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Roly [d-science]



Last Updated: 12/8/2009

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Saturday, November 07, 2009 

Current mood:  jubilant

november 2009 @ icon berlin


Pressearbeit: Roly


06.11.2009: Solid Steel - the Ninjatune Night feat. Bonobo


Sein letzter Longplayer „Days To Come“ wurde von den Hörern der BBC-Radiosendung „Gilles Peterson Worldwide“ zum besten Album des Jahres 2006 gewählt - heute ist er wieder bei uns: Bonobo. Mit 18 Jahren veröffentlichte der junge Brite Simon Green im Jahre 2000 sein erstes Album „Animal Magic“ auf dem Label Tru Thoughts. Einen besseren Zeitpunkt zur Veröffentlichung hätte es eigentlich nicht geben können, denn das, was man unter Chillout versteht, war gerade zu dieser Zeit wieder äußerst stark am Kommen. Bonobo wird seither zu den Pionieren des Downbeats gezählt. Nach einer weiteren Remix-Platte für Tru Thoughts wechselte Simon Green zum stets einen hervorragenden Ruf genießenden Label Ninja Tune, worauf „Animal Magic“ erneut veröffentlicht wurde. Um nicht länger in diese musikalisch eher doch recht beschränkte Ecke gedrängt zu werden, sind auf seinen weiteren Alben „Dial „M“ for Monkey“ und „Days To Come“ unzählige neue Genre-Aspekte vorhanden. Vor allem die Platte „Days To Come“ vereint Sehnsüchte, Fröhlichkeit, Bitterkeit und Zufriedenheit auf so einzigartige Weise, dass sie in beinahe jeder Lebenssituation den passenden Soundtrack bietet. Dies war auch seinem Beitrag zur Ninja Tune’schen Solid Steel-Serie und diversen DJ-Auftritten deutlich anzuhören. Im Ninja Tune Camp ist Simon Green eigentlich der letzte Klassiker des Labels, steckt er doch mit seiner Form des Nu Jazz exakt in dem Klangspektrum, das Mitte der 90er Jahre vielen Ninja Tune Releases eigen war. Geboren aus Acid Jazz und Mojo Club Samplern und mit dem süßen, leicht flatternden Rhythmus der United Future Organisation veredelt, entsteht seine Musik noch immer in der Maschine, beschickt vom Sampler. Doch während viele Künstler sich in Loops durch ihre Tracks bewegen, stehen dem Hörer bei Bonobo Songs gegenüber, die sich entwickeln und dynamisch bewegen. Keine offensichtliche Repetivität, die in Linearität mündet, sondern ein pulsierender Organismus, der nach allen Seiten strahlt. Aktuell verzückt er seine Fans mit seiner neuen DVD „Bonobo live at Koko“, mit der er einmal mehr seinen Anspruch auf das Hohepriestertum des Downtempo untermauert. Seine Sets sind durchflutet von Funk & Jazz und bewahren immer Klasse. So wird er an der Seite unserer Residents Marc Hype & Delfonic auch heute wieder seine Zuhörer verzaubern.


http://www.myspace.com/sibonobo

http://www.myspace.com/ninjatune

http://www.myspace.com/marchype

http://www.myspace.com/delfonic77




13.11.2009: Ed Banger presents SebastiAn


Innerhalb der Ed Banger Posse darf der junge Franzose Sebastian Akchoté als der vergleichsweise Subtilste gelten. Doch das musikalische Genie des Labels (laut Pedro Winter aka Busy P.) zu beschreiben, hat ein bisschen was von Schattenspielen im Dunkeln: Es funktioniert einfach nicht. Wer im letzten Jahr die Packlisten der gängigen Dance-/Rave-DJ-Sets aufmerksam studiert hat, der wird sicherlich mehrmals über den Namen SebastiAn gestolpert sein. 2004 hat SebastiAn sein Demo Pedro Winter in die Hand gedrückt, der ihn ohne zu Zögern auf Ed Banger Records gesignt hat. Dessen Single „Ross Ross Ross“ erschien zwar schon 2006, rangiert aber immer noch auf Augenhöhe von Justice- oder Oizo-Tracks. Nach diversen Auftritten als Komparse in den Pornos von John B. Root konnte man SebastiAn zuletzt in „Steak“ bewundern, einem Film von Quentin Dupieux aka Mr Oizo. Zusammen mit ihm und Sebastien Tellier zeichnete sich SebastiAn außerdem für den dazugehörigen Soundtrack verantwortlich. Seit einer Weile macht er auch schon die globale DJ-Tour der angesagten Aufleger mit, so war er beispielsweise auf großer Europa-Tournee mit Daft Punk und deren Live-Spektakel „Alive 2007“. Ende letzten Jahres hat er sich mit den Arbeiten der derzeit gehyptesten internationalen Künstler in elektronischem Dreck gewälzt und 16 Tracks von Revl9n, Daft Punk, Mylo, The Rapture, Editors, The Rakes, Kelis, The Kills, Kavinsky, Benjamin Theves, Das Pop, Bloc Party, Sebastien Tellier, Klaxons, Annie und Nadiya kurzerhand zerhackt und in neuem Glanz erstrahlen lassen. Man darf gespannt sein, ob es ihm gelingt, den Druck und die Energie der Remixarbeiten auch in seine eigenen Produktionen zu übertragen - sein Debüt-Album erscheint in Kürze. Gemeinsam mit Pat Ferry und Marvin Suggs wird SebastiAn heute bei uns wieder Cutup-Rock, Filter-HipHop und Booty Metal für maximale Partyeffekte auf die Crowd losschicken.


http://www.myspace.com/0sebastian0

http://www.myspace.com/edbangerrecords

http://www.myspace.com/patferry

http://www.myspace.com/audiotrucs

http://www.myspace.com/marvinsuggs




14.11.2009: Recycle presents The Godfather of Drum&Bass - Grooverider


Es ist immer wieder erfreulich, sich vom Altmeister sowohl die müden Knochen als auch die Seele massieren zu lassen – DJ Grooverider macht sie alle frisch. Den Oldschool Heads ist sein Lebenslauf bekannt, doch – Achtung, bissige Ironie – der Nachwuchs schreit ja manchmal förmlich nach Aufklärung, die Wurzeln der ganzen Sache zu begreifen: Schon Ende der 80er, auf dem Höhepunkt der Acid-Welle und nach einigen Lehrjahren per Soul, Funk und HipHop, war Roger Bingham aka Grooverider, der von Kevin Saunderson, Juan Atkins und Carl Craig „gezündet“ wurde, einer der bekanntesten DJs Großbritanniens. Nachdem sich im Londoner Rage die musikalischen Disziplinen Breakbeat, Techno und House trennten, stand der „Hardcore Provider“ dann pünktlich zur Grundsteinlegung von Jungle / Drum&Bass parat. Die Geschichte mit Fabio ist wohl hinlänglich bekannt. Als einer der Paten einer ganzen Generation von Breakbeat-, Jungle-, und Drum&Bass Headz wurde ihm bereits 1992 mit der Hommage „Darkrider“ (reinforced) von Goldie’s Rufige Kru der gebührende Respekt gezollt. Seit er ab 1993 seine ersten Tracks unter dem Pseudonym „Codename John“ aufnahm, hat er auf seinem eigenen Label „Prototype“ immer wieder Prototypen für die nächsten Flavours unters Volk geschmissen. Nach seiner erfolgreichen Compilation „The Prototype Years“ (1996) folgte 1998 mit „Mysteries of Funk“ sein Solo Debüt auf Longplayer, und als Remixer arbeitete er unter anderem für Herbie Hancock, 808 State oder Björk. Als Schlüsselfigur der Szene verstand „The Rider“ es schon immer den rulenden Sound maßgeblich mit zu bestimmen und war immer die Dark Side zu Fabio’s Liquid Funk. Der Schöpfer und Altmeister ist bekannt für seine rollenden Beats, seine kickenden Sets, den Groove und Funk im Blut. Wie kaum ein anderer DJ weiß der Don immer im richtigen Moment den richtigen Tune zu droppen und achtet auf den gewissen Flow, der die Hardstepper durch die verschiedenartigsten Tracks jedes Mal aufs Neue überrascht. Zu Gast bei Recycle schüttelt er immer wieder die letzten Kräfte wach, um den Floor mit meist unveröffentlichtem Material zu rocken. Heavy Dubplate Business. Das Rahmenprogramm bilden der audiomassive Mo sowie unsere Residents N’Dee & MC Mace.


http://www.myspace.com/djgrooverider1




20.11.2009: Nightmares on Wax feat. DJ E.A.S.E. + Jazzanova


Nightmares on Wax bieten den Soundtrack für jede Jahreszeit, und DJ E.A.S.E. ist die (!) musikalische Formel für eine positive Lebenseinstellung. Wenn man ihm zuhört, lässt sich das schon mal guten Gewissens sagen. Nach den Genre-prägenden Longplayern „A Word Of Science” (1990), „Smokers Delight” (1995), „Car Boot Soul” (1998), „Mind Elevation” (2002) und „In A Space Outta Sound” (2006) lieferte der umtriebige Beatmeister mit dem Trademark-Goldzahnlächeln im letzten Sommer ein ofenfrisches Kapitel, das zu wesentlichen Teilen auf einer ganz speziellen Reise entstand - dem wohlüberlegten Umzug samt Famile von Leeds nach Ibiza. Anstatt sein Studio-Equipment per Container einzuschiffen, mietete er mehrere Wohnmobile. Eins davon wurde zum Aufnahme-Studio umgebaut, in den anderen richtete sich E.A.S.E. zusammen mit den Musikern und Vokalisten seiner Live-Formation ein. Zusammen ging es aus dem kühlen, verregneten Britannien durch die beeindruckenden Pyrenäen auf die südspanische Fähre Richtung Balearen. Unterwegs ließ man sich inspirieren, machte Halt, wo immer es schön war, und so entstand die Basis für „Thought So …“. George Evelyn lässt sich auch nach zwei Dekaden noch immer täglich aufs Neue inspirieren. Seine tiefe Liebe zu „erwachsenen“ Genres wie Soul, Funk, Hip Hop, Reggae und Jazz vereint sich mit den so typischen N.O.W.-Beats und sorgsam reduzierter Elektronik zu etwas, das man getrost als „zeitlos“ bezeichnen kann. Neben seiner alten Liebe Hip Hop propagiert der frühere B-Boy ebenso Dubklänge à la King Tubby, Dancehall sowie den Funk eines Curtis Mayfield oder James Brown. Quincy Jones' Gespür für Synthielines hat wohl ebenso einen bleibenden Eindruck hinterlassen wie Duke Ellingtons Fähigkeit, lebendige Kompositionen zu schreiben. Bei E.A.S.E. sind alle Wax-Trademarks vorhanden: Die Easyness, der Groove, der Soul, die Tiefe, die Intensität. Mit einer durchdachten Dramaturgie und einer eleganten Lässigkeit versteht er es, auch auf dem Floor hoch infiziöse Grooves zu entwickeln: aufregend, sexy, tief und treibend. Die Times schrieb einmal, DJ E.A.S.E. sei in der Lage, den Sonnenschein in Flaschen abzufüllen. Jazzanova werden dazu sicherlich auch ihren Teil beitragen.


http://www.myspace.com/nightmaresonwaxofficial

http://www.myspace.com/jazzanovask




27.11.2009: The Proxy live


Wer sich den Namen Yevgeny Alexandrovitch Pozharnov nicht merken kann, notiert sich einfach „The Proxy“ hinter die Ohren. Denn das ist der vielleicht innovativste Elektro-Musiker seit es Justice gibt und seine Veröffentlichungen werden von Szenegrößen wie Boys Noize, The Bloody Beetroots, Erol Alkan, Digitalism, Busy P. und den Crookers gespielt. Der Kanadier Tiga („Sunglasses At Night”, „Hot In Herre”) war so begeistert von The Proxy, dass er ihn kurzerhand auf sein Label Turbo Records nahm. Die Singles des aus Moskau stammenden DJs sind nirgendwo mehr zu bekommen, schon jetzt ist seine Single „Dance In Dark” ein Klassiker und wird bei den einschlägigen Plattenbörsen hoch gehandelt. Der kräftig-düstere und dennoch minimale Sound der Veröffentlichungen von The Proxy verschaffte ihm seinen Namen, so dass viele Künstler auf ihn aufmerksam wurden, für die er dann Remixe mit seiner ganz besonderen Note anfertigte, darunter für Digitalism, Chromeo, Moby oder Boys Noize. Zuletzt sorgte Proxy mit dem Remix zu Tigas „What You Need“ und „Shottieville“ auf den Zombielicious Remixes für Zombie Nation für mächtigen Wirbel. Sein Überhit „Raven“ gehört auch nach einem Jahr noch immer zu den meistgespielten Songs auf allen Indie-Rave-Tanzflächen und ist der sichere Höhepunkt einer jeden Peak-Time. Momentan arbeitet er an seinem Debut-Album, das noch in diesem Jahr erscheinen soll. Auf dem Floor mixt der junge Russe arg verzerrte Subs und Synthies mit oldschooligen Rave-Pianos und Vocal Samples sowie funky Beats mit schneidendem Acid. Als gefragter DJ und Live-Performer in den weltweit hipsten Clubs der Welt, von der Londoner Fabric, über das Razzmatazz in Barcelona bis hin zum Social Club in Paris ist The Proxy ein Künstler, der sich nicht zu verstecken braucht. Live Shows mit The Prodigy, Chemical Brothers, Basement Jaxx, Justice & Boyz Noize sprechen eine deutliche Sprache. Und da er aus dem weit entfernten Moskau kommt, haben seine Gigs hierzulande Seltenheitswert und es ist uns eine ganz besondere Ehre, dass er heute bei uns gemeinsam mit den Sexinvaders und Marvin Suggs an den Decks steht, um ein Live-Set mit sicherlich hohem Klirrfaktor zu präsentieren. Nastrovje!


http://www.myspace.com/useproxy

http://www.myspace.de/thesexinvadersdjs

http://www.myspace.com/marvinsuggs




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13.11.2009: The Herbaliser live @ Lido


Aus dem großen Künstlerpool der Coldcut-Jungs sticht seit dem Ende der Neunziger Jahre ein Duo heraus, das die für das Label so typische Openmindness den oft engstirnigen Hip Hop Heads näher bringt: The Herbaliser. Seit knapp 300 gefühlten Jahren veröffentlichen Ollie Teeba und Jake Wherry aus dem Londoner Vorort Twickenham ihre Tonträger auf Britanniens generösester Beatschmiede, gaben aber vor Jahr und Tag bereits deutlich zu verstehen, dass sie nicht zwangsläufig mit den Ninjas verheiratet sind. Ihr Album „Something Wicked This Way Comes“ (über 70.000 verkaufte Einheiten) ist mit diversen Stilwechseln und Gastbeiträgen ein Referenzwerk in Sachen Ninja Tunescher Extravaganz und gehört musikalisch zu dem Besten, was der europäische Hip Hop um die Jahrtausendwende auf die Beine gestellt hat. Auch ihr sechster Longplayer „Take London“ war im Sommer 2005 erneut eine umwerfende Platte, bei der großartige Gäste wie Roots Manuva und Jean Grae auf noch großartigere Instrumentals flowen. Unter dem Dach von !K7 schwammen Teeba & Wherry im letzten Jahr mit dem Album „Same As It Never Was“ und Sängerin Jessica Darling auf der Retro-Welle. Doch eines bleibt im Hause der kreativen Kräuterfans glücklicherweise gleich: Die chronische Neigung zu kitzeligen Scratches, souligen Blue Notes, conscious Hip Hop und damit selbstredend Rap der älteren Schule. Im Jahre 2000 erschien ihr viel bejubeltes Live-Studioalbum „Session 1″ und fast zehn Jahre später haben die beiden sich nun entschlossen ihre Jam-Erfahrungen der letzten Dekade zu verbraten und den zweiten Teil folgen zu lassen. Smooth wie immer wird sich auf elf Tracks durch die letzten zehn Jahre gegroovt. Vor allem Ollie Teeba, seines Zeichens DJ und Vinyl-Junkie, hält die Balance zwischen Rare Grooves und oldschooligen Samples und Loops, und so wird heute im Lido von knochentrockenem Siebziger-Funk oder gar knüppelharten GoGo-Beats à la Washington D.C. bis hin zu deepen Soundtrack-Klängen und flötigem Jazz-Gefummel mit allerlei professioneller Turntableakrobatik die ganze kräuterbeeinflusste Palette geboten, die The Herbaliser live eben so auszeichnet.


http://www.myspace.com/theherbz

http://www.theherbaliserband-session2.com/


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21.11.2009: Chromeo & Punks Jump Up @ Ritter Butzke


Chromeo sei „die einzig erfolgreiche arabisch-jüdische Partnerschaft seit Bestehen der menschlichen Kultur“, sagt das Plattenlabel V2 Records über das Duo aus dem kanadischen Montreal. Seit ihrer Jugend musiziert der jüdischstämmige David Macklovitch alias Dave 1 mit Patrick Gemayel aka Pee Thug, der palästinensische Wurzeln hat, gemeinsam. Geprägt wurden die beiden in den Achtziger Jahren von Hip Hop und vor allem Funk, wie ihn Prince, Roger Troutman und Zapp, Cameo, Hall & Oates oder Rick James gemacht haben. Nachdem die beiden für Turbo Records produzieren, haben Chromeo in Tiga eine Art Mentor im Rücken, was sich in Remixen, u.a. durch Playgroups Trevor Jackson, ihrer Single „You're So Gangsta“ und die DFA-Jungs James Murphy & Tim Goldsworthy („Destination: Overdrive“) bemerkbar macht. Nach ihrem Debüt-Lonplayer „She's In Control“ (2004) und weiteren Releases für Turbo, Vice und V2 setzt das Label !K7 zwei Jahre nach der letzten „DJ Kicks“-Compilation von Booka Shade die traditionsreiche Mix-CD-Serie mit einem Beitrag von Chromeo fort. Darauf werden vor allem die historischen Impulsgeber aus den Siebzigern und Achtzigern in ein stimmiges Ganzes gegossen, allerdings lassen auch aktuelle Tracks von Künstlern der Jetztzeit zu ihrem Recht kommen, darunter Likelike, Chateau Marmont und natürlich Chromeo höchstselbst: mit der hauseigenen Coverversion „I Can't Tell You Why“ von den Eagles. Auch live klingt ihr Electro-Disco-Hybrid mit beleuchtetem Hip Hop-Unterboden insbesondere durch eine unüberhörbare Talk Box wie eine Huldigung an ihre Vorbilder und deren Sound aus den Achtzigern. Als einer der innovativsten DJs in Frankreich gilt Don Rimini, der mit diversen Remixen und seinen EPs „Absolutely Rad“ und „Kick N Run“ auf dem Genfer Label Mental Groove immer wieder die Crowd begeistert. Von Dub-Disco, Post Punk und New Wave kommend ist heute auch das englisch-schwedische Duo Punks Jump Up mit dabei. Joe Attard und David Andersson ziehen den Elektrokrach-Bogen der Gegenwart zurück bis hin zu Synthiesounds der 80er und werden neben Marvin Suggs an den Plattenabspielgeräten schon ordentlich den Rotz aus der Tube drücken.


http://www.myspace.com/chromeo

http://www.myspace.com/punksjumpup

http://www.myspace.com/donrimini

http://www.myspace.com/marvinsuggs

Wednesday, October 07, 2009 

Current mood:  aroused

roly's silberscheiben 10/2009 @ hanf journal - [pdf download]


Jochen Distelmeyer: Heavy (columbia)


Mit seiner Band und deren Auseinandersetzungen mit der Gesellschaft, Konflikte, Depressionen, Widerstand und Protest prägte er 17 Jahre Popgeschichte und eine ganze Generation von Künstlern. Gerade die Alben „Ich-Maschine“ (1992), „L’Etat et Moi“ (1994), „Old Nobody“ (1999) und „Testament der Angst“ (2001) haben mich stark beeinflusst. Die Texte reflektieren die eigenen Lebensverhältnisse, und ich bin meinem alten Freund Johannes immer wieder dankbar, dass er mich damals in Hamburg mit dieser Musik vertraut gemacht hat. Und auch wenn der Schock über den Verlust der vielleicht stilprägendsten Band Deutschlands tief saß, hatte sich von „Ich-Maschine“ bis „Verbotene Früchte“ ein Kreis geschlossen. Zusammen mit Andreas Herbig (u.a. Deichkind, a-ha und Udo Lindenberg) eröffnet Distelmeyer mit „Heavy“ ein neues Kapitel seines künstlerischen Schaffens und präsentiert sich einmal mehr als Songwriter der Stunde. Sein Acapella-Intro „Regen“ schlägt eine Brücke zum letzten Blumfeld-Opener „Schnee“, bevor er mit klaren Ansagen in „Wohin mit dem Hass?“ in der Tiefgarage abrockt und in „Er“ von schizoiden Doppelgängerspielchen singt. Seine erste Single „Lass uns Liebe sein“ bietet mit positivem Up-Tempo-Songwriter-Pop eine beschwingte Seelsorge. Mit „Hinter der Musik“ und „Hiob“ gibt’s massiven Rock auf die Ohren, während er sein „Jenfeld Mädchen“ mit einem Liebeslied voller Fernweh beglückt und „Murmel“ von einem Leben ohne ständige Statusmeldungen auf den sogenannten „sozialen Netzwerken“ erzählt. Neben diesem großartigen Song liebe ich vor allem die melancholische Super-Ballade „Bleiben und gehen“ mit ihren zweifelnden Gedanken und die erkenntnisreiche Ehrlichkeitshymne „Nur mit Dir“. Mit eindringlicher Klarheit und emotionaler Frische behandelt Distelmeyer die existentiell menschlichen Themen von Liebe und Glück, Verlust und Trauer, Freude und Wut vor dem Hintergrund einer Welt im Wandel. Das Schöne und Doppelbödige ist hier.


www.myspace.com/jochendistelmeyer

www.distelmeyer.de

www.jochendistelmeyer.de

www.columbiaberlin.de




Funny van Dannen: Saharasand (jkp / warner music)


Seit 1995 kommentiert der Liedermacher aus Berlin auf eigenwillige Weise, gewürzt mit viel Sarkasmus und beißendem Witz, die politischen und gesellschaftlichen Befindlichkeiten unserer Republik. Seit 1999 arbeitet er als Co-Autor mit den Toten Hosen zusammen, und zwei Jahre nach „Trotzdem Danke“ präsentiert Funny van Dannen erneut eine kurzweilige Songkollektion. Sein elftes Album gleicht fast einem Hörbuch mit 21 Kurzgeschichten über Menschen und Tiere. Große Gefühle, kleine Dramen, Politisches, Absurdes, Beiläufiges, Beobachtungen, Ernstes und Nebensächlichkeiten. Es beginnt mit einem humoristischen Rachefeldzug, bei dem er mit seiner „Katzenpissepistole“ neben Charityladies, Parteien, Hedgefondsherren, Banker, Nazis und Kriegsprofiteure ins Visier nimmt. Nachdem er in der „Pflanzendisco“ den Pflanzen beim Tanzen zugeschaut hat, berichtet er über ein Paar im Museum, das mit „Jugendstil“ nicht allzu viel anfangen kann. In „29 Marienkäfer“ hinterfragt er das Handeln der Bundesregierung kritisch, und auch „Aktienpaket“ beschäftigt sich mit der angespannten wirtschaftlichen Weltlage. Seine melancholischen Betrachtungen „Wenn die Strasse ein Fluss wäre“, „Instinkte“ und „Magnolie“ sind Chansons zum Schmunzeln, während sich der Titelsong mit rassistischen Polizisten auseinandersetzt. Die Freundin soll mit einem „Simpsons-Plakat“ überrascht werden, geht aber lieber fremd. „Samenstau“ führt zu reizbaren Männern, „Innehalten“ entspannt dann wieder, und meine Katzen denken, dass ich „auch nur ein Tier bin“. Erstklassig sind auch die Balladen „Sternschuppen“, „Wenn die Liebe sich nicht mehr lohnt“ und „Zum Leben“. Funny van Dannen ist nicht nur ein moderner Poet mit klassischen Mitteln, sondern auch ein Künstler mit feinem musikalischem Händchen. Sein Songwriter-Pop umschmeichelt obskure Geschichten.


