes erst noch einmal in die Heimabendräume. Kara
verteilte Wasserflaschen, Kompanten, und Karten. Er zeichnete erste Hilfspunkte
auf den Karten ein, damit wir mit Hilfe des Kompass den ersten Punkt ausfindig
machen konnten. Meine Kenntnisse im Puncto Kompass und Karte waren stark
eingerostet musste ich feststellen, dennoch schafften wir es dann, nach
reiflicher Überlegung und Karas Hilfe, die erste Station richtig in der Karte
einzuzeichnen. Wir setzten uns in Bewegung, um den Marsch, der laut Kara zwei
bis drei Stunden dauern sollte, anzupacken.


Den ersten Posten bildete Hamm.
Hier war es für die Zweiergruppen Aufgabe, eine Kothe aufzubauen. Geschafft,
von Hamm weitere Daten zur Anpeilung des zweiten Punktes bekommen, war ich, was
Kompass und Karte betrifft, wieder voll da.


Die zweite Station machte Kara.
Er bat uns so viele Knoten zu machen wie wir könnten und die zehn
Pfadfindergesetze einmal zu nennen und zu erläutern. Auch hier waren die
Kenntnisse meiner Gruppe nicht die umfangreichste. Als wir zu dritt in unserer
Kluft auf dem Bürgersteig standen, ich Knoten machte, Kara und Chamäleon (mein
Gruppenpartner, der kurz nach dem Lauf das Lager verließ, wenn ich mich recht
entsinne) mir zusahen, kam eine Frau auf uns zu. Als Pfadfinder durch unsere
Kluft enttarnt, waren wir ihr hilflos ausgeliefert. Sie fragte, ob wir
Pfadfinder von hier seien. Was wir bejahten. Sie fragte, ob wir uns noch an
den  „xyz“ erinnern würden, ihren Sohn.
Kara fragte, „von wann soll der denn sein?“ Gute Frage, sie meinte, der wäre
mit auf einem Pfingstlager gewesen, 2003, wo es so arschkalt war. Sagte ich,
„2003 war Pfingstlager in Berlin, da war es alles andere als kalt!“ Nach ein
bisschen hin und her, weiteren Fehlinformationen, Behauptungen und Vermutungen,
dieser äußerst nervigen Frau, sind wir dann dazu gekommen, dass ihr Sohn
Pfingsten 2001 in der Eifel mit war. Nach dem Lager saß ihr „kleines Küken“,
wie sie sagte in der Badewanne, war nur am Zittern und am Heulen. Er fluchte,
in der Badewanne sitzend, „da gehe ich nie wieder hin, da gab’s nix zu essen,
alles scheiße!“


Und jetzt kommt der Hammer, nicht
nur, dass diese Frau nicht gehen wollte, sie quälte uns weiter und trieb es bis
auf die Spitze.


Während ihr missratenes Küken
also in der Badewanne sitzt und rumjammert, ich zitiere wörtlich die Mutter
„habe ich also nichts besseres zu tun, als ihm die Pickel auszudrücken!“


Nachdem ich mich kurz in eine
Hecke übergeben hatte, verteidigte sie ihren Sohn, er sei aber kein Weichei.
Dagegen schmetterte Kara ihr ins Gesicht, dass er das ganz offensichtlich doch
sei. Dumm guckend zog sie ab. Sauber Kara, so wollen wir dich sehen.


Und jetzt will ich dir noch kurz
was sagen, falls du das hier je liest, du kleiner Hosenscheißer, wir alle waren
auf diesem Lager und wir alle haben es überlebt, die Erfahrung gemacht und sind
dabei geblieben.


Kara markierte uns dann noch zwei
Punkte in der Karte, so dass ich mit Hilfe des Kompass, die nächste Station
bestimmen konnte. Außerdem meinte er, der Satz „an den Ufern liegt der Schatz“
würde uns weiterhelfen. Es gäbe dort eine Art Briefversteck für alle Gruppen.


Ich dachte mir nur, wieder zu
viel Fernsehen geguckt der Mann. Rasch zogen wir weiter.


Wie sich herausstellte, war der
nächste Punkt eine Art Ententeich. Mir war sofort klar, was Karas Satz uns
sagen wollte. Doch es kam anders. An dem Teich angelangt, wollten Chamäleon und
ich gerade beginnen, ihn einmal zu umrunden, als ich etwas ins Auge fasste. Ein
kleiner Junge und ein kleines Mädchen. Der Junge hatte in einer Hand ein blaues
Holzschild, auf dem DPB stand und in der anderen eine weitere Karte, so wie
Kara sie an uns verteilt hatte. Er hatte das Schild offenbar aus dem Ententeich
gefischt. Ich hörte, wie er zu dem Mädchen sagte, „was soll das bedeuten?“ und
einen sehr kritischen Gesichtsausdruck machte. Ich ging auf ihn zu und bat ihn,
mir das doch bitte wiederzugeben, was er da in der Hand hatte. Guckt er mich
fragend an, hielt die Karte hoch und fragte „aber was soll das bedeuten?“
Dieser kleine Schatzjäger für Arme dachte wohl, den Fund seines Lebens gemacht
zu haben. Eine alte Schatzkarte, der Weg zu einem uralten Goldschatz… befestigt
an einem blauen Holzschild.


Wir befolgten die Anweisungen auf
der Karte, peilten den letzten Punkt, den Gruppenraum bzw. den Ausgangspunkt
an.


Nach einem kurzen Blick auf die
Karte fragte mich Chamäleon, „und jetzt wieder zurück zum Gruppenraum?“ „Ja,
sagte ich!“ Sagt er, „das doch einfach, den Weg kenn ich auswendig!“


Nachdem ich zehn Minuten
gutgläubig hinter ihm hergelaufen bin, bleibt er stehen und meint im ernst
„hier bin ich aber noch nie gewesen!“ Ich sag, „Junge, das kann doch nicht dein
Ernst sein?“ Ich übernahm also wieder die Karte und dann ging’s zurück.


Im Gruppenraum zurück,
kollektives Warten auf die letzte Gruppe, Simon und Kevin, die sich leicht
verirrt hatten.


.. ..


Nun aber zum Spruch des Lagers,
der wiederum auch nur lustig ist, wenn man dabei war.


Kara und ein anderer spielten
Billard. Hepp schnitt einen Ring Fleischwurst auf. Der Lauf war anstrengend,
Hunger machte sich breit. Hepp bot mir auch ein Stück an. Kara dreht sich vom
Billardtisch um, guckt uns beide mit der Fleischwurst an, entsetzter
Gesichtsausdruck: „Ich dachte wir snacken zusammen?!“


Nun machte sich Verwunderung bei
uns breit. Hatte Kara gerade tatsächlich das Wort „snacken“ benutzt? Muss wohl,
denn Hepp antwortete prompt, „wieso, wir snacken doch nur schon mal vor!“


.. ..


Nach dem gemeinsamen snacken und
ein paar Runden Billard, sowie dem Preis gekrönten „Lass den Turm stehen“ (eine
Art Jenga), an dem Hepp und ich uns versuchten, machten wir uns auf zu Niklas
Bilbang.


Dieser zog heute mit seiner
Familie um. Der Lauf am Vormittag hatte nicht so viel Zeit in Anspruch
genommen, wie Kara erwartet hatte und bis zum Klettern war es auch noch ein
wenig Zeit. In dieser Zwischenzeit halfen wir beim Umzug. Wir räumten das Haus
aus und den Laster ein.


Dabei fiel mir dann auch auf,
warum die Familie Bilbang da weg ziehen wollte. Auf dem Weg vom Haus zum Laster
begegneten einem immer wieder eine Schar von Nachbarskindern, alle in etwa
zwischen dreieinhalb und sieben. Ich wurde zunächst nur leicht stutzig als mich
einer dieser Würste, nicht deutscher Abstammung, fragte, ob ich „Gangsta“ wäre.
Auf meine Gegenfrage hin, was denn das sei, rannte das Kind weg. Aber endgültig
kapiert, was mit dieser Gegend los ist, hatte ich, als sich zwei Fünfjährige
gegenseitig aus ein Meter Entfernung mit einer Soft Air abschossen.


OK, da wäre ich auch weggezogen, denn
sind Kinder nicht Spiegel ihres Elternhauses?


.. ..


Als es Zeit war zu gehen, nahmen
wir jeder noch ein kleines Geschenk der Familie Bilbang entgegen, für unsere
tatkräftige Unterstützung. Hierfür noch mal vielen Dank!


Wir fuhren erst noch einmal
zurück zum Gruppenraum der Legion um unsere Sportsachen zu schnüren, oder wie
ich zu sagen pflege, den Turnbeutel zu packen.


.. ..


In einer Autokolonne ging’s dann von
Hövel nach Ahlen, zur Kletterhalle „Big Wall“. Von außen machte es erstmal den
Eindruck eines alten Zechegeländes, was es vermutlich früher auch mal war.


Wir gingen rein und Kara klärte
drinnen erstmal die Formalitäten, während wir geduldig warteten.


Umgezogen, in leichte
Turnbekleidung geschlüpft, warteten auf uns zwölf, die Miriam und die eher
zurückhaltende Saskia. Die beiden, Kletterlehrer, vermutlich aber
hauptberufliche Studentinnen, wiesen uns ca. eine halbe Stunde lang ein. Sie
zeigten uns, wie man die Ausrüstung richtig anlegt. Wie man richtig sichert,
sowie die beiden wichtigsten Kletterknoten. Nach dieser Einweisung teilten wir
uns in Zweiergruppen auf, einer der sichert und einer der klettert, immer im
Wechsel.


Die erste Runde kletterten wir
noch unter den prüfenden Augen unserer beiden Lehrerinnen. Als diese dann die
Freigabe erteilten, bewegten wir uns durch die Halle, querbeet, wie wir gerade
lustig waren. Wir probierten alles aus, zehn Meter Wände, Überhänge, 14 Meter Strickleitern.


Einer sicherte den anderen, jeder
musste sich auf seinen Partner verlassen. Ein Vertrauen und eine gegenseitige
Verantwortung, die einigen vielleicht gar nicht so bewusst war. Eine wirklich
tolle Erfahrung.


Nach etwa einer Stunde machten sich
bei den Älteren und Schwe-reren unter uns, schon erste Ermüdungsanzeichen
breit. So fand man Björn zum Beispiel sehr bald mit einer Tasse Kaffee im
Cafeteriabereich. Konnten viele von uns und ich persönlich auch, nicht
nachvollziehen. Es war schließlich bezahlte Zeit zum Klettern, die er da absaß,
aber gut.


Gebucht waren für uns drei
Stunden, nach zweieinhalb Stunden waren aber auch Hepp und ich fertig, eins der
letzten noch wirklich aktiven Teams unserer Lagermannschaft.


Während wir uns umzogen klärte Kara
mit der Leitung der Kletterhalle die letzten Formalitäten, sowie das
finanzielle.


.. ..


Wieder zurück von Ahlen am
Gruppenraum angekommen, erwarteten uns schon die drei Nachzügler des Stammes
Widukind. Borris und Joschi, die aus beruflichen Gründen nicht eher konnten und
Gurke, der, wie man munkelt, erst jetzt kam, weil er zu feige war, mich zu
fragen, ob er bei mir mitfahren durfte.


.. ..


Zum gemeinsamen Abendessen, als
wir dann wirklich alle zusammen snackten, spendierte Kara für jeden einen halben,
gebratenen Hahn. Danach stand der Abend zur freien Gestaltung. Es wurde
gesungen, getanzt und gelacht, oder so ähnlich. Zu meiner persönlichen sehr
großen Freude, hatte Borris nicht vergessen seine Klampfe einzupacken und so
schmetterten wir bald in einem leider sehr kleineren Kreis unserer
Lagermannschaft einen Plantagenfetzer nach dem anderen. Der Rest der Gruppe,
war, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, komplett bis 23 Uhr in der Heia
verschwunden, warum, weiß der Geier.


Kara leistete uns weiterhin
Gesellschaft und auch, als wir anfingen, beliebte Hits unseres alten
Jungenschaftsführers anzustimmen, hielt er durch.


Irgendwann später in der Nacht
verklungen auch unsere Lieder.


.. ..


Aus irgendeinem Grund war am
nächsten Tag um halb acht am Morgen eine Unruhe im Schlafsaal, kaum zu glauben.
Leute, es war Sonntag, warum die Eile.


Einer machte das Licht an, ein
anderer ging waschen, wieder ein anderer fing an sein Feldbett abzubauen.
Irgendwann gab ich auf und sah ein, dass ein weiterschlummern so nichts mehr
werden würde.


Gewaschen, ging es zum Frühstück.
Hier nach fegten wir nur noch den Speise- und staubsaugten den Schlafsaal.


Um 9 Uhr rum machten wir uns auf
nach draußen, zum Schlusskreis, warum eigentlich so früh? Denn da war doch noch
was, was Joschi auch auf dem Weg nach draußen ansprach.


Auf dem Jungenschaftsrat Ende
November hatten wir mal gesagt, dass auf diesem Knappen- und Späherlager ein
paar Dinge diskutiert werden könnten. Welche Aufgaben, Rechte und Pflichten hat
ein Knappenmeister, was muss ein Knappe können, was muss ein Späher können?


Kara meinte nur zu Joschi, dass
er doch Gelegenheit gehabt habe, zu diskutieren, nur war es besonders auch
Kara, der auf dem Jungenschaftsrat anregte zu diskutieren. Mich persönlich
drängte es jetzt nicht so, diese Themen auszuwälzen, aber ich hätte
selbstverständlich mitgemacht.


So verlief diese kleine
Unterredung zwischen beiden, auf dem Weg nach draußen, ein wenig unglücklich.
Nach diesem wirklich schönen Lager musste das doch nicht sein.


Ein zweiter Punkt, an dem in Zukunft
bzw. auf einem der nächsten Knappen- und Späherlager sicher gearbeitet werden
darf, ist die Auswertung des Laufes am Samstag. Das Knoten machen, Pfadfinder
Gesetze aufsagen war sicher alles gut und schön, bleibt jedoch wirkungslos ohne
eine Auswertung oder ohne eine Folge. Es gab keinen Gewinner bei diesem Lauf,
Kara wollte den Wissensstand der Knappen- und Späher überprüfen. OK, vollkommen
legitim, aber nun? Stelle ich an dieser Stelle mal zur Debatte, hat sich aber
sicher lange vor Erscheinen dieses Artikels im Logbuch 2008 erledigt, hoffe ich
mal.


Nach dem Schlusskreis, wie
gesagt, gegen 9 Uhr, machten wir Hemeraner uns wieder auf den Heimweg.


.. ..


Alles in allem eine angenehme
Runde und eine tolle Idee von Kara, uns zum Klettern zu entführen. Kara selbst
war auch zufrieden mit dem Verlauf des Lagers, wie er mir später mitteilte.

Er ließ auch verlauten, dass dies gewiss nicht das einzige Knappen- und
Späherlager im Jahre 2008 gewesen sein sollte.

Allzeit bereit,....

Andy K.

Sunday, December 07, 2008 

Current mood:  blah
Einen wunderschönen Sonntag und einen herrlichen 2. Advent wünsche ich!

Dies ist der erste Teil einer Mini - MySpace-Blog-Serie, die besondere Ereignisse meines Pfadfinderjahres 2008 beschreibt. Ein Artikel aus 2007 ist dabei, aber der gehört zum Pfadfinderjahr 2008.
Meine Ischgl Geschichte hat ja schon sehr viele Leser unter euch erfreut und mir hier bei den beliebtesten MySpace Blogs passable Erfolge eingebracht. Dafür erstmal vielen Dank!!!

Zu der Frage, warum ich das hier mache, möchte ich ein paar Sätze sagen:
Jedes Jahr gibt es am Ende des Jahres, am ersten Dezemberwochenende, die Pfadfinderweihnachtsfeier. Diese stellt einen feierlichen Jahresabschluss dar. Am Ende dieser Feier gibt es seit Jahrzehnten ein sogenanntes Logbuch. Hierin sind Berichte von Fahrten und Lagern 2008, so wie anderer Schnick Schnack wie Jubiläen. Voraussetzung für das Erscheinen eines Berichtes ist natürlich, dass ein Teilnehmer der Veranstaltung einen solchen darüber schreibt.
Ich hab vom Pfadfinderjahr 2008 ganze acht Berichte geschrieben, die 29 DIN A4 Seiten gefüllt haben. Wohlgemerkt unbehandelt, in Zehner Schrift und ohne optische Aufbereitung durch Fotos. Es hätten also gut und gerne 35 DIN A4 Seiten werden können. Das Logbuch erscheint eigentlich in DIN A5 Format, so dass ich etwa 70 Seiten hätte füllen können, damit wäre ich in die Geschichte der Pfadfinder eingegangen, wie gesagt, eigentlich.
Schon früh wird immer um Berichte gebeten, rumgemeckert, dass keiner welche schreibt usw. Ppnktlich zum Redaktionsschluss hatte ich alle acht Berichte abgegeben. Ich dachte mir, die werden sich sicher freuen, dass ich mir soviel Mühe gegeben habe und zig Stunden Arbeit investiert habe, aber nicht war's. Bis jetzt habe ich nicht mal ein Dankeschön bekommen.

