Gender: Male
Status: Divorced
Age: 38
City: Suburban Cologne
State: Nordrhein-Westfalen
Country: DE
|
|
|
Monday, May 11, 2009 6:33 PM
 |
Phase III
Schwankend trat sie vor den Spiegel und senkte ihren Kopf. Ihr Blick fiel auf ihre Hände, die sie langsam hob, vor sich ausstreckend, ohne den Blick abzuwenden. Ihr Haar war zerzaust, eine Strähne hatte ihr das linke Auge verdeckt. Der tiefschwarze Cajal um ihr sichtbares Auge war verheult und verschmiert. Ihre Pupille zuckte in dieser dunklen Höhle nervös hin und her. Auf Höhe ihres Kopfes streckte sie die Handflächen zum Spiegel. Ihre Unterlippe zitterte, als sie mit flehendem Blick versuchte ihrem Spiegelbild etwas zu zuflüstern. Blutstropfen hingen von den Beugen ihrer kleinen Finger schaukelnd herab, als Enden schmaler, angetrockneter Rinnsale, die ihren Ursprung in den Handflächen fanden. In jeder Handfläche befanden sich drei Löcher, angeordnet wie die Punkte auf einer Blindenarmbinde und aus einem der Löcher tasteten sich in diesem Moment die winzig kleinen Fühler einer schwarzen Ameise...
Powered by  | | English | | Albanian | | Arabic | | Bulgarian | | Catalan | | Chinese | | Croatian | | Czech | | Danish | | Dutch | | Estonian | | Filipino | | Finnish | | French | | Galician | | German | | Greek | | Hebrew | | Hindi | | Hungarian | | Indonesian | | Italian | | Japanese | | Korean | | Latvian | | Lithuanian | | Maltese | | Norwegian | | Polish | | Portuguese | | Romanian | | Russian | | Serbian | | Slovak | | Slovenian | | Spanish | | Swedish | | Thai | | Turkish | | Ukrainian | | Vietnamese |
|
|
|
Saturday, April 11, 2009 6:33 PM
 |
Stille
Das dunkle Wasser verschluckte seine Silouette. Er spürte, wie der lange Schatten des Berges hinter ihm langsam seinen Nacken hinauf kroch. Es war fast windstill und der See lag ruhig da zwischen den Tannen. Die Oberfläche glich einem überdimensionalen, schwarzen Spiegel eingefasst in einen Rahmen aus Nadelhölzern. Er starrte verschwommen in die plätschernden, kleinen Wellen, die seine Knöchel umsäumten. Das kalte Wasser war ihm schon vor Stunden in die Schuhe gesickert. Am morschen Steg auf der gegenüber liegenden Seite wanderte ein vertautes Boot mit der Geschwindigkeit eines Stundenzeigers von der linken Seite des Stegs auf die rechte. Mit den beiden nächsten Schritten kroch ihm das Wasser unter seiner Hose an den Waden hoch - einen kurzen Moment zögerte er - dann ging er zwei weitere Schritte in den See hinein. Seine Jeans färbte sich bis zu den Knien dunkelblau und das schwarze Nass in dem er stand, kletterte gierig wie ein dunkles Rankegeflecht in dem Webgitter des Stoffes seiner Hose an ihm emport. Mit jedem Schritt zog ihn der See mehr in sich hinein, tiefer in die Stille der kalten Dunkelheit, in die Tiefe einer atemlosen Welt. Als ihm das Wasser bis zur Hüfte stand, atmete er aus und ließ sich langsam nach vorne gleiten bis ihn die Schwärze vollends verschluckte und der Teich wieder da lag, als hätte es an dieser Stelle nie ein Menschen gestanden.
Powered by  | | English | | Albanian | | Arabic | | Bulgarian | | Catalan | | Chinese | | Croatian | | Czech | | Danish | | Dutch | | Estonian | | Filipino | | Finnish | | French | | Galician | | German | | Greek | | Hebrew | | Hindi | | Hungarian | | Indonesian | | Italian | | Japanese | | Korean | | Latvian | | Lithuanian | | Maltese | | Norwegian | | Polish | | Portuguese | | Romanian | | Russian | | Serbian | | Slovak | | Slovenian | | Spanish | | Swedish | | Thai | | Turkish | | Ukrainian | | Vietnamese |
|
|
|
Tuesday, April 07, 2009 6:42 PM
 |
Liebes Tagebuch...
...heute fühlt sich mein Kopf an, wie eine ausgequetschte Zitrone. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich heute morgen an einer Leiter gespielt habe, auf der ich zuvor einen Akkuschrauber abgelegt hatte. Die Leiter war sehr groß, so hatte der Schrauber einen guten Meter zeit, ordentlich zu beschleunigen, bevor er mir böse auf den Schädel hämmerte. Meine Mutter hat immer gesagt: "Leichte Schläge auf den Hinterkopf erhöhen das Denkvermögen!" Doof, dass er mich von oben erwischt hat, sonst hätte ich heute vielleicht das Rad erfunden oder die Atombombe. Naja, zum Glück ist er mit der Stumpfen Seite aufgeprallt und nicht mit dem Bohrfutter, das hat sich erst danach in mein Handgelenk gebohrt. Der große Mann ohne Haare, den alle immer Chef nennen, hat mich dann gefragt, ob ich mir weh getan hätte. Es ist doch schön, zu wissen, dass sich jemand Sorgen um einen macht.
Gute Nacht liebes Tagebuch, ich zieh mir jetzt meinen Fahradhelm voll Eiswürfel an und lege mich ins Betti...
Powered by  | | English | | Albanian | | Arabic | | Bulgarian | | Catalan | | Chinese | | Croatian | | Czech | | Danish | | Dutch | | Estonian | | Filipino | | Finnish | | French | | Galician | | German | | Greek | | Hebrew | | Hindi | | Hungarian | | Indonesian | | Italian | | Japanese | | Korean | | Latvian | | Lithuanian | | Maltese | | Norwegian | | Polish | | Portuguese | | Romanian | | Russian | | Serbian | | Slovak | | Slovenian | | Spanish | | Swedish | | Thai | | Turkish | | Ukrainian | | Vietnamese |
|
|
|
Tuesday, March 31, 2009 2:39 PM
 |
Am Fjord
Ihr Gesicht glühte im Feuer der untergehenden Sonne. Eine Straße aus Goldstücken glitzerte auf dem Meer, bis hin zum brennenden Tor am Horizont. Es war erstaunlich warm für diese Jahreszeit und der Fjord zeigte sich von einer fast zärtlichen Seite. Ich sog die kühle Abendluft in mich auf und genoß die Frische, die sich in meine Lungenflügel legte, wie ein feuchtes Tuch. Ich legte meine Arme um ihren Bauch und drückte sie sanft an mich. Ihr Fleecepullover war weich und warm. Sie drehte ihren Kopf zu mir herum und öffnete ihren Mund einen Spalt breit, dabei bildete sich an ihren Mundwinkeln feine Grübchen. Ihr Blick richtete sich auf meinen Mund, sie sprach diese wortlose Sprache, die man nicht missverstehen konnte. Ich schloß meine Arme fester um sie und beugte mich zu ihr herunter. Unsere Lippen trafen sich unter einer transparenten Decke aus flüssigem Gold. Der Geschmack ihrer Zunge war unglaublich weiblich und erfüllte mich mit Kraft und Gewissheit.
Powered by  | | English | | Albanian | | Arabic | | Bulgarian | | Catalan | | Chinese | | Croatian | | Czech | | Danish | | Dutch | | Estonian | | Filipino | | Finnish | | French | | Galician | | German | | Greek | | Hebrew | | Hindi | | Hungarian | | Indonesian | | Italian | | Japanese | | Korean | | Latvian | | Lithuanian | | Maltese | | Norwegian | | Polish | | Portuguese | | Romanian | | Russian | | Serbian | | Slovak | | Slovenian | | Spanish | | Swedish | | Thai | | Turkish | | Ukrainian | | Vietnamese |
|
|
|
Saturday, March 28, 2009 10:15 PM
 |
Liebes Tagebuch...
