Waste Of Mind Ezine Matula, bisher nur per Vinyl- EP zu genießen, veröffentlichen dieser Tage ihr Langspiel-Debüt auf Zeitstrafe (Escapado, Kurhaus, Lt Mosh). Damit sollte wohl klar sein wie hier die Zwiebel rollt, nämlich Ellbogen voraus in die Kauleiste. Auch wenn Matula nicht knüppeldicken Hardcore wie ihre Labelmates fabrizieren, sondern durchaus zarter zu Werke gehen, schaffen sie es trotzdem in knapp dreißig Minuten ein Feuerwerk an Energie und Euphorie durch die Boxen zu pusten. Kuddel funktioniert wie eine nächtliche Autobahnfahrt: Tempo halten, geradeaus starren, sich selbst anfeuern... Irgendwo zwischen 90er Jahre Untergrund-Emo und Postpunk brettern Matula mit Turbolader durch die Dunkelheit, alle zwanzig Sekunden eine fingerpointkompatible Textzeile abfeuernd. Mit den ersten beiden Liedern „Lebkuchenhaus' und „Agenda S.C.H.' wird Fahrt aufgenommen und im Verlauf der Platte wird der Fuß nur unwesentlich vom Pedal genommen. Sturheit als Methode, trotzdem wiederholen sich Matula selten. Melodien liefern hier die Gitarren, der Gesang ist dann doch eher Vortrag, weswegen Kuddel manchmal seltsame Assoziationen an frühe Blumfeld-Lieder auslöst. Ein Glück funktioniert die Platte dabei weniger kopflastig, „Scheiße' ist kein Fremdwort, hurra. Endlich mal wieder eine Band, die sich dem kajalbemalten, popkulturellen Hirnfick verweigert und einfach dem Anachronismus frönt. Die Lieder sind so unverkrampft und direkt produziert, dass man den Schweiß förmlich von der Jugendclubdecke tropfen hört. Kuddel macht gleichzeitig nostalgisch und feiert die Gegenwart. Wahrscheinlich sollte man mit Matula auf Tour gehen. Man könnte ihre T-Shirts verkaufen, an den richtigen Stellen im Lied auf seinen Stuhl steigen, die Faust gen Himmel recken und an seinem Umsonstbier nuckeln. Gelebter Punkrock. Timo Richard 8/10
www.wasteofmind.de Poisonfree Indierock/intellectual punk from Germany, complete with native tongue lyrics. They remind me a lot of the latest Schrottgrenze album, but without those akward Sportfreunde Stiller influence those lads sported throughout that recording, more into a Mitote kind of way, with some Duesenjaeger influences (but without that sinister, dark undertone). Especially the production reminds me of the gerat Las Palmas OK record by them. The tunes are driving, have nice rythms and good melodies, while staying away from being all too poppy. Those Matula guys manage the tightrope walk between being melodic and providing you with a nice biting edge pretty well. So fasten those shell-rimmed glasses and dance to this! The profound lyircs are all personal and I guess there went some time into writing them. The cover artwork is also done nice and tops Kuddel off really well. Fans of any of the aformentioned bands can test hear this and will most likely pick it up afterwards. It is a good record.