www.myspace.com/funnyvandannen

www.funny-van-dannen.de




Harmonia & Eno ’79: Tracks & Traces (groenland / cargo)


David Bowie und The Human League berufen sich auf diese Band, die im Mai 1973 von den Cluster-Musikern Dieter Moebius und Hans-Joachim Roedelius sowie Michael Rother (zuvor bei Kraftwerk und Neu!) gegründet wurde und nur zwei Jahre existierte. Die beiden Alben „Musik von Harmonia“ (1974) und „Deluxe“ (1975) gelten heute als Klassiker des Krautrock, wobei Harmonia eigentlich ein Vertreter der elektronischen Musik war. Im Frühsommer 1976 reiste ein gewisser Brian Eno zu gemeinsamen Sessions nach Deutschland. Elf Tage lang jammten sie gemeinsam, und 33 Jahre später liegt nun (nach der Veröffentlichung 1997) endlich eine rundum befriedigende Version eines lange verloren geglaubten Schatzes vor. Die digital remasterten 4-Spuraufnahmen von „Tracks & Traces“ klingen nicht nur erstaunlich frisch und dank des Analog-Booms auch modern, sie sind schon aus historischen Gründen interessant. Mit dem unglaublich schönen Entree „Welcome“ und dem anschließenden Track „Atmosphere“ baut sich das Werk langsam auf, bevor mit „Vamos Compañeros“ ein Groove in Gestalt eines sich wiederholenden Dampflok-Sounds heranrauscht, der von stark verzerrten Gitarren begleitet wird. Nach dem idyllischen „By The Riverside“ wird es experimentell, abstrakt und düster. „Don’t get lost on Lüneburg Heath!“, singt Brian Eno mit warnendem Zeigefinger, bevor mir das sanft wogende Klanggebilde „Sometimes in Autumn" fast 16 Minuten lang ein romantisches Lächeln auf mein Gesicht zaubert. „Almost“ dürfte wohl mein Lieblingstrack sein, bei „Les Demoiselles“ ist dann elektronischer Walzer mit melodiösen Synthies angesagt, und am Ende verstärkt „Aubade“ den Eindruck eines versöhnlichen Ausklangs. Brian Eno nannte Harmonia „die wichtigste Rockgruppe der Welt“, wobei mir hier der pastoral starke Ambient-Charakter am besten gefällt. Auf Spurensuche machen, bitte!


www.myspace.com/roedelius

www.myspace.com/gronlandrecords

www.enoweb.co.uk

www.groenland.com




Zion Train: Live As One Remixed (universal egg)


Auch nach zwei Jahrzehnten musikalischem Bestehen darf man noch immer von sich behaupten, frischen und unverbrauchten Sound abzuliefern. Der künstlerische Output dieser fantastischen Band ist kaum zu toppen, kein anderer duborientierter Act spielt international in so vielen Ländern wie Zion Train. Diese Beliebtheit verdanken sie sicher keinen stylischen Klischees, sondern ihrer Lust, Stile nach Herzenslaune zu verquicken. Nach diversen Trennungsprozessen ist Zion Train inzwischen ein Alter-Ego-Projekt von dem nach Köln übergesiedelten Mastermind Neil Perch geworden. Im Jahre 2007 wurde mit „Live as One“ der neunte Longplayer veröffentlicht, 2008 noch kurz der „Reggae Grammy“ für das beste Dub-Album abgegriffen, und nun meldet sich „The Worlds Premier Dub Act“ mit einer überarbeiteten Remixversion zurück. Neil Perch und seine Crew haben ihr Album „Live As One“ ein Mal durch die halbe Welt gereicht und von Produzenten wie Rob Smith, Digital und Dub Terror remixen lassen. Alambic Conspiracy’s „Why“ versprüht dank Paolo Baldini nun italienischen Flair, während Bungalo Dub mit mexikanischem Drum’n’Bass zum Tanz bittet. Dub Creator’s „What A Situation“ lädt zum Abdriften ein, dagegen erscheint De Niro’s Version im bassbetonten Dubstep-Gewand. „Boxes And Amps“ kommt gleich in vier Remixes und gefällt mir natürlich in der Drum’n’Bass-Variante von Dub Terror am besten. Von den drei Neuinterpretationen von „Baby Father“ sorgt Dubsync für den coolsten Drive, und „Terror Talk“ überzeugt polskamässig mit Studio As One sowie mit feinstem Drum’n’Bass von Digital & Lutin. Zion Train liefern hier ein grooviges Werk in gewohnter Spannung zwischen Heiterkeit und Nachdenklichkeit, Roots-Culture und stilistischer Experimentierfreude!


www.myspace.com/ziontraindub

www.wobblyweb.com




KRS-One & Buckshot: Survival Skills (duck down)


Zwei Hip-Hop-Legenden geben sich die Ehre. Der eine lebte Mitte der 80er noch in einem Männerwohnheim in der South Bronx und ist heute der Inbegriff des amerikanischen „Way Of Life“. Gemeinsam mit Scott La Rock gründete er die Boogie Down Crew, aus der später BDP (Boogie Down Produktions) entstand. Mit Tracks wie „South Bronx“ und „Criminal Minded“ machten sich BDP vor allem durch die sozialkritischen Texte einen Namen innerhalb der New Yorker Szene, mit seiner Kritik an der Gewalt und Drogen kam KRS bei Jugendlichen sehr gut an und wurde dabei von Afrika Bambaata stark unterstützt. Nach dem Tod von Scott La Rock sah KRS die Chance, die Augen der Öffentlichkeit auf die angespannte Situation von überwiegend schwarzen Jugendlichen zu richten. Fortan gab er Vorlesungen in vielen Universitäten und referierte über die Situation der amerikanischen Großstadtghettos. Auch musikalisch entwickelte KRS-One sich durch fette Beats und ansprechende Lyrics zu einem Vorreiter in der amerikanischen Hip Hop-Szene. Buckshot, ein Boot-Camp-Clik- und Black-Moon-Mitglied, dagegen ist seit 17 Jahren dabei und hat mit Duck Down Records eines der größten Hip Hop-Labels in der Geschichte mitgegründet. Nach einigen Verschiebungen erscheint jetzt ihr Kollaboalbum mit dem Titel „Survival Skills“, auf dem die beiden Ausnahme-MC's aus Brooklyn zeigen, dass sie immer noch genug Skills haben und vor allem ihrer Kultur und deren Inhalten treu geblieben sind. Produziert wurde dieser äusserst empfehlenswerte Longplayer von Havoc, 9th Wonder, Black Milk, Ill Mind, Coptic, Moss, Nottz, Marco Polo und Khrysis. Zusammen mit Mary J Blige, Rock (Heltah Skeltah), Talib Kweli, Smif N Wessun, K’naan, Pharoahe Monch, Sean Price & Loudmouf, Bounty Killer, Slug (Atmosphere), Melanie Fiona & Naledge (Kidz In The Hall) gibt’s bunt gemischten Boom-Bap mit Consciousness. Watch out for „The Gospel Of Hip-Hop: The First Instrument”. Halleluja!


www.myspace.com/krsoneandbuckshot

www.duckdown.com




Bugz In The Attic: Got The Bug 2 (bbe records)


Zehn Jahre nach ihrer Gründung legten die Jungs Ende 2006 mit ihrem Debütalbum „Back In The Doghouse“ ein seelenreiches Partymonster hin. Das neunköpfige Kollektiv aus DJs, Musikern und Produzenten hat den sogenannten „West London Sound“ geprägt. Bugz in the Attic sind für Broken Beats sowas wie die Speerspitze eines vertrackt deep digital swingenden Sounds, der aber dennoch immer wieder zu dem analog weichen Flair von Soul zurück will und darin keinen Widerspruch sieht. Mit „Got The Bug“ veröffentlichten bereits 2005 sie eine Retrospektive ihrer feinsten Remixe für grossartige Künstler wie 4 Hero, Jazzanova, Basement Jaxx, Amp Fiddler, Viktor Duplaix oder auch Macy Gray.  Außerdem gab’s mit „Booty (La La)“ einen hauseigenen Clubhit. Nun endlich erscheint der zweite Teil ihrer gesammelten (und besten) Remixe, die erneut eindrucksvoll demonstrieren, wie sich die Bugz ganz nach oben katapultiert haben. Hervorzuheben sind ihre funkigen Neuinterpretationen für Amy Winehouse, Ruben Blades & Willie Colon, Basement Jaxx, Mark de Clive-Lowe, J.Viewz und vor allem Roisin Murphy. Neben dem durchgebreakten „Zombie“ feat. Wunmi und dem housigen „Flappy Days“ befindet sich hier auch ein exklusiver, neuer Bugz Track: „Expression“ ist ein extrem grooviges Tribut an die Soul II Soul  Hymne „Fairplay“. Ihr würziges Konzentrat aus Jazz, Soul und Neo Funk über Breakbeats und Afrobeat bis hin zu Deep House und Techno ist schön funky, macht gute Laune und könnte kaum besser vermischt und perfekt aufeinander abgestimmt werden. Hier werden rhythmische Brücken geschlagen und Avantgarde radiotauglich. So haben sie mit Gilles Peterson wohl ihren größten Fan, und ich zähle mich auch dazu.


www.myspace.com/bugzintheattic

www.bugzintheattic.co.uk

www.bbemusic.com




Jobarteh Kunda: AHA! (aimland records)


Der Begriff „Weltmusik“ hat ja in den letzten Jahren etwas gelitten, nichtsdestotrotz  wird Musik, die zur Verständigung der Völker beiträgt, immer gerne gehört. „Kunda“ steht für Clan, und bei diesem Musikprojekt sind gleich acht Musiker der weit verzweigten Sippe „Jobarteh“ dabei, u.a. der geborene Münchner Tormenta Jobarteh, der im westafrikanischen Land Gambia seine Wahlheimat und -familie fand. Hier hörte er zum ersten Mal das wundervolle Klangbild einer Kora, gespielt von einem Musiker, der dieses großartige westafrikanische Instrument virtuos beherrschte. Bei seinem musikalischen Mentor Basuro Jobarteh, dem anerkannten Griot von Boraba, Fulladou vergingen für Tormenta acht Jahre in Boraba, bis das intensive Studium der Kora sowie der Mandinka Sprache und der gesamten Mande-Kultur erfolgreich abgeschlossen war. Seine seit 1999 bestehende Band Jobarteh Kunda wurde für den Weltmusikpreis Ruth 2005 und den BBC Award 2005 nominiert. Sie spielte u.a. als Vorgruppe bei Manu Dibango, Miriam Makeba und Dobet Gnahore. Zahlreiche Auftritte folgten und festigten sowohl das Repertoire als auch den guten Ruf dieser Band. Nach und nach wurden traditionelle Songs umarrangiert, modernisiert und mit neuen Titeln zu einem in sich stimmigen Programm vereinigt. Nach 16 Monaten Studioarbeit ist nun ihr drittes Album „AHA!“ auf ihrem eigenen Label mit leicht veränderter Band eingespielt. Der Stilmix aus Musik des traditionellen Afrikas und der Karibik, angereichert durch Jazz, Reggae und Hip Hop, begeistert mit 12 mitreissenden Songs, in denen die Kora und der Manding Sound nach wie vor der rote Faden sind. Vielseitige Grooves und farbenfrohe Harmonien verschmelzen hier mit Charme und ansteckender Lebensfreude.


www.myspace.com/jobartehkunda

www.jobarteh-kunda.de




SRBE presents Dainjahruz Crowned – 2nd Wave (srbe)


Ein gutes Jahr ist vergangen, seit die erste Welle der ultimativen myspace drumandbass Compilation „Dainjahruz Crowned“ den Dschungel mit 13 wilden Hits aufgemischt hat. Inzwischen hat Semtex MC, seines Zeichens Mastermind der Primatengattung „SilbaRuecken“, fleissig neues Material im Urwald aufgespürt, um mit der „2nd Wave“ weitere Drum&Bass-Liebhaber an Land zu spülen. Eines der Hauptcharaktermerkmale, warum ihm das gelingen wird, ist die sehr begrüssenswerte Tatsache, dass man sich im SRBE-Camp nicht für Genregrenzen interessiert. Mit den elf vorliegenden Tracks wird ein äusserst breites Spektrum abgedeckt, und so ist für jeden was dabei. N-Noiz, der sich übrigens auch für das Artwork verantwortlich zeichnet, liefert dieses Mal gleich drei edle Perlen ab. „1995“ (seitdem gibt es das Projekt N-Noiz) baut sich langsam auf und kommt mit diesem verspielt-atmosphärischen Vibe, den das Jahr 1995 so ausgezeichnet hat wie kaum ein anderes. „1998“ dagegen ging als Jahr des Techstep in die Geschichte ein, und so ist das Klangbild hier auch abstrakt und dunkel. Mit dem vertrakten „Grand Slam“ wird ebenfalls ganz grosses Tennis gespielt. Nursa lässt es mit seinem rootsbetonten „Jah Zound Rmx“ rollen, während sein Intense-Partner Phantom Warrior die Bassline in den gefährlichen „Streets“ zum Wackeln bringt und auch den „Hustla“ mit der so wichtigen Portion Hip Hop versorgt. Dass auch der Blues mit seiner Tiefe und Spiritualität einer uralten Tradition einen grossen Einfluss auf unsere Musik hat, beweist Budoko mit seinem beseelten Stepper „It Hurtz“. Nach einem ruhigen Klavier-Intro zeigt Lash DJ mit „Nichts“, was man mit Filtern und Verzerren so anstellen kann. Das ist dann auch ein Stichwort für Street Fighter Scary, der mit „Hadouken“ einen aus Blitzen bestehenden Energieball einsetzt. Cold Cortex hat ein facettenreiches „RTFD”-Dokument aus Wien mitgebracht, in dem viele bunte Bilder platziert sind. Und schliesslich gibt sich auch Leroy Brown die Ehre, um mit dem dubsteppenden „Sensi“ den Jungle Spirit zu zelebrieren. Watch this!


Free Download: www.silbarueckenbeatz.com

www.myspace.com/srbentertainment




DVD History

Defiance (constantin film)


Geschichten des aktiven jüdischen Widerstandskampfes während des Zweiten Weltkriegs finden eher selten ihren Weg ins Kino. Doch Filme von Edward Zwick (ob „Glory“, „The Last Samurai“ oder zuletzt der gefühlsbeladene Action-Streifen „Blood Diamond“) begeistern immer wieder durch wunderschöne Bilder, Emotionen und packende Stories. Auf Grundlage des historischen Sachbuchs „Bewaffneter Widerstand“ der US-Professorin Nechama Tec erzählt Zwick in seinem neuen Film „Defiance“ (Unbeugsam) eine wahre Geschichte. Die jüdischen Gebrüder Bielski überleben im Jahre 1941 nur knapp eine Säuberungsaktion in ihrer polnischen Heimat, doch ihre Eltern und weitere Familienangehörige fallen dem Tötungswahn der SS und deren Kollaborateuren zum Opfer. So wagt das Trio die Flucht in weissrussische Wälder und versucht mit weiteren Flüchtlingen ein provisorisches Waldlagerals Unterschlupf zu errichten. Auch im Lande Stalins macht die Vernichtungspolitik der Nazis keinen Halt, und die Bielskis wollen sich nicht nur verstecken, sondern auch kämpfen,  auch wenn dadurch ein im jüdischen Glauben verankertes Gebot gebrochen werden muss. Ging es anfangs noch um das eigene Überleben, müssen die Bielskis nun Verantwortung für viele Menschen übernehmen. Zusammen mit russischen Widerstandkämpfern wird eine Partisanengruppe aufgebaut, was die beiden älteren Brüder spaltet. Während Zus (Liev Schreiber) die feindlichen Besatzer nun im Sinne des Partisanenkampfes töten will, gilt es für Tuvia (Daniel Craig) im gnadenlosen Winter das Überleben der in die Hunderte gestiegene Zahl der Flüchtlinge zu sichern. Mit Überfällen auf Militärkonvois werden Waffen und von russischen Bauernhöfen Nahrung organisiert. So stehen nicht die unzähligen Massenexekutionen in den Wäldern im Vordergrund, sondern eher der Bruderkonflikt, den auch Asael Bielski (Jamie Bell), der Jüngste unter ihnen, nicht klären kann. Während die Beziehung der Brüder untereinander durchweg glaubhaft dargestellt ist, wird die Geschichte, die voller Tragik, Leid, Kampf, Aufbegehren und Hoffnung ist, nicht ernsthaft vertieft. Die Wahrheit, die diese Menschen wirklich erlebt haben müssen, war sicherlich viel trauriger und erschütternder (siehe Schindlers Liste). Da durch den Einsatz der drei Brüder mehr als 1200 jüdische Kinder, Frauen und Männer gerettet werden konnten, zählt „Defiance“ zu den wichtigsten Filmen der letzten Jahre, die sich dem Thema des Holocausts angenommen haben.


www.defiance.film.de

www.constantin-film.de




Thursday, October 01, 2009 

Current mood:  refreshed

oktober 2009 @ icon berlin


Pressearbeit: Roly


01.10.2009: Ninjatune Special feat. DJ Kentaro


Der Japaner DJ Kentaro zählt neben DJ Food & DK zur Speerspitze der Ninja Tune Turntabelists und hat auch schon eine Solid Steel-Compilation zusammengestellt. 2002 hat er im Alter von gerade mal 20 Jahren als erster Asiate überhaupt den DMC World Champion Titel gewonnen.  Nachdem er in der Szene schon seit langem einen exzellenten Ruf genießt, hat er im Jahre 2007 sein Debut-Album „Enter“ veröffentlicht. Dass der Produzent und Masterfader sein Handwerk versteht, macht die schmackhafte Mischung auf „Enter“ mehr als deutlich: In Lichtgeschwindigkeit und mit der Fingerfertigkeit eines Jongleurs switcht er zwischen HipHop, Funk, Downtempo Soul und Hi-Speed-Breakbeat hin und her. Als Gäste fungierten hier illustre Namen wie Pharcyde und Spank Rock, und inzwischen hat er auch mit The Roots und dem Jamaikaner Sizzla zusammen gearbeitet. Im letzten Jahr stellte Kentaro mit der Live-DVD „Enter The Newground“ nicht nur Geschwindigkeitsrekorde auf. Nicht nur, dass der Japaner im Rahmen des Konzerts im Tokioer Liquidroom am 02. Mai 2007 unter Beweis stellte, technisch hochkarätig zu sein. Mit den Fingern ist er schneller als der Schall und schafft es somit ernsthaft die Beatverrückungen über der asiatisch-pazifischen Plattentektonik alleinig zusammen zu halten. Hier gaben sich auch der japanische MC Hunger, die Liveband Little Tempo und der klassische japanische Flötist Kisho Tosha alle das Mikro und die Instrumente in die Hand, um dem großen Performer zu assistieren. Und das Ende wurde gebührend mit dem DMC-Winning-Set gefeiert. Was der Verfechter der „No Walls Between The Music”-Philosophie hinter den Plattentellern bietet, die durch einen CDJ und EQ ergänzt sind, verschlägt einem den Atem. Das war kürzlich auch Grund genug für Ortofon, ihm ein limitiertes Signature-Modell zu widmen, das durch den sphärischen Schliff hervorragend zum Scratchen geeignet ist. Der Turntable-Virtuose wird heute bei uns von Marc Hype und Delfonic begleitet und wieder abgehen wie Schmitts Katze.


http://www.myspace.com/djkentaro

http://www.myspace.com/marchype

http://www.myspace.com/delfonic77




02.10.2009: Dubstep Special feat. Benga


Die anhaltende Aufregung um Dubstep ist vor allem Ausdruck einer jahrelangen, nun endlich gestillten Sehnsucht nach dieser einen überraschenden Wendung zwischen minutiös frisierten Disco-Nachbauten und dem nächsten 57-Stunden-Set deines Lieblings-Minimal-Typen. Spätestens seit seinem Crossoverhit „Night” gilt Beni „Benga“ Uthman als ausgewiesener Fachmann in Fragen des unkonventionellen, aber funktionalen Trackaufbaus. Diese Kunst bringt er auf seinem aktuellen Album zur Meisterschaft. Mit unglaublichen 14 Jahren veröffentlichte er 2002 seine erste Platte auf dem längst schon legendären Big Apple-Label, sechs Jahre später lieferte er seinen zweiten Longplayer „Diary of an Afro Warrior“ auf Tempa ab. Zuletzt erschien 2006 dort das Album von Skream, der damit Geschichte schrieb. Keine leichte Aufgabe also für Benga daran anzuknüpfen, könnte man meinen. Doch Bengas Innovationsfreude und Leichtigkeit im Umgang mit den schweren Bässen übertrifft alle Erwartungen. Kaum ein Player in der Dubstep-Szene ist tiefer in dem jüngsten Gewächs der Clubkultur verwurzelt als er. Schließlich zählt er zu den Begründern der Croydoner Bass-Eskapaden. Außerdem gibt es keinen Grund, Angst vor dem Schatten Skreams zu haben, da die beiden seit den Kindertagen eng befreundet sind. Benga-Produktionen im Besonderen zeichnen sich durch eine perfekte Verschmelzung von Bassweight und einer fast schon houseaffinen Melodiösität aus, wie sie nur von einem Stevie Wonder-Liebhaber ausgehen kann. Future-Dub-Arrangements und swingende socaesque Beats treffen auf knisternde Synthies, um das Bassfundament zu flankieren. Damit nimmt der Sympathieträger mit dem windschiefen Markenzeichen-Afro derzeit weltweit eine Tanzfläche nach der anderen auseinander – just try to funk that. Somit kamen wir nicht drum herum, ihn nach einem Jahr erneut ins Icon einzuladen. Von hiesiger Seite aus werden Freakcamper Robotic und ein weiterer Gast als Support ins Rennen geschickt. Braap! Braap!


http://www.myspace.com/bengabeats

http://www.myspace.com/robotfrequencies




03.10.2009: Recycle presents Marcus Intalex


Mit Marcus Intalex kommt heute der Betreiber des wundervollen Soul:R Labels, der seit 2001 mit Top-Releases von High Contrast, Calibre, Artificial Intelligence & Klute und als M.I.S.T. & Mist:i:cal Producer für Labels wie Metalheadz oder Flex immer wieder Großartiges leistet. Beeinflusst von guten Leuten wie Mickey Finn, Fabio & Grooverider oder DJ Rap, begann er schon in den frühen Neunzigern mit dem Produzieren. Aber wer nicht aus London oder Bristol war, schien lange Zeit verdammt dazu, nur peripher wahrgenommen zu werden. Doch die Raveinitiation im Pantheon des Acid House, dem Manchester Club Hacienda im Hinterkopf und Chicago und Detroit umarmend, setzte sich Marcus Intalex auf den Dancefloors fest und brachte wieder etwas ins Spiel, das lange Zeit vernachlässigt wurde: House. Zusammen mit seinen Partnern in Crime ST Files und Calibre hat der Pionier des soulful Drum&Bass vor zwei Jahren das mehr als überzeugende Mist:I:Cal-Album „The Eleventh Hour“ auf den Markt geworfen und uns auch wieder einen atmosphärischen Drum&Bass-Mix auf Fabric serviert. Inzwischen gehört die Soul:R-Diskographie inklusive weiterer Releases auf dem Schwesterlabel Revolve:R zur Speerspitze des Genres. Der musikalische Fokus liegt eindeutig auf reduziertem, deepem, meist instrumentalem Drum&Bass, der wohl eher nicht dem üblichen Verständnis vom typischen Liquid Funk entspricht. Nein, seine eher ernsthaften und hintergründigen Tracks mit der Liebe zum Detail brauchen solche Etiketten nicht, denn sie entfalten sich auf ihre ganz eigene Weise. Ende letzten Jahres veröffentlichte er mit der Doppel-CD „DAT:Music 2“ 22 qualitativ hochwertige Tracks von bekannten und aufkommenden Acts. Hinter den Decks zeigt er immer wieder, wie wunderbar Clubmusik auch auf einem ganz unterschwelligen Level funktionieren kann: mit einer fein durchdeklinierten Soundästhetik, einer minimalen Struktur und einem pulsierenden Bass.