...heute abend hatte ich einen wunderschönen Abend mit meinen Freunden... sie saßen in einer warmen Wohnung in Köln zusammen und ich bei mir zuhause alleine. Leider sehe ich meine Freunde nur sehr selten. Aber jetzt habe ich Skype und bin voller Hoffnung. Für Menschen, die aus Köln kommen, ist "bei mir zuhause" gleich weit entfernt, wie Brasilien. Nur ist es in Brasilien viel wärmer. Wer schon mal bei mir war, weiß wie kalt es hier im Winter sein kann. Dieses Jahr sind mir zwei Zehen abgefallen. Außerdem habe ich eine schlimme Lampe. Sie tut Menschen weh. Besonders Menschen, die durch sie durch gehen wollen, denn sie ist aus Metall und hängt von der Decke herab, genau in Augenhöhe. Doof finde ich auch, dass sie nicht über dem Tisch hängt, sondern genau daneben, wo man immer lang muss, wenn man zur Toilette geht. Einmal habe ich Alex, Sally und Stevan zum Essen eingeladen. Am nächsten Tag sah Sally aus wie ein Kaktus mit Beulen statt Stacheln. Dafür habe ich aber lecker gekocht, mit viel Petersilie und Nachtisch.
Tschüss liebes Tagebuch, ich geh jetzt heia machen...
Powered by  | | English | | Albanian | | Arabic | | Bulgarian | | Catalan | | Chinese | | Croatian | | Czech | | Danish | | Dutch | | Estonian | | Filipino | | Finnish | | French | | Galician | | German | | Greek | | Hebrew | | Hindi | | Hungarian | | Indonesian | | Italian | | Japanese | | Korean | | Latvian | | Lithuanian | | Maltese | | Norwegian | | Polish | | Portuguese | | Romanian | | Russian | | Serbian | | Slovak | | Slovenian | | Spanish | | Swedish | | Thai | | Turkish | | Ukrainian | | Vietnamese |
|
|
|
Wednesday, March 25, 2009 7:46 PM
 |
Mahagoni
Der Baum schaute in den Wald und begriff, dass seine Rinde nicht mehr als eine sich ständig wechselnde Hülle war, gezeichnet von Wind und Wetter, seine Seele jedoch unsterblich und nichts als die reine, unveränderbare Wahrheit. Dann schaute er an sich herunter und begann über die primitiven Geschöpfe zu lachen, die mit ihren brüllenden Maschinen tiefe, schmerzende Kerben in seinen Jahrhunderte alten Rumpf trieben.
Powered by  | | English | | Albanian | | Arabic | | Bulgarian | | Catalan | | Chinese | | Croatian | | Czech | | Danish | | Dutch | | Estonian | | Filipino | | Finnish | | French | | Galician | | German | | Greek | | Hebrew | | Hindi | | Hungarian | | Indonesian | | Italian | | Japanese | | Korean | | Latvian | | Lithuanian | | Maltese | | Norwegian | | Polish | | Portuguese | | Romanian | | Russian | | Serbian | | Slovak | | Slovenian | | Spanish | | Swedish | | Thai | | Turkish | | Ukrainian | | Vietnamese |
|
|
|
Monday, March 16, 2009 6:31 PM
 |
Die kleine, blaue Flamme
Ich bin ein Boiler und die kleine, blaue Flamme in mir irrt dem Trugbild nach, sie sei ein Vulkan. Die Kammer in der ich hänge ist düster, bis auf den tanzenden, bläulichen Fleck an der gegenüberliegenden Wand. Der Fleck ist drei mal so groß, wie die kleine Flamme, dafür aber drei mal weniger hell. Unter dem bläulichen Schein tanzen Miniaturschatten um die Strukturpickel einer dreckigen Rauhfasertapete. Die Farbe läßt sich nur erahnen. Der Fleck wirkt jedenfalls wie eine in Mondlich getauchte Insel an deren Rändern die Wellen des schwarzen Ozeans um sie herum unaufhörlich nagen. Das sanfte Rauschen der Gasleitung füllt die Dunkelheit in der ich hänge. Plötzlich klickt es in mir und mit einem Dröhnen ergießt sich glühendes Licht über das Eiland. Dann ist alles wieder ruhig.
Powered by  | | English | | Albanian | | Arabic | | Bulgarian | | Catalan | | Chinese | | Croatian | | Czech | | Danish | | Dutch | | Estonian | | Filipino | | Finnish | | French | | Galician | | German | | Greek | | Hebrew | | Hindi | | Hungarian | | Indonesian | | Italian | | Japanese | | Korean | | Latvian | | Lithuanian | | Maltese | | Norwegian | | Polish | | Portuguese | | Romanian | | Russian | | Serbian | | Slovak | | Slovenian | | Spanish | | Swedish | | Thai | | Turkish | | Ukrainian | | Vietnamese |
|
|
|
Saturday, March 07, 2009 9:42 AM
 |
Powered by  | | English | | Albanian | | Arabic | | Bulgarian | | Catalan | | Chinese | | Croatian | | Czech | | Danish | | Dutch | | Estonian | | Filipino | | Finnish | | French | | Galician | | German | | Greek | | Hebrew | | Hindi | | Hungarian | | Indonesian | | Italian | | Japanese | | Korean | | Latvian | | Lithuanian | | Maltese | | Norwegian | | Polish | | Portuguese | | Romanian | | Russian | | Serbian | | Slovak | | Slovenian | | Spanish | | Swedish | | Thai | | Turkish | | Ukrainian | | Vietnamese |
|
|
|
Tuesday, December 02, 2008 5:51 PM
 |
Fusion 2008 - Kapitel 13c Rakete Stufe III 'Der Schlaf der Gerechten' Es schneite Sonnenstrahlen vom Himmel und farbiger Sand rieselte vom Boden zum Himmel hinauf, wie in einem Stundenglas, in einer gravitationslosen Welt. Irgendwo in der Mitte trafen Sand und Sonne aufeinander und bildeten kreiselnde, funkensprühende Galaxien. Ich befand mich in einer Freilichttropfsteinhöhle. Und dort, irgendwo rechts von uns musste der Strand sein. Ich hörte deutlich das Rauschen der Wellen und schmeckte die salzige Luft auf meiner Zunge. Die Eingeborenen um mich herum feierten ihr Jahresfest. Die Musik hallte wie in einem Saal dessen Decke, tausende Meter über uns, ein Gemälde aus, von unten pink und orange angestrahlten Wolken bildete. Immer wieder flogen Vögel oder Feuerwerksraketen, wie Mäuse unter einem Teppich, hinter dem Bild durch, das sich mir wie einen nasse Leinwand auf die Augäpfel gelegt hatte. Ich fühlte mich leicht beduselt und von unsichtbaren Armen getragen... als es plötzlich 'WUUUSCHhhh...' machte und alles völlig klar und irreal real erschien. Wie konnte das sein? Eben noch dieser benommene Zustand und urplötzlich erschloss sich mir eine Welt in kristalliner Schärfe und vollendeter, fast heiliger Geometrie. Alle Objekte überzogen sich mit unsichtbaren, jedoch vorhandenen Vektoren. Die Luft, die ich einsog, bestand aus lauter unendlich kleinen, geometrischen Partikeln, Dreiecken, Quadraten, Rechtecken und Trapezen. Alles fügte sich aneinander und bildete eine 4-dimesionale, wabernde Decke. Musik und Gerüche, Wind und Temperatur wurde in dieser Matrix sichtbar. Als hätte etwas oder jemand meine Sensorik entschlüsselt, konnte ich mit jedem meiner Sinne jeden beliebigen Reiz erfassen. Und dann war alles wieder vorbei und schwer nachvollziehbar. Wie Geburtswehen holten mich, sich ständig neu erfindende Zustände ein und immer wieder zwischendurch war alles so normal, als hätte es das letzte Traumbild nie gegeben.
