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Berelon



Last Updated: 6/12/2009

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Saturday, March 28, 2009 



Mit einem umfangreichen Album hat sich Helium Vola nach fünf Jahren Pause zurückgemeldet. Gestern ist das neue Helium-Vola-Album „Für euch, die ihr liebt“ herausgekommen. Ernst Horn über Neo-Liberalismus, Besitz und das neue Album.

Berelon: Seit dem letzten Album von Helium Vola sind jetzt fünf Jahre vergangen, wie kam es dazu, dass so eine relativ lange Pause dazwischen liegt? 

Ernst Horn (EH): Ich habe für das Helium-Vola-Album eigentlich schon vor vier Jahren Songs gemacht (also immer wieder daran gearbeitet), aber gerade durch das Jubiläum der Lakaien mit der Erstellung der Partitur für das Orchester und der Tour gab es ganz große Unterbrechungen.
Wenn es ein normales Album geworden wäre, ein 60-Minuten-Werk mit zwölf Songs und vielleicht nicht gar so rumgefrickelt an allem, dann hätte es vielleicht schon vor einem Jahr herauskommen können. So hat es eben länger gedauert. Das war halt wahnsinnig viel Arbeit dieses Mal, jetzt reicht es langsam (schmunzelt). So etwas Aufwändiges habe ich überhaupt noch nie gemacht.
Ich weiß nicht, wie viele zigtausende kleine Audiofiles und Schnipsel das
waren, das wurde uferlos.

Berelon: Mit Ralf und Olga Hübner von der Neuen Philharmonie Frankfurt sind zwei Musiker mit dabei, die auch mit Chamber hier aus Frankfurt in der Szene bekannt sind. Habt ihr euch bei der Tournee mit der Neuen Philharmonie Frankfurt von Deine Lakaien kennengelernt oder kennt ihr euch schon länger?

EH: Den Sänger von Chamber, Max, kenne ich schon lange, aber Ralf 
kannte ich vorher nicht, den habe ich wirklich erst durch die Tour kennengelernt und dadurch auch Olga, die ja auch mitspielt. Es war schon eine wahnsinnige Hilfe, dass wir so einen Konzertmeister hatten. Ralf ist ja nicht nur erster Geiger, sondern auch Konzertmeister. Er ist sozusagen der Anführer des Orchesters. Das ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Da ist es natürlich ein wahnsinniger Vorteil, wenn da jemanden ist, der auch etwas mit Popmusik oder mit Rockmusik am Hut hat, und das auch in einem ähnlichen Genre wie ich macht.

Ralf hatte mich während der Tour angesprochen, dass er Helium Vola ziemlich gut findet und dass er auch nichts dagegen hätte da mal mitzuwirken. So haben wir uns dann geeinigt. Wir werden auch weiterhin in Kontakt bleiben, weil sie ja auch noch andere Projekte machen und da werden wir bestimmt noch was zusammen machen.

Berelon: Die Idee zum neuen Album entstand schon vor vier Jahren? Seit vier Jahren sammelst du Lieder für das Album?

EH: Ja, eigentlich ging es schon weiter, kurz nach dem ich die Liod fertig gestellt hatte. Aber da waren natürlich andere Prioritäten, ist ja klar, und dann war da noch die verdammte Tourabsage.

Wir sollten ja 2005 eine Tour mit Helium Vola machen und die habe ich etwa sechs Wochen vorher abgesagt. Das war der Wahnsinn, das hat mich auch total gewurmt, dass ich das musste, weil es einfach nicht mehr ging. Ich konnte die Tour nicht vorbereiten, es war einfach keine Zeit. Wir waren mit der Lakaien CD im Endstadium, d.h. sie war schon fertig. Wir hatten dermaßen viele Promo-, Video- und Fototermine aufgedrückt bekommen. Dann war meine Mutter auch noch schwer krank. Ja Gott, da musste ich das absagen. 

Das ist vielleicht auch mit ein Grund warum es ein Doppelalbum geworden ist. Das hat wirklich an mir genagt, das war eine ganz bittere Geschichte, dass ich das absagen musste. Dadurch wurde dann wohl mein Ehrgeiz angestachelt: wenn wir wieder was machen, dann richtig!


Das ganze Interview findet ihr hier:Schwarzes Rhein Main








Monday, February 04, 2008 
Mit einem leicht verspäteten Präsent zum Valentinstag beglückt uns der Sender Welle:Erdball.

