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LILLEsnorre

Heiko Scholze


Last Updated: 6/14/2009

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Gender: Male
Age: 43
Sign: Pisces

City: Fåberg bei Lillehammer
Country: NO

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Tuesday, January 13, 2009 

Current mood:  confident
Mann, wie die Zeit vergeht! Vor einem Jahr verliess ich in Bergen die Fähre und begann "mein neues Leben", wie es so schön im Fernsehen betitelt wird.
Zeit für ein kurzes Fazit. Die ersten 5 Monate waren nicht leicht, nach 6 Wochen Arbeit 3 Monate krank war nicht das Erwartete. Aber ich bin weit entfernt, das irgendwie zu bereuen. Es war mein Einstieg in dieses Land, die 6 Wochen Arbeit war eine wertvolle Erfahrung, die ich nicht missen möchte.
Aber seit Mitte Juni geht es merklich vorwärts. Die Arbeit in Lillehammer passt besser zu mir, und ich konnte und kann mich hier richtig gut einbringen. Was ich hier dazu gelernt habe, hätte ich in Deutschland niemals lernen können. Ich weiss, dass einige wenige Leser jetzt mit den Augen rollen - aber das ist meine feste Überzeugung. Ich sehe viele Dinge aus einem anderen Blickwinkel, sowohl Kindheitserlebnisse als auch die ganze spätere Entwicklung. Dadurch erkenne ich manche Ursache für etwas erlebtes, und kann dies für neue Entscheidungen oder aber die Beurteilung von Situationen sehr gut nutzen.
Hier fliessen auch Arbeit und Privatleben zusammen. Die Erkenntnisse sind nützlich im Kundenkontakt, aber eigentlich in erster Linie zur Selbstfindung. Nachdem ich die letzten Jahre in Deutschland nur relativ ziellos umhergeirrt bin, ohne dass ich es nach aussen hin (bis auf die Farbe der Kleidung) gross gezeigt habe, bin ich nun endlich auf bestem Wege, gezielt nach vorn zu blicken. Ich bin mir bewusst, dass dabei liebe Menschen von mir zurück gelassen wurden, und dass ich einigen dieser Menschen weh getan habe. Allerdings merke ich nun auch, dass sich einige dieser Menschen aufgerappelt haben, und plötzlich Dinge tun und Seiten an sich erkennen, die im vorherigen Alltagstrott verloren gegangen sind. Dies bestärkt mich eigentlich in der Feststellung, es doch richtig gemacht zu haben.
Nun genug in der ICH Form geschrieben. Ich möchte mich gern bedanken: Niemand in der Familie, der Verwandschaft, dem Freundeskreis hat mir jemals einen handfesten Vorwurf gemacht. Klar sind nicht alle mit meinem Verhalten einverstanden, das ist logisch. Aber dass ich nicht mit Vorwürfen starten musste, das hat echt geholfen. Daher mein Dank an alle!
Zum Schluss ein Ausblick und ein schlauer Satz. Erst der Ausblick: 2009 wird nicht viel leichter als 2008 werden. Zwar spreche ich schon recht flüssig norwegisch, und verstehe auch schnell gesprochenes immer besser, aber die eigentliche Herausforderung ist mein Job. Seit Dezember bin ich in meiner Mini-Firma nicht nur fürs Marketing und ein Produkt verantwortlich, sondern als Geschäftsführer (bitte nicht überbewerten bei 3 Mann) auch für Budget und den täglichen Kram. Dies zeugt von einem unheimlichen Vertrauen, was die 2 Norweger da in mich setzen. Bis jetzt sieht aber alles gut aus, und die Umsatzplanung, die ich erarbeitet habe, ist nicht aus dem Märchenbuch. Wenn diese Planung am Ende des Jahres erfüllt wurde, dann kann ich wirklich sagen, dass ich Fuss gefasst habe und erste Wurzeln ausschlagen kann.
Privat lebe ich nach wie vor auf dem Gehöft nahe Lillehammer, und eigentlich fühle ich mich da ganz wohl. Mit dem Nachbar verstehe ich mich super, wir sitzen öfter mal bei einem Bierchen zusammen und quatschen und lachen. Wenn ich meine Schulden, die ich mit der Autoeinfuhr gemacht habe, abgezahlt habe, und der Job weiter gut lüft, denke ich an eine grössere Wohnung oder ein kleines Haus. Mal sehen. An eine neue Bindung denke ich nicht, ich bin noch nicht soweit, und ich geniesse das Alleinesein noch. Mit der höheren Belastung wird meine rechte Hand noch fertig ... :-)
Nun zum schlauen Satz. Das wichtigste, was ich hier gelernt habe: Jeder Mensch hat ja einen gewissen IQ, und die allermeisten auch einen EQ (Emotionalquotient, also die Fähigkeit, auf emotionaler Basis zu interagieren). Aber dies allein reicht einfach nicht, und ich kenne ein paar Beispiele, wo genau dies der Fall ist: Es gibt da noch den sogenannten SQ, das ist die Fähigkeit, eigene Fehler zu analysieren, daraus zu lernen und somit auch auf andere auszustrahlen. Ich habe diesen Teil im letzten halben Jahr ganz gut ausgebaut, und kann nur sagen, es lohnt sich. Wichtig bei dieser Selbstfindung ist aber, dass man ab und zu jemanden hat, dam man bedingungslos alles erzählen kann, was man denkt. Ich habe vorher nicht geglaubt, was so eine "Analyse" alles bringen kann.
SO, ich werd mich mal wieder an die Arbeit machen. Ach, erst noch fix zum Uhrmacher, die Batterie der Armbanduhr ist leer.
Ich wünsche allen Lesern dieser Zeilen ein erfolgreiches, gesundes 2009 mit möglichst wenig negativen Auswirkungen der "Krise des Kapitalismus".
Liebe Grüsse aus Lillehammer bei 2 Plus(!)graden
von Heiko
Thursday, August 14, 2008 
Heute sind es 7 Monate, dass ich in Norwegen bin. Ein guter Anlass, wieder etwas von mir zu geben, ist immerhin eine Weile her seit dem letzten Blogeintrag.

Im Juni fing ich also in Lillehammer an zu arbeiten, wieder in meinem ursprünglichen Fachgebiet. Naja nicht direkt eigentlich, SolarSoft ist eine kleine Firma die Software für die Organisation von Arrangements herstellt. Arrangements heißt dabei, dass es sich um Kurse, Vorträge, Konferenzen, Ausbildungen und sonstige Veranstaltungen handeln kann. Für eines dieser Programme bin ich zuständig, vom Marketing über Kundengewinnung, Verhandlungen bis hin zu Implementierung, Schulung und Nachbetreuung. Und das Ganze norwegenweit.

Das ist schon eine riesen Herausforderung, aber es macht echt Spaß und ich lerne viel von meinem Chef wie auch er immer wieder von mir etwas lernt. Die Arbeitsweisen unterscheiden sich halt etwas.

Nach 4 Wochen Arbeit hatte ich dann 3 Wochen Urlaub. Sicher fragt sich der eine oder andere, wie ich nach 4 Wochen schon wieder Urlaub haben kann. Aber hier läuft das anders, der Urlaub wird ja nicht bezahlt so wie in Deutschland, ausserdem ist zu der Zeit eigentlich ganz Norwegen in Urlaub. Und unsere potientiellen Kunden auch.
Einige Impressionen vom Urlaub sind in der Fotogalerie bereits eingestellt, die vom August kommen später. Es war ein sehr schöner Urlaub, den ich fast komplett mit Hexi verbracht habe. In der ersten Woche haben wir die Umgebung von Lillehammer unsicher gemacht, danach waren wir auf Tour und haben u.a. in Røros, Sunndalsøra, Måløy und auf Kvamsøy Station gemacht.

Nun arbeite ich wieder seit 4 Tagen und hatte heute mein erstes Großereignis im neuen Job: meine erste Kundenpräsentation auf norwegisch. Ich war gut vorbereitet und es lief alles bestens. So wie es aussieht werde ich im September dort meine erste Schulung haben und den Kunden in die Funktionsweise einführen sowie die ersten Stammdaten einrichten.
Im September ist dann auch schon ein Termin in Levanger bei Trondheim geplant, und mein letztes "Examen" (Originalton Chef) ist am 1.10. in der Hochschule Akershus bei Oslo wo ich eine Schulung machen muss. Wenn ich das alles packe, dann bin ich ab Oktober allein für das Produkt zuständig und muss bis Dezember ein paar Kontakte knüpfen und Gespräche führen. Es ist also noch ein weiter Weg, aber bisher hat sich immer gezeigt, dass ich trotz Bammel alles geschafft habe.

In meinem Kalender mit Sprüchen konnte ich heute übrigens lesen: "Leben überhaupt heißt in Gefahr sein" (von Friedrich Nietzsche), und der Kommentar dazu von Jörg Löhr: Zum Leben gehört eine große Portion Mut, da wir immer wieder Veränderungen und Risiken ausgesetzt sind. Wenn Sie sich damit auseinandersetzen, dass das eigene Lebensglück auch ein Wagnis bedeutet, wird es Ihnen leichter fallen, mit Selbstbewusstsein die Abenteuer des Lebens einzugehen."
Recht ham'se beide. Es ist momentan wie ein Abenteuer und es ist ein tolles Gefühl wenn man wieder eine "Hürde" genommen hat.

Sonst ist noch die Autoeifuhr zu erwähnen. Lief alles ganz gut ab, nur die ewige Fahrerei war etwas nervig. Hier mal kurz der Ablauf:
Paar Wochen vorher musste ich ein sogenanntes "Prøveskilt" erwerben, damit ich ohne meine deutschen Schilder auch mit meinem Auto fahren darf. Dabei holte ich mir einen Termin für die "Førstegangsregistrering". Lillehammer hatte keine freien Termine bis Mitte August, ich hatte mich aber schon auf einen Tag Anfang Juli aus taktischen und organisatorischen Gründen festgelegt. Für Gjøvik habe ich einen Termin bekommen, allerdings erst nach dem Mittag. Dies bedeutete dass ich meine Schilder nicht mehr am selben Tag bekomme. Also Prøveskilt für 2 Tage kaufen.