www.poisonfree.com Trust Fanzine 124 Matula gibt es erst seit 2003, 2004 gab es eine Single der Hamburger (oder besser: Neumünsteraner) und dies ist ihre erste Longplayer Scheibe, die mir sehr gut gefällt. Es passt einfach zu den Bands aus der Hamburger Gegend, die wir alle so lieben und doch sind sie keineswegs eine Kopie. Die vier Leute spielen eine sehr angenehme Mischung aus Punkrock, ein wenig Emo (im positiven Sinn) und Indierock mit deutschen, schönen Texten. Aufgenommen wurde die CD von Hauke Albrecht und ich kann das Ding nur empfehlen, denn es macht riesig Spaß dieses Album zu hören. (Andreas)
www.trust-zine.de Fuze Magazine 4 MATULA sitzen zwischen den Stühlen. Punkrock ja, Emo auch, aber nicht in dem Sinne von TAKING MY CHEMICAL FUNERAL FOR A PANIC TO LAST, sondern erinnernd an eine Zeit, zu der die drei Buchstaben nicht ein von Marketingabteilungen kommerzialisiertes Etikett waren. SHELLAC, HÜSKER DÜ, JAWBREAKER und Konsorten lassen einen schon fast in Erinnerungen schwelgen, als vor 15 Jahren mit Emo Klischeedenken und Engstirnigkeit von Punk und Hardcore demontiert wurden. So ändern sich die Zeiten. Die jungen Hamburger passen nicht in das Spex..sche pseudo-intellektuelle Indierock-Schema, genauso wenig haben sie was zu tun mit Anti, Saufen und Bullenschweinen. Diese permanente Gratwanderung, zwischen Melancholie, Nachdenklichkeit und Unverkopftheit, zwischen modernem Postpunk und der Besinnung auf die 90er Jahre ist das, was MATULA ausmacht. Cleane Gitarren, unaufgeregte und von einer polarisierenden Stimme erzählte Lieder, sowie eine entspannte Atmosphäre grenzen die Band ab von der üblichen Deutschpunkkapelle. „Kuddel' steht deutschen Bands wie YAGE oder MONOCHROME näher, als den einschlägigen norddeutschen Bands aus dem Jensen- Umfeld und klingt dabei angenehm „alt' und homogen, ohne Monotonie aufkommen zu lassen. MATULA verstellen sich nicht, ihre starke Erdung ist es, die packt. (Zeitstrafe / Widespread Distr.) Christoph Biwer
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Ich muss hier mal zugeben, das ich ein heimlicher Pop-Punkhörer bin und gerade in dieser sonnigen Jahreszeit kommen mir Matula aus Hamburg mit ihrer neuen Platte gerade recht. Die Jungs gibt es jetzt schon seit knapp 5 Jahren und komischerweise hab ich noch nie was von Ihnen gehört, dabei haben sie 2004 schon eine kleine 4-Track EP auf den Markt geworfen. Aber egal ...besser spät als nie! Matula spielen hier wirklich schönen und ruhigen Emo-Pop-Punk der mich stellenweise an ältere Sachen von Muff Potter erinnert. Textlich geben Sie sich eher nachdenklich und musikalisch ist es nichts besonderes aber irgendwas bringt den Hörer dazu, die ganze CD von Anfang bis zum Ende zu hören. Das kleine Kieler Label Zeitstrafe hat ausser Matula andere wirklich gute Bands unter Vertrag wie z.B. Kurhaus oder Escapado, Matula sind also in guter und passender Gesellschaft. Wer es also Sonntagsmorgens eher ruhig angehen will und sich ganz chillig die ersten Sonnenstrahlen des Tages ins Gesicht fallen lassen will sollte auf jeden Fall den Tag musikalisch mit Matula's Kuddel beginnen. Eric