Gestern war wieder einmal Weihnachtsfeier. Erster Hammer, zum ersten Mal seit Menschengedenken hat das Logbuch DIN A4 Format und sieht dementsprechend aus. Zweiter Hammer, von meinen acht Berichten sind ganze drei erschienen. Das ist nichts anderes als eine große Frechheit, wie mir bisher jeder meiner engeren Pfadfinderbrüder bestätigte. Ich fülle also 10 DIN A4 Seiten. Dritter Hammer, man druckt z.B. lieber einen schlecht lesbaren, mit Schreibmaschine geschriebenen Bericht von 1983, als einen weiteren von mir.
Alle Berichte von mir hätten das Logbuch gesprengt, hat doch die Herstellung dieses 48 DIN A4 Seiten umfassenden Schriftstücks schon eine Unmenge an Geld verschlungen. Ich verkneife mir mal die genaue Summe zu nennen, sonst müsste hier jeder laut loslachen. Ich könne ja eine Art eigenes Logbuch rausbringen, auf meine Kosten natürlich.

Aber da hat die Redaktionsleitung die Rechnung ohne MySpace gemacht. Einen dieser acht Berichte, den neun DIN A4 Seiten umfassenden Ischgl Bericht kennt ihr ja schon. Ab heute werde ich jeden Sonntag und jeden Mittwoch einen der sieben euch noch unbekannten Berichte in chronologischer Reihenfolge herausbringen.
In erster Linie natürlich für meine Pfadfinderkollegen interessant, ist trotzdem natürlich jeder wieder herzlich eingeladen, zu lesen und zu kommentieren.

Ich freue mich, euch den ersten Bericht heute zu präsentieren!
Viel Spaß damit!

 
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Weihnachtsessen der Ringrunde,

am So. 16.12.07 in der alten Hütte im Steinbruch
....


"Ich bin wieder hier, in meinem Revier.
War nie wirklich weg, hab mich nur versteckt." Wer kennt diese Hymne von
Westernhagen nicht? Und so ähnlich muss es geklungen haben, als sich das
Weihnachtsessen dieses Jahr Anfang Dezember mit seinen beiden Kumpels, dem
Osteressen und dem Geburtstagsessen auf Fahrt begab und sich bei einer Tasse
Tee am Feuer wärmte.

Ja, das Weihnachtsessen war zurück!....


Im beiliegenden Kalender des Logbuchs 2006
stand es bereits zu diesem Datum drin. So verging das Jahr und nichts
passierte, schließlich ist Weihnachten nur einmal im Jahr und das am Ende.  

Auf dem Jungenschaftsrat Ende November 2007 hat Olaf dann das Thema noch mal
angesprochen, den Termin, der ja schon fest stand und das was er sich darunter
vorstellt. Er stellte sich ein fürstliches Buffet vor, mit mindestens vier
Gängen, Kalbsfleisch, Rehrücken, Wildschweinragout und Hirschkeule, auch Känguru
sollte nicht fehlen. Moment mal, hat er das wirklich gesagt, ich glaube ja,
weiß es aber auch nicht mehr so genau, ist ja auch schon mehr als ein Jahr her.


Wir debattierten auf dem Jungenschaftsrat über den Termin und der Veranstaltung
als solcher wurde mit großer Mehrheit zugestimmt. Wir hielten den Termin fest
und Olaf wollte den Vorschlag noch einmal dem gesamten Ring auf dem
Dezemberringrat 2007 unterbreiten. Hier erntete die Idee keine so große
Zustimmung, speziell bei der Mädchenführung, wie von uns auf dem
Jungenschaftsrat erhofft. ....


Nichts
desto trotz, der Termin stand, jeder war eingeladen und Olaf zeichnete sich
insgesamt als verantwortlicher Ausrichter. Wenige Tage vorher stellte selbiger
in der Theorie ein umfangreiches Buffet zusammen und verteilte dann nach und
nach die einzelnen Komponenten, auf die angemeldeten Teilnehmer. So kam es,
dass ich eine Vorsuppe machte, die Tomatensuppe „Gärtnerin“ aus Albrechts
Feinkostladen. Borris brachte Fladenbrot mit und Tzatziki, der es so in sich
hatte, dass er vermutlich in Deutschland verboten war und aus Nordkorea
importiert worden ist. Roland brachte Frikadellen mit, Pille einen zehn Liter
Eimer selbst gemachtes Mousse au Chocolat. Außerdem hatten wir dicke
Sauerländer, nein keine dicken aus dem Sauerland, sondern die Bockwürstchen,
Nudelsalat, Bauernsalat, Käsespieße, Brote, Schmalz und noch andere diverse
Salate. Hepp versorgte uns mit Getränken aller Art.



Pünktlich um 17 Uhr an diesem frischen Sonntag Spätnachmittag trafen wir uns in
der alten Hütte im Westiger Steinbruch. Im Nu wurde das Buffet aufgebaut. Ich
erhitzte die Vorsuppe und Olaf hielt eine kleine Eröffnungsrede. Ich zitiere
mal auszugsweise daraus, was nicht schwer ist, weil ich sie geschrieben habe:
„Ja, hallo alle zusammen. Schön, dass dann doch so viele den Weg gefunden
haben. Nach mehreren Jahren der Abstinenz ist es erfreulicherweise mal wieder
zu einem Weihnachtsessen gekommen. Mich freut das sehr.“ … „Es ist genug zu
essen da. Wir haben Salate, Brot, eine Vorsuppe, Frikadellen, Würstchen und
vieles mehr.“  … „Ich wünsche uns allen
einen schönen Abend und denkt dran, es ist alles umsonst, also zieht euch
richtig zu!“

Nach diesem magischen Satz, der seinen Ursprung im Jungenschaftssommerlager
2005 in Kroatien hat, ging es los. Es wurden knapp anderthalb Stunden gegessen,
getrunken, erzählt und gelacht. Man ließ das fast vergangene Jahr Revue
passieren, tauschte noch einmal Anekdoten mit dem Fahrtenbruder und der
Fahrtenschwester aus und es wurde auch über das nächste Jahr gesprochen.

Irgendwann kam dann was kommen musste, was nicht ausbleibt, alle waren satt.
Die Raucher verzogen sich erstmal nach draußen um ihre Sucht zu befriedigen.
Drinnen packten die ersten ihre Sachen zusammen, sie wollten uns frühzeitig
wegen Frühschicht am nächsten Tag und anderer Gründe, verlassen.

Draußen war mittlerweile die dritte und vierte Zigarette geraucht worden.
Drinnen wurden schon ein paar Lieder angestimmt. Olaf kam dann auf die Idee,
die Bänke doch in einem Halbkreis um den Kamin in der alten Hütte zu stellen,
in der wir uns ja befanden. Gesagt, getan und dann geschah etwas unglaubliches,
etwas das selbst den Erfahrensten unter uns, Günter, völlig außer der Fassung
brachte. Wir sangen in unserem Halbkreis einige muntere Lieder so vor uns hin.
Musikalisch untermalte heute Lola mit ihrer Gitarre den Abend, unter Mithilfe
von Coffee. Ohne die beiden und die Gitarre hätten wir sicher nicht so einen
Spaß gehabt, also noch mal Lob und Dank dafür.

Jeder durfte sich erstmal ein Lied wünschen. Schnell gingen aber die Ideen aus
und die Textsicherheit bei einigen ließ auch zu wünschen übrig, mich mit
eingeschlossen. Als Klaus an der Reihe war, sich eins zu wünschen, meinte der
Lümmel doch tatsächlich, ohne zu überlegen, er wüsste keins. Dumm nur, dass er
neben Günter saß und das sollte sich ganz schnell und den ganzen Abend durch
bestätigen, dass die Sitzplatzwahl ein Glücksgriff sondergleichen war. Günter
kam dann die Idee, in der Küche der alten Hütte müssten doch noch Liederzettel
vom Jubiläum sein, die Zettel schnell verteilt und schon wurde auf Günters
Anordnung hin, die Sammlung von Anfang an gesungen. Wir fingen mit dem ersten
Lied an und irgendwann kam Günter dann auf die Idee, Klaus doch mal zu fragen,
was wir denn als nächstes singen sollten. Dies war eine völlig sinnlose Frage,
denn die Antwort war Günter völlig egal, er hatte ja sowieso gesagt, die
Liedersammlung von Anfang bis Ende, in der Reihenfolge, wie es da steht. So
äußerte Klaus dann nichts ahnend beim ersten Mal Günter gegenüber einen
Liedwunsch, z. B. „Roter Mond.“ Günter guckt auf den Zettel, was das nächste
Lied wäre, z. B. „Dämmert von fern“, hebt den Kopf und sagt dann: „Ach Klaus,
Dämmert von fern, sagst du? Ja, Klausimann, das ist eine hervorragende Wahl.
Also Männer, Dämmert von fern. Zwo, drei, vier.“

Dies ging dann den ganzen Abend so und als Günter die Prozedur zum dritten und
vierten Mal wiederholte, kapierte auch der letzte, wie das Spiel lief. Ein
Spiel, was den schönen Singekreis abrundete. Nichts für Ungut Klaus, du hast es
getragen wie ein Mann.

Klaus sagte dann irgendwann gar nichts mehr, als Günter ihn immer und immer
wieder nach einem Liedwunsch fragte, aber auch Klaus’ Schweigen nutzte Günter
um seinen magischen Satz zu sagen: „Ach Klaus, ….. sagst du? Ja, Klausimann,
das ist eine hervorragende Wahl. Also Männer …“

Klaus fragte sich, was ist nur mit Günter los und alle anderen fragten sich,
was ist mit Klaus los. Mit unermüdlichem Sängerdrang
nötigte Klaus unsere Runde zu einem hemmungslosen Liedermarathon.

Und so sangen wir neue und alte, fremde und bekannte Lieder, einige wurden von
Günter mit einer kleinen Geschichte kommentiert.

Beim vorletzten Lied stieß Julika dann noch kurz zu uns. Wir sangen als letztes
mit ihr „Gute Nacht Kameraden.“ Olaf sagte dann noch ein paar Worte und wir
schlossen den Kreis.....


Nach dem Aufräumen war jeder gegen halb zehn am Abend zu
Hause.....


.. ..


Alles es in allem eine sehr gelungene Veranstaltung, die
auf jeden Fall einer Wiederholung bedarf. Man konnte eindeutig eine schöne
Harmonie erkennen, zwischen den anwesenden jungen Führern der Hemeraner Jungen-
und Mädchengruppen.

Mir hat’s sehr gut gefallen. Ich bin wieder dabei und auch meine „Gärtnerin.“
Wer den Bericht aufmerksam gelesen hat, weiß jetzt was ich meine und darf
zufrieden zum nächsten blättern.....


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Allzeit bereit,


Andy K.







Tuesday, October 28, 2008 

Current mood:  excited
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....Kapitel VIII – Die Wanderung....

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Nach wenigen Minuten liefen wir zurück zur Talstation der Silvrettabahn, welche um 8.30 Uhr ihren Geschäftsbetrieb aufnehmen sollte. Also noch ein paar Minuten warten. Ich ging aber schon mal rein, um die Karten zu kaufen. Die einfache Fahrt rauf sollte ein Vermögen von über 10€ kosten. Die Frau hinter dem einzig besetzten Schalter hatte einen Bart, fieser als ich in meinen besten Zeiten. Ich sagte freundlich was ich wollte, legte ihr das Geld hin und erwartete, dass jetzt die Karten kamen, aber nichts war’s. „Die Bahn streikt!“ Wie, die Bahn streikt, wo sind wir denn hier? Wie kann eine automatische Kabinenumlaufbahn streiken? Gibt es in Österreich überhaupt Gewerkschaften? „Ja, die Bahn funktioniert nicht.“ Das war eine Aussage. Auf meine Frage hin, ob die beiden anderen Bahnen des Ortes, die auch ins Skigebiet führen, die Fimba-Bahn und die Pardatschgrat-Bahn, fahren, bekam ich ein klares nein. Auch meine Frage, wie lange denn die „Bahn streikt“, konnte sie nur mit einem Schulterzucken beantworten. Ich das Geld genommen, raus zum Borris und Bericht erstattet. Sein Einwand, dass die Bahn vielleicht Stunden nicht funktionieren würde und wir darauf nicht warten sollten, war durchaus berechtigt. Kurzerhand haben wir dann unsere grob geplante Tour umgeschmissen. Wir entschieden uns, im Prinzip den gleichen Weg wie gestern zu gehen. Von der Dorfmitte über die Mittelstation der Silvrettabahn, durch das Fimbatal am Fimbabach entlang, zur Bodenalp. Dort einen Stempel für den Wanderbutz abholen und weiter über das Zeblasjoch zum Palinkopf. Von da aus, wollten wir mal weiter sehen, gesagt, getan.

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Wie gesagt ein tolles Wetter und so starteten wir frohen Mutes und voller Tatendrang gegen 08.30 Uhr unsere Alpinwanderung, die uns beiden später noch den Atem rauben sollte.

Auf geht’s!

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Anfangs dem gleichen Weg wie am Tag zuvor gefolgt. Da es heute nicht regnete, nicht im Entferntesten, und wir nur leichtes Gepäck dabei hatten, erreichten wir relativ schnell die Stelle, an welcher gestern der Berg den ersten Kampf gegen uns gewonnen hatte. Unterwegs dahin überholte uns eine Gruppe Mountainbiker, die wir schon im Dorf gesehen hatten. Das sah bei denen aber nach einer bösen Quälerei aus, da fand ich das Gehen schon angenehmer. Die ersten zwei Kilometer von Ischgl (1.377 m ü. NN) bis zur Mittelstation der Silvrettabahn auf 1.665 hm (Höhenmeter), gingen in einer dreiviertel Stunde ganz gut von der Hand. Auf diesem Wege passierte dann etwas halb witziges. Über unseren Köpfen zogen auf einmal Gondeln der Fimbabahn an uns vorbei, die eigentlich auch nicht fahren sollte. Dankeschön, fiese bärtige Frau!

Die Sonne schien uns unaufhörlich entgegen, so dass wir ziemlich den ganzen Weg schon Sonnenbrillen aufsetzen mussten. Borris stellte zufrieden fest, dass es ein wesentlich angenehmeres Laufen als gestern ist, ohne Regen und ohne die schweren Rucksäcke. So konnten wir die Almwiesen genießen und uns über Gott und die Welt unterhalten. Unsere erste Station war wie bereits gesagt, die Bodenalp auf 1.842 hm. Hier kann man auch schlafen und essen, wenn man mag. Diese hatten wir nach etwas mehr als vier km erreicht. Man konnte sie schon von Weitem sehen. Als wir näher dran waren, so auf 20 Meter Entfernung, sahen wir einen Mann auf einem Balkon stehen. Dieser musste uns auch gesehen haben, es geht gar nicht anders. Während wir weiter darauf zugingen, stand er da, streckte sich und rülpste so laut und ungeniert, dass wir uns nur an den Kopf fassen konnten. Dachte ich mir aber erst noch nicht soviel bei. Gehe ich dann aber mit unseren Stempelheften in den Gasthof Bodenalp rein, stelle ich fest, der Rülpser ist der Besitzer von dem Laden. Da dachte ich mir dann vorsichtshalber gar nichts mehr. Ging mit den gestempelten Heften raus und ab.

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Kapitel XI – Lass uns Schnee schmecken....

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Bis hierher war der Weg noch relativ angenehm zu laufen gewesen und stellte auch für Borris und seine Raucherlunge keine allzu große Herausforderung dar. Von der Bodenalp knapp drei Kilometer zur Gampenalp (1.975 m ü. NN). Bis hierher hatte man noch die ein oder andere Wanderergruppe auf dem Weg getroffen. Ab jetzt trennten wir uns aber von der Masse, schlugen den Weg zum Zeblasjoch ein und begaben uns daran, Höhenmeter zu kloppen, wie man so schön sagt. Der Berg begann uns zu fordern und uns wurde wieder klar, wir sind hier in den Alpen und nicht zur Kur.

Bis hierher hatten wir keine Pause gemacht, so dass wir an der Gampenalp erstmal etwas getrunken haben, den ein oder anderen Sirius verspeist (Müsliriegel vom Lidl) und ein paar Minuten ausgeruhten. Jetzt ging es ans Eingemachte.

Im nächsten Abschnitt von etwa vier Kilometern legten wir knapp 600 Höhenmeter zurück. Während wir so liefen überholte uns erst ein Jeep mit ein paar Arbeitern, die, wie sich später herausstellte, eine kleine Hütte etwas weiter oben bauten. Kurz darauf hat uns ein VW Bulli überholt, der auch dorthin fuhr. Dieser fuhr rückwärts an uns vorbei, warum auch immer. Er musste schon eine ganze lange Zeit rückwärts gefahren sein und ich glaube auch nicht, dass der Hersteller das so vorsieht. Jedenfalls, als der Bulli an uns vorbei war stank es so dermaßen nach verbranntem Gummi, wohl wegen der Kupplung, dass Borris meinte, er müsse jeden Moment brechen. Und ich gebe zu, der Gestand war schon ekelhaft, hatte auch was von Leichengeruch.