Die Ende Februar erscheinende 7" „Ich bin aus Plastik" kommt in streng limitierter Auflage mit einem bunten Strauß voller Geschenken daher. Wie dem Anlaß angemessen der äußeren Erscheinung nach recht kitschig und sehr pink.
Auf dem Cover räkeln sich zwei Barbie-Puppen mit den Gesichtern von Frl Venus und Plastique auf einem gutgefüllten Schmuckkästschen, das quasi ihren Thron bildet.

Im Jahr 2008 eine Vinyl-Single herauszubringen finde ich durchaus mutig, wer besitzt denn heute noch einen Plattenspieler? Für diejenigen die nicht nur ein Plattenspieler sondern gar eine Juke-Box ihr Eigen nennen, liegt der Single ein Einschubkärtchen für diese bei.
Sehr passend!

Für die Freunde des Senders ohne Plattenpieler haben sich die Moderatoren auch etwas schönes ausgedacht: Die Single selber kommt nicht in schnödem schwarzen Vinyl daher, nein, wenn schon denn schon: strahlendes Plastik-Pink leuchtet uns an. So ist sie mit dem bunten Cover auch als Wandschmuck geeignet. Doch für ein Valentinstagsgeschenk ist das noch nicht genug: zusätzlich liegt der Single noch eine Welle:Erdball Sprühschablone bei, zur Verschönerung der eigenen 4 Wände, der Lieblingsjacke oder was einem sonst so einfällt. Dazu gesellt sich eine von allen Moderatoren handsignierte Autogrammkarte mit 3D-Wackelbild, die sich auch, ganz pragmatisch, als normale Postkarte nutzen läßt.

Kommen wir zur Musik:

A-Seite:
1) Ich bin aus Plastik
Das Titellied ist ein guter, zügiger Popsong in der Tradition der Neuen Deutschen Welle, mit einer sehr eingängigen Melodie, die schnell ins Ohr geht und großes Ohrwurmpotential besitzt. In zuckersüßem Gesang wird hier unaufdringlich und intelligent den „lebenden Barbie-Puppen" ein Spiegel vorgehalten. Die immer alltäglicher werdenden Schönheitsoperationen, die (auch selbst-)Reduktion von Frauen zu hübschen Objekten, deren Ziel und Daseinszweck einzig und alleine darin besteht, einem flüchtigen Schönheitsideal nachzueifern, bis vom eigenen Körper nur noch die „Seele" übrig geblieben ist. Guter, unaufgeregt kritischer, intelligenter Text. Guter Song, Hitpotential.

B-Seite:
2) 01731923954
Klassischer guter Rockabilly, der, mit minimalem Aufwand auf das Wesentliche reduziert, sehr viel errreicht. Geht zügig in die Beine und ist für jeden Rock´n Roll Tanzwettbewerb geeignet, so muß Rock´n Roll klingen ;-). Der Song beschreibt locker und lustig die merkwürdige Anziehung, die von käuflichem Telefonsex ausgeht.
Die Titel-Telefonnummer ist erreichbar und jugendfrei, so daß jeder Freund und Bewunderer des Senders hier etwas loswerden kann.

3) Die Roboter
Zum krönenden Abschluß schenkt uns der Sender noch eine neue Coverversion des Kraftwerk-Klassikers von 1978.
Die Version des Senders orientiert sich in Tempo und  Klangbild eher an den neueren Kraftwerkversionen, ist aber sehr eigenständig.
Die eher langsamen Kraftwerk-Versionen der ersten 12 Jahre überzeugten durch glasklare, minimale Klangstrukturen, die nach und nach vorsichtig zusammengeführt wurden.
Die Welle:Erdball Version auf der vorliegenden Single hat deutlich mehr Tempo und fügt gleich mehrere Elemente zu einem Gesamtornament zusammen, vergleichbar mit der  Kraftwerk-Version von der „Minimum-Maximum" (2005), gleitet dabei aber zum Glück nicht so ins Discopoppige ab wie diese. Der Sender fügt auch neue eigene Elemente hinzu, die im Original nicht vorhanden waren und drückt dem Lied so seine eigene Marke auf, unter anderem eine stärkere Betonung des Drumparts. Dadurch und durch den weiblichen Gesang schafft Welle:Erdball eine eigenständige Version dieses großartigen Liedes, das durchaus zu überzeugen und gefallen versteht.

Lustigerweise spricht der Welle:Erdball Sprachcomputer deutlich schlechter Russisch als sein Bruder von Kraftwerk, so daß die Zeile „Ja Twoi Sluga, Ja Twoi Robotniki" (ich bin dein Sklave, ich bin dein Arbeiter (Roboter)) mit amüsantem englischen Akzent daherkommt.


Insgesamt ein sehr schönes, würdiges Valentinstagsgeschenk für jeden Welle:Erdball Freund.