www.truesidemusic.de Ox Fanzine 72 MATULA begeistern mit ihrer ersten langen Platte und zeigen, dass trotz oder gerade wegen ausgedehnten Tourneen durch deutschsprachige Lande und platten Reifen am Bandbus die Kreativität nicht leiden musste und es wieder neue Geschichten aus dem jugendlichen Alltag zu erzählen gibt. Der Hörer wird in die Person des (Anti-)Helden 'Kuddel' versetzt und erlebt mit ihm Klein- und Großstadtatmosphären, Heim- und Fernweh, Resignation und Tatendrang, Einsamkeit und Freundschaft. Musikalisch schließt dieser auf Weiß gepresste Handschmeichler natürlich an die ersten vier Lebenszeichen der 'Gute Sache Aber Ohne Mich'-7' von 2004 an, doch besser produziert entsteht der Gesamteindruck einer wohlbedachten Platte, die trotz alledem weder Rotz noch Gashebel vergisst. Sicher, von lyrischem Punkrock aus dem Norden hat man schonmal gehört und man ist der festen Überzeugung, ihn zu kennen. Doch die Entwicklung hatte auch nach der Erfindung der Dampfmaschine noch etwas zu bieten. So hört man sich durch 10 perfekte Alltagsbegleiter, sei es der heißeste April seit Jahrzehnten oder wieder einmal ein verregneter Sonntag im Herbst. Wenn jedoch auch dieses Album in der Mitte eine kleine Talphase der Wiederholung durchschreitet, der Pfad nach oben ist nicht steinig und führt geradewegs zum Ziel, das – wie könnte es bei kreativen jungen deutschen Menschen auch anders sein – natürlich keineswegs ein Happy End beschreibt: 'Ein Planet ohne Sinn dreht sich um die Sonne'. Das Karussell wird nicht stehen bleiben. Gratulation! (8) Christoph Schulz
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MATULA – ein ungewöhnlicher Name für eine ungewöhnliche Band. Die vier Nordlichter haben sich auf dem kleinen Qualitätslabel Zeitstrafe eingefunden um mit 'Kuddel' ihren freundlichen und sympathischen Kumpel vor deiner Haustür abzusetzen. 'Kuddel' versteht es unglaublich gut charmante, leicht melancholische Erzählungen in ein warmes Gewand zu hüllen. Hinter schrammeligen, unverzerrten Gitarren und dem schmuddeligem Gesicht versteckt sich ein freches Grinsen und vertonte Alltäglichkeiten, die sich als heimliche Hitgaranten erweisen. MATULA haben ihre Schnittmenge zwischen der punkigen Fraktion à la TURBOSTAAT sowie OMA HANS und den Wortspielern von KETTCAR gefunden und machen hier einfach Spaß. 'Kuddel' eignet sich mit seinem poppigen Indieflair und Hits wie 'Agenda s.c.h.', 'Fluppe auf Ex' oder 'Das Paar warme Handschuhe' ausgezeichnet für die Untermalung des gemeinsamen Grillabends im Park. Aktuell sicherlich noch ein wohl behüteter Geheimtipp haben Sänger Tobbe mit seinem Erzählsingstil sowie seine Kollegen Robbe, Locke und Buster das unbestreitbare Potential bald größere Clubs zu füllen. Bis dahin kann man ihnen eigentlich nur zu diesem schönen Album gratulieren, welches auf den zweiten Blick seine ganze Schönheit entfaltet. Torben. (8 Skulls)
www.allschools.de With Love, The Underground Josef Matula, wird einigen noch als nerviger Polizist aus der Krimisierie 'Ein Fall für zwei' ein Begriff sein, aber die Zukunft gehört definiv der Hamburger Band und nicht dem Frankfurter Bullen. MATULA klingen reif, was daran liegen mag, dass man sich bereis 2003 gründete, sich aber bis jetzt Zeit nahm ein Debüt zu machen. Hört man dem Album aber an, denn die deutschen Texte fügen sich nahtlos ins Gesamtbild ein und wirken nicht als Fremdkörper, sondern überzeugen sowohl stimmlich als auch inhaltlich. In Schubladen klemmt man sich im Falle von MATULA wirklich nur die Finger ein, aber der dezente Verweis auf JAWBREAKER ist nicht ganz von der Hand zu weisen, denn die Schrammelgitarre, das fragile Geklimper, der tighte Bass und das gepflegte Lamento verbindet die beiden Gruppen schon. Gesanglich werden die Unterschiede aber deutlich, denn bei MATULA wird eben etwas hoher und in einer anderen Sprache gesungen. Instrumental könnte man noch THE PROMISE RING als Vergleich anbringen, was euch allerdings der Sache nicht unbedingt näher bringt, denn MATULA haben ihren eigenen Charakter und sind eine besondere Band. Wahrscheinlich auch für KANTE-Fans und Emo-Poper interessant. Gefällt mir gut. Thomas Eberhardt (7)