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Von relativ weit unten, eigentlich von der Gampenalp aus schon, konnten wir unser Ziel sehen, der Palinkopf, in Schnee gehüllt. Die Schneegrenze begann aber schon weiter unten. Ich schätze mal so bei 2.250 hm. Erst konnte man noch Gras durch den Schnee sehen, bald aber schon nicht mehr. Nach einer spontanen kleinen Schneeballschlacht unterwegs, ging es weiter. Unterwegs waren unsere Wasservorräte erschöpft. Neben unserem Weg lief aber stetig ein Bach her und ich meinte, wir könnten unsere Flaschen darin voll machen, was ich auch tat. Borris zögerte sehr lange, denn er hatte Angst ..n Flotten zu kriegen, wegen irgendwelcher Bakterien im Wasser. Zugegeben, man weiß nie, ob nicht weiter oben ein totes Tier im Bach liegt und ich habe schon einige davon Wasser kotzen sehen. Wenige hundert Meter vor dem Zeblasjoch, welches auf 2.539 hm, liegt machten wir im Wanderschuh hohen Schnee eine weitere Pause von ungefähr fünf Minuten. Das Joch selbst nahm man, auch wegen des Schnees kaum wahr. Es bot sich uns ein herrlicher Ausblick, weit und breit nur Schnee und Felsen. Menschen hatten wir schon lange keine mehr gesehen. Seit geraumer Zeit allerdings folgten wir frischen Fußspuren, die zufällig den gleichen Weg gegangen sein mussten. Diese schienen zu Zweit mit Wander- bzw. Nordic-Walking Stöcken vor uns herzulaufen. Sehen konnten wir sie aber nicht. Aber auch in diesem Zusammenhang ergab sich später eine amüsante Sache.

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Kapitel X – Auf der Zielgeraden....

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Nach der Pause zeigte uns der Berg seine nackte Fratze, und die war hässlich. Mensch gegen Natur, und wir maßten uns an, diesen Kampf gewinnen zu wollen. Der Pass hielt dagegen. Wir kämpften uns durch Schnee, der mittlerweile dafür Sorge trug, dass wir unsere Schuhe nicht mehr sehen konnten. Die Sonne schien unnachgiebig und an ein Absetzen der Brillen war nicht zu denken. Der Schnee reflektierte heftig, doch wir dachten nicht daran uns einzucremen, was sich später als großen Fehler entpuppen sollte. Ähnlich wie im ersten Teil „Der Herr der Ringe“ zogen wir wie die Gefährten hintereinander durch den Schnee. Der Berg hielt ordentlich dagegen. Wieder verstummten unsere Gespräche und jeder konzentrierte sich auf seine Schritte. Jedes Mal musste der Fuß aus dem Schnee hochgezogen werden und wieder tief hereingerammt, um Halt zu haben. Oft rutschten wir einfach weg. Das kostete enorme Kraft. Wenn du dich mit dem Berg einlässt, verändert sich nicht der Berg, der Berg verändert dich. Schnell waren wir beide uns einig, wer nicht dabei war, hat keinerlei Recht, unseren Trip und unser Durchhalten zu kommentieren, in keinster Art und Weise.

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Es war kurz nach Mittag. Unser Ziel, der Palinkopf war zum Greifen nah. Warum mein Opa immer Palinakopf sagte, weiß ich nicht, aber ich hab auch dieses Jahr zum ersten Mal erst gesehen, auf der Karte, dass er in der Mitte nicht mit „a“ geschrieben wird.

So erreichten wir diesen Gipfel, der auf knapp 2.800 Höhenmetern liegt, schlussendlich. Bis hierher sind wir vier Stunden nur bergauf gelaufen, mit max. 15 Minuten Pause insgesamt. Zurückgelegt hatten 13 km und knapp 1500 Höhenmeter.

Wir wähnten uns als Gewinner in diesem Kampf. Oben wateten wir durch Schneeverwehungen, die teilweise kniehoch waren. Nachdem wir wieder zu Kräften gekommen waren, entschädigte der Ausblick für die Strapazen des heutigen und des gestrigen Tages. Das ist es, warum wir den weiten Weg gefahren sind, das alleine hatte sich gelohnt. Das ist es, warum wir Pfadfinder sind, dafür leben wir. Ein wunderschöner Rundumblick auf die Stubaier- und Ötztaleralpen, auf die Ortler-, Bernina- und Silvretta Verwallgruppe und auf den Rätikon. Vom Blick ins Tal, wo der berühmte schweizerische Schmugglerort Samnaun liegt, ganz zu schweigen. Man muss dazu sagen, dass Skigebiet Ischgl grenzt direkt an das schweizerische Skigebiet Samnaun. Zusammen bilden die beiden die so genannte Silvretta Arena, aber das nur am Rande.

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Wenige Meter unterhalb des Palinkopfes haben wir etwas in den Schnee gezeichnet entdeckt, ein Beweis dafür, dass es doch Zufälle gibt. Sehr wahrscheinlich die beiden Personen, die mit Stöcken vor uns hergelaufen waren hatten mit selbigen ein Herz in den Schnee gekratzt. In diesem Herz und das ist das witzige, stand „Oli + Milan“. Sagt den nicht Eingeweihten jetzt erstmal nichts, man denke aber zurück an das Sommerlager der Jungenschaft 2005 in Kroatien. Wo wir auf dem dortigen Pfadfindercampingplatz zwangsläufig Bekanntschaft mit dem Verwalter „Milan“ machten. Und dieser konnte wohl nicht anders, als Olaf „Oli“ zu nennen.

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Kapitel XI –Das Abenteuer geht weiter....

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Während wir hinten um den Palinkopf rum gingen, sammelte ich ein paar schöne Steine, die durch den Schnee zu sehen waren, für meine Oma und meine Freundin. Ebenfalls ein alter Brauch meines Großvaters, einen markanten und schönen Stein zu sammeln um dann die Jahreszahl und den Fundort drauf zu schreiben. Auf diesem Weg, wir befanden uns auf Schweizerseite, kam uns eine Mountainbikergruppe entgegen, teilweise mit Helmkameras, die durch den Schnee mehr schlitterten als fuhren. Ich erzählte Borris auch, dass es ab jetzt erstmal eine ganze Zeit bergab gehen würde, nachdem wir ja jetzt in etwa vier Stunden bergauf gelaufen waren. Ich zeigte ihm, als wir den Palinkopf umrundet hatten, zwei Restaurants, weiter unten. Eigentlich immer wenn wir irgendein Restaurant gesehen haben, spielte sich folgender Dialog ab.

Andreas: „Guck mal, da vorne ist ein Restaurant.“

Borris: „Haben die da auch Almdudler?“

Andreas: „Bestimmt!“

Borris: „Sauber, hat das Restaurant auch offen?“

Andreas: „Ich denke nicht!“

Und so hatten bis auf die Bodenalpe und die Idalpe, alle Bewirtungsstellen geschlossen, zur Frustration meines Mitstreiters, der sich so nach kühlem Almdudler sehnte. Ich fühlte mit ihm, denn auch ich hätte nichts gegen ein kühles Gläschen dieser leckeren Kräuterlimonade gehabt.

Und selbst diese beiden offenen Häuser brachten uns nichts. Als wir an der Bodenalp vorbeikamen hatten wir noch keinen Durst, als wir an der Idalpe waren, hatte diese für heute schon zu.

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Auf dem Weg vom Palinkopf, runter zum, natürlich geschlossenen, Restaurant Schwarzwand (2.583 m ü. NN), begegneten wir erstmals wieder mehr Menschen hintereinander. In Serpentinen ging es recht zügig bergab, so dass wir bald wieder unterhalb der Schneegrenze waren. Wir hatten mittlerweile Nachmittag und unser Tagesziel, war immer mal kurz sichtbar, das Restaurant Idalpe. Gleichzeitig die Bergstation der Silvretta-Seilbahn, die bekanntlich streikte und der Fimba-Bahn, die uns unterwegs überholt hatte. Zwischendurch war ich mal voller Elan und meinte, wir könnten doch von der Idalpe (2.308 m ü. NN) auch noch eben die Strecke wieder runter ins Dorf laufen. Aber nach Stunden bergauf und gleißendem Sonnenschein, verwarf ich diesen Gedanken recht schnell wieder.

Da es wie gesagt zügig bergab ging, ging es auch gleich weiter runter, Richtung Höllkar, oder wie man in meiner Familie sagt, runter ins Loch. Auf diesem Wege trafen wir eine Horde Kühe, die grasten und faulenzten. Meine Versuche, eine Kuh zu streicheln hielt Borris mit seiner Kamera auf Video fest. Das Problem war nicht, dass ich Angst vor der Kuh hatte, sondern vielmehr die Kuh Angst vor mir. Wirklich eine Wonne, diese Tiere in ihrer Ruhe zu beobachten, ab und zu unterbrochen, vom Läuten ihrer Kuhglocken. Als es Zeit wurde weiterzugehen, verabschiedete sich Borris noch von einer Kuh, die er besonders lieb gewonnen hatte, mit den Worten, „mach’s gut und wir sehen uns bei Burger King!“ Möglich wär’s.

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Kapitel XII – Die letzten Meter....

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Kurz bevor wir das Höllkar erreichten bogen wir rechts ab auf einen sumpfigen Trampelpfad Richtung Idalpe. Hier kam uns eine Familie entgegen. Die Tageszeit war schon fortgeschritten und wir fragten uns, wo wollen die hin? Spazierengehen war die Antwort, nachdem wir gesehen hatten, dass ein Großteil der Familienmitglieder Chucks an hatte. Ich wollte auch schon immer mal mit Chucks in die Alpen. Auf diesem Weg saute man sich noch mal alles so richtig ein. Die letzten zweihundert Höhenmeter zur Idalpe waren noch einmal ein harter Kampf, da die Kräfte langsam aber sicher erschöpft waren. An der Idalpe angekommen, die Ernüchterung. Das Lokal hatte schon geschlossen. Und in dem Sportgeschäft an der Idalpe, das noch offen hatte, gab es nichts zu trinken, nur Eis. Dafür haben wir mit unseren Schuhen da erstmal den schönen Teppich versaut. Wir setzten uns noch ein paar Minuten und genossen die Aussicht auf das Idjoch (2.698 m ü. NN) und den Greitspitz (2.871 m ü. NN), einen der höchsten Punkte der Silvretta Arena. Auch das von Borris viel belächelte Schmalzköpfli konnte man erahnen und das heißt wirklich so. Nach mehreren tiefen Atemzügen wurde mir klar, genau dass war es, was meinen Traum ausmachte, Ischgl einmal im Sommer erleben. Er war erfüllt worden.

Ein Tageswerk war vollbracht. Erschöpft aber glücklich. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keinen Überblick, was wir geschafft hatten. Diesen bekam ich erst, als wir wieder zu Hause waren. Wir legten 19,25 km alpine Wegstrecke zurück. Im Endeffekt haben wir einen Höhenunterschied von 1.550 hm bergauf gemeistert. Darauf waren wir schon ein wenig Stolz. Mit der Fimba-Bahn sollte es nun runter ins Dorf gehen. Eine etwa Viertelstündige Fahrt, in der man 932 hm runter fährt. Machte uns schon einen Moment stutzig, dass wir zu Fuß sehr viel länger als 15 Minuten dafür gebraucht hatten, aber das war ja klar.

Da mir nicht ganz ersichtlich wurde, wo man die Karten für die Talfahrt kaufen konnte und da der Dreck glaube ich noch nicht dick genug aufgetragen war, ging ich erneut in das Sportgeschäft.

Direkt beim Einstieg solle man die Karte kaufen. Da haben wir uns dann an das Häuschen gestellt und gewartet und gewartet. An uns fuhren bestimmt 20 Kabinen vorbei, in die wir hätten einsteigen können, ohne zu zahlen. Haben wir als gute Pfadfinder und Menschen natürlich nicht getan. Irgendwann kam dann mal so ein Alm-Öhi, der uns Karten verkaufte. Hammer auch, die Karten für die Talfahrt kosteten weniger als die Hälfte von der Bergfahrt.

In der Kabine auf dem Weg nach unten merkte ich, wie mein Gesicht anfing zu brennen. Hatte ja auch den ganzen Tag die Sonne drauf geschienen und der Schnee hatte außerdem ordentlich reflektiert. Da ich mich aber auch schon lange nicht mehr im Spiegel gesehen hatte, machte ich mir gar keine weiteren Gedanken. Außerdem stellten wir fest, dass unser Geruch kaum von dem eines Maultieres zu unterscheiden war.

Im Dorf mussten wir dann noch den einen Kilometer von der Talstation der Fimba-Bahn zum Parkplatz laufen. Wir waren kaputt aber glücklich.

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Kapitel XIII – Heimwärts auf der Hochalpenstraße gen Norden....

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Da das Wetter ab morgen, bis auf unbestimmte Zeit wieder stark nachlassen sollte, hatten wir uns entschieden, bereits heute, im Anschluss an unsere Tageswanderung die Heimreise anzutreten.

Am Auto angekommen zogen wir uns erstmal ein paar frische, nicht verschwitzte Sachen an. Für diesen Fall hatte ich ein von mir getauftes Rückkehrerpaket für mich geschnürt. Hier drin war etwas zu trinken, etwas zum frisch machen und frische Kleidung. Es soll Leute gegeben haben, die mich um diese Idee beneideten.

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Mir kam spontan der Einfall, einmal über Galtür zurückzufahren. Dies war eine komplett andere Route, laut Navigationssystem sogar etwas kürzer. Was mich daran reizte, war die Silvretta-Hochalpenstraße. Diese kannte ich nicht, da sie im Winter, immer wenn ich da war, wegen Schneefalls gesperrt war. In Galtür selbst habe ich aber erstmal eine Runde Almdudler ausgegeben.

Borris fragte mich, ob man da Maut bezahlen müsste. Selbstbewusst antwortete ich, „natürlich nicht, wir haben doch die Vignette!“

Nach diesem kleinen Almdudler Boxenstopp kamen wir recht schnell an eine Mautstelle und ich dachte nur, „Nein!“ Die Tatsache, dass die da Maut kassierten, war nicht die eigentliche Überraschung. Für eine einfache Durchfahrt, wollten die tatsächlich 11 Euro haben. Ein Posten, den unsere Fahrtenkasse durchaus tragen konnte, aber wollte sie das auch? Ich drehte das Auto erstmal, aber dann meinte Borris, er würde das bezahlen. Und es sollte sich lohnen.

Das für mich größte Highlight bildete der Silvretta See auf 2.030 hm an der Bielerhöhe. Ein Stausee, mit Wasser in einer Farbe, wie ich es hautnah noch nie gesehen hatte. Fasziniert hielten wir und genossen diese Augenweide. Und auch den Blick auf den Silvretta Gletscher. Weiter ging es, vorbei am Vermut-Stausee (1.743 m ü. NN), wo wir ein zweites und letztes Mal hielten. Von hier aus konnten wir an den Höllen vorbei in das schöne Untervermunter Tal blicken. Nicht selten mussten wir halten, weil Kühe gemütlich die Fahrbahn kreuzten. Atemberaubende Landschaften, die die 11 Euro lohnenswert machten. Nach endlos langen Serpentinen folgten wir wieder dem Navi. Mein Gesicht brannte mittlerweile immer stärker. Als der Abend nahte, kehrten wir in Gaschurn zum Essen ein. Einmal noch kalten Almdudler im Herkunftsland trinken und dazu eine Tiroler Spezialitäten-Mahlzeit. Borris nahm ein deftiges Schnitzel und ich vergnügte mich mit Käsespätzlen. Dazu gab es natürlich den ersehnten Almdudler. Als die Bedienung das Essen brachte, konnte ich gar nicht anders, als reflexartig „herrli“ zu sagen, was die auch gar nicht störte. Lediglich Borris meinte ungläubig, „hast du gerade herrli gesagt?“ Das wiederum konnte ich nur mit einem Grinsen quittieren. Stutzig machte uns beide dann allerdings, wie die Bedienung sich mit bloßen Händen vor unseren Augen daran machte, Blumen umzupflanzen. Gut, wir hatten ja schon unser Essen. Da wir noch über 700 km Fahrt vor uns hatten, brachen wir bald nach dem Essen auf. Zuvor war ich aber noch mal auf dem Klo und fragte mich, bei einem Blick in den Spiegel, „was hast du getan?“ Die Antwort war denkbar simpel, gar nichts, ich hatte mich nämlich nicht eingecremt. Zu Hause stellte ich fest, dass das mindestens Verbrennungen ersten oder zweiten Grades sein mussten. Aber wie das auf Fahrten nun mal so ist, ein bisschen Schwund ist immer.

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Die Rückfahrt verlief unspektakulär. Mit meinem Auto habe ich kurz hinter Gaschurn die 80.000 km Marke geknackt. Daneben stellten wir fest, dass es in Tunneln ganz schön warm ist. Im über 6 km langen Pfändertunnel konnte man sehen, wie das Außenthermometer vom Auto kletterte, bis auf 35° Celsius. Wenn es da drin mal brennt, dann aber Gute Nacht Johanna. Schön war auch, dass Borris noch nie durch einen so langen Tunnel gefahren war. Irgendwann ist halt immer das erste Mal.

Wir kamen gut durch und die Fahrtdauer verkürzten wir mit Anekdoten von früher, Geschichten von Gott und der Welt und Professor Hase nicht zu vergessen. Stefan Raabs Telefonverarsche vor Urzeiten auf 1Live, wovon Borris ein Best-of auf CD dabei hatte.

Kurz hinter Siegen kehrten wir noch einmal bei Burger King ein, bevor wir die restlichen Kilometer durchzogen, bis zu mir. Es muss etwa 2 Uhr nachts gewesen sein, als wir hier waren.

Müde und trunken der gewonnenen Eindrücke holte Borris sein Auto aus meiner Garage und kehrte Heim. Auch ich legte mich bald ins Bett.

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Kapitel XIV – Schlusswort....

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Das war unsere Alpinwanderung. Um an dieser Stelle noch ein kurzes Fazit anzubringen, ich bin sehr froh und glücklich, diese Eindrücke gewonnen zu haben und diese Erfahrung gemacht zu haben. Eine durchaus gelungene Aktion, auch wenn uns das Wetter einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Dennoch können wir behaupten reicher zu sein und das Beste aus der misslichen Wetterlage gemacht zu haben.

