MySpace
myspace music


Plattenspieler TM



Last Updated: 11/27/2009

Send Message
Instant Message
Email to a Friend
Subscribe

Status: Single
City: STP
State: Niederösterreich
Country: AT
Signup Date: 12/18/2006

Blog Archive
[Older      Newer]
 /  / 
Monday, August 06, 2007 



02.08. - 05.08.2007
Friday, June 15, 2007 

15.06.2007
Monday, June 04, 2007 

Current mood:  relaxed
Category: Music
»Könnt Ihr euch unseren Lesern bitte kurz Könnt Ihr euch unseren Lesern bitte kurz vorstellen?

T: Trömer. Trömer Robert. 27 Jahre, Dj seit 2003. Seit 2006 gemeinsam mit Mangelberger. Offiziell. Davor eher solo unterwegs. Student an der FH St. Pölten, Medienmanagement. Im Studio seit ca. 2 Jahren in Lilienfeld gemeinsam mit Michi von der Sunshine Explosion.

M: Mangelberger Ferdinand. Das Gegenteil von Überschuss. Platten… und CD-Spieler. 28 Jahre alt, leg mittlerweile seit ca. 10 Jahren auf. Anfangs Hardcore, seit 1999 DnB, und jetzt zusätzlich Minimaltechno. Mitbegründer der Reload-Crew. Seit 2006 mit dem Wapler da zusammen. Anscheinend hab ich a Faible für den Namen Robert. Was DNB betrifft leg ich ja öfters mit Rob.STP auf. Hauptberuflich Assistent der künstlerischen Leitung in der „Bühne im Hof".

»Was war euer größter Auftritt? Wo hat es euch am besten gefallen?

T: Spaß macht's immer, vorausgesetzt die Anlage ist okay.

M: Heute is die Anlage eher schlecht als recht, Schmidi fürs nächste Mal darfst Du Dir diesen Schrott nicht aufhalsen lassen.

T: Ja der Schmidi kann nichts dafür, er hat sichs halt einreden lassen. Einige Leute haben die eigene Anlage mit und was dabei rauskommen ist, sehen wir eh alle selbst.

Ich würde sagen, bester Auftritt dieser Dienstag im Flex bei Oliver Koletzki – unglaublich geil – Da haben wir gute Kritiken bekommen.

M: Einige sagten ja sogar dass wir besser als Oliver Koletzki waren, aber das müssen wir wehement bestreiten.

T: Wobei die Electronic Night – Die Einjahres Feier war auch nicht übel, aber das kann man nicht vergleichen.

M: Im Flex sinds halt 700-800 Leute die voll abgehen und da sinds 50. Was nicht heissen soll, das es nicht leiwond war. Aber bei uns gibt's halt in dieser musikalischen Nische NOCH nicht diese Szene wie in anderen Städten.

»Und als ihr noch Solo unterwegs wart? Was hat euch da am besten gefallen?

T: Also bei mir eindeutig die KW-Festln. Das waren auch meine Anfangszeiten.

M: Für mich waren es mehrere. Die ersten Reload-Partys. Dann im Cave, wo bis zu 800 Leute abgegangen sind. Und natürlich das Urban Art Forms-Festival. 2005 und 2006. Und einige Flex - Gigs.

»Wie seid ihr auf den Namen Plattenspieler gekommen?

T: Uns ist nichts Besseres eingefallen.

»Also eigentlich nicht so originell wie eure anderen Künstlernamen Tempest und Chimera

M: Wir wollten einen Namen der zu dem passt was wir machen. Ob originell oder nicht is mir ehrlich wurscht.

T: Also ich sage einfach der Name ist so reduziert wie die Musik selbst. Ich glaub der Name ist eigentlich scheiß egal. Zum Beispiel schau dir Turntablerocker an

M: Die haben ja uns den Namen gefladert.

T: Also wie gesagt. Es ist egal, selbst wenn wir Wurzel-Sepp heißen würden, Namen müssen nicht gut klingen, es kommt darauf an was die Leute damit assoziieren.

M: Außerdem, wir heißen ja nicht die Plattenspieler. Sondern die Plattenspieler Trömer und Mangelberger. Es geht um die Musik. Nicht um den Namen.

»Wie seid ihr auf die Namen Chimera und Tempest gekommen?