www.wltu-music.de Dremufuestias Fanzine Punkrock mit Herz und Hirn. Melancholie trifft Euphorie, Resignation wird zur Aufbruchstimmung. Diese Texte! Diese Stimme! Dieser Sound! Das Artwork ist zum niederknien. Und dann der Chor am Schluss der Platte: Ein Planet – ohne Sinn – dreht sich um - die Sonne. Wunderbar. Punkt. (10/10) (Micha Tunk)
www.dremufuestias.de Yellow Is The New Pink Some records/cds sound strange in a way. The cd version of 'kuddel' sounds a little too stereo on my home stereo while it sounds just perfect on the little boombox in the kitchen. The vinyl however sounds great when played in my room on the very same stereo. I'm no sound engineer but I think this got something to do with the quite extreme stereo the guitars are mixed in and the way I put up my speakers. Anyway this way of mixing makes very much sense here because both guitars do rarely play the same things. Very often both guitars and the bass are playing three different lines that build one big harmony. Right, this is more than just the simple three chords! Matula succeeded in creating a charming mix of indie/emo/pop and punk. The melodies, the lyrics, the brilliant guitars shout indie, yell pop and scream emo but the trashy drums, the straight up bass and the honestly imperfect vocals keep it all down to the punk we love. Most bands fail in writing emotional lyrics in german. Either they sound like überromanticism or read like 9th grade grammar school pseudopoetry. But Matula remain unembarrassing. Still youth enough to take it serious and refrain from cynicism but grown enough to know how to really articulate their feelings. I really love it. Good songs, good lyrics, great label, overwhelmingly beautiful guitars and beautiful extra vocals by Captain Planet's Arne who is also accountable for the amazing artwork. And if you choose the vinyl version, make sure to read what's carved in the run-out. It's some sort of riddle concerning the last song on the record... Big recommendation! (Jan)
www.yellowisthenewpink.com Blueprint Fanzine Bedeutsam, bedeutsam (Fingerreiben am Kinn). Was soll die hässlich beigefarbene Wand denn da vor dem Leuchtturm? Die Brücke gelangt auch nicht rüber. Wer hat die denn da hingemauert? Egal, Kuddel, der kleine Kläffer, scheint einen Ausweg entdeckt zu haben. Wuff! Eigentlich könnte die Review mit dem Verweis aufs Cover fertig sein, denn genau so klingt das erste Album der Hamburger Gefühlspunker MATULA. Melancholisch, tiefsinnig, hoffnungsvoll, irgendwie nordisch. 'Kuddel' hören ist wie Sagaland spielen. Mit persönlichen Texten führt er Dich auf Entdeckungsreise durch den metaphorischen MATULA-Wald. Zuerst besichtigst Du das zur Ruine zerstörte 'Lebkuchenhaus'. 'Dreierpasch' würfeln und schnell raus hier! Es geht weiter. Über den Marktplatz der Gefühle, eine Weile 'auf der Mauer' entlang, dann wagst Du den Sprung über den Stacheldraht. Vieles irritiert, aber die 1,2,3 lauwarmen Worte sind nicht wild zusammengepuzzelt, wie es anfangs scheint. 'Kuddel' braucht Beschäftigung. Die Musik tut ihren Beitrag. Frische, cleane Gitarren mit vielen schrägen Harmonien, die einen im Unklaren darüber lassen, wo es hingeht. Jedenfalls nicht direkt ins Ohr. Verschroben irgendwie. Der halb gesprochene Gesang drückt dem Ganzen den MATULA-Stempel auf. Hier und da ein paar Tupfer Melodie, hier und da etwas mehr, wie z.B. in 'Fluppe auf ex'. Das dürfte meinetwegen ruhig etwas häufiger vorkommen, ist nämlich ausgesprochen schön. 