Am Tag des Termins dann folgender Ablauf:
10:30 Abfahrt in Lillehammer
11:30 Zollstation Hamar (60km = 1 Std) - Mehrwertsteuer zahlen, Schilder abgeben
13:30 Trafikkstasjon (ne Art TÜV) in Gjøvik (50km = 1 Std) - Einbehalten der deutschen Fahrzeugpapiere, Abgleich Fahrgestellnummer
15:00 Zollstation Hamar (wieder 50km) - Bezahlen der Einfuhrgebühr
und dann wieder zurück nach Lillehammer. Aber 15:30 ist Schluss bei der Trafikkstasjon, daher konnte ich meine Schilder erst am nächsten Morgen holen. Vielleicht hätte ich es zur Traffikstasjon bei Hamar geschafft, aber dann hätte ich ja kein Schild mit HS bekommen... :-)

Nun ja, ich habe es hinter mir und habe aufgrund meines Antrags auf eine alternative Berechnungsmethode der Einfuhrsteuer auch noch etwas Geld zurück bekommen. Klar war es ne Menge Geld, die ich nur dafür gezahlt habe, mein Auto hier offiziell fahren zu dürfen. Aber es war die richtige Entscheidung, für das jetzt gezahlte Geld plus den Erlös meines Autos hätte ich hier vor Ort kein gleichwertiges Fahrzeug bekommen.

Das wars dann mal wieder,
ich grüße alle Leser
Heiko

Wednesday, May 21, 2008 
Da ich momentan sehr viel zu tun habe, gibt's diesmal nur einen kurzen Abriss der vergangenen 3 Wochen.

Endlich habe ich es mal geschafft, mir die Dollsteinhola anzuschauen. Mit Kollegin Annbjørg und ihrer Familie ging eine schöne Wanderung zur Höhle, die ich dann mit Knut-Olav allein erkundete. Anhand des Bildes "nach der Höhlentour" kann man gut nachvollziehen, wie es drin aussieht. Jedenfalls war ich fix und fertig, aber es war ein einmaliges Erlebnis. Das war am Himmelfahrtstag.

Am Sonntag danach hatte ich dann ein Treffen in Lom. Im April hatte ich mich ja bei etlichen Firmen beworben, und eine Rückmeldung kam am 28. April aus Lillehammer von einer Softwarefirma. Mit deren Chef hatte ich mich auf ein erstes Treffen "in der Mitte" geeinigt. Die Fahrt ging übers Strynefjell, welches noch voll im Schnee war. In Lom sprach ich dann über 2 Stunden mit dem Chef von SolarSoft.

In der folgenden Woche probierte ich Dienstag und Mittwoch jeweils 4 Stunden zu arbeiten. Aber es ging nur 2 Stunden ganz gut, dann kamen die Schmerzen schon wieder. Deshalb habe ich mich am Mittwoch entschlossen, hier zu kündigen.

Für Ende der Woche bat ich noch um ein Gespräch bei einer Büroartikelfirma in Molde, von der ich ebenfalls eine Rückmeldung hatte. Am Donnerstag bekam ich Gelegenheit dazu, auf der Rückfahrt habe ich mir Ålesund mal in der Abenddämmerung angesehen und war 2 Uhr wieder daheim.

Mittlerweile war auch der Frühling auf Kvamsøy eingetroffen, und ich konnte nicht anders als am Sandstrand von Ristesund das Wasser zu testen. Bis zum Bauchnabel klappte es, aber mehr war nicht drin. Ich schätze, die Wassertemperatur lag so um die 10 Grad. Aber wer weiß, wann ich wieder mal Gelegenheit habe, ins Meer baden zu gehen.

Am Pfingstmontag fuhr ich dann nach Lillehammer, da am Dienstag ein Jobgespräch bei SolarSoft anstand. Als ich losfuhr, hatte ich für mich die Entscheidung eigentlich getroffen, da das Vertragsangebot aus Molde in der Probezeit ziemlich nachteilig für mich war. Ich traf abends in Lillehammer ein und übernachtete beim Chef, sein Name ist Øystein von SolarSoft.

Dienstagvormittag klapperte ich in Lillehammer ein paar Makler ab, aber Mietwohnungen vermitteln die nicht. Bis zum Gespräch um 14Uhr hat Øystein mir noch einiges über die Firma erzählt und mich zum "Lunsj" (sj wird wie sch gesprochen) eingeladen. Beim Gespräch waren dann 2 weitere Personen anwesend, im Prinzip die gesamte Firma. Mir wurden etliche Fragen gestellt und nach knapp 2 Stunden wurde ich herzlich willkommen geheißen als Relasjonsbygger bei SolarSoft.

Dann hatte ich noch 2 Stunden Zeit, bis ich die Rückfahrt starten musste. Vorab hatte ich mir aus dem Internet eine Telefonnummer von einer Vermieterin raus geschrieben. Da rief ich an und konnte gleich noch eine Wohnung besichtigen. 38m², 2 Zimmer und auf einem Gehöft 12min von Lillehammer entfernt gelegen. Reicht für den Anfang! Die Lage ist nicht übel, nur die Wohnung selber ist nicht das, was ich mir langfristig vorstelle. Aber für den Anfang reicht es, ich habe einen Vertrag den ich monatlich kündigen kann, und habe somit die Möglichkeit, ganz in Ruhe nach einer Alternative zu suchen.

Wenn ihr euch das Bild des Hauses anseht, in dem die Wohnung ist, gehören 3 Fenster der mittleren Etage zu der Wohnung: Die 2 Fenster, auf die man direkt schaut sowie das eine Fenster rechts davon, über dem Eingangsbereich. Ein viertes Fenster sieht man bei genauem Hinschauen durch das linke Fenster durchscheinen. Das nachfolgende Bild ist ein Blick in den Innenbereich des Gehöftes.

Den Nationalfeiertag Norwegens am 17. Mai erlebte ich auf der Insel. Um 12 gab es den 17.-Mai-tog, eine Art Umzug, der von der alten Schule auf der Südseite zur neuen Schule führt. Etwa 3 Minuten nach Beginn fing es an zu regnen, bei starkem Wind eine sehr unangenehme Sache. Es hörte bis zum Schluss nicht auf, mittendrin waren sogar paar kleine Hagelkörner. Ich brauchte dann erstmal ne heiße Dusche, die Klamotten waren bis auf die Unterwäsche nass.

Abends war dann noch ein Tanzabend angesagt, mit der Inseleigenen Gruppe Karane. Die meisten wussten zu diesem Zeitpunkt bereits, dass ich nun bald von Kvamsøy wegziehe, und es gab Momente, da war ich den Tränen nah. Arna zum Beispiel sagte, dass sie sich Gedanken machen werde, mich wieder zurück zu holen. Elfred, einer der Niederländer, meinte ich wäre der erste Deutsche, den er wirklich leiden kann, und genau der haut nun schon wieder ab. Einige wollten noch ein Bild zusammen mit mir (NUR ein Bild – KEIN Kind!). Naja, und die gesamte Stimmung da war einfach super, sowas werde ich in Lillehammer vermutlich nicht erleben. Deshalb bin ich auch irgendwie etwas traurig gestimmt.  

Am Sonntagabend brach ich dann zu einer Tour an den Sognefjord auf, dort traf ich mich mit Heike von der DNF, die mir Bilder für eine Ausstellung übergeben wollte. Die zugehörigen Bilder sind im Album der Woche 19 zu finden.

Nun werde ich langsam meine Sachen zusammen packen. Am 3.6. geht die erste Fuhre, und am 20./21.6. wird der Rest geholt. Am 23.6. fange ich mit dem neuen Job an.

In der Zwischenzeit werde ich am 4.6. mit meinem neuen Chef nach Tromsø fliegen, ich kann dort bei einer Produktpräsentation dabei sein. Am 5.6. breche ich dann nach Deutschland auf, ich ziehe die eigentlich für Juli geplante Tour aus praktischen Erwägungen nun vor. Da habe ich 10 Tage für Familie, Freunde und Bekannte, aber auch für die Abmeldung beim Einwohnermeldeamt und für eine Durchsicht meines Autos, das ich nun doch nach Norwegen einführe (hatte mich damals verrechnet, es sind "nur" etwas über 6000 Euro Einfuhrgebühren, wobei ich etwas später 1000 Euro wieder zurückbekomme).

Es wird also auch eine Weile keinen Blogeintrag mehr geben, es sei denn, ich hab doch mal etwas Zeit übrig und es passiert auch etwas nennenswertes. Bilder werde ich ab und zu reinstellen. Wer dennoch mehr wissen möchte: wie schon in einem anderen Blogeintrag erwähnt habe ich eine deutsche Festnetznummer - ich rufe aber auch gern zurück, da es mich nichts kostet.
Oder man sieht sich gar in Deutschland...

Ha, so kurz ist der Abriss nun doch nicht geworden, aber dennoch sind es nur die wichtigsten Momente der letzten drei Wochen.

Friday, April 25, 2008 

Diesmal war mehr los. Habe selbst für etwas mehr Erlebnisse gesorgt. Aber erstmal kurz zur Gesamtsituation: Bis 5. Mai bin ich noch zu Hause, danach fange ich zu 50% an, wieder zu arbeiten. Bin aber ziemlich skeptisch, weil die rechte Seite nach wie vor rumspinnt. Einen "Notfallplan" hab ich aber bereitliegen. Und um gleich Gerüchten vorzubeugen: Das hat nichts mit einer Rückkehr nach Deutschland zu tun!

Meine 13. Woche war gekrönt - nein nicht vom Therapeutentermin, sondern am Samstag von einem Konzert in Ørsta mit RAMMSUND. Ähnlichkeiten mit RAMMSTEIN sind NICHT rein zufällig. RAMMSUND spielen RAMMSTEIN-Titel und singen die Texte auf Nynorsk, eine der beiden norwegischen Sprachen. Es war ein richtig tolles Erlebnis. Etwas gewöhnungsbedürftig war nur, dass der Großteil der Gäste schon ganz schön angedüdelt ankam. Dies ist in Norwegen üblich, auf Grund der hohen Alkoholpreise trinkt man zunächst zu Hause auf die etwas preisgünstigere Art, um danach nur noch den Pegel halten zu müssen. (siehe auch das Buch "Oh dieses Norwegisch" vom M. Schmidt, Stichwort "Vorspiel")

Die Nacht habe ich dann im Auto verbracht, das Geld für ne Hütte hab ich gespart. Dafür habe ich mir ein 0,33er Desperados beim Konzert geleistet, zum Schnäppchenpreis von umgerechnet 7,50€. Die Nacht war ruhig, nur einmal musste ich kurz die Standheizung anmachen. Am Sonntagmorgen bin ich dann kurz nach sechs Uhr losgefahren, und habe einen großen Umweg nach Hause gemacht. Einige Bilder sind im Album 13.-14.Woche zu sehen. Die Tour war schön, und von einem mehrfachen Winter/Frühling-Wechsel begleitet. Zusätzlich hatte ich mich noch bei einer deutschen Familie eingeladen, an deren momentanen Wohnort mich der Umweg vorbeiführte. Sie kommen aus der Leipziger Ecke und sind seit Ostern in Norwegen, sie wohnen nur etwa eine Stunde von mir entfernt. Sehr wenig, wenn man bedenkt, dass man von der Südspitze Norwegens bis zum Nordkap etwa 38 Stunden fährt.

