Status: Single
City: Berlin
Country: DE
Signup Date: 1/2/2007
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Saturday, November 07, 2009
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Current mood:  jubilant
november 2009 @ icon berlin
Pressearbeit: Roly
06.11.2009: Solid Steel - the
Ninjatune Night feat. Bonobo
Sein letzter Longplayer
„Days To Come“ wurde von den Hörern der BBC-Radiosendung „Gilles Peterson
Worldwide“ zum besten Album des Jahres 2006 gewählt - heute ist er wieder bei
uns: Bonobo. Mit 18 Jahren veröffentlichte der junge Brite Simon Green im Jahre
2000 sein erstes Album „Animal Magic“ auf dem Label Tru Thoughts. Einen
besseren Zeitpunkt zur Veröffentlichung hätte es eigentlich nicht geben können,
denn das, was man unter Chillout versteht, war gerade zu dieser Zeit wieder
äußerst stark am Kommen. Bonobo wird seither zu den Pionieren des Downbeats
gezählt. Nach einer weiteren Remix-Platte für Tru Thoughts wechselte Simon
Green zum stets einen hervorragenden Ruf genießenden Label Ninja Tune, worauf
„Animal Magic“ erneut veröffentlicht wurde. Um nicht länger in diese
musikalisch eher doch recht beschränkte Ecke gedrängt zu werden, sind auf
seinen weiteren Alben „Dial „M“ for Monkey“ und „Days To Come“ unzählige neue
Genre-Aspekte vorhanden. Vor allem die Platte „Days To Come“ vereint
Sehnsüchte, Fröhlichkeit, Bitterkeit und Zufriedenheit auf so einzigartige
Weise, dass sie in beinahe jeder Lebenssituation den passenden Soundtrack
bietet. Dies war auch seinem Beitrag zur Ninja Tune’schen Solid Steel-Serie und
diversen DJ-Auftritten deutlich anzuhören. Im Ninja Tune Camp ist Simon Green
eigentlich der letzte Klassiker des Labels, steckt er doch mit seiner Form des
Nu Jazz exakt in dem Klangspektrum, das Mitte der 90er Jahre vielen Ninja Tune
Releases eigen war. Geboren aus Acid Jazz und Mojo Club Samplern und mit dem
süßen, leicht flatternden Rhythmus der United Future Organisation veredelt,
entsteht seine Musik noch immer in der Maschine, beschickt vom Sampler. Doch
während viele Künstler sich in Loops durch ihre Tracks bewegen, stehen dem
Hörer bei Bonobo Songs gegenüber, die sich entwickeln und dynamisch bewegen.
Keine offensichtliche Repetivität, die in Linearität mündet, sondern ein
pulsierender Organismus, der nach allen Seiten strahlt. Aktuell verzückt er
seine Fans mit seiner neuen DVD „Bonobo live at Koko“, mit der er einmal mehr
seinen Anspruch auf das Hohepriestertum des Downtempo untermauert. Seine Sets
sind durchflutet von Funk & Jazz und bewahren immer Klasse. So wird er an
der Seite unserer Residents Marc Hype & Delfonic auch heute wieder seine
Zuhörer verzaubern.
http://www.myspace.com/sibonobo
http://www.myspace.com/ninjatune
http://www.myspace.com/marchype
http://www.myspace.com/delfonic77
13.11.2009:
Ed Banger presents SebastiAn
Innerhalb der Ed Banger Posse
darf der junge Franzose Sebastian Akchoté als der vergleichsweise Subtilste
gelten. Doch das musikalische Genie des Labels (laut Pedro Winter aka Busy P.)
zu beschreiben, hat ein bisschen was von Schattenspielen im Dunkeln: Es funktioniert
einfach nicht. Wer im letzten Jahr die Packlisten der gängigen
Dance-/Rave-DJ-Sets aufmerksam studiert hat, der wird sicherlich mehrmals über
den Namen SebastiAn gestolpert sein. 2004 hat SebastiAn sein Demo Pedro Winter
in die Hand gedrückt, der ihn ohne zu Zögern auf Ed Banger Records gesignt hat.
Dessen Single „Ross Ross Ross“ erschien zwar schon 2006, rangiert aber immer
noch auf Augenhöhe von Justice- oder Oizo-Tracks. Nach diversen Auftritten als
Komparse in den Pornos von John B. Root konnte man SebastiAn zuletzt in „Steak“
bewundern, einem Film von Quentin Dupieux aka Mr Oizo. Zusammen mit ihm und
Sebastien Tellier zeichnete sich SebastiAn außerdem für den dazugehörigen Soundtrack
verantwortlich. Seit einer Weile macht er auch schon die globale DJ-Tour der
angesagten Aufleger mit, so war er beispielsweise auf großer Europa-Tournee mit
Daft Punk und deren Live-Spektakel „Alive 2007“. Ende letzten Jahres hat er
sich mit den Arbeiten der derzeit gehyptesten internationalen Künstler in elektronischem
Dreck gewälzt und 16 Tracks von Revl9n, Daft Punk, Mylo, The Rapture, Editors,
The Rakes, Kelis, The Kills, Kavinsky, Benjamin Theves, Das Pop, Bloc Party,
Sebastien Tellier, Klaxons, Annie und Nadiya kurzerhand zerhackt und in neuem
Glanz erstrahlen lassen. Man darf gespannt sein, ob es ihm gelingt, den Druck
und die Energie der Remixarbeiten auch in seine eigenen Produktionen zu
übertragen - sein Debüt-Album erscheint in Kürze. Gemeinsam mit Pat Ferry und Marvin
Suggs wird SebastiAn heute bei uns wieder Cutup-Rock, Filter-HipHop und Booty
Metal für maximale Partyeffekte auf die Crowd losschicken.