'Kuddel' ist deutlich zurückhaltender, weniger kantig als noch die Vorgänger-EP. Ein viel saubereres, harmonischeres Soundgewand. Scheint auch, als ob die MATULESEN sich neben dem ein oder anderen Tiedeldiedeldamm auch ein paar Schrammelschramms bei den Kollegen von CAPTAIN PLANET abgegriffen haben. Aber bleibt ja in der Familie. Die plötzliche Ähnlichkeit liegt sicher auch am selben Produzenten. Beim eindeutigen Hit des Albums, 'Agenda s.c.h.', gibt es sogar noch feinsten Backgroundgesang von Captain Arne obendrauf, der auch das Cover gezaubert hat. Nach gut einer Woche mit dem kleinen Racker kann ich sagen: 'Kuddel' ist von Anfang an sympathisch und wird nach und nach Dein Freund. Ein echtes Schätzelein. (8/10) (sr)
www.blueprint-fanzine.de Listen To It Magazine Wer zum Teufel noch mal ist MATULA, werden sch wohl einige fragen. Hinter MATULA stehen 4 Burschen aus Hamburg, die seit 2003 ihren Sound unter die Leute bringen. 'KUDDEL' ist das Debutalbum der Nordlichter, die bislang nur eine 4 Track 7' rausgebracht haben. Die 10 neuen Songs auf dem Silberling klingen nach der Hamburger Schule, aber auch nach Emo- und Post-Punk, der sich Mitte der 90er auch gerne Emo oder Emocore genannt hat und mit dem Tuschkasten-Black-Hair-Scheitelfrazten-Disco-Emo von heute nichts am Hut hat. Ehrliche, melancholische, warme und rockende Songs befinden sich auf 'KUDDEL', die durch den Livesound eine schöne Atmosphäre eingehaucht bekommen haben. Aber auch der Gesang, der nicht immer wirklich rund klingt, aber den Gesamtsound von den Burschen unterstützt und sympathisch macht, trägt dazu bei, die kleine Scheibe in sich aufzusaugen. MATULA ist keine Band, die sich einem aufdrängt, sondern eine Combo, die man mit der Zeit erst lieb gewinnen kann, wenn man sich mit ihr beschäftigt. Bis die 27 Minuten richtig zünden und man die deutschen Texte vollkommen in sich aufgesaugt hat, benötigt es schon eine gewisse Zeit. Diese sollte man sich aber auch wirklich nehmen. Wer schon immer gerne alte Emorock und Post-Punk Bands gehört hat, der sollte seinem Plattenspieler eine Portion Vinyl oder seinem CD-Player eine frische Scheibe spiegelndes Plastik von MATULA gönnen.
www.listen-to-it.de Sellfish - Independent Online Music Tja, Vergleiche. Die sind im Falle Matula vielleicht schneller zitiert, als den Beteiligten recht sein dürfte. Oder auch nicht, denn 'Kuddel' wird mit eben jener eigenwilligen Form des 'Erzähl-Punkrocks' vorgetragen, wie man sie sonst halt nur von Oma Hans oder Turbostaat kennt und schätzt. Und doch tut man den zehn Tracks mit solchen Abstempel-Aktionen unrecht, ließe man diese Behauptung einfach so stehen. Schließlich verfügt das Material des Debüts über ein ziemlich eigenes Charisma; übrigens nicht nur, weil die Musik in so wunderbar raubeiniger Machart vorgetragen wird, dass die an sich simplen kompositorischen Strickmuster einfach in Vergessenheit geraten. Dafür wird Platz für zwei andere Un-Wörter: Energie und Intensität; beide sind hier zur genüge vorhanden. Woran alle vier Bandmitglieder gleichermaßen beteiligt sind: Vielleicht lässt sich daran das fraglos vorhandene, besondere Etwas dieser jungen Band festmachen. Mag Tobbe an sich gar nicht singen können, harmoniert sein eindringlicher Sing-Sprech-Stil doch hervorragend mit den beiden minimalistischen Gitarren und der treibenden Rhythmusarbeit. Das Resultat macht den Eindruck, als wäre dafür die Grundskizze eines Jawbreaker-Songs auf ein zerknittertes Butterbrot-Papier abgepaust worden. Genau dadurch