In der 14. Woche habe ich dann ein paar Mal kleine Übersetzungsarbeiten für die Firma gemacht. Das hatte ich angeboten, da ich ja im Prinzip nix zu tun habe. 2 Broschüren und eine kleine Webseite habe ich übersetzt und dabei wieder was gelernt. Zudem saß ich im Bürotrakt und hatte so wieder mal etwas mehr Kontakt zu Leuten. Da bekam ich auch einen Anruf von der Polizei, dass meine Aufenthaltsgenehmigung abholbereit ist. Also fuhr ich am Freitag nach Fosnavåg. Es bot sich an, daraus eine größere Tour zu machen. Ich besuchte Babsi und Andi, die schon längere Zeit in der Nähe von Kristiansund leben. Auf der Fahrt dorthin entdeckte ich eher zufällig den nördlichsten Sanddünenstrand der südlichen Art. Idyllische Gegend. Erinnert an Ostsee, nur die Düne war nicht so hoch. Aber vom Strand aus waren schneebedeckte Felsmassive zu sehen - beeindruckend. Am Samstag habe ich dann eine kleine Rundfahrt gemacht, über Aure, Kirksæterøra, Orkdal, Hoston, Rindal und Surnadalsøra. Auch von dieser Fahrt sind Bilder zu sehen.

Bei Babsi und Andi blieb ich bis Montag früh, um zehn Uhr fuhr ich mit der Fähre rüber zur E39. Das war genau auf die Stunde der Moment, wo ich meinen "Hundertsten" feiern konnte. Und es war der Beginn einer wirklich herrlichen 2-Tages-Tour. Über Molde fuhr ich nach Sjøholt. Diesen Ort hatte ich mir schon auf der Karte auserkoren, um einmal zu übernachten. Zunächst war ich am ortsansässigen Campingplatz, dort empfing mich aber nur eine Katze (siehe Foto). Ha, Stichwort Katze: Was hat eine Katze eigentlich bei der neuen Hornbach-Werbung zu suchen?? Die Frau singt doch mittendring "Tschüss Katze" - "ciao ciao miau". Ich weiß, der kommt nicht bei jedem an.

Ein Anruf beim Betreiber des genannten Campingplatzes ging nur auf ne Mailbox. Aber ich erinnerte mich, kurz vor dem Ort einen schön gelegenen Platz gesehen zu haben, dort fuhr ich hin. Fjellstova nennt sich das, mit vielen Stellplätzen und auch etlichen Hütten. Ich leistete mir eine Hütte mit Dusche und unterhielt mich ne Weile mit dem Inhaber. Eine niederländische Familie kaufte das Ganze vor etwa 2 Jahren. Denen geht's richtig gut, das ließ er mich mehrmals wissen.

Da es erst kurz nach dem Mittag war, fuhr ich nach Stordal. Dort hat die Firma placement ihren Sitz, die mich damals nach Kvamsøy vermittelt hatten. Ich unterhielt mich eine Weile mit Janet, fragte natürlich auch nach Alternativen, falls ich bei Brimer aufhören muss. Sie verwies mich an eine Kollegin, die aber grad nicht da war. Ihr hab ich meinen Lebenslauf geschickt, mal sehen, ob da was kommt. Dann fuhr ich noch über ein kleineres Fjell nach Liabygda und wieder zurück. In Sjøholt kaufte ich noch was zum Abendessen ein. Nach dem Essen bin ich nochmal los gedüst. Ich wollte den Sonnenuntergang mitnehmen. Das Ergebnis ist im Album zu sehen.

Am Dienstag fuhr ich nach Sykkylven. Traumhaft gelegen. Ich besuchte 2 Firmen, wo ich bereits Bewerbungen laufen habe. Danach fuhr ich über Stranda nach Hellesylt. Dort fährt im Sommer eine Fähre nach Geiranger durch den gleichnamigen Fjord. Über die Tour schreibe ich nichts, seht euch die Bilder an. Von Hellesylt fuhr ich dann noch durchs Norangdalen bis Leknes. Das ist genau das Tal, welches ich im letzten Blog erwähnt hatte. Es war der Wahnsinn, dieses Tal. Unbeschreiblich. Und aufregend, als es plötzlich laut grollte und in einiger Entfernung eine kleine Lawine abging. Das Geräusch dazu klang gefährlicher als es wirklich war. Nebenbei kämpfte ich mit fetten, saftigen Mücken. Den gewissen See mit den Häusermauern konnte ich dann leider nicht mehr gründlich ansehen, weil die Fähre von Leknes nach Sæbø nur sehr selten fährt. Erst im Sommer werden die Abstände kürzer.

Der Rest dieser Woche war im Großen und Ganzen ruhig. Ich hab viel im Internet nach Alternativen recherchiert. Am Donnerstagabend fuhr ich nach Ristesund, den Sandstrand der Insel. Die Sonne ging unter, versteckte sich aber hinter einem Wolkenband. Das finde ich fast interessanter als die pure Sonne. Auch davon sind noch 3 Bilder zu sehen.

Tja, dann also auf in den Mai.

Sunday, April 06, 2008 

Da will ich mal wieder was von mir geben. Um von hinten anzufangen: Ich bin immer noch zu Hause, an Arbeiten ist nicht zu denken. Das nervt gewaltig und war sooo nicht geplant. Naja, aber ich werde dieses Thema beiseite lassen, soweit es geht.

Das große Ereignis in den vergangenen zwei Wochen war meine Reise nach Deutschland. Die Hinreise lief ohne Zwischenfälle ab, so wie ich es im vorherigen Blog schon geschrieben habe. Beim da erwähnten samstäglichen Tanzabend war ich nicht.

In Leipzig besuchte ich zuerst meine Familie, Dienstag bis Donnerstag war für Freunde und Bekannte verplant, wobei ich am Donnerstag auch noch etwas in Grimma zu erledigen hatte und mir von einer Markleeberger Physiotherapeutin eine zweite Meinung zu meiner Situation eingeholt habe. Leider konnte ich lange nicht alle Freunde und Bekannte besuchen, die ich gerne sehen wollte. Am Freitag bin ich nach Lauscha gefahren und konnte bei meinem Freund Uwe endlich mal wieder einen Absinth genießen. Samstag Abend war ich mit David beim Konzert von [:SITD:], das war ein richtig geiler Abend mit klasse Musik in einem rauchfreien Saal.

Die Woche war natürlich unheimlich schnell vorbei und Sonntag früh war ich schon wieder im Mietwagen nach Berlin unterwegs. Ich war pünktlich am Flughafen, und der Flieger nach Oslo hob mit nur einer halben Stunde Verspätung ab. In Oslo hatte ich sowieso 4 Stunden Zeit, da spielte diese leichte Verzögerung keine Rolle. In Oslo hab ich mir die Zeit mit Zeitung lesen vertrieben, und ab und zu bin ich mal ein Stück gelaufen. Der Blick auf die Anzeigetafel zeigte irgendwann, dass mein Flug nach Ørsta statt 16:00 für 17:30 geplant ist. Dass mieses Wetter ist, wusste ich ja bereits und so überraschte mich das erstmal nicht besonders. Aber als kurze Zeit später statt "new time 17:30" nur noch "cancelled" stand, stieg der Adrenalinspiegel. Am Abgangsgate erhielt ich dann ein Ticket für den nächsten Flug, der um 19:35 abheben sollte. Dazu gabs einen Gutschein über 150 Kronen, den ich in Nahrung umwandeln durfte. Zur Erklärung hieß es, dass die Maschine noch in Ålesund stehe und wegen des Schneetreibens nicht starten kann. Nach dem Essen ging ich langsam zurück in Richtung Gate, und das Gefühl beim Blick auf die Anzeige kann ich nicht beschreiben: "new time 20:20". Aber die Maschine kam und kurz nach halb neun ging ich in die Luft. Bei der Landung erkannte ich schon den vielen Schnee, und ein Blick auf die Uhr reichte um zu begreifen, dass ich die letzte Fähre zur Insel nur bei trockenem Wetter noch schaffen könnte. Insofern war der Schock nicht ganz so groß, als ich auf dem Parkplatz nur große weiße Haufen sah. Keine Ahnung wie lange ich brauchte, ich glaube so eine dreiviertel Stunde war es wohl, eh das Auto ohne Schnee war. Das aufwändigste dabei war, den Weg zur Fahrertür freizumachen und den Haufen vor dem Auto zu entfernen - ohne Schippe.
Das Flughafenpersonal empfahl mir dann, doch nach Ulsteinvik ins dortige Hotel zu fahren, da wäre ich dann schon näher an Kvamsøy. Diesem Rat folgte ich. Während der Fahrt schneite es dicke Flocken, aber die Strecke war ganz gut befahrbar. In Ulsteinvik - es war schon um Mitternacht - sah ich einen leeren zugeschneiten Parkplatz vor dem Hotel. Mit dem Auto kam ich gar nicht drauf. Ich parkte in der Nähe und stapfte durch den Schnee zum Eingang. An der Tür hing ein A4-Blatt, beschriftet mit "Während der Osterfeiertage geschlossen". Klasse! Ich überlegte schon, ob der Diesel ausreichen würde, bis 8Uhr das Auto warm zu halten. Aber eine Alternative fand ich noch: Im 8km entfernten Hareid gibt es laut Autoatlas auch ein Hotel. Dies hatte auch offen und ich konnte die Nacht doch in einem Bett vrbringen, welches mich inklusive Frühstück ca. 100 Euro kostete. Am Ostermontag Mittag war ich dann endlich wieder zu Hause.

Seitdem sind nun schon wieder 2 Wochen vergangen, die insgesamt relativ ereignislos waren. Am Samstag, dem 29.3. war ich wieder mal in der Nähe von Ålesund, um ein wenig einzukaufen und mir einen gebrauchten Fernseher abzuholen. Zudem habe ich einen Kollegen mitgenommen, der sein Auto aus der Werkstatt abholen musste. Er kommt ursprünglich aus den Niederlanden und es ist schon lustig, dass wir beide uns auf norwegisch unterhalten.
Ich weiß nicht, vielleicht hat es der eine oder andere mitbekommen, dass es in Ålesund einen Felssturz gab wobei ein mehrgeschossiges Wohnhaus schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Vor kurzem stand etwas Genaueres in der Zeitung: Ein 6000 Tonnen schwerer Felsblock hatte sich am 26.03., 3:30 Uhr gelöst und stürzte von hinten in das Haus. Die erste Etage wurde dabei pulverisiert und das ganze Haus wurde um viele Zentimeter nach vorn geschoben. Dabei wurde der im Vorgarten eingegrabene 6000 Liter Propangastank beschädigt und das Haus stand plötzlich drauf. Der Tank musste dann leerbrennen, was mehrere Tage dauerte. 5 Personen wurden vermisst, soweit ich weiß, wurden jetzt die ersten tot geborgen. Ein sehr großer Umkreis wurde evakuiert, die Leute konnten mehrere Tage nicht in ihre Wohnungen, da eine extrem hohe Explosionsgefahr herrschte. Nun muss wohl das Haus langsam abgetragen werden und es kann Wochen dauern, bis die letzten Opfer geborgen werden können.
Bei mir kann zumindest kein Felsen reinkullern, ein Erdrutsch ist sicher nicht absolut unmöglich. Aber das ist in Norwegen nunmal so. Es gibt da z.B. eine Ortschaft, deren Grundmauern man jetzt in einem See sehen kann. Eine Bergrutsch hat 1908 diesen See entstehen lassen. Das ist halt die Natur.
 