Ich bin aus Plastik

geschrieben für:

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Thursday, December 06, 2007 
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Geschrieben von Berelon am Mittwoch, 05. Dezember 2007

aktuelle News

Seit einigen Jahren verfolge ich mit Interesse und Vergnügen die Sendungen von Welle:Erdball, hatte jedoch bisher keine Gelegenheit eine Livesendung verfolgen zu können. So war ich sehr froh, als sich die Gelegenheit bot, in der Kölner Live Music Hall die neue Sendung mit dem Titel „Zeitsturm" begutachten zu können.

Einlass war für meinen Geschmack relativ früh und die Halle füllte sich relativ langsam. Kurz vor angekündigtem Konzertbeginn war sie allerdings ziemlich gut gefüllt und ein gespanntes, erwartungsfrohes Publikum blickte auf einen weißen Vorhang, der die Bühne vor neugierigen Blicken verbarg. Bereits jetzt, etwas ungeduldig, kamen erste „Welle, Welle"-Rufe im Publikum auf.

Scheinbar gab es kleinere technische Unstimmigkeit, kurz nach 20 Uhr erklang eine markante Stimme über die Anlage, und sagte: „Wir wollen jetzt anfangen!" Dies wurde mit allgemeinem Jubel und Belustigung aufgenommen.



Der ganze Bericht im Schwarzen Rhein Main

Friday, October 19, 2007 



Der Frontmann der Stuttgarter Band End of Green hat seine erste Solo CD eingespielt. Mit End of Green hat er bereits einiges an erfolgen und Aufmerksamkeit verbuchen können, daher kann man auf das erste Solowerk des Sängers gespannt sein.

Zunächst überrascht die ungewöhnliche Nummerierung der Tracks.
Gleich mit dem ersten Song auf der CD „My Sweet" legt Michelle Darkness gut los. Krachige Metallgitarren fügen sich mit seinem Gesang zu einem schönen Song zusammen, mit eindeutiger Ohrwurmqualität. Der zweite und gleichzeitig Titelsong des Albums „Brand New Drug" ist auch sehr schön hat aber nicht die Ohrwurmqualität des Eröffnungssongs. Auch das nächste Lied „Raging Fire" fügt sich nahtlos ein   schönster Gothic Metal vom feinsten.

Doch dann kommt's – leise Akustikgitarre spielt die ersten Takte, ein markantes minimales Schlagzeug setzt ein – und die rauhe Stimme von Michelle Darkness, bald begleitet von der Finnland sucht den Superstar Gewinnerin Hanna Pakarinen, singen eine der schönsten Coverversionen die ich je vom alten Joy Divison Klassiker „Love will tear us apart (again)" gehört habe – reine Gänsehaut!!!

Gleich darauf folgt mit „Darkland City" für mich ein weiterer absoluter Hitkandidat. Getragen von der sehr prägnanten Rhytmusgitarre webt die Leadgitarre mit Michelle Darkness Stimme eine ganz schönes eingängiges Lied, das sich schnell in die Ohrwindungen brennt und dort ganz lange bleiben möchte. Ganz großer Song!

Mit Dopecrawler folgt eine schöne Rockballade, die auch Hitpotential hat.

Nach dem guten, aber für meine Ohren nah am Original bleibenden nächsten Cover, „Pet Cemetery" von den Ramones, dann wieder ein gewaltiger Kracher: „Shine On". Eine Spur härter als die bisherigen Songs geht dieser Song mächtig ab. Headbangpotential vorhanden. Schöne Tempiwechsel zwischen krachigem „Allegro" und ruhigen „Piano" und darüber die markante Stimme von Michelle Darkness. Hitverdächtig!

Gleich gefolgt von „The Dawn" das ganz ähnliche Qualitäten aufweist, nur wieder ein Hauch ruhiger und etwas romantischer ist. Wieder eine sehr eingängige Melodie.

Mit dem sehr überraschenden und ambitionierten Simon & Garfunkel Cover „Sound of Silence" zeigt er wie vielfältig er ist. Habe nicht erwartet, daß dieser Hippie-Klassiker so düster und modern klingen kann. Die Metallgitarren tun das ihrige dazu daß diese Version sehr interessant ist.

Den Abschluß bilden die beiden schönen Balladen „Angelsong" und Forgotten Son". Während das erste ein wenig nach Pearl Jam klingt und eine ganz wunderbare Gitarrenballade ist, rührt „Forgotten Son" doch eher die Melancholisch düstere Seite. „Forgotten Son" bildet einen würdigen Abschluß dieser hervorragenden CD. Michelle Darkness treibt seine Stimme in neue Tiefen und die Markante Gitarre und das Schlagzeug tragen die getragene Melodie wie über einen nebelverhangenen Fjord , als dann noch der (Kosaken-)Chor einsetzt kommt schon ein wenig Gänsehaut auf. 