http://www.myspace.com/intalex




09.10.2009: Fuck Off: Les Petits Pilous + Kap Bambino


Beim Label von Boys Noize, namentlich Boys Noize Records, befinden sich mit Les Petit Pilous das heißeste, was die elektronische Musik aus Frankreich abseits der Ed Banger Gang zu bieten hat. Die zwei Cousins aus Südfrankreich machten ebenfalls, fernab der Pariser Szene, mit Remixen auf sich aufmerksam und bearbeiteten bereits Tracks von D.I.M., Goose oder Justice. Mr. Anthony & Jean Patrick aka Les Petits Pilous knallten u.a. Mega Electro Tracks wie „Jollie Fille“ oder „Nice Bird“ auf Boys Noize Records raus, die wohl jedem Raver ein Begriff sind! Vor einem Jahr veröffentlichten sie auch ihre Single „Wake Up“, mit der sie für mächtig Furore sorgten. Das dazugehörige Video entführt den Zuschauer zu einer seltsamen Achterbahnfahrt mit einem Typen in Zwangsjacke und seinem Psycho Doc, die beide wie Zombies aussehen - inklusive Gore, Splatter, Riesenmonsterschlange aus dem All, einem überdimensionalen Frauenhintern und insgesamt ganz extrem hohem WTF-Faktor. Ihre ganz besondere Spezialität ist es, mit ihrem bouncenden Sound die Partymeute zum Ausflippen zu bringen. Inzwischen haben die beiden noch Remixes auf Tiga’s Label Turbo Records, New Judas, Kitsuné und Dim Mak Records auf den Floor geworfen. Les Petit Pilous verarbeiten Electro und House, aber auch Elemente von Minimal und Techno. Generell gibt es ordentlich was auf die Zwölf, man steht im Hause nunmal auf elektronische Musik, die zwar intelligent produziert ist, aber vor allem Spaß macht. Und mit ihrer Mischung aus Live-Performance und DJ-Set werden sie bei uns mit Sicherheit dafür sorgen, dass der Schweiß von den Wänden tropft. Zu den Senkrechtstartern aus Nizza gesellt sich mit Kap Bambino noch ein vielversprechendes Duo mit düsteren, metalligen Elektrosounds aus Bordeaux. Diese Formation hat gerade ihr neuestes Album „Blacklist“ veröffentlicht und kommt etwas trashiger, wilder und böser daher als so manch andere Band aus Frankreich. Bei ihren turbulenten Auftritten begeistert vor allem Frontfrau Caroline Martial die Fans. Zusammen mit Marvin Suggs steht somit einer wilden Nacht nichts mehr im Wege.


http://www.myspace.com/lespetitspilous

http://www.myspace.com/kapbambino

http://www.myspace.com/marvinsuggs




10.10.2009: Recycle presents Alix Perez - Album Launch


Der gebürtige Belgier Alix Perez (der mittlerweile in North-London lebt) ist ohne Zweifel eines der angesagtesten und aufregendsten „breakthrough“ Talente im Drum’n’Bass. Im zarten Alter von vierzehn startete der heute 22-jährige seine „bedroom DJ“ Karriere, um bereits mit 17 zusammen mit Künstlern wie Jenna G, Redeyes, Sabre, MC Fats, Spectrasoul und Specific zu produzieren. Die Anzahl seiner Veröffentlichungen auf Labels wie Shogun Audio, Liquid V, Bassbin, Creative Source, Brigand, Fokuz und vielen mehr steigt stetig an. Größen von Bukem bis Bailey unterstützen das junge Talent und spielen seine Tracks regelmäßig auf BBC 1xtra. Seine Produktionen sind durch seinen markant deepen und musikalischen Stil mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Alix Perez zählt in England inzwischen zur A-List und steht als Vertretung der aktuellen D'n'B-Bewegung. Vor einiger Zeit wurde Alix Perez auf der Titelseite der ATM Mags als einer der „leaders of the nu-skool” angepriesen. Außerdem war er bei den BBC 1Xtra Bass Awards in den Kategorien „Breakthrough DJ” und „Breakthrough Producer” nominiert. Gemeinsam mit Sabre lieferte er kürzlich für Rufige Kru’s neues Werk „Memoirs Of An Afterlife“ einen Top-Remix von „Chances“. Derzeit bereist Alix Perez die coolsten Clubs auf der ganzen Welt, um seine Musik unter die Leute zu bringen. Der Erfolg gibt ihm Recht wie auch die Residency bei den legendären Clubnächten „Swerve“ (The End) und „Movement“ (Bar Rumba). Sein neues Album „1984“ (Shogun Audio) steht auch schon in den Startlöchern, und davon wird er heute bei uns sicherlich ein paar Kostproben auf die Partycrowd abfeuern. Alix Perez verbindet wie kaum ein anderer die Attribute, Funk Soul, Sex und Bass auf dem Floor.


http://www.myspace.com/alixperez




16.10.2009: Solid Steel - the ninjatune night feat. DJ Food + Jazzanova


Anfang der 90er Jahre starteten Coldcut die Jazz Brakes Serie und schufen den Charakter DJ Food. Zu verstehen als loses Netzwerk wurden - neben den beiden - über die Jahre verschiedene Leute (Patrick Parkender (PC), Strictly Kev und einige mehr) zu „Food“ und formten so das missing link zwischen Jazz, Breakbeats und Hip Hop plus die notwendige Portion „London underground“. Wenngleich sie dem Projekt als DJs erhalten blieben, wurde es jedoch für Coldcut über die Zeit zu chaotisch, beständig zwischen beiden Projekten hin und her zu switchen, und so rückten PC und Strictly Kev auf die Position, „Food“ neben dem Sound auch eine Gestalt zu geben. Als die Köpfe behielten sie trotzdem das Konzept bei, andere DJs und Produzenten in den Charakter einzubeziehen. DJ Food heute ist Strictly Kev - ein Ninja auf neuen Pfaden. Dieser Schritt scheint nur konsequent, arbeitet er doch schon seit längerem an einer eigenen Radioshow auf Solid Steel, brachte unter anderem für Warp verschiedene Mixes heraus und prägt mit seinem Artwork schon seit Mitte der 90er Jahre das Erscheinungsbild von Ninja Tune. Sein 2007er Mixtape „Now, Listen Again“ mit DK lässt Genregrenzen hinter sich und benutzt Hip Hop als genre-verbindendes Format. Mix- und scratchtechnisch werden hier sowieso nur Übergänge vom Feinsten serviert, die Deluxe-Trackauswahl von Primal Scream über Aphex Twin und Pepe Deluxe bis zu Pendulum erstaunt, überrascht und erfreut das Herz des Beatdiggers. Für 2010 ist ein Album angekündigt, und so sorgt er aktuell mit der 38-minütigen EP „One Man's Weird Is Another Man's World“ für einen mitreissenden Teaser. Von Psychedelic über Cineasmus mit Wortsamples, einer ordentlichen Portion Sixties, Jazz, Trommel- und Paukenarrangements bis zu analog klingender Electronica - handwerklich und stilistisch ein Meisterwerk, dem er auch in seinen Live-Sets in nichts nachsteht. Das Stilmittel des „Mash-Up“, welches DJ Food bereits vor einer Dekade stilvoll meisterte, scheint seine zuweilen skurrile Faszination noch nicht verloren zu haben. Im Spannungsfeld von Jazz Breaks, Dopebeats und Hip Hop begleitet Jazzanova das Samplefeuerwerk nach Ninja Art.


http://www.myspace.com/strictlykev

http://www.myspace.com/ninjatune

http://www.myspace.com/jazzanovask




23.10.2009: Ed Banger and Eastpack presents Busy P, SO ME, Breakbot & DSL


Die Marke „Eastpak“, die inwzischen nicht mehr nur Taschen und Rucksäcke, sondern auch Mode, Koffer und Accessoires herstellt, schließt sich mit dem französischen Elektro-Label Ed Banger Records zusammen. SO ME, seines Zeichens Art Director von Ed Banger, hat zwei der beliebtesten Styles von Eastpak, den Kult-Rucksack „Padded Pack’r“ und die klassische Umhängetasche „Delegate“, aufgegriffen und ihnen den französischen Touch verpasst. Zusätzlich gibt es mit „COOL CATS“ noch eine limitierte Eigenmarke von Ed Banger Records. Label-Boss Pedro Winter weiß, wie das Business funktioniert. Unter dem Alias Busy P. beteiligt er sich auch immer wieder an der Produktion neuer Attacken auf die Clubs. Man denke nur an solche Granaten wie die „Limit Ed“ 12“ („Colette C’est Chouette“ + „Be@rbrickdance“), „Chop Suey“, „Rainbow Man“ und „The Headbangers“ sowie an die grandiosen Remixes für Kraftwerk, Vicarious Bliss, DJ Hell, TTC und Fancy. Als Manager von Justice, Cassius, DJ Mehdi, Cosmo Vitelli, Thomas Winter & Bogue hat er auf seinem Label Künstler wie Uffie, Mr. Oizo, SebastiAn, Krazy Baldhead, Vicarious Bliss, Mr. Flash und viele mehr um sich versammelt. Und legt er selbst an den Plattenspielern Hand an, dann ist ein Exzess an subversiven Subbässen, zerhackten Gitarren und verqueren Beats zu erwarten. Dazwischen sorgen Discoklassiker von Donna Summer bis Lil’ Louis für Ekstase. Seine neueste Entdeckung nennt sich Breakbot, der gerade auf der Diesel:U:Music Compilation mit „Penelope Pitstop“ eine sehr schöne House-Nummer mit einer groovigen Bassline veröffentlicht hat und ansonsten extrem gekonnt Funk, Rock und Electro vereint. Digitalism, Justice oder auch etwa Röyksopp liessen sich ihre Hits durch Breakbot Remixe veredeln, und spätestens nach dem Sonar Barcelona dieses Jahres ist Breakbot aufgebrochen, um die Welt zu erobern. Neben Busy P, Breakbot und unserem Resident Marvin Suggs sind heute auch anfangs erwähnter Art Director SO ME und das verrückte Pariser Brüdertrio DSL mit von der Party. Im Gegensatz zum auf Reduktion versessenen Berliner Minimal wollen Ed Banger Spaß und - es muss in diesem Zusammenhang mal wieder gesagt werden dürfen - rocken! Dazu etwas Glitzer und Champagner, und einer Nouvelle Vague des Hedonismus made in France steht nichts mehr im Weg.


http://www.myspace.com/busyp

http://www.myspace.com/20399307

http://www.myspace.com/dothefunkybot

http://www.myspace.com/dslbros

http://www.myspace.com/marvinsuggs




24.10.2009: 15 Years Metalheadz feat. DJ Storm & Doc Scott


Der einzigartige Metalheadz Sound ist rund um den Globus immer wieder wegweisend, immer wieder ein bisschen anders, vor allem aber deep und absolut clubtauglich. Kaum ein anderes Label vermittelt einen vergleichbaren Futurismus und so eine ungebrochene Fortschrittsgläubigkeit. Die First Lady des Drum’n’Bass brachte Anfang der 90er Jahre nicht nur Goldie das Breakbeat-, Jungle- und Drum’n’Bass-Universum näher, sondern war auch maßgeblich am Erfolg des Metalheadz-Label beteiligt. Nach dem tragischen Unfalltod ihrer Weggefährtin Kemistry setzte Storm den eingeschlagenen Weg alleine fort und heute ist sie in allen Clubs der Welt zu Hause. Die grossherzige und enthusiastische Botschafterin der schnellen Breakbeats und tiefen Bässe bereiste inzwischen mehrfach Europa, Asien, Australien und Neuseeland sowie Nord- und Südamerika, im Gepäck immer die heißesten Tunes, ein untrügliches Gespür für den perfekten Mix und den Geist der Goldenen Jahre mit Kemistry. Darüber hinaus unterstützt sie selbstverständlich noch immer Metalheadz, repräsentiert es bei ihren Gigs oder stellt Mix-CDs für das Haus zusammen. Mittlerweile unterhält sie mit dem „Feline“-Kollektiv eine Clubnacht im „Herbal“ in London. Ihre Sets rocken und ihre DJ-Skills sind bekanntermaßen vom Feinsten. Einer, der auch stark daran beteiligt war, Metalheadz Mitte der Neunziger zum damals einflussreichsten und bis heute auch außerhalb der Szene populärsten Label zu machen, hört auf den Namen Doc Scott. Nicht wenige bezeichnen seinen Public Enemy zitierenden Track „Here Come The Drumz“ von 1992 als die eigentliche Geburt von Drum&Bass. Dass er einer der tightesten und unverwechselbarsten Producer und Remixer ist, bezeugen auch legendäre Tracks wie „Shadow Boxing“, „Tokyo Dawn“ oder sein superschöner Remix von Adam F’s „Metropolis“. Während Ende der 90er ein seelenloser Ravesound dominierte, holte Doc seine alten Chicago House-Platten aus dem Schrank und sorgte mit dem Release „How U Make Me Feel“ von Marcus Intalex & ST Files auf seinem Imprint 31 Records für eine allgemeine Rückbesinnung auf warme, housige Sounds. Doc Scott ist also einer von denen, dessen Parameter eine gewisse Größe erkennen lassen. Als überragender DJ mit über 20 Jahren Erfahrung zeigt Doc Scott in seinen erfrischenden Sets, dass Tradition und Neuerung zwei Seiten derselben Drum’n’Bass-Medaille sind. Und genau dafür steht auch Metalheadz – deep, dark und kompromisslos.


http://www.myspace.com/stormthe1stlady

http://www.myspace.com/31docscott




30.10.2009: The Gaslamp Killer + Nosaj Thing


Vorsicht, höchste Alarmstufe! Ein wahnwitziger Amerikaner läuft in der Gegend rum, um Gaslampen zu töten. Der Resident der Maßstäbe setzenden Low End Theory-Partys in Los Angeles kommt aus dem Dunstkreis der Neuen Schule in Sachen Beats um Flying Lotus, Samiyam und Ras G. Unter dem Synonym MHE poliert The Gaslamp Killer schon seit längerer Zeit steinharte Breaks von alten Rock- & Funkscheiben neu auf und beansprucht diese extrem. So wurde er von der John Peel-Nachfolgerin Mary Anne Hobbes sogar auf ihre BBC1xtra-Bühne auf dem Sonar Festival eingeladen, und diese Ehre wird pro Jahr nur drei Acts gewährt. Als Produzent wird er demnächst auf Brainfeeder und Warp veröffentlichen. Von Shilo, einer „Emmy Award-winning” Filmemacher-Crew aus den USA engagiert, hat der Gaslamp Killer gerade die fünfte Nummer der „We make it good“-Mix-Serie abgeliefert. Da tauchen so viele gute Tracks auf, die sich aber keinem Genre direkt zuordnen lassen können. Helden wie Jaylib, The Roots oder The Clipse dürfen dabei ebenso wenig fehlen wie Madlibs kleiner Bruder Ohno oder Flying Lotus. Dazu gibt es virtuosen Leftfield-HipHop, indische Samplemusik, zum Kopfnicken bringende Scratcheinlagen, psychedelischen Ambient und zum Abrunden obendrauf noch Nirvanas „Scentless Apprentice“. Es gibt wohl keinen Style, den der Killer nicht spielt. Seine DJ-Sets sind unberechenbar, von Soul und Funk über Dubstep zu den rockigsten Beats, die ihr euch vorstellen könnt. Das Biest aus Haaren und purer Energie an den Plattentellern beherrscht auch die Luftgitarre perfekt und sorgt beim Publikum regelmäßig für Euphorieausbrüche. Turntable-Entertainment at its best. Ebenfalls aus L.A. ist auch Nosaj Thing, der Ende Mai sein Album „Drift” veröffentlicht hat. Dieser Überproduzent der nächsten Generation bevorzugt das Abstrakte, dekonstruiert und schichtet wieder auf. Ob mit schweren Bässen, aufgekratzten Störgeräuschen oder sich zerdehnenden Strukturen – alles wirkt höchst spannend und aktuell. Tracks wie das gespenstisch-flüchtige „Fog“ oder das stotternde „Coat Of Arms“ untermauern die Ambitionen dieses noch jungen Künstlers. Vielfalt und Futurismen aus Electronica und HipHop verdichten sich auf „Drift“ zu einem hervorragenden Debüt. Absolut empfehlenswert!


http://www.myspace.com/thegaslampkiller

http://www.myspace.com/nosajthing

http://www.myspace.com/delfonic77


Wednesday, September 30, 2009 

Current mood:  contemplative

roly's silberscheiben 09/2009 @ hanf journal - [pdf download]


Goldie presents Rufige Kru: Memoirs Of An Afterlife (metalheadz)


Mit seinem ersten Album „Timeless“ hat Clifford Price Drum’n’Bass salonfähig gemacht und einen absoluten Meilenstein geschaffen. Seitdem ist der einzigartige, von Goldie geprägte Metalheadz Sound rund um den Globus immer wieder wegweisend, immer wieder ein bisschen anders, vor allem aber deep und absolut clubtauglich. Gemeinsam mit seinen jeweiligen Sound-Engineers steht Goldie für die legendäre Rufige Kru. Mit Marcus Rutherford schuf er „Terminator“, und die Kollaborationen mit Marc Mac / Dego, Rob Playford und Danny J dürften auch bekannt sein. Zusammen mit dem jungen, noch hungrigen Jim Heist präsentierte das Mastermind der rohen Beats vor zwei Jahren mit „Malice In Wonderland“ einen herrlich nach dem Sound der guten alten Tage klingenden Longplayer. Auch das neue Werk „Memoirs Of An Afterlife“ illustriert die Ursprünge des Genres und weist zugleich den Weg in die musikalische Zukunft von Drum’n’Bass. „Just When You Thought It Was Over“ und das supergenial steppende „Babylon 2012“ geben gleich mal die Richtung vor, bevor mit „Letting Go“ im Artificial Intelligence Remix ein siebenminütiger Rewind gestartet wird. Zusammen mit D-Bridge bietet „Mirror“ einen nostalgisch dröhnenden 808 Bass Hook, der sich wellenförmig zum typischen Rufige Kru Sound entwickelt. „Paris“ ist sehr moody, „Is This Real VIP“ lässt glücklich an die legendäre Platinum Breaks Reihe denken, während „One More Time“ und „Only When I Dream“ mit hypnotischen Elementen zu faszinieren wissen. Obendrauf gibt’s mit „Something About You“ und „Chances“ noch zwei erstklassige Remixes von D-Bridge bzw. Alix Perez & Sabre, bevor man nach dem Breakbeat-Monster „Lost Rufige“ mal wieder neidlos anerkennen muss, dass es immer noch keinen anderen Sound gibt, der einen vergleichbaren Futurismus und eine ungebrochene Fortschrittsgläubigkeit vermitteln kann. Mein absoluter Lieblingstune nennt sich „Sometime Sad Day“ – ein feinschichtiges Stück voller Melancholie. Metalheadz forever – deep, dark und kompromisslos.


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www.myspace.com/metalheadzltd

www.myspace.com/goldierufige

www.metalheadz.co.uk




3gga: Bad Outta Road (bassrunner productions)


Geboren in Benin City, verliess Michael Osayande aka 3gga 1999 Nigeria und fand in Wien seine neue Heimat. Schon immer der Musik verfallen und durchaus mit Entertainer-Skills ausgestattet, releaste er zwei Jahre später seine erste Single „3gga Culture“, eine Zusammenarbeit mit Stereotype und G-Stone. Und nach dem UK Drum’n’Bass-Chartbuster „Lion Dub“ mit dem Wiener Produzenten D.Kay und seinem Debüt Album „In Di Ghetto“ hat 3gga innerhalb des letzten Jahres, zusammen mit dem Wiener Highhat Studio, Bassrunner Productions und dem Produzentenduo Luke R.I.C.H., den Nachfolger „Bad Outta Road“ produziert. Um sehr präzise die Ausrichtung und die internationalen Beziehungen von 3gga aufzuzeigen, unterstützen Hitgaranten wie Mad Killah, Perfect, Lexie Lee und African China das neue Album. 3gga hat sich weiterentwickelt und arbeitet sowohl lyrisch als auch medial versibler. Beschwingte Songs wie „Sweet Reggae Music“ oder „Galala Music“ (feat. Daddy Showkey) wechseln sich ab mit Dancehall-Smashern wie „Bad Outta Road“, „Music“ (feat. Mad Killah) und „Jump And Clap“ (feat. Emiliano). Neben dem bouncenden „Crying Out” (feat. Million Stylez) gefällt auch das sehr heisse „Ego” (feat. Lexie Lee), das ganjalastige „Hi Grade“ und das groovige „Ore“ (feat. Ronny Trettmann). Zusammen mit Perfect zeigt sich 3gga in „Make It Work“ von seiner poppigen Seite, bevor es mit G-Solo & Jiff in „Rise“ wieder mehr nach vorne geht. Überzeugend ist auch der Österreicher Emiliano in den beiden Top-Tracks „Too Far“ und „Gimme Your Number“. Am Ende wird es mit dem disco-dubbigen „We No Inna“ nochmal recht experimentell, und „Thank You Jah“ (feat. Bongo Chilli) ist ein ehrwürdiger Abschluss. Somit ist „Bad Outta Road“ ein rhythmisch geschüttelter Cocktail für jeden Fan des afikanischen Dancehalls!


www.myspace.com/3gga

www.myspace.com/bassrunnerproductions

www.highhat.com




Audiolith: Doin’ Our Thing (audiolith)


Ein kleines Label aus Hamburg bringt antizyklisch zur Krise gerade jetzt die geilsten Platten raus. Seit der Gründung von Audiolith vor sechs Jahren durch Lars Lewerenz bewegt sich das Label immer an der Schnittstelle von verspieltem Electro, euphorischem Rave sowie klassischen Indietronics. Inzwischen hat man zwar schon über 60 Releases auf der Kappe, aber die 50. Veröffentlichung soll hier mal gebührend zelebriert werden. Gedacht als Momentaufnahme des musikalischen Jetzt im Audiolith-Kosmos und gleichzeitig als grosses Dankeschön an alle Fans, freut man sich über die familiäre Compilation „Audiolith – Doin‘ Our Thing“, an der wirklich alle aktiven Audiolith-Künstler beteiligt sind und die erstmalig in dieser Form das gesamte Spektrum des Labels abdeckt. Die 18 exklusiven Tracks grooven zwischen Elektropunk, Glamwave, Synthiepop sowie intimem Songwriterzeug. Den grössten Spass habe ich mit „Die Schande“ (Egotronic & Frittenbude), „Pelikan“ (Bratze), „Die Sonne scheint“ (Egotronic), „Give or take“ (Juri Gagarin), „Disaster“ (Basslaster & Ira Atari), „Nachtjacke“ (Supershirt), „Full Force Funky Fresh“ (Der Tante Renate & M T Dancefloor) und mit den balladesken Songs „Durch die Bank“ (ClickClickDecker) und „Broke“ (The Dance Inc.) kann ich auch viel anfangen. Den (nicht auf der CD/DVD enthaltenen) Titeltrack gibt es übrigens im Original und als Remix kostenlos zum Download auf der Webseite von Audiolith. Und auch wenn ich mich beim Titel „Taxi Raver“ explizit angesprochen fühle, lege ich mich dank der unbeschreiblich schönen 80er Synthievibes auf meine beiden Favoriten fest: „You Just Got Recorded“ (Dadajugend Polyform) und „Schmettterlingsflugsimulator“ (Plemo & Rampue). Dazu gesellen sich als Superbonus natürlich noch alle 26 Audiolith-Musikvideos – ruckelfrei, in allerbester Qualität und vor allem ohne Aufpreis. Elektrobounce zwischen Punk und Party. Das wohl massivste Audiolith-Package ever.


