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j.w.waldeck - Poesie und Wort (r) Evolution

Waldeck

J.W. Waldeck


Last Updated: 12/15/2009

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Saturday, November 21, 2009 
.

Regeln pervertieren
individuelle Liebe
und gerechte Vielfalt
Regeln schützen Diebe

im Posten selbstgefällig alt
erfolgreich im Elendsystem
ist allein das korrupte Element
welche die Lüge bewahrt

ein toter Mensch wird gut
gesegnete Massenmörder
Engel der Verdammnis
deren Besen die Erde ruft

reduziert die Massen!
wir kämpften für Etiketten
Fahnen und  Glaubensrassen
doch alle sind Marionetten

wir brauchen weite Wälder
und unberührtes Land
dünget die brachen Felder
nicht nutzlos mit Verstand

denn niemand versteht
die unsichtbare Sprache
die aus dem Boden schreit
die ohne Menschen gedeiht

© j.w.waldeck 2009


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Saturday, November 21, 2009 

des Nachts
im nicht Ersichtlichen
beschreite ich deine virtuelle Schwelle
vergesse der gekannten Geschenke
geliebter Augenblicke
denen ich Zukunft verlieh

Nachts
küsse ich unsichtbare SCHMETTERlinge
damit sie auf deine Bettdecke fliegen
verwöhnt durch die Mondin
auf der Tage Ansichtskarten:
himmlische Vögel der Sonne

mit geöffnetem Regenschirm
unter dunklen Abendlampen
zerschliss'ner Bordsteinkanten
wo österreichische Altbauten
geplatzte Fassadenhaut besitzen
doch marmorne Lippen
und Brauttreppen...

vergab mein Leben
für ANDERE
und dies reichte
mit undurchdringlichem Antlitz
und einem Torso aus Tinte

Nachts
weiß ich dich barfüßig
durch zögernde Schatten
wachsen Bäume gen Himmel
gleich deinem gelösten Haar
rufend aus Windböen

damit ich dich in den Blüten
der Wimpern fühle -
ins Glück gepustet
die Harfe ertastend
meiner Sehnsuchtsseele

wachsen Alleen zusammen
ohne sich zu berühren
bloß menschliche Bedürfnisse schreiten
auf ihren welken Herzen
die zuviel Licht erleiden...


© j.w.waldeck 2009


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Saturday, November 21, 2009 
.

Erinnerungen leuchten wie Eis z a p f e n -
in erhellender Klarheit unter der Sonne geschmolzen
und wähnen sich mit demselben Antlitz

© j.w.waldeck 2009


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Saturday, November 21, 2009 
.

mit den Augen in der Sonne erblickst du
nicht die Wüste – in der du unter Tränen
den Herzenskern deiner Brust pflanztest

© j.w.waldeck 2009


:icondonotuseplz::iconmyartplz:
Saturday, November 21, 2009 
.

karminrote Trauer von deinen süßen Lippen
trinke ich als vergessenen Sommernachtstraum
eines göttlichen Wahn s i n n §

crimson sadness from your sweet lips
i drink like a forgotten midsummer night's dream
of divine madnes§

© j.w.waldeck 2009


:icondonotuseplz::iconmyartplz:

Saturday, November 21, 2009 
.

er wird nicht runtergelassen
vom starren Angstgerüst
auf dem er so gefällig dient...


© j.w.waldeck 2009


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Monday, November 09, 2009 
*

FLUTURE NEGRU

Als ich sie entdeckte, war sie ein glitzernder Abendstern
ohne Zahl, in einem gleißenden Meer der Verheißungen geborgen,
wie ein Küken, in weißen Federn gehüllt-, unschuldige
Träume hegt, doch die ewige Nacht duldet keine Außenseiter...

Früher fing ich Nachtfalter von der Größe einer Hand und ihre
dunklen Augen, die erschrecken sollten, wurden ihnen
zum Verhängnis.
Doch niemals pfählte ich sie auf Brettern wie ein Christ...