Nach einem erneuten Locationwechsel zu den Bachstelzen, auf dessen Weg Staliban und Ich wie die Gebrüder Catweazle, mit unseren Händen und Fingern vor den Gesichtern der uns anlächelnden Entgegenkommenden, mystische Zauberformeln pantomimisierten, tanzten wir wieder mit schier endloser Kraft, wie menschliche Perpetuum Mobiles. Als S-Pirelli und Staliban nach einer Zeit, die mir unendlich erschien, die Tanzfläche durch den Notausgang verließen, war ich mir sicher, dass die beiden den Heimweg antraten. Irgend etwas an ihrer Gestik hatte mir ein scheinbare Unsicherheit der beiden vermittelt. Die Sonne strahlte warm auf mich herab und begrub mich in den Armen ihrer Obhut. Ich sah mich um und stellte fest, dass der größte Teil der Gruppe den Spielplatz schon verlassen hatte. Die Abstände zwischen den Traumbildern wurden zunehmend größer und nach einer anstrengenden Nacht beschloss ich, als vermeintlich letzter Überlebender unseres Trupps, den Rückweg in den behütenden Kreis unserer Zelte zu suchen. Der Weg war lang, beschwerlich und wie ein Abenteuer in einem fernen Land. Bilder von Zelten, Autos und Menschen zerflossen zäh in meinen Augenwinkeln und dennoch war ich erfüllt von weicher Zufriedenheit, grenzenloser Freiheit und einer ganz eigenen Form der Leichtigkeit. Meine Füße schmerzten bei jedem Schritt, obwohl sie den Boden nicht mal berührten. Die Decke meines Schädels hatte sich oberhalb meiner Augen vom Körper abgelöst und schwebte einige Zentimeter über meinem Kopf, das sorgte für ausreichend Kühlung am Motor meines irdischen Fortbewegungsmittels. Milch trat unter meinen Fingernägeln hervor und tropfte links und rechts neben meinen Füßen auf die Holzspäne, die auf die Wege geschichtet worden waren. Während sich mein Unterkörper automatisiert weiter geradeaus bewegte, drehte ich meinen Oberkörper um 180 Grad nach hinten und stellte fest, dass aus den Milchtropfen am Boden weiße bis rosafarbene Lotosblüten sprossen. Ich hob meine Hände und betrachtete die Innenflächen. Tiefe Falten bildeten ein urzeitliches Relief, ein indianisches Muster, dass sich in seinen Furchen mit der, aus meinen Fingerspitzen quellenden Milch füllte. An den Seiten meiner Handflächen, dort wo die Milchbäche über den Rand flossen, entstanden Miniaturfälle, die aus Dalís Gemälden entliehen sein konnten.
Ich erreichte den Zeltplatz, während Alexandra die Große ihn gerade verließ. Dennoch war ich nicht der einzige vor Ort. O'Melly beispielsweise, hatte den Kampf gegen die Fusionkäfer aufgegeben, die sein Zelt mittlerweile, wie ein Wildbienenstaat bevölkerten und bei jedem Öffnen der Zelttür Traubenweise in sein Zelt tropften. Resigniert hatte er sich im Schatten des Mietbusses auf einer Isomatte ausgefaltet, war dort eingeschlafen und zog sich gerade einen 50-prozentigen Face Sunburn zu, da nur noch eine Hälfte seines Kopfes im Schutze des Gefährts weilte. Ich dachte darüber nach, ob ich ihn wecken sollte, um Schlimmeres zu verhindern, merkte aber, wie sich das Gefühl von Hunger aus meinem Inneren heraus schälte und mich in den bösen Bus trieb, wo diverse vergessene Essensvorräte in ihren Originalverpackungen auf dringenden Verzehr warteten. Mein Frühstück sollte aus Oliven in warmem Saft, schwitzenden Kabanossis und salzgeschwängerten Kartoffelchips bestehen. Dazu wurden nutzlos in Wasser aufgelöste Vitamin C- und Magnesiumtabletten gereicht. Den Abschluss des Festmahls gestaltete eine Packung Kindercerialien in braunweißer Zuckercreme... Das darauf folgende Völlegefühl sollte mich noch einige Stunden begleiten. Als ich O'Melly weckte, trafen Staliban und S-Pirelli ein, welche mir auf meinen scheinbar vorwurfsvollen Blick hin erklärten, mich einige Zeit gesucht zu haben, weil ich so plötzlich verschwunden sei. Hmm... Ich dachte nicht weiter darüber nach. Es folgte ein idyllischer Vormittag mit ausgiebigem Rumgelümmel auf der Wiese. Hier und da glühte zuweilen ein Indianerfeuer.
Am Abend dieses Sonntages hörten wir kollektiv Fußball im Radio aus den scheppernden Boxen unseres Busses und als es langsam dunkler wurde kroch ich in mein Zelt, schloss erfüllt die Augen und schlief den Schlaf der Gerechten.
Disclaimer: Namen und Orte, sowie Tatsachen und Stimmen in diesem Bericht wurden zum Schutze der beteiligten Personen oder zur Dramatisierung der Geschichte teilweise geändert oder vollkommen unkenntlich gemacht. 
Powered by  | | English | | Albanian | | Arabic | | Bulgarian | | Catalan | | Chinese | | Croatian | | Czech | | Danish | | Dutch | | Estonian | | Filipino | | Finnish | | French | | Galician | | German | | Greek | | Hebrew | | Hindi | | Hungarian | | Indonesian | | Italian | | Japanese | | Korean | | Latvian | | Lithuanian | | Maltese | | Norwegian | | Polish | | Portuguese | | Romanian | | Russian | | Serbian | | Slovak | | Slovenian | | Spanish | | Swedish | | Thai | | Turkish | | Ukrainian | | Vietnamese |
|
|
|
Thursday, October 09, 2008 3:00 PM
 |
Fusion 2008 - Kapitel 13b Rakete Stufe II 'Symphonie der Helden'
Wolkenverhangen hatte sich der Tag aus seinem nächtlichen Grab befreit, als Staliban, der Sensenmann und ich beschlossen, unseren Teil der Tanzfläche zu vereinnahmen. Die Feuchtigkeit, die sich über Nacht in der sandigen Tanzfläche verbuddelt hatte, schrie förmlich nach ihrer Austreibung. Ich spürte schon beim Abstieg vom Hangar, wie sich meine Muskulatur verhärtete und meine Beine automatisch anfingen zu stampfen, wie eine Dampfmaschine, deren Ofentür aufgeplatz war, weil jemand zu viel Kohlen eingeschaufelt hatte. Die Tanzfläche der Turmbühne war vor einem Jahr komplett erneuert worden. Aus der Mitte eines Sandbeckens erhob sich eine überdimensionierte, gelblich blühende Margerite mit einem enormen Stempel, der aus dem Zentrum der Blüte wie ein Polyp aufragte. Vor wenigen Stunden noch hatte der, wie Gottes Feuersäule leuchtende Pflanzengigant in der Dunkelheit farbliche Muster auf jedermanns Netzhaut gebrannt und jetzt stand er einfach nur da und grub seine Wurzeln tief in den Schoß von Mutter Erde. Für einen Moment war mir, als ginge ein Puls von ihm aus, der wie ein Sonarsignal im Boden vibrierte. Hier, unter unseren Füßen brodelte die Mystik eines vergessenen Indianerfriedhofs mit der Kraft einer Elefantenherde und setzte uns in Bewegung.