M: Tempest is eine orge Geschichte. Kennt wer diese Trading Card Games? Das sind Sammelkartenspiele und da gibt's eins das heißt Magic the Gathering und da wiederum gibt es verschiedene Editionen(Auflagen) Eine davon hat Tempest geheißen und das hat mir halt gut gefallen, auch weil es in dieser Edition damals gute Karten gegeben hat.

T: Chimera ist mir mit 12 oder 13 Jahren eingefallen. Ich hab damals einfach mal im Wörterbuch nachgschaut. Und das steht für so eine Art Wahnvorstellung oder Trugbild. Und da hab ich mir gedacht das ist leiwand.

»Was habt ihr noch alles vor zu erreichen? Was sind eure größten Ziele?

M: Unser Standardspruch ist:

T: "first we take st.pölten. then we take berlin" Man muss sagen dass sich in St. Pölten viel getan hat. Es war früher unmöglich diese Szene zu bewegen. Die dachten nur Techno… ah. Proleten, Nachtschicht.. Ein Ziel ist, dass wir versuchen Kooperationen einzugehen um neue Leute anzusprechen. Damit man sieht dass es auch was anderes gibt als nur DNB, Goa, Dancehall und Rock. Im Prinzip haben wir dasselbe mit Minimaltechno vor wie Reload vor 7 Jahren mit dnb gemacht hat. Weitere Ziele sind das UrbanArtForms-Festival wo wir jetzt auch mal offiziell spielen, nicht nur am Campingplatz und Auswärtsspiele in anderen österreichischen Städten. Es gibt hier und da doch Städte mit einer sehr guten Techno-Szene. So wie Graz oder Linz. Was wir sagen können ist, dass wir jetzt eben bei UrbanArtForms dabei sind und dadurch einen leiwanden Background haben.

»Wieviele Leute gibt es denn ca in St.Pölten die noch Minimal-Techno auflegen?

M: Es gibt wahrscheinlich genügend Bedroom-Djs die daheim auflegen es aber nicht öffentlich Preis geben. Ich persönlich kenne keinen einzigen der Minimal-Techno auflegt.

T: Ja das stimmt. Ich kenne auch keinen. Zumindest nicht direkt in St. Pölten.

M: Techno an sich ist ja wieder im Kommen! Wenn man z.B die Hard-Sessions hernimmt. Die sind ja immer gut besucht.

T: Aber man kann das nicht vergleichen, weil wir ja genau das Gegenteil machen. Wir machen eher das atmosphärische, und sie machen eher das „noisige" mit hundert Millionen BPM.

M: Und wir schaun dass wir Musik auflegen bzw. produzieren, die nicht nur bum zua packbar ist. (schmunzel)

»Wie hat es euch heute gefallen aufzulegen?

M: No Comment

T: Ich würde sagen, dass da Schmidi voll dahinter ist. Er probiert, dass er Crew übergreifend arbeitet. D.h. er ladet Leute ein, bietet vielen die Möglichkeit mal auflegen zu können und versucht halt immer coole Partys zu machen. Ich finds gut was er macht, weil es eben so eine kleine Szene ist.

M: Das muss ich unterstreichen.

T: Ja und heute ist es halt in die Hose gegangen, weil die Anlage am 2ten Floor eben net sehr berauschend war. Aber wir waren vorigen Dienstag im Flex, dadurch können wir auch ein bisschen verwöhnt gewesen sein.

M: Aber man kann ruhig ein bisschen Kritik einfließen lassen, und sagen, dass die Anlage miserabel war. Und Stimmung kommt nicht so gut auf, wenn die Anlage nicht gut klingt..

»Was sind eure Lieblingsacts? Nicht nur beim Auflegen, sondern auch privat?

M: Ich sag mal Ennio Morricone. Für den seid ihr wahrscheinlich noch zu jung.(lacht) Ennio Morricone ist einer, der Musik zum Film macht. Für die die ihn nicht kennen: „Spiel mir das Lied vom Tod". Drum and Bass hör ich privat überhaupt nicht, ab und zu Techno, aber sonst eigentlich nur Musik die berührt, die Emotionen weckt.

T: Momentan hör ich viel „Ö1". Da wird viel über Musik gesprochen und es gibt interessante Diskussionen und Reportagen.