http://www.myspace.com/0sebastian0
http://www.myspace.com/edbangerrecords
http://www.myspace.com/patferry
http://www.myspace.com/audiotrucs
http://www.myspace.com/marvinsuggs
14.11.2009: Recycle presents The
Godfather of Drum&Bass - Grooverider
Es ist immer wieder
erfreulich, sich vom Altmeister sowohl die müden Knochen als auch die Seele massieren
zu lassen – DJ Grooverider macht sie alle frisch. Den Oldschool Heads ist sein
Lebenslauf bekannt, doch – Achtung, bissige Ironie – der Nachwuchs schreit ja
manchmal förmlich nach Aufklärung, die Wurzeln der ganzen Sache zu begreifen:
Schon Ende der 80er, auf dem Höhepunkt der Acid-Welle und nach einigen
Lehrjahren per Soul, Funk und HipHop, war Roger Bingham aka Grooverider, der
von Kevin Saunderson, Juan Atkins und Carl Craig „gezündet“ wurde, einer der
bekanntesten DJs Großbritanniens. Nachdem sich im Londoner Rage die
musikalischen Disziplinen Breakbeat, Techno und House trennten, stand der
„Hardcore Provider“ dann pünktlich zur Grundsteinlegung von Jungle /
Drum&Bass parat. Die Geschichte mit Fabio ist wohl hinlänglich bekannt. Als
einer der Paten einer ganzen Generation von Breakbeat-, Jungle-, und
Drum&Bass Headz wurde ihm bereits 1992 mit der Hommage „Darkrider“
(reinforced) von Goldie’s Rufige Kru der gebührende Respekt gezollt. Seit er ab
1993 seine ersten Tracks unter dem Pseudonym „Codename John“ aufnahm, hat er
auf seinem eigenen Label „Prototype“ immer wieder Prototypen für die nächsten
Flavours unters Volk geschmissen. Nach seiner erfolgreichen Compilation „The
Prototype Years“ (1996) folgte 1998 mit „Mysteries of Funk“ sein Solo Debüt auf
Longplayer, und als Remixer arbeitete er unter anderem für Herbie Hancock, 808
State oder Björk. Als Schlüsselfigur der Szene verstand „The Rider“ es schon
immer den rulenden Sound maßgeblich mit zu bestimmen und war immer die Dark
Side zu Fabio’s Liquid Funk. Der Schöpfer und Altmeister ist bekannt für seine
rollenden Beats, seine kickenden Sets, den Groove und Funk im Blut. Wie kaum
ein anderer DJ weiß der Don immer im richtigen Moment den richtigen Tune zu
droppen und achtet auf den gewissen Flow, der die Hardstepper durch die
verschiedenartigsten Tracks jedes Mal aufs Neue überrascht. Zu Gast bei Recycle
schüttelt er immer wieder die letzten Kräfte wach, um den Floor mit meist
unveröffentlichtem Material zu rocken. Heavy Dubplate Business. Das
Rahmenprogramm bilden der audiomassive Mo sowie unsere Residents N’Dee & MC
Mace.
http://www.myspace.com/djgrooverider1
20.11.2009:
Nightmares on Wax feat. DJ E.A.S.E. + Jazzanova
Nightmares on Wax bieten
den Soundtrack für jede Jahreszeit, und DJ E.A.S.E. ist die (!) musikalische
Formel für eine positive Lebenseinstellung. Wenn man ihm zuhört, lässt sich das
schon mal guten Gewissens sagen. Nach den Genre-prägenden Longplayern „A Word
Of Science” (1990), „Smokers Delight” (1995), „Car Boot Soul” (1998), „Mind
Elevation” (2002) und „In A Space Outta Sound” (2006) lieferte der umtriebige
Beatmeister mit dem Trademark-Goldzahnlächeln im letzten Sommer ein
ofenfrisches Kapitel, das zu wesentlichen Teilen auf einer ganz speziellen
Reise entstand - dem wohlüberlegten Umzug samt Famile von Leeds nach Ibiza.
Anstatt sein Studio-Equipment per Container einzuschiffen, mietete er mehrere
Wohnmobile. Eins davon wurde zum Aufnahme-Studio umgebaut, in den anderen
richtete sich E.A.S.E. zusammen mit den Musikern und Vokalisten seiner
Live-Formation ein. Zusammen ging es aus dem kühlen, verregneten Britannien
durch die beeindruckenden Pyrenäen auf die südspanische Fähre Richtung
Balearen. Unterwegs ließ man sich inspirieren, machte Halt, wo immer es schön
war, und so entstand die Basis für „Thought So …“. George Evelyn lässt sich
auch nach zwei Dekaden noch immer täglich aufs Neue inspirieren. Seine tiefe
Liebe zu „erwachsenen“ Genres wie Soul, Funk, Hip Hop, Reggae und Jazz vereint
sich mit den so typischen N.O.W.-Beats und sorgsam reduzierter Elektronik zu
etwas, das man getrost als „zeitlos“ bezeichnen kann. Neben seiner alten Liebe
Hip Hop propagiert der frühere B-Boy ebenso Dubklänge à la King Tubby,
Dancehall sowie den Funk eines Curtis Mayfield oder James Brown. Quincy Jones'
Gespür für Synthielines hat wohl ebenso einen bleibenden Eindruck hinterlassen
wie Duke Ellingtons Fähigkeit, lebendige Kompositionen zu schreiben. Bei E.A.S.E.
sind alle Wax-Trademarks vorhanden: Die Easyness, der Groove, der Soul, die
Tiefe, die Intensität. Mit einer durchdachten Dramaturgie und einer eleganten
Lässigkeit versteht er es, auch auf dem Floor hoch infiziöse Grooves zu
entwickeln: aufregend, sexy, tief und treibend. Die Times schrieb einmal, DJ
E.A.S.E. sei in der Lage, den Sonnenschein in Flaschen abzufüllen. Jazzanova
werden dazu sicherlich auch ihren Teil beitragen.
http://www.myspace.com/nightmaresonwaxofficial
http://www.myspace.com/jazzanovask
27.11.2009: The Proxy live
Wer sich den Namen Yevgeny
Alexandrovitch Pozharnov nicht merken kann, notiert sich einfach „The Proxy“
hinter die Ohren. Denn das ist der vielleicht innovativste Elektro-Musiker seit
es Justice gibt und seine Veröffentlichungen werden von Szenegrößen wie Boys
Noize, The Bloody Beetroots, Erol Alkan, Digitalism, Busy P. und den Crookers gespielt.
Der Kanadier Tiga („Sunglasses At Night”, „Hot In Herre”) war so begeistert von
The Proxy, dass er ihn kurzerhand auf sein Label Turbo Records nahm. Die Singles
des aus Moskau stammenden DJs sind nirgendwo mehr zu bekommen, schon jetzt ist
seine Single „Dance In Dark” ein Klassiker und wird bei den einschlägigen
Plattenbörsen hoch gehandelt. Der kräftig-düstere und dennoch minimale Sound
der Veröffentlichungen von The Proxy verschaffte ihm seinen Namen, so dass
viele Künstler auf ihn aufmerksam wurden, für die er dann Remixe mit seiner ganz
besonderen Note anfertigte, darunter für Digitalism, Chromeo, Moby oder Boys
Noize. Zuletzt sorgte Proxy mit dem Remix zu Tigas „What You Need“ und
„Shottieville“ auf den Zombielicious Remixes für Zombie Nation für mächtigen
Wirbel. Sein Überhit „Raven“ gehört auch nach einem Jahr noch immer zu den
meistgespielten Songs auf allen Indie-Rave-Tanzflächen und ist der sichere
Höhepunkt einer jeden Peak-Time. Momentan arbeitet er an seinem Debut-Album,
das noch in diesem Jahr erscheinen soll. Auf dem Floor mixt der junge Russe arg
verzerrte Subs und Synthies mit oldschooligen Rave-Pianos und Vocal Samples
sowie funky Beats mit schneidendem Acid. Als gefragter DJ und Live-Performer in
den weltweit hipsten Clubs der Welt, von der Londoner Fabric, über das Razzmatazz
in Barcelona bis hin zum Social Club in Paris ist The Proxy ein Künstler, der
sich nicht zu verstecken braucht. Live Shows mit The Prodigy, Chemical
Brothers, Basement Jaxx, Justice & Boyz Noize sprechen eine deutliche
Sprache. Und da er aus dem weit entfernten Moskau kommt, haben seine Gigs
hierzulande Seltenheitswert und es ist uns eine ganz besondere Ehre, dass er heute
bei uns gemeinsam mit den Sexinvaders und Marvin Suggs an den Decks steht, um
ein Live-Set mit sicherlich hohem Klirrfaktor zu präsentieren. Nastrovje!
http://www.myspace.com/useproxy
http://www.myspace.de/thesexinvadersdjs
http://www.myspace.com/marvinsuggs
--.
13.11.2009:
The Herbaliser live @ Lido
Aus dem großen Künstlerpool
der Coldcut-Jungs sticht seit dem Ende der Neunziger Jahre ein Duo heraus, das
die für das Label so typische Openmindness den oft engstirnigen Hip Hop Heads
näher bringt: The Herbaliser. Seit knapp 300 gefühlten Jahren veröffentlichen
Ollie Teeba und Jake Wherry aus dem Londoner Vorort Twickenham ihre Tonträger
auf Britanniens generösester Beatschmiede, gaben aber vor Jahr und Tag bereits
deutlich zu verstehen, dass sie nicht zwangsläufig mit den Ninjas verheiratet
sind. Ihr Album „Something Wicked This Way Comes“ (über 70.000 verkaufte
Einheiten) ist mit diversen Stilwechseln und Gastbeiträgen ein Referenzwerk in
Sachen Ninja Tunescher Extravaganz und gehört musikalisch zu dem Besten, was
der europäische Hip Hop um die Jahrtausendwende auf die Beine gestellt hat.
Auch ihr sechster Longplayer „Take London“ war im Sommer 2005 erneut eine
umwerfende Platte, bei der großartige Gäste wie Roots Manuva und Jean Grae auf
noch großartigere Instrumentals flowen. Unter dem Dach von !K7 schwammen Teeba
& Wherry im letzten Jahr mit dem Album „Same As It Never Was“ und Sängerin
Jessica Darling auf der Retro-Welle. Doch eines bleibt im Hause der kreativen
Kräuterfans glücklicherweise gleich: Die chronische Neigung zu kitzeligen
Scratches, souligen Blue Notes, conscious Hip Hop und damit selbstredend Rap
der älteren Schule. Im Jahre 2000 erschien ihr viel bejubeltes Live-Studioalbum
„Session 1″ und fast zehn Jahre später haben die beiden sich nun entschlossen
ihre Jam-Erfahrungen der letzten Dekade zu verbraten und den zweiten Teil
folgen zu lassen. Smooth wie immer wird sich auf elf Tracks durch die letzten
zehn Jahre gegroovt. Vor allem Ollie Teeba, seines Zeichens DJ und
Vinyl-Junkie, hält die Balance zwischen Rare Grooves und oldschooligen Samples
und Loops, und so wird heute im Lido von knochentrockenem Siebziger-Funk oder
gar knüppelharten GoGo-Beats à la Washington D.C. bis hin zu deepen
Soundtrack-Klängen und flötigem Jazz-Gefummel mit allerlei professioneller
Turntableakrobatik die ganze kräuterbeeinflusste Palette geboten, die The
Herbaliser live eben so auszeichnet.
http://www.myspace.com/theherbz
http://www.theherbaliserband-session2.com/
--
21.11.2009: Chromeo & Punks
Jump Up @ Ritter Butzke
Chromeo sei „die einzig
erfolgreiche arabisch-jüdische Partnerschaft seit Bestehen der menschlichen
Kultur“, sagt das Plattenlabel V2 Records über das Duo aus dem kanadischen
Montreal. Seit ihrer Jugend musiziert der jüdischstämmige David Macklovitch alias
Dave 1 mit Patrick Gemayel aka Pee Thug, der palästinensische Wurzeln hat,
gemeinsam. Geprägt wurden die beiden in den Achtziger Jahren von Hip Hop und vor
allem Funk, wie ihn Prince, Roger Troutman und Zapp, Cameo, Hall & Oates
oder Rick James gemacht haben. Nachdem die beiden für Turbo Records
produzieren, haben Chromeo in Tiga eine Art Mentor im Rücken, was sich in
Remixen, u.a. durch Playgroups Trevor Jackson, ihrer Single „You're So Gangsta“
und die DFA-Jungs James Murphy & Tim Goldsworthy („Destination: Overdrive“)
bemerkbar macht. Nach ihrem Debüt-Lonplayer „She's In Control“ (2004) und
weiteren Releases für Turbo, Vice und V2 setzt das Label !K7 zwei Jahre nach
der letzten „DJ Kicks“-Compilation von Booka Shade die traditionsreiche
Mix-CD-Serie mit einem Beitrag von Chromeo fort. Darauf werden vor allem die
historischen Impulsgeber aus den Siebzigern und Achtzigern in ein stimmiges
Ganzes gegossen, allerdings lassen auch aktuelle Tracks von Künstlern der
Jetztzeit zu ihrem Recht kommen, darunter Likelike, Chateau Marmont und
natürlich Chromeo höchstselbst: mit der hauseigenen Coverversion „I Can't Tell
You Why“ von den Eagles. Auch live klingt ihr Electro-Disco-Hybrid mit
beleuchtetem Hip Hop-Unterboden insbesondere durch eine unüberhörbare Talk Box
wie eine Huldigung an ihre Vorbilder und deren Sound aus den Achtzigern. Als
einer der innovativsten DJs in Frankreich gilt Don Rimini, der mit diversen
Remixen und seinen EPs „Absolutely Rad“ und „Kick N Run“ auf dem Genfer Label
Mental Groove immer wieder die Crowd begeistert. Von Dub-Disco, Post Punk und
New Wave kommend ist heute auch das englisch-schwedische Duo Punks Jump Up mit
dabei. Joe Attard und David Andersson ziehen den Elektrokrach-Bogen der Gegenwart
zurück bis hin zu Synthiesounds der 80er und werden neben Marvin Suggs an den
Plattenabspielgeräten schon ordentlich den Rotz aus der Tube drücken.
http://www.myspace.com/chromeo
http://www.myspace.com/punksjumpup
http://www.myspace.com/donrimini
http://www.myspace.com/marvinsuggs
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Wednesday, October 07, 2009
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Current mood:  aroused
roly's silberscheiben
10/2009 @ hanf
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Jochen Distelmeyer: Heavy (columbia)
Mit seiner Band und deren Auseinandersetzungen
mit der Gesellschaft, Konflikte, Depressionen, Widerstand und Protest prägte er
17 Jahre Popgeschichte und eine ganze Generation von Künstlern. Gerade die
Alben „Ich-Maschine“ (1992), „L’Etat et Moi“ (1994), „Old Nobody“ (1999) und
„Testament der Angst“ (2001) haben mich stark beeinflusst. Die Texte
reflektieren die eigenen Lebensverhältnisse, und ich bin meinem alten Freund
Johannes immer wieder dankbar, dass er mich damals in Hamburg mit dieser Musik
vertraut gemacht hat. Und auch wenn der Schock über den Verlust der vielleicht
stilprägendsten Band Deutschlands tief saß, hatte sich von „Ich-Maschine“ bis „Verbotene
Früchte“ ein Kreis geschlossen. Zusammen mit Andreas Herbig (u.a. Deichkind,
a-ha und Udo Lindenberg) eröffnet Distelmeyer mit „Heavy“ ein neues Kapitel
seines künstlerischen Schaffens und präsentiert sich einmal mehr als Songwriter
der Stunde. Sein Acapella-Intro „Regen“ schlägt eine Brücke zum letzten
Blumfeld-Opener „Schnee“, bevor er mit klaren Ansagen in „Wohin mit dem Hass?“
in der Tiefgarage abrockt und in „Er“ von schizoiden Doppelgängerspielchen
singt. Seine erste Single „Lass uns Liebe sein“ bietet mit positivem Up-Tempo-Songwriter-Pop
eine beschwingte Seelsorge. Mit „Hinter der Musik“ und „Hiob“ gibt’s massiven
Rock auf die Ohren, während er sein „Jenfeld Mädchen“ mit einem Liebeslied
voller Fernweh beglückt und „Murmel“ von einem Leben ohne ständige
Statusmeldungen auf den sogenannten „sozialen Netzwerken“ erzählt. Neben diesem
großartigen Song liebe ich vor allem die melancholische Super-Ballade „Bleiben
und gehen“ mit ihren zweifelnden Gedanken und die erkenntnisreiche
Ehrlichkeitshymne „Nur mit Dir“. Mit eindringlicher Klarheit und emotionaler
Frische behandelt Distelmeyer die existentiell menschlichen Themen von Liebe
und Glück, Verlust und Trauer, Freude und Wut vor dem Hintergrund einer Welt im
Wandel. Das Schöne und Doppelbödige ist hier.
www.myspace.com/jochendistelmeyer
www.distelmeyer.de
www.jochendistelmeyer.de
www.columbiaberlin.de
Funny
van Dannen: Saharasand (jkp / warner music)
Seit 1995 kommentiert der Liedermacher aus
Berlin auf eigenwillige Weise, gewürzt mit viel Sarkasmus und beißendem Witz,
die politischen und gesellschaftlichen Befindlichkeiten unserer Republik. Seit
1999 arbeitet er als Co-Autor mit den Toten Hosen zusammen, und zwei Jahre nach
„Trotzdem Danke“ präsentiert Funny van Dannen erneut eine kurzweilige
Songkollektion. Sein elftes Album gleicht fast einem Hörbuch mit 21 Kurzgeschichten
über Menschen und Tiere. Große Gefühle, kleine Dramen, Politisches, Absurdes,
Beiläufiges, Beobachtungen, Ernstes und Nebensächlichkeiten. Es beginnt mit einem
humoristischen Rachefeldzug, bei dem er mit seiner „Katzenpissepistole“ neben Charityladies,
Parteien, Hedgefondsherren, Banker, Nazis und Kriegsprofiteure ins Visier nimmt.
Nachdem er in der „Pflanzendisco“ den Pflanzen beim Tanzen zugeschaut hat, berichtet
er über ein Paar im Museum, das mit „Jugendstil“ nicht allzu viel anfangen
kann. In „29 Marienkäfer“ hinterfragt er das Handeln der Bundesregierung
kritisch, und auch „Aktienpaket“ beschäftigt sich mit der angespannten
wirtschaftlichen Weltlage. Seine melancholischen Betrachtungen „Wenn die
Strasse ein Fluss wäre“, „Instinkte“ und „Magnolie“ sind Chansons zum
Schmunzeln, während sich der Titelsong mit rassistischen Polizisten
auseinandersetzt. Die Freundin soll mit einem „Simpsons-Plakat“ überrascht
werden, geht aber lieber fremd. „Samenstau“ führt zu reizbaren Männern, „Innehalten“
entspannt dann wieder, und meine Katzen denken, dass ich „auch nur ein Tier
bin“. Erstklassig sind auch die Balladen „Sternschuppen“, „Wenn die Liebe sich
nicht mehr lohnt“ und „Zum Leben“. Funny van Dannen ist nicht nur ein moderner
Poet mit klassischen Mitteln, sondern auch ein Künstler mit feinem
musikalischem Händchen. Sein Songwriter-Pop umschmeichelt obskure Geschichten.
www.myspace.com/funnyvandannen
www.funny-van-dannen.de
Harmonia & Eno ’79: Tracks & Traces (groenland
/ cargo)
David Bowie und The Human League berufen
sich auf diese Band, die im Mai 1973 von den Cluster-Musikern Dieter Moebius
und Hans-Joachim Roedelius sowie Michael Rother (zuvor bei Kraftwerk und Neu!) gegründet
wurde und nur zwei Jahre existierte. Die beiden Alben „Musik von Harmonia“
(1974) und „Deluxe“ (1975) gelten heute als Klassiker des Krautrock, wobei
Harmonia eigentlich ein Vertreter der elektronischen Musik war. Im Frühsommer
1976 reiste ein gewisser Brian Eno zu gemeinsamen Sessions nach Deutschland.
Elf Tage lang jammten sie gemeinsam, und 33 Jahre später liegt nun (nach der
Veröffentlichung 1997) endlich eine rundum befriedigende Version eines lange
verloren geglaubten Schatzes vor. Die digital remasterten 4-Spuraufnahmen von
„Tracks & Traces“ klingen nicht nur erstaunlich frisch und dank des
Analog-Booms auch modern, sie sind schon aus historischen Gründen interessant. Mit
dem unglaublich schönen Entree „Welcome“ und dem anschließenden Track
„Atmosphere“ baut sich das Werk langsam auf, bevor mit „Vamos Compañeros“ ein
Groove in Gestalt eines sich wiederholenden Dampflok-Sounds heranrauscht, der
von stark verzerrten Gitarren begleitet wird. Nach dem idyllischen „By The
Riverside“ wird es experimentell, abstrakt und düster. „Don’t get lost on
Lüneburg Heath!“, singt Brian Eno mit warnendem Zeigefinger, bevor mir das sanft
wogende Klanggebilde „Sometimes in Autumn" fast 16 Minuten lang ein
romantisches Lächeln auf mein Gesicht zaubert. „Almost“ dürfte wohl mein
Lieblingstrack sein, bei „Les Demoiselles“ ist dann elektronischer Walzer mit
melodiösen Synthies angesagt, und am Ende verstärkt „Aubade“ den Eindruck eines
versöhnlichen Ausklangs. Brian Eno nannte Harmonia „die wichtigste Rockgruppe
der Welt“, wobei mir hier der pastoral starke Ambient-Charakter am besten
gefällt. Auf Spurensuche machen, bitte!
www.myspace.com/roedelius
www.myspace.com/gronlandrecords
www.enoweb.co.uk
www.groenland.com
Zion Train: Live As One Remixed (universal egg)
Auch nach zwei Jahrzehnten musikalischem Bestehen
darf man noch immer von sich behaupten, frischen und unverbrauchten Sound
abzuliefern. Der künstlerische Output dieser fantastischen Band ist kaum zu
toppen, kein anderer duborientierter Act spielt international in so vielen
Ländern wie Zion Train. Diese Beliebtheit verdanken sie sicher keinen stylischen
Klischees, sondern ihrer Lust, Stile nach Herzenslaune zu verquicken. Nach
diversen Trennungsprozessen ist Zion Train inzwischen ein Alter-Ego-Projekt von
dem nach Köln übergesiedelten Mastermind Neil Perch geworden. Im Jahre 2007 wurde
mit „Live as One“ der neunte Longplayer veröffentlicht, 2008 noch kurz der
„Reggae Grammy“ für das beste Dub-Album abgegriffen, und nun meldet sich „The
Worlds Premier Dub Act“ mit einer überarbeiteten Remixversion zurück. Neil
Perch und seine Crew haben ihr Album „Live As One“ ein Mal durch die halbe Welt
gereicht und von Produzenten wie Rob Smith, Digital und Dub Terror remixen
lassen. Alambic Conspiracy’s „Why“ versprüht dank Paolo Baldini nun
italienischen Flair, während Bungalo Dub mit mexikanischem Drum’n’Bass zum Tanz
bittet. Dub Creator’s „What A Situation“ lädt zum Abdriften ein, dagegen
erscheint De Niro’s Version im bassbetonten Dubstep-Gewand. „Boxes And Amps“ kommt
gleich in vier Remixes und gefällt mir natürlich in der Drum’n’Bass-Variante
von Dub Terror am besten. Von den drei Neuinterpretationen von „Baby Father“ sorgt
Dubsync für den coolsten Drive, und „Terror Talk“ überzeugt polskamässig mit
Studio As One sowie mit feinstem Drum’n’Bass von Digital & Lutin. Zion
Train liefern hier ein grooviges Werk in gewohnter Spannung zwischen Heiterkeit
und Nachdenklichkeit, Roots-Culture und stilistischer Experimentierfreude!
www.myspace.com/ziontraindub
www.wobblyweb.com
KRS-One & Buckshot: Survival Skills (duck down)
Zwei Hip-Hop-Legenden geben sich die Ehre.
Der eine lebte Mitte der 80er noch in einem Männerwohnheim in der South Bronx
und ist heute der Inbegriff des amerikanischen „Way Of Life“. Gemeinsam mit
Scott La Rock gründete er die Boogie Down Crew, aus der später BDP (Boogie Down
Produktions) entstand. Mit Tracks wie „South Bronx“ und „Criminal Minded“ machten
sich BDP vor allem durch die sozialkritischen Texte einen Namen innerhalb der
New Yorker Szene, mit seiner Kritik an der Gewalt und Drogen kam KRS bei
Jugendlichen sehr gut an und wurde dabei von Afrika Bambaata stark unterstützt.
Nach dem Tod von Scott La Rock sah KRS die Chance, die Augen der Öffentlichkeit
auf die angespannte Situation von überwiegend schwarzen Jugendlichen zu
richten. Fortan gab er Vorlesungen in vielen Universitäten und referierte über
die Situation der amerikanischen Großstadtghettos. Auch musikalisch entwickelte
KRS-One sich durch fette Beats und ansprechende Lyrics zu einem Vorreiter in der
amerikanischen Hip Hop-Szene. Buckshot, ein Boot-Camp-Clik- und
Black-Moon-Mitglied, dagegen ist seit 17 Jahren dabei und hat mit Duck Down
Records eines der größten Hip Hop-Labels in der Geschichte mitgegründet. Nach
einigen Verschiebungen erscheint jetzt ihr Kollaboalbum mit dem Titel „Survival
Skills“, auf dem die beiden Ausnahme-MC's aus Brooklyn zeigen, dass sie immer
noch genug Skills haben und vor allem ihrer Kultur und deren Inhalten treu
geblieben sind. Produziert wurde dieser äusserst empfehlenswerte Longplayer von
Havoc, 9th Wonder, Black Milk, Ill Mind, Coptic, Moss, Nottz, Marco Polo und
Khrysis. Zusammen mit Mary J Blige, Rock (Heltah Skeltah), Talib Kweli, Smif N Wessun,
K’naan, Pharoahe Monch, Sean Price & Loudmouf, Bounty Killer, Slug
(Atmosphere), Melanie Fiona & Naledge (Kidz In The Hall) gibt’s bunt
gemischten Boom-Bap mit Consciousness. Watch out for „The Gospel Of Hip-Hop: The First Instrument”. Halleluja!
www.myspace.com/krsoneandbuckshot
www.duckdown.com
Bugz In The Attic: Got The Bug 2 (bbe records)
Zehn Jahre nach ihrer Gründung legten die
Jungs Ende 2006 mit ihrem Debütalbum „Back In The Doghouse“ ein seelenreiches
Partymonster hin. Das neunköpfige Kollektiv aus DJs, Musikern und Produzenten
hat den sogenannten „West London Sound“ geprägt. Bugz in the Attic sind für
Broken Beats sowas wie die Speerspitze eines vertrackt deep digital swingenden
Sounds, der aber dennoch immer wieder zu dem analog weichen Flair von Soul
zurück will und darin keinen Widerspruch sieht. Mit „Got The Bug“ veröffentlichten
bereits 2005 sie eine Retrospektive ihrer feinsten Remixe für grossartige
Künstler wie 4 Hero, Jazzanova, Basement Jaxx, Amp Fiddler, Viktor Duplaix oder
auch Macy Gray. Außerdem gab’s mit
„Booty (La La)“ einen hauseigenen Clubhit. Nun endlich erscheint der zweite
Teil ihrer gesammelten (und besten) Remixe, die erneut eindrucksvoll
demonstrieren, wie sich die Bugz ganz nach oben katapultiert haben. Hervorzuheben
sind ihre funkigen Neuinterpretationen für Amy Winehouse, Ruben Blades &
Willie Colon, Basement Jaxx, Mark de Clive-Lowe, J.Viewz und vor allem Roisin
Murphy. Neben dem durchgebreakten „Zombie“ feat. Wunmi und dem housigen „Flappy
Days“ befindet sich hier auch ein exklusiver, neuer Bugz Track: „Expression“
ist ein extrem grooviges Tribut an die Soul II Soul Hymne „Fairplay“. Ihr würziges Konzentrat aus
Jazz, Soul und Neo Funk über Breakbeats und Afrobeat bis hin zu Deep House und
Techno ist schön funky, macht gute Laune und könnte kaum besser vermischt und
perfekt aufeinander abgestimmt werden. Hier werden rhythmische Brücken
geschlagen und Avantgarde radiotauglich. So haben sie mit Gilles Peterson wohl
ihren größten Fan, und ich zähle mich auch dazu.
www.myspace.com/bugzintheattic
www.bugzintheattic.co.uk
www.bbemusic.com
Jobarteh
Kunda: AHA! (aimland records)
Der Begriff „Weltmusik“ hat ja in den
letzten Jahren etwas gelitten, nichtsdestotrotz
wird Musik, die zur Verständigung der Völker beiträgt, immer gerne
gehört. „Kunda“ steht für Clan, und bei diesem Musikprojekt sind gleich acht
Musiker der weit verzweigten Sippe „Jobarteh“ dabei, u.a. der geborene Münchner
Tormenta Jobarteh, der im westafrikanischen Land Gambia seine Wahlheimat und
-familie fand. Hier hörte er zum ersten Mal das wundervolle Klangbild einer
Kora, gespielt von einem Musiker, der dieses großartige westafrikanische
Instrument virtuos beherrschte. Bei seinem musikalischen Mentor Basuro
Jobarteh, dem anerkannten Griot von Boraba, Fulladou vergingen für Tormenta
acht Jahre in Boraba, bis das intensive Studium der Kora sowie der Mandinka
Sprache und der gesamten Mande-Kultur erfolgreich abgeschlossen war. Seine seit
1999 bestehende Band Jobarteh Kunda wurde für den Weltmusikpreis Ruth 2005 und
den BBC Award 2005 nominiert. Sie spielte u.a. als Vorgruppe bei Manu Dibango,
Miriam Makeba und Dobet Gnahore. Zahlreiche Auftritte folgten und festigten
sowohl das Repertoire als auch den guten Ruf dieser Band. Nach und nach wurden
traditionelle Songs umarrangiert, modernisiert und mit neuen Titeln zu einem in
sich stimmigen Programm vereinigt. Nach 16 Monaten Studioarbeit ist nun ihr
drittes Album „AHA!“ auf ihrem eigenen Label mit leicht veränderter Band
eingespielt. Der Stilmix aus Musik des traditionellen Afrikas und der Karibik,
angereichert durch Jazz, Reggae und Hip Hop, begeistert mit 12 mitreissenden
Songs, in denen die Kora und der Manding Sound nach wie vor der rote Faden sind.
Vielseitige Grooves und farbenfrohe Harmonien verschmelzen hier mit Charme und
ansteckender Lebensfreude.
www.myspace.com/jobartehkunda
www.jobarteh-kunda.de
SRBE presents
Dainjahruz Crowned – 2nd Wave (srbe)
Ein gutes Jahr ist
vergangen, seit die erste Welle der ultimativen myspace drumandbass Compilation
„Dainjahruz Crowned“ den Dschungel mit 13 wilden Hits aufgemischt hat.
Inzwischen hat Semtex MC, seines Zeichens Mastermind der Primatengattung
„SilbaRuecken“, fleissig neues Material im Urwald aufgespürt, um mit der „2nd
Wave“ weitere Drum&Bass-Liebhaber an Land zu spülen. Eines der
Hauptcharaktermerkmale, warum ihm das gelingen wird, ist die sehr
begrüssenswerte Tatsache, dass man sich im SRBE-Camp nicht für Genregrenzen
interessiert. Mit den elf vorliegenden Tracks wird ein äusserst breites
Spektrum abgedeckt, und so ist für jeden was dabei. N-Noiz, der sich übrigens
auch für das Artwork verantwortlich zeichnet, liefert dieses Mal gleich drei
edle Perlen ab. „1995“ (seitdem gibt es das Projekt N-Noiz) baut sich langsam
auf und kommt mit diesem verspielt-atmosphärischen Vibe, den das Jahr 1995 so
ausgezeichnet hat wie kaum ein anderes. „1998“ dagegen ging als Jahr des
Techstep in die Geschichte ein, und so ist das Klangbild hier auch abstrakt und
dunkel. Mit dem vertrakten „Grand Slam“ wird ebenfalls ganz grosses Tennis
gespielt. Nursa lässt es mit seinem rootsbetonten „Jah Zound Rmx“ rollen,
während sein Intense-Partner Phantom Warrior die Bassline in den gefährlichen
„Streets“ zum Wackeln bringt und auch den „Hustla“ mit der so wichtigen Portion
Hip Hop versorgt. Dass auch der Blues mit seiner Tiefe und Spiritualität einer
uralten Tradition einen grossen Einfluss auf unsere Musik hat, beweist Budoko