Mehr fällt mir jetzt nicht ein. Ich habe aber noch eine ganze Menge Bilder ins Album eingefügt.

Die nächsten Tage werden gekrönt vom Therapietermin am Mittwoch, mal sehen, was sonst noch passiert. Sicher schreibe ich ein paar Bewerbungen, langsam muss ich mich ja nach Alternativen umschauen.

Wednesday, March 12, 2008 

Current mood:  thirsty

Also ein paar Tage zu Hause bleiben ist ja ganz schön, aber ich bin nun seit 21. Februar daheim und darf laut Arzt und Physiotherapeut nicht arbeiten gehen. Das ist mächtig belastend. Die letzten Tage ist wenigstens das Wetter besser geworden, heute hatten wir sogar über 12 Grad und ich konnte auf Tour gehen. Ein paar Fotos sind das sichtbare Ergebnis.

An den letzten beiden Wochenenden hatte ich Einladungen. Zunächst besuchte ich endlich meine Kollegin Annbjørg mit Familie. Es war ein sehr schöner Nachmittag, es gab ganz leckeren Lachs und wir haben einen kurzen Spaziergang gemacht, bis uns der Regen wieder ins Haus geschickt hat.

Vorigen Samstag erhielt ich gegen mittag einen Anruf meines Produktionschefs. Er würde am Abend Pizza machen und ob ich denn schon was vor hätte. Somit hatte ich etwas vor! Wir waren hauptsächlich zu viert, alles Kollegen, aber mit denen hatte ich bis auf den Chef bisher noch nicht so viel geredet. Erst so 2:30 (glaube ich) war ich wieder zu Hause. War ein richtig schöner Abend, neben Pizza gabs auch Pernod, Metaxa, Whisky, Aquavit, ...

Am Sonntag nachmittag wollte ich dann mit dem Auto an das Südwestende fahren, paar Fotos machen und Seeluft schnuppern. Aber der Startvorgang des Autos endete in einem kläglichen "Tuck-Tuck-Tuck-Dugg-Dugg-Klack-Klack-Klack". Hurra - somit hatte ich was zu tun. Naja, ich war schon stinkig in dem Moment. Aber auch froh, dass es jetzt passiert ist und nicht eine Woche später wenn ich pünktlich am Flughafen sein will. Am Montag fragte ich in der Firma nach nem Ladegerät, ich durfte mir aus Jørgens Boot eines holen. Und am Dienstag hab ich mir von Arne noch ein Messgerät ausgeliehen, um zu checken, dass nicht ein Problem mit der Lichtmaschine vorliegt. Aber es sieht ganz gut aus. Ich hoffe, bis zum Sommer hält die Batterie jetzt noch durch, mehr muss sie ja nicht schaffen.

Ansonsten gab es mehrere Besuche beim Therapeuten, der immer wieder schöne schmerzhafte Stellen ausfindig gemacht hat. Ich soll auch Übungen zu Hause machen, wobei das die Beschwerden eher verstärkt hat. Ergo soll ich sie nun nicht so häufig machen, und in der Osterwoche soll ich mich nur erholen - ohne Übungen. Ach und das Wichtigste: Ich brauche sehr viel Geduld. Na toll.

Erwähnenswert ist noch, dass an einem Tag die Fähre für 3 Stunden nicht fuhr, weil zu starker Wind war. Natürlich wollte ich um diese Zeit gerade vom Therapeuten zurück auf die Insel. Zum Glück gibts am Fährenkai ein kleines Wirtshaus, wo ich in Ruhe eine Zeitung gelesen habe und mir dazu einen Cappucino und ein Würstchen im Speckmantel gegönnt habe.

Das solls gewesen sein, vielleicht kommen am Samstag noch ein paar Bilder dazu, denn momentan sind die Aussichten für den Freitag wieder sehr sonnig. Ob ich am Samstag wirklich zum Tanzabend gehe, ist ungewiss. Da spielt Trubadur Åge 'ne Art Countrymusik, was ich mir ja sogar mal antun würde, aber als Eintritt will man knapp 20 Euro haben. Sonntag nachmittag fahre ich zum Flughafen Ørsta, gegen 21 Uhr lande ich in Berlin und mit dem Mietauto werde ich nach Mitternacht in Brandis eintrudeln.

Sunday, February 24, 2008 

Current mood:  content

Ab jetzt werde ich nicht mehr ganz so regelmäßig jeden Sonntag einen Blog schreiben. Die Leserzahl geht leicht zurück und bei mir ist eine Art "Alltag" eingezogen, so dass es nicht immer so viel zu schreiben gibt. Am Besten ihr tragt euch als Abonnent des Blogs ein (einige haben es ja schon getan), dann bekommt ihr eine Info, wenn es etwas Neues gibt.

In dieser Woche war das Wetter meist ziemlich mies, deshalb gibt es nur ein einziges Bild, das ich gleich hier präsentiere:


Das war am Mittwoch früh 7:21, kurz bevor ich auf Arbeit bin. Leider leicht unscharf, es musste schnell gehen.

Am Donnerstag mittag bin ich eher von Arbeit gegangen, da ich einen weiteren Arzttermin hatte. Der Betriebsarzt hat mich nun krank geschrieben, ich habe 40 Tabletten Voltaren bekommen und darf am Montag nach Larsnes zum Physiotherapeuten. Die komplette folgende Woche soll ich zu Hause bleiben. Das gefällt mir eigentlich gar nicht, aber es wird wohl das Beste sein.
Um die Hände und Arme zu schonen soll ich auch nicht so viel auf der PC-Tastatur rumhacken. Auch ein Grund, warum es weniger wird im Blog.

Am heutigen Sonntag bin ich tief hinab ... nein nicht gesunken! Ich fuhr durch den tiefsten Straßentunnel der Welt. Er ist 287m tief und wurde gestern eröffnet. Er ist Teil des Eiksundsambandet und ersetzt die Fähre, die ich nehmen musste, wenn ich nach Ørsta oder Volda will.

Der eigentliche Grund war eine Veranstaltung im Rahmen der Eröffnung dieser Verbindung, der Eintritt war frei für alle, die durch den Tunnel gekommen sind. Thomas Bickhardt, ein 1994 nach Norwegen gezogener Deutscher, stellte per Diavortrag sein neuestes Buch vor: "Sturm ved Stad". Es ist ein Fotoband über das Stadlandet, wie die Vestkapphalbinsel hier genannt wird. Es ist die stürmischste Region Norwegens, und bei den Wetterberichten ist meist die Rede von "südlich Stad" oder "nördlich Stad", da es eine Wetterscheide ist.
In dem Bildband werden auch Geschichten über die dortigen Bewohner erzählt. Ich werde mir dieses Buch demnächst holen, heute konnte ich es mir noch nicht leisten. Thomas wohnt übrigens auf "Kråkenes fyr", das ist ein ehemaliger Leuchtturm am Ende der Insel Måløy. Dort hat er ständigen Blick auf das Vestkapp. Ich werde ihn sicher im Frühjahr mal besuchen. Bei meiner Mai-Tour 2007 war ich bereits dort, aber er war nicht zu Hause.
Eine Auswahl der Fotos im Buch könnt ihr
hier bestaunen.

Nun werde ich was futtern und mir die 2.DVD von "Der Untergang" zu Gemüte führen. Morgen muss ich 8:30 die Fähre schaffen, und dann lasse ich mich überraschen, was der Therapeut mit mir anstellt.

Da ich in Zukunft nicht mehr so viel schreibe: Ich habe mir eine deutsche Festnetznummer zugelegt, über die ich Abends erreichbar bin. Das funktioniert über das Internettelefoniesystem "Skype". Wer die Nummer haben möchte, bitte eine kurze Mail senden bzw. hier bei myspace die Nachrichtenfunktion nutzen - direkt veröffentlichen werde ich sie hier nicht.

Sunday, February 17, 2008 

Current mood:  mellow

Am Montag habe ich Anschiss von Annbjørg bekommen. Als ich erzählte, dass ich am Sonntag auf Voksa war (wo sie wohnt), wurde ich sofort energisch gefragt, warum ich dann nicht bei ihr aufgekreuzt bin. Habe was von "ich weiß ja nicht ganeu wo du wohnst" gefaselt aber das zog nicht, ich hätte mich ja durchfragen können. So musste ich versprechen, dass ich das nächste Mal definitiv dort vorbeischaue. Ein anderer Kollege, der auf Sandsøy wohnt, hat mich bzw. mein Auto gesehen. Man kann hier echt nichts heimlich tun ;-)
Auf Arbeit ging es ganz gut, kurz vor Feierabend musste ich noch eine Form gelen (so nennt man das erste Aufbringen der inneren Farbschicht). Ich war 10 nach halb vier damit fertig, mein Chef hat mir sofort gesagt, ich solle mir eine halbe Überstunde schreiben.
Am Abend merkte ich wieder andere Teile meines Körpers. Naja, wie sagte Annbjørg: "Wenn du nichts mehr spürst, bist du vielleicht tot?"
Ach ja, und ich hab mal auf die Schnelle 2 mit 10 verwechselt. Norwegisch gesprochen: TU und TI. Naja kann ja mal passieren, war auch nicht sooo schlimm, Annbjørg zweifelte sofort an meinem errechneten Wert, wieviel Liter Polyester noch nötig ist.
In einer Pause sprach mich Arne, ein Kollege aus dem Lager, an. Er sagte, dass wir beide im Sommer auf "den Berg da drüben" gehen. Dieser Berg ist 600m hoch, und auf dem hochformatigem Bild im aktuellen Fotoalbum als runde Kuppe im rechten Teil zu sehen. Von da aus hat man eine enorme Aussicht auf die Inseln und in Richtung Festland.