Staliban tanzte vor mir in einer optischen Phasenverschiebung. Seine Statur glich dabei einem vertikal aufgestellten grafischen Equalizer, dessen Schieber im Rhythmus der Musik aus der Mittelstellung poppten. Ausserdem war die Tiefe des Bildes verloren gegangen. Ich sah 2D. Mir wurde bewußt, dass mein akustisches Steuerungszentrum die Kontrolle über meine Optik übernommen hatte. Ich konnte die Musik sehen und das aus verschiedenen Perspektiven gleichzeitig. Die Tanzbewegung meines Körpers geschah dabei völlig automatisch. Und urplötzlich schrie mir der Bass die Erkenntnis des Tages in mein Sichtfeld: 'Grenzenlose Freiheit findet ausschließlich in deinem Kopf statt!' Da war sie, die Wahrheit, die ich gesucht hatte... und im selben Augenblick begriff ich das große Ganze, die allumfassende Energie. Gegensätze verloren ihre Polarisation und verschmolzen zu einem Ganzen. Alles ergab plötzlich einen Sinn. Gut war gleichzeitig böse und verlor dadurch seine begriffliche Wertung. Eckig war rund und hell war dunkel und ich war gleichzeitig alles Andere und alles Andere war in mir... Die Welt war plötzlich so einfach, wie eine primitive mathematische Gleichung. Mit einem Hall unterlegt klingelte Grobis Stimme in meiner Erinnerung: '...Nah und Fern...' Ich lachte laut auf und rief: 'Grobi hat sich getäuscht! Zwischen Nah und Fern gibt es gar keinen Unterschied.' Dann blieb mir das Lachen im Hals stecken... Er musste sich getäuscht haben, denn auch wenn er ein amerikanisches Idol war, wollte ich einfach nicht glauben, dass Grobi Generationen von Kindern vorsätzlich verarscht hatte. Bevor er Herr meiner emotionalen Verfassung werden konnte, verabschiedete ich den Gedanken und sah zum Sensenmann hinüber, der wie das Hologramm des Imperators neben mir her zuckte. Unweit von uns tanzten Nicolette, Onkel Poppoff und O'Melly, dessen Gesicht sich in unregelmäßigen Abständen zusammen knautschte und dabei wirkte, wie eine auf einer Seite eingedötschte Tomate, aus dessen Dötsch immer wieder eine Zunge flutschte, die das Wasser im Napf suchte. Seine Augen waren dabei irreal verdreht und sein Unterkiefer tanzte Tango. Seine ganze Erscheinung war ein einziger Zirkusflash und wirkte völlig kontrovers zu Onkel Poppoffs fetter Ruhe. Poppoffs breites Grinsen ließ darauf schließen, dass Zufriedenheit in Wirklichkeit eine Frau war, die offensichtlich die Fähigkeiten besaß einen Menschen nach allen Regeln der Kunst zu ficken. Lust und Befriedigung sprießte aus jeder Pore seines strahlenden, in schwarze Tücher gewickelten, Körpers. S-Pirelli saß unterdessen im Sand und wirkte wie ein kleines Mädchen, dessen Förmchen in der Weite des Sandkastens verloren gegangen waren. Die Nuckelflasche, die sie in der Hand hielt war allerdings mit Wasser, statt mit Milch oder Brei gefüllt.
Der Puls der Musik griff aus dem Boden nach meinen Waden und während der Sand sich rosa färbte erklang aus den Boxen der Opener von DJ Koze: Die Symphonie der Helden. Das kranke und gleichzeitig geniale Ergebnis aus der Feder von David Bowie nach der völligen Zerlegung und Neuformung durch Aphex Twins Heckslerhirn. Eine Gänsehaut schoss mir in die Beine und schallerte so stark von unten gegen meinen Deckel, dass es mir den Verstand aus dem Schädel riss. Stalibans Gesicht entnahm ich völlige Fassungslosigkeit und im gleichen Moment erkundigten wir uns beim jeweils Anderen, ob er das selbe hörte, bestätigten ihm, dass es so sei und glaubten ihm nicht... dann fragten wir die Anderen um uns herum, trafen uns wieder in der Mitte, lachten und fielen uns in die Arme. Als das Stück zuende war setzte der Beat wieder ein. Gleichzeitig riss die Sonne ein beträchtliches Loch in die Wolkendecke und die Masse verwandelte sich in eine tanzende Klapperschlange.
to be continued...
Ende von Kapitel 13b. Weiter geht's mit Kapitel 13c. Disclaimer:Namen und Orte, sowie Tatsachen und Stimmen in diesem Bericht wurden zum Schutze der beteiligten Personen oder zur Dramatisierung der Geschichte teilweise geändert oder vollkommen unkenntlich gemacht.
Powered by  | | English | | Albanian | | Arabic | | Bulgarian | | Catalan | | Chinese | | Croatian | | Czech | | Danish | | Dutch | | Estonian | | Filipino | | Finnish | | French | | Galician | | German | | Greek | | Hebrew | | Hindi | | Hungarian | | Indonesian | | Italian | | Japanese | | Korean | | Latvian | | Lithuanian | | Maltese | | Norwegian | | Polish | | Portuguese | | Romanian | | Russian | | Serbian | | Slovak | | Slovenian | | Spanish | | Swedish | | Thai | | Turkish | | Ukrainian | | Vietnamese |
|
|
|
Sunday, September 07, 2008 5:27 PM
 |
Im folgenden hab ich das Ergebnis eines bei uns sehr beliebten Spiels nieder geschrieben. Das Spiel funktioniert ziemlich simpel, das Ergebnis kommt dagegen immer einer Offenbarung gleich. Wichtig ist grundsätzlich, je mehr Leute, desto besser... Zutaten: Ein Zettel, ein Stift und ein Rudel Menschen (evtl. etwas angeschallert oder wahlweise total durch).
Einer fängt an. Er schreibt in die oberste Zeile des Blattes in einem Satz den Anfang einer Geschichte und reicht den Zettel dann im Uhrzeigersinn weiter. Der nächste führt die Geschichte fort, indem er auch einen Satz schreibt. Bevor er jedoch den Zettel im Uhrzeigersinn weiter an den nächsten Spieler gibt, knickt er den allerersten Satz so ab, dass der folgende Spieler nicht sehen kann, was vor dem letzten Satz geschrieben wurde. Es darf also immer nur der zuletzt geschriebene Satz sichtbar sein. Das kann solang weitergeführt werden, wie man Lust oder Zettel hat. Man sollte jedoch vorher eine Anzahl an Runden vereinbaren, damit man auf ein bestimmtes Ziel hin arbeitet. Ein weiterer Tipp: Pro Happening nur eine Geschichte, sonst verliert das Spiel schnell seinen Reiz. Probiert es einfach mal aus, bei uns ist im März 1997 folgendes Ergebnis heraus gekommen...
Stories from the Past: März 1997 Coka Cotzen Cissenschlacht
Ein übler Geruch kam Jackson entgegen, als er die Raumbasis betrat. Ein Geruch aus Kot, Urin, Sperma und etwas fischigem. Metalheadz wollten sie sein, doch ihre Köpfe waren zu befreit. Ihre Gedanken schwebten auf Wolken der Glückseligkeit in den Himmel der Halluzinationen. Jetzt war ihnen alles klar! Jeder wußte bescheid! Nur über „was", da teilten sich die Meinungen und Synapsen. Mit dem „wie, wo und warum" hatte man schon große Rätsel beantwortet - sollten sie jetzt scheitern? Es gab nur einen Ausweg. Er mußte alle töten. Alle! Genügend Material war ja am Start. Spike mußte jetzt nur noch klären, welcher Vergiftungstod die meiste Zeit in Anspruch nehmen würde. Er entschied sich für die multitoxische Königslösung: Alles in einen Eimer und dann intravenös injizieren. Go for it! Doch welche Musik hört man dazu? Dieser junge Herbsttag war wie geschaffen, dachte er bei sich. Wann würden ihn die Helicopter entdecken? Er saß in einem ausgebombten Loch und wartete und wartete... ...bis sie ihn sahen. Sie zogen ihn auf die Tanzfläche und drehten ihn 13 mal im Kreis. Er hätte es genießen können, wäre ihm dabei nicht kotzübel geworden. Der Gestank seiner Eier ließ seine Sinne schwinden. Der war so schwindelerregend, daß sogar der Gummibaum in seinem Zimmer taumelte. Ufopilot zu sein ist halt der Wunsch eines jeden Kindes. Doch noch vor einigen Jahren hatte diese Funktion der Lokomotivführer inne. Times changed for Kids. Die Konsumgesellschaft hatte sich in eine „Gebt-den-Kindern-die-Macht"-Kommune entwickelt. Und nur so konnte dieses Schiff überleben. Das große Körpergefühl überzeugt selbst den größten Neider. In dieses 38° C warme Balsamöl einzutauchen war einfach göttlich. Nach fünf Jahren eingeschlossen in einem gelben Borkengesicht war einfach alles göttlich. Es war eine lange Zeit, aber das Warten hatte sich gelohnt. Die Billiardkugel - innerhalb des Tisches - auf ihrem Weg ins Nest, erinnerte ihn an die Verdauung von Speisen in ihm. Dieser Gedanke an seinen Magen gab ihm das lebendige Gefühl eines brennenden Ameisenhaufens in seinem Bauch, nur nicht so angenehm. Die einzigen, die ihm auf diesem Planeten helfen konnten waren Schäferhunde, so groß wie Apfelmusgläser. Größer auf gar keinen Fall! Es war eine angsteinflößende, betazynische Stimmung, welche sich im Verhalten aller Beteiligten klar zum Ausdruck brachte. Der Funke der Unsicherheit lag drohend knisternd in der Luft. Alle fühlten es. Wohin sie alle gingen, hat niemals jemand erfahren... Es geschah am hellichten Tage, als... ...ich schlief. Etwas schlich in mein Schlafzimmer. Alle konnten es fühlen, das Böse war heimgekehrt. Ein angsteinflößender Wind ging durch die Stadt. Einer dieser Art, der alles durcheinander brachte. Allen war das jedoch sehr vertraut, da muß man eben 'ne härtere Gangart wählen. Der Körper verträgt so einiges. - Da pisst man sich nicht gleich ins Hemd. - Durch da jetzt!