M: Ich arbeite ja zurzeit in der Bühne im Hof und hab dadurch auch einiges mit Klassik zu tun.

T: Ja sonst alles, von Indie-Mukke über Jazz, Dub, Reagge und HipHop. Und natürlich jegliche elektronischen Genres. Auch viel FM4, wobei mir das manchmal ein bisschen zu viel wird. Es ist wichtig, dass es so was wie FM4 gibt, auch wenn sie öfters einen Hype anzetteln. Aber es ist wichtig für die österreichische Jugendkultur.

»Was macht ihr so in der Freizeit, abgesehen vom Auflegen und Produzieren?

T: Tischtennis spielen. Ich hab mir erst einen VW-Bus gekauft. Den möchte ich bis Sommer fertig bekommen. Und das Wichtigste ist bewusst nichts machen. Radl fahren -> ganz wichtig. Wandern gehen. Einfach in der Natur sein ist mir sehr wichtig Man muss sich meiner Meinung nach zurückbesinnen.

M: Pokerspielen ist ganz wichtig. Bin ein extremer Poker-Freak. Sonst eher wenig. Wenns passt halt ein bissl Kicken oder Tennisspielen und natürlich Tischtennis. Muss ich ja in Trömsi lernen. Bin eher ein nachtaktiver Mensch.

»Wie sieht es bei euch mit Frauen aus?

M: Die große Liebe hab ich leider vergeigt.

T: Nein. Ich mein vergeigt hab ich es oft, aber bis jetzt hat sich die Richtige noch nicht ergeben.

»Was haltet ihr von uns, also stp-Artists?

T: Ehrlich gesagt hab ich mir das schon oft gedacht, dass so etwas notwendig ist. Und wie ihr das dann gemacht habt, hab ich mir nur gedacht: Wahnsinn. Vielleicht ein bisschen zu spät. Aber es ist total notwendig, dass man St. Pölten eine Identität gibt, weil man ja nur hört, „St. Pölten ist so scheiße", "St. Pölten ist so a Kaff" und dem kann man nur gut entgegenwirken mit Presse, also Fotos und Interviews usw. Ihr machts gute Fotos, habt eine gute Homepage und gutes Equipment. Optimal.

M: Die Szene gibt es ja schon ewig. 10 Jahre oder länger, und man hat nie gewusst, wer kommt aus St. Pölten, und die Szene war einfach undurchsichtig, und ich find es völlig OK, wenn jetzt einmal wer kommt (so wie Ihr), der Engagement zeigt um die Leute, die für die Vielfalt der elektronischen Musik sorgen, hervorzuheben. Und es ist ziemlich leiwand, das jetzt wer am Start ist, der sich dazu bewegen kann darüber zu berichten.

»Danke fürs Interview!

T: Nichts zu Danken.

www.stp-artists.com
Tuesday, May 15, 2007 

15.05.2007
Thursday, January 11, 2007 
Die Plattenspieler Trömer und Mangelberger

INTERVIEW: Wie interviewt man zwei Plattenspieler, die laut Duden nur Geräte „zum Abspielen von Schallplatten" sind? Ein Schreiberling bewegt sich auf ungewohntem Terrain und bringt dabei erstaunliches ans Tageslicht.
Nachdem meine letzten Interviews eher auf Katzen und deren Besitzer spezialisiert waren, dringe ich nun in eher technoidere Gefilde vor und beginne meine Feldforschung über das wahre Wesen eines Plattenspielers in einer wohlbeheizten Gaststube. Bereits beim Eintreten ist klar - da bin ich richtig.
Vor mir zwei Plattenspieler in Aktion - die Musik pulsiert durch den Raum. Zögerlich räuspere ich mich und grüße recht artig. Nachdem meine Gegenüber ihre Platten zum Stillstand gebracht haben beginnen wir auch schon unseren Schwatz:

City-Flyer: Für diejenigen, die keine Ahnung von euch Plattenspielern haben, bitte ich euch zu Beginn mal die eigene Person etwas vorzustellen und zu schildern wie ihr zur Musik oder die Musik zu euch kam.