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Mein Dank gilt meinem Mitfahrer Borris.

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Allzeit bereit,....

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Andy K.....

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Mit dabei waren:....

Andy K., Borris P.

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In liebevollem Gedenken an meinen Großvater  Helmut Jäschke (1926-2006)!

Tuesday, October 28, 2008 

Current mood:  excited
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Alpinwanderung -....

Kurztrip nach Ischgl in Tirol (Österreich) vom 13.07.-16.07.08 ....

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Kapitel I – Einleitung....

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Durch meinen Großvater erlernte jeder in meiner Familie im Alter von drei Jahren das Skifahren. Keiner hat je eine Skischule besucht, sondern vom Opa gelernt.

So ergab es sich, dass mein Bruder, meine Großeltern und ich, jedes Jahr zu Ostern, in den jährlichen Skiurlaub fuhren. Warum auch immer, fragt mich nicht, aber seit ich denken kann hieß unser Ziel Ischgl. Ein kleines Dorf im schönen Paznauntal in Tirol, angrenzend an Samnaun, das alte schweizerische Schmugglerparadies.

Lange also, bevor Ischgl zum „Ballermann in den Alpen“ verschrien wurde, machten wir dort Winterurlaub. Seit 1990, viele Male bis vor wenigen Jahren.

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Der Wunsch ist ja bekanntlich Vater des Gedanken. Und mein Wunsch entstand zu jener Zeit des jährlichen „Schifoans“, wie der Tiroler sagt. Er war simpel. Einmal wollte ich Ischgl im Sommer sehen. Wollte die Hänge sehen, die man im Winter schneebedeckt hinabwedelt. Wollte das bestaunen, was ich mir beim Skifahren nicht vorzustellen vermochte.

Einfach gesagt, ich hab 15-Mal gesehen, wie es im Winter aussieht, also wollte ich einmal sehen, wie sich das alpine Skigebiet im Sommer zeigt.

Das war mein Wunsch!

Abgesehen davon, dass Ischgl ein wunderschönes kleines Alpendorf ist, in dem ich mich immer aufhalten könnte.

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Schon im Jahre 2006, als ich mit drei Monaten Sommerferien, zwischen Fachabitur und Ausbildungsbeginn gesegnet wurde, brannte in mir dieser Wunsch wieder auf, stärker als je zuvor. Aber leider nicht stark genug. Denn die Realisierung scheiterte an Ermangelung eines Mitstreiters.

Doch gut Ding will Weile haben und so befinden wir uns im

Jahr 2008.

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Im Vorgang erfuhr ich im Frühjahr dieses Jahres, dass ich meine Berufsausbildung vorzeitig im Winter beenden kann. Dies brachte eine Urlaubssperre für den Sommer mit. Aufgrund dieser und aus einem anderen Grunde fand die geplante Sommerfahrt der Panther nach Ungarn nicht statt.

Doch schnell, nach dieser Nachricht Ende April, wurde mir klar, ein paar Tage musst du im Sommer raus. Kämpfen für eine handvoll Dollar, oder in meinem Falle für eine handvoll Urlaub.

Das ich diesen Kampf gewinnen würde, da es ja auch nur um zwei oder drei Tage ging, war ich zuversichtlich.

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Die Frage, was ich mit dieser Zeit tun sollte, stellte ich mir erst gar nicht. Zu stark, zu fest eingebrannt, war der Wunsch in meinem Kopf, Ischgl im Sommer zu erleben.

Diese Idee habe ich irgendwann beim Kaffee mit meiner Oma eine Viertelstunde erörtert, bis feststand, dass ich fahren würde. Auch einen Fahrtenbruder hatte ich schon im Kopf. Seine Teilnahme schien mir sicher.

Am Samstagabend, dem 03. Mai diesen Jahres, unterbreitete ich meinen losen Vorschlag und hatte nach wenigen Sätzen meinen Mitstreiter im Boot. Das geschah beim Treffen der  Kellner für Markus Brambors Hochzeit, welche an diesem Tag auf dem Hof Drepper stattfand.

Es konnte in die Planung gehen.

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Kapitel II – Vorbereitung....

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Borris Paul kenne ich schon über ein Dreiviertel meines Lebens lang und mein ganzes Pfadfinderleben lang sowieso. Als Kinder noch ohne gleiche Interessen, was aber vielleicht auch daran lag, dass er drei Jahre älter ist, als ich. Entwickelte sich doch nach seiner, für mich überraschenden Teilnahme am Sommerlager 2005 in Kroatien, eine Freundschaft, die für mich besonderen Charakter hat.

Im selbigen Sommerlager, im Sommerlager 2006 und in unzähligen Gesprächen und im Austausch von Gedanken, lernte ich seine Meinung und seine Gesellschaft zu schätzen.

Gleiche Charakterzüge, gleiche Neigungen und Ansichten machten ihn zu einem Freund.

Ich merke gerade, diese kleine Textpassage würde sich sowohl als Hochzeitsrede, sowie auch als Grabrede eignen. In beiden Fällen wäre ich gerüstet.

Ich wusste, für einen solchen Trip, die Erkundung eines alpinen

(Ski-)Gebietes, zu Fuß, wäre er der richtige Mann. Und ich sollte Recht behalten.

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Durch einen kurzen Anruf beim Tourismusverband Ischgl, wo man noch merkt, dass die Leute da Lust zu arbeiten haben, flatterten mir gefühlte fünf Kilogramm kostenloses Infomaterial ins Haus. Nachdem ich dieses ein erstes Mal ausgewertet hatte, traf ich mich zum Vorbereitungstreffen nummero uno mit meinem Begleiter im Mettgenpin, unserer Stammkneipe in Hemer.

An diesem Tag habe ich mir übrigens beim Motorradfahren am

T-Shirt eine böse Erkältung eingefangen, aber das nur nebenbei.

Anhand des Infomaterials, mit Tourenvorschlägen und vielen beeindruckenden Panoramabildern, zog ich Borris in meinen Bann. Im Vorfeld verlangte er von mir für diesen Nachmittag im Biergarten eine Power Point Präsentation oder zumindest eine Flip-Chart Aufbereitung. Aber bis dato hatte ich mir auch nur sporadisch Gedanken gemacht. Aber in meinem Kopf stand eigentlich alles schon, wir waren quasi schon auf dem Weg gen Süden.

Auch hier war Borris wieder voll auf meiner Seite, ich versprach in die detaillierte Planung zu gehen und wir verabredeten uns für ein zweites, finales Vorbereitungstreffen, an gleicher Stelle.

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Dieses fand am 10.07., also wenige Stunden vor geplantem Reisebeginn statt.

Wir klärten wer einkauft, was man mitnehmen könnte usw.

Auch hier waren wir uns wieder schnell einig, so dass wir nur noch darauf warten mussten, dass die Zeit verging.

Das geschah selbstverständlich, welch eine Frage.
In der Zwischenzeit vertrieben wir uns die Weile mit SMS Kontakt und täglichem Blick auf wetter.com. Was uns da als Wettervorhersage angezeigt wurde, machte mich im Großen und Ganzen gar nicht glücklich. Aber abwarten, ich dachte, in den Bergen wechselt das Wetter so schnell wie an der Küste.

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Am Sonntagabend, den 13.07.08, war es dann soweit. Gegen 22 Uhr wollten wir losfahren. Nach meiner Berechnung eigentlich viel zu früh, für 740km und geschätzte acht Stunden Fahrzeit. Aber sicher ist sicher und wir wollten ja schließlich auch nicht hetzen.

Ich war noch mal duschen und ging in die Garage, mein Auto raussetzen. Nachdem ich es gepackt hatte, stand ich einfach nur noch da und wartete auf Borris. Dieser kam auch recht fix. Die Frage, wo er sein Auto stehen lassen konnte, beantwortete ich ganz einfach, „in meiner Garage“. Meine Mutter stieß kurz zu uns, beguckte Borris und sagte, „dich kenne ich nicht“. Ja, so sind wir Kinzels, immer geradeheraus. Warum auch nicht?

Schnell waren sein Gepäck und die Lebensmittel bei mir im Auto verstaut.

Es ging los, das Abenteuer lachte. Es hatte begonnen und keiner wusste, was uns erwarten würde.

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Kapitel III – Die Fahrt....

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In Lüdenscheid auf die Autobahn 45 und ab, Richtung Süden. Vor uns nichts als die Nacht. Recht schnell fing mein Copilot an zu bemerken, dass er großen Hunger habe und diesen am Liebsten mit einem Mahl bei Burger King stillen würde. So steuerten wir zwei Burger Kings auf Autobahnrasthöfen an. Gingen in beide rein und stellten ernüchtert fest, dass die Jalousien unten waren.

Also doch zur nächsten Filiale vom ungeliebten Konkurrenten, der immerhin 24 Stunden offen hat. Unterwegs stellte ich Borris diverse Lokalbands aus ganz Deutschland vor. Anhand von CDs aus meinem Auto, die ich selber schon kaum noch hören kann.

Da es ja mitten in den Sommerferien war und die Sommerferien mitten im Sommer sind, wurde es gegen sechs Uhr hell. Zu diesem Zeitpunkt befanden wir uns auf deutscher Seite in Bayern, unmittelbar der österreichischen Grenze. In dieser Zeit wünschte ich mir, es wäre dunkel geblieben. Was uns am Morgen begrüßte war Regenfall und wolkenverhangene Berge. Ein Wetter, bei dem man am liebsten im Bett bleibt.

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Ziemlich hinter der Grenze haben wir eine Pause gemacht. Borris wollte eine rauchen und musste außerdem pinkeln. Ständiges Gesprächsthema war mittlerweile das Wetter. Borris fand das Wetter ironischerweise herrlich. Er fragte mich, wie man das denn in Österreich aussprechen würde, herrlich mit Betonung auf dem „ch“? Ich sagte, „die sagen hier doch bestimmt „herrli“. Das fanden wir beide so gut, dass sich dieses Wort den ganzen Trip durchzog und auch heute noch gerne von uns verwendet wird.

Da ich nicht pinkeln musste, blieb ich lieber im Auto. Im Radio hörte ich den Wetterbericht. Regen den ganzen Tag und auch die nächsten Tage. Aktuell, so die Sprecherin, ein Rekord in Österreich. Im gesamten Staatsgebiet wurden in den letzten 24 Stunden über 3.000 Blitze registriert. Konnte es noch schlimmer werden?

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Den Arlbergpass (1.793 m ü. NN), zum Vergleich, Hemer liegt 208 m ü. NN, hatten wir ziemlich fix hinter uns gebracht. Zum ersten Mal meldete sich die Tankanzeige. Aber meinen Berechnungen zu Folge würden wir gut bis Ischgl durchkommen. Es ging weiter durch das schöne Paznauntal entlang der Trisanna bis ins wunderschöne Dorf Ischgl (1376 m ü. NN). Dort waren wir um ca. halb acht am Morgen des 14.07.08. Es regnete unaufhörlich und wir hatten, auch wegen des Regens, eine Außentemperatur von 7° C. Seit dem Morgen hatten wir zu jeder halben und vollen Stunde den Wetterbericht im Radio mit Spannung verfolgt.

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Kapitel IV – Ischgl....

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Direkt nach unserer Ankunft steuerten wir die einzige Tankstelle Ischgls an. Borris sprang raus um zu tanken und zu bezahlen. Eine Horde von einheimischen Waldarbeitern standen am Eingang der Tankstelle, tranken Kaffee und ich meine gehört zu haben, wie sie sagten, als sie Borris sahen, „ah, ein Stadtmensch!“ Steht uns das denn so auf der Stirn? Als nächstes suchten wir einen Parkplatz nahe des Tourismuszentrums, dort stand zum ersten Mal die Debatte an, wie umgehen mit dem Wetter? Wir beide waren weit gefahren, um die Rucksäcke zu schnallen, die Wanderschuhe zu schnüren und die zahlreichen zweieinhalb Tausender zu bezwingen. Aber was hatte das bei diesem Wetter für einen Sinn? Hatte es überhaupt einen? Eine Idee war, heute den Tag von der Fahrt auszuruhen, trocken zu bleiben und Morgen, bei hoffentlich besserem Wetter, frohen Mutes und frischer Kraft zu starten. Aber irgendwie war in uns beiden eine Stimme die sagte, „los Jungs, auf geht’s, ihr wollt es!“

Wir ließen das zunächst offen.

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Aus dem Internet wusste ich, dass das Tourismusbüro um 8 Uhr öffnete. Dies musste unsere erste Anlaufstelle sein, dort wollten wir eine Wanderkarte kaufen und für jeden ein Stempelheft holen. Man konnte damit den „Wanderbutz“ machen. Es gibt den bronzenen, den silbernen und ihr ahnt es nicht, den goldenen. An verschiedenen Hütten im Wandergebiet muss man Punktestempel sammeln. Für die drei Wanderbutzen braucht man entsprechende Punkte, die man über eine entsprechende Anzahl von Stempel erlangen kann. Wir hatten nicht vor, einen der Butze zu erreichen, aber es sollte auf jeden Fall eine nette Nebenerscheinung sein. Die uns später noch einen kleinen „bekloppten“ Moment schenken sollte.

Im Tourismusbüro selbst guckte das österreichische Mädel ein wenig ungläubig, als sie uns in Kluft sah. Die Stempelhefte eingepackt entdeckten wir die einzige offizielle Wanderkarte, im Maßstab 1:50.000. Für alle Nichtmathematiker, das bedeutet ein Zentimeter in der Karte sind 500 m in der Natur. Hatte ich irgendwie anders, genauer, erwartete. Das Mädel sagte dann, ganz Geschäftsfrau, „geht doch mal in den Spar, da gibt’s bestimmt noch andere Karten!“ Wir waren dann auch im Spar, da gab es aber keine anderen Karten. So kauften wir die, die uns auch schon zuvor im Tourismusbüro angelacht hatte.

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Es regnet unaufhörlich und mit der Wanderkarte zurück im Auto, sollte die Entscheidung fallen und sie fiel. Wir gehen! Etwas Zeit brauchten wir noch um uns über die Route zu einigen. Im Vorfeld hatte ich vorgeschlagen, dass wir mit der Silvretta Bahn, der größten Umlaufkabinenbahn am Ort, erstmal ins Skigebiet zu fahren. Diese hätte uns von 1.376 m ü. NN auf  2.308 m gebracht. Dann hätten wir das nicht laufen müssen und wären schon mal im Skigebiet gewesen. Wir entschieden uns dann aber, uns lose an den Punkten zu orientieren, die das „Wanderbutz-System“ angab. Also liefen wir die Strecke, die ins Skigebiet führte und dabei auch noch Stempelpunkte auf dem Plan hatte. Von der Dorfmitte Ischgls, über die Mittelstation der Silvrettabahn mit erster Station Bodenalp. Hier sollte es auch den ersten Stempel geben. Auf, auf!

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Die volle Regenmontur angelegt, die Rucksäcke mit knapp 30 kg Gewicht geschnallt und die Jackies geschnürt.

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Kapitel V – Regen....

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Es regnete und regnete. Auf dem kurzen Fußweg vom Parkplatz ins Innere des Dorfs, konnten wir durch einen Blick in die Berge einen Eindruck gewinnen, wie es „oben“ auf 2.300 m wohl aussehen muss. Es sah alles nach dichter Schneedecke und Nebel aus. Schon früher im Skiurlaub haben wir immer gesagt, wenn es unten regnet, gibt es oben Neuschnee. Auch die Radiomeldung mit über 3000 Blitzen und der Meldung von Eisregen schoss mir durch den Kopf.

Halb zehn am morgen, die ganze Nacht durchgefahren und demzufolge nicht geschlafen. Sieben Grad Celsius Außentemperatur und immer wieder Regen. Dicke, prasselnde Tropfen.

Die Dorfmitte von einigen vereinzelten Touristen besucht, die umher eilten, darauf bedacht, nicht nass zu werden. Und hauptsächlich Einheimische, die geschäftig rumwuselten. Im Winter sind da so viele Skitouristen, dass einem erstmal gar nicht so bewusst wird, dass es da auch Einheimische gab. Ischgl hat etwa 1.500 Einwohner, aber 10.600 Gästebetten.

Ansonsten alles menschenleer. Nach den ersten paar hundert Metern forderte uns die erste Steigung, spätestens jetzt wurde klar, „willkommen in den Alpen“. Und so liefen wir vor uns hin, die Gespräche verstummten und ich übernahm die Führung. Es regnete unter anderem in die Ärmel meiner Jacke rein, sodass meine Unterarme nach einer dreiviertel Stunde komplett von innen nass waren. Borris musste es ähnlich ergangen sein. Im Gedenken an die 300 Spartiaten, die seinerzeit chancenlos aber voller Willenskraft gegen abertausende Perser in den Kampf zogen. Bei diesem Wetter konnten auch wir nur untergehen, dennoch wussten wir voller Stolz unsere Kluft zu tragen.

Nach einer ganzen weiteren Weile, wir waren mittlerweile etwa eine Stunden gewandert, warf Borris ein, das es keinen Zweck hätte, bei diesem Wetter. Wir befanden uns auf 1.665 Höhenmetern, kurz vor der Mittelstation der Silvrettabahn. Auch ich konnte dies nach einer kurzen Überlegung nur einsehen. So schmiedeten wir folgenden einfach Plan, den wir in groben Zügen ja schon zuvor im Kopf hatten. Wir gehen jetzt den Weg wieder zurück. Suchen uns ein Zimmer, trocknen die jetzt schon extrem nassen Sachen, ruhen uns von der Fahrt aus und greifen morgen nach dem Frühstück von Neuem an. Der Abstieg begann.