Während dessen auf der Ranch, schlachtete Jimbob (JIMBOB) auf ekelhafte Weise Säugetiere. Sie kuckten einen mit ihren riesengroßen Augen an und noch im selben Moment sprangen diese einem schon entgegen. Nun ja, Blindheit forciert das akkustische Einfühlungsvermögen.
Powered by  | | English | | Albanian | | Arabic | | Bulgarian | | Catalan | | Chinese | | Croatian | | Czech | | Danish | | Dutch | | Estonian | | Filipino | | Finnish | | French | | Galician | | German | | Greek | | Hebrew | | Hindi | | Hungarian | | Indonesian | | Italian | | Japanese | | Korean | | Latvian | | Lithuanian | | Maltese | | Norwegian | | Polish | | Portuguese | | Romanian | | Russian | | Serbian | | Slovak | | Slovenian | | Spanish | | Swedish | | Thai | | Turkish | | Ukrainian | | Vietnamese |
|
|
|
Thursday, September 04, 2008 10:56 AM
 |
Fusion 2008 - Kapitel 13a Rakete Stufe I
Ein mit Stangen aufgerichtetes Stoffdach ragte, wie eine überdimensionale Badehaube über die halbhohe Bühne. Eingesäumt von archaischen Bäumen und einer künstlich angelegten Bisontränke lag die Seebühne vor mir. Vor der Bühne bewegte sich die Zuschauermenge, wie eine über das musikalische Schlachtfeld schwappende Amöbe. Ich beobachtete das Treiben eine Sekunde lang, dann trat ich meinen Weg in Richtung Herz des riesenhaften Einzellers an. In mitten von wild im Rhythmus der Musik Gestikulierenden, traf ich dann auf meine heiß ersehnte Gesellschaft. Und in mitten dieser Gesellschaft flog mir, noch bevor ich alle begrüßen konnte, ein weißlich schimmerndes Insekt in den Mund, das sofort eine bittere Flüssigkeit, mit einem eigenartigen Kühleffekt, absonderte. Ich wollte spucken, wurde jedoch von einem Schluckreflex überrascht und spürte ekelerfüllt, wie das Insekt im fleischroten Höhleneingang meiner Speiseröhre verschwand und seinen Weg durch den organischen Tunnel in Richtung Magen hinab krabbelte. Ich röchelte etwas, dass sich wie ....'Wasser....' anhörte und wurde sofort bedient. In Zeitraffer bremste eine, mit Wasser gefüllte Kunststoffflasche direkt vor meinem Gesicht. An der Flansche war der Arm von Alex d. Gr. befestigt und an dem Arm Alex selbst. Dankbar trank ich drei große Schlücke und gab die Flasche zurück in ihre Obhut. Ungewollt schüttelte ich mich. Es dauerte eine Weile, bis ich mich gefasst hatte, doch als das Fremdgefühl in der Speiseröhre endlich verschwunden war, spürte ich, wie eine Veränderung mit meinem Körper vor sich ging. Irgendetwas machte ....'plopp....' in mir und löste sich aus meiner Gefühlsmaschinerie wie ein Stock, der in den Speichen eines Fahrrades gesteckt und eine, kontinuierlich auf die Pedalen gewirkte Kraft blockiert hatte. Wie ein Feuerwerk von Spinnweben schossen milliarden unsichtbare, elastische, klebende Fühler aus meinen Poren, verankerten sich, wo immer sie auf Widerstände - Menschen, Pflanzen, Erde, Luft, Licht oder Musik - trafen und vernetzten mich mit meiner Umwelt. Ich wurde zur Marionette dieser ätherischen Amöbe und gleichzeitig zum Puppenspieler der lokalen Materie. Wir alle wurden Teil dieser flüssigen und doch zäh zusammen hängenden, pulsierenden Masse aus menschlichen Leibern, Musik, Natur und empathischer Strahlung.
Doch wo war Irwin? Wir hatten einen Treffpunkt am Kino ausgemacht und leider war er im selben Moment, mich suchend, verschollen, als ich zur Gruppe stieß. So beschlossen wir, dem Kino einen Besuch abzustatten und dann die Bachstelzen aufzusuchen, die als wahrscheinlichster Aufenthaltsort für Irwin in Betracht kamen. Obwohl der Weg bunt beleuchtet war, bewegten wir uns langsam und bedacht. Dabei versprühte mein Körper unaufhaltsam neue, unsichtbare Fäden, die alte abgerissene oder abgestorbene ersetzten. Ich schaute mich um und wie schon einige Male zuvor, wurde ich des Eindrucks gewiss, dass sich die Geschwindigkeit aller sich im Umfeld bewegenden Fusionisten scheinbar in gleichem Maße und latenzlos änderte, so wie Fische, die in riesigen Schwärmen völlig synchron die Richtung ändern. Das Kino war übersichtlich besucht und so waren wir schnell sicher, dass Irwin sich hier nicht aufhielt.
Die Bachstelzen befanden sich auf der Rückseite eines Hangars und wirkten wie eine in einen Berghang gezimmerte, von der Außenwelt abgeschottete, Westernstadt voller bunter Lichter, einer großzügig angelegten Zuschauertribüne und lebenswichtiger Hinweise, wie ....'Komma runta!....', ....'Streng dich an!....' oder ....'Wenn das deine Eltern wüßten....'. Um die zentrale Tanzfläche herum gruppierten sich liebevoll dekoriert die Bühne, Bars und kulinarische Verkaufsstände. An der Rückseite, neben der Zuschauertribühne führte ein Weg hinauf zum begehbaren Hangardach mit Aussicht auf das Fusionareal. Über der Tanzfläche hingen an Schnüren befestigt mehrere Discokugeln und Regenschirme. Vom Hangar aus betrachtet wirkten die Bachstelzen im Dunkeln wie der Krater eines brodelnden Vulkans, der jederzeit ausbrechen konnte. Nach erfolgloser Irwin-Suche durch Begehung des gesamten Terreins postierten wir uns vor der Tribüne und ließen uns von den Lichtern und der Musik berauschen. Für einen Moment hatte ich das Gefühlt im Augenwinkel eine unnatürliche Bewegung zu erspähen und wie, als träte Irwin aus einer Tür in der Matrix, stand er plötzlich vor mir und grinste mich an. Die kontinuierlich aus meinem Körper abgesonderten Tentakel klatschen auf jeden freien Teil seiner Oberfläche und ohne dass er es bemerkte, begann ich ihn empathisch zu absorbieren. Dabei unterhielten wir uns. Die Musik war sehr laut und daher verstand ich immer nur Schnipsel von dem was er sagte. Doch er musst das gleiche erlebt haben, denn irgendwann hatten wir beide die Schnauze voll von Schnipseln und amüsierten uns prächtig...