packt der eigenwillige Reiz dieses Ansatzes den Hörer: Allen voran 'Agenda s.c.h.' und das famose '4.8 Milliarden' sind Tracks, die einem nicht mehr aus dem Ohr wollen. Aber Obacht: Zeilen wie 'Ich fühle mich wie ausgekotzt und dabei nicht mal gut durchgekaut' führen auf die falsche Fährte. Die Geschichten um und mit 'Kuddel' sind keine Eintragungen ins Phrasenbuch, sondern entfalten nur im Kontext des Songs ihre ganze Größe: 27 Minuten lang und dann - bestimmt nicht - 'aus'. Einen Extrapunkt für die bildhübsche Aufmachung gibt es noch dazu. (9/10) Michael Streitberger
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Eine Sache mal vorne weg: Südseeflieger, die auf Mauritius nach Perlen tauchen, sollten besser die Finger von „Kuddel', dem Volle-Länge-Erstlingswerk von Matula lassen. Dieses Album ist für Muschelsammler an der Nordsee. Für all diejenigen, die sich die Mühe machen, genauer hinzusehen, respektive in diesem Fall hinzuhören. Nein, einfaches Liedgut ist „Kuddel' nicht. Man muss es schon mehrfach putzen, ins CD-Fach oder auf den Plattenteller legen, um seine Schönheiten zu entdecken. Die gibt es, nicht in Hochglanz, aber so versteckt hinter semi-melancholischen Texten und Nordish-Punk-Klängen. „Lebkuchenhaus' und „4,8 Milliarden' werden sie gerufen, gespielt von Matula, zu finden auf Kuddel. Ohne falschen Pathos beschreibt sich die trinkfeste und kickerfreudige Truppe selbst: „Matula sind ein bisschen wie der Typ, der beim Auswählen der Fußballteams immer ganz am Ende genommen wird, weil er kein funkelndes Deutschlandtrikot trägt, sondern so ein altes Shirt vom großen Bruder („Jawbreaker' steht da drauf oder so, kaum noch lesbar).' Wer weiß, vielleicht trägt ja der kleine Bruder irgendwann ein Matula-Shirt. Ausgewaschen, verschmutzt und mit einem Brandloch am Ärmel. Doch am Ende wird es gröhlend hin- und hergeschwungen. Denn: Wer das letzte Tor schießt, hat gewonnen. Michael.
www.getaddicted.org Triggerfish Neues aus dem Hause Zeitstrafe. Das Kieler DIY Label im Auftrag des guten Geschmacks legt nach tollen Veröffentlichungen von ESCAPADO, KURHAUS und LT. MOSH nun das Debüt Album der Hamburger Band MATULA vor. Der Vierer gab 2004 mit der 7' Single 'Gute Sache, aber ohne mich' ein erstes Lebenszeichen von sich. Jetzt geht es mit 'Kuddel' über die volle Distanz. Manche werden vielleicht bemängeln, dass die 10 Songs in 'nur' knapp 27 Minuten herunter geschrammelt werden, aber wer Punkrock Alben als Dienstleistung am Konsumenten versteht, hat selbst gar nichts verstanden. Aber schnell zurück zum eigentlichen Thema: MATULA spielen zwar im Grunde Emo Punk mit deutschen Texten, aber der Promozettel wehrt sich zurecht gegen voreilige und einseitge Vergleiche a la 'Turbojäger Hans'. MATULA sind mehr als das. Ihre Stücke sind durchzogen von leichter Melancholie und warmen, meist clean gespielten, Gitarrenmelodien. Der Sound erinnert an den guten alten Indie Schrammel Pop und College Rock der Neunziger. Der recht 'jugendliche' Gesang klingt zwar machmal etwas schräg, aber durchgehend sympathisch. Die oft einsetzenden Chöre sind besonders bezaubernd. Gerne gehört bei 'Agenda S.C.H.', 'Taschenkrebs' oder 'Das Paar warme Handschuhe'. 'Kuddel' ist eine typische Liebhaber Platte: Sie drängt sich dir nicht auf. Sie will entdeckt werden. Kein konzipiertes Image, keine großen Gesten, kein 'mit der Tür ins Haus fallen'. Heimliche Hymnen gezimmert mit ganz viel Herzblut und Ehrlichkeit. Demnächst auch im Jugendzentrum bei dir um die Ecke. Hoffentlich mit mehr Zuschauern als den bisher 5 Eingeweihten. Dominik.