Ein im Kreis umfangenes Pentakel schützt sie vor dem Bösen,
welches an ihrem Halse leckt, wenn ihr heißes Blut
Sehnsüchte weckt, die einen Schwan unter dem Mondlicht
versinken ließen, in die kalten gierigen Fluten des Vergessens.

Und meine Worte sind nicht für sie gemünzt, welche mir
allzeitlich in den Sinn kommen, wenn ich Kaufhauspuppen
nicht auf der Straße wie ein Gentleman ausweiche,
sondern sie regelrecht übertrete.

Die Hülsen VERDERBEN den Sehenden die Erfahrung!


Nachtschattengewächse
(zur Verhaltensinzucht der Nachtgewächse)

im Westen gibt es kleine Mädchen
die wollen ganz groß stark sein
tragen schwarz und sind Geschöpfe der Nacht
und bei McDoof morgens um 8

sie schminken sich auffällig dunkel
und möchten verehrende Gesten
lesen dieselben Bestseller
mit überlegenem Lächeln...

mit Anne Rice und Twilight
klauen sie von Märchen Sagen Filmen
und wähnen sich Erben uralter Zeit
mit menschlich verlogenen Sinnen

doch altert ihr Leib unter der Sonne
wird jede zur An g e s t e l l t e n
gelangweilt in Büros entflieht alle Wonne
ins Netz der Rollenspielwelten

wer sie belügt und ihnen huldigt
bekommt ihr kleines trauriges Ego
geleerter Hülsen eintöniges Echo
womit sich Illusion entschuldigt


Es ist für einen Transsilvanier nicht einfach, seine Herkunft
dummen Klischees zu rechtfertigen und die Freizügigkeit
zu bestaunen, mit der geistige Konserven ihre Vorurteile
offen eingestehen...
Vor allem, wenn man Stereo=Typen verabscheut, die Hollywood
entstammen, also Filmen, die nicht eine Tatsache enthalten
oder eine wertvolle Information und diese Gefäße
erfüllen ihre Leere damit und kippen sie anderen vor die Lippen.

Doch sie erfasste die Partikel des Lichtes in den hellsten Blüten,
vermutlich die kleinsten Lichtflocken, welche im Sonnenlicht
ihre Goldwimpern öffneten, wenn sie umeinander Elfentänze vollzogen,
wie geheime Augenblicke, die nur ihr gehörten.

Meine Sinne verdunkeln sich bei der Vorstellung,
ihr inniger, weiblicher Schmetterling könnte ebenso
zart schimmern wie ihre Blumenaugen aus der dunklen Nacht
aufblitzen, um unendliche Fernen preiszugeben,
die nie ein Wesen je erfasste.
Aus Reichen, deren Raumzeittore bloß eine zeitlose Seele
betreten vermag, geformt aus reinem Geist,
erblüht aus inniger Schönheit.

Sie ist die immerjunge Substanz des Ursprungs,
die mein unberührtes Herz höher schlagen ließ,
für paar sterbliche Augenblicke auf dem Weg zu meinem Grabe.

Fernab vom verseuchten Treiben erfolgsorientierter Menschen,
für immer vergessen, dessen beflügelter Schrein
einen Toten-, doch Träumenden birgt.

© j.w.waldeck 2009

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Wednesday, November 04, 2009 
.

armes geknechtetes Volk
im Konservendesign
die Gesichter gemolken
die Augen gesenkt allein

wahlos zwischen Versprechen
tatenlos zwischen
steuergeldfinanzierten Banken
deren Lobbys sich decken

sicher bekamen sie ebenfalls
die neuen Konditionen
Verträge die sich einseitig ändern
weil Banken Geld entwenden

hübsch kompliziert verklauselt
damit niemand es begreift
wenn fremde Hände deinen Schweiß
zum Sonderpreis verschaukeln

bevor du abtrittst
schäle die Augen des Bürodieners
dessen maNAGERapparat dich abblitzt
und schenke ewige Finsternis!