ROBERT TRÖMER: Ich wurde vor 26 Jahren in Lilienfeld als Robert Trömer geboren und bin derzeit Student an der FH St. Pölten. Durch meinen Ex-Beruf beschäftige ich mich viel mit Layout und Graphikdesign und mache nebenbei noch ein bisschen Filmschnitt.
Zur Musik kam ich bereits in jungen Jahren durch eine klassische Gitarrenausbildung. Nachdem ich viel Zeit in diversen Proberäumen verbrachte, war ich unter anderem Schlagzeuger bei THRILLA IN MANILA. Anfang 2003 begründete ich den Kulturverein CLUBHAUS mit und investierte in 1210er Turntables. Durch meine Liebe zum Vinyl arbeitete ich mich von Latin, Nujazz über Downbeat, Hip Hop schließlich bis zu House und Breaks durch, um im Sommer 2005 den Techno für mich zu entdecken.
Seit dieser Zeit betreibe ich auch ein eigenes Studio gemeinsam mit MICHAEL C. von der SUNSHINE EXPLOSION, wo ich versuche, Songs diversester Styles zu kreieren. Das Hauptaugenmerk liegt dabei klar auf Electro und Techno, wird aber durch verschiedene Kollabos – zum Beispiel mit MALACHAI und den SHANGRILLA Jungs – auch von anderen Genres beeinflusst wie Grime, Dancehall, ...

FERDINAND MANGELBERGER: Mein bürgerlicher Name ist Ferdinand Mangelberger, besser bekannt als TEMPEST, bzw. TEMPEST DELUXE – URBAN ART FORMS Member und eine Hälfte der Plattenspieler. Ich bin 27 Jahre alt, lebe in Obergrafendorf und bin Angestellter in der Bühne im Hof, wo ich zuständig für Künstlerbookings, Programmgestaltung und Multimedia bin. Seit mittlerweile 10 Jahren bin ich als DJ tätig – zu Beginn war ich mit Crossover im ehemaligen „Wintergarten" (später bekannt als „Jesters") zu hören. Über Prodigy, Apollo 440, Atari Teenage Riot und ähnliches bin ich schlussendlich zur elektronischen Musik gekommen. Anfangs beschränkte sich mein Spektrum dabei auf Hardcore und Gabba. 1999 begann ich Drum and Bass aufzulegen und begründete die legendäre RELOAD CRU mit. Drei Jahre später begann ich unter anderem auch selber Musik zu machen - erst D'n'B und später diverse unterschiedliche elektronische Musik. Seit 2004 bin ich wie mein Kollege begeisterter Elektroniker.

CF: Und diese gemeinsame Begeisterung für Electro hat euch dann veranlasst, den monatlichen Club „Die Plattenspieler – Trömer und Mangelberger" zu machen?

FM: Im Grund genommen ja. Dazu kommen halt ein sehr gutes Verständnis und die ideale gegenseitige Ergänzung beim Auflegen.

RT: Daher wurden wir vom Klub Vorsicht gefragt ob wir den Club machen wollen. Dadurch können wir Techno in STP längerfristig pushen und im Grund genommen einfach Aufbauarbeit leisten um kontinuierlich das Publikum von der Musik zu begeistert.

FM: Dazu kommt noch, dass der Klub Vorsicht die idealen Voraussetzungen dafür bietet, weil die Besitzer auch Liebhaber verschiedenster elektronischer Musikstile sind und die Größe der Location für unsere Arbeit ideal ist.

CF: Ihr sprecht zum wiederholten Mal von elektronischer Musik als eine Art Überbegriff für Techno und ähnliches. Wie darf man sich denn „euren" Techno vorstellen und wie passt der ins große Puzzle der Elektronik?

RT: Puhhh, … ganz schön tricky! (runzelt die Stirn)

FM: Ich würd eigentlich sagen, Techno ist auch eher ein Überbegriff. Unser Stil lässt sich daher nicht leicht beschreiben, er ist eine Art Sammelsurium verschiedener technoider Genres – mein Lieblingsausdruck dafür wär ja „elektronische Tanzmusik".