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Unten im Dorf wieder angekommen, beschloss ich die Touristeninformation aufzusuchen. Hier hatten wir auf der Suche nach einer Wanderkarte eine von diesen Blinktafeln gesehen. Eine Karte, an der Wand, ziemlich groß. Daneben eine große Tafel mit allen Gästehäusern aufgelistet. Hinter dem Hausnamen ein Knopf. Drückt man den Knopf blinkt ein Lämpchen da auf der Karte, wo sich das Haus befindet. Einige schauten wir uns an und steuerten die Häuser an. Wir entschieden uns für Nähe zur Dorfmitte. Was dann kam erinnert doch traurigerweise stark an die Weihnachtsgeschichte. Wer so eine Situation mal mitgemacht hat, weiß wie man sich fühlen kann. Wie Maria und Josef stapften wir von Gästehaustür zu Gästehaustür. Die meisten Familien schienen gar nicht da zu sein oder lagen wohl noch im Bett. Aber dann, beim vierten oder fünften Versuch hatten wir Glück, kurz bevor sich Resignation breitmachen konnte. Das Apart Garni „Val-Gronda“ der Familie Stark sollte uns beherbergen. Frau Stark hatte vermutlich schon kurz nach öffnen der Tür bereut, diese von Innen überhaupt angefasst zu haben, nachdem sie uns klatschnass davor stehen sah. Half aber alles nichts, schließlich sind die Österreicher geldgeil, um es mal vornehm auszudrücken. Ich klärte kurz das finanzielle und wir traten ein. Borris überließ das Reden in diesem Fall mir, was auch gar keine schlechte Idee war. Auf dem Weg in den Heizungskeller erzählte ich der Frau Stark eine faszinierende Abenteuergeschichte unserer Heldentaten der letzten Tage. Natürlich stimmte kein Wort davon. Selbst Schuld, sie hatte schließlich gefragt. Wie ich später erfuhr, dachte sich Borris in dem Moment, dass das nicht gut gehen kann und die Wahrheit schnell ans Licht kommen musste, dass ich mich verstricken würde. Passierte aber nicht, da ich glücklicherweise jeden Fleck, jeden Berg und jeden Pass im Skigebiet mit Namen kenne. So blieb es dabei, das wir tolle Kerle waren, für sie zumindest.

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Kapitel VI – Stimmungstief....

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Wir beide selbst fühlten uns in diesen Stunden nicht sonderlich gut. Die Motivation und das Selbstvertrauen waren angeknackst.

Wer konnte ahnen, dass wir so ein bescheidenes Wetter haben werden. Gut, auf wetter.com, zeichnete sich das ab, aber wahrhaben wollten wir beide das im Vorfeld so richtig nicht.

Kannste machen nix. Erstmal heiß geduscht und festgestellt, dass die Heizung leider nicht an ist. War dann auch nichts mit Sachen trocknen, außer denen im Heizungskeller des Apartes. Nach einem mittelgroßen Nickerchen fragten wir uns, was tun jetzt den ganzen Tag. Ich weiß, ich hab es lange nicht erwähnt, aber es regnete immer noch.

Mittlerweile war Nachmittag. Gespannt verfolgten wir im Fernsehen weiter den Wetterbericht von morgen und den nächsten Tagen. Das sah nicht gut aus.

Wenig später machten wir uns fertig, um mal rauszugehen, trotz Regens. Ich wollte Borris den Ort mal zeigen und nach Hause telefonieren. Wir stellten fest, dass auch hier Burger King vor uns die Türen verschlossen hatte, bzw. nur im Winter auf hat. Lange gibt es so was da aber auch noch nicht. Erst seit jeder dahin fährt. Seitdem wir nicht mehr dahin fahren. Seit es der „Ballermann der Alpen“ ist. Wogegen sich die Dorfältesten allerdings vehement wehren.

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Nach unserer Rückkehr in unser Zimmer und dem erneuten Auswerten eines im Fernsehen gezeigten Wetterberichts, schmiedeten wir konkrete Pläne, wie unser Trip sich weiter gestalten sollte. Dies besprachen wir bei einer ausführlichen und üppigen Brotzeit. Borris hatte reichlich eingekauft. Was gab es nicht alles für Leckereien. Müsliriegel, Brot, Wurst, Käse, Schokolade, Mettwürstchen mit Kümmel (kann ich sehr nicht empfehlen), Fleischwurst und so weiter. Wir hatten übrigens auch Brot, was stark an Lembas erinnerte, wem das was sagt. Der Wetterbericht verkündete für den morgigen Dienstag, strahlenden Sonnenschein und keine Wolke den ganzen Tag. Ziemlich unwahrscheinlich bei der aktuellen Lage, aber wir würden sehen. Mittwoch ein wechselhafter Tag mit Hang zu dem Wetter, was sich ab Donnerstag für die nächsten Tage ankündigte, und das sollte wie heute werden. Regen, Eisregen, Nebel, Schnee. Basierend auf diesen meteorologischen Erkenntnissen, sollte der weitere Gesamtablauf unseres Trips wie folgt aussehen: Nach dieser Nacht und dem damit verbundenen Frühstück wollten wir unsere großen Rucksäcke zum Auto bringen. Das Wichtigste für einen Tag in zwei kleinere Rucksäcke packen. Den Dienstag wollten wir nutzen, um zu wandern bis zur Erschöpfung, die alpine Natur zu genießen und um mir meinen Wunsch zu erfüllen. Das Skigebiet einmal im Sommer sehen. Da die Vorhersagen ab Mittwoch schlecht waren, beschlossen wir, Dienstagabend die Heimreise anzutreten. Wir waren schließlich völlig frei, hatten keinen gebuchten Termin und konnten so machen, was wir wollten. So sollte es sein und wir beide waren zufrieden mit dieser Entscheidung.

Am Abend haben wir nur noch Tom Gerhards Meisterwerk „Ballermann 6“ gesehen, zum dreißigsten Mal im deutschen Fernsehen. Anschließend hieß es Gute Nacht Kameraden.

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Kapitel VII – Ein neuer Tag....

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Am nächsten Morgen um kurz vor 7 Uhr lachte uns hell die goldene Sonne entgegen. Bei einem Blick nach draußen und einem Gang auf den Balkon stellten wir fest, die Prophezeiung vom Wetter hatte sich bestätigt. Blauer Himmel, und vier Grad Außentemperatur, eine klare Luft wie am Weihnachtsmorgen, mitten im Juli. Ich musste an Paul Newman am Ende von „Die Farbe des Geldes denken“ und dachte nur, „ich bin wieder da!“

Ab halb acht gab es Frühstück und wir waren die Einzigen im Frühstücksraum. Unsere Herbergsmutter, wie Borris sie nannte, machte uns den Fernseher an. Wir konnten sehen, dass auf 2600 m ü. NN im Skigebiet gestern und über Nacht bis zu 15 cm Neuschnee gefallen waren. Das versprach ein Spaß zu werden.

Schon am Abend zuvor hatten wir uns die Wanderroute für heute grob zurecht gelegt. Mit der Silvrettabahn rauf ins Skigebiet auf 2308 Höhenmeter. Von hier aus wollten wir zum Idjoch, auf knapp 2700 m ü. NN, und von da an mal sehen. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Wir aßen artig auf, bedankten uns, bezahlten, holten vom Zimmer unsere Sachen und gingen.

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Unser erster Marsch an diesem herrlichen Tag führte uns zum wenige hundert Meter entfernten Parkplatz, wo seit gestern mein Auto stand. Hier sattelten wir das schwere Gepäck ab und packten zwei kleine Rucksäcke, mit allem was man so brauchte für diesen Tag. Ein wenig Nahrung, Sonnenbrillen, die wir schnell brauchen sollten, Fotoapparat, Sonnencreme usw. Aber zur Sonnencreme später mehr.

Sunday, March 09, 2008 

Current mood:  silly

Sonntag, 02.03.08:..:namespace prefix = o ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" />

Nach einem etwas längeren Schlafen wurde ich gegen halb zehn am Morgen wach. Mein Programm für den Tag, bis zum Abend sollte aus einer Tätigkeit bestehen, lernen. Lernen für die Zwischenprüfung am vergangenen Mittwoch. Ich bin an diesem Sonntag auch erstaunlich gut voran gekommen, obwohl das Thema nach wie vor echt öde ist, diese verfluchte, staubtrockene Theorie. Ich schaffte es trotz alledem am Wochenende, sechs alte Zwischenprüfungen der IHK durchzuarbeiten.
Zu Mittag hatte ich zwei Stücke frischen, selbst gemachten Apfelkuchen, den meine Mama am Samstag gebacken hatte.
Am späten Nachmittag machte ich mich fertig, eine Freundin zum Essen abzuholen. Für 18 Uhr hatte ich nach längerer Zeit mal wieder einen Tisch in Iserlohn im „La Siesta" bestellt. War erstaunlich leer da, aber wer konnte es ahnen.

Die Kellnerin brachte uns die Speisekarte und wir hielten sie uns auch aus Höflichkeit vors Gesicht. Der Wille war da, zumindest bei mir, aber letztendlich essen wir beide dort seit Monaten schon immer das Gleiche. Ich ein Omelett mit Serrano Schinken, das schmeckt aber auch.

Danach haben wir uns dann noch die Baustelle angeguckt, auf der meine Freundin am Montag ihr dreiwöchiges Praktikum beginnen sollte. Eine schöne alte Villa, wirkte protzig, aber auch echt nobel.
Anschließend haben wir uns noch ihre alte Realschule angeguckt und uns bei McDonalds einen Kakao geholt… Weil die Eismaschine kaputt war, ihr Spackos! Meine Freundin wollte ein Eis!!!
…Ich weiß schon, warum ich immer zu Burger King gehe.
Nach dem Schlürfen des Kakaos endete der Abend harmonisch, was mich sehr freute, allerdings die Regel sein sollte und hoffentlich auch wieder wird.

 

Montag, 03.03.08:

An diesem Tag fielen mir spontan in der Schule zwei Jubiläen ein, vor genau 10 Jahren begann ich eine „Kindergartenbeziehung" mit einem Mädchen aus meiner damaligen Klasse, die sich tatsächlich 13 Monate hielt. Und vor genau 60 Jahren, ironischerweise, wurde die Firma gegründet, in der der Vater von diesem Mädel arbeitet.
Der Schultag bot wieder keine Abwechslung und ich hab mal wieder so gar nichts daraus mitgenommen. Ich mein, man muss das so sehen, am Freitag zuvor waren Zeugniskonferenzen, das war's also. Damit will ich ja noch nicht mal sagen, dass man sich zurücklehnen soll und nichts tut, aber man kann doch wenigstens mal einen Gang runterschalten, Nach 12 Wochen Stoff in sich hineinstopfen, da muss so ein Lehrer doch auch mal Mensch bleiben. Anscheinen nicht!
Zu Hause angekommen, die Post und so'n Gedöns bearbeitet, entschied ich mich schnell zu einem Schläfchen. Dies dauerte zwei Stunden, bis 17.30 Uhr. Später dann habe ich gegessen und mir noch einmal den Zwischenprüfungsstoff angesehen. Irgendwann muss aber auch gut sein, speziell bei so tiefsinnigen Fragen, „warum hat das Kabel vom Tageslichtprojektor die Farbe rot?" Ja, was glaubt ihr denn?
Ich sag's euch, weil rot eine Signalfarbe ist und man nicht drüber stolpern soll. Das ist natürlich unglaublich wichtig. Ich hab auch gehört, dass die in Harvard das jetzt in den Studienplan aufnehmen wollen. So ein Mist.
Wiederum danach hab ich dann am PC diverse Sachen gemacht, TV Total und Beckmann geguckt, gelesen, bis ich dann gegen 1 Uhr in der Früh ins Bettchen ging.

Zum ersten Mal liege ich im Bett und überlege, dass mir die Schulzeit, die am Freitag, 07.03.08 zu Ende gehen wird, für fünf Monate zumindest, in gewisser Weise fehlen wird. Nicht die bestialische Langeweile, nicht die Leute da, die ich schon seit Wochen nicht mehr sehen, diese bekloppte Naivität. Leute, die drei verschiedene Lehrer fragen, welchen Stift wir in der Zwischenprüfung benutzen dürfen, für die habe ich nichts als Verachtung übrig. Das klingt wieder mal arrogant, aber hallo, wie alt seid ihr denn, ihr Scheißkinder? – Älter als ich und das ist ja das erschreckende. Aber ist mir scheißegal, mir ist eh alles scheißegal!
Was mir fehlen wird, sind die Zeiten. Ich stehe später auf, um dahin zu gehen. Ich bin früher wieder zu Hause. Eigentlich ein laues Leben, im Gegensatz zum Arbeiten.

 

Dienstag, 04.03.08:

Die Schultage sind gezählt, die Reihen lichten sich.
Heute sieben Stunden, davon vier Stunden Datenverarbeitung, bei einem Typen, der fast geheult hätte, weil er jetzt in Rente geht und wir heute bei ihm die letzten Stunden hatten. Als dann zum Schluss, wegen „Leck mich am Arsch"-Gefühl auch keiner mehr zu hörte, war er so ein wenig traurig. Tja, ein Lehrer, der sich so einen Mist da zu Herzen nimmt, der hat den Beruf verfehlt. Würde ein Psychotherapeut so handeln, würde er doch auch verrecken. Gut, die meisten haben ja auch einen an'ner Waffel. Da fällt mir ein, meine Cousine studiert Psychologie.
Ich schweife vom Thema ab. Aber der Typ hat auch eine Homepage, auf die er pro Stunde mind. einmal verwies (
www.axel-jacobi.de), ist auch ein Bild von im zu sehen.

Nach vier Stunden DV, ein zwei Schulstunden langer Vortrag eines Mannes aus unserem Unternehmen. Thema, „betriebliche Altersvorsorge!" Ein wirklich spannendes Thema und der Mann schaffte es auch uns das anschaulich bei zubringen. Eigentlich nicht. Ich hab in der ersten Reihe gesessen und bin fast weggenickt, weil er so leise, kaum hörbar gesprochen hat.
Zu guter letzt, eine Stunde Rechtsschutz beim Klassenlehrer. Hier wieder diese behinderten Fragen. Zum zehnten Mal, „dürfen wir uns Schildchen an die Gesetzestexte machen, damit wir das und das schneller finden?" Ihr versteht das vielleicht nicht, man muss dabei sein. Jeder soll Fragen, Fragen macht klug, aber doch nicht so eine sinnlose Scheiße. So blöd kann keiner sein!
Der Pater, wie ich unseren Klassenlehrer aufgrund seines Aussehens gerne nenne, oder auch, weil er mehr Prediger als Lehrer ist, sagte dann, „trinkt euch heute Abend mal eine halbe Flasche Bier." Zur Beruhigung meinte er wohl. Mein Sitznachbar, mein BF, sagte sofort, „alles klar, eine halbe Kiste Bier. Das wird anstrengend in Verbindung mit Lernen am Nachmittag, aber wenn Sie es sagen!"
Nach der Schule bin ich natürlich nach Hause gefahren und hab, ohne etwas anderes zu machen, erstmal wieder zwei Stunden geschlafen, anschließend geduscht und gegessen.  Was soll man auch sonst machen.

Ein letztes Mal in die Zwischenprüfungsunterlagen gesehen und sonst nichts getan, außer Kuchen gegessen und Fernsehen geguckt. Ah doch, ich hab mich mit einem ehemaligen Mitschüler von der Handelsschule, der an der BITS studiert über die Finanzierung der ganzen Sache unterhalten.
Irgendwann am Abend fing es dann noch an zu schneien, nicht doll, aber immerhin.

 

Mittwoch, 05.03.08:

Der Tag des Herrn war gekommen. Die Zwischenprüfung sollte das Tageshighlight bilden. Früh stand ich auf, so gegen halb neun.
In Dortmund, wo ich zur Schule gehe und natürlich auch in anderen Städten, fuhren heute wegen ver.di Streiks keine Bahnen. So holte ich meinen BF aus der Dortmunder Nordstadt ab, damit auch er diese enorm wichtige Prüfung absolvieren konnte.

Der Aufseher kam erstmal viel zu spät. Dann interessierte er sich nicht die Bohne für die Einladungen der IHK und die Personalausweise, die man unbedingt mitbringen musste. Also hätte auch mein Bruder diese Prüfung für mich schreiben können, wem wäre es aufgefallen?

Die Prüfung an sich war OK, ich bin mir sicher, irgendwas im 2er oder 3er Bereich wird dabei wohl rauskommen, wenn mich in ca. 4 Wochen das Ergebnis von der IHK per Post ereilt.
Nach 60 von 120 verfügbaren Minuten kehrte ich der Angelegenheit den Rücken und ging.
Mein BF folgte wenige Minuten später, so dass wir gehen konnten. Von da aus, zum Altpapiercontainer und zum ALDI in der Dortmunder Nordstadt. Hier sind die qualitativ einigermaßen hochwertigen Spirituosen in einer Vitrine eingeschlossen, was eigentlich alles, über das Publikum dort sagt. Wir haben aber nur Wasser gekauft, ehrlich!
Es ging stark auf ein Uhr am Mittag zu, das heißt in gutem deutschen Hause, Mittagessen. Wir also erstmal zu Pizza Hut, eine kräftige fast deutsche Mahlzeit. Zu zweit so ein „Käse im Rand" Mopped ist aber auch sättigend.