.............................


ein alter staubtrock'ner Leguan
spitzt ständig seine Zunge
doch seine Träume schnellen
durch unbewegte Verbraucherluft

die Augen fixiert zur Stirnhöhle
zwicken wie plappernde Heuschrecken
in der Umlaufbahn
wo stille Ticks Gestresste wecken

des Lebens verloren Gegangene
durch Schalter abGetriebene
lassen mein Verrecken gnädig scheinen
in diesem Siechenhaus Entsorgter

es fährt ein Zug nach Nirgendwo
den man entseelt bloß überlebt
und dank geringer Pro=Vision
Leichenzug um Leichenzug

verfehlt


© j.w.waldeck 2009

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Wednesday, November 04, 2009 
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Um sie zu vergessen, bin ich dahin gegangen um zu sterben.
Jedoch ein gnädiges Schicksal lähmte mich lieber für Wochen ans Bett,
in immer längeren Zeiträumen
Bei guter Verfassung jagte ich mit meiner Patrouille Wilddieben hinterher.
Überhaupt die Wildnis ließ mich die wildesten Tiere vergessen,
um deren Geschmeidigkeit ich stets den Verstand verlor,
denn meine einzige Schwäche ließ kein Nein zu,
wenn das ganze Wesen und der Kennerblick Ja schrien.

Meine Liebe für Raubkatzen ist geblieben, denn ihre Rachsucht war doch ein Eingeständnis ihrer tiefen Hilflosigkeit.
Sich stark zu fühlen, wenn auch bloß als Illusion, war zu schön um es durch Annäherung zu opfern.
Damit zu kokettieren, bei einem insgeheim hübschen Gesicht ständig
irgendwelche Verehrer abzustoßen, dies war schon eine schöne Bestätigung.
Wie gesagt, ich bin ein Jäger und meine ganze einfühlsame Phantasie
gilt diesen Edelkatzen, deren böse Blicke dich wie ein Menü mustern.
Zwischen den vergleichbar Gnädigen humaner Art und den Ungnädigen
tierischer Art, war mir letztere Sorte lieber, da wenigstens klar blieb,
das es hier um Leben und Tod ging.
Nicht um Liebe und Leiden, jenem Element, welches sich durch das Unglück
atomar beschleunigt und das geistige Gefüge zerfetzt, schlimmer als die Krallen
eines schwarzen Panthers...
Doch leider war ich nie ein Frauentyp gewesen und meine schon zurückhaltenden
taxierenden Blicke pumpten nur die Angst in ihre süßen Gesichter.
Dann, durchdrungen von der Erkenntnis, durch Attraktivität Macht über mich
zu haben, schürzten sie verächtlich die Lippen, doch ich tat ihnen nie den Gefallen und war schneller, so das sie schon meinen Rücken erblickten,
als ihre verachtenden Dolche ein weicheres Ziel suchten, meine Seele!
Sie psychologisch zerbrechen käme nicht in Frage.
Der Energieaufwand und die Angst gaben ihrem Instinkt recht.
Ich war ein Menschenhasser und wenn es erlaubt gewesen wäre, auch ein gnadenloser Killer.
Einsamkeit macht pervers und lange Durststrecken schärfen bloß die Sinne und Instinkte.
Meine bullige Gestalt ließ bloß die Kraft ahnen, die in mir gefangen war,
wie in einem kulturellen Käfig, der mit aufrichtig wirkendem Vorwand seine Insassen ideologisch knebelt.
Manchmal träumte ich noch in stickigen Nächten unter dem Moskitonetz,
sie zu streicheln.
Gewahre ihre milchigen Elfenbeinschenkel, welche leuchten und dazu verführen,
sie überall zu küssen, wo ihr weicher Flaum vor Sehnsucht miaut.
Einfach nur dies auskosten und nicht mit ihnen schlafen...
Ihre geschmeidigen Oberflächen erkunden mit geschlossenen Augen,
bis damit die sehnsüchtige Haut träumen lernt und die natürlichen Rundungen
und Wege entlangläuft, allein geführt von ihren Kurven und Windungen,
Innenflächen und Spannungen...