Wer auf etwas krachige Gitarren voller Romantik und Melancholie steht, wer also zum Beispiel Him ganz gerne hört, der ist hier genau richtig. Insgesamt eine herausragende CD besten romantischen Gothic-Metals sehr empfehlenswert. Michelle Darkness beweist hier deutlich daß er zur Oberliga des deutschen Gothic Rock gezählt werden muss.


Trackliste:

01. My Sweet
09. Brand new drug
17. Raging Fire
25. Love Will Tear Us Apart
33. Darklandcity
41. Dopecrawler
49. Pet Cemetery
57. Shine On
65. The Dawn
73. The Sound Of Silence
81. Angelsong
89. Forgotten Sun






Label: AFM Records

Foto
copyright by Felix Flaucher

zugehöriger Link: Myspace Seite von Michelle Darkness

geschrieben für:


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Monday, October 15, 2007 
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Geschrieben von Berelon am Sonntag, 14. Oktober 2007

aktuelle News

Mit viel Engagement laden Electronic Dance Art immer wieder dazu ein Bands in Augenschein zu nehmen, die man meines Wissens sonst nicht so oft auf deutschen Bühnen zu sehen bekommt. Immer wieder holen sie Perlen der Elektronischen Musik ins Rheinmain Gebiet. Auch diesmal, beim Stelldichein Amerikanischer Industrial / EBM / Dark Electro Acts. So konnten wir uns einen kurzen Blick in die aktuelle Amerikanische Musiklandschaft werfen. Am Tag des Inkrafttretens der Hessischen Nichtraucherrichtlinie sollten uns also die US-Amerikanischen Electro Band Tactical Sekt unterstützt von Life Cried und Xentrifuge so richtig einheizen.


Als Opener kamen Xentrifuge. Die 4 jungen Männer aus New Jersey betraten in klassisch dezentem Cyber-Warrior Outfit die Bühne und legten gleich mächtig los. Das Nachtleben war gerade einmal zu einem drittel gefüllt und die Zuschauer zeichneten sich durch besondere Zurückhaltung aus, zwischen Bühne und Zuschauer waren fast 2 Meter. Der Sänger tat dann auch sein bestes um die Zuschauer dazu zu bewegen näher zu kommen und sich auch zu bewegen. Der massive Electro Sound der EBM / (neu-)Industrial Kombo wird beherrscht vom sehr treibenden Rhythmus der (elektronischen) Bassdrum. Dennoch blieb ein bisschen der Eindruck bestehen, das von den 4 Herren auf der Bühne nur einer tatsächlich auf seinem Keyboard spielte, die zwei anderen Musiker schienen sich eher an ihren Keyboards festzuhalten. Doch sie versuchten alle eine ziemlich martialische Show abzuliefern. Schade nur, daß die Lieder sich dann doch alle ziemlich gleichen.

Der Funke des Feuerwerks das die wackeren New Jerseyer auf der Bühne entzünden wollten sprang nicht über, und das Publikum blieb mit wenigen Ausnahmen zurückhaltend. So daß der Frontmann sich dann auch am ende mit einem freundlichen „Fuck You" verabschiedete.

Dieses erste Konzert unter der Knute der Hessischen Nichtraucherschutzrichtlinie brachte nun auch eine Neuerung, die voraussichtlich zum festen Inventar wird: In der Umbaupause strömten alle Raucher und Sympathisanten raus um schnell die Lunge zu teeren. Es hatte zum einen den Vorteil, das man mal dazu kam etwas Frischluft zu bekommen, zum anderen den Charme der Raucherecke auf dem Schulhof.

Als zweites hat dann Life Cried uns einen Eindruck ihres Werkes vermittelt. Der sehr große kräftige tätowierte Keyboarder baute sich als erstes auf und lies auch gleich erste Klänge hören. Dazu der etwas kleinere aber auch kräftige Drummer der zwei Drummpads bediente und als letzter kam dann der Sänger und Kopf der Band Chris aka death condition. Ein, wie man so sagt, schmächtiges Hemd. Doch als er loslegte war er nicht mehr zu bändigen. Wie ein Derwisch fegte er über die Bühne. Ein Energiebündel, mal weit über den Bühnenrand gebeugt ins Mikro schreiend, mal sich in Embryonalhaltung auf dem Boden wälzend und dabei die ganze Zeit eine Wahnsinns Power verströmend. Ein starker energiegeladener Auftritt, bei dem auch die Vielfältig von Life Cried deutlich wurde. Mit relativ wenigen Mitteln erschaffen Life Cried schöne kraftvolle, emotionale Elektro-Kracher die gut tanzbar sind. Auch das bisher eher zurückhaltende Publikum taute langsam auf, es wurde voller und der Raum zwischen Zuschauern und Bühne wurde kleiner. Etliche fingen zu tanzen an. Life Cried war für mich persönlich die Entdeckung des Konzerts. Eine Band deren weiteren Werdegang ich auf jeden Fall mit Interesse verfolgen werde.