RT: Guter Ansatz Ferl,… Mit dem Irrglauben vieler Leute, die den Begriff Techno leider sehr oft falsch verstehen und sich davon abgeschreckt lassen, hat das also alles nichts gemein. Wahrscheinlich kann man unsere Musik am besten zwischen Electro, Techhouse und Minimal Techno einordnen. Bestimmend sind vor allem Artists wie Stephan Bodzin, Thomas Schumacher, Nathan Fake, Daso, Florian Meindl, Ada, Oliver Klein, John/Jesper Dahlbäck, Oliver Koletzki, Marc Romboy, Miss Kittin, Huntemann, Trentemoller, Sebastian Leger, Christopher/Raphael Just, Egoexpress, und und und …

CF: Bei sovielen Beispielen wär so was wie eine Top-Ten-Liste von euch nett, damit man daheim sein Downloadvolumen kräftigst ausschöpfen kann und die Musik zum Text genießen kann.

RT: Also top ten ist fast unmöglich, aber wir machen einfach jeder eine Liste mit fünf Tunes, die unsere Musik gut repräsentieren. Oder was sagst du Ferl?

FM: (wie aus der Pistole geschossen)
> Fairmont - Gazebo (Sebastien Leger rmx)
> Stephan Bodzin & Marc Romboy - Atlas
> Oliver Koletzki - Follow Up
> Oliver Klein - High Roller
> Etienne De Crecy - Fuck

RT: (setzt nicht minder flink nach)
> Nathan Fake - The Sky Was Pink (James Holden RMX)
> Ada - Believer
> Stephan Bodzin & Marc Romboy - Hyperion
> Benno Blome - Transmitter
> Egoexpress - Knarz IV

CF: Na das ging ja überraschend schnell – aber jetzt wieder zurück zu eurem monatlichen Club. Wie zufrieden seit ihr bis jetzt mit dem bisherigen Verlauf und was waren eure Highlights?

RT: Auf jeden Fall mal gleich die erste Party, wo wir viele Leute hatten und bei super Stimmung bis 6 Uhr viel getanzt wurde.

FM: Auch unsere ersten geladenen DJs Tekknik, Nives und Defex waren vom Club begeistert und erzeugten mit ihren Sets eine Menge Druck und Stimmung.

RT: Leider hatten wir auch zweimal grobe Terminkollisionen mit diversen großen Veranstaltungen.

CF: Goa und D'n'B boomt ja zur Zeit heftig in der Landeshauptstadt. Wie seht ihr denn die aktuelle Entwicklung der elektronischen Musikszene oder der Szene als Gesamtes in St. Pölten?

RT: Ich denke grundsätzlich entwickelt sich alles recht gut. Früher gab's lange Jahre nur das Jesters in Obergrafendorf, dann kamen das Warehouse, die unvergessene KW, der frei.raum und jetzt der Klub Vorsicht. Eigentlich hat STP momentan drei annehmbare Locations für unsere Art von Mucke. Im Warehouse sind bei der „Electronic Night" immer viele Besucher, die das gemischte Musikangebot mit Techno, D'n'B und Goa gut annehmen.
Allerdings fehlt im Techno/Electro etwas der Nachwuchs. Der D'n'B hingegen hat ein Überangebot an Rookys und boomt weiterhin als einzige wirklich beständige elektronische nonmainstream Richtung seit vielen Jahren. Weiters sehr erfolgreich seit bereits längerer Zeit ist die Sunshine Explosion mit denen wir auch eng befreundet sind und schon einiges gemacht haben.
Der vor einigen Jahre aufgekommene Reggae/Dancehall Hype hat sich wieder auf eine stabile Anzahl von Heads selbst zurück reguliert und hat momentan einen ähnlich schweren Stand wie Hip Hop. Der ist nach wie vor da und gut, nur hat er es immer schon schwer gehabt in STP. Ein gutes Zeichen war der Auftritt von CHILL ILL & MIKE MEDIC am Melting Pot. Daneben treiben MOUNIR, E.KWALITY, DOG-MA und MOTORPITCH ihr Genre weiter voran. Auch das Künstlerkollektiv LAMES geht seit Jahren konsequent einen guten Weg. Gute Partys, gute DJs und dahinter ein gutes Konzept. Das kann vielen als Vorbild dienen.