Zu Hause angekommen, nahm der Tag eine hässliche Wende. Ich war noch keine zwei Minuten hier, schrieb mir eine Freundin eine SMS. Sie hatte an diesem Tag auch Prüfung und ich hatte ihr gestern per Post meinen USB Stick geschickt. Der Brief kam wohl an, der Stick ward aber nie wieder gesehen. Mein 4GB Samsung Baby. Einfach weg. Sausäcke, vom Vorstandsvorsitzenden angefangen, bis hin zu den Mongos, die die Briefe sortieren.
Wenige Minuten später fällt mir beim Tragen ein 6er Pack ALDI Wasser hin. Zwei Flaschen, wohlgemerkt PET, besaßen doch tatsächlich die Frechheit, kaputt zu gehen. Hab ich auch noch nie gesehen so was.

Bis zum Dunkelwerden konnte ich mich einigermaßen beruhigen, aber dann.

Ich will meine Rollladen vor den Fenstern runterlassen, da geht mir doch das rechte Scheißteil ab. Irgendwo oben im Kasten was kaputt, gerissen oder was weiß ich, geht nicht mehr hoch. Wenn ich zum Grottenolm werde, ist diese scheiß Rolllade Schuld. Aber das sie kaputt ist, ist ja noch nicht mal das schlimmste, nein, der Umstand deswegen ist das schlimmste. Jetzt muss ich die Fensterbank abräumen, es müssen wieder Handwerker hier rein gelassen werden, das nervt extrem, dieser Umstand.

Abends bekomm ich dann in Sachen Pfadfinderbeiträge noch Druck von oben, den ich aber postwendend nach unten weitergegeben hab. Ich solle bitte die Beiträge 2007 von meiner Gruppe abliefern. Hallo, kann ich zaubern? Ich also ran ans Telefon, alle säumigen Zahler angerufen. Toll, was einige für Ausreden drauf hatten, einige sind untergetaucht, aber nicht mit mir. Handynummer nicht mehr aktuell, ich die Mutter angerufen. Achja, Inkasso kann auch Spaß machen, manchmal.

Am Abend hab ich dann auch mal wieder stundenlang mit einer Freundin telefoniert, musste einfach mal wieder sein, immer wieder schön.

 

Donnerstag, 06.03.08:

Die ersten beiden Schulstunden waren heute frei. Das hieß vier Stunden ein wenig Unterricht machen. So langsam hatten auch die Lehrer gemerkt, dass die Luft irgendwie raus ist.

Die Anfahrt nahm heute wieder fast mehr Zeit in Anspruch, als der Unterricht. Auch das verfahrene Spritgeld stand in keinem Verhältnis zum Gelernten.

Nachmittags habe ich hier diversen Schreibkram erledigt und von meiner Mutter die Info bekommen, dass die Mikrowelle nun endgültig nicht mehr geht. Hatte sie schon das ein oder andere Mal. Sie läuft zwar noch, der Teller dreht sich auch, aber die Sachen, die man reinstellte wurden nicht mehr heiß. Auch nach mehrmaligem Steckerrausziehen und erneutem Ausprobieren, tat sich da nichts. Schnell war mir klar, Junge, da muss Ersatz her.
Ich zog mich an, packte für die Nacht in der Clanzentrale und fuhr zu Saturn. Hier ging ich schnurstracks in die Mikrowellen / Küchengeräteabteilung. Während du in der CD Abteilung nicht laufen kannst vor Leuten, kannst du hier deine Stimme in den Regalen hallen hören, da ist keine Sau. Außer einer hoch motivierten Verkäuferin. Da ich aber keine 300€ Mikrowelle mit Touch-Screen wollte, hatte sich das da auch schnell erledigt.
Von da aus zu real nach Iserlohn. Hier gab es günstigere, aber auch wieder so günstig und so „No-Name", dass ich dem Braten nur misstrauen konnte und abzog.

Anschließend war ich bei meiner Oma zum Abendessen, unterhielt mich mit meinem Bruder und brauch auf, zum Ringrat. Wie ich in anderen Wochenrückblicken schon berichtete, jeden ersten Donnerstag im Monat Vorstandssitzung der Hemeraner Pfadfinder. Diese war bis auf die Infos über die Landesgartenschau 2010 in Hemer nichts besonderes. Nebenbei, was da in Hemer wegen dieser Schau abgeht, das halte ich für stark übertrieben, aber ich bin zum Glück nicht gefragt.

Nach dieser kurzen Sitzung kam dann der angenehme Teil in unserer Stammkneipe in Hemer. Hier tranken wir, unterhielten uns und lachten. Das gute war, am darauf folgenden Freitag sollte letzter Schultag sein, also immer rein damit.

Irgendwann brachte mich dann einer nach Hause, bzw. zu meiner Oma.

 

Freitag, 07.03.08:

Nach einer recht kurzen Nacht bei meiner Oma in meinem alten Bett, machte ich mich auf zur Schule. In der vierten Stunde sollte es vom Klassenlehrer Zeugnisse geben. Gab es natürlich auch. Aber bis dahin, rum sitzen, der Lehrer in den ersten beiden Stunden sagte wörtlich, „so, was Sie jetzt machen ist mir eigentlich egal!" Das natürlich ein Wort. Schiffe versenken und Stadt-Land-Fluss waren nur zwei von diversen Spielen, mit denen wir uns die Zeit vertrieben. Nun war es endgültig klar, heute letzter Schultag, der dritte und letzte Schulblock würde in ziemlich genau fünf Monaten starten. Klar wurde mir, dass es mir einige Zeit fehlen wird, dass Schulleben, das rumgammeln, das Ausschlafen, das frühe zu Hause sein.
Anschließend an diesen mehr als unsinnigen und wieder nur Sprit fressenden Schulbesuch, fuhr ich zu Berlet nach Hagen, eine neue Mikrowelle kaufen, da war ich doch erstaunt, wie teuer die Dinger sind. Gut, ich mein Qualität hat ihren Preis, aber ist doch eh alles „Made in China". Und hat Wilhelm Röntgen nicht schon vor mind. 107 Jahren, mit „seinen" gleichnamigen Strahlen, den Weg für diese Technik geebnet? Normal ist alte Technik doch preiswert. Wie dem auch sei, eine neue musste her und so kaufte ich auch eine.

Die alte, die zugegeben mehr auf dem Kasten hatte, wurde von mir nach acht ein halb Dienstjahren entsorgt. Möge die neue ebenso gut dienen.

Mit der neuen im Gepäck fuhr ich nach Hause, wo ich sie aufstellte und testete, läuft.

Quasi nahtlos daran fuhr ich zu meiner dritten und letzten Massage. Wieder der gleiche, wie beim letzten Mal, er hat's drauf, ich fühl mich gut.

Danach hatte ich leider ungewollten Leerlauf, den ich bei meinem Vater verbrachte. Dieser zauberte ein Spontanmenü und wir guckten uns eine echt kaputte im TV an. Bei „We are family" um 14 Uhr auf Pro 7, Mandy Schulz, 21 Jahre und aus Leipzig. Sie braucht ein Gramm Koks am Tag. Während der Stunde Sendezeit zog sie sich eine Line nach der Anderen. Da frage ich mich, darf man das?

Anschließend, wie jeden Freitag am Nachmittag, meine Pfadfindergruppenstunde. Heute haben wir unser Areal mal angefangen aufzuräumen, sonst macht's ja anscheinend keiner, obwohl nicht nur wir da sind.

Von da aus, nach Hause und unter die Dusche, der Zeitplan war sehr eng. Ich wollte am Abend mit einer Freundin nach Jahren mal wieder zum Eishockey. Diese kam mich acht Minuten früher als erwartet abholen, so dass ich sie leicht bekleidet empfangen musste.

Wir fuhren von hier aus Richtung Eishalle Iserlohn. Die Partie Iserlohn gegen Krefeld wollten wir uns anssehen. Das ist aber auch immer schlecht mit Parkplätzen da. Beim reinkommen ein Bier und einen Platz gesucht. Das war, weil es ausverkauft war und schon kurz vor Beginn, nicht möglich. So also das erste Drittel aus verschiedenen Winkeln, an verschiedenen Standorten gesehen. Die erste Pause nutzten wir, uns einen viel besserer zu sichern. Kurz vor Beginn des zweiten Drittels, kommt dann so ein Spacko, Mitte Dreißig und spricht mich an:

- Kann ich jetzt mal wieder auf meinen Platz?

- Nein!

- Warum nicht?

- Steht hier dein Name?

- Öhm, ich will jetzt wieder auf meinen Platz!

- Nein!

- Ich hab hier im ersten Drittel auch gestanden!

- Ich hab hier letzten Freitag auch gestanden!

- Öhm, jetzt lass mich wieder auf meinen Platz!

 

Und da ich ja ein friedliebender Mensch bin, versuchte ich zu vermitteln, zwischen den beiden, also ihm und mir selbst.

 

- Wir können doch hier ganz wunderbar alle zusammen stehen!

- Dann rück doch mal ein Stück nach links!

- Kann ich nicht, wie soll ich das denn machen?

- Öhm, ja… dann müsst ihr halt wieder verschwinden!

 

Ab hier war mir klar, das ist ein Genosse mit Bildung, er hat nicht gesagt, „dann müsst ihr euch eben wieder verpissen" oder so was! Ich bin dann nach links gerückt und er hat das ganze Spiel durch keinen Ton mehr gesagt.

Die Stimmung war mitreißend, begeisternd und das Spiel an sich war extrem spannend, hatte ich so nicht erwartet und die Mannschaftsleistungen waren auch recht ausgeglichen. 30 Sekunden vor Schluss schoss Iserlohn den Siegtreffer, das fünf zu vier.

 

 

Danke für's lesen und Kommentare da lassen!

 

Gruß, ak!

Saturday, March 01, 2008 

Current mood:  aggravated

Guten Tag allerseits,

seht euch nur mein Werk an!

Samstag, 23.02.08:
Um 9 Uhr sowas bin ich wach geworden und hab erstmal eine ganze Zeit lang nichts getan. Rumgegammelt sozusagen. Als erstes anständiges habe ich ein bei der Post für mich hinterlegtes Paket abgeholt. Ein 2,50€ Buch von Amazon. Geschichten und Anekdoten aus dem Leben von Johannes Paul II. Ist ganz witzig, wie ich jetzt nach ein paar Tagen sagen kann und für den Preis.
Als ich von der Post wieder hier war, habe ich erstmal wie jeden Samstag gestaubsaugt, die ganze Wohnung. Anschließend gepackt, geduscht und dann machte ich mich auf. Mein Wochenendprogramm bildete eine Kölnbesuch.
Ich fuhr von hier zu einer Freundin nach Plettenberg. Deren beste Freundin wohnt in Köln in einer WG und sie hatte uns dorthin eingeladen, mit zu feiern und bis Sonntag zu bleiben.
Bei ihr zu Hause habe ich dann ein bisschen an ihrem PC rumgefummelt Nachdem ich ihre Playlist aus 1100 ausgewählten Liedern gelöscht hatte, setzten wir uns Richtung Köln über die A4 in Bewegung. Das Wetter war gut. Sauber durchgekommen, wie der David zu sagen pflegt, standen wir vor dem ersten Hindernis.
Wir überquerten mehrfach den Hansaring, kamen aber einfach nicht drauf, mussten wir aber. Irgendwann hatten wir aber auch das geschafft und stellten unser Auto in die Nähe der WG. Es war ca. 16.30 Uhr. Die WG liegt sehr zentral, ca. 10 min vom Hauptbahnhof entfernt. Hier ein erstes Mal 8€ in den Parkautomaten gesteckt.
Vom Parkplatz machten wir uns auf zur Bahn Station Hansaring, von da aus, schwarz gefahren, die eine Haltestelle zum Hauptbahnhof. Direkt am Hauptbahnhof ist ja der DOM, den ich heute zum ersten Mal von innen sehen sollte. Wirklich gewaltig von innen, mein lieber Mann.
Anschließend spazierten wir ein wenig am Rhein entlang, wo ich meine Geburtstagsgeschenke von besagter Freundin auspackte. Dort wo wir saßen, also an dem Teil des Rheins, eine unglaublich Ansammlung von Punks. Was mich aber so stutzig machte, direkt daneben stand auch Menschen, die eindeutig als rechtsradikale zugeordnet werdehn wollten. Als nächstes sah ich dann auch, dass ein Streifenwagen da stand, mit zwei gelangweilten Beamten drin, die das ganze im Auge hatten.
Vom Rhein in die Innenstadt, die ich auch noch nicht gesehen hatte. Groß, die Einkaufsstraßen auch sehr lang. Nur, wie auch in Düsseldorf, hatte ich mir die Einkaufsstraßen breiter vorgestellt.
Ich lud meine Freundin dann zu Pizza Hut zum Essen ein. Hier tranken wir schon mal jeder den ersten Liter Bier. Macht aber auch durstig. Bei Pizza Hut sagte ich dann, "is ganz schön anstregend, so ne shopping Tour!" Da wir nichts gekauft hatten, sagte sie mit einem Grinsen "das war kein shopping, das war bummeln, shopping is härter!" Und bumm, wurde mir wieder bewusst, was ich nicht vergessen hatte, wohl aber nicht beachtet, dass sie halt auch nur eine Frau ist.
Nach einem ausgiebigen Mahl liefen wir zum Bahnhof zurück, wo wir in einem Handyladen einen Freund von ihr besuchten, den ich auch kenne, netter Typ russischer Abstammung mit einer ganz eigenen Meinung über Putins Russland, aber das nur am Rande. Dieser Handyladen hat auch Sonntag auf, auch das nur am Rande. Wir konnten ihn leider nicht überzeugen, am Abend mit auf die Feier zu kommen. Am Bahnhof dann am Kiosk für den Weg mit Alkohol eingedeckt. Herrlich, so ein Leben!
Am Auto angekommen, nahmen wir unser Gepäck auf und warfen noch einmal 4€ in die Parkuhr, ein bisschen parken also insgesamt 12€.
Zu Fuß machten wir uns auf, die paar Meter vom Auto zur besten Freundin zu bezwingen. Auf dem Weg dahin ein kurzer Eindruck von dem Wohnviertel. Ich sah nur eine Kneipe, die randvoll war und auf jedem Tisch stand eine Wasserpfeiffe, natürlich nur legaler Tabak...
Gefühlte 300 Stufen später waren wir um ca. 21 Uhr am Ort des Geschehens. Alle begrüßt, keinen den ich kannte, was sich sehr schnell ändern sollte. Ich stellte mich artig denen vor, die es interessierte und nahm mir erstmal ein Bier. Ich sah mich um, wartete, beobachtete, nahm mir ein Bier. Ich sprach mit allen möglichen Leuten über das und das und auch über lustiges, belangloses. Ich muss sagen, ich hatte einen echt schönen Abend und auf einmal war es auch schon 4 Uhr in der Frühe. Ich wollte mich hinlegen, da ging auf einmal der Fernseher an, natürlich nicht von selber. RTL, Boxen. Klitschko sollte einen weiteren WM Gürtel erkämpfen. Ich war aber einfach zu müde und zu voll, um mir das noch anzutun und so legte ich mich quasi mitten ins Geschehen und machte erstmal den Schnarchemann.

Sonntag, 24.02.08:
Nach vier Stunden Schlaf ging auf einmal hinter mir die Tür auf, was ich erst gar nicht merkte. Erst als das Mädel, was daraus kam, mit einem Fuß bei mir im Gesicht stand, dachte ich mir, halt Andreas, hier stimmt was nicht. Sie lächelte mich an und ging weiter. Nun, wo ich eh wach war, merkte ich recht schnell, dass jetzt hier ein anderer den Schnarchemann macht. Der Jojo, der in einer noch nie dagewesenen Haltung auf dem Sofa pennte. Sein Körper konnte so auch gar nicht genug Luft bekommen. Ich überlegte, was machst du jetzt. Schläfst du weiter oder stehst du auf, wenn du aufstehst, wie gehts dann weiter. Das Weiterschlafen funktionierte auf jeden Fall nicht, also ging ich erstmal aufs Klo. Zog mich an und überlegte mir, hier musst du raus. Niemand sonst außer mir regte sich. Es war ca. 8.45 Uhr.
Ich ging erstmal runter zur Haustür, soweit so gut. Draußen auf der Straße musste ich mich erstmal sortieren. Soviel Frischluft auf einmal war doch zuviel. Ich nahm mich zusammen und ging Richtung Bahn Haltestelle. Dachte mir nichts, ging einfach nur. Da ich aufs Klo musste entschied ich mich, die eine Haltestelle schwarz zum Bahnhof zu fahren. Dort angekommen bezahlte ich bei Mc Clean, dem Toilettenbetreiber stolze 1,10€ um da kacken zu dürfen. Auf der Schüssel sitzend stellte ich fest, dass egal, wieviel man auch bezahlt, es eine Bahnhofstoilette bleibt. Und die sind nach wie vor nicht bekannt für ihre Sauberkeit.
Am Bahnhof holte ich mir dann ein völlig überteuertes Wasser und fuhr wieder schwarz zurück zum Hansaring. Noch am Bahnhof hatte ich meiner Freundin eine SMS geschrieben, sie solle sich mal melden, wenn sie auch wach sei und mir sagen ob ich Brötchen mitbringen soll. Keine Antwort.
Ich ging noch eine Stunde lang spazieren und setzte das Auto vom Parkplatz direkt vor das Haus, in dem die WG war. Beim Bäcker holte ich 15 Brötchen. Lässt man sich ja nicht lumpen, nachdem man sich bis jetzt auf Kosten der Gastgeber durchgefuttert hat und auch das ein oder andere Bier getrunken hatte. Auch hatte ich ja keine Ahnung, wieviele Leute noch da waren und frühstücken würden. Nach meiner zweistündigen Abwesenheit dachte ich mir, wird wohl jemand wach sein und mir aufmachen. Hat auch geklappt. Nach und nach füllten sich die Reihen wieder, auch mit meiner Freundin und auch andere, die in Köln wohnten, gestern auch da waren, kamen wieder, nachdem sie zu Hause gepennt hatten. Ein gemeinsames Frühstück stand auf dem Programm.
Es war mittlerweile natürlich schon Mittag.
Den Rest bis zum Nachmittag verbrachten wir mit nichts tun, Mist labern, zwei Folgen Dr. House gucken und zwischendurch essen.
Um 16.30 Uhr verabschiedeten wir uns dann Richtung Heimat. Diese erreichten wir ca. anderthalb Stunden später.
An dieser Stelle, falls ihr das lest, danke für eure Einladung und ich komme sicher bald wieder!
Abends dann noch geduscht und hingehauen.