Während wir uns außen amüsierten, begann sich in mir drin ebenfalls etwas zu amüsieren, etwas, das zum Teil zu mir gehörte - aber eben nur zum Teil. Es war schon eine Weile da gewesen, bevor ich es bewußt realisierte. Staliban hatte in der Zwischenzeit eine düstere Depression auf dem Hangardach durchstehen müssen, war aber voller gloreichem Tatendrang wieder zu uns gestoßen. Er hatte Irwin ersetzt, der irgendwann die Szenerie, genau wie er gekommen war, wieder verlassen hatte. Ich war nur einen Bruchteil einer Sekunde unaufmerksam, als ihn die Matrix verschluckte wie der Silbersee den Schatz. Staliban erschien mir bis zum Rand mit Dynamit gefüllt, irgendetwas an ihm verkündete eine Mordsdetonation. Vielleicht plädierte er deshalb für einen Ortswechsel, der nach kurzer Absprache im Gruppenrat verabschiedet wurde. So wanderten wir zur Turmbühne, während die ersten zarten Lichtschleier das Firmament empor kletterten und einen bewölkten Morgen ankündigten. Auf dem Weg dort hin breitete sich das, heiter vor sich hin glucksende Etwas in meinem Inneren kaum wahrnehmbar aus. Wie flüssige Watte spülte es sich in jeden Winkel meines Leibes. Wir beschlossen den Hangar neben der Turmbühne zu erobern, um uns einen Überblick über die tanzenden Menge zu verschaffen. Beim Aufstieg auf das Hangardach verlor ich gleitend die Bodenhaftung. Zudem wirkte die Musik auf mich, wie ein Medikament auf einen Kranken... Der Druck der Bässe forderte einen Zoll, der nach einem königlichen Vermögen schrie. Ich spürte, wie sich das innere Etwas mit dem Rhythmus in Einklang brachte und dass ich es nicht mehr lange aushalten würde, hier nichts tuend herum zu stehen. Meine Eier tanzten schon seit einer halben Stunde Tango. Von hier oben, auf dem Hangar, teilten Staliban und ich die Tanzfläche in Areale ein. Seine Unruhe sprach eine deutliche Sprache. Er wollte auch da runter, sein Dynamit abfeiern bis sich die Haut von den Knochen pellte. Zwei Säulen schienen den Platz zwischen sich für uns frei gehalten zu haben, wie Untertanen ihren Königen eine Schneise bildeten. Staliban und ich waren uns sicher, dass da unten etwas auf uns wartete, etwas Unvorhersehbares, wie der Schlund eines unsichtbaren Drachen und wir waren bereit uns verschlingen zu lassen...
to be continued...
Ende von Kapitel 13a. Weiter zu Teil b.
Disclaimer:Namen und Orte, sowie Tatsachen und Stimmen in diesem Bericht wurdenzum Schutze der beteiligten Personen oder zur Dramatisierung derGeschichte teilweise geändert oder vollkommen unkenntlich gemacht.
Powered by  | | English | | Albanian | | Arabic | | Bulgarian | | Catalan | | Chinese | | Croatian | | Czech | | Danish | | Dutch | | Estonian | | Filipino | | Finnish | | French | | Galician | | German | | Greek | | Hebrew | | Hindi | | Hungarian | | Indonesian | | Italian | | Japanese | | Korean | | Latvian | | Lithuanian | | Maltese | | Norwegian | | Polish | | Portuguese | | Romanian | | Russian | | Serbian | | Slovak | | Slovenian | | Spanish | | Swedish | | Thai | | Turkish | | Ukrainian | | Vietnamese |
|
|
|
Tuesday, September 02, 2008 2:43 PM
 |
Ok, am Samstag Morgen hatte ich mal wieder eines der beliebten Erlebnisse, welche es wert sind, nieder geschrieben zu werden...
Partylife - Afterhour I Der Jäger und die Folgen
Nach einer durchzechten Nacht stand ich morgens in Köln im Friedenspark. Die Sonne war schon auf gegangen und die Menge der Besucher hatte sich bereits drastisch reduziert. Dies hatte zwei Vorteile. Zum einen konnte man auch mal den Indoor Dancefloor betreten, ohne wie ein Weizenkorn zwischen zwei Mühlrädern zermalen zu werden, vorausgesetzt man besaß die Kraft, durch eine unsichtbare Gummihaut in die Atmosphäre der Katakombe einzudringen, die wie eine auf höchster Stufe erhitzte Wasserbettmatratze in dem Gemäuer klebte. Zum anderen wurden mit Sonnenaufgang überraschenderweise die weihnachtlichen Getränkepreise gesenkt, als hätte man einem plötzlichen Anfall von Skrupel nicht mehr stand halten können. Immerhin wurde ein Minnipinnchen Jägermeister um stolze 33,33% auf 2,00 Euro reduziert. Derart kaufmännisches Geschick hatte ich bis dato auf Partys noch garnicht erlebt, was vielleicht erklärt, dass ich mich erst jetzt, da ich den billigen Jägi in der Hand hielt, richtig verarscht fühlte. Gut, je nach Zustand braucht man eben eine entsprechend große Glocke um wach zu werden. Dafür war der Eintritt frei, Schwamm drüber.
Wie in vielen Fällen zuvor landete auch an diesem Tag die güldene Frage auf der Speisetafel, was im Anschluss mit dem angebrochenen Tag geschehen sollte. Hier kam mir eine von Gottes Weichen gerade recht, denn prompt wurde ich zu einer zünftigen Afterhour zugelassen, die von Freunden von Freunden von Freunden nicht weit vom Friedenspark bereits gestartet worden war. Ich packte noch einen Bekannten ein, den ich zwar erst zwei Wochen zuvor in Odonien kennen gelernt hatte, mit dem ich jedoch schon die ein oder andere kommunikative Stunde verbringen durfte. Unser Traumtrupp bestand aus, grob angepeilt, fünf Leuten. Die Ungenauigkeit ergab sich durch den enormen Alkoholgehalt in meinem Blut, der ständig die Kontraktionsfähigkeit meiner Augenmuskulatur störte. Im Kopf fühlte ich mich wie in der Ätherszene aus Fear & Loathing in Las Vegas aber wenigstens funktionierten die Beine noch. Der Weg zur Afterhour war recht schnell abgeschritten und der Spaziergang in der Sonne frischte die Lebensgeister wieder etwas auf. Den für mich entscheidenden Fehler begingen mein Bekannter und ich direkt gegenüber des Vormittagsschlachtfeldes in einem kleinen Eckkiosk. Wir kauften eine mittelgroße Flasche Jägermeister und natürlich ließ ich mich, auf dem Stelldichein angekommen, ohne große Überredungskünste zum Trinken anstiften. Die Location, eine 3-Parteien-WG, musste über die Nacht mit akribischer Sorgfalt zugrunde gerichtet worden sein. Die umherstehenden Utensilien zeugten von einer Orgie auf höchstem Niveau. Selbst bei 15 Gästen, die ich an meinen 13 Fingern abgezählt hatte, konnte ich mir nicht vorstellen, dass man drei 20-Liter-Fäßchen an einem Morgen wegschlürfte. Zumal dieser Morgen noch vom schweren alkoholischen Dunst der Nacht geschwängert war. Etliche herumstehende, offene Bier- und Schnapsflaschen kamen dazu und aus den Aschern quollen die Kippenstummel, wie Hackfleischwürste aus Fleischwölfen. Asche, Verpackungsreste, Plastiktüten und leere und volle Kippenschachteln lagen auf der Küchenzeile, auf dem Boden und in den Blumentöpfen, wie vergessene Verpackungen und Geschenkpapier nach dem Weihnachtsfest einer 20-köpfigen Familie. Die Wohnung unterschied sich in diesem Moment kein Stück mehr von meiner körperlichen Verfassung. Dennoch gebührte den Gastgebern mein vollster Respekt, denn nur selten zuvor hatte ich eine Afterhour erlebt, auf der es noch um 16:00 Uhr genügend alkoholische und antialkoholische Getränke, Kippen, Kopfschmerztabletten und Lebensmittel gab. Und das wichtigste: selten zuvor hatte ich so lange kontinuierlich gute, aufgelegte Musik gehört. Der DJ rockte hier ein Set runter, das seines Gleichen suchte.
Wie dem auch sei, ich vergriff mich unheilvoll an dem Jägermeister und spürte zunehmend, wie auch das letzte Blut in meinen Adern durch Alkohol ersetzt wurde. Eine tiefe Trägheit übermannte mich und zwang mich in einen grünen, hinter einem Absperrband auf dem Boden platzierten Sitzsack mit Gummihaut, der meine Körpertemperatur reflektierte, wie ein Heizkissen und damit sofort für ein flüssiges Polster zwischen mir und meiner Unterlage sorgte. Wer schon mal Tauchen war, kennt vielleicht das Gefühl, mit geschlossenem Anzug 15 Minuten bei null Wind in praller Sonne zu sitzen. Jeder Mensch würde sich sofort den Anzug vom Körper reißen, wenn sich die erste Gelegenheit dazu ergäbe. Ich war zu nichts mehr in der Lage. Neben mir, auf einem weiteren Sitzsack, saß eine Freundin von mir. Ich hatte meine Hand auf ihren Bauch gelegt, um meinen Kontakt zur Außenwelt aufrecht zu erhalten. Doch langsam wurde es dunkel um mich herum und die Musik enfernte sich wellenartig aus meinem Sinn, wie das Plätschern des Meeres in einer Felsbucht. Irgendwo in der Ferne spürte ich noch den Kontakt, der schon garnicht mehr wirklich zu mir zu gehören schien, während ich unaufhaltsam in einen komatösen Zustand hinüber glitt.