www.myspace.com/audiolith

www.audiolith.net




V/A: Edges – A new french electronic generation (because music)


Als Daft Punk im Jahre 1997 ihr bahnbrechendes Debut-Album „Homework“ veröffentlichten, erlaubte der „french Touch“ einer ganzen Generation, sich elektronischer Tanzmusik zuzuwenden. Inzwischen ist eine Dekade vergangen, und Partygänger aus allen Genres und ganz Europa feiern zur Zeit unter anderem den Sound aus den Kreativschmieden der französischen Labels Ed Banger und Kitsuné. Doch die nächste Generation ambitionierter House-Rebellen steht schon in den Startlöchern. Um einen Überblick ihrer zeitgenössischen französischen Tanzmusik zu bekommen, liefert der Indie-Riese Because Music mit dem Label-Sampler „Edges – A new french electronic generation“ einen hoffnungsvollen Blick nach vorne. Breakbot, der schon Remixe für Metronomy und Sebastian Tellier produzierte, hat mit „Penelope Pitstop“ ein feines Intro beigesteuert. Donovan’s „Wonderland“ kommt mit seinen verzerrten Vocals und verspielten Sounds schön groovy, bevor es dann mit dem „Modern Slave“ von Dilemn direkt auf den Floor geht. Neben Mondkopf, Discodeine und den Rove Dogs gehören unter anderem auch das Pariser Duo Gentlemen Drivers und Nils Hartman aus Lyon zu den wenigen französischen Musikern, die noch neue Wege beschreiten und Brücken zwischen den Genres schlagen, die nichts mit kitschigem Crossover zu tun haben, sondern tatsächlich etwas Neues hervorbringen. Meine Lieblingstunes sind das oldschoolige „Bboy Underground“ von Digikid84, das ravige „James“ von Djedjotronic, das epische „Nationale 66“ von den Gentlemen Drivers und das 80s angehauchte „Make It Better“ von Anoraak. Experimentierfreude, Hedonismus und Innovation mutieren hier zu flirrender Musik, die unheimlich gute Laune verbreitet.


www.myspace.com/becauseeditions

www.because.tv




Fagget Fairys: Feed The Horse (music for dreams)


Bürgerlich heissen sie Elena Carli Cosovic und Carla Cammilla Hjor und haben Anfang des Jahres mit „Uzela“ ihre Debüt-EP veröffentlicht. Bereits seit Monaten hinterlässt die erste Single-Auskopplung der Fagget Fairys namens „Feed The Horse“ in Kopenhagen jeden Tag aufs Neue nichts als erstaunte, hypnotisierte und ungläubige Gesichter. Die explosive Mischung aus Grime, Electro, Rap und Sex-Appeal mit einem fast schon aufdringlichem Hook ist im Grunde ein simples aber zutieft effizientes Track-Monster. Nun endlich erscheint das gleichnamige Album der beiden Ladies, die sich im Club kennenlernten. Dort hat sich Model, Club-Kid und Party-Amazone Ena eines Nachts auf den ersten Blick in die 12 Jahre ältere DJane Carla verliebt. Um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen, stieg Ena auf das DJ-Pult, hob ihre Arme und sprang stagedivend in die Menge, um letzten Endes jedoch auf einer Flasche zu landen. Doch 15 Stiche, 2 aufgeschlagene Knie und einen Wirbelsturm der Gefühle später war zwischen Ena und Carla bereits alles klar – auch wenn sich seinerzeit weder Carlas damalige Freundin noch Enas muslimischen Verwandten sonderlich begeistert zeigten. Nach zwei ereignisreichen Jahren feiern sie ihre anstehende Hochzeit mit der Veröffentlichung ihres gemeinsamen Debütalbums. Und ausnahmslos alle Tracks wissen zu gefallen. Mit ihrem Mash-Up aus Booty Bass, Elektro und HipHop sowie Baile Funk- und Balkan Beat-Referenzen und trashiger Sex-Komponente liefert die elektronische Antwort auf T.A.T.U. abwechslungsreiche Beats mit sinnlichen Melodiebögen und redet hier definitiv nicht über das Füttern von Pferden. Herzlichen Glückwunsch, Mädels!


www.myspace.com/faggetfairys

www.musicfordreams.dk




Brixtonboogie: Urban Blues (ferryhouse productions)


Seit dem 17. Jahrhundert schufteten aus Afrika verschleppte Sklaven im ländlichen Süden der USA auf Baumwoll-, Reis- und Tabakplantagen. Einen ihrer überlieferten Musikstile nannte man Blues. 1920 wurde in New York erstmals ein Song namens „Crazy Blues“ aufgenommen - und danach war die amerikanische Musik für immer eine andere. Boogie ist ursprünglich ein Klavierstil, der harmonisch dem Blues-Schema entspricht, allerdings härter und dynamischer ist. In den 30er und 40er Jahren die Popmusik Amerikas, ein Grundstein des Rock'n'Roll und noch heute lebendig. Der Hamburger Produzent Krisz Kreuzer liebt seit seiner Jugend den Blues. Um seine Vorstellung eines neuen Blues zu realisieren, gründete er das Kollektiv Brixtonboogie, das sich auf die Tiefe und Spiritualität einer uralten Tradition besinnt. Die urbane Version seiner Combo flirtet aber auch mit zeitgenössischen Strömungen wie Dub, Folk, Soul, Funk und HipHop. Die Samples sind bewusst als Zitate eingesetzt, bauen ihren Schöpfern ein Denkmal, überführen sie gleichzeitig respektvoll aus dem Gestern ins Heute und sichern so ihre Zukunft. Stimmgewaltige Kollegen aus Fleisch und Blut gibt es mit Mascha Litterscheid, Nathalie Dorra, Trina Hamlin, Wayne Martin, Bryan Sanders, Black Hatten, Leo Slater und den Golden Gospel Singers, die den 13 Songs noch mehr Herzblut verleihen und mich schwer begeistern. Den Blues spürt man, wenn man unten ist. Der Blues ist aber auch ein Einpeitscher, ein Kraftspender, ein Mutmacher. „Urban Blues“ verbindet den glatten Sound des digitalen Zeitalters mit dem Dreck verstaubter Vinylplatten. Hungrig und anklagend. Abgründig und geschmeidig. Beseelt und liebevoll.


www.myspace.com/brixtonboogie

www.brixtonboogie.com

www.ferryhouse.net




Subsonic Park: Echoes From Inside (elux records)


Alex Azary und Gabriel Le Mar haben mit ihren treibenden Mixes aus DeepHouse, TechHouse und DubTech in den letzten zwei Jahren auf ihren eigenen Areas bei Top Events wie TimeWarp (Mannheim), Pollerwiesen (Köln) oder dem Merkwürdigen Verhalten (Frankfurt) sowie mit der Residency im Cocoon Club Frankfurt konsequent den eigenen Sound weiterentwickelt. Ihr letztes Album „Inner City Codes“ (2008) verstand sich als Schnittstelle zwischen den repetitiven Klangmustern der urbanen Club-Culture, der Deepness von Dubsequenzen, moderner Technologie, Architektur und Design. Die zehn kraftvollen Tracks überzeugten auch ohne Drummings und verbreiten nahtlos gemixt eine förmlich vibrierende Motorik. Dem aktuellen Update ihrer Entwicklung, das durch diverse Feedbackschleifen im Prozess ihrer Entstehung geprägt ist, kann man nun auf ihrem zweiten Subsonic Park Album „Echoes From Inside“ lauschen. Weg von belanglosem Minimal wird hier die Sache wesentlich atmosphärischer angegangen. Die neun Tracks bestechen mit sehr schön modulierten Flächen in Symbiose mit groovigen Deephouse Beats und bilden so einen warmen, lasziven Klangteppich ohne allzu viel Geschnörkel. Da sich alle Stücke zwischen sieben und zehn Minuten bewegen, ist viel Platz für angenehme Soundeffekte und ein relaxtes Zusammenspiel aus Melodien, Hihats und Bässen. Das Album beinhaltet auch die bereits Anfang Juni auf Vinyl veröffentlichten Remixes von Brendon Moeller, Aku Aku und Quantum StarDub, und mit „Nova Bluez“ (Original auf Gabriel Le Mar's aktuellem Solo Album „Dubwize“ auf Thinner) gibt‘s auch einen der zahlreichen Remixes, die Subsonic Park im vergangenen Jahr produziert haben. So morphen die „Echoes From Inside“ zwischen experimenteller Elektronik, der Deepness des Dubs und aktueller Clubmusik und lassen uns zur Ruhe kommen.


www.myspace.com/subsonicpark

www.myspace.com/elektroluxlounge

www.eluxrecords.com




DVD-Special Martial Arts / Action

Street Fighter: The Legend of Chun-Li (universal film)


Schon im Jahre 1994 gab es eine Realverfilmung der populären japanischen Street Fighter II-Videospielreihe mit Jean-Claude Van Damme, dem inzwischen verstorbenen Raul Julia und Kylie Minogue. Diese hielt sich allerdings kaum an die Vorlage und enttäuschte die Fans der Videospiele. Nun bringt Universum Film die Neuverfilmung des wohl berühmtesten Arcade-Games am 14. August als DVD und Blu-ray in den Handel und so auf den heimischen Bildschirm. Regisseur Andrzej Bartkowiak hat ja schon überzeugend bewiesen, dass er solide Action-Filme abliefern kann, obwohl mit „Romeo must Die“ (2000) sein letzter wirklich herausragender Film schon etwas länger zurückliegt. Mit „Street Fighter: The Legend of Chun-Li“ präsentiert er jetzt ein actiongeladenes und effektvoll inszeniertes Martial-Arts-Spektakel. Die gefeierte Konzertpianistin und ausgebildete Wushu-Kämpferin Chun-Li (Kristin Kreuk, „Smallville“, „Eurotrip“) wird von den Schatten ihrer tragischen Vergangenheit eingeholt. Der hinterhältige Geschäftsmann Bison (Neal McDonough, „Desperate Housewives“, „The Hitcher“, „Traitor“) entführte vor vielen Jahren ihren Vater, den sie inzwischen für tot hielt. Nach dem harten Training durch den weisen Wushu-Meister Gen (Robin Shou, „DOA: Dead Or Alive“) verzichtet sie auf ihr privilegiertes Leben und will Bison in einem letzten Kampf gegenübertreten. In den Slums von Bangkok kommt sie ihm langsam auf die Spur und erhält Unterstützung von Detective Maya (Moon Bloodgood, „Terminator: Die Erlösung“) und dem Interpol-Agenten Nash (Chris Klein, „American Pie 1 + 2“, „American Dreamz“). Die fesselnde Story und die Original-Charaktere aus dem Game versprechen nicht nur den Fans der Spielvorlage ein rasantes und packendes Abenteuer, in dem es am Ende zum Showdown der Gerechtigkeit kommt. Neben dem Film gibt es 50 Minuten Bonusmaterial, darunter einen Blick hinter die Kulissen, mehrere Featurettes und entfallene Szenen.


www.streetfighter-film.de

www.universumfilm.medianetworx.de


Thursday, September 03, 2009 

Current mood:  frisky

september 2009 @ icon berlin


Pressearbeit: Roly


04.09.2009: Kissy Sell Out


Bislang kannte man Kissy Sell Out als angesagten Szene-DJ, der die In-Clubs Europas mit den neuesten Tunes beschallte und Remixes für Hochkaräter wie The Human League, Gwen Stefani oder Groove Armada anfertigte. Geboren in Huntingdon, einem Vorort von Cambridge, wurde er durch die Platten seiner Mutter früh beeinflusst. John Martyn, Cat Stevens und viel Folk hatten es ihm angetan. Als er mit dem Djing anfing, konnte er sich noch keine neuen Platten leisten, so mixte und experimentierte er mit denen seiner Mutter. Mit 13 Jahren hörte er eine Mix-CD von DJ Hype – das war eine Offenbarung. Nach dem Umzug nach Colchester und musikalischen Vorlieben für Nirvana, Smashing Pumpkins und Swans begann er zu malen und zu zeichnen. Schließlich wollte er schon Grafikdesigner werden, als er neun Jahre jung war. Doch während seines Studiums ging es ihm hauptsächlich darum, Album-Cover zu entwerfen und Musik zu machen. So schrieb er einen sechsminütigen, instrumentalen Techno-Track, benannt nach dem Swans Song „Her“. Zusammen mit dem Tune „Permanent Record“ presste er diesen auf ein White Label und lief damit durch Soho, um Record Shops davon zu überzeugen. Er spielte Electro im „The Cock“ und im „4am“ in Brixton und lernte dort der Crowd zu geben, was sie wollte. Besonders glücklich war er, als er im Jahre 2007 eine monatliche Show auf BBC Radio One machen durfte. Nun erscheint mit „Youth“ das erste Album des studierten Grafikdesigners in Zusammenarbeit mit seinem Cousin Dan. Neben vielen Kindheitsanekdoten wie „Essex Boy“ oder „This Kiss“ gibt’s mit „Bethnal Green Café“ auch einen Song über ihre derzeitigen Freundinnen. Die Sunday Times titelte „The Electro album of the Year“, und das Mixmag Magazine sprach von „One of the most exciting, charismatic and entertaining DJs of the decade”. Kissy Sell Out klingt wie ein bizarrer Mix aus The Streets und Lady Sovereign und liefert heute bei uns den perfekten Sound für eine durchtanzte Sommernacht.


www.myspace.com/kissysellout

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11.09.2009: Fuck Off feat. Toxic Avenger + GoldieLocks


Kennt ihr „Toxic Avenger“? Das ist ein völlig abgefahrener Film aus dem Jahre 1986, der neben sehr guten Splattereffekten und einem wirklich kranken Humor schön schlechte Darsteller bietet. Empfohlen sei hier die deutsche Directors Cut Fassung von Troma, die Fassung unter dem Namen Atomic Hero ist erheblich geschnitten. „Toxic Avenger“ ist aber auch ein Projekt des französischen Electronica-Künstlers Simon Delacroix aka Toxie. Vor zwei, drei Jahren war der junge Mann aus Paris einer der ersten, der uns in Deutschland einen authentischen Eindruck von New Rave und diesem ganzen neuen französischen Electro-Kram, von dem man bis dahin nur lesen konnte, vermittelte. 2007 veröffentlichte er seine „Superheroes EP“ (iheartcomix Records) und spätestens durch „Bad Girls Need Love Too” (Boxon Records) dürfte Toxic Avenger bekannt sein. Offizielle Remixe produzierte er u.a. für The Whip, Peaches & Nick Zinner, Saint Pauli, Pivot, Malente, Leonard de Leonard, Ladytron, Les Petits Pilous, Aux Raus, Playdoe und Chromeo. Inoffiziell remixte er auch Blur (Song 2), Roger Sanchez (Another Chance), The Prodigy (No Good) und die Beastie Boys (Sure Shot). Toxic Avenger klingt wie ein Mix aus Boys Noize, SebastiAn und Justice, sprich: knirschend rockender französischer Elektro, vorgetragen von einem entstellten Superhelden der 80er Jahre – mit Maske. Sein Debüt-Album steht kurz vor der Veröffentlichung und bei uns wird er eine Sternstunde in Sachen aktuelle Electro-Bounce-Fidget-Rave-Rock-Sounds abliefern. Nach Live-Auftritten zusammen mit MSTRKRFT, The Bloody Beetroots, Les Petits Pilous oder Uffie ist er heute mit GoldieLocks bei uns zu Gast. Die 24jährige Sarah Akwisombe stammt aus der Südlondoner Dubstep-Hochburg Croydon. Beim ersten Hinsehen noch halb englisches, halb schwedisches Girlie, lässt ihr Alter Ego GoldieLocks aber keine Gelegenheit aus, die Groupie-Blondchen dieser Welt mit rotziger Südlondon-Schnauze öffentlich zurechtzuweisen. Kürzlich war sie auf dem Cover vom UK-Mixmag zu sehen und beim DJ Magazine für den „Best British Breakthrough Producer Award“ nominiert. Beeinflusst von The Neptunes, Dizzie Rascal, MIA und Spank Rock, kickt die weibliche Version von The Streets heute bei uns den Floor mit einem urbanen Mix aus Electro, Grime, Dub, Garage, Hip Hop und Pop.


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18.09.2009: Ed Banger presents Vicarious Bliss & Mickey Moonlight


Die New Rave Exporte aus dem „Ed Banger“-Dunstkreis sorgen immer wieder für einen heftigen Ausschlag auf dem Hipness-Thermometer. Neben Justice, Aushängeschild des französischen Labels, sind Acts wie Busy P., Sebastian, DJ Mehdi, Uffie, Mr. Flash, Mr. Oizo oder unser heutiger Gast Vicarious Bliss in aller Munde und rollen die Szene mächtig auf. Vicarious Bliss unterschrieb im Jahre 2005 bei Ed Banger Records und steht für einen inspirierten Mix aus „heavy“ Electro, Rave und Pop-Melodien. Seine „Theme From Vicarious Bliss“-EP war die dritte Veröffentlichung des berühmten Labels, und der Titeltrack (und die großen Remixe von Justice & Lifelike) wurde vom englischen Radio 1 zum „Tune Of The Month“ gewählt. Als Remixer hat Vicarious Bliss u.a. für N*E*R*D, die Mystery Jets und Ladytron gearbeitet, deren aktuelles Album „Velocifero“ er auch produziert hat. Als Produzent debütierte er im Jahre 2006 mit dem Erstling von I Love UFO, veröffentlicht auf Recordmakers, dem Label von Air. Als DJ hat Vicarious Bliss in den letzten paar Jahren unzählige Dates in Clubs und auf Festivals gespielt. Seine regelmäßigen Gigs in Paris wurden bereits durch die Wahl zum DJ des Monats im Magazin „A Nous Paris“ gekrönt. Sein jüngstes Party-Baby ist die „Zero“-Nacht, mit der er jeden Monat Euphorie und offene Münder in den Pariser Hipster-Club Fleche d’Or zaubert. Musikalisch darf man sich auf dicke Electro-Tunes freuen. Vielseitigkeit steht bei Ed Banger Acts hoch im Kurs, so braucht man sich nicht zu wundern, falls der Gute auch eine Scheibe von Rage Against The Maschine auspackt. Dazu gesellt sich neben unserem Residents Marvin Suggs mit Mickey Moonlight auch der jüngste Spross der sagenumwogenen Ed Banger-Familie. Mit seinem interplanetaren Set kommt er direkt vom Mond, um mit euch zu feiern.


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25.09.2009: Fuck Off feat. Kavinsky


An diesem Freitag ist mit Kavinsky ein Headliner am Start, der spätestens seit der Tour mit Daft Punk zu den ganz Großen des Business zählt. Im Jahre 2007 hat man ihn sonst an der Seite von SebastiAn, The Rapture oder Justice gesehen. Anfangs 2006 erschien der Pariser Vincent Belorgay unter dem Künstlernamen Kavinsky mit seinem Erstling „Teddy Boy EP“ wie aus dem Nichts. Mit seiner einmaligen Mischung aus alten „Gore“-Filmen der 80er und modernen Elektro-Beats wuchs sein Bekanntheitsgrad innerhalb kürzester Zeit. Die erfundene Geschichte und visuelle Gestaltung um sein Künstler-Ich Kavinsky sorgte zudem für weitere Anhänger in der stetig wachsenden Fangemeinde des Franzosen. Auf Record Makers, bei dem auch Sebastien Tellier oder Sex In Dallas unter Vertrag sind, veröffentlichte er 2007 seine zweite EP „1986“ – benannt nach dem Jahr seines Autounfalls mit seinem Ferrari Testarossa. Und das klingt dann natürlich schwer nach Miami Vice. Mittlerweile ist mit schön getuntem Breitwand-Melodie-Techno auch die Fortsetzung zu dieser Platte erschienen, die im SebastiAn Remix die Videospielfreaks von „GTA IV“ erfreut. Kavinsky ist ein enger Vertrauter der Ed Banger Crew und so spielt er auch eine Hauptrolle in dem Film „Steak“ von Mr. Oizo. Wenn er auflegt, kommt der Sound in der typischen „Fuck all and just party“ Manier daher – pumpend, hart, dreckig. Als echter Frenchy hinter den Decks gilt man aber erst dann, wenn man auch die Tracks von anderen Musikgenres in die Nacht erschallen lässt – kürzlich war das beispielsweise Rage Against The Machines „Killing In The Name Of“ und Jermaine Jackson & Pia Zadora’s „When The Rain Begins To Fall“. Und als Fan der 80er kommt einer wie Kavinsky dann auch mal im rosa Shirt und der bekannten Ray Ban „Wayfarer“ (übrigens auch ein Track von ihm) und sieht aus, als wären Sonny Crockett und er die besten Kumpels. An der Seite von Marvin Suggs und Pat Ferry wird er das Evangelium des „French Touch 2.0“ verkünden.


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26.09.2009: Recycle presents Makoto & Deeizm MC


Makoto ist Japans wohl bester Verfechter der schnellen gebrochenen Beats. Viel zu selten ist er in Europa, noch seltener in Deutschland, heute ist er in Berlin bei uns. 1977 in Tokio geboren, waren zunächst klassische Musik, später dann Jazz, Funk und Soul die Inspiration für Makoto Shimizu, selbst zu musizieren. Schon früh genoss er eine musikalische Ausbildung, bis er schließlich die Nippon Universität besuchte, auf der er erste Schritte im Bereich elektronische Musik unternahm. Zu dieser Zeit organisierte Makoto auch erste Parties und begann seine DJ-Karriere in den Clubs von Tokio. Nach schier endlosen Soundexperimenten mit dem Akai Sampler veröffentlichte er seine ersten Tracks in Japan. Ermutigt durch das gute Feedback schickte der junge Student der Akustik bald ein paar Demos an britische Labels. Davon landete auch eins bei Good Looking Records. LTJ Bukem schrieb ihm zurück und gab ihm ein paar Tipps in Sachen Arrangement. Makoto beherzigte diese und wenig später erschien auf dem Sublabel Nexus seine 12” „Wave“. Nach weiteren Maxis auf Good Looking sorgte sein Album „Human Elements“ mit weltweit 100.000 Einheiten für Verkaufsrekorde. 70er Soul und Funk à la Marvin Gaye und Leroy Hutson mutierten hier zu einer lebendigen Mischung aus HiOctane-Funk, House und klassischem GLO-Drum’n’Bass. Mit seinem Tune „Golden Girl“ (feat. MC Conrad) etablierte der Japaner sich im Jahre 2004 endgültig in der ersten Liga der Drum’n’Bass-Protagonisten. Bekannt geworden ist Makoto auch durch seine Mix-CD „Japan Live 2003“ der legendären Reihe „Progression Sessions“. Zusammen mit der Sängerin Deeizm gelang ihm ein stimmungsvolles, perfekt rollendes Set, das durch eine homogene Trackauswahl zu einem einzigen Strom zu verschmelzen schien. Seine besondere Fähigkeit, Drum’n’Bass mit Soul- und Funkelementen der 70er zu vermischen, ohne dabei den Druck und die Energie der Musik zu verlieren, erinnert immer daran, dass ein Mensch hinter den Maschinen steht. Begleitet wird Makoto heute Nacht von besagter Deeizm, die ebenso großartig singt wie rappt. Für Makotos Sets hat sie bereits einen Haufen Lyrics niedergeschrieben. Die Wurzeln der britischen Sängerin liegen in HipHop, House und UK Garage, wo sie auch ihre ersten MC Performances startete. Ihre kraftvolle und stets betörende Stimme ist eine Klasse für sich. Makoto & Deeizm verstehen ihr Handwerk!