Montag, 25.02.08:
Heute stand ich um 9 Uhr auf, es war Wandertag angesagt. Ein Tag in jedem Block steht uns zur Verfügung, als Klassengemeinschaft was zu unternehmen.
Unser Höhepunkt sollte eine Führung und ein Besuch ds Spielcasinos Hohensyburg sein.
Um 11 Uhr sollten sich freiwillige treffen, am Wanderparkplatz Hohensyburg, eine Stunde zu wandern, bis zum offiziellen Treffpunkt um 12. Ich war wegen Baustellen und so weiter, auf dem Weg dahin, um 11.10 Uhr da. Da waren die Wanderer (ganze zwei Jungen + der Klassenlehrer) natürlich schon weg. Um halb zwölf stieß dann mein BF zu mir, und wir warteten gemeinsam, bis es 12 Uhr wurde.
Die Straße überquert hatten wir einen Tisch im Road Stop reserviert. Wir bestellten und aßen Burger in Kategorien bis 1000g Fleisch. Hier erfuhr ich von einem Mannschaftskameraden, dass das Spiel am Abend ausfallen würde.
Von da aus liefen wir die paar Meter hoch zum Casino. Dort sollte es um 14.30 Uhr mit der Führung losgehen. Die war kurz(weilig) und interessant. Fünf Euro kostete der Spaß, die wir hinterher in Form eines Spielgutscheins wiederbekamen.
Nach ein paar Minuten spielen verdrückten mein BF und ich uns.
Wieder zu Hause angekommen, hab ich nichts erwähnenswertes mehr vollbracht.

Dienstag, 26.02.08:
Heute wieder ein ganz normaler Schultag, 7 Stunden bestialische Langeweile. Die letzten Arbeiten wiederbekommen. Mehr passierte auch nicht.
Direkt nach der Schule war ich dann beim Friseur, im real in Hemer. Einer der teuersten, aber ich bin mit der Arbeit bis jetzt noch immer zufrieden gewesen. Und da der Mensch ja auch ein Gewohnheitstier ist, geh ich halt immer wieder hin.
Heute "bediente" mich eine Frau, Frau Hoffmann, wie sie sich mir vorstellte, ohne dass ich fragte, "sag Oma, wie heißt denn du?" bzw. ohne dass ich es wissen wollte. Die war mir schon so ein bisschen suspekt. Aber der Knaller kommt erst noch. Da drückt die alte Frau, die ich da halt noch nie gesehen habe, meinen Kopf mit einer Hand gegen ihre Brust und in der anderen Hand die Haarschneidemaschine. Da hab ich mich nur gefragt, ist Parkinson bei denen eine Berufskrankheit?
Ich hab mich dann mal für etwas kürzer als sonst entschieden und hab mir zum Schluss noch ein wieder viel zu teures Shampoo andrehen lassen. Trotzdem zufrieden, verließ ich den Laden.
Zu Hause habe ich dann abends noch Saw IV gesehen. Den ich ja schonmal im Kino "gesehen" hatte (siehe mein Blog "Meine Woche XIV"). Ich muss sagen, der Film ist nicht schlecht, er ist strange, wie ich gerne sage, besonders das Ende wirft viele Fragen auf, die wahrscheinlich nichtmal die Macher beantworten können.

Mittwoch, 27.02.08:
Heute schulfrei, wegen pädagogischem Tag in der Schule. Die Lehrer wollten mal so richtig einen ganzen Tag lang über die äußerst wichtigen und unabdingbaren Kopfnoten beraten, oder wie ich sie nenne, die Headnuts (eigtl. engl.: Kopfnüsse). Ja, so ein Tag ohne das Generve von Schülern ist ja auch mal schön für die geschundene Beamtenseele.
Doch was sollten wir heute machen, Urlaub nehmen, ne, ist doof. Also auf der Arbeit antraben, in unserem wunderschönen Palastbau ein gutes Werk tun.
Ich stand um 5 Uhr auf, um auch ja um 6.30 Uhr da zu sein. Denn dann kann ich auch um 14.36 Uhr wieder gehen. So hab ichs dann auch gemacht.
Wir lernten für die Zwischenprüfung, bekamen eine VVG Schulung und ich stellte mich in meinem neuen Fachbereich vor. Jetzt ist ja noch eine Woche Schule und dann heißt es erstmal wieder 5 Monate arbeiten, bis zum 3. und letzten Schulblock. Ab Montag, 10.03.08 darf ich dann im Bereich Marketing Lebensversicherung tätig sein. Dort sagte ich heute hallo und klärte, wann ich am ersten Tag da sein soll usw. Aber ich kann mir nach wie vor nichts unter den Tätigkeiten da vorstellen, mit anderen Worten, was mache ich da? Ich werds sehen.
Nach der Arbeit war ich dann erstmal meiner Oma einen Besuch abstatten. Dort gab es Kaffee und sie hat sich gefreut, dass ja immer die Hauptsache.
Von da aus zur noch amptierenden Chefin der Hemeraner Pfadfinder, eine Ehrenamtsbescheinigung fürs Zeugnis abholen.
Abends zu Hause hab ich dann Hitman gesehen. So ein stumper Film, auch oder gerade für mich, wo ich von der Materie noch gar nichts kannte. Lediglich das Ende hatte was. Und was auch interessant war, die Tatsache, dass in dem Film viel russisch gesprochen wurde. Hier stellte ich fest, dass ich noch erstaunlich viel verstehe. Obwohls nun auch schon ein paar Tage her ist.

Donnerstag, 28.02.08:
Der vorletzte Schultag der Woche. Ein ganz normaler Schultag. Sechs Stunden bestialische Langeweile. Nebenbei, dieser Ausdruck kommt nicht von mir.
Nach der Schule hab ich meinen Sitznachbarn nach Hause gebracht und mit ihm für ihn noch zwei Kisten Bier am Getränkemarkt geholt. Ich brauchte ihn nicht lange von den Vorteilen einer Kiste Bier im Haus überzeugen.
Vor seiner Haustür ließ ich mein Auto stehen und ging zu Fuß in die Dortmunder Innenstadt, wo ich mich mit einer Freundin traf. Zuerst gingen wir zu Pizza Hut, der Mensch braucht halt eine warme Mahlzeit am Tag.
Schon morgens in der Schule überlegte ich mir ein paar Sachen, die ich teilweise schon seit Monaten kaufen wollte und über mehrere Länder weg gesucht hatte. Ich kaufte eine Hose, ein paar Schuhe, Parfum und eine externe Festplatte. Musste einfach mal sein, auch wenn das alles zusammen eine anständige Stange Geld gekostet hat.
Abends haben wir dann bei ihr noch was gegessen und anschließend hab ich mich auf den Heimweg gemacht.

Freitag, 29.02.08:
Der Tag den es eigentlich gar nicht gibt. Wie oft man sich irgendwelche Leute im Radio anhören musste, die an diesem Tag Geburtstag haben. Obwohl mich schonmal interessieren würde, wieviele Leute weltweit an diesem Tag Geburtstag haben.
Nach dem recht kurzen Schultag fuhr ich zur Massage. Zweite von drei Massagen, die meine Mutter mir ja zu Weihnachten geschenkt hatte (ich berichtete). Im Gegensatz zum letzten Mal hatte es dieser Typ aber drauf, Wirbel einrenken, alles inklusive.
Daran anschließend war ich für meinen Vater in Albrechts Feinkostladen einkaufen. Den Einkaufswagen wie jeden Monat bis zum Maximum gefüllt. Steh ich an der Kasse, passiert das, was auch jeden Monat passiert. Ich lege am Ende des Fließbandes noch Waren aus meinem Wagen drauf, da fängt die vorne schon an zu kassieren. Was soll man da machen. Da kann ich nur hoffen, dass die Kassiererin meine Sprache spricht, und sie höflich um Geduld bitten. Hat auch, entgegen meiner Erwartung, ganz gut geklappt.
Bei meinem Vater erstmal alles ausgeladen und ein Päuschen gemacht.
Später bei meiner Pfadfinder Gruppenstunde haben wir dann Luftgewehrschießen gemacht. Ich war erstaunt, dass das Gewehr mit dem wir schossen, also das ein gutes Gewehr tatsächlich 400€ kostet.
Abends zu Hause hab ich dann nichts mehr gemacht.

Samstag, 01.03.08:
Heute also. Ich hab mir extra das ganze Wochenende frei gehalten, um für die Zwischenprüfung am Mittwoch zu lernen.
Um 9.40 Uhr bin ich aufgestanden, hab gefrühstückt, gebügelt, Staub gesaugt und gelernt. Ich hab es tatsächlich geschafft mich hinzusetzen und mir das anzugucken, gut, das Radio und der PC liefen, aber sonst wirklich nichts. Zwischendurch hab ich dann einen Forumeintrag gepostet, bei dem ihr alle herzlich eingeladen seid, mit zu machen (s. mein Blog "Euer Ereignis der Woche").
Anschließend an diesen Blog hier werde ich mich wieder in meine Unterlagen vertiefen und dann wohl einen Film gucken.
Weiter als bis zum Mülleimer war ich noch nicht.

Bis zum nächsten Mal und ein schönes Restwochenende noch!

Saturday, March 01, 2008 

Current mood:  hopeful

Hallo zusammen,

ich hab mir mal so überlegt, Blog und Forum ein wenig zu mischen. Da das MySpace Forum einfach viel zu groß und annonym ist, lade ich herzlich ein, hier mit zu machen.

Ich habe mir als erstes Thema erlebt, "Euer Ereignis der Woche" postet ihr einfach als Kommentar zu diesem Blog. Der Austausch findet dann über das posten weiterer Kommentare statt.

Schreibt also alles, was euch diese vergangene Woche gefreut hat, geärgert hat, verblüfft hat, reich gemacht hat......

Ich fange einfach mal an:
Mein "nachhaltigstes" Ereignis diese Woche ereilte mich am vergangenen Sonntag. Eine Freundin, für die ich mal starke Gefühle entwickelt hatte, berichtete mir, dass sie wieder vergeben sei.
Das hat schon eine kurzzeitige emotionale Unruhe in mir ausgelöst. Aber auch das hat sich nach zwei, drei Tagen wieder gelegt.

So, jetzt seid ihr dran!

Sunday, February 17, 2008 

Current mood:  thirsty

Guten Abend allerseits,

ich bin wieder da!

Ja, ihr seht richtig, ein Wochenrückblick. Der erste nach einer Pause von Acht einhalb Wochen. Eine Pause, in der viele nach einer Rückkehr der Wochenrückblicke riefen. Ich hatte eine Pause eingelegt, zum einen weil ich keine Lust hatte, mich hierhin zu setzen und was zu schreiben. Gut, ich sitze sowieso immer hier. Zum anderen, weil ich die Frage nicht mehr beantworten konnte, "was geht die da draußen mein Tun und Lassen an?
Meine Wochenrückblicke seien immer witzig, unterhaltsam, interessant und gut zu lesen, habe ich in den vergangenen Wochen gehört und diese Aussage einer Freundin (ich werte hier nicht mehr, also es gibt nur noch "Freundin", nie wieder "beste Freundin" oder "gute Freundin" usw., das hat in der Vergangenheit zu viel Stress gegeben) war ein Beweggrund, mich wieder der Öffentlichkeit mitzuteilen.
Ich hab aber auch einfach mal wieder Bock, was zu schreiben.

Ich sitze hier, an meinem Laptop, in meinem Zimmer, höre über den PC Bob Marley und trinke aus einer soeben geöffneten 0,66 Liter Flasche Desperados. Ein tolles Gefühl in der Hand und es schmeckt einfach immer wieder königlich.

So, dann fang ich einfach mal an, beschränke mich auf die Ereigniss der letzten 7 Tage, wie gehabt. Alle, die meinen, sie wüssten was => Kommentar posten und alle die an einer meiner Aktionen diese Woche teilgenommen haben, sowieso => Kommentar posten.

Montag, 11.02.08:
Meine Mutter ist seit gestern für eine Woche im Urlaub im Schwarzwald.
Ich stehe früh auf, frühstücke. Setze mich ins Auto Richtung Iserlohn in Bewegung, wo ich eine Freundin einsammle. An diesem Morgen war ich aber auch noch müde, Mann. Und Bauchschmerzen hatte ich auch mal wieder. Sie eingesammelt gehts los, über die Autobahn zur Uni, wo sie studiert und unter der Woche wohnt. Da hab ich sie dann im Studentendorf abgesetzt.
Ich befinde mich immer noch im 2. Berufsschulblock, der von November bis März geht. Die viertletzte Woche bricht heute an. Außer das wir eine Arbeit zum Thema Haftpflichtversicherung geschrieben haben, ist nicht viel passiert.
Mittags, wieder zu Hause mache ich nach dem von mir (von wem sonst) zubereiteten Mittagsmahl erstmal ein drei Stunden andauerndes Schläfchen. Hätte ich mir nicht meinen Wecker gestellt. wodurch ich wach wurde, ich glaube ich hätte durchgeschlafen. Frei nach dem Motto, "wir machen durch bis morgen früh und singen bums fallera."
Gegen 19 Uhr werde ich also vom Wecker wach. Denn ich hab heute noch einen Termin. Ich schmeiße mich in einen leichten Bieranzug, nehme ein Strandtuch und ziehe los, mit dem Auto nach Hemer. Dort hatte ich an diesem Tag den ersten von drei Terminen zur Massage. Einlösung eines Weihnachtsgutscheins meiner Mutter, den ich mir gewünscht hab.
Der Typ, der mich massierte, hatte aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit fast kein Bock mehr, redete dafür aber umso mehr, was sich aber durch meine Reaktionen recht bald einstellte.
Ende des Tages mit der Feststellung, dass der mehr Schaden angerichtet hat, als "wegmassiert."

Dienstag, 12.02.08:
Wieder ein ganz normaler Schultag, wir schrieben einen Test in Datenverarbeitung, Microsoft excel zum Thema "wenn-Funktionen." Bis auf eine Funktion wohl alles richtig.
Heute wegen einer Konferenz, in der es wahrscheinlich mal wieder um ähnlich wichtige Sachen ging, wie die Farbe des Klopapiers auf den Schultoilletten, nur 6 statt 7 Stunden
Zu Hause Mittag gegessen und wieder ins Bett gelegt. Vom Bett aus, Good Bye Lenin geguckt. Hab ich vor knapp 4 Jahren in einer 3 DVD Deluxe Edition gekauft, bisher aber nur einmal gesehen. Toller Film, den ich gar nicht mehr so traurig in Erinnerung hatte. Und, nebenbei, Wolgang Becker, der Regisseur, ein Hemeraner.
Heute sonst keine Termine, ein verhältnismäßig ereignisloser Tag.