Ich kann nicht sagen, wie lange ich dort so gelegen hatte, als ich spürte, dass ich angefangen hatte, besagter Freundin mit einer Hand über den Rücken zu streicheln. Ich konnte auch nicht mehr nachvollziehen, wie ich auf den Gedanken gekommen war, dies zu tun. Ich merkte einzig nur, dass es ihr zu gefallen schien. Die Bewegungen meiner Hand wurden intensiver und dann begann ich wie ferngesteuert Teile ihrer doch recht ausgeprägten Rückenmuskulatur zu massieren. Das Baumwollhemd über ihrer Haut fühlte sich weich an und ich rutschte mit der Hand darüber hinweg hoch zu ihrem Nacken und Haaransatz. Dabei legte sie sich rüber zu mir mit ihrem Kopf auf meinen Bauch und ich fuhr wild durch ihre Haare, als wäre dies die letzte Gelegenheit in meinem Leben einem Menschen eine Kopfmassage zu verpassen...
Das mit Ihren Haaren etwas nicht stimmen konnte, weil sie kurz geschoren waren, realisierte ich erst als ich ihr an der Wange hinunter streichelte und dabei mit meinen Fingern auf die kratzigen Stoppeln eines 3-Tage-Bartes traf. Irritiert hielt ich inne. Es dauerte genau eine Sekunde, bis ich stocknüchtern war. Ich wollte meine Augen aufreissen aber meine betonschweren Augenlider hatten sich, wie die eingerosteten Tore eines vergessenen Atombunkers geschlossen und ich brauchte mehrere Sekunden bis ich sie knarrend einen Spalt breit geöffnet hatte, danach brauchte ich weitere Sekunden, um mit dem einstrahlenden Licht zu kämpfen. Und als ich wieder sehen konnte, war der Mensch neben mir verschwunden aber wenigstens weilte ich wieder unter den Lebenden.
Powered by  | | English | | Albanian | | Arabic | | Bulgarian | | Catalan | | Chinese | | Croatian | | Czech | | Danish | | Dutch | | Estonian | | Filipino | | Finnish | | French | | Galician | | German | | Greek | | Hebrew | | Hindi | | Hungarian | | Indonesian | | Italian | | Japanese | | Korean | | Latvian | | Lithuanian | | Maltese | | Norwegian | | Polish | | Portuguese | | Romanian | | Russian | | Serbian | | Slovak | | Slovenian | | Spanish | | Swedish | | Thai | | Turkish | | Ukrainian | | Vietnamese |
|
|
|
Thursday, August 21, 2008 12:22 PM
 |
Fusion 2008 - Kapitel 12 Das Schwarze Loch Die Sonne hatte sich am Ende ihres harten Arbeitstages in ein am Horizont gefesseltes Wolkenband versenkt, dass wie ein frisch bezogenes Bett für sie bereit stand. Aber es war noch hell, als sich unsere große Prozession in Bewegung setzte. Als erstes Ziel war ein Hangar-Konzert vereinbart worden. Begleitet vom rituellen Stampfen der brachialen Bässe, führte uns unser Weg durch die fusionale Fress- und Einkaufsmeile, wo wir uns an vegetarischer Feinkost jeder Geschmacksrichtung labten. Das Essen war vorzüglich und die Preise paradisisch. Gesättigt, gestärkt und voller Tatendrang trotteten wir weiter, an der Turmbühne vorbei zum Hangar unserer Wahl. Die Musik war schön, passte jedoch nicht in mein Konzept der Abendgestaltung. Ich wollte tanzen und hatte große Lust auf treibenden GOA. Am Bierstand traf ich auf Tixa Toxi, die Hobbyschamanin, und Elle Kepone, die Ihr Schlafgemach mit Tixa Toxi teilte. Die zwei waren ein unzertrennliches Duo, ließen mich aber gerne an ihrer Runde teil haben. Wir brauchten nicht lange zu reden, um fest zu stellen, dass wir die Vorstellung von Musik für diesen Moment teilten. Zum Bier wurde Kandis gereicht. Dann richteten wir uns zur Trancebühne aus und wanderten los über die Steppe des Fusiongeländes, während die Sonne ihre Lektüre beiseite legte, die Nachttischlampe ausknipste und in einen tiefzufriedenen Schlaf fiel.
Etwa 1,5 Std. nach Ankunft im hinteren Bereich des Trance Floors, wo wir direkt neben der Bar einen kleinen Sandkasten für uns alleine gefunden hatten, wurde ich etwas hibbelig und bekam Lust auf mehr Gesellschaft. Ich beschloss den anderen Teil der Gruppe zu suchen, von denen ich wußte, dass sie auf der Seebühne Loo & Placido sehen wollten. Tixa Toxi gab mir die Information mit, dass der Treffpunkt links von der Bühne sei, während Elle Kepone wie ein Geist über dem Sand schwebte und sich selbst am ganzen Körper streichelte. Bei der Seebühne angekommen, konnte ich niemanden finden und kehrte trotz des total durch geknallten Old School Retorten Live Acts von Loo & Placido wieder um. Die Jungs waren zwar geil, aber ich brauchte meine Posse. Auf der Hälfte des Weges blieb ich stehen, setzte mich im Schneidersitz ins Gras, zückte das mir überlassene Funkgerät und versuchte Kontakt auf zu nehmen. Der Gedanke, auf dem Fusiongelände ein Funkgerät oder Telefon zu benutzen, war allerdings hirnloser, als man auf Anhieb annehmen würde...
Wie ein riesiges, schwarzes Loch sog die Fusionaura scheinbar alles an Funkwellen in diesem Gebiet in sich auf. Allerdings reichte die wissenschaftliche, rationale Definition eines schwarzen Loches für die Beschreibung des Funkwellenphänomens auf dem Fusiongelände allein nicht aus, denn gleichzeitig wurden die aufgesogenen, zusammen hängenden, sinnvollen Signalketten scheinbar in ihre Bestandteile zerlegt, neu zusammen gesetzt und dann mit völlig sinnfreier Struktur wieder unter die unsichtbare Fusionkuppel zurück geschickt. Die Wahrscheinlichkeit das angewählte Ziel wirklich zu erreichen war ungefähr so groß, wie auf einem Planeten in der Näher der Beteigeuze geboren worden zu sein und selbst bei erfolgreich aufgebauter Verbindung mit erfolgtem Informationsversand waren die erhaltenen Informationen meistens kontextlose Partikel menschlicher Konversation. Unter Berücksichtigung dieses Umstandes war die Benutzung eines Walky Talkys das absolut Größe auf der Fusion. Man kann sich kaum vorstellen, wieviel Menschen das Mitbringen von Funkgeräten zu einem Festival mit über 50.000 Gästen, für den genialsten Einfall seit der Erfindung des Funkgerätes selber halten, um dann im Funksumpf an Fehlinformationen zu ersticken. Positiv betrachtet bot ein Walky Talky jedoch, als Reiseführer in das Ungewisse, Entertainment der Extraklasse. Bis ich dies allerdings begriffen hatte, hatte ich schon etliche Male Spachen aus dem Jenseits zu interpretieren versucht, dem intimen Gesäusel frisch Verliebter zugehört oder war ganz schlicht beschimpft worden, die Frequenz zu stören.