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Thursday, August 20, 2009 

Current mood:  satisfied

roly's silberscheiben 08/2009 @ hanf journal - [pdf download]


Various: Sick Music (hospital records)


Seit Jahren veröffentlicht das Label um Tony Coleman und Chris Goss Drum'n'Bass, an dem sich meist die Geister scheiden. Die neue Compilation „Sick Music“ hat der Labelboss lange in seinem Podcast angekündigt, der aktuelle Platz der Album-Charts bei iTunes spricht schon mal für sich und ist für ein Drum'n'Bass-Album sehr bemerkenswert. Auf 4-fach Vinyl und Doppel-CD gesellen sich neben Top-Acts wie Danny Byrd, Nu:Tone oder Syncopix die Produktionen von aufstrebenden Hospital-Künstlern wie B-Complex, Apex und Randomer. Wir starten mit Danny Breaks' Jungle-Smasher „Volume 1“, der hier von Logistics neu interpetiert wurde. Mit „Beautiful Lies“ hat B Complex ein Female Vocal Mashup der Extraklasse angefertigt, das trotz Liquid-Etikett sicher ein Tune für die Peaktime ist. „Empty Streets“ dagegen klingt wie Cyantific auf dem Burial-Trip, früher nannte man das Ambient Jungle - wunderschön. Seba trifft mit seinem immer wieder extrem deepen Sound auch mit „Snow“ direkt ins Herz – mein heimlicher Favorit. Nach einer housigen Soul-Nummer von Influx UK liefert Luca mit „Screen In Motion“ einen reduziert verträumten Track à la D-Bridge & Instra:Mental. Apex begeistert mit seinem Remix von London Elektricity's „Just One Second“, Muffler's Klaviermelodie in „Hear Me Scream“ und das verspielt-melancholische „Black Diamonds“ von Sinistarr + Kiat machen mich glücklich, während Friction & K-Tee mich mit ihrem Eurodance eher zum Schmunzeln bringen. Dagegen sind The Burbs mit ihrer bluesigen Oldschool Breaks Ballade „Organic“ ein wahrer Segen. Für mich die experimentierfreudigste Compilation, mit der sich Hospital-Patienten gesund pflegen lassen können.



www.myspace.com/hospitalrecords

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Bop: Clear Your Mind (med school)


Während Hospital Records meist den Durst nach flüssigem Drum'n'Bass stillt, gilt das Tochterlabel Med School als Plattform für düsteren, technologischen Sound. Neben Trisector, Minotaur, Fracture & Neptune, Infiltrata, Craggz, S.P.Y, Icicle und CLS überzeugen hier vor allem Martsman mit seinem erfrischenden Jump Funk und Randomer mit seinen absurd kickenden Stop-and-Go Grooves. Inzwischen hat nun ein 19-jähriger Hundeliebhaber namens Alexander Dmitriev aus dem russischen St. Petersburg für neuen Wirbel gesorgt. Unter dem Künstlernamen Bop widmete er sein Debut-Release „Song About My Dog“ seinem Hund Boyaka. Ich finde Hunde zwar nicht sonderlich spannend, aber da die Nummer genau mein Sound ist, habe ich mich natürlich gleich mal schlau gemacht, was nun sein Debut-Album „Clear Your Mind“ so drauf hat. Da Bop durch so großartige Künstler wie Squarepusher, Breakage, Seba, Paradox, Deep Blue, Fanu, Electrosoul System, Future Engineers, Equinox, Plaid, Clark, Cinematic Orchestra und Björk beeinflusst wurde, kann da nichts schief gehen. Mit der Soundästhetik brillanter Warp-Tracks gefallen mir vor allem „Tears Of A Lonely Metaphysician“, „Enjoy The Moment“, „Lost In This World“ und „I Found You“, wobei diese Clicks & Cuts Geschichten und stark reduzierten Drum'n'Bass-Entwürfe auch mal wieder ganz witzig sind. Der Titeltrack klingt total nach meiner Heidelberger Source Records Posse, und so schwebt, zwitschert und groovt Bop's Werk zwischen Ambient / IDM und Glitch traumhaft hin und her. Für Herbstmenschen! :)


Bop – MedSchool Micromix

DOA Mix by Bop - July 2009


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Clark: Totems Flare (warp records)


Es ist kein Geheimnis, dass man nichts falsch macht, wenn man den Warp-Katalog rauf und runter hört. Nach den arabesk verzierten Melodiebögen von „Body Riddle“ (2006) und dem beispiellos zwingendem Dancefloor-Bombardement „Turning Dragon“ (2008) schliesst der Wahlberliner Chris Clark seine Trilogie mit dem vorliegenden „Totems Flare“ ab. Mehr denn je erinnert das Album an all die frühen Elektroniker, die das kleine Label aus Sheffield groß gemacht haben. Doch mit den 11 neuen Tracks erreicht Clarks Liebe für barocke Melodien und intelligenten Drive ein neues Level. Hyperaktiv durchbricht er Schallmauern mit seinen unglaublich pumpenden, überkomprimierten Bassdrums, irren Wendungen, Melodien und seiner Leidenschaft für den stilistischen Grenzgang. Bei seinem Spiel mit den Prinzipien der Transformation wird stets eines erzeugt und freigesetzt: Energie! Diese destilliert Clark aus Ambient, Post-Rock, Breakbeat, Rave, Pop, Metal, Drum'n'Glitch und Drill'n'Bass. Schon nach dem Intro „Outside Plum“ und der Single „Growls Garden“ mit ihren düsteren Harmonien und wilden Breaks entwickelt sich eine enorme Suchtgefahr. Mit „Rainbow Voodoo“ zelebriert Clark einen rockigen Electro-Stomper im Stile von Alec Empire bzw. Atari Teenage Riot, und mit „Look Into The Heart Now“ verbindet er spacige Acid-Disco-Grooves mit urbanem Touch. Die perfektionierte Hymnenhaftigkeit dominieren Songs wie „Totem Crackerjack“, „Future Daniel“ und „Absence“. Mit einer packenden Dynamik und massenhaft technisch-schillernden Details demonstriert dieses atemberaubende Werk einen beeindruckenden Sinn für Dramaturgie. Ein virtuoses Leuchtfeuer mit elysischer Melancholie.


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www.myspace.com/throttleclark

www.throttleclark.com

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Alexis Le-Tan & Jess present Space Oddities Vol.2 (permanent vacation)


Benji Fröhlich & Tom Bioly mögen Disco, House, Bossa Nova und schräge Songwritersachen. Der Katalog ihres Labels „Permanent Vacation“ vergnügt sich mit Cosmic und Balearic, allerdings wurden hier auch schon Stücke von den Junior Boys oder Stephen Malkmus veröffentlicht. Nachdem ich schon an dem ersten Teil der Compilation „Space Oddities“ und den Re-Edits in Form von „Rare European Library Grooves from 1975 – 1984“ meine Freude hatte, veröffentlichen die aus dem Tigersushi-Umfeld stammenden DJs Alexis Le-Tan und Jess nun weitere Library-Musik aus den Siebzigern und Achtzigern. Darunter versteht man Auftragsarbeiten, die für Filme und TV-Produktionen komponiert wurden und weitestgehend unveröffentlicht blieben. Das sind dann gerne auch mal Soundtracks für Filme, die nie gedreht wurden. Es beginnt mit einer eingängigen Progressive Nummer mit Hammond-Motiv, darauf folgt ein hypnotisches Lullaby mit hervorragenden Gitarren-, Keyboard- und Flöten-Soli, bevor sich eine nachdenkliche Psych-Jazz-Partitur mit verzerrter Orgel und beschaulichem Piano à la Morricone auf verführerische Weise ins Ohr schleicht. Mit E. Warners groovigem „Shut Up“ kommen dann Breakbeats und eine wilde Gitarre im Stil von Funkadelic. Ansonsten werden spacige Synthesizer, tribalistische Percussions, psychedelische Geräuschteppiche und laszive Rhythmen nebeneinander ausgebreitet. Für Fans von „Suspiria“ und „Blade Runner“ ein Muss. Ich bin mit „Captain Future“ aufgewachsen und träume hier schon wieder von Joan's heissen Stiefeln. Cutting The Funk ...


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autoKratz: Animal (kitsune)


Während Ed Banger augenblicklich im Elektroclash stagniert, orientiert sich Kitsuné immer weiter auch in Richtung des stylischen Indierock. Seit sie mit ihren ersten Songs im letzten Jahr die Szene im Sturm eroberten, haben autoKratz mit Nachdruck an ihrem vielseitigen, aber doch gut wiedererkennbaren Sound gearbeitet, der auf ansteckenden Bassläufen, süchtig machendem Gesang und zwingenden Beats basiert. Nach der Werkschau-EP „Down & Out in London & Paris“ im Herbst 2008 präsentieren David Cox und Russell Crank jetzt ihr mit Spannung erwartetes Debütalbum. Und wessen Herz für Joy Division, The Fall, Underworld und aktuelle Audiolith-Releases schlägt, wird mit dem „Animal“ hier tierischen Spass haben. Nach der überwältigenden Single „Always More“ gibt’s den Sommer-Hit „Stay The Same“, während „The Idiots Are Winning“ mit Killerbeats und Vocoder besticht. Auf dem Album untermauert besonders die Ballade „Speak In Silence“ die Songstruktur, die sich hier in ihrer Melodieaffinität überall am Elektropop der 80er Jahre bedient. Weitere gute Tracks sind „Can't Get Enough“ und „Past Your Heart“. Mit ihrem sympathisch-nostalgischen Hang zur Synthetik gelingt dem Duo ein feines Update auf zeitgenössischen Beats. David Cox und Russell Crank liefern elektronische Delikatessen, die vor Abwechslungsreichtum und Tiefe nur so strotzen. Bei aller Liebe zu Justice und Digitalism – vor diesem Duo müssen sich selbst die Zugpferde des Labels in Acht nehmen.


www.myspace.com/autokratz

www.autokratz.com

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Hey-O-Hansen: Sonn und Mond (pingipung)


Auf einer Wiese in einer zerfurchten Alpenlandschaft halten ein Hase und ein Geißbock [img]http://cosgan.de/images/smilie/liebe/p020.gif[/img] ein Pläuschchen am Lagerfeuer. Von rechts stiefelt ein Murmeltier heran, am linken Bildrand hockt ein Dachs auf einer Bergkuppe. Alle Tiere sind festlich gekleidet, sie tragen Frack, der Hase und das Murmeltier außerdem einen Zylinder. Eine zufriedene Sonne und ein skeptischer Mond beobachten das Treiben. Die beiden heissen Helmut Erler, genannt „Hey“ und Michael Wolf, Spitzname „Hansen“, kommen aus Innsbruck, leben aber schon seit langem in Berlin und haben in den vergangenen 15 Jahren eine Reihe von Kassetten und Vinylsingles veröffentlicht. Das Lüneburger Elektronik-Label Pingipung fördert nun auf „Sonn und Mond“ 16 grandiose Fundstücke zu Tage. Hier werden die Champs-Élysées in die Berliner Alpen verrückt, charmante österreichische Volksmusik ins Dub-Fundament eingearbeitet und Harfenspiel mit sensibler Lo-Fi-Elektronik veredelt. Dazu müht sich die Japanerin Kazumi im Titelsong „Die Sonn und der Mond“ mit dem deutschen Text ab, während eine falsche Französin namens Frauke-Marie in „Sans Toi“ und „J’ai peur“ das Mikrofon ergreift. Außerdem rezitiert Dirk von Lowtzow (Tocotronic) in „Abraxas Version“ in deutsch gefärbtem Englisch den Schweizer Psychologen C. G. Jung rezitiert. So werden die „Rare And Unreleased Austro-Dub Tracks 1995–2009“ zu einem surrealen Alpentraum, denn Hey-O-Hansens skurriler Musikkosmos ist dort, wo sich Rastafari und Bergziege gute Nacht sagen. Ein virtuoses Spiel mit der Tiefe des Raumes.


www.myspace.com/pingipung

www.heyrec.org

www.pingipung.de




The Alchemist: Chemical Warfare (koch records)


„La Di Da Di“ von Slick Rick und Doug E. Fresh war die erste Platte, die er besass. Doch die erste Platte, die ihn inspiriert hat, selbst zu rappen, hiess „Licensed To Ill“ von den Beastie Boys. In Sachen Produktion hat er viel für DJ Premier übrig, doch inzwischen ist der aus Kalifornien stammende The Alchemist selbst einer der meist gefragtesten HipHop-Produzenten der Gegenwart. Seine knallharten Drums und klopfenden Beats haben die Produktionen von Künstlern wie Mobb Deep, Nas, Eminem, Cypress Hill, Snoop Dogg, Dilated Peoples oder Pharoahe Monch untermalt. Als DJ hat er bereits Mobb Deep und Eminem auf ihren Tourneen begleitet. Fünf Jahre nach seinem  Debütalbum „1st Infantry“ zieht der rappende Produzent The Alchemist nun seine neue Waffe „Chemical Warfare“, die mir mit vielen hochkarätigen Scharfschützen am Mic jede Menge Freude bereitet. Meine Favoriten sind das „ALC Theme“ mit Kool G Rap, „Lose Your Life“ mit Snoop Dogg, Jadakiss & Pusha T, „Grand Concourse Benches“ mit KRS-One, „Therapy“ mit Evidence, Blu, Talib Kweli & Kid Cudi, „Lights, Cameras, Action“ mit Lil Fame und das nachdenkliche Outro „Take A Look Back“. Weitere Gäste sind Eminem, Three 6 Mafia, Juvenile, Twista, Maxwell, Oh No, Roc C & Crooked I, Fabolous,  Tha Dogg Pound, The Lady Of Rage und der derzeit aufgrund unerlaubten Waffenbesitzes inhaftierte Prodigy. Die Promokampagne und das Layout zum Album sind übrigens eine Art Tribut an Banksy. Der zwischen L.A. und N.Y. pendelnde Musiker macht seinem Namen alle Ehre. Sehr schön!


www.myspace.com/thealchemist

www.alchemistbeats.com

www.kochrecords.com




Laura Vane & The Vipertones: Laura Vane & The Vipertones (socialbeats / unique)


Das Düsseldorfer Label Unique steht seit 1988 für eine coole Melange aus Funk, Soul und Groove. Ein Kollektiv erfahrener Musiker, die sich aus Großbritannien und den Niederlanden zu diesem außergewöhnlichen Funk-Projekt zusammengefunden haben, erweckt hier den modernen R’n’B aus seinem Dornröschenschlaf. Der Begriff ist ja wie so viele in den letzten 25 Jahren total verschandelt worden. 1941 erstmals aufgetaucht, bezeichnet Rhythm and Blues seitdem eigentlich den Stil afroamerikanischer Popmusik. Grundlegend bleibt dafür der Rückgriff auf die Wurzeln aus Gospels, Spirituals und Blues. Die treibenden Rhythmen verschmelzen mit den angesagten Vocals des Doo Woop und kirchlichen Gospel-Phrasen später zum Soul. - Seit Ende der 90er schreibt die aus Brighton stammende Laura Vane eigenes Material und hat mittlerweile vier Alben veröffentlicht, die auch Electronica und House abdecken. Zusammen mit Multi-Instrumentalist Jonathan ‚Diesler’ Radford (Tru Thoughts) und sechs weiteren Jungs liefert  Laura Vane, die zuletzt als Backgroundsängerin für The Streets im Einsatz war, eines der wohl besten Soul-/Funk-Alben der vergangenen zehn Jahre. Hier pumpt der Bass wie zu besten Stax- und Motown-Zeiten. Wenn es dann mal moderner wird, stehen The Neptunes dafür Pate. Und überall rückt Laura’s kraftvolle, erdige und erfrischende Etta James-meets-Janis Joplin-Stimme den Begriff „R'n'B” wieder in ein erfreuliches Licht. Stilvoll und groovy.


www.myspace.com/lauravaneandthevipertones

www.myspace.com/misslauravane

www.lauravane.com

www.socialbeats.com

www.unique-rec.com




Jan Delay: Wir Kinder von Bahnhof Soul (universal music)


Gut zehn Jahre sind mittlerweile vergangen, seit es an der Station St. Pauli Landungsbrücken ordentlich Bambule gab. Und nachdem gerade erst Denyo aka Dennis Lisk mit seinem dritten Solo-Album „Suchen und finden“ vorlegte, zieht nun Eißfeldt aka Jan Delay nach. War „Mercedes Dance“ noch „ein neuer Jan, ein neuer Anfang“, so ist „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“ die konsequente Fortführung und ultimative Ausflashung einer über drei Jahre gereiften musikalischen Vision. Die erste Single „Oh Jonny“, ein feuriges Uptempo-Brett mit Feier-Potenzial trotz gehaltvollem Text, versprach ja schon einiges. „Es gibt viel Funk der Endsiebziger, von einer Disko No. 1 in Weltklasse-Form. Natürlich auch Programmiertes, Clubbiges. Etwas Rock Mischmasch, aber auch, und darauf bin ich besonders stolz, drei wunderschöne, herzergreifende Schmonzetten“, meint der sympathische Nasenbär. Mit Tropf am Co-Flash, Sound und Mischer und über einem Dutzend Musikern auf der Bühne wird der Reggae von „Searching For The Jan Soul Rebels“ ausgegraben, der Funk und Pop von „Mercedes Dance“ ausgebreitet und hin und wieder auch der HipHop aus den guten Beginner Zeiten zitiert. Meine Lieblingshits sind der funkige „Abschlussball“ mit einer Reminiszenz an Falco, die zuversichtliche Ballade „Hoffnung“ und der oldschoolige Breakdance-Smasher „B-Boys & Disko-Girls“. In einer breiten Themenpalette vereint der Delay Lama die augenscheinlich schroffsten Widersprüche in vollendeter Harmonie. Im Herbst hält der Funk-Zug dann in jedem Bahnhof Soul der Republik, und vielleicht kommt ja 2010 auch endlich wieder ein Beginner-Album ...


www.myspace.com/jandelay

www.jandelay.de




Milk (constantin film)


In diesem Film von Gus van Sant steht ein Lokalpolitiker aus San Francisco im Mittelpunkt, der für die amerikanische Gesellschaft einen Vorkämpfer für Gleichberechtigung darstellt. Harvey Milk war 1977 als erster offen schwuler Politiker der USA in ein öffentliches Amt gewählt worden und setzte sich als Stadtrat von San Francisco für die Belange nicht nur seiner Minderheit ein, sondern auch für Arbeiter, Frauen, Rentner und andere sozial Benachteiligte. Bis er am 27. November 1978, nur elf Monate nach seinem Amtsantritt, von seinem Stadtratkollegen Dan White, im Büro erschossen wurde. – Der Film konzentriert sich auf die letzten acht Jahre Milks (Sean Penn), von seiner Zeit als angepasster Versicherungsmakler in New York, über sein spätes Comingout mit 40 und dem Umzug ins libertäre Eldorado San Francisco, wo er mit seinem Lebenspartner Scott Smith (James Franco) einen Fotoladen eröffnet, der bald als Treffpunkt und Nachrichtenbörse zum Mittelpunkt des Viertels wird, dem Einsatz für seine Nachbarschaft und die langsame Politisierung in der Schwulenbewegung, die schließlich in seinem Entschluss mündet, für den Stadtrat zu kandidieren. - Den erzählerischen Rahmen von „Milk“ bildet eine Tonbandaufnahme, die Harvey nur Wochen vor seinem Tod an seinem Küchentisch in seinem geliebten Castro-Distrikt aufzeichnete. Dieses Tonband war schon in Rob Epsteins Dokumentarfilm „The Times of Harvey Milk“ von 1984 zu hören. In seiner effektiven Dramaturgie montiert Gus Van Sant mit Liebe zum Detail immer wieder Originalaufnahmen zwischen die Spielszenen, von Demonstrationen und dem vibrierenden Straßenleben des Castroviertels. Die Gesetzesvorlage 8, mit der die Entscheidung des obersten kalifornischen Gerichts, die Schwulenehe zu legalisieren, als verfassungswidrig erklärt wurde, hat dem Film unerwartet eine tragische und dringliche Note verliehen: „Milk ist plötzlich ein lautes Klagelied und ein Aufruf zum Handeln“, schrieb das Internetmagazin Slate. So gelingt dem Regisseur ein großes, dramatisches und mitreißendes Zeitpanorama mit gesellschaftspolitischem Anspruch, das zum hochaktuellen Kommentar auf die politischen Debatten wird. Nicht umsonst wurde Gus Van Sant bei der Berliner Gala „Cinema for Peace“ für sein Drama mit dem Preis für den wertvollsten Film des Jahres ausgezeichnet.


www.milk.film.de

www.constantin-film.de


Monday, July 20, 2009 

Current mood:  blessed

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Dennis Lisk: Suchen & Finden (four music)


„Rap ist wie meine alte Jugendliebe. Ich bin nicht mehr mit ihr zusammen und doch verbindet uns weiterhin was Besonderes.“ Das geht mir genau so, aber während die Newschool des HipHop weiterhin gähnend langweilig vor sich hin prollt und sich hoffentlich irgendwann im Profilierungswahn von selbst erledigt, stelle ich vergnügt fest, dass immer wieder einer der Oldschool-Aktivisten die Lust empfindet, zu singen anstatt zu rappen. So geht es auch Denyo, der kurz vor der Jahrtausendwende eines der legendärsten HipHop-Alben in Deutschland mitgeschrieben hat. Neben seinen intelligenten, schlagfertigen Solo-Rap-Alben „Minidisco“ und „The Denyos“ rockt Denyo als MC und DJ solo oder zusammen mit DJ Mad die Clubs in Deutschland, Österreich und der Schweiz und wäre sicherlich bereit für die Re-Union seiner legendären Band. Doch nun tritt Beginner Denyo aka Dennis Lisk erstmal in die Fußstapfen Cluesos und veröffentlicht mit „Suchen & Finden” ein Singer-/Songwriter-Album, das in seiner neuen Wahlheimat drei Jahre lang in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Moses Schneider (u.a. Beatsteaks, Tocotronic etc.) entstanden ist. „Ich steh halt auf diese Liedermacherei, schöne, simple Songs, mit Gitarre und Gesang.“ Ein Geschichtenerzähler war er ja schon immer, und glücklicherweise hat er sich auch als Sänger diesen besonderen Flow und seinen Wortwitz bewahrt, so dass er auch mit melancholischen oder ernsthaften Texten nie ins Kitschige abdriftet. Ganz weit vorne sind „Navigation“, „Lass los“, „Blick nach vorn“, „Wo auch immer“, „So und nicht anders“, „Irgendwann“ und „Gerne hier“ – absoluter Lieblingssong ist „Gefährlich“. Aufrichtige, seelenvolle Musik, wie ich sie liebe. Mein Soundtrack für den Sommer 2009.



www.myspace.com/dennislisk

www.fourmusic.com




Black Eyed Peas: The E.N.D. (interscope)