Dann kam der Topakt Tactical Sekt. Akustisches Schlagzeug gespielt von Jay Taylor, der deutsche Keyboarder Marco Gruhn und der Frontmann und Kopf der Kapelle Anthony Mather bildeten die Band. Der Frontmann erwies sich als echte „Rampensau", fegte über die Bühne, fing das Publikum ein und heizte uns ordentlich ein. Hilfreich dabei war, daß die Lieder von Tactical Sekt ausgesprochen Tanzbar sind. Ihr schweißtreibender EBM geht zügig in die Beine und so dauerte es auch nicht lange bis der gesamte Saal sich in eine Tanzfläche verwandelte Akustisches Schlagzeug bei einem EBM Act war zunächst ein wenig Gewöhnungsbedürftig, aber es passte sehr gut. Der Frontmann lehnte sich immer wieder sehr weit über den Bühnenrand raus, vermutlich um etwas vom Zuschauersaal sehen zu können. Immer wieder forderte er das Publikum und pushte uns immer weiter. Die Aufforderungen mitzuklatschen wurde von einem Großteil brav befolgt, doch in erster Linie waren die Zuschauer damit beschäftigt eine große Party zu feiern zu der Tactical Sekt die Tanzmusik, die gute Stimmung und mehr lieferten.


Foto: Crynool

http://www.myspace.com/uktacticalsekt

http://www.myspace.com/lifecried

http://www.myspace.com/xentrifuge

http://www.electronicdanceart.de/

geschrieben für:

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Sunday, September 23, 2007 
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Geschrieben von Berelon am Samstag, 22. September 2007

aktuelle News

Das Urgestein der deutschen Indie-Szene Phillip Boa, von der Frankfurter Rundschau als „Ur-Opa des Underground" betitelt,  gab sich mit seinem Voodoo Club wieder die Ehre. Zur Vorstellung seines nunmehr 14. offiziellen Albums „Faking To Blend In" tourt er zur Zeit durch Deutschland und machte Station in der Battschkapp.


Mein letztes Phillip Boa Konzert ist zugegebenermaßen ziemlich genau 20 Jahre her, damals war ich sehr begeistert, geradezu hingerissen. Daher wollte ich keinesfalls die Gelegenheit versäumen ihn mir wieder einmal anzuschauen, auch wenn ich gestehen muß, daß ich, nach dem Album Hispaniola (was ich sehr geschätzt habe), seinen weiteren Werdegang eher am Rande mitbekommen, als wirklich verfolgt habe.

Mit gespanter Erwartung kam ich also in die Batschkapp. Kurz vor dem üblichen Konzertbeginn (21:00) war die Halle gut gefüllt. (Endlich mal wieder ein Konzert, bei dem ich das Durchschnittsalter nicht deutlich nach oben verschiebe ;) )

 

Den Auftakt bildete der Singer / Songwriter Monta. Ein sympathischer leicht verlegen wirkender  junger Mann betrat die Bühne. Seine durchaus teilweise sehr schönen Balladen, die er alleine mit seiner E-Gitarre präsentiert, kamen bei einem guten Teil des Publikums an. Man Verzieh ihm auch, mit der Begründung „ach nee, das geht jetzt nicht", abgebrochene Songs, sowie den einen oder anderen Verhaspler. Sympathisch auch sein Dialog mit dem Publikum, den er aber bedauerlicherweise nicht über das Mikro sondern in echter Straßenmusikermanier direkt von Angesicht zu Angesicht führte, so daß das Publikum vom Gespräch nur den Gesichtsausdruck des Musikers mitbekommen hat, in der Regel ja nicht verwerflich, bei einem Auftritt aber etwas befremdlich ;-) . Einzelner Sänger mit verzerrter E-Gitarre, da fällt mir sofort Billy Bragg ein, aber die Kraft und dynamik von Billy Bragg entwickelte er nie, stattdessen bot er schmachtende Popballaden voller Liebe und Sehnsucht – sehr gefühlvoll und schön, als Vorgruppe für ein Boa-Konzert allerdings meiner Ansicht nach etwas unpassend. Mit dieser Meinung war ich anscheinend auch nicht ganz alleine, eine gewisse Unruhe im Saal war durchaus bemerkbar, obwohl der größte Teil des Publikums den Musiker anscheinend gut aufgenommen hat. 