Am Dienstag - meinem 30.Tag auf Kvamsøy - lernte ich endlich Janet persönlich kennen. Einige werden sich erinnern, sie tauchte in meinen Berichten im November 2007 auf. Sie arbeitet bei der Firma placement, die mich an Brimer vermittelt hat. Wir hatten eine halbe Stunde zum Unterhalten, und es war eine nette Plauderei (auf norwegisch natürlich).
5 Minuten vor halb drei kam plötzlich Keneth, mein direkter Chef, zu mir. Ich solle schnell nach Hause flitzen, in 5 Minuten kommt ein Techniker, der meinen Breitbandanschluss einrichtet. Toll wenn man mehrere Tage vorher Bescheid bekommt ;-) Naja, ich also raus, umgezogen und losgestiefelt. Auf halber Strecke sehe ich ein Auto stehen, einer winkt und die Beifahrertür steht offen. Es war Gunnar, der auch mit bei Brimer arbeitet und außerdem mit der Breitbandfirma zu tun hat. Er nahm mich also mit zu mir nach Hause, wo ein Firmentransporter stand, der schon wieder den Rückwärtsgang eingelegt hatte. Gunnar erklärte mir im Auto, dass er vergessen hätte, mir den Termin eher zu nennen.
Die Sache war in 10 Minuten erledigt. Zumindest der Anschluss vom Haus zur Vermittlungsstelle.
Ich bin dann wieder auf Arbeit und habe noch bis 17 Uhr gemacht. Damit ist der letzte Donnerstag (Arzt+Polizei) wieder komplett wettgemacht und auch die halbe Stunde, die ich für die Breitbandsache unterwegs war, ist aufgearbeitet.

Der Mittwoch war in zweierlei Hinsicht ein bedeutender Tag:
1. ich bekam von Gunnar das fehlende DSL-Modem und habe nun meinen EIGENEN Internetanschluss.
2. um 17:45 konnte ich meinen 1. Monat feiern. Hmm, gefeiert hab ich eigentlich nicht, habe um diese Zeit am Internet und WLAN gebastelt. Aber zum Abendessen hab ich ein Murphys Irish Red Bier getrunken (hat etwa 3,50€ gekostet, dei 0,5er Büchse), und danch gönnte ich mir noch einen Scheinfelder Kräuterschnaps.

Vom Donnerstag gibt es nix besonderes zu berichten, außer dass ich eine Überstunde gemacht habe.

Da das Wetter am Wochenende schlecht werden sollte, bin ich am Freitag gleich nach der Arbeit nur kurz duschen gewesen und war dann fast 2 Stunden unterwegs. Der Tursti, der letztes Wochenende noch zu matschig war, konnte auf Grund des leichten Bodenfrostes begangen werden. Ab und zu war es zwar dennoch etwas nass und glitschig, aber das war egal. Bei der untergehenden Sonne zum Myrvatnet zu laufen ist wirklich was Besonderes, zumal für mich die Aussicht ja noch neu war. Ich hab 'ne Menge Bilder geschossen, einige davon sind natürlich wieder im Fotoalbum zu sehen. Vom Myrvatnet in ca. 230m Höhe aus wären es nur noch 30 Minuten und 60 Höhenmeter bis zum Nonshornet, dem höchsten Punkt Kvamsøyas, gewesen. Aber es war mächtig kalt und windig da oben, und da die Sonne dann weg war wäre es vielleicht problematisch geworden, den Rückweg zu finden. Ich hatte zwar eine Taschenlampe einstecken, aber es gab so einige Stellen, wo ein Weg als solches kaum zu erkennen war.
Nach dieser Tour hab ich mich ganz in Ruhe in meine Badewanne gelegt und ein wenig in einem kleinen Angelbüchlein geschmökert. Wer weiß, vielleicht fang ich ja doch mal damit an...

Der Samstag brachte dann das angekündigte stürmische Regenwetter, welches auch die nächste Woche beherrschen wird. Ich bin nur kurz beim Insel-Coop gewesen, obwohl ich ursprünglich nach Ulsteinvik und Fosnavåg wollte um etwas mehr einzukaufen. Aber ich muss Geld sparen, da meine deutsche Handyrechnung ein bisschen zu hoch ausgefallen ist. Und allein durch Verzicht auf eine Fährfahrt spare ich 20 Euro.
Abends gab es erstmals Fiskekaker (übersetzt: Fischkuchen) mit gebratener Zwiebel - und nachts 'ne heiße Bettdecke ;-)

Heute liegt nichts weiter an, außer Blog schreiben, noch ein bissel Wäsche von gestern zusammenlegen und diesen Blog ins Netz stellen. Wenn ich nach draußen schaue, sehe ich tiefliegende Wolken. Aber selbst das hat irgendwie seinen Reiz! 


Fazit 1 Monat Kvamsøy:

Ich fühle mich wohl und die Anstrengung auf Arbeit ist zu ertragen. Am Wochenende nerven etwas die schmerzenden Finger der rechten Hand. Komischerweise merke ich beim Arbeiten fast gar nichts davon, aber nach etwas Ruhepause melden sie sich um so heftiger. Ich hoffe aber, dass das irgendwann mal vorbei geht. Das Umfeld, also die Natur und die Kollegen trägt dazu bei, dass die Strapazen und Schmerzen schnell vergessen sind.

Es gibt den einen oder anderen Augenblick, wo ich Familie, Freunde und diverse Aktivitäten vermisse. Die "Aktivitäten" vergesse ich aber schnell wieder, denn wie viele Male wollte ich in Leipzig bzw. Brandis abends oder am Wochenende weggehen, und habe es dann aus diversen Gründen nicht gemacht.
Ansonsten bleibt fest zu stellen, dass meine Wohnung immer noch nicht richtig eingeräumt ist - damit meine ich nicht, dass ich ein, zwei Regale gebrauchen könnte, die ja noch in Deutschland sind. Nein, ich hab in den ersten Tagen weitestgehend alles aus den Kisten ausgeräumt, aber seitdem nix weiter in der Hinsicht gemacht. Also ist das "Gästezimmer" derzeit Willy Schwabes Rumpelkammer. Wird Zeit, dass sich ein Besuch ankündigt, da bin ich gezwungen, aufzuräumen.

Saturday, February 09, 2008 

Current mood:  happy

*** Ergänzung zum Sonntag und angefragte Erklärungen am Ende des Textes ***

Die 4. Woche begann mit Gänsehaut. Als ich Montag von Arbeit kam, kreiste über mir ein Seeadler. Immer wieder ein toller Anblick! Ich vergesse dann sofort die ganzen Strapazen des Arbeitstages und hab so richtig gute Laune.

Am Dienstag habe ich mal keine Überstunden gemacht. Die Probleme im Handgelenk wurden größer, und ich hab auf Mehrbelastung verzichtet.
Meine Kollegin Annbjørg brachte mir extra ein Gelenkband (oder wie auch immer das heißt) mit. Das hat etwas geholfen, aber bei bestimmten Arbeiten bzw. Bewegungen tats dennoch ganz schön weh.

Mittwoch habe ich mich dann entschieden, auf mein WGT zu verzichten. Das hat diverse Gründe, die ich hier jetzt nicht alle aufführen will. Hat generell mit Kosten, Stress und dem bisher bekannt gegebenen Interpretenangebot zu tun. Dafür werde ich in der Osterwoche in Deutschland sein. Wie es der Zufall will, spielen am Ostersamstag AMNISTIA und [:SITD:] in der Moritzbastei. Ich hoffe, ich sehe ein paar meiner myspace-Freunde!

Donnerstag bin ich erstmal nicht auf Arbeit gegangen. Ich wollte endlich zur Polizeistation in Eggesbønes um meine Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen. Auch als EU-Bürger darf man sich ohne diese Erlaubnis nur 3 Monate im Land aufhalten. Der Witz dabei ist, dass die Wartezeit von Beantragung bis Erhalt 5 Monate beträgt. Und weil ich somit sowieso unterwegs war, wollte ich noch nach Ulsteinvik zum Betriebsarzt.
Kurz vor Abfahrt der Fähre musste ich noch schnell ein Bild vom Himmel machen (siehe Fotoalbum). Dann bin ich nach Ulsteinvik gefahren, da ich so zeitig wie möglich da sein sollte, wie mir beim Telefonat am Mittwoch gesagt wurde. Der Arzt bewegte meine Hand in alle möglichen Richtungen, aber seine Frage, ob es weh tut, musste ich immer verneinen. Komisch! Aber dann, als er den Ellenbogen genauer abtastete, merkte ich unangenehmen Schmerz. Er meinte, es sei eine Überlastung (verständlicherweise) und es könne auch eine beginnende Sehnenentzündung im Spiel sein. Er verschrieb mir Tabletten und riet mir, in der Apotheke nach einer Støttebandasje (Stützverband) zu fragen. In der Apotheke war ich bestimmt 40 Minuten. Erst brauchte die Apothekerin eine Ewigkeit, um irgendwelche Daten in den Computer einzutrommeln. Dann beriet mich ein Sykepleier (Krankenpfleger) betreffs des Verbandes. Ich probierte ne Menge durch, bis wir uns dann auf einen recht einfachen elastischen Verband einigten. Die Variante mit der Aluminiumschiene verwarf ich jedenfalls. Dazu gabs noch einen Übungsball für die Handmuskulatur und ich war 360 Kronen los. Aber es wird ja hoffentlich helfen. Der Arztbesuch kostet nichts, da es der Betriebsarzt ist und es sich um ein Problem handelt, welches durch die Arbeit hervorgerufen wurde.
Anschließend fuhr ich noch zur Polizeistation in Eggesbønes, dort war ich etwa 20 Minuten. Dass ich nun 5 Monate auf das Stück Papier warten muss, erwähnte ich bereits.
Dann hatte ich noch Zeit zum Einkaufen. Die Fähre, die ich ursprünglich schaffen wollte, war außer Reichweite (dank der langen Apothekenberatung). So habe ich erstmals einen Einkauf im Vinmonopolet getätigt! Eine Büchse Starkbier für 34,50kr (4,30€) und eine Flasche südafrikanischer Rotwein für 85,90kr (10,70€).
Vinmonopolet ist ein spezieller Laden, wo es alkoholische Getränke gibt, die stärker als 4,7% sind. Diese Läden gibt es nur in größeren Städten. In den Supermärkten kann man wirklich nur Bier bis zu diesen 4,7% kaufen. Die Literpreise der normalen Biersorten gehen bei etwas über 30kr los, die meisten Sorten haben einen Literpreis zwischen 38 und 50kr. Ich hole am Häufigsten Bier für ca. 34kr/l, ergo kosten da 0,5l 2,10€. Habe ich schon geschrieben, dass ich tatsächlich weniger Bier als in Deutschland trinke???
14:30 kam die Fähre wieder auf meiner Insel an. Ich fuhr schnell zur Wohnung, das Zeug ausladen und mir meine Portion Nudeln warmmachen, die vom Mittwoch Abend übrig war. 15Uhr war ich in der Firma und hab noch bis 18:30 gearbeitet. Da ich schon Ende Januar einmal 2,5Std für diese Polizeiangelegenheit rausgearbeitet habe, muss ich nun nur noch 1,5 Stunden nacharbeiten, was ich sicher nächsten Dienstag oder Donnerstag tun werde. Nach der Arbeit gabs dann nochmal Nudeln ;-)

Vom Freitag gibts nichts Besonderes zu berichten, die Kollegen schonten mich ein wenig und jeder erzählte mir von seinen eigenen Anfangsschwierigkeiten. Die Tablettenkur hat wohl jeder durchgemacht...