Es war ein herrlicher Sonnenuntergang im Dschungel!
Meine Jagdgefährten brieten sich bestimmt Speck mit Bohnen indes ich diesen Trampelpfad hinunterstürzte, dem Buschdieb hinterher.
Meine bulligen Bluthunde spannten ihre fetten Nacken.
Groß wie Kälber passten sie zu mir und sie verstanden mich fast schon durch Blicke.
Er zog sein Messer doch mein Stiefel trieb es ihm grob aus der Hand.
Ich war mindestens doppelt so schwer und ich sah in seinen Augen bereits die Gewissheit,verloren zu haben.
Jene Gewissheit, der ich so entgegenfieberte.
Ein endgültiger Augenblick der Schutzlosigkeit, welcher ich aus den scheinbar stolzen Blicken ängstlicher Frauen kannte...
„Du bist ein Tier JO! Ich komm mit deiner Einstellung gegenüber Menschen nicht klar, ich will einen lieben Kerl und du liebst die Frauen zu sehr...“
Ja, vielleicht sollte ich mich umorientieren, aber bei dem da nicht!
Meine volle Körperwucht und der Ellbogen in den Solarplexus riss ihn um und so lag er dann hier wie ein Käfer auf dem Rücken, dass zerdellte Maul
sperrangelweit offen.
Er wollte frech werden und ich musste ihm die Lunte auspusten bis es spritzte,
was ich zuvor wegen den Stechmücken vermeiden wollte.
Wer nicht will der hat und mit Wildschmugglern braucht man nicht zimperlich umzugehen.
Ich fesselte ihn wie einen Kartoffelsack und lud ihn ächzend auf den Rücken.
Schweißgebadet stieg ich den Trampelpfad wieder nach oben,
wo noch die Lichtung zu erkennen war und die Böschung in den letzten Sonnenstrahlen aufleuchtete.
Zikaden zirpten, Tukane flatterten und Nistvögel kreischten oder zwitscherten aufgeregt.
Irgendwo verzog sich das fette bunte Schimmern einer Boa,
aus deren umklammernden Leibesmitte ein erwürgtes Äffchen mich aus stumpfen Knopfaugen anstarrte.
Ja, nirgendwo ist der Tod so allgegenwärtig wie hier, so ehrlich wie das wirkliche Dasein.
Ohne Superstars über Nacht, ohne eine ewig sonnige Britney Spears, welche Psychotabletten braucht um weiter zu funktionieren.
Kein Bürger=Meister und keine Beamtengesetze!
Jenen Funktionären und Schmarotzern eines korrupten Systems,
Überbleibsel eines Rechtsstaates, welche die Lachnummer Demokratie abzogen, bevor sie dem gegängelten Volke die Haut ihrer Scheinexistenz überzogen.
Dort wird der Tod weggekehrt, verleugnet, alte Menschen ausgesperrt,
die früher noch im Haushalt halfen oder die Enkelkinder erzogen.
Wodurch sie noch was über die Vergangenheit wussten und Verständnis empfanden, für Ältere und Schwächere.
Nicht so verflucht verkommen und verwöhnt wie diese kleinen Markentussen,
die mit ihren kurzen Röckchen in Bars daherwinken, aber dann zu heulen beginnen,
wenn man ihren kleinen Milchbusen freilegt.

Die Rüden wurden unruhig und knurrten fürchterlich.
Eine Hündin hätte keine permanente konzentrierte Aufmerksamkeit zugelassen.
Ich kannte das schon...
Langsam drehte ich mich mit meiner Last um und erblickte einen schwarzen Schatten.
Einen großen Schatten, aus dem sich zwei grün phosphoreszierende Augen herausschälten.
„Grünen Augen soll man nicht trauen..“ Sei still, du dummer Verstand!“
Du hast mir schon immer in den unpassendsten Momenten den Spaß verdorben.
Diesmal fuhr der Schrecken in mein Herz, als ich das glänzende Muskelspiel der großen Raubkatze erblickte.
Oh ja, du Königin der Nacht. Werde ich dein süßes Abendmal sein?