 

Doch sein Auftritt währte nur kurz und so enterten nach einer kurzem Umbaupause  Phillip Boa und der Voodoo Club die Bühne (von mir leider verpasst, da ich gerade ein Getränk holen war). Schon mit dem zweiten Song (ich glaube es war „this is Michael") fingen die ersten drei Reihen einen fröhlichen Kuschelpogo mit viel rumgehüpfe an, was einige die Boa noch nicht live gesehen hatten dem vernehmen nach etwas überraschte. Der Kuschelpogo wurde auch das gesamte Konzert über beibehalten (außer bei den Balladen) und die Gruppe der Hüpfenden wurde immer größer.

Dieser (letzte?) Vertreter einer stark Rhythmus- und Percussionbetonten Indipendentmusik  webt wie vor 20 Jahren seinen Soundteppich aus krachigen Gitarren, Keyboards und der treibende Rhytmusgruppe, die für die Musik so prägend ist und im richtigen Moment von den „Voodoo-Drums" (2 Pauken) unterstützt wird. Über diesen Soundteppich erheben sich die zarte Stimme Pia Lunds, die seit 2003 glücklicherweise wieder dabei ist, und dazu als Kontrast die knarzig brummige Stimme Phillip Boas. Das ganze fügt sich schön zusammen zu herrlichen Popsongs die ins Ohr gehen und dort bleiben. Die Voodoodrums werden inzwischen nebenbei vom Keyboarder bedient, kamen auch nur bei einigen Klassikern wie „I dedicate my Soul to You" zum Einsatz. Etwas weniger Percussioneinsatz also als bei meinem letzten Boa Konzert, aber die Musik funktioniert immer noch und die Lieder des neuen Albums reihen sich wunderbar in die Klassiker und die Hits aus 22 Jahren ein.

Von dem Metalkrachigen „Albert Is A Headbanger" über den herrlichen Popsong „Fine Art In Silver" bis hin zu der schönen neuen Ballade „Emma" wurde das gesamte Spektrum der Boaschen Musik präsentiert und vom Publikum dankbar angenommen, nur die fehlende Lautstärke wurde ab und an bemängelt. Ob es am gehobenen Alter des Publikums lag, oder daran, das sonst in der Battsche eher etwas Lauter abgemischt wird, wage ich nicht zu beurteilen, ich fand es ganz in Ordnung. Die präsentierten neuen Songs, die durchaus die Qualität der alten Hits erreichen, machten neugierig auf das neue Album. 

Der Perfektionist Boa der im Ruf einer gewissen Arroganz steht, ist reifer geworden und inzwischen so abgeklärt, daß er über seine schwierige Art sogar kleine Scherze machen kann. „Nein, ich war grade nicht arrogant" sagt er nachdem er einen Musiker (war es der Gitarrist oder der Keyboarder?) angefahren hat, „ich war grob", und er habe nicht 5 Tausend Musiker verschlissen, es waren nur 5 Hundert. Später, als er sich im Text verhaspelt, feuert und ohrfeigt er sich sogar selber.

Spätestens in der Zugabe bei dem Hit „Container Love" tanzt und singt die übergroße Mehrheit des Publikums.
Sie spielten gute 1,5 stunden inklusive der zwei Zugaben .
„Kill your Ideals" bildete den perfekten Abschluß eines schönen Konzerts. Mit Nebelwand und von hinten Beleuchtet wurde Boa quasi zur Ikone erhoben um lauthals und rockig zu fordern die Ikonen zu stürzen. Was lautstark von nahezu dem gesamten Saal tanzend mitgesungen wird.

Phillip Boa & the Voodoo Club sind eindeutig wieder da, im Hier und Jetzt.


Geschrieben für  Schwarzes Rhein Main


http://www.myspace.com/phillipboaandthevoodooclub

http://www.myspace.com/montamunich

Saturday, September 01, 2007 

Current mood:  aggravated
na toll.... :-(

Mitte der Woch fing es irgendwann an, mein Rechner zu Hause wollte nicht mehr starten - erst beim vierten oder fünften Versuch fuhr er hoch.
Jeder hat mal so seine Tage, also gönnte ich ihm den Aussetzer und wunderte mich blos etwas.

