Hier ein Interview mit Gerhard Brenner. Er betreibt die MusikWebSite www.musik-fuer-uns.del und schreibt Artikel für die Zeitung.
Florian Ostertag im Interview

Florian Ostertag - im Bild rechts
1. Wie bist du zur Musik gekommen?
Also, ich hab mal angefangen mit Keyboardunterricht. Ich glaub, die erste Story war irgendwie so: Ich hab ne Kinderkassette gehört und fand das total cool. Mich haben vor allem krasse Effekte interessiert, wenn da mal etwas Abgedrehteres passiert. Und dann wollte ich unbedingt Keyboard lernen. Später habe ich gemerkt, dass das sehr beschränkt ist mit Begleitautomatik und so. Deshalb bin ich umgestiegen auf Klavier. Irgendwann, als ich so 16 oder 17 war, habe ich Gitarre gespielt. Dann habe ich die erste Band gegründet.
2. Wie hieß die Band?
Wir haben die Band zusammen gegründet, die hieß damals Jamaika Moomix. Das war ne ziemlich heftige Band, also heftiger als das, was ich jetzt so an Musik mache. Eher so Hardcore-Crunch Musik.
3. Wann war das mit der ersten Band?
Die erste Band war so mit 16. Ich war ein ziemlicher Spätzünder. Ich habe auch, bis ich 15 war, überhaupt keine Musik gehört, das hat mich alles nicht interessiert. CDs gab's damals noch nicht, die sind erst aufgekommen. Ich hab erst mit 16, 17 angefangen Musik zu hören.
4. Heute Abend seid ihr zu Zweit...
Ja.
5. ... und September Leaves ist die zweite Hälfte...
Ja, das ist so: Wir sind derzeit zusammen auf Tour. Normalerweise machen wir einen ganzen Abend Programm. Die eine Hälfte macht September Leaves und ich begleite ihn, die andere Hälfte des Programms mache ich und er begleitet mich. Das ist sozusagen im Doppelpack „Florian Ostertag & September Leaves".
6. Du hast noch ne andere Band, wenn's die noch gibt?
Die heißt „The Internal Soul Federation", ja, die gibt es noch!
7. Wie viele Leute sind das?
Da sind wir zu fünft. Dadurch, dass alle andern entweder studieren oder berufstätig sind, ist das auf Hobbystatus geblieben. Ich hab mir jetzt mal ne Weile Zeit genommen, um die Musik auszubauen. Weil die anderen alle beschäftigt waren, habe ich jetzt was mit jemand anderem zusammen gemacht.
8. Das heißt, du schreibst selbst Lieder?
Ja.
9. Texte, Melodie und Arrangement, alles was so dazu gehört?
Ja. Ich mache das ab und zu auch für andere. Ich hab ein eigenes kleines Tonstudio und arrangiere ab und zu Sachen und nehme sie auf. Von daher bin ich das schon gewöhnt.
10. Wenn dich jemand zum Essen einladen würde, wo würdest du zugreifen?
Ha, da gibt's Unterschiedliches. Also, ich mag's gern Asiatisch, ich mag aber auch gern Pizza. Ich mag Schnitzel, mein Lieblingsessen früher war Griesbrei.
11. Und beim Trinken?
Irgendwelche Cocktails sind natürlich immer nett. Ansonsten trinke ich Bitter Lemon oder so.
12. Was hörst du gerne im Radio oder von CD?
Hm, also Radio hör ich in letzter Zeit relativ wenig. Ich mag zur Zeit sehr so Singer / Songwriter oder so, ein wenig Indie-Bands. Das kommt im Radio ziemlich wenig. Einen, den ich sehr mag, da war ich auch auf dem Konzert, ist Damien Rice, ein Songwriter aus Irland. Regina Spector mag ich grad voll.
13. Wie sieht's mit Fernsehen oder Kino aus?
Ich hab derzeit zu Hause gar keinen Fernseher – und ich vermisse das auch gar nicht. Ich leihe mir ab und zu ne DVD aus. Was ich mag, sind irgendwelche Storys, die ein bisschen verzwickter sind. Wo man nicht so gleich von Anfang an merkt: „Okay, ganz Standard Hollywood Action-Streifen", sondern wo man immer wieder überrascht wird, das finde ich cool.
14. Zurück zur Musik: Wie kommst du auf deine Ideen textlicher oder musikalischer Art?
Meistens fängt es bei mir schon mit ein paar Harmonien auf der Gitarre an oder mit einer Melodie. Ich singe dann einfach das dazu, was mich im Moment so bewegt. Ich hab schon gemerkt, dass es jetzt mit dem Singer / Songwriter eher schon ein bisschen melancholisch oder traurig ist. Meistens entstehen die Lieder auch in solchen Situationen. Es ist so, dass ich mich, wenn es mir nicht so gut geht, hinsetze und meine Gitarre spiele, weil ich merke, dass es mir gut tut. Und dann singe ich das ganz einfach raus, was mich gerade bewegt oder beschäftigt.
15. Gibt es schon irgendwelche Tonträger?
Nein, im Moment nicht. Ich habe eine MySpace-Seite oder auch ne Internetseite, da kann man ein paar Sachen runterladen. In den nächsten zwei, drei Monaten hoffe ich, dass ich eine CD rausbringen kann.
16. ... im eigenen Studio produziert...
Genau!
17. Hast du dann auch einen Tontechniker dabei?
Nein, das mache ich alles selber. Ich mag es einfach, wenn mir niemand reinredet.
18. Was möchtest du den Florian-Ostertag-Fans sonst noch sagen?
(Lacht) Hm, also ich hoffe, dass meine Musik sie irgendwo trifft und dass sie sich verstanden fühlen. Wenn sie meine Musik hören, dass sie denken: „Oh ja, das kenne ich!" Das ist für mich auch das größte Lob, wenn das jemand zu mir sagt.
19. Gibt es irgend einen Spruch, der dich begleitet hat?
Es war eher so ein Gedanke, der mir mal kam. Ich war mal ne Weile im Ausland. Da kam mir in den Sinn: „Was ist, wenn das alles wirklich funktionieren würde, was ich mir erträume, und ich es erst gar nicht versucht hätte?" Das ist für mich voll der Satz, der mich immer wieder bewegt und mir auch immer wieder Mut gibt, wenn ich überlege: „Soll ich jetzt alles hinschmeißen?"
Vielen Dank für die Auskünfte!
Gerhard Brenner