Mit der freien Hand hielt ich mit aller Kraft die tobenden Hunde
mit eingehakten Halsketten zurück und mit der anderen trug ich immer
noch den wiedererwachten Händler auf dem Genick gepackt.
Mein schweres Jagdgewehr hing unter ihm am Rücken.
Ich taxierte mit plötzlich unnatürlich aufkeimender Ruhe die Distanz und erkannte,
das der Panther in fünf Sprüngen bei mir wäre.
Das war zu knapp, um meine Last abzuwerfen, das Gewehr vom Rücken zu nehmen, zu entsichern um noch zum Zielen zu gelangen.
Meine Finger tasteten zitternd vor Kraftanstrengung zu den Verschlüssen der Hundehalsbänder.
Der Panther setzte zum Sprung an und ich schrie: "Fass!"
Wie von der Schleuder geschnellt warfen sich meine treuen Gefährten der Raubkatze entgegen.

Unglaublich geschmeidig wich sie dem ersten Rüden aus
und geriet an den Zweiten.
Sie hatte das stinkende Blut des Dummkopfs auf meinem Rücken gewittert.
Bedenkenlos hätte ich ihn geopfert aber zuvor musste ich ihm die Fingerchen plattklopfen, etwas über die Struktur des Händlerrings zu erfahren.
Mit Sicherheit steckten korrupte Richter und hohe Beamte dahinter
und bloß die kleinen Fische mussten im Gefängnis zur Abwechslung mal ihre Zuckerärsche hinhalten.
Manche denken, ihr Tun sei besonders sinnvoll im Leben, doch ich war schon jeher ein Taugenichts,zufrieden mit dem nötigsten und einem gesunden Schlaf.
Der Nacken des Panthers zuckte, als er den großen Hund fasste und ihn durch die Luft wirbelte.
Wie ein Kleidungsstück von Pater Mendez, wenn er mal wieder einer Lieblingsschülerin in der Mission private Orgelstunden gab.
Von den Tasten zum abtasten sozusagen.
Ich warf die vor Angst zappelnde Marionette auf eine fesche Astgabelung,
dass der eingedrückte Bauch zu furzen begann, indes mein Repetiergewehr
in meine Hände flog und sein rasendes Ziel suchte.

Der Zweifel brannte in meinem Inneren, ob ein Warnschuss besser wäre
oder ein Streifschuss das Tier noch blutrünstiger werden ließ, als es schon war.
Nein! ich musste es töten, egal wie!
Der Hund am Boden hörte auf zu wimmern, da sich der Panther dem anderen zuwandte,  welcher sich in seinem glänzenden Nacken verbissen hatte.
So jagten sie an mir vorüber, ohne das ich es gewagt hätte, einen Schuss abzugeben, da mir das Leben meiner Hunde zu wertvoll war.
Dann blieb der eine Rüde auf der Strecke und der andere verzog sich mit einem schuldbewussten Blick in meine Richtung, ins Seitengebüsch.
„Keine Bange Jungs! Es ist keine Schande, vor einem so schönen
weiblichen Wesen mal den Schwanz einzukneifen.“

Ich war natürlich während des Gerangels hinterhergerückt um ihn zielsicher
zu erwischen.
Der Panther blutete ebenfalls an mehreren Stellen.
Sein offener-, schäumender Rachen mit den Elfenbeinzähnen zuckte heftig,
indes die blau schimmernden Seitenflanken heftig zitterten.
Seine ganze elegante Erscheinung war gespannt wie eine tödliche Feder
in dunkler Nacht.
Die grünen Augen irisierten wie zwei giftige Sterne und darin sah ich das Rätsel einer Existenz ohne Erbarmen.
Sein oder Nichtsein! Töten oder Sterben!
Etwas Getriebenes, herrenloses und unbeständiges, ja freies um jeden Preis.
Er würde nie wieder er selbst sein können, hinter Gittern.
Genau wie ich hinter den Gittern menschlicher Verkommenheit.
„Bitte geh... Geh und lass mich dich nicht töten.
Die Kugel ist schneller...
Wenn sich dein Auge verengt, krümmt sich mein Finger.
Das Ende deines Sprunges erlebst du nicht mehr...“