Samstag war der große Fototag! Ich habe die Wettervorhersage studiert und bin extra beizeiten am Freitag Abend ins Bett gegangen. Schon 9Uhr war ich unterwegs, und eine ganze Menge der Erlebnisse sind im Fotoalbum "Kvamsøy, 4.Woche" zu sehen. Ich kann darüber gar nicht viel berichten, es war zu schön um es in Worte fasssen zu können. Den ganzen Abend brauchte ich dann, um die Fotos auszusortieren, zu bearbeiten und hochzuladen. Nebenbei hab ich mir Fisch mit Kartoffelspalten gemacht, dem Frostschrank sei Dank.

Nun ist es Sonntag morgen 0:35. Heute werde ich wahrscheinlich die Nachbarinseln Voksa und Sandsøy unsicher machen. Sollte es da noch etwas zu berichten geben, ergänze ich den Blog am Abend. Fotos kommen bestimmt noch ein paar hinzu. Es sei denn, die Faulheit siegt - oder das Wetter.

Und noch was: Wenn wieder mal einer ein Gerücht verbreiten will, dass in Norwegen die Arbeit viieeel langsamer verrichtet wird, dann werde ich ein Veto einlegen. Aber Halt, mich jetzt nicht falsch verstehen: Es ist trotzdem ein richtig schönes Arbeiten hier, weil jeder überall mit anpackt und auch jeder voll dahinter steht, was fabriziert wird. Wenn gearbeitet wird, dann richtig. Und wenn Pausenzeit ist, muss alles fallen gelassen werden! Das musste ich diese Woche lernen. Ich wollte noch schnell das Element fertig rollen, noch eine Minute vielleicht, aber 2 Kollegen riefen und gestikulierten "Mat, Mat", also "Essen". Ich musste die Rolle also weiterreichen und wurde aufgeklärt, dass die Pause ein Heiligtum ist. Mit dem Feierabend ist es ähnlich. Das war schon letzte Woche: wenn ein Element fertig "gegossen" (so heißt das hier) wurde, muss es härten. Das dauert für gewöhnlich seine 10-20 Minuten, je nach Temperatur und Polyesterzusammensetzung. Dann muss geschnitten werden, d.h., die überstehenden Stücke werden am Rand der Form abgesägt. Macht man dies zu zeitig, reißt man unschöne Löcher in das Element und das darf nicht passieren. Wartet man zu lange, kommt man mit der Säge nicht mehr weiter und nur noch der Trennschleifer hilft. Soweit die Erklärung im Vorfeld. Jedenfalls ist es kurz vor Feierabend, und das Element will nicht hart werden (jaja, ich weiß schon was jetzt so mancher denkt). Entgegen aller Regeln, die mir bisher beigebracht wurden, beschäftigten sich plötzlich 2-3 Leute mit dem Ding und versuchten mit Schere, Säge und Rolle die Kanten zu schneiden. Und das gelang tatsächlich, pünktlich 15:30 ist das Element fertig "beschnitten".

Es ist sowieso manchmal eine Gratwanderung. Mir wurde gezeigt, was alles zu machen ist bzw. worauf zu achten ist, bevor eine Form für ein neues Element fertig ist. Da aber derzeit pro Tag 2 18er-Elemente gegossen werden müssen, werden manche Regeln aufgeweicht. Mir wurde mehrfach erklärt, wenn an bestimmten Stellen noch Polyesterreste verbleiben, dann stimmen irgendwann die Maße des Elementes nicht mehr. Entsprechend gründlich mache ich die Form sauber, das dauert halt seine Zeit. Wenn die erfahrenen Kollegen sauber machen, dann hab ich schon öfters Reste entdeckt, die sich definitiv auf die Maße auswirken - die Hauptsache, 2 Elemente sind fertig. An der Stelle habe ich so meine Probleme. Aber solange aus der Endfertigung keine Beschwerden kommen, kann es nicht so schlimm sein.  

Viele Grüße aus dem Norden
Euer Heiko

*** Nachtrag ***

Ich war tatsächlich auf den Nachbarinseln, habe mich fast 3 Stunden dort aufgehalten. War sehr schön, einige Bilder kommen noch ins Album. Die Rückfahrt mit der Fähre war sogar kostenfrei, der Kassierer hatte Feierabend und bereits seine Utensilien weggepackt. Hat mich gefreut, 60 Kronen zu sparen.

Ich bekam Anfragen, was WGT heißt: Wave Gotik Treffen. Es findet alljährlich zu Pfingsten in Leipzig statt.

Und weiterhin wurde gefragt, was nach dem Vierteljahr passiert, wenn ich noch keine Aufenthaltsgenehmigung bekommen habe. Es gibt keine Probleme. Da ich rechtzeitig den Antrag gestellt habe, und ich auch nur unwesentlich eher hätte beantragen können (aufgrund noch fehlender Dokumente) muss ich mir keine Sorgen machen.

Sunday, February 03, 2008 

Current mood:  content

Jetzt ist schon die dritte Woche um! Die Zeit vergeht hier genauso schnell wie in Deutschland.

Diese Woche habe ich auf Arbeit an einem "Fyrlys" mitgebaut. Das ist ein Leuchtturm, etwa 9,5m hoch. Er wird in 4 Segmenten gefertigt, ich war am Mittwoch am untersten Segment beteiligt. Brimer hat den Auftrag für eine größere Menge erhalten, die von Bergen bis Oslo die Südküste säumen sollen.
Dienstag habe ich nur eine Überstunde gemacht, weil ich nur an den beiden Überstundentagen Di+Do im Finanzamt Grimma abends anrufen kann.
Ich hatte dort was zu klären.
Donnerstag habe ich wieder 3 Stunden mehr gearbeitet. Und Freitag hatte ich meinen ersten Lohnzettel im Fach! Tolles Gefühl!

Am Dienstag hat mich meine Kollegin Annbjørg auf die Nachbarinsel Voksa mal zum Kaffee eingeladen. Diesen Sonntag hab ich abgesagt, weil ich nachmittags zum "Søndagskafe" wollte. Dazu aber am Ende des Blogs etwas mehr.

Im Fotoalbum sind wieder einige neue Bilder zu sehen. Die ersten entstanden am Mittwoch abend, da bin ich nach der Arbeit mal an die Südküste gefahren, um paar Aufnahmen zu machen.

Das wirklich aufregendsde Erlebnis war aber meine Einkaufsfahrt nach Ørsta und Volda am Samstag. Bin 8:30 in der Morgendämmerung auf die Fähre, 9:20 Ankunft in Larsnes. Die weitere Fahrt war genial, ich hätte können aller 100m anhalten und Fotos machen. Habe mich aber auf eine Stelle beschränkt, siehe Fotoalbum. Dann war ich etwas verwundert, als ich nochmal eine Fähre nehmen musste. Im Dezember hätte sollen eine neue Tunnelverbindung öffnen, aber das hat sich auf den 23.02. verschoben. Naja, also nochmal Fähre. Das stört mich ja generell nicht so sehr, aber 2mal 75Kronen waren eigentlich nicht eingeplant, höchstens Maut für den Tunnel, und das ist meist nicht so teuer.
In Ørsta angekommen musste ich wieder Fotos machen. Die Morgensonne beleuchtete die Berge, während unten noch Schatten war, der aber durch den frisch gefallenen Schnee nicht so dunkel erschien. Ich bin dann durch ein kleineres Einkaufszentrum geschlendert und habe anschließend bei Coop Mega reichlich eingekauft. Als ich wieder am Auto war, sah ich in der Ferne eine schwarze Wolkenwand aufziehen. Der angekündigte Schnee also. Auf dem letzten Ørsta-Foto müsste es ganz gut zu erkennen sein. Trotzdem bin ich weiter nach Volda gefahren, liegt nur 10km südwestlich. Da war ich nur kurz im Rimi, mal schauen, was die haben, was Coop nicht bietet. Aber es war nicht so aufregend, diesen Weg kann ich mir in Zukunft sparen. Da ich noch Zeit hatte (die Fähre in Larsnes fährt Samstag sehr selten) habe ich mir Volda angesehen. Einige Bilder habe ich im Album. Dann war die Rückfahrt dran. In Volda war noch zeitweise die Sonne zu sehen, auf der Rückfahrt wurde es dann immer nebliger und irgendwann fuhr ich im Schnee. An der Fähre, die in Kürze durch den Tunnel ersetzt wird, wartete ich ne ganze Weile im dichten Schneefall. Aber was dann kam, hatte ich sooo nicht erwartet. Der Schnee lag auf der Strasse schon sehr hoch, und es waren kaum Fahrspuren vorhanden. Und wenn mal ne Fahrspur war, dann war diese meist recht glatt, weil darunter noch eine alte festgefahrene Schicht war. Solange die Straßen relativ flach verliefen, hat das Fahren noch echt Spaß gemacht. Bin mit 60 km/h gefahren, bei Kurven mal etwas langsamer, auf freien Geraden auch mal 70. Dann bog ich ab auf die Insel Gurskøya, an derem westlichen Ende Larsnes liegt. Nach kurzer Zeit schien es mir, dass der Schnee so hoch liegen muss, dass mein Auto bald auf der Schneeschicht gleiten kann. Die wenigen Fahrspuren waren verdammt tief, und dazu noch glatt. Ich wusste, da kommen jetzt 2 lange Steigungen mit bis zu 10%. Kaum dran gedacht, kam schon die erste. Mit 60 km/h gings im dritten Gang nach oben. Immer wieder merkte ich, wie die Räder beim Gasgeben durchdrehten und der Wagen sofort wegdriftete. Mal war ich ziemlich nahe am Straßengraben, das nächste Mal halb auf der Gegenfahrbahn. Sofort nahm ich etwas Gas weg, was aber auch hieß, dass der anfängliche Schwung weg war. In der Fahrspur war es zu glatt, um wirklich vorwärts zu kommen. Also versuchte ich es daneben, aber bei ca. 10cm Neuschnee ist die Haftung auch nicht so besonders. Jedenfalls musste ich die Heizung abdrehen, warm war es auch so. Irgendwann hatte ich die erste Steigung gemeistert, und die zweite, noch etwas längere, ließ nicht lange auf sich warten. Hier zeigte sich, dass ich nun ein wenig sicherer war, was die seitlichen Driftbewegungen des Autos betraf. Ich hab so selten wie möglich den Fuß vom Gas genommen und den Berg relativ gut überwunden. Trotzdem war ich sowas von heilfroh, als ich wusste, jetzt gehts nur noch abwärts. Aber auch dabei war Aufpassen angesagt, mein ABS meldete sich mehrmals vor den Kurven.
In Larsnes hatte ich dann noch 20Minuten Zeit, bin kurz im Joker gewesen, mir Ballerina-Kekse geholt und eine kleine Ananasbrause, darauf
hatte ich jetzt Appetit.
Auf der Fähre war diesmal auch mein großer Boss, also der Firmenchef von Brimer. Wir unterhielten uns etwa eine viertel Stunde. Er erzählte mir von seinen Erlebnissen, die er 1970 auf Grönland hatte. Er war mit einem Frachtschiff dort. Da lagen u.a. auch 2 DDR-Schiffe, die "Junge Welt" und die "Junge Garde". War wirklich eine komische Zeit damals. Die "Junge Welt" hatte einen Arzt an Bord. Als sich einer der norwegischen Besatzung stark verletzt hatte, wäre der DDR-Arzt der nächstmögliche Anlaufpunkt gewesen. Aber er hatte keine Erlaubnis, Besatzungsmitgliedern von westlichen Schiffen zu helfen.
In einer Nacht sind dann mein Chef und einige andere heimlich auf der "Jungen Welt" gewesen. Er erzählte mir, dass in allen Gängen Bilder
von Walter Ulbricht hingen. Und da waren auch zwei Bilder von Fabriken. Eine neu aufgebaute in Ostberlin, mit fleißigen und zufriedenen Arbeitern. Und eine im Westen, die gerade bestreikt wird.
Auf Kvamsøy war bereits der Schneepflug in Aktion, so hatte ich keine Probleme, zum Haus zu kommen um dann im Tiefschnee meine gekauften Sachen auszuladen.
Am Abend hab ich dann noch ausgiebig gebadet. Das tat gut.