www.triggerfish.de Purerock Magazine Ist doch klar. Ganz schnell ist man geneigt Bands aus dem Norden Deutschlands in eine Schublade stecken zu wollen. Ist ja auch ein besonderes Völkchen, welches da im Flachland nördlich der Elbe wohnt. Ein besonderes Völkchen vor allen Dingen im Hinblick auf seine Musiker. Und sowieso immer für Überraschungen gut. Die neueste heißt Matula und präsentiert sich mit ihrem Debütalbum rein äußerlich erstmal typisch norddeutsch. Schon der Titel Kuddel zieht sogleich die Assoziation 'von der Küste' nach sich und auch der Leuchtturm auf dem Cover zeigt ganz deutlich, wo die Jungs herkommen. Ganz unbehaglich rotzig startet Kuddel und fühlt sich erstmal wie 'ausgekotzt und nicht einmal gut durchgekaut'. In dem so gar nicht süßen Lebkuchenhaus als Opener zeigt die Band sofort, wie sie es versteht mit Musik und Sprache zu spielen. 'Die Reste lassen schwer vermuten, was dich einst gut schmecken ließ' heißt es vor klaren unverzerrten Gitarren. Sicherlich finden sich auf Kuddel sofort die Einflüsse von bekannten norddeutschen Bands wie Turbostaat, doch wer genau hinhört erkennt hier und dort auch Parallelen zu den frühen Emocore-Bands der 90er. In erster Linie jedoch sind da die Texte. Herrliche Texte, die dich immer ein Stück an Kuddel heran kommen lassen, um dich im nächsten Moment wieder wegzustoßen. Matula werden nie so persönlich wie Kettcar oder Muff Potter. Driften aber auch nicht soweit ins Ungenaue wie beispielsweise Turbostaat oder Oma Hans es tun. Eine wunderbare Mischung. Und dann auch noch so eingängig zum Mitgrölen wie in Agenda S.C.H., dem heimlichen Hit dieser Platte. Das verlangt nach verschwitzten Clubs. Das schreit nach gereckten Fäusten und großartigen Konzerten. Ein tolles Album! (8/10) Christian.
www.purerock.de
Durchdes Welt Egozine
Juhuuuuu, die neue Matula ist da!!!! Renke von Zeitstrafe hat keine Kosten und Mühen gescheut und sich der Veröffentlichung der ersten LP/CD der Hamburger Emopunker angenommen. Nachdem Matula im Jahr 2004 ihre 7inch -Gute Sache aber ohne mich- rausbrachten, konnte ich es kaum erwarten mehr Material von denen zu hören! Der Plattenteller war endlos damit beschäftigt, immer wieder in den gleichen Rillen zu ritzen, dermaßen zog mich ihr Sound in den Bann... Heute drei Jahre später liegt endlich ein Longplayer vor, Kuddel betitelt, 10 Song mit 27 Minuten Spielzeit. Auffällig ist das hervorragende Coverartwork. Großes Kino, aus dem Hause Captain Planet …. Die knallige Produktion steuerte das Studio Plan 12 in dem sich schon Escapado, Kurhaus und Turbostaat austobten. Die neun Tracks, zusätzlich wurde -Jongleure- von der 7inch neu eingespielt, bieten ein Gefühlskarussell auf höchsten Niveau. Herrliche Hooks, oder stimmungsvolle Breaks.... Ihr poetischer Märchenonkelgesang gepaart mit mehrstimmigen Backvocals - stimmungsvoll eingefangen.... Kuddel's Harmonien konnten sich gleich nach dem ersten Durchlauf in mein kleines Herz bohren und werden dort bestimmt noch lange verweilen. Das Gefühl an emotionalsten Erinnerungen, komprimiert und geprägt auf diesen Tonträger. Kuddel ist erfüllt von Herzschmerz und Trauer, aber immer gekoppelt mit positiven Stimmungen.... Die Lyriks auf dem neuen Werk bieten keine abgedroschene Gefühlsdusselei, regen zum Nachdenken und zur Eigeninterpretation, wieder alles richtig gemacht!!! Kauft Euch die neue Matula, eine Platte mit Charme, viel Liebe zum Detail und langer Verweildauer.... Das ganze gibt es auf Vinyl und CD für 8 Euro plus Porto.... x Durchde x