Mittwoch, 13.02.08:
Quälende 7 Schulstunden lang, bestialische Langeweile.
Heute war Jahrestag. Am 13.02.07, sprich vor einem Jahr hab ich mich mit einer Freundin wiedergetroffen, die ich knapp ein dreiviertel Jahr nicht sehen wollte. Also heute, Tag des einjährigen Wiedersehens.
Zu diesem Anlass wollten wir ins Kino, Saw 4. Soweit so gut.
Nach der Schule, ich versuchte anzufangen zu lernen. Freitag sollte eine Arbeit über die Lebensversicherung anstehen. Ungefähr so, als wolle man eine Arbeit von 2 Stunden über den gesamten Inhalt der Bibel schreiben. Unmöglich.
Irgendwie habe ich es während dieser Vorbereitung geschafft, mich mit einer Freundin im ICQ sehr zu streiten, vielleicht weniger zu streiten, mich dafür aber umso mehr zu ärgern. Mich selber zu frustrieren, traurig zu machen. Ich hab jetzt kein Bock den gesamten Sachverhalt hier nochmal zu schildern, aber sowas kommt garantier nicht mehr vor!
Mir war nun die Lust auf Lernen schon ein erstes Mal vergangen.
Ein Blick auf die Uhr, 16.20 Uhr. Bedeutete, es war nach vier, auf zum Kühlschrank, Zeit für ein Bier.
Vorher klärte ich noch mit meiner Freundin ab, ob sie zum Kino fährte, kein Problem.
Ich trank dann ein oder zwei Bierchen und die Ereignisse des Tages nahmen ihren Lauf, sie überschlugen sich quasi. Ein guter Freund, meisterte heute erfolgfreich ein Vorstellungsgespräch bei der Stadt Hemer und hat nun den Job. Das bereitete auch mir große Freude, unterstützt vom Bierkonsum.
Ich war aber offiziell immer noch am Lernen. Nach dem ich bisher sowieso nur den ersten Satz aus meinem Heft gelesen hab, weiter war ich nicht gekommen, las ich diesen noch ein zweites und drittes Mal, nur um festzustellen, dass ich ihn doch nicht verstanden habe. An dieser Stelle Gruß an meinen Lehrer, W. Kraft!
Ich mache also das Heft zu und lege die Materialien beiseite. Ich höre Musik und trinke noch ein Bierchen. Starre aus dem Fenster, denke nach.
Irgendwann taucht dann besagte Freundin hier auf, setzt sich, erzählt. Ich denke, scheiße, warum siehst du die doppelt. Klar, ich hatte meine Brille nicht auf.
Auf dem Weg zum Kino hab ich ihr dann mal mein Leid geklagt. Musste einfach mal sein. Aber auch das kommt nicht mehr vor.
Im Kino in Iserlohn angekommen, war mir so, als hätten die da kein Licht an, auch die müssen halt sparen. Umweltbewusstsein bei den Kinobetreibern, ich war beeindruckt. Im Vorraum dann noch schnell mit Salitos für den Film entdeckt und los gings.
Vom Film selber, hab ich nichts mitbekommen, ich kann mich an allerhöchstens 4 Szenen erinnern. Aber die Freundin, die mich begleitete und heute auch auf mich aufpasste, sagte, der wäre wohl nicht so gut gewesen. Falls du das hier liest, mein Zustand ist nicht zu entschuldigen, dennoch bitte ich um Vergebung!
Zu Hause, ausgezogen und ab ins Bett. Morgen zum Glück die ersten beiden Stunden frei.

Donnerstag, 14.02.08:
Valentinstag! Der Tag der verliebten. Bin ich verliebt? Ich war es, aber ironischerweise heute, am Tag der Verliebten, wird mir klar, dass ich es nicht mehr bin. Ich werde zum ersten Mal um 4 Uhr etwa wach, ich muss pinkeln, ich hab große Kopfschmerzen. Dieses Salitos, altes Kopfschmerzbier, ich hatte bisher noch nie keine Kopfschmerzen davon. Zum Glück konnte ich wieder einschlafen.
Um 7 Uhr oder so bin ich dann aufgestanden, erstmal eine Kopfschmerztablette reingepfiffen und geduscht. Jaha, da waren sie wieder, meine Lebensgeister.
Ein bisschen was gefrühstückt, auf nach Dortmund zur Schule. Auf dem Weg dahin getankt, an der Schule beim Bäcker gewesen.
Ein Schultag mit 4 Schulstunden. Da nehmen An- und Abfahrt ja fast mehr Zeit in Anspruch als der Schulaufenthalt selber.
Den Nachmittag nutzte ich tatsächlich zum Lernen für die LV Arbeit morgen. Als ich hier so sitze bekomme ich eine SMS, ein ehemaliger Schulkamerad sagte seine Teilnahme am Kinobesuch heute Abend ab. Ich wollte mit ihm und seiner Freundin in John Rambo, am Abend in Iserlohn (s. auch mein Blog "Sylvester Stallone"). Er sagt, er hätte Magen Darm. Wollte ich erst zurückschreiben, "ja, dann sag deiner Freundin, ich bin um halb acht am Kino." Hätte er aber vermutlich nicht so lustig gefunden.
Ich also schnell Ersatz besorgt.
Meinen Ersatzmann in Hemer abgeholt und zum Kino. Dort habe ich es selten so voll erlebt. Stehen wir vorne an der Schlange, sprechen mich zwei Mädchen von der Seite an. "Entschuldigung, können Sie uns Karten mitbringen? Wir haben keine Lust uns anzustellen!" Gut, ich hab es euch fünf Sekunden geglaubt ihr kleinen Biester, die Schlange war lang. Ich fragte, "für welchen Film denn?" - "Für Saw 4!" Und da war mir klar, Mädels, ihr seid höchstens 16. Und so wirds wohl auch gewesen sein.
Der Film selber dann... lest die Kritiken, die sagen es. Ich war auf jeden Fall paralysiert, falls man das in ein Wort so zusammenfassen kann.
Eine kleine Anekdote zum Film aber trotzdem. Geht der Film, also der Hauptfilm, los, stehen zwei Leute mit ihre Jacken auf und gehen. Nach einer Minute Film. Eine Minute später stehen wieder zwei auf, nehmen ihre Jacken und gehen. Ich war kurz am überlegen, nimmste auch deine Jacke und gehst. Nein, im Ernst, was sollte denn das?

Freitag, 15.02.08:
Heute haben wir also die berühmte LV Arbeit geschrieben. Weniger Aufgaben als gedacht, aber dafür wieder die eine oder andere Falle, in die ich natürlich mit Vollgas gerannt bin. Mal sehen, was das gibt. An dieser Stelle Gruß an meinen Lehrer, W. Kraft!
Nach diesem recht kurzen Schultag, wie jeden Freitag, zum Wochenausklang angenehm, fuhr ich Richtung Uni. Dort meine Freundin abholen, die ich am Montag Morgen schon hingebracht hatte.
Ich bekam ein schönes, kleines Valentinsgeschenk und wir fuhren ungeplanter Weise nach Dortmund-Hohensyburg. Dort haben wir durch Zufall einen schönen Platz entdeckt, mit Blick auf den Hengsteysee (dort ist auch mein aktuelles Profilbild entstanden, so genial und so aussagekräftig).
In eine Pommesbude und dann zu mir, zum Essen. Hier hab ich ihr dann mein Geschenk zum Valentinstag übergeben.
Unter ständigem Zeitdruck stehend, sie dann nach Iserlohn nach Hause gebracht und nach Hemer zum Heimabend, zu den Pfadfindern. Dort wollte ich heute ein neues Konzept ausprobieren. Welches erstaunlich gut klappte.
Nach dem Heimabend noch kurz zu meinem Vater und ab nach Hause. Um halb acht hab ich an der Matratze gehorcht.

Samstag, 16.02.08:
Ein Tag, an dem ich das Haus eigentlich nicht verlassen wollte. Aber erstens kommts ja anders und zweitens als man denkt.
Ich gammel rum, dusche und mache mich auf zu einem Kumpel, den ich, seit wir nicht mehr in einer Klasse sind, eher unregelmäßig sehe, schade eigentlich, aber is ja mein eigen Verschulden. Wir waren in Werdohl was Essen, sind sinnlos in der Gegend rumgefahren, haben geredet und haben mit 4 anderen einen tollen Spieleabend verbracht, den ich aufgrund der Bombenstimmung eher als alle anderen verlassen habe. War einfach nicht auszuhalten.

Sonntag, 17.02.08:
Heute also. Heute war ich wirklich nicht weiter als bis zum Mülleimer. Ich hab gesaugt, geputzt, die Mülleimer geleert usw. Mit anderen Worten, die Bude auf Fordermann gebracht. Und wer aufgepasst hat, weiß auch warum, genau, meine Mutter kehrte heute aus ihrem Urlaub zurück.
Organisatorischer Pfadfinderkram wurde von mir erledigt, gelernt hab ich auch noch ein wenig und diesen Artikel verfasst.

So, das wars also mal wieder, nach dieser doch etwas längeren Pause. Ich erwarte eure Kommentare!

Adio

Wednesday, December 19, 2007 

Current mood:  working

Vielleicht bedeutet Liebe ja auch zu lernen,
jemanden gehen zu lassen,
wissen, wann es Abschied nehmen heißt,
nicht zuzulassen, dass unsere Gefühle dem im Wege stehen,
was am Ende wahrscheinlich besser ist für die,
die wir lieben.


Guten Abend allerseits,

böse Zungen behaupten, es gäbe keinen Wochenrückblick heute, sicher gibt es den, wie kann man sowas auch nur denken? Der Tag ist doch noch lang!

Ich nehme gleich vorweg, dass es nach meiner Einschätzung nicht allzu viel zu berichten gibt. Gab schon wesentlich spannendere Wochen. Auch bin ich mir noch unschlüssig, wie ich den Sonntag darstellen soll, anonym und doch für jeden verständlich, der nicht dabei war, auch wenns dann vermutlich nicht lustig ist.
Ich fang einfach mal, wird mir wohl noch einfallen, wie ich das mit Sonntag händele oder ich es gekonnt ignoriere.

Donnerstag, 13.12.07: Heute ist außer dem normalen Schulalltagsmist nix weiter passiert, als das ich bis spät am Abend gechattet habe, mit einem guten Kollegen und über Gott und die Welt philosophiert habe.

Freitag, 14.12.07: Nach dem normalen Schultag bin ich nach Iserlohn und habe meine beste Freundin abgeholt, besagte Freundin, mit der es vergangene Woche diverse Vorfälle gab. Ich will das nicht wieder anführen hier, wer will guckt in "Meine Woche XII". Ich war / bin sehr froh, dass sie versucht, mir zu verzeihen und heute wieder bereit war, sich mit mir zu treffen. Hierfür Lob und Dank.
Wir sind dann zu Fuß durch die Stadt diverse Erledigungen machen. Unter anderem hatte meine Mutter mir den Auftrag gegeben, sechs Schlüssel für unseren Wohnzimmerschrank anfertigen zu lassen. Ich mir nichts weiter bei gedacht, sechs machen lassen, einer kostete über acht Euro. Meiner Mama habe ich dann vier pro Schlüssel gesagt und den Rest selber bezahlt, besser ist das. Aber das Beste war, komme ich zu Hause an, wieviele Schlüssel brauchen wir effektiv? ZWEI!!! Hammer oder, dass nenne ich Geld zum Fenster rauswerfen.
Wieder was gelernt, fürs Leben, überprüfe Befehle immer, egal wer sie gibt.
Zwischendurch bei Burger King gewesen, endete dieses Treffen am frühen Abend.
An diesem Abend wieder bis in die Nacht hinein gechattet und mal über den Sinn von Kaufleuten und Versicherungen spekuliert. Ach, wie habe ich so jemanden vermisst, wie ihn, der durch selbst gemachte Erfahrungen, weiß wovon er spricht. Ich bin einfach mal so frei und füge einen Link zu seiner MySpace Seite hier ein, ohne ihn gefragt zu haben (
http://profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewprofile&friendid=280773954). Sprecht ihn mal an, freut er sich!

Samstag, 15.12.07: Als ich wach wurde, recht früh durch den Wecker war ich noch der Meinung, es würde zum Frühstück ins Cafe del Sol gehen. Aber letztendlich waren o. g. Freundin und ich dann bei McDonalds frühstücken. War auch mal wieder ganz lecker und habe ich auch Jahre nicht gemacht. Von da aus durch diverse Schuhläden im Kreis Hagen und Unna. Mittagessen beim Chinamann in der Volme Galerie, hab ich auch erst einmal gemacht, immer wieder ein Erlebnis.
Von Hagen aus zu meiner Oma, da habe ich dann versucht eine Art Inventur der Eisenbahn meines Opas zu machen. Die ist mega, echt riesig. Er hat da sehr viel Liebe und auch Geld reingesteckt. Nun ist mein Opa verstorben und die Eisenbahn steht da rum, was mich nicht so glücklich macht. Über die weitere Vorgehensweise und den Verbleib selbiger ist man sich noch uneins. Falls jemand besonderes Interesse an einer Eisenbahn "Märklin H0" hat, bitte melden.
Ich hielt es aber erstmal für eine gute Idee, aufzunehmen, wieviel Lokomotiven da sind, wie viele Waggons und so weiter. dachte mir, drehste die einzelnen Teile um und guckst drunter, liest die Seriennummer ab und gut ist. Jaha, geschissen. Außer "Märklin" und "Made in West Germany" steht da aber nichts drunter. Mir ist auch klar, dass die in "East Germany" sowas nie auf die Kette bekommen hätten. Brachte ich mich aber so gar nicht weiter.
Gut, dass mein geliebter Großvater, der durch die frühe Trennung meiner Eltern immer wie ein Vater für mich war, auch weil wir in einem Haus wohnten, noch fast alle Kartons der gekauften Sachen hatte. Da entnahm ich dann die Seriennummern, aber wie gesagt auch nicht alle. Machte mich alles so gar nicht glücklich, das ganze Thema und als ich dann zu Hause im Internet war und sah, dass zumindest bei ebay, die Kurse nicht gut standen.
Nach meiner Oma war ich bei meinem Vater, da habe ich schnell was gestrichen, von da aus nach Hause, wo man versuchte mich zu überreden in die Schauburg nach Iserlohn zu fahren. Hatte ich aber so gar kein Bock drauf, also endete der Tag für mich an dieser Stelle, zu Hause.

Sonntag, 16.12.07: Heute nur ein Tageshighlight, nach langem Schlafen, das Jahresabschlussessen der Hemeraner Pfadfinder, denen ich angehöre.
Reichlich zu essen, gemütliche Runde, von 17 Uhr bis 21.30 Uhr war ich außer Haus. War aber auch nix besonders Erwähnenswertes, besonders öde für die, die nicht dabei waren, drum lasse ich es einfach weg.
Seid gespannt auf meinen Bericht im Logbuch '08, zu diesem Tag. Einen Bericht, welchen ich am darauffolgenden Montag verfasste.

Montag, 17.12.07: Eine neue Woche, neues Glück und vor allem ein neue Schulwoche, ätzend. Die übliche Wochenanfangsunlust, war wieder deutlich zu spüren, besonders bei meinem Sitznachbarn, der nicht nur einmal wegnickerte an diesem Tag. Nebenbei, ich war aber auch kurz davor.
Heute Morgen vor der Schule, habe ich meine beste Freundin mal wieder mit zur Uni genommen, nach Dortmund, weil ich ja in Dortmund zur Schule gehe, passt das immer ganz gut.
Nachmittags ein Schläfchen und abends als einzig dann noch erwähnenswertes, die letzte Folge von "Bauer sucht Frau". Enttäuschend, öde, gestellt. Nachdem in der Bild Zeitung und sonstwo so viele Wahrheiten über die Serie breit getrampelt wurden, machte es sowieso keine richtigen Spaß mehr.  Wie z. B., schon verheiratete Bauern, erzwungene Küsse usw. Aber ich habs angefangen, also mache ich es auch zu Ende.

Dienstag, 18.12.07: Heute sieben Stunden und heute war es nun an mir, in der Schule mal Augenpflege zu betreiben. Dieses beschissene Paragraphenreiten, ich hab vorher nie auf einem Pferd gesessen.
Nachmittags dann wieder in langes Schläfchen, sonst ist leider nichts passiert, obwohl ich es gehofft hatte.

Mittwoch, 19.12.07: Letzter Schultag, dann Ferien, bis einschließlich zum So. 06.01.07.
Wir haben in der Schule vier Stunden lang gefrühstückt und ich habe mich vergiftet. Der Lehrer hatte aus der Cafeteria der Schule zwei riesige Kannen Kaffee geordert. Ich persönlich hätte es ja cooler gefunden, wenn er mit so 'nem Tankrucksack wie im Stadion rumgelaufen wär, wo normal Bier drin ist.
Dieser Kaffee war die Hölle, aber er war umsonst, also hopp hopp, ab in Kopp. Ich habe noch jetzt tierische Bauchschmerzen, vielleicht hätte ich als notorischer Kakaotrinker keine fünf Tassen trinken sollen, aber er war ja wie gesagt umsonst.
Wir besprachen dann auch, was wir denn am Wandertag machen könnten. Bei der Abstimmung kam dann ein Besuch im Casino Hohensyburg raus. Huuuh, was war das für alle spannend und aufregend, die große Welt der Erwachsenen. Wenn ihr wüsstet ihr Lappen, dass ich da beim reinkommen mit Namen und Handschlag begrüßt werde.
Da ich nach vier Stunden Schule, die es heute nur waren, recht früh zu Hause war, wollte ich wieder ein Schläfchen machen, nicht weil ich müde war, sondern weil der Tag sonst so lang ist. Dies war mir aber wegen meiner Bauchschmerzen und einem anderen Umstand nicht gegönnt. Hier fährt doch ungelogen so ein kleiner, minderbemittelter Pisser mit seiner Mofa anderthalb Stunden die Straße rauf und runter. Über die Wiese gegenüber unserem Haus und so weiter, alles ja hochgradig gefroren. Ich mich mal eine Zeit lang ans Fenster gestellt und sehnsüchtig darauf gewartet, dass er sich endlich mal auf die Fresse legt, geschah aber leider nicht oder ich habs nicht gesehen.
Nun bin ich mit einem alten Schulkollegen der Handelsschule am chatten, einer Bekannten hier aus dem MySpace, meiner besten Freundin und nebenbei versuche ich mich auf den Michael Caine Film "Der 4,5 Billionen Dollar Vertrag" zu konzentrieren. Alles zusammen will mir aber nicht so ganz gelingen. Ich werde mich aber jetzt mal für etwas eintscheiden, nur was?

Das wars auch schon wieder, es folgen ja jetzt in den nächsten beiden Wochen vermeintlich tolle Highlights, wie Weihnachten, Silvester und dann im Januar auch irgendwann mal mein Geburtstag. Man wirds sehen, was das alles gibt.

Gute Nacht erstmal!