Heute war ich anderthalb Stunden draußen im Schnee. Werde auch gleich noch ein paar Fotos hochladen. Erst halb drei war ich wieder in der Wohnung, habe alle Sachen zum Trocknen verteilt und bin duschen gegangen. So kam es auch, dass ich nicht zum Søndagskafe bin, weil ich frisch geduscht nicht gleich wieder raus wollte. Wer sagt jetzt "Ausrede"??? Naja, so richtige Lust hatte ich auch nicht. Die Schneetour war wirklich genial, aber irgendwie war ich auch froh, wieder im warmen und trockenen zu sein.

Noch was anderes. Am Freitag hatte ich Post vom Stromlieferanten. Ich werde zunächst von meinem örtlichen Versorger "Tussa" beliefert, solle mir jedoch innerhalb der nächsten 6 Wochen einen Stromlieferanten meiner Wahl aussuchen. Das hab ich gleich getan. Ging ganz leicht online, da gibt es ein Vergleichsportal, auf welches sogar in dem Schreiben hingewiesen wurde. Ich zahle hier knapp 6 Cent für die Kilowattstunde. Bei angenommenen 16500kWh im Jahr (Heizung und Warmwasseraufbereitung geht ja auch darüber) komme ich auf 77Euro monatlich. Wobei ich da die jetzigen Verbrauchswerte zugrunde gelegt habe. Im Sommer brauche ich viel weniger Licht und auch weniger Heizung. Vermutlich komme ich im Schnitt auf etwa 65Euro monatlich.

OK, dann werde ich mal morgen meine vierte Woche anreißen. Jetzt lade ich noch die restlichen Bilder hoch, mal sehen, was ich den restlichen Abend noch anstelle.

Liebe Grüße vom Heiko

PS: Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

Sunday, January 27, 2008 

Current mood:  hungover

Nun ist die 2. Woche um. Verging recht schnell. Auf Arbeit habe ich wieder ne Menge dazugelernt, und bin in einigen Sachen sicherer geworden. Mit jedem Tag kriege ich ein klitzekleines Bissel mehr von den Gesprächen der Kollegen mit. Aber wehe ich werde angesprochen ohne dass ich eine Ahnung habe, worum es geht. Dann habe ich noch ganz schön zu knaupeln.

Montag Abend bin ich 19 Uhr in die Schule gegangen. Dort sollte ein Norwegischkurs stattfinden, der von der Firma bezahlt wird. Ich traf dort auf 6 Niederländer. 5 davon wollen norwegisch lernen, die 6. war die Lehrerin. Sie lebt bereits ca. 10 Jahre hier. So richtig toll fand ich es nicht, habe ich in den über 3 Stunden eher niederländisch als norwegisch gelernt.

Die weiteren Abende sind nicht besonders erwähnenswert, das ist dann schon der Alltag. Also kaputt von Arbeit kommen, ein Bierchen aufmachen, sich vorm Notebook ausruhen, was essen, duschen und so gegen elf ins Bett gehen.

Am Samstag habe ich bis nach 11Uhr ausgeschlafen. Das tat auch wirklich not, denn zum Freitag war ich mächtig ausgebrannt. Es war ja meine erste komplette Woche, noch dazu mit 6 Überstunden. Und ich bin bereits voll in den Produktionsablauf eingebunden.

Samstag Abend war dann "Kosekveld" im Klubhaus angesagt. Im Internet habe ich schon auf der Kvamsøy-Seite davon gelesen und die Niederländer hatten mich am Montag ermutigt, hin zu gehen. Ein Paar sagte mir auch zu, mich abholen zu wollen.
Punkt 9Uhr klingelt es also an der Tür, auf die Oranjes ist Verlass! Ich bin schon in deren Auto, da bekomme ich noch den Hinweis, dass man sich seine Getränke in Norwegen selbst mitnehmen muss. Hatte ich zwar schon mal gehört, aber naja. Also zurück in die Wohnung, ein Bier und eine Kräuterschnapsflasche in einen häßlichen Plastikbeutel gesteckt und ab ging es. Die Fahrt dauerte wahnsinnig lange, in knapp 2 Minuten waren wir da.

Im Saal waren schon ein paar Leute, nur wenige davon hatte ich vorher schon gesehen. Aber es dauerte wirklich keine 2 Minuten, da saß ich mit am Tisch, mitten zwischen den Norwegern, und unterhielt mich mal mit dem und mal mit dem. Nach kurzer Zeit war der Saal gefüllt und es musste ein extra Tisch aufgebaut werden. Das Publikum: total gemischt, von 16 bis über 60.
Irgendwann kam mal jemand, reichte mir die Hand und stellte sich vor. Völlig ungewohnt für mich!! Nach dem Essen (es gab Thailändische Gerichte) winkte mich dann meine Kollegin Gry an den Nachbartisch. Da saßen auch noch weitere Kollegen von mir. Mein "kleiner Chef" schenkte mir ein halbes Weinglas Jägermeister ein und stieß mit mir an. Gry fragte mich aus, und ich hatte viel zu erzählen. Dann kam mal ihre Schwester an den Tisch, und als Gry später mit dem jägermeistergetränkten Chef tanzen war setzte sich ein 18jähriges Mädel neben mich und fing einen Plausch an. Mein Produktionschef kam auch noch zum Unterhalten, wie auch Osvald - mit beiden hatte ich ja damals im November mein Jobgespräch. Irgendwann war mein Glas mit dem Jägermeister alle und es war einfach nur noch lustig. Ganz zum Schluss (gegen halb drei war das glaube ich) hab ich noch 2mal getanzt.

Ich lief dann mit dem niederländischen Paar und meinem Produktionschef nach Hause, selbst das war noch lustig. In der Küche verschüttete ich dann erstmal etwas O-Saft, weil meine Standfestigkeit enorm gelitten hatte. Trotzdem bin ich dann noch an mein Notebook, und habe bis nach 5 Uhr noch per Skype telefoniert. Danach bin ich ins Bett gefallen, aber schon gegen Zehn aufgewacht. Ich drehte mich nur einmal im Bett um, mein Gehirn drehte sich dabei gleich 5mal. ABER mir ist NICHTS aus dem Gesicht gefallen! Habe alles tapfer verdaut!

Sonntag nachmittag hab ich mich dann aufgerappelt, an die Luft zu gehen. Natürlich nicht ohne meine Kamera. Ein paar Bilder sind wieder im myspace-Profil abgelegt. Das Fotoalbum heißt so wie dieser Blogeintrag "Kvamsøy, 2.Woche", ich werde das in Zukunft auch so beibehalten. Ich habe diesmal auch Fotos von meinem zu Hause gemacht, so wisst ihr nun ziemlich genau wie und wo ich lebe. Nur für mehr Innenaufnahmen ist die Zeit noch nicht reif, es steht noch zu viel Zeug in der Bude rum, was mich nicht stört aber auf Fotos blöd aussieht.

Tja, und jetzt hab ich meine Makkaroni mit Wurstgulasch in Tomatensauce gegessen und werde in Kürze im Bett sein. Draußen sind derweil 5 Grad und es weht wie fast immer ein böiger Wind.

Ich wünsche Euch eine schöne Woche, viele liebe Grüße von der Insel
Euer HEIKO

Tuesday, January 22, 2008 

Current mood:  content

Kurz gefasst: es geht mir prima! Die Fahrt am vorigen Wochenende von Brandis nach Kvamsøy war reibungslos. Am Montag konnte ich meine Mietwohnung beziehen, 60qm mit Einbauküche inkl. Kühlkomi und Geschirrspüler, 2 Tischen, Stühlen, einem Sofa, Waschmaschine, Trockner, Badschrank, Kaminofen. Am selbigen Tag habe ich gleich noch mein Konto eröffnet und die Steuerkarte beantragt. Beides dauerte jeweils keine 5 Minuten.