Aber es wurde nur schlimmer,
bis zum hochfahren brauchte er immer mehr Versuche - das BIOS gab lustige Piepsgeräusche von sich,
(was zum Henker sollen mir bitteschön denn 2 piepser und dann 10 piebser sagen???)
und manchmal blieb er auch einfach mitten im Betrieb stehen :-(

Also angefangen mit der Analyse - Doch wie soll ich vernünftig die Hardware prüfen, wenn ich keine funtionierenden Ersatzteile habe?? :-(
Grafikkarte und DVD Laufwerk konnten jedenfalls schnell als unverdächtig ausgeschlossen werden.
Die Festplatte gab komische Geräusche, könnte also die Festplatte sein, ansonsten eventuell das Netzteil, die sind ja des öfteren Empfindlich.
Meine ganzen Selbstdiagnosen kamen aber zu keinem Ergebniss, da mir eben die entsprechenden Ersatzteile für eine Prüfung fehlten :-(

Also heute erstmal das Netzteil geschnappt zum Händler gefahren und durchprüfen lassen, alles ok - mist, das wäre so schön einfach gewesen.
Warum habe ich nicht gleich alles mitgenommen?? :-§
Wieder heim den Rest ausgebaut und wieder hin.
Nach kurzer Zeit konnten wir feststellen es ist entweder das Board oder der Prozessor - bei dem komischen Verhalten vermutlich eher das Board.
"Au fein", dachte ich,"da ist ja noch garantie drauf, hab ich aber blöderweise bei einem anderen Händler in Frankfurt gekauft"
Also Sachen wieder eingepackt und schnell nach Frankfurt gedüst - nur um festzustellen, daß dieser Händler mit etlichen Fillialen Bundesweit
in der Metropole Frankfurt am Samstag bereits um 15:00 uhr zu macht :-(
Grrrrrrrrrrrrrr :-§

Jetzt muß erstmal alles warten, bis ich die Zeit habe wieder mit dem Krempel nach Frankfurt zu fahren :-(
Mist.

Monday, August 06, 2007 

Crüxshadows – „erstes" Abschiedskonzert von Rachel McDonnell

Erwartungsfroh, neugierig und in guter Hoffnung auf ein schönes Konzert pilgerten am Donnerstagabend etliche schwarze Gestalten in die Batschkapp. Allerdings nicht ganz so viele wie ich erwartet hätte. Bei unserem Eintreffen kurz vor neun (offizieller Konzertbeginn)  wirkte die Halle noch relativ leer – gerade mal zu einem Drittel gefüllt. Bei einem freundlichen Plausch und einem Kaltgetränk wartete man gemeinsam darauf, dass die Halle sich füllen würde.

Stattdessen ging bereits wenige Minuten vor neun das Licht aus, die Bühnenbeleuchtung an und der einsam in der Ecke stehende Keyboarder lies das Intro durch die Halle rauschen.


Zu diesem Soundtrack betraten dann auch die drei Hauptakteure von „BEHIND THE SCENES" die Bühne und legten gleich kraftvoll los. Das Publikum, noch etwas überrascht vom plötzlichen Beginn, brauchte einen kleinen Moment, um sich von der kraftvollen rockige Musik einfangen zu lassen. Doch bald war ein großer Teil des, gegenüber Vorbands doch meist eher zurückhaltenden, Frankfurter Publikums spürbar angetan. Die alten Hasen, denen man die Bühnenerfahrung anmerkte, mit dem charismatischen Frontmann Mel, dem Bassisten Fred B. und dem seit 2006 neu dazugekommenen Gitarristen Scholli, präsentierten guten tanzbaren Gothic-Elektro-Rock. Nichts fundamental neues, aber gutes Handwerk und eingängigeBehinde the Scenes ansprechende Lieder mit Ohrwurmqualität.

Schon beim dritten Lied bat Mel darum, dass wir doch auf das Alter der Herren Rücksicht nehmen mögen und sie deshalb jetzt ein ruhigeres Stück spielen würden: Reason. Langsamer als die davor? Ja. Ruhig? Na ja. Die Jungs an Bass, Gitarre und Synthesizer drückten ein dermaßen dickes Brett einer Wall of Sound durch die Halle, dass es einen fast umgeworfen hat. Sehr fein.