FM: In der Vergangenheit hat sich eigentlich wirklich viel getan, aber ich möchte über die Zukunft reden. Die Stadt selber sollte mehr Initiative ergreifen. Wie kann es sein, dass die Kulturabteilung einer Stadt so in der Vergangenheit lebt wie die in STP? Es wird noch immer viel mehr Geld in diverse klassische Konzerte und Veranstaltungen investiert als in alles andere. Hier sollte man einen anderen Weg einschlagen. Das soll nicht heißen, dass ich der Klassik nichts abgewinnen kann, ganz im Gegenteil. Nur denke ich, dass die Musik, die sich gerade entwickelt, eine gleichbedeutende, wenn nicht wichtigere Rolle im Bereich der Kulturförderung spielen sollte.

RT: (nickt) Ja, die Stadt müsste in der Kulturförderung einen ähnlichen Weg wie Graz einschlagen, wo beispielsweise das „Spring Six Festival" massiv unterstützt wird. Außerdem braucht St. Pölten mehr Selbstvertrauen. Man muss einfach positiver werden und nicht nur kritisieren. Es gibt immerhin eine Menge guter Leute bei uns - siehe MEPH mit seinem „UAF -Festival" oder BODY&SOUL, BAUCHKLANG, HOUSE OF RIDDIM, THOMSN mit seiner BEAT HNC, MARIO RANIERI u.v.m ... Diese Leute bessern das Image der Stadt mehr auf, als jede bezahlte Werbekampagne. Nur selbst muss man auch dazu stehen und sich nicht immer billig verkaufen. Nur gemeinsam kann man stark sein - Gegeneinander geht einmal gar nix.

FM: Um es auf den Punkt zu bringen: Lob und Hochachtung denen, die versuchen etwas zu bewegen, Gleichgültigkeit denen, die nichts tun und Abscheu denen, die von den Lorbeeren anderer leben.

CF: Grundsätzlich malt ihr ein eher positives Bild für die Zukunft. Wie seht ihr darin die Rolle des Klub Vorsicht und wo liegen die unterschiede für euch zur ehemaligen Kulturwerkstatt (KW)?

RT: Das gemalte Bild ist eigentlich kaum überzeichnet, St. Pölten ist nicht so schlecht wie oft dargestellt wird. DJ´s von auswärts haben beispielsweise eine sehr gute Meinung über den Klub Vorsicht. Viele Linzer würden sich (um den alten Vergleich wieder mal hervorzukramen) genau so einen Klub wünschen. Der KV hat mittlerweile eine sehr positive Bekanntheit in der Szene erreicht.

FM: Vergiss nicht auf die Unterschiede zur KW einzugehn, du oida Schwafler (lacht).

RT: Jojo, ... Also der Klub Vorsicht ist doch eher für ältere Semester wie uns. Es spielt gute elektronische Mucke, es gibt viele gute Schnäpse und die Lautstärke erlaubt es, dass man gemütlich miteinander tratschen kann. Die wesentlichen Unterschiede zu KW liegen wahrscheinlich darin, dass der KV sauberer ist, alles in Gläsern serviert wird und mit dem elektronischen Programm eher älteres Publikum angesprochen wird.

FM: Der KV hilft bei der Missionierung unterschiedlicher elektronischer Genres, wie ja bei unserem Beispiel schön deutlich wird. Großteils wird er sehr gut akzeptiert und er hat durch die erfahrenen Leute in den Chefpositionen recht gute Überlebenschancen.

CF: Zum Abschluss des Schwätzchens würd ich euch bitten noch einen Satz an die Welt zu richten.

RT: Hm, schwierig... (schüttelt den Kopf)

FM: Dumm ist der, der Dummes tut.

RT: Make love not war.

FM: (schmunzelt) A Klassiker …

RT: Na, … Moment! Jetzt waas i's.

FM: (verdreht die Augen) Und zwar?

RT: St. Pölten, werde erwachsen!

CF: Der ist gut! Ich danke für den anregenden Schwatz.

Zufrieden mit meiner Arbeit und beseelt durch die Hoffnung, mit diesem Interview der Stadt beim Erwachsen werden zu helfen mache ich mich mit meinem Hab und Gut auf den Heimweg. Als ich nach dem obligaten Abschiedsgruß die Tür hinter mir zudrücke, fängt es in der Gaststube erneut an leise zu pulsieren. Die Plattenspieler widmen sich ohrenscheinlich wieder ihrer eigentlichen Bestimmung - dem „Abspielen von Schallplatten".

Interview by Jaccob