www.durchdeswelt.de Mainstage Musikmagazin
Ich sah Matula zum ersten Mal letzten Dezember. Sie spielten eine von einem meiner besten Freunde organisierte Show gemeinsam mit den befreundeten Labelkollegen Kurhaus, begleitet vom befreundeten Labelchef. Und wenn ein Bandmitglied neben dir steht, Bier trinkt und erzählt, dass er sich von seinem Teleshoppingjob hat krank schrieben zu lassen, um mit seiner Band auf Tour zu gehen, dann sind diese Jungs schnell auch irgendwie deine Freunde. Freunde, die nun ihre erste Platte veröffentlichen. Matulas Debüt heißt Kuddel, auf dem Cover prangert hinter einem Boxer ein Leuchturm. Und auch der Sound der Kieler ist kühl und nordisch - Gitarren werden nicht verzerrt, das Schlagzeug hat keine Ansprüche, sich gegen diese zu profilieren, Sänger Tobbe und Buster sind nicht Axl Rose. Matula geht es um die Texte, die kleinen Geschichten, die sie dir als Freunde erzählen. 'Neuer Tophit / Die Angst feat. Das Leben / Und keiner kauft es / Aber wir kriegen es geschenkt' erzählen sie etwa in Agenda S.C.H. Die Angst ist dabei manchmal eine allgemeine (wie in 4,8 Milliarden, welches den zunehmenden Identitätsverlust anprangert), aber meistens die persönliche. Es geht über die Liebe, das Hinfallen, das Aufstehen, den Sinn. Ja, emotional ist das, aber nennen wir es besser cleveren Deutschpunk oder alternativ Kettcar minus Alter und Pathos. Ein gutes Gespür für Pop muss man den vier Jungs ein wenig überrascht auch eingestehen. 'Egal ob hin oder her / Ich will keins davon mehr' (Jongleure). Wie hier liegt über allen zehn Songs ein eher depressiver Grundton, den jedoch auch jedes mal der kleine Funken Hoffnung erhellt (selbst im Instrumentaltrack). Generell ist Kuddel sehr homogen, sind die Songs sich ziemlich ähnlich. Dabei ist es Auslegungssache, ob man Matula damit Langeweile unterstellen will oder ihnen anerkennt, dass ihnen die Texte wichtiger sind als der Sounds. Auch wegen der Homogenität ist es schwer, Highligts heraus zu fischen - vielleicht Fluppe auf Ex, in dem die beiden Sänger ihr Können beweisen. Aber letztendlich bleibt die Erkenntnis: Kuddel ist ein persönliches Album. Keins für die Jahreslisten, sondern eines, was dich zum nachdenken anregt und dir rund 48 mal den Tag den Anstoß gibt, den Kopf oben und Richtung Sonne zu halten, wie der Boxer auf dem Cover. Ein Album vom Freunden. 'Mitten im Winter / Ein Schauer warmer Regen / Und mittendrin stehen wir' (Das paar warme Handschuhe). Martin.
www.mainstage.deMATULA - INTERVIEW - PUREROCK
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MATULA - INTERVIEW - OX-FANZINE
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