Insgesamt live einiges rockiger als auf der sehr guten neuen Scheibe „Pure" mit der sich Behind the Scenes nach 5 Jahren Pause, auf der Suche nach neuem Gitarristen und neuem Label, zurück gemeldet hat. Dem Auftritt war die fünfjährige Pause nicht anzumerken. Munter rockten die Kerle über die Bühne, der Frontmann stetig sehr präsent und machten insgesamt eine gute Bühnenshow. Sie spielten viele gute tanzbare Lieder, sowohl von der neuen Scheibe als auch ihre älteren Hits, die allesamt schnell ihren Weg ins Ohr fanden und Lust auf mehr machten. Der Anteil der Tanzenden wuchs stetig und der Applaus wurde auch zunehmend kräftiger. Insgesamt eine sehr schöne überzeugende Vorstellung, die mein Interesse für die Band, die mir bis dato unbekannt war, geweckt hat.

Nach einer kurzen Umbaupause, in der die Bandmitglieder der Crüxshadows eigenhändig dem Bühnenaufbau und dem Anschluß ihrer Instrumente den letzten Feinschliff gaben, gingen dann um 10 auch schon wieder die Lichter aus, die Bühnenbeleuchtung an und die Crüxshadows legten los. Zunächst, wie schon häufiger, ohne Rogue. Plötzlich ertönte aber seine markante Stimme und er arbeitete sich (mal wieder) den Weg durch den inzwischen gut halbvollen Zuschauersaal auf die Bühne. Spätestens mit dem zweiten Lied „Sophia" hatte er den Saal komplett im Griff: „Here I Am"  wie es so passend in dem Lied heißt.

Sie legten in gewohnt guter Manier und mit Spielfreude los und spielten ein Lied nach dem anderen, mit dem nächstens Lied begann dann auch wieder Rogues gewohnte Wanderung durch den Zuschauerraum, ohne die ein Crüxshadows Konzert wohl kein Crüxshadows Konzert wäre. Schwierig sich dabei zu entscheiden: will ich lieber den beiden Leuchtpunkten seiner Armlichter bei ihrem Weg durch die Zuschauermenge folgen, oder schaue ich mir lieber die Bühnenshow an.

Von beginn an ein tanzfreudiges und recht textsicheres Publikum empfing die Band begeistert. Mittelpunkt der Show der charismatische Kopf der Kapelle Rogue, der mit seiner Mimik, seinen Wanderungen durchs Publikum und den Klettereinlagen auf Lautsprecherturm und Barhocker zu gefallen wusste. Zweite Hauptfigur eindeutig Rachel McDonnell, die mit ihrem virtuosen Geigenspiel überzeugt. Beeindruckend wie sie zwischen den beiden Tänzerinnen / Backgroundsängerinnen rhythmisch auf und ab hüpfend sicher Geige spielt. Einen vorläufigen Höhepunkt erreicht die Show als Rogue singend nach hinten an die Bar geht (einige aus dem Publikum wollten ihm schon Bestellungen mitgeben), sich einen Barhocker holt, diesen in die Zuschauermenge stellt, draufklettert und singend auf dem Barhocker tanzt. Schweißtreibende Tanzmusik und hin und wieder ein ruhigeres Stück eingestreut, das Gänsehaut produzierte.

Nach einer Stunde ununterbrochener Musik, ließ Rogue dann die Bombe platzen:

Erst begrüßte er uns und teilte uns dann, in seinem charmanten Deutsch, mit, das dies die letzte Tour von Rachel McDonnell ist, die die Band verlässt. Der Abschied der nach Rogue zentralen Figur in der Band und hervorragenden Musikerin, wurde vom Publikum mit entsprechend großem Bedauern aufgenommen. Ihr frenetischer Abschiedsapplaus hielt dann auch angemessene 2 Minuten an.  Ihr Abschiedskonzert in Europa wird das Konzert auf dem Mera-Luna sein, ihr endgültig letztes Konzert findet dann in den USA auf dem DragonCon statt. Schade. Nach diesem wehmütigen Moment legten sie wieder los und spielten weitere 20 Minuten einen Song nach dem anderen.

Nach 1,5 Stunden Show die erste Pause, doch schnell waren sie zurück auf der Bühne, und brachten in der Zugabe drei Lieder. Nach einer weiteren Pause begann dann, mit dem von vielen sehnsüchtig erwartetem Lied „Marilyn, My Bitterness", das furiose Finale des Konzerts", das lauthals vom kompletten Saal mitgesungen wurde. Nachdem er sich zunächst noch von vielen Zuschauern per Handschlag verabschiedet hatte, holte Rogue zur letzten Strophe des Liedes die ersten Reihen des Publikums auf die Bühne, um gemeinsam den Refrain zu singen.  Ein schöner Abschluß eines wunderschönen Konzertes.

LIVE - LOVE - BE - BELIEVE





Geschrieben für das:

Schwarzes Rhein Main


Layout: DarkDream