Von Album zu Album haben sie sich verändert wie kaum eine andere Band. Das mögen viele nicht. Die ersten beiden Alben „Behind The Front“ und „Bridging The Gap“ waren schon klasse, doch seit im Jahre 2002 die Sängerin Stacy Ann Ferguson zu der Band von Will.i.am, Apl De Ap und Taboo hinzustiess und diese mit „Elephunk“ 2003 ihr drittes Album veröffentlichte, würde ich mich erst als Fan der Black Eyed Peas bezeichnen. Mit „Monkey Business“ gelang ihnen 2005 der absolute Durchbruch, der Partybouncer „My Humps“ ist bei mir auch heute noch fester Bestandteil so mancher Session und Fergies Debutalbum „The Dutchess“ (2006) ist extrem heiss. Inzwischen schlug die Black Eyed Peas Single „Boom Boom Pow“ direkt auf Platz#1 der iTunes-Charts und als Teaser des nun erschienenen Album „The E.N.D.“ massiv ein. Beim Recherchieren bin ich auf einen amüsanten Verriss gestossen, in dem der Rezensent über „uninispirierten, ausgelutschten, langweiligen Rotz“, „gequirlte Sinnentleertheit“ und Fergies „verzweifeltes Streben nach einer lasziven, verführerischen Erscheinung“ quatscht. Klar ist es nicht „next level shit“ und intellektuell klingt sicherlich auch anders. Aber mir war jetzt auch neu, dass bei Partysmashern mit 1-2-3-4-Bummbumm-Beats textliche Raffinessen im Vordergrund stehen. Und ja, Jay-Z höchstpersönlich hat Autotune für tot erklärt, aber wen interessiert das? Produzenten wie MSTRKRFT, die französische House-Legende David Guetta oder Keith Harris sorgen hier zweifellos für Enthusiasmus. Mit einem zaunpfahlartigen Augenzwinkern des Akronyms „The E.N.D.“ wird deutlich, dass die Energie dieser Formation nicht verloren geht: The Energy Never Dies. Abgesehen davon halte ich Fergie für die erotischste Granate nördlich der Alpen! Ring-A-Ling :-p


www.myspace.com/blackeyedpeas

www.blackeyedpeas.com

www.blackeyedpeas.de




Mike Oldfield: Tubular Bells (mercury records)


Im Jahre 1972 setzte sich der damals 19jährige Mike Oldfield hin und komponierte ein Stück Musikgeschichte. Es trug den Namen „Tubular Bells“ und umfasst in voller Länge 50 Minuten puren Musikgenuss. Das besondere war, dass Mike Oldfield fast alle Instrumente selbst eingespielt hatte. Nur beim Chor ließ er sich von seiner Schwester Sally Oldfield ein wenig unterstützen. Im Sommer 1973 veröffentlichte Oldfield das gleichnamige Album. Verkauft wurde es damals in einem kleinen Londoner Plattenladen, der gleichzeitig als Label fungieren sollte. „Tubular Bells“ wurde das erste Album dieses Labels, dessen Name Virgin Records bald in aller Munde weltweit sein sollte. Mit diesem Konzeptalbum, dessen Klavier-Intro im Horrorfilm „Der Exorzist“ wirkungsvoll zum Einsatz kam, gelangte auch Mike Oldfield zu Weltruhm (wochenlang Nummer 1 der UK-Charts und weltweit über sechzehn Millionen verkaufte Kopien). Das stilprägende Werk des Progressive Rock ebnete den Weg für eine neue Stilrichtung, der man später das Etikett „New Age“ anheftete. In den Jahren nach diesem Bestseller war sein Output ziemlich überflüssig, zwei Dekaden danach glückte ihm jedoch mit Tubular Bells II (1992) und Tubular Bells III (1998) die Rückkehr an die Spitze der Hitparaden. Nun erscheint das epochale Erstlingswerk nach der Neuauflage 2003 mit dem Untertitel „The 2009 Stereo Mixes by Mike Oldfield“ und klingt so frisch und bombastisch wie damals das Original. „Mike Oldfield’s Single“ und das traditionelle „Sailor’s Hornpipe“ gibt’s ebenso klanglich perfekt als Zugabe. Mit Pink Floyd oder Alan Parsons konnte ich nie etwas anfangen, da habe ich mich lieber von Tangerine Dream, Kraftwerk oder eben Mike Oldfield berauschen lassen. Und jetzt läuten die Röhrenglocken wieder …


www.myspace.com/michaeloldfield

www.tubularbells2009.com

www.mikeoldfield.org




Pépé Bradock: Confiote de Bits / A Remix Collection Compilation (bbe records)


Seit seiner Debut-12“ „Un Pépé En Or“ (1997) begleitet mich Julien Auger aka Pépé Bradock, auch der Nachfolger „Un Pépé En Or Vol.2“ und sein erstes Album „Synthese“ (1998) überzeugten mit ausgeprägt sommerlichen Qualitäten zwischen Deep House, Drum&Bass, HipHop, kitschigen Gospel-Ansätzen und traditionell verhafteten Jazz-Stücken. Weit weg vom handelsüblichen Design der selbsternannten Photoshop-Design-Spezialisten stechen seine fantastischen, provokativen Artworks, für die sich mit David Nicolas (Numero Six) einer der interessantesten Zeitgenossen in der Pariser Grafiker- und Animations-Szene verantwortlich zeichnet, immer wieder sofort ins Auge. Auch in seiner Soundästhetik ließ sich Pépé Bradock nie von etwas anderem als seinen eigenen Vorstellungen leiten und lenken. Mit seinem 11-minütigen TechHouse Track „Deep Burnt“ katapultierte er sich Ende der 90er Jahre auch in die Oberliga der DJs, auf seinem eigenen Label Atavisme veröffentlichte Pépé zuletzt die EP „Intrusion“. Auf der nun vorliegenden Doppel-CD „Confiote de Bits“ findet sich eine brilliante Auswahl seiner vielgerühmten Remixe, die er in den mehr als zehn Jahren seiner Tätigkeit produziert hat. Meine Higlights sind die Neuinterpretationen von „I Am Your Mind“ (Roy Ayers), „Angola“ (Cesaria Evora) „You, My Baby & I“ (Alex Gopher) und „I Am Falling“ (Charles Webster), „Today” (Zero 7) und „Subharmonic Atoms” (Namlook). Insbesondere die naturalistische Klangarchitektur weg von stilistischer Fixierung ringt mir immer wieder tiefste Bewunderung ab. Diese Remixes üben einen Charme aus, dem man sich nicht entziehen kann.


www.myspace.com/atavisme

www.atavisme.com

www.bbemusic.com




V.A. Peter Kruder Private Collection (g-stone)


Mit seinem Kumpel Dorfmeister führte er die Wiener Schule zu Weltruhm. Ihr wegweisender Mix für die DJ-Kicks-Reihe, die „Conversions“ und „The K&D Sessions“ höre ich auch heute noch ebenso gerne wie das Album seines Solo-Projekts „Peace Orchestra“. Nun hat sich Peter Kruder in seinem Wohn- und Schlafzimmer umgeschaut und dort ortsspezifische Lieblingssongs entdeckt. Herzlich willkommen zur „Peter Kruder Private Collection“, einer äusserst interessanten Zusammenstellung von einzigartiger, inspirierender Musik, die Kruders ganzes Leben und seine eigene Musik umfasst und beeinflusst hat. Los geht’s mit einem supermelancholischen Track aus der besten Zeit von Talk Talk. Mit Tortoise, einer statisch-dissonanten Klangwand von The Observatory und etwas Easyjazz von Milt Jackson with the Ray Brown Big Band folgen weitere obskure Popsongs, Klassiker und experimentelle Instrumentals werden mit persönlichen Notizen der Künstler versehen, die von der Bedeutung der Tracks für ihr eigenes musikalisches Schaffen erzählen. Pierre Moerlen’s Gong versprüht eine gute Dosis Fusion und Tom Waits mag es perkussiv, während Jan Hammer und Bernard Hermann großartige Filmmusik liefern. Dazu gibt es noch angenehmen Space Funk von Stargard, eine kleine Nachtmusik von Craig Armstrong, Artpop von Japan, verspielte Electronica von Chateau Flight sowie zwei schicke hauseigene Werke. „In meiner Welt sind das absolute Meisterwerke, die in Museen ausgestellt und auf den besten Soundanlagen der Welt gespielt werden sollten. Das ist No. 1 der „G-Stone Master Series”, weitere werden folgen“, sagt Peter Kruder. Eine geschmackvoll edle Exkursion durch die Zonenrandgebiete populärer Musik für Connaisseure des Zeitlosen.


www.myspace.com/gstonerecordings

www.g-stoned.com




J Dilla: Jay Stay Paid (nature sounds)


„Only the good die young“ - Betrachtet man Ereignisse um Künstler wie Tupac Shakur, Notorious BIG, Big L alias Lamont Coleman oder Jay Dilla, dann sieht man dieses Sprichwort schnell bestätigt. Und so erscheinen auch nach dem jeweiligen Tod immer wieder Nachlasswerke. Im Falle von J Dilla, der vor mehr als drei Jahren an der systemischen Autoimmunerkrankung Lupus starb, wurden in den letzten Monaten „The Shining“, die beiden Re-Issues „Ruff Draft“ und „Champion Sound“ mit Madlib, „Jay Love Japan“ sowie die „Dillanthology I“ veröffentlicht. J Dilla trotzte der Krankheit bis zum Schluss, und bewies noch auf seinen letzten, im Krankenhaus entstandenen Aufnahmen sein außergewöhnliches Gespür für Samples, die er in minutiöser Kleinarbeit solange verfremdete, bis der völlig neue, melodisch-jazzige Neo-Soul entstand, für den J Dilla stilprägend wurde. Das vielfältige Schaffen des Detroiter Ausnahmetalents wird nun auch mit „Jay Stay Paid“ posthum gewürdigt. Das Werk enthält 25 bisher unveröffentlichte Beat-Produktionen, die auf alten Floppy Laufwerken und DATs entdeckt und von Pete Rock wie eine Radio-Show gemischt und arrangiert wurden. Obwohl es eigentlich eher als ein Instrumentalalbum zu betrachten ist, gibt es auch Vocals von u.a. Blu, M.O.P., Phat Kat, Danny Brown, Black Thought, DOOM, Havoc, Raekwon und Illa J zu hören. Meine Top-Favoriten sind „In The Night / While You Slept (I Crept)”, „caDILLAc”, „Reality Check”, „Glamour Sho75 (09)” und der „Make It Fast Mega Mix”. Für die Überwachung des Projekts und die Auswahl der unveröffentlichten J Dilla Beats zeigt sich dessen Mutter Ms. Yancey a.k.a. Ma Dukes verantwortlich, die hier ganz im Stile ihres Sohnes zu handeln vermochte. Erstklassig – ich verneige mich!


www.myspace.com/jdilla

www.myspace.com/naturesoundmusic

www.nature-sounds.net




Recordkingz: Heavyweight (all city music)


Vor zehn Jahren veröffentliche Juliano Creator zusammen mit seinem Partner Sip Spex unter dem Namen „The Creators“ sein Debüt-Album „The Weight“ (u.a. mit Mos Def & Talib Kweli, Craig G, Consequence, El de Sensei und Diamond D). Endlich erscheint nun wieder ein schwergewichtiges Album des Produzenten, der schon für Nas und die Dilated Peoples Remixe anfertigte. Für „Heavyweight“ hat Juliano allerhand Prominenz verpflichtet, die alle ihren hohen Erwartungen gerecht werden. Nach einem kurzen Skit kommt QB-Veteran Tragedy Khadafi auf die Bühne und liefert eine sehr ordentliche Vorstellung auf dem unglaublich schönen „I Cried“ ab. Anschließend lädt uns Joell Ortiz mit „Take A Walk With Me“ zu einem kleinen Spaziergang durch New York ein, zu dem ODB die Hook beisteuert. Neben hörenswerten Tracks von The Beatnuts, Little Brother und Evidence überzeugt erwartungsgemäss Guilty Simpson auf „Hip Hop Throwback“ mit einem der besten Beats auf diesem Album. Mobb Deep erfreuen mich mit „Heat“ auch endlich mal wieder, Glasses Malone glänzt auf „Da Money“ und Problemz dramatisiert eindrucksvoll „Pay Your Respects“, bevor Craig G, Will Pack And K Major mit „Keep It Coming“ wieder für gute Laune sorgen. Schließlich geben sich noch Phil Da Agony, Montage und Mo Money die Ehre und lassen es mit „Bad Cats“ anständig jaulen. Und nach „Juliano On The Cuts“ und einem nachdenklichen Song von Aasim kümmern sich Chalice & Ruk mit „Keep On“ um ein aufmunterndes Finale. Die Limited Edition der CD enthält zusätzlich die Instrumental-Versionen, womit man sich diese verdammt guten Beats nochmal frei von den Vocals reinpfeifen kann. Feine Sache!


www.myspace.com/julianocreator

www.recordkingz.com




Various: King Size Dub Vol. 69 – 15 Years Of Dubspin (echo beach)

Dubblestandart – Lee Scratch Perry & Ari Up: Return From Planet Dub (echo beach)


Nach zwölf erfolgreichen Ausgaben der „King Size Dub“-Compilation-Reihe feiert Echo Beach mit Ausgabe Nummer 69 sein 15jähriges Jubiläum. Und das experimentierfreudige Label liefert wieder eine sehr gelungene Werkschau, so beginnen M&M auch gleich mit einer Dub Version des Martha & The Muffins Klassiker „Echo Beach“. Bekannt von jüngeren Veröffentlichungen sind bereits Dubmatix, Smoke und die Sam Ragga Band, doch wie vielseitig Dub sein kann, beweisen hier auch die Australier Deepchild feat. Andy B mit ihrem Cover des Specials-Track „Racist Friend“ und die legendären Ruts DC, die den 80er Tune „Accusation“ in ein neues, brilliantes Gewand stecken. Dubxannes „Walking On The Moon“ ist eine schöne Reminiszenz an die großartige Band The Police, und auch meine Ängste vor einer unwürdigen Cover-Version von Falco’s Kult-Ballade „Jeanny“ haben sich in Wohlgefallen aufgelöst – Dub Spencer & Trance Hill sei gedankt. Wer nach „I Do Voodoo“ Lust auf mehr verspürt, kann sich auf das Album der Wiener Kollaboration von Dubblestandart mit Dub-Legende Lee „Scratch“ Perry & Ari Up freuen. Zurück vom Planeten Dub swingen hier die Basslines und Perrys Gequatsche wurde wohltuend auf ein Minimum reduziert, nur der dreckige Schlafzimmer-Text von „Fungus Rock“ durfte wohl nicht gekürzt werden. Neben sehr coolen Neuinterpretationen von „Chase The Devil“ und „Blackboard Jungle (Dub)“ hat der große Jean-Michel Jarre sein berühmtes Synthie-Requiem „Oxygene 4“ für eine Adaption freigegeben – und Meisterregisseur David Lynch toastet darüber! Ja, Dub ist die Kunst, durch Reduktion und Manipulation von Hall und Rauch etwas Neues zu schaffen. Dub ist aber vor allem die ekstatische Freude am Echoeffekt. Und das hier ist ein Manifest für die Kraft dieser Musik.


www.myspace.com/kingsizedub

www.myspace.com/dubblestandart

www.dubblestandart.com

www.echobeach.de




Nattyflo: Soulgefühl (rootdown records)


Konsequenz und Gelassenheit sind zwei Attribute, die ihn wirklich auszeichnen. Nach den letzten Produktionen „Wochenend“ (2002) und „Immer Vorwärts“ (2005) ist es nun Zeit für das neueste, 13 Songs umfassende „Soulgefühl“. Zusammen mit Thilo Jacks alias Teka, seiner „One Drop Band“, Ganjaman und House Of Riddim ist Nattyflo hier wieder eine zuverlässige Adresse für Roots Music mit Tiefgang. „Soulgefühl steht in konsequenter Linie mit den Vorgängern und setzt inhaltlich auf das Themendreieck „Liebe / Freundschaft, Gesellschaftskritik und Musikkultur.“ Der Titeltrack ist eine schön schwingende Liebeserklärung an die Reggaemusik, während sich „My Space“ thematisch um Bewegung und Vernetzung dreht. Mit dem Dancehall-Anti-Stress-Hit „Blumen“ gibt er der Männerwelt ein paar Tips im Umgang mit den Damen, die kritische Naturhymne „Weissagung der Cree“ dagegen orgelt sich an alle. „Wir haben das Recht auf Machtkritik“, skandiert Nattyflo in „Tacheles“, wenn es um Willkür, Polizei, Lauschangriff und Onlinespione geht. Feinsten Rootsreggae zum Runterkommen gibt es mit dankbaren Tunes „Suche nach Glück“ und „Rundungen“, bevor mit bluesiger Akustikgitarre schön entspannt „Kein Stress“ ausgelebt wird. Nach der Frage „Wo bleibt der Verstand?“ Richtung G8 und dem Hochzeit-Song „Tropical“ für ein frisch vermähltes Pärchen hat Nattyflo gemeinsam mit Nosliw, Maxim, Mono & Nikitaman anlässlich des siebenjährigen Jubiläums von Rootdown (2007) eine respektvolle, groovige Hommage an das Label eingesungen. Ein authentisches Album  mit sonnigen wie kritischen Vibes. Darüberhinaus wünscht sich Nattyflo mehr Feuer an alle Unterstützer der Baobab Familie (www.baobab-family.org), die Waisenkindern und von AIDS betroffenen Familien hilft.


www.myspace.com/nattyflo

www.nattyflo.de

www.rootdown-records.com


Wednesday, July 08, 2009 

Current mood:  catalyzed

juli 2009 @ icon berlin


Pressearbeit: Roly


10.07.2009: Icon Re-Opening feat. The Bloody Beetroots + The Sexinvaders


Nachdem wir das italienische Elektro-Duo The Bloody Beetroots bereits Anfang des Jahres an der Seite des kalifornischen Turntable-Maniacs Steve Aoki begrüssen durften, haben wir die Überflieger erneut eingeladen. Schließlich hat sich die Plattenfirma „Dim Mak“ innerhalb von wenigen Jahren einen Platz an der Spitze der Indie-Labels gesichert. Hier begannen unter anderem die Karrieren von Bloc Party, The Rakes und den Klaxons. Des Weiteren startete Steve Aoki 2006 mit seiner Schwester Devon Aoki eine Kleidungs-Kollektion. Die Dim Mak Collection ist sehr erfolgreich und geht 2009 in die zweite Auflage. The Bloody Beetroots, bekannt durch ihre EPs „Rombo“ und „Cornelius“, sind derzeit durch Crookers neuesten Remix von „Warp“ in aller Munde. Das könnte natürlich auch an dem coolen Musikvideo liegen, in dem stylische Menschen Wecker zerstören, gegen das Vermummungsgesetz verstoßen und ihre Beinmuskulatur trainieren. 2006 von den Produzenten Bobby Rifo und Tommy Tea gegründet, sind ihr Markenzeichen nämlich Masken, die sie während ihrer Liveauftritte tragen und die an die Maske der Marvel-Figur des schwarzen Spidermans erinnern. Ihre hervorragenden Live-Qualitäten zeigen sie uns heute Nacht, und zu diesem heftigen Lauschangriff gesellen sich auch unser Resident Marvin Suggs und The Sexinvaders. Die Berliner Jungs stehen für eine wilde Mixtur jenseits der Genregrenzen und durften schon mit zahlreichen Größen wie Moonbootica, Moguai, Leeroy Thornhill oder Ascii Disco auftreten. Natürlich produzieren und veröffentlichen sie nicht nur Musik, sondern spielen auch ihre eigenen Tracks sehr gerne. Wer sich ihre Single „TPS“  auf dem französischen Label „On the fruit Records“ schon mal angehört hat, weiß auch warum. Tanzwillige aller Gattungen werden somit heute mit elektronischen Künsten jeglicher Coleur betört, also seid bereit für eine rauschende Clubnacht.


http://www.myspace.com/thebloodybeetroots

http://www.myspace.com/thesexinvadersdjs

http://www.myspace.com/marvinsuggs




11.07.2009: Recycle Re-Opening feat. D.Kay


Zum Re-Opening nach unserer Sommerpause gibt’s hochsommerlichen Sound mit dem wohltemperierten D.Kay, der dafür bekannt ist, immer wieder Akzente zu setzen. Zusammen mit dem Wiener Produzenten Epsilon releaste er im Sommer 2003 den Track „Barcelona“, der in einer Vokalversion mit Stamina MC in die Top10 der britischen Charts gelangte. Im gleichen Jahr wurde D.Kay in England bei den prestigeträchtigen Knowledge Awards als Best Breakthrough Producer ausgezeichnet. Seitdem spielt er ganz oben in der Liga und gehört zu den gefragtesten Produzenten und DJs Österreichs. D.Kay brachte zahlreiche Veröffentlichungen gemeinsam mit bekannten Produzenten und DJs aus Großbritannien heraus (auf Labels wie Soul:r, Moving Shadow, Renegade Hardware, Bingo, Hospital, Metalheadz, 31 Records usw.), die deutlich machen, dass er nicht nur auf einen Stil festgefahren ist. Vielmehr bringt dies seine musikalische Vielschichtigkeit und seine grundsoliden Produktionsskills klar zum Vorschein. Neben Ill.Skillz Recordings (mit Raw.Full) führt D.Kay auch noch sein eigenes Label Brigand Music (Brigant ist eine altertümliche Bezeichnung für Wegelagerer, Bandit oder Verbrecher). Rechtzeitig zu seinem Dekaden-Jubiläum als DJ veröffentlichte der einzige Full-Time Breakbeat Producer Österreichs vor zwei Jahren sein Debut-Soloalbum „Individual Soul”, was Jazz-Flavour und Breakbeats auf eine innovative, komplexe und zugleich extrem leicht zugängliche Weise zusammen bringt. Als DJ sorgt D.Kay für heiße Fußsohlen in ganz Europa und zuletzt auch in Australien. Regelmäßig tritt er am Donnerstag im Drum’n’Bass-Szene-Treffpunkt „beat it“ (Flex, Wien) auf. Und heute ist er wieder live bei uns zu Gast, um die neuesten Tracks des Geschehens zu präsentieren. Sein wohl bestes Zitat lautet wohl nach wie vor: „Bei aktuellem Drum’n’Bass steht immer eine Musik im Vordergrund, darum ist Pendulum so big: das lauteste Element in ihren Tracks sind die Melodien. Darum gefällt mir, so seltsam das klingen mag, derzeit auch Jump Up am besten, denn dieser Sound ist noch real: über fetten Drums liegt eine Bassline, die zum Hauptelement wird und zugleich auch die Melodie transportiert.”


http://www.myspace.com/brigandmusic




17.07.2009: Dubstep Special feat. Caspa


Wer seine Mixkünste auf der renommierten CD-Reihe der Londoner Clubinstitution Fabric präsentieren darf, kann sich getrost zur DJ-Elite zählen. Caspa durfte. Zusammen mit Rusko gestaltete er einen darken, narkotischen, mitreissenden Upfront-Mix, eingehüllt in Bauchgruben umwühlende Low-End-Bass-Dekonstruktionen und -Verzögerungen und angereichert mit Dub, Reggae, Garage & Drum'n'Bass-Elementen. Sein Name Caspa ist übrigens eine Anlehnung an den Hauptcharakter einer seiner Lieblingsfilme: Kids. Gemeinsam mit seiner Sub-Soldiers-Posse gehört der junge West-Londoner mittlerweile zu den fleißigsten Aktivisten der jüngeren Dubstep-Geschichte, seine 2007 und 2008 erschienen EP’s „Ave it Vol. 1 & 2“ werden schon jetzt als Klassiker gehandelt. Sein Sound ist dunkel und bedrohlich und weist doch immer den einzig richtigen Weg durch den Niederfrequenzdschungel. Als Labelowner von drei der wohl momentan wichtigsten Dubstep Labels (Dub Police, Sub Soldiers und Storming Productions) beschallt er die Clubs weltweit mit seinen abwechlungsreichen Sets. Während sich Storming Productions dem härteren, Breaks-orientierten Dubstep widmet, kümmert sich Caspa auf Dub Police um junge, aufstrebende Dubstep-Produzenten und releast auf Sub Soldiers seine eigenen Produktionen und die von seinem Kollegen Rusko. Die musikalische Vielfalt bei seinen Labels spiegelt sich auch in seinen Tracks wieder. So entstehen ruhige, atmosphärische Songs wie der „Moments in Love“-Remix oder harte, peitschende Songs wie „Big Headed Slags“. Inzwischen hat er sein Album „Everybody’s Talking, Nobody’s Listening“ veröffentlicht, das mit Querverweisen zum Drum&Bass und Dub durch tiefstes Bass-Terrain blubbert. Bei Caspa-Tunes lohnt sich das genauere Hinhören, denn sie sind nie nach einem bestimmten Schema aufgebaut und manches Gimmick erschließt sich erst nach mehrmaligem Hören. Seine Tracks haben meistens einen heftigeren zweiten Drop, damit sie der DJ länger spielt und die Leute auf der Tanzfläche überrascht werden. Die beiden Freakcamper 2Krazy und Robotic sorgen sicherlich auch wieder für jede Menge Deepness.


http://www.myspace.com/caspadubstep




24.07.2009: Icon presents N.A.S.A.