 

Ab Dienstag hieß es dann ARBEITEN. Es ist eine körperlich anstrengende Arbeit, die mir aber bisher wirklich gefällt, sehr vielfältig ist und schon nach kurzer Zeit auch mit Verantwortung verbunden ist. Die Kollegen sind durchweg nett und auch aufgeschlossen und unheimlich hilfsbereit. Ich arbeite in der sogenannten „Sprøyteavdeling". Hier werden Segmente für große Tanks bzw. Silos gefertigt. Dabei wird zunächst eine Farbschicht (die innere) auf die mit Teflon beschichtete Form (ca. 2x5m) aufgetragen, anschließend kommen verschiedene Schichten aus Glasfaser und Polyester darauf. Zwischendrin müssen die Schichten „gerollt" werden. D.h., mit einer Art Malerrolle muss mit viel Druck jedwede Luft aus der „Masse" gedrückt werden. Bevor das Teil richtig fest ist, müssen überstehende Teile abgesägt werden. Abschließend kommt dann, je nach Ausführung, eine äußere Farbschicht oder eine Stahlarmierung und es werden ne Menge Löcher in die Seitenflächen gebohrt. Dann wird das Element mit einem Kran durch die Halle transportiert, wo die nächste Abteilung Zugriff hat. Bevor das nächste Element gefertigt werden kann, muss die Form gereinigt werden (mit Cutter und  Brecheisen).

Es werden aber auch kleinere Tanks in einem Stück gefertigt. Hier rotiert die Form und es werden an einem Stück 100kg Glasfaser-Polyester-Mischung aufgespritzt. Einer arbeitet mit der Sprühpistole, ein Zweiter rollt das Zeug sofort fest. Das ist dann wirklich anstrengend, weil der Mist runterklatscht wenn man nicht ordentlich Druck beim Rollen ausübt. Und dabei muss man auch noch auf ´ne Leiter steigen. Aber trotz meiner Leiterphobie: ich kann sagen, wenn man das das erste Mal gemacht hat, und alles ist an der Form geblieben, ist man zwar für den Moment fix und alle, aber es ist auch ein richtig tolles Gefühl, dass einem schon nach 4 Tagen so eine Aufgabe zugetraut wird.  

 

Seit Donnerstag habe ich übrigens ordentlich Muskelkater, aber das schadet mir eh nicht. Arbeitszeit ist übrigens von 7:30 bis 15:30, mit 2x20min Pause. Derzeit werden Di und Do jeweils 3 Überstunden gemacht, weil damit für die Osterwoche und Weihnachten rausgearbeitet wird. In den Pausen gibt es ausreichend Essen.

 

Tja, und nun ist helg, also Wochenende. Heute, also Samstag, war ich in der Nähe von Ålesund, im Storcenter Moa. Habe ne Menge eingekauft, so dass ich die nächsten 2 Wochen nur noch Kleinkram auf der Insel einkaufen brauche. Bei der Hinfahrt habe ich auf der Fähre einen Kollegen getroffen, mit dem ich noch kein Wort geredet hatte. Die 45min Fähre waren nun sehr kurzweilig, weil man sich sofort unterhalten hat. Insofern hat die Fähre auch etwas Gutes. Man lernt entweder weitere Leute kennen, oder man hat Zeit, sich mal mit jemandem zu unterhalten. Bei einer Brückenverbindung fällt das dann leider weg.

Sunday, January 13, 2008 

Current mood:  blissful

Ein herzliches Hallo aus meiner neuen Heimat! Bin kurz vor 18Uhr hier angekommen, wurde begrüßt und ich konnte für diese Nacht mein Aushilfsquartier beziehen.

Am Samstag früh 2:30 fuhr ich in Brandis los. Schneller als 110km/h wollte ich nicht fahren, war doch das Auto um ca. 60kg überladen. Die Fahrt klappte gut, nur in Dänemark, als ich Landstraße gefahren bin, hätte ich mich beinahe verfranst - aber nur beinahe. Randnotiz in ToDoListe: ADAC-Skandinavien-Atlas von 2003 wegschmeißen!

14:15 war ich in Hanstholm an der Fähre, kurz nach Vier konnte ich drauf. Trotz relativ ruhiger See war es eine teilweise unruhige Fahrt. Das Schiff fuhr ohne Stabilisatoren, so war es eine ziemliche Schaukelei. Aber ich bin ja seit der Lofotentour schon schlimmeres gewöhnt. Zum Schlafen hatte ich zwar 12 Stunden Zeit, aber neben der Schaukelei ging mir doch verdammt Vieles durch den Kopf, so dass ich am Sonntagmorgen nicht das Gefühl hatte, ausgeschlafen zu sein.

Kurz nach 9Uhr ging es von Bord. Die Zöllner nahmen sich sämtliche polnischen Fahrzeuge etwas gründlicher vor, und ich hatte den Eindruck, dass die Polen auf dem Schiff in absoluter Überzahl waren. Entsprechend dauerte die Ausfahrt auch etwas. Der Zöllner winkte mich durch, aber ich wollte ja mein Umzugsformular vorzeigen. Er nahm es zur Kenntnis und faselte irgendeinen Namen, wohin ich fahren sollte. Hmm, den Namen fand ich nachher nirgends. Vielleicht hätte ich an der Hafenausfahrt rechts fahren müssen? War ja aber nicht meine Richtung! Und eine Richtung hat er definitiv nicht genannt, "venstre" und "høyre" versteh ich schließlich. Naja, ich hab mir erstmal keine Platte gemacht, kann mich ja noch hier beim Zoll melden.

Der erste Teil der Fahrt ging reibungslos von Statten. Ab und zu mal etwas Schneeglätte, ansonsten viel Salzwasser auf der Scheibe. Rechts, Links, Vorne, Hinten ständig herrliche Landschaft, vielfach in eine dünne Decke aus Puderzucker gehüllt. Es muss frisch geschneit haben über Nacht.

Nach dem Mittag wurde die Landschaft immer schöner und spektakulärer, und die Strassen immer schwieriger zu fahren. Mit Einbruch der Dunkelheit (etwa 15:30Uhr, die Dämmerungsphase ist recht lang) überfror die Nässe stellenweise. Trotzdem erreichte ich 17:05 den Fähranleger Åram über eine schmale und manchmal wirklich spiegelglatte Straße. 17:15 kam schon die Fähre, und eine halbe Stunde später war ich hier.

... und noch eine halbe Stunde später entdeckte ich ein offenes Funknetzwerk :-))

Ich habe im Profil ein paar Bilder der Fahrt abgelegt, guckt ruhig mal rein.

Allen Freunden, die mir bisher Glück und Erfolg gewünscht haben, danke ich ganz dolle dafür! Ich habe es in den letzten Tagen leider nicht geschafft, mich bei jedem persönlich zu melden.

Mal sehen was der morgige Tag bringt, jedenfalls soll ich 7:30 auf Arbeit sein, da wird alles Weitere besprochen.

Sunday, December 23, 2007 

Current mood:  enlightened

Ich muss das hier mal posten: Ich war letztens beim Augenarzt. Während ich darauf wartete, dass meine Pupillen sich öffnen, schossen mir einige Gedanken durch den Kopf. Mir fiel auf einmal die alte Postleitzahl meiner früheren Heimat ein: 8706 Neugesdorf. Dort lebte ich, bis ich 14 Jahre alt war. Und bei passado.de habe ich vor einiger Zeit darüber sinniert, dass ich diesen Ort als meine Heimat betrachte - obwohl ich bei Dresden geboren wurde und die längste Zeit in Leipzig und Umgebung gelebt habe.

Bis dahin nix besonderes, wird der Leser jetzt sagen. Aber in dem Moment, wo mir die PLZ von Neugersdorf durchs Hirn schoss, fiel mir auch die PLZ meines neuen Wohnortes ein: 6087 Kvamsøya. Fällt euch was auf???

Ich sehe das jedenfalls als ein gutes Omen.

Nun wünsche ich ein frohes und stressarmes Weihnachtsfest sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Friday, December 07, 2007 

Current mood:  devious

Gleich nach der Entscheidung für den neuen Job checkte ich ab, welche Fähren direkt nach Bergen fahren. Dies würde mir eine Fahrt quer durch das verschneite Norwegen ersparen. Fjordline fährt am 2.1., was mir zu zeitig ist, muß ich doch noch einige Formalitäten in der ersten Januarwoche erledigen. Die nächste Fahrt am 4.1. ist ausgebucht. Und dann ist Werftliegezeit, die nächste Tour geht am 29.1. Also muß ich auf ColorLine zurückgreifen. Aber Pustekuchen! Ab Januar stellt ColorLine den Betrieb der Linie ein. Ich habe mich dann bei ColorLine per Mail beschwert. Die hätten ja wenigstens bis Ende Januar warten können, wenn Fjordline wieder fährt. Daraufhin kam ein Anruf, wo ich den Tipp bekam, dass Smiryl Line einspringen würde. Dies ist eigentlich die Island-Fähre. Also fragte ich nun dort nach, und erhielt die Auskunft, dass jeden Samstag eine Tour 17Uhr von Hanstholm nach Bergen geht. Zum Beispiel am 5.1. für gerade mal 139€ inkl. Einzelkabine. Am 4.1. will ich aber mit David in die MB (Painbastard und Haujobb) – und ich müsste Samstag sehr früh losfahren. Zudem will ich notfalls doch noch den 7. und 8.1. als Reserve haben, falls in der ersten Januarwoche irgendwas nicht klappt, oder Behörden noch geschlossen haben etc. Ich habe auch alle weiteren Varianten durchgerechnet (Fähre Kiel-Oslo, Fähre Kopenhagen-Oslo oder fast nur Straße), aber Smyril Line ist absolut das Beste.
Dann fragte ich den 12.1. an, hier hieß es plötzlich, dass dies in eine andere Saisonzeit fiele, und ich 246€ zahlen muss. Trotzdem war das noch eine recht günstige Variante und ich muss nicht quer durchs Inland. Also bestellte ich heute für den 12.1. Der Clou dabei: In der Bestätigungsmail stand folgendes: „Da wir heute eine Saisonzeitenänderung erhalten haben, hat sich Ihr Reisepreis allerdings geändert. Sie zahlen jetzt für die One-way-Strecke nur noch 139 Euro insgesamt." Tja, was will ich mehr. Konkret fahre ich nun am 12.01. zwischen 4 und 5 Uhr los, 900km nach Hanstholm. 17Uhr legt die Fähre ab, auf der ich viel Zeit zum Schlafen habe. Am 13.01. 9Uhr legt das Schiff in Bergen an. Kann sein, dass ich noch ne Stunde am Zoll brauche, aber gegen 10Uhr sollte ich loskommen. Bis Åram sind es 365km, also ca. 6-8h. Dann noch eine halbe Stunde Fähre nach Kvamsøya. Spätestens 19:45 müsste ich auf „meiner" Insel sein, Osvald wird mich empfangen und ich kann erstmal in einer Gästewohnung unterkommen, bis ich dann am Montag in meine eigentliche Wohnung kann. Sicher werde ich Mo/Di noch mit Anmeldezeugs zu tun haben - und am 16.01. wird's Ernst mit der neuen Arbeit.

Lage von Kvamsøy