Woher der Gedanke auch gestammt haben mochte, ich hatte jedenfalls, von Eingebung beseelt, nicht daran gezweifelt, dass ich heute, hier und jetzt Erfolg haben würde. Ich spürte wieder dieses übergeordnete Wesen, wie in diesen Momenten, in denen man in den Nachrichten mal wieder vom Lotto Jackpot hört, der seit 2,5 Jahren nicht geknackt wurde und man plötzlich diese Energie spürt, die von überall her an diesem Ort zusammen zu fließen scheint, wie eine lockende Stimme, die einem sagt, dass heute der große Tag ist, der Tag X, der Tag deines Lebens. Ein Tag an dem man das gewonnene Geld förmlich schon riechen kann und beginnt in Gedanken darin zu baden und sich auszumalen, was man damit alles anfangen wird. Ein Tag an dem man, angefüllt mit unendlicher Entschlossenheit, zur Lotterieannahmestelle geht (obwohl man sonst nie Lotto spielt), seinen Lotterieschein anschaut und von ausnahmslos allen markierbaren, roten Kästchen förmlich angeschrien wird, sie zu kreuzigen. Ein Tag an dem man, unglaublich wissend, 50 Euro investiert, um für den Rest seines Lebens ausgesorgt zu haben...
...und zugleich ein Tag an dessen Ende man gnadenlos seiner eigenen Naivität und Dummheit gegenüber gestellt und abrupt in eine Welt zurück gerissen wird, in der sich ganz bestimmte Abläufe ihres Dogmas niemals entledigen werden.
Die Justiz der Realität war grausam aber ehrlich und ich blieb nicht von ihr verschont. Der psychische Schmerz eines mentalen Schlages in die Magengrube lastete schwer in meinen Eingeweiden.
...Und plötzlich bohrte sich das Geräusch eines Messers in meine Ohrmuschel. Mein Handy vibrierte kurz. Ich schaute hinunter auf das leuchtende Display in meiner Hand und hielt Frau Orions klipp und klare Wegbeschreibung zur Gruppe zwischen den Fingern. Ungläubigkeit wechselte sich mit dem Gefühl von Erstaunen ab. Ich brauchte 5 Sekunden um die Situation zu begreifen, dann informierte ich hastig Tixa Toxi und Elle Kepone an der Trancebühne und stach zu den Anderen an der Seebühne.
Ende des 12. Kapitels. Weiter zu Kapitel 13. Disclaimer: Namen und Orte, sowie Tatsachen und Stimmen in diesem Bericht wurden zum Schutze der beteiligten Personen oder zur Dramatisierung der Geschichte teilweise geändert oder unkenntlich gemacht.
Powered by  | | English | | Albanian | | Arabic | | Bulgarian | | Catalan | | Chinese | | Croatian | | Czech | | Danish | | Dutch | | Estonian | | Filipino | | Finnish | | French | | Galician | | German | | Greek | | Hebrew | | Hindi | | Hungarian | | Indonesian | | Italian | | Japanese | | Korean | | Latvian | | Lithuanian | | Maltese | | Norwegian | | Polish | | Portuguese | | Romanian | | Russian | | Serbian | | Slovak | | Slovenian | | Spanish | | Swedish | | Thai | | Turkish | | Ukrainian | | Vietnamese |
|
|
|
Thursday, August 14, 2008 9:39 PM
 |
Fusion 2008 - Kapitel 11b Kaltes Klares Wasser II Irgend jemand legte eine warme Decke über mich. Verschwommen nahm ich das Flackern des Kaminfeuers im Halbdunkel vor mir war, während ich auf einer angenehm harten Ledercouch döste, meinen Kopf in ein weiches Kissen gebettet. Der Duft von Omelette auf Toast mit Paprika und Schafskäse kroch wie eine Schlange schwerelos durch den Raum und streichelte meine Geruchsrezeptoren. Das Feuer knisterte leise und hin und wieder zerplatzte irgendwo in der Glut ein Span, wie die Miniaturausgabe eines Ladykrachers. Eine Frau hatte sich meine Beine auf ihren Schoss gelegt und summte das Lied von den Königskindern, während sie sanft über meine Waden streichelte.
Als ich mich aufzurichten versuchte, stellte ich fest, dass ich mich nicht bewegen konnte. Ich versuchte mich umzuschauen, aber mein Kopf ließ sich ebenfalls nicht heben. Nich einmal meine Augen gehorchten meinem Willen. Ich starrte stur und unaufhörlich verschwommen vor mich hin in das flackernde Etwas, dass ich zuvor als Feuer definiert hatte. Es war wie verhext, alles an mir schien mit der Couch verwachsen zu sein. Nach und nach begriff ich, dass ich nicht mal Gliedmaßen besaß, die ich hätte bewegen können. Der Körper, von dem ich glaubte, dass er existieren müsse, war nicht da... aber was war ich dann? Ein düsterer Gedankenstrom entfesselte sich irgendwo in meiner Phantasie abseits meiner Vorstellungskraft. Was war ich? Ich musste etwas sein, ich 'dachte' schließlich, ich hatte doch ein Bewußtsein. In welcher Materie steckte dieses Bewußtsein dann? War ich selbst die Couch oder nur ein Bewußtsein, dass an eine Couch gebunden war. Ich suchte nach einer Erklärung jenseits meines Horizontes, doch jedes mal, wenn ich die Grenze meiner geistigen Welt zu überschreiten versuchte, bekam ich einen gleißenden, mentalen Stromschlag. Ich grillte mich selbst, wie eine Mücke, die dem UV-Lichte einer elektrischen Fliegenfalle nicht engehen konnte. Ich fühlte Schmerz... Und dann Freude über den Schmerz... Und dann folgte ich dem mentalen Weg in den Schmerz und in das Licht am Ende meines Verstandes.
Als ich in das Licht trat, hörte ich einen Zug von weit her rückwärts auf mich zu brausen und mit dem Zug kam der Zeltplatz zurück. Das Dröhnen des Zuges schwoll unnatürlich schnell an 'mooooOOOORB!' und mit dem Geräusch einer Ohrschelle klatschte mir beides auf die Optik.
Der Wasserkanister war leer gelaufen. Ich stand in einer schaumigen Pfütze, hatte mir ein Handtuch um die Schultern gelegt und roch verdächtig nach Duschgel. Irwin, Alexandra die Große, Onkel Poppoff, Fifi Rewired, der Mischer, das Florette Syndrom und Ferdinand Flott sassen im Bus. Vor dem Bus waren Frau Orion, Nicolette und Boris 'die Klinge' aufgelaufen. Aus einem Zelt am Rande qualmte es verdächtig. S-Pirelly und Staliban amüsierten sich über das Nackfoto, welches sie von mir geschossen hatten und niemand schien bemerkt zu haben, dass etwas mit mir nicht gestimmt hatte. Ich atmete tief durch, zog mir frische Klamotten an und setzte mich zu den Anderen. Man wollte aufbrechen um dem Partytreiben zu huldigen. Ich wußte noch nicht so recht, ob ich mitgehen würde, als ich die sich schwarz spiegelnde Oberfläche eines Iphones vor die Nase gehalten bekam. Irwin sagte: 'Sieh mal! - Dein Draht zu Gott!' Er grinste eigenartig und kniepte mit dem Auge, als wolle er nicht dabei erwischt werde, wie er beim Mörderspiel einen Mitspieler zu Fall brachte. Ich sog die Phrase in mir auf, ließ die Worte auf der Zunge zergehen und musste plötzlich schlucken. Ohne den Telefonjoker einzusetzen hatte ich meine Entscheidung gefällt.
Ende des 11. Kapitels. Weiter zu Kapitel 12 Disclaimer: Namen und Orte, sowie Tatsachen und Stimmen in diesem Bericht wurden zum Schutze der beteiligten Personen oder zur Dramatisierung der Geschichte teilweise geändert oder unkenntlich gemacht.
Powered by  | | English | | Albanian | | Arabic | | Bulgarian | | Catalan | | Chinese | | Croatian | | Czech | | Danish | | Dutch | | Estonian | | Filipino | | Finnish | | French | | Galician | | German | | Greek | | Hebrew | | Hindi | | Hungarian | | Indonesian | | Italian | | Japanese | | Korean | | Latvian | | Lithuanian | | Maltese | | Norwegian | | Polish | | Portuguese | | Romanian | | Russian | | Serbian | | Slovak | | Slovenian | | Spanish | | Swedish | | Thai | | Turkish | | Ukrainian | | Vietnamese |
|
|
|
|