Sitzgurte anlegen, Helmvisiere herunterklappen, ab geht’s in die Welt von N.A.S.A. - der Name steht für „North America / South America“, aber auch für die Wiederbelebung der Art von HipHop, die der ein oder andere Kenner schon auf dem Sterbebett gesehen hat. N.A.S.A. ist das Baby der DJs, Producer und Turntablisten Squeak E. Clean und DJ Zegon, die etwas abseits des Rampenlichts schon seit sechs Jahren gemeinsam Fädchen ziehen und verknüpfen. Während Squeak E. Clean bei verschiedenen Parties in und um Los Angeles auflegte und sich neben zahlreichen Remixen vor allem mit seinem Soundtrack zum Kult-Klassiker „Yeah Right!“, dem meistverkauften Skatefilm aller Zeiten, einen Namen machte, hat sein aus Sao Paulo stammender Partner Zegon schon Ende der 80er, als in Brasilien noch Heavy Metal ganz hoch im Kurs stand, gelegentlich in Sao Paolo und Rio de Janeiro Hip Hop-Platten aufgelegt und Public Enemy mit brasilianischem Baile Funk gemischt. Aufgrund einer Beastie Boys-Connection verschlug es Zegon nach Los Angeles, wo er unter anderem mit Björk und den Beasties zusammen gearbeitet hat und schließlich Squeak E. Clean auf einer Studioparty kennenlernte. Fünf Jahre, etliche zurückgelegte Meilen, Telefongespräche und Stunden im Studio später ist nun „The Spirit Of Apollo“ erschienen. Der lange Atem, den die beiden für ihr Debutalbum brauchten, ist der schier unendlichen Gästeliste der Platte geschuldet. Das Resultat ist keine unmotivierte Aneinanderreihung diverser Gastmusiker, sondern besticht vielmehr durch ein Arrangement unterschiedlichster Kreativitäten zu einem Pool aus Gegensätzen, der sich in ein übergroßes Ganzes ergießt. Es ist ein Plädoyer für den Hip Hop, wenn KRS-One auf altbewährter Samplebasis doziert und Chuck D mit David Byrne über Geld schimpft, während sich Lykke Li und Santogold oder Tom Waits und Kool Keith die Klinke in die Hand geben. Alles andere als Funk wäre bei einem Feature der P-Funk-Legende George Clinton ohnehin unangebracht. Auch live gibt es einzigartige Hybride aus düster hinterhältiger Stimmung und musikalischer Varianz. Mit überall spürbarem Druck trifft hier brasilianische Lebensfreude auf New Yorker Eastcoast-Schule.


http://www.myspace.com/nasa




25.07.2009: Recycle feat. Alley Cat


Quizfrage: Wer ist Recycle’s einzige Resident-Djane und verdreht hier vierteljährlich allen Jungs den Kopf? – Richtig, Alley Cat, doch hier nochmal die Geschichte für den Nachwuchs: Alicia Williams entdeckte die Jungle-Szene in ihrer Heimatstadt San Francisco und nur wenig später, war sie dort eine der gefragtesten DJs und bestimmte die Szene gewaltig mit. Schon zu diesem Zeitpunkt wurde sie oft nach Deutschland geholt, um dort gemeinsam mit Shy FX und Kemistry (r.i.p.) & Storm aufzulegen. 1999 hat sie ihren Standort von San Francisco nach London verlegt, um dort massgeblich zum Aufbau des renommierten Skunkrock Labels beizutragen, Tracks zu produzieren und weltweit Touren und Labelnights durchzurocken. Inzwischen kann sie auf Bookings in verschiedensten Ländern wie Südafrika, Israel, Island oder Norwegen zurückblicken, um hier nur ein paar exotische zu nennen. 1999 erschien ihr erster Track „Payload“ in Zusammenarbeit mit Tha Countaman, der von Konflict geremixt wurde und 2001 folgte ihr Zweitling namens „Captive“. Außerdem zeigte sie sich für verschiedene Koproduktionen sowohl auf Skunkrock als auch dem legendären Label Reinforced verantwortlich. Mittlerweile unterhält sie unter dem Kollektiv-Namen „Feline“ mit den DJanes Storm, Flight und Miss Pink sowie den MCanes Chickaboo, Deeizm und Ayah eine Clubnacht im „Herbal“ in London. Denn hinter den Plattenspielern zu stehen war für Alley Cat immer wichtiger als zu produzieren, deshalb liegen meist auch zwei Jahre zwischen ihren Veröffentlichungen. Nun hat sie ein eigenes Label an den Start gebracht, das auf den wunderschönen Namen „Kokeshi“ hört und auf dem erstmals der Back-Katalog von Skunkrock digital veröffentlicht wird. Kokeshi 001 (Alley Cat) ist bereits draussen, auf Kokeshi 002 & 003 servieren Kiat & Lung uns weitere Schmuckstücke. Und heute Nacht liefert uns Alley Cat endlich wieder ein exzellent gemixtes Set, prall gefüllt mit dem neuesten unveröffentlichten Material von Kollegen und Lieblingsproduzenten wie Klute, A-Sides, Artificial Intelligence, Digital & Spirit. Neben Drum & Bass liebt sie auch alle weiteren Arten elektronischer Musik, vor allem Hip Hop und Old School Electro. So hört man anstatt gerader, technoider Basslines bei ihr viele Breaks sowie soulige Vocals perfekt kombiniert. Deepe, kickende Stepper, deren Beats oftmals diese sehr coole Next Wave Urban Jungle Ästhetik von Reinforced hat, wechseln sich ab mit funkigen Rollern, die mit klackernden Rimshots durch die Nacht grooven.


http://www.myspace.com/djalleycat

http://iheartkokeshi.com




31.07.2009: Icon presents Brodinski + Mikix The Cat


Brodinski nennt sich der junge Franzose aus Lille bzw. Reims, der vor lauter Remixanfragen nicht mehr vor und zurück kann! Seine Bearbeitungen für Bonde Do Role „Office Boy”, Radioclit „Divine Gosa”, Klaxons „It’s Not Over Yet”, The Shoes „Amercia”, D.I.M. „Is You” und viele mehr haben alle wach gemacht. Sein musikalisches Know-How spiegelt Brodinski erfolgreich in seinen Produktionen wieder. Mit seinem Debut „Bad Runner“ auf dem Genfer Label Mental Groove Records konnte Brodinski im Jahre 2007 in der Top-Ten Liste mit Namen wie Soulwax, Tiga, Erol Alkan, Justice, Simian Mobile Disco, Laurent Garnier, Chloe, A Track, Busy P und Switch mithalten. Durch seine perfekte Technik und Produktion setze sich Brodinski von anderen Musikern ab und durch die zahlreichen Remixe übertrug er die Indie Euphorie auf die Tanzflächen. Seine restliche Zeit nutzte er, um hauptsächlich in Belgien und England und dann in ganz Europa und Amerika auf Tour zu gehen. Außerdem spielte er auf allen wichtigen Sommerfestivals. Während seiner DJ-Sets bei den Radio Soulwax Partys haben sich Xavier from Justice, 2 Many DJs und Erol Alkan in ihn verliebt: „He is great, we totally love this guy.” Im Gegensatz zu den Pariser DJ’s und Produzenten begeistert Brodinski sein Publikum mit Bass-Heavy House und Minimal klängen und nicht mit Noisy Electro-Techno. Die in kurzer Zeit so erfolgreiche Karriere und der Ohrenschmaus für den Zuhörer des Elektro Phänomens Brodinski lässt nun nach Frankreich in ganz Europa die Tanzflächen krachen. Zum Tanz in den August erwartet uns am Freitag ein dickes Set vom dem derzeitigen Überflieger, der sich immer wieder bemüht, die Partycrowd ekstatisch mit flirrendem Electro-House zu hypnostisieren. Der blutjunge französische DJ und Produzent Mikix The Cat hingegen hält seit 2007 unangefochten den Titel „Paris Heavy Bass Champion“ und wird heute neben Brodinski und Marvin Suggs beweisen, das seine 4x4-Beats und Basslines härter als jede Guillotine sind.


http://www.myspace.com/brodinskimusic

http://www.myspace.com/mikixthecat


Monday, June 15, 2009 

Current mood:  thoughtful
roly's silberscheiben 06/2009 @ hanf journal - [pdf download]
 
 
Various: AMBASSADORS 4 - From Amen to Z (santorin records)
 
Ich weiss schon, warum ich bei den alljährlichen Future-Music-Awards immer diese Drum’n’Bass-Posse aus Tübingen zum besten Label des Jahres wähle. Alles andere als provinziell versorgen die Botschafter von Santorin seit über zehn Jahren die Jungle-Liebhaber mit feiner Kost. Freestyle ist das Zauberwort. Denn auch die vierte, liebevoll mit verschiedenen Styles angereicherte Folge der Ambassadors-Serie liefert hoffnungsvolle bis inzwischen avancierte deutsche Künstler mit veritablen Hits für das heimische Soundsystem. Zwischen andächtiger Oldskool-Affinität und Future-Breakbeat-Science werden die unterschiedlichsten Stile kombiniert, die sich - verteilt auf 3×12″ Vinyl, zwei ungemixte CDs plus digitale Downloads - „From Amen to Z“ in 45 bisher unveröffentlichten Tracks entfalten. Santorin steht für einen dynamischen Mix aus melancholischer Deepness, clubkompatibler Floortauglichkeit und einer Prise Funk. Ob mit analogen Flächen blubbernd oder energetischer Tiefe zerrend, verfolgen alle Santoriner konsequent ihren Sound, ohne die musikalische Vielfalt zu verlieren. Meine Highlights kommen von Concept & Shnek, Camo feat. Jett, Young Ax, Simon V., Peyo & Grimm, Hiten, Cold Jazz & Wezzler feat. Joey Fever, Kenshiro, Parhelia, Denius, Bassface Sascha, Paul SG, Telmo A, sH1 und Naibu, die mit ausgefeilten Strukturen und massivem Gewummer beweisen, wie lebensfroh Drum’n’Bass doch sein kann. Solide zersplittern die Beats und steppen mit hypnotischen Basslines über das Meer. Und wenn man auf den Grund musikalischer Tiefe taucht, entdeckt man hier eine superschicke Perle unter den Drum’n’Bass-Compilations.
 
www.santorin.de/ambassadors4
www.grooveattack.com
 
 
 
High Contrast: Confidential (hospital records)
 
Kaum ein Künstler hat in den letzten sieben Jahren so sehr wie dieser junge Mann aus dem walisischen Cardiff dazu beigetragen, dass meine große Liebe noch immer dem Drum’n’Bass gilt. Mit seinem Debütalbum „True Colors“ brachte High Contrast im Jahr 2002 überraschend frischen Wind in die festgefahrene Szene. Und mit Tracks wie „Make It Tonight“ und vor allem „Return Of Forever“ hatte sich der sympathische Lincoln Barret in mein Herz gespielt. Dank der zwei weiteren wegweisenden Alben „High Society“ und „Tough Guys Don’t Dance“ sowie diverser Remixproduktionen zählt er zur Premier League des Drum’n’Bass. Aktuell sorgt er mit seinem Remix von Adele’s „‚Hometown Glory“ für leuchtende Augen und vollgepackte Dancefloors. Aus dem Backstock zahlreicher Werke wurde nun unter dem Titel „Confidential“ Material für zwei sehr unterhaltsame CDs ausgewählt, mit denen man unglaublich gut neue Zuhörer für die fast täglich schrumpfende Jungle Crowd gewinnen kann. Den unbelehrbaren Spöttern zum Trotz besteht Barrets Antrieb in erster Linie darin, erkennbare musikalische Kontrastpunkte zur Langeweile und Konvention im Hause Drum’n’Bass zu setzen – daher auch sein Künstlername. Immer darauf bedacht, soulig gefühlvoll zu sein, ohne auf breite Basslines und munter vor sich hin scheppernde Beats zu verzichten, rollen seine Tunes immer wieder funky. Diese essentielle Collection beinhaltet 12 erstklassige Hits wie „If We Ever“, „Seven Notes In Black“, „Kiss Kiss Bang Bang“, „Tread Softly“ und „Basement Track“ sowie 13 supergeniale Remixe für u.a. Adele, The Streets, Omni Trio, Utah Saints, ILS, Missy Elliot und London Electricity. Ein absolut zeitloser Soundtrack für verträumte Junglisten und alle, die es werden wollen !!!
 
www.myspace.com/highcontrastuk
www.hospitalrecords.com
 
 
 
Lynx & Kemo: The Raw Truth (soul:R)
 
Einer, der mit seinem Sound einmal mehr bewusst macht, welches schier endloses Entwicklungspotenzial Drum’n’Bass bietet, hört auf den Namen Lynx. Durch The Prodigy, Chemical Brothers, Leftfield, Massive Attack sowie Foul Play & Omni Trio beeinflusst, produziert er seit 15 Jahren Musik und arbeitet den ganzen Tag als Produzent und Techniker für andere Artists. Kemo dagegen wuchs in mehreren amerikanischen Städten auf, wo er die Anfänge der Hip Hop Kultur erlebt hat und seine Liebe fürs Rappen - insbesondere die Bilderwelten, der Wortwitz und die Improvisationskunst des Freestyles - begann. Einen Teil seiner Jugend hat der Kosmopolit in Belgien und Deutschland verbracht und wurde dank BFBS Radio und einigen erlebnisreichen Trips nach England durch die Rave Szene, Jungle und Skate Punk geprägt. Über myspace haben sie sich kennengelernt, und so entstanden Tracks wie „Global Enemies“, „Carnivale“ und „Fortune“ ausschließlich durchs Hin- und Her-Senden von Daten übers Internet. Nach langem Warten ist nun endlich ihr innovatives Debut-Album „The Raw Truth“ auf dem Premium-Imprint Soul:R erschienen. Das erstklassige Werk greift auf originäre Elemente des Drum’n’Bass zurück und featured gute Leute wie Alix Perez, DRS, Henree, Spoonface und Tali. Die akzentuierte Instrumentierung von Lynx’ Kompositionen und Kemos eigentümliche Wortbegleitung verleihen jeder Produktion einen unverwechselbaren Charakter. Ihr Mut zu einem eigenständigen Stil konzentriert sich voll auf die musikalische Essenz und fühlt sich an wie richtig guter Hip Hop. Ganz großartig!
 
www.myspace.com/evocators
www.therawtruth.info
www.soulr.co.uk
 
 
 
DJ Cam presents Inlove: Stories (inflamable)
 
Bevor ich mich noch länger darüber aufrege, dass Sarina für mein Verständnis von Sexyness viel zu früh aus der aktuellen Staffel von „Germany’s next Topmodel“ rausgeflogen ist, geniesse ich gemeinsam mit dem französischen Abstract-Downbeat-Mixwizard DJ Cam dieses ebenfalls sehr erotische Album. Ja, das Modelbusiness, gepaart mit Bulimieerkrankungsdiskussionen und in Irrsinn ausartende Zickenkriege lassen das Ansehen der begehrenswerten Schönheiten tagtäglich sinken – kein Wunder also, dass man sich in der Branche zunehmend umorientiert. Vor allem, wenn man weitaus mehr zu bieten hat als den richtigen Body-Mass-Index und einen verführerischen Augenaufschlag. Unter der gleißenden Sonne Nigerias aufgewachsen, schlug das Herz des Models Inlove bereits vor ihrer Entdeckung durch Ford Models und dem damit verbundenen Schreiten über sämtliche Catwalks dieser Welt für Reggae, Soul, Funk und afrikanische Rhythmen. Im Alter von zwanzig Jahren lernte sie den Ausnahmeproduzenten DJ Cam kennen, und gleich die erste Zusammenarbeit resultierte im Single-Hit „Summer In Paris“, den sie mit ihrer Stimme veredelte. Gemeinsam mit ihm erzählt Inlove nun ihre beseelten „Stories“ als Vertonung ihres Innersten: Tief und sinnlich, strahlend und sonnig. Die erste Single-Auskopplung „For Minnie Riperton“ wurde bereits völlig zu Recht als eine der heißesten Soul-Nummern seit den 70er Jahren bezeichnet. Und Tracks wie „I Want You“, „Sweetest Pain“, „Rain“, „Fight“ glänzen ebenfalls mit einem grandiosen Vibe, der sich durchaus mit 4Hero-Produktionen messen lassen kann. Ein wunderbares Cover des amerikanischen Pianisten und Komponisten Burt Bacharach gibt’s mit „The Look Of Love“ als Zugabe. Sehr cool!
 
www.myspace.com/inlovethereal
www.inflamable.com
 
 
 
Nneka: To And Fro (yo mama)
 
Nach ihrem Debütalbum „Victim Of Truth“ (2005) wurde sie nicht nur von der britischen Sunday Times mit Lauryn Hill verglichen. Die Sängerin Nneka, deren Wurzeln in Nigeria liegen, ist eine Ausnahmekünstlerin, die ihre ehrlichen und politischen Texte mit viel Gefühl und Herzblut singt. Dabei verbindet sie afrikanische Einflüsse mit westlichen Beats. Als Einflüsse und Vorbilder gibt sie neben Fela Kut und Bob Marley auch Mos Def, Talib Kweli, Mobb Deep und The Fugees an. Wie die meisten Afrikaner, die in der westlichen Welt unterwegs und von mangelndem Wachstum und Stabilität in ihrer Heimat betroffen sind, suchte sie nach Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Die Wahlhamburgerin kam mit 19 Jahren in die Hansestadt, um neben ihrer Gesangkarriere auch einen Abschluss in Anthropologie zu machen. Sie tat sich mit dem DJ und Produzenten Farhot zusammen, mit dem sie ihre Texte musikalisch untermalt. Ihr Kultstatus unter gut informierten Soul/Roots-Kennern durfte sich mit der Veröffentlichung ihres zweiten Longplayers „No Longer At Ease“ und der Single „Heartbeat“ endgültig ändern. Mit dem 3-CD-Pack „To And Fro“ kann man in die weitläufige Welt von Nneka eintauchen, ihre facettenreiche Stimme immer wieder neu entdecken und sich auf eine ereignisreiche Reise durch die multikulturellen Einflüsse der jungen Nigerianerin entführen lassen. Neben ihren zwei bisherigen Alben hat das selbsternannte „Warri Girl” Nneka auch eine CD mit Remixes, Live-Versionen, B-Seiten und einer Handvoll neuer Songs sowie all ihre Videos in das Package gepackt. Eine starke Odyssee in Soul und Afro-Beat mit Groove, Herz und Stil!
 
www.myspace.com/nnekaworld
www.nnekaworld.com
www.remembersarowiwa.org
www.yomama.de
 
 
 
Koalas Desperados: Koalas Desperados (rootdown records)
 
„Koalas kennt man als freundliche und friedliche Kreaturen. In Wahrheit können Koalas aber auch sehr rebellisch sein. Eine neue Art ‚urbaner Immigranten-Koalas’, die man ‚Koalas Desperados’ nennt, bevorzugt ausser Eukalyptus noch fette Beats und das Brechen von Regeln. Ab und zu begeben sich diese Koalas auf eine Pilgerreise an einen geheimen Platz im urbanen Dschungel. Dort treffen sie sich mit anderen Koala-Rebellen, um ihrem speziellen Desperados-Sound zu huldigen und ihre spirituelle Botschaft zu verbreiten: Legalize Eukalyptus!“ So lautet die sinngemässe Übersetzung des Album-Intros. Und hinter diesem Projekt stecken nicht etwa in die Karibik ausgewanderte Australier, sondern ein von Rootdown Produzent Thilo „Teka“ Jacks und seinem alten Schulfreund Manar el-Abed ins Leben gerufenes Soundnetzwerk globaler Art. 17 Musiker und 17 Vokalisten aus 15 Nationen sind nach Köln gekommen, um eine gelungene Melange aus Reggae, Soul, Afro-Beat, World-Folk und allerlei herkunftsabhängigen eigenen Styles und Einflüssen aufzunehmen. In ihren Heimatländern bekannt, sorgen hier neben deutschen Klettertier-Abenteurern wie D-Flame, Nosliw, Laura Lopez-Castro und Maxim auch Paco Mendoza (Argentinien), Bezegol (Portugal), Macaco und Nubla (Spanien), Korbo (Burkina Faso), Jaqee (Schweden / Uganda) oder Lhabanero (Kuba) für zwanglose Internationalität. Man muss nicht erst Brehm’s Tierleben bemühen – wie es sich mit den Koalas sozial verhält, kann ja in einer Enzyklopädie nachgelesen werden. „Als nachtaktive Tiere besitzen Koalas ein gutes Hörvermögen.“ So ist der Name bei diesem organischen Soundclash mehr als nur Programm.
 
www.myspace.com/koalasdesperados
www.rootdown-music.com
 
 
 
RotFront: Emigrantski Raggamuffin (essay recordings)
 
Als ich kürzlich mit meiner Schwester und meinem Vater in dessen Geburtsstadt Leipzig fuhr, überlegte ich mir, was wohl unser Soundtrack für die Autobahn werden könnte und stiess auf die „RotFront“, die mir aus guten Gründen prädestiniert dafür schien. RotFront ist die Hausband des Berliner Kaffee Burger. Das Burger wiederum ist der Geburtsort und die No. 1 Location der legendären Russendisko. Mit ihrer Organisation als Kollektiv und ihrem High-Energy-Gebräu, das vielfältige musikalische Referenzen kennt, passen sie in die Riege anderer Kollektive, die von der Hauptstadt aus die Welt erobert haben. Und so nickten wir im Auto zu Polka, Klezmer, Ska und Cumbia, denn „die Musik von RotFront ist nicht nur gut, sie ist auch ein Beitrag in Sachen Völkerverständigung. So wie die Russen mit Rammstein-Texten Deutsch lernten, können nun die Deutschen mit RotFront auf Russisch, Ukrainisch, sogar auf Ungarisch mitsingen.“ So erklärt es Wladimir Kaminer, und der Name des Albums „Emigrantski Raggamuffin“ sagt schon viel über den humorvollen Mix aus osteuropäischen Folkloretypen und heissen Rhythmen aus. Um Russendisko-Vater Yuriy Gurzhy und Simon Wahorn versammelten sich Akkordeonist Daniel Kahn, das blechgewaltige Bläsertrio Max Bakshish, Dan Freeman (Saxofon) und Anke Luchs (Posaune) sowie Drummer Jan Pfennig (Human Sampler). Die weibliche Stimme liefert die ungarische Schauspielerin Dorka Gryllus, und gemeinsam mit dem Berliner Produzenten Kraans De Lutin (Tiger HiFi, Martin Jondo, Culcha Candela) wurde dieses amüsante Album aufgenommen. Die gute Laune funktioniert hier auch ohne Vodka. Fuel for your Sovietoblaster!
 
www.myspace.com/rotfrontberlin
www.essayrecordings.com
 
 
 
La.Mia.Bocca: The Journey (lamiabocca records)
 