Vermutlich roch er meine Sicherheit.
Ich vermag selbst das Salz in der Suppe riechen und würze ohne zu probieren.
Der Duft geliebter Frauen und vieles mehr erfreute stets meine geschärften Instinkte.
Kluges Tier! Meine Selbstsicherheit und vor allem die Tatsache,
das ich unverletzt und ohne Panik vor ihm stand, ließ es weitere hässliche Schwierigkeiten ahnen.
Die Hunde waren gut gewesen, vermutlich war einer von ihnen nicht mehr zu flicken.
Dann, wiederwillig und mich stets im Auge behaltend, bewegte sich das grüne Gleißen aus meinem Blickfeld, wie zwei magische Flammen vom vestalischen
Tempel geweihter Jungfrauen.
Der Panther drehte den Kopf und huschte zurück ins Herz der Umnachtung.
Beim zuckenden Leib des einen Rüden blieb er stehen.
Ich sprang in die Mitte des Weges, bereit ihn dennoch zu töten.
„Du wirst nicht einen Freund von mir fressen!
Ich habe Prinzipien, nicht wie der feige menschliche Abschaum
in den Städten!“
Dann vereinte sich die geschmeidige Kontur wieder mit ihrem dämonischen Element,
der inzwischen bedrückend stillen Dunkelheit und verschwand...

Einen Gnadenschuss später vergrub ich mit meinem Jagddolch
den Hund und sein Gefährte jaulte dabei kläglich, wie jedes fühlende Wesen, welches begreift, dass das Leben eine endlose Vergewaltigung ist,
eine illusionäre Seuche, welche dich erst mit Kraft verwöhnt,
bevor du von Geburtstag zu Geburtstag merkst, wie dein Körper dir immer weniger gehorcht.
Wenn Verluste dich vermehrt umgeben, bis du nackt und schwach
um die letzte Erleichterung winselst, deinem Verrecken!
Dann schulterte ich den geknebelten Sprenkelpisser und begab mich zum Lagerplatz, doch meine Kumpels stürmten mir bereits entgegen,
denn sie hatten ja den Lärm vernommen.
Endlich durfte ich mit sattem Magen die Sterne betrachten und träumen, wie ich es jede Nacht tat.
Dort liegt die Zukunft der Menschheit, mit Raumschiffen, Stationen und weiteren
besiedelten Planeten.
Doch diese Entwicklung ist auch nichts anderes als eine Wiederholung der Wiederholung.
Nochmals leckte ich mir über die salzigen Lippen um die Tränen wegzuwischen,
wenn ich an ihre Rosenlippen dachte, jener Dämonin ohne Herz
für meinen Schmerz.
Doch alles wird erträglich, allein schon indem man weiter ist...
Die Jahre bleichen die Erinnerungen aus und zuletzt hat man sich selbst mit vergessen.
Ein langes Leben ist vermutlich ein blindes Leben.
Man muss blind werden um daran nicht kaputt zu gehen!
Hier im Urwald bin ich nie allein und niemand stört sich an meinem Äußeren.
Der Wald akzeptiert jeden der stark ist und eins mit dem Leben.
Ich bin ein Teil von ihm geworden,
genauso unverstanden und unbeachtet wie seine Pflanzen und Tiere.
Doch glücklich ohne Rädchen im künstlichen Produktionsprozess.

© j.w.waldeck 2009

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Tuesday, October 13, 2009 
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für selbsternannte Wortkünstler und Denker


du weißt was man hören möchte
lispelten die kleinen Maden
wenn das willige Fleisch
den Möchtegern erregt

und er gibt ihnen alle Wunden
doch war es bloß ein totes Reh
welches er im Wald gefunden
gesichtlos innig verdreht

du weißt was man hören will
Blow-jobs die Lyrik imitieren
wecke nicht die Toten
denn sie speisen das Ungeziefer


© j.w.waldeck 2009

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