Nachdem die Originalversion längst ausverkauft und ein hochdotiertes Sammlerstück ist, kommt hier nun ein leicht verändertes Revival des Debutalbums aus dem Jahr 2005 mit vier neuen Titeln! Wenn ich was von einer „Kombination aus Klassik und Pop“ lese, kommt mir (schön voreingenommen) meist das Frühstück wieder hoch, da man dort billigen Kitsch erwartet und ihn meistens auch bekommt. Mit  La.Mia.Bocca betritt nun das erste Studio- / Live-Projekt die Bühne, das allerdings äusserst stil- und eindrucksvoll klassische Stilelemente und Opernarien mit elektronischen Sounds verbindet. Die romantischen und melancholischen Melodien von Giaccomo Puccini waren dabei die grösste Inspiration. Mit viel Respekt und Liebe zum Detail haben La.Mia.Bocca Arien aus  Puccinis „Tosca” sowie aus „La Wally“ von Alfredo Catalani und „Lakme“ von Léo Delibes zeitgemäß interpretiert und produziert. Indische Tablas und Sitars treffen auf Electro Beats, minimalistische Sequenzer mischen sich mit japanischen Taiko Trommeln, ostinate Basslines bilden das Fundament für die Warschauer Symphoniker, und zu himmlischen Chören wird William Blake’s „Garden of Love“ zitiert. Ein Ausnahmesong ist sicherlich „Ocean Of Sadness“, bei dem Puccinis „Madame Butterfly“ Pate stand. Die Musik beschreibt die Schönheit der Einsamkeit und des Schmerzes, der Enttäuschung und der unerfüllten Liebe - über allem schwebt engelsgleich die wunderschöne Stimme der Sopranistin Olivia Safe. Ein sehr leidenschaftliches Werk auf höchstem Niveau mit der so wichtigen Mixtur aus Dramatik und Entspannung.
 
www.myspace.com/lamiaboccamusic
www.lamiabocca.com
 
 
 
>> Acid DVD
Die Reise ins Glück (cinema surreal)
 
Nach zehnjähriger Produktionszeit hat Wenzel Storch sein Low-Budget-Trash-Fantasy-Projekt „Die Reise ins Glück“ inzwischen vollendet. Ein „psychedelisches Abenteuermärchen nach Jules Verne“ sollte sein Film werden, als „risikofreien LSD-Trip für den Preis einer Kinokarte“ beschreibt ihn die Presse. Das Opus magnum des deutschen Independent-Autorenfilmers liegt irgendwo zwischen surrealem Trick- und wüstem Realfilm, zwischen triefigem Melodram und schrägem Musical. Angesiedelt in einer bonbonfarben-samtenen Märchenoptik zwischen opulentem Rokoko und lautem Expressionismus kämpft Kapitän Gustav (Jürgen Höhne) gegen den despotischen Inseldiktator König Knuffi (Holger Müller), einst ein Freund aus Kindertagen, den er vor dem Ertrinken gerettet hat. Gustav’s riesiges Schneckenschiff ist aus dem allerletzten Müll zusammengebaut und psychedelisch bemalt in den Farben der Siebziger. Neben den beiden Antagonisten gibt es noch Gustavs schöne junge Frau Eva (Jasmin Harnau) und die fünf gemeinsamen Kapitänskinder, zwei Propagandaminister mit Blasenschwäche, knapp bekleidete Eingeborene, zwei alte Prostituierte, Clementine, den König der Feinschmecker, die Edelleute, eine Bordkapelle sowie das von Max Raabe vorgetragene „Tellerlip Girl“. Und natürlich gibt es ganz viele Tiere, die sich wie in alten Kinderbüchern der menschlichen Sprache bedienen: Dieter Kramls echte und musizierende Bärin Nora als erster Offizier, fünf abenteuerlustige Frösche und eine Eule von der Filmtierzentrale Hamburg, ein Hamster aus dem Zoo Stumpe Hildesheim und ein notgeiles Kaninchen aus Groß Lafferde, das in fleischlicher Verbindung mit der spießigen Kuckucksuhr eine altertümliche, aber funktionierende Zeitmaschine zu zeugen vermag. Die völlig aus der Art geschlagene Reise ins Glück wird so zu einer mit 60 Tonnen kleiner Details vollgestopften Kreuzung aus schrillem Kinderquatsch und fabulösem Rokoko-Amok-Märchen und mutiert dementsprechend zu einer total absurden Komödie mit hohem Trip-Faktor. Die Luxusedition mit 2 DVDs und nicht weniger als 241 Minuten Bonusmaterial zusammen mit einem Poster und einem 20seitigen Booklet ist nur über die Webseite www.cinemasurreal.com käuflich zu erwerben.
 
www.wenzelstorch.de
www.cinemasurreal.com
Tuesday, May 19, 2009 

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Depeche Mode: Sounds Of The Universe (mute records)

Mit weltweit über 100 Millionen verkauften Tonträgern gehören die britischen Synthie-Pop-Pioniere zu jener Elite von Supergruppen aus den frühen Achtzigern, die ihre Ideale, kreative Vision und Kernbesetzung unbeschadet in die Gegenwart hinübergerettet haben. Sie haben interne Spannungen und Feindseligkeiten seitens der Kritiker hinter sich gelassen, und während ihr dreißigstes Bandjubliäum unaufhaltsam näher rückt, freue ich mich erstmal über ihr 12. Studioalbum. Wie bereits auf „Playing The Angel“ stammen die neuen Songs sowohl von Martin als auch von Dave. Und verbal adelt der geniale Songwriter die Beiträge seines früheren Antagonisten regelrecht: „In einem Blindtest hätte man Schwierigkeiten herauszufinden, wer welchen Song geschrieben hat.“ Die Songtexte handeln von den typischen Obsessionen der Bandmitglieder – Lust, Spiritualität, romantisches Sehnen, sündige Versuchung und Sadomasochismus – und weisen dabei mehr unverhohlenen schwarzen Humor auf als ihre früheren Werke. Die Sci-Fi-Gospel-Blues-Hymne „In Chains“ eröffnet das Album mit viel Melancholie, „Hole To Feed“, ein schmutziges Geständnis von Dave Gahan, baut mit seinem dunkel-rockenden Groove konsequent Spannung auf. In der hypnotisch groovenden Single „Wrong“ schmettert Dave Martins düster-komische Reflexionen über ein Leben voller Fehler, Missetaten und falscher Entscheidungen. Ein kraftvoller Auftakt, den die analoge Ballade „Fragile Tension“ gefühlvoll auffängt. Das verführerisch wirbelnde „Little Soul“ und „Peace“ mit seinem sublimen Techno-Gospel-Arrangement und sanft herabfallenden Chorrefrain sind mit ihrem spirituellen Element die Eckpfeiler des Albums. Nach der schmutzigsten und lautesten Rocknummer „Come Back“ und Martins samtigem Scott Walker-Croon in der sinnlichen Ballade „Jezebel” setzen Depeche Mode mit dem fantastischen Pop-Song „Miles Away/The Truth Is“ und dem Electro-Glamrock-Sleaze-Stampfer „Corrupt“ zur Schlussoffensive an. „Sounds Of The Universe“ ist eine unglaubliche Platte, um mal ins eigene Horn zu blasen“, lacht Dave. Eklektisch, dynamisch und wie nie zuvor auf Albumdramaturgie fokussiert, vibriert sie auf jeden Fall zum Violator für das 21. Jahrhundert.

www.myspace.com/depechemode

www.depechemode.com

www.mute.com

 

 

 

Hanne Hukkelberg: Blood From A Stone (nettwerk)

Das Schnurren ihres Katers Obelix, Fahrradspeichen, Teesiebe, knarrende Türen und Ofenrohre wurden herbert-like auf ihre melodischen und perkussiven Qualitäten hin untersucht. So funktionieren ihre ersten beiden Alben „Little Things“ (2004) und „Rykestrasse 68“ (2006) wie akustische Tagebücher von Exkursionen durch ihre Heimatstadt Oslo und durch Berlin, wo sie ein halbes Jahr als Stipendiatin lebte. Ihr drittes Album „Blood From A Stone“ bringt nun neue Facetten zum Vorschein und überrascht mit klaren, zugänglichen Arrangements ihrer Stücke, die auf der norwegischen Insel Senja (300 Kilometer vom nördlichen Polarkreis) komponiert wurden. Frau Hukkelberg lotet sensibel und detailverliebt neue Klangwelten aus und beschreibt diese als eine Mischung aus New Wave, No Wave und Indierock. „Midnight Sun Dream“ thematisiert die Überwindung von Geschlechterrollen, der Titelsong über das Porträt eines Opportunisten dürfte wohl mein Lieblingstrack sein, und die tribal-drum-artigen Ausbrüche auf „Bandy Riddles“ und „Salt Of The Earth“ lassen an Kate Bushs „Hounds Of Love“ denken. Das dynamisch perfekte „No One But Yourself“ bestreitet die Existenz einer höhergestellten Macht, während „Crack“ die Einsicht ins Unabwendbare behandelt. Hannes berührende Stimme zieht souverän über die schön schrägen Songs hinweg und steht dank ihrer mal behutsamen, mal kecken Phrasierung einer Madeleine Peyroux oder der CocoRosie-Hälfte Sierra Casady stimmlich in nichts nach. Hanne Hukkelberg ist keineswegs auf ihr charmantes Torch-Song-Timbre festgelegt, sondern bringt hier ihre ganze Expressivität zur Geltung. Meine Hochachtung!

www.myspace.com/hannehukkelberg

www.hannehukkelberg.com

www.nettwerk.com

 

 

 

Luke Vibert: Rhythm (sound of speed)

Der Mann mit den vielen Persönlichkeiten ist einer von den Produzenten des Clubsounds, die sich am liebsten in den eigenen Wänden ihre Welt bauen. Erste Veröffentlichungen erschienen auf einem englischen Techno Label (Rising High). Renommierte Labels wie Rephlex oder Mo Wax releasten seine Stücke und trugen maßgeblich zu seinem Bekanntheitsgrad und Erfolg bei. Während er als Luke Vibert eher abstrakten Geschichten und seinem Faible für Acid freien Lauf lässt, dürfte insbesondere das Alias Wagon Christ sowohl Freunden experimentell-instrumentalen Hip Hops mit Funk-Einflüssen als auch Anhängern von Ninja Tune mehr als ein Begriff sein. Daneben dient Plug für Viberts Anschauungen von Drum&Bass, und auf Rephlex veröffentlicht er als Amen Andrews ravebetonten Jungle bzw. Disco unter dem Namen Kerrier District. Nach „Lover’s Acid“, „Moog Acid“ (mit Jean-Jaques Perrier) und „Chicago, Detroit, Redruth“ zeigt Luke mit seinem neuen Album „Rhythm“ auf dem japanischen Label Sound Of Speed seine Hip-Hop Wurzeln. Aufmerksame Vibert Fans werden ein paar Tracks wiedererkennen, welche er schon in Radiosets gespielt hat. Die elf ausnahmslos grandiosen Tunes kommen leicht schwirrend, mal mit Vocoder oder choralem Gesang, aber immer mit viel Soul und Funk. Meine originären Lieblinge sind vor allem „Registrarse“, „Sparky Is A Retard“, „A Fine Line“, „My Style“, „Keep Calm And Carry On“, „Eleventy One” und „Concertina Turner”. Bei diesen verschleppten Oldschool Beats und seinen superschicken Samples wird über die Ohren das Gehirn so schön gekitzelt, dass die Knie schlackern und der Körper Wellen schlägt. Ein sehr relaxter Soundtrack mit einer guten Dosis „60er Jahre“ für sommerliche Abendstunden!

www.soundofspeed.net

www.grooveattack.com

 

 

 

Prefuse 73: Everything She Touched Turned Ampexian (warp records)

Guillermo Scott Herren ist zweifellos einer der profiliertesten Producer dieses Planeten, der bereits mit Battles & School Of Seven Bells arbeitete, sowie TV On The Radio, Pelican & Cornelius remixte. Unter seinem Künstlernamen Prefuse 73 erweitert er stets den subkulturellen Hip Hop-Entwurf und zeigt, dass sich Elektronik und HipHop nicht per se ausschließen müssen. Sein Markenzeichen ist die schonungslose Cut-up-Akrobatik. Es geht direkt rein in die Tracks, die genauso schnell anfangen wie sie aufhören. Ehe sich in einem Song ein Schema abzeichnet, zerschellt der Track am nächsten Taktstrich, um sich gleich darauf aus den Scherben und eingestreuten Mosaiksteinen zu etwas Neuem zusammenzusetzen. Dabei verweigert Herren bewusst die direkte, digitale Aufnahme und nahm zuerst auf analogem Ampex-Band auf, was den Tracks den Sound eines in Urzeiten verschollenen Tapes gibt, das jetzt erst das Licht der Welt erblickt. Zusätzlich zum aussergewöhnlichen Aufnahmeprozess hebt sich sein fünftes Album auch kompositorisch ab. Inspirationsquelle für die Prefuse-Projekte ist der Prä-Fusion-Jazz, anzusiedeln in den Jahren 1968 bis 1973. Beinflusst auch vom Prog-Rock hört man hier einen sehr psychedelischen Klangteppich in einer sehr eigenwilligen Collage aus zerhackten Vocals, Gitarren- und Synthesizerfetzen und jeder Menge undefinierbarer Samples und Loops. So stellt man sich den Soundtrack zu den Astronauten- & Kosmonautenflügen der 60er vor. Nebem klassischen Chop-up-Style und zahlreichen rhythmischen Verwirrspielen stechen vor allem „Simple Loop Choir“ und das Outro „Formal Dedications“ soundtechnisch deutlich heraus. Konzeptionelle Rebellion!

www.myspace.com/prefusion1973

www.prefuse73.com

www.warprecords.com

 

 

 

Clueso: So sehr dabei Live (four music)

Im letzten Jahr hat sich Clueso definitiv in die A-Liga der deutschen Musikszene katapultiert. Der früher mal kleine Four Music-Act ist zu einem verdammt guten Songwriter herangereift, füllt grosse Hallen und entwickelt sich mit jedem Album kontinuierlich weiter. Wer bisher noch nicht die Chance hatte, sich von Cluesos grandiosen Live-Qualitäten zu überzeugen, kann das jetzt direkt von der heimischen Couch aus. Durch das wohnzimmerähnliche Arrangement der Band, mit vornehmlich akustischen Instrumenten, bekommen die meisten Songs des vierten Studioalbums „So sehr dabei“ ein erfrischend neues Gesicht und sind teilweise erst beim Einsetzen des Gesangs wieder zu erkennen. Ab dem ersten Ton durchströmt eine unglaubliche Live-Atmosphäre den Raum, so dass man sich sofort wie einer der über fünfzigtausend Fans vorkommt, die im Herbst 2008 auf der Tour zusammen mit Clueso und Band feiern konnten. Mit durchweg glaubhaften, intimen und zugleich gigantischen Songs bringt Clueso einem auf sympathische Weise die kleinen Geschichten des Alltags nahe. Meine persönlichen Highlights sind das nachdenkliche „Jede Stadt“, das schwingende „Frische Luft“ (viel besser als das Original), das groovende „Mitnehm“, das entspannte „Keinen Zentimeter“, das rührselige „Chicago“, das männliche „Keinen Bock zu geh’n“, das federleichte „Barfuss“ und das melancholische „Gewinner“ als perfekten Abschluss. Ein unglaublich harmonisches und vor allem natürliches Erlebnis. Selten ist man bei einem Live-Album so sehr dabei wie hier bei Clueso.

www.myspace.com/clueso2

www.clueso.de

www.fourmusic.com

 

 

 

DJ Vadim: U Can’t Lurn Imaginashun (bbe records)

Seit Mitte der 90er Jahre ist der umtriebige DJ und Produzent aus St. Petersburg aktiv und hat vier Soloalben, zwei Band-Alben (One Self + The Isolationist), ein Remixalbum sowie unzählige Mix-CDs, EPs, 12“s, 7“s und Remixe veröffentlicht. Sein einzigartiger Stilmix aus HipHop, Soul, Reggae und Electronica haben ihn rund um den Globus bekannt gemacht. 2008 war ein schweres Jahr für Vadim, aber Schicksalsschläge lassen uns bekanntlich wachsen. Trotz Schmerzen schaffte er es im letzten Jahr, weltweit mit Fat Freddy’s Drop, DJ Krush und Slick Rick zu touren. Der ewig Reisende und verlässliche Lieferant qualitativ hochwertiger Beats, der erst vor kurzem den Krebs besiegte, grub für sein neuestes Werk tief in der Plattenkiste und spricht über das Album von fesselnder Musik und seiner bisher besten Veröffentlichung. Bei „U Can’t Lurn Imginashun“ geht es um die Umsetzung von negativen Gefühlen in Inspiration und Kraft und darum, dass Vorstellungskraft nur tief in uns selbst zu finden ist. Mit Keyboard, AutoTune, TalkBox und Vocoders entdeckte er neue Möglichkeiten sich auszudrücken. So entstanden Reggae Beats, die neben Desmond Decker Platz nehmen könnten, Neo Soul- und Conscious Rap-Stücke, die an Jill Scott oder Q-Tip erinnern und experimentelle Kleinodien, die mit der Arbeit von Flying Lotus oder J Dilla blutsverwandt sind. Der John Coltrane des HipHops liefert ein großartiges Dokument einer Reise in neue Gefilde der Musikgeschichte. Ein Muss für jeden, der Vadim schätzt und für diejenigen, die sich gerne fernab abgesteckter Grenzen inspirieren lassen.

www.myspace.com/djvadim

www.myspace.com/bbebeatsandpieces

www.djvadim.com

www.bbemusic.com

 

 

 

Zwicker: Songs Of Lucid Dreamers (compost records)

Zwicker alias Cyril Boehler ist ein sehr produktiver Produzent, Komponist und DJ aus Zürich und repräsentiert eine neue Generation Schweizer Produzenten. Neben mehreren Vinyl-Veröffentlichungen auf Compost Black Label erschienen einige seiner Tracks bereits auf Compilations der Labels BearFunk und Get Physical. Ausserdem produzierte er Remixe für Spektrum, Minus 8, Jamie Lloyd oder Stephan Eicher (Grauzone). Auf seinem Debütalbum „Songs Of Lucid Dreamers“ pflegt Zwicker eine Symbiose aus mutierten Disco-Sounds, House, Pop und Electro und vermischt vollkommen unverkrampft perkussive Beats mit einprägsamen Melodien und futuristischen Klanglandschaften. Gleich der erste Song „Who You Are“ mit Heidi Happy geht mir gut rein, und auch die seelenluftige Stimme von Olivera Stanimirov belebt drei frühlingshafte Tracks, von denen mir „Strangeways“ am besten gefällt. Wem wie mir auch Spoken Art etwas gibt, freut sich sicherlich über Billy Oden in „Dragon Fly“. Weitere Gastvokalisten sind Jamie Lloyd („Sleepwalking“ und „Sui’s Knee“) und Valentino Tomasi in der Synthie-Ballade „Ping Pong Muses“ sowie Serpentine in „Prism“. Zusammen mit Matt Didemus von den Junior Boys gibt’s noch einen trippy morphenden „Traumdeuter“, während James Teipdek auf der „Submarine Kabelgau“ mitgroovt. „Die meisten der Songs auf diesem Album sind über Träume. Geschrieben von mir und dem Gast-Vokalisten. Wir sind Musiker und folgen unseren Träumen Tag und Nacht. In meinen Träumen und Lieder bin ich ein Träumer“, meint Zwicker. Ich fühl‘ mich dabei heidi happy.

www.myspace.com/zwickermusik

www.myspace.com/compostrecords

www.compost-records.com

 

 

 

Various: Ragga Ragga Ragga! 2009 (greensleeves records)

Cover und Titel zeugen nicht gerade von überschäumendem Einfallsreichtum. Aber zumindest weiss man sofort, womit man es zu tun bekommt. Die Selection präsentiert einen Querschnitt durch das aktuelle Dancehall-Treiben, damit der trendbewusste Ragga-Hase weiß, wohin er 2009 zu bouncen hat. Schwachbrüstiger ist das Genre über die Jahre nicht geworden. Melodisch legen Vybz Kartel mit „Life Sweet“ und Black Ryno mit „Real Stingers“ noch ein recht ruhiges Tempo vor, bevor Laden mit „Time To Shine“ eine fast schon hymnische Nummer zum Besten gibt. Busy Signal speit mit „Money Tree“ mal wieder ein knallbuntes Feuerwerk, und Mavados charakteristischen Tonfall finde ich auch nach wie vor sehr angenehm. Aidonia, RDX und Bragga Dat gehen mit hämmernden Riddims nach vorne, und Ricky Blaze feat. Fresh Prince & Jr. Vibes brillieren in „How Me Look“ ganz fantastisch. T.O.K. und Beenie Man toasten sich in ihren grossartigen Dancehall-Hymnen fast einen Knoten in die Zunge. Und nach Bounty Killer’s tragendem Finale gibt’s auf der Bonus-CD 15 explosive Killer Cuts, die „15 Years of Ragga Ragga Ragga“ zelebrieren und weitere gezielte Handkantenschläge ins Genick setzen. Das einzige, was ich vermisse, sind die Ladies, ansonsten ist das ein Top-Sampler. - Wer’s nicht unbedingt thematisch aber musikalisch etwas ruhiger mag, wird mit Sizzla’s neuem Album bedient sein. Der kehrt mit „Ghetto Youth-Ology“ endlich wieder zu seinen Wurzeln zurück, spricht Themen wie Spritualität, Recht und Wahrheit und schließt sich „Da Real Thing“ von 2002 in seiner Message und konsequenten Stimmung 100% an.

www.myspace.com/greensleevesrecords

www.greensleeves.net

www.vpmusic.com

www.planetreggae.com

 

 

 

Turbine Classics präsentiert

Kalkofes Mattscheibe Vol.3 + Vol.4 - Deloaded

(Single Disc Hartz IV Edition)

Ein erbarmungsloses Jubiläum steht an: 15 Jahre Kalkofes Mattscheibe! Und zu diesem Anlass werden nun die komplette 3. und 4. Staffel der ProSieben-Folgen der legendären TV-Abrechnungen in der preisgünstigen Single Disc Hartz IV Edition veröffentlicht. Immer wenn ich mir den Rambo des deutschen Fernsehens anschaue, weiss ich, warum ich so selten vor der Glotze hänge. Man glaubt es ja kaum, was da für ein Müll rumflimmert. Mit jeweils drei Stunden TV-Wahnsinn für geschmacksresistente Allesglotzer lach’ ich mich in der 3.Staffel schlapp bei Kader, Patrice und die SPD, Wissen ist Kuttner, Ferris MC – the best of the best, Vollkornvolksmusik mit Antonia, Schwi-Schwa-Schwachsinn, Fernsehen macht dick, Die Spaßleichen vom NDR, Willumeits Action-Comedy, Hallo David!?, Heikes Fischpolonaise, Ein echter Schwotte, Eine Frau wie Mama, Tahuti & Metadron, Das fucking Geständnis, Kaders kleine Welt und gemietete Fans, 1x1 des Flirtfernsehens, Spray your brain away, Isabell und der Ratefuchs, Willkommen im Schwachkopfstudio, Irres Strafgericht, Feen & Elfen – Teil 6, Gold-Volker und Frau Wohlfahrt. Für ein erträgliches Abendprogramm kämpft der Rächer der GEZ-Zahler auch in Vol.4, um den Humorautisten und Stimmungslegastenikern das Handwerk zu legen. In bewährter Manier schlüpft Kalkofe dabei in die Rollen seiner Opfer und legt seinen Daumen in die offenen Wunden deutscher Fernseh-Unkultur. Ob als Bruce Darnell im Styling-Wahn, durchgedrehter Fernseh-Weissager im Astro-Delirium oder vorm Flip-Chart stehend – wie immer wird der wahre TV-Terror durch „Kalkofes Mattscheibe“ erst erträglich. Oliver Kalkofe ist sich sicher: „Wäre das deutsche Fernsehen ein Pferd, man hätte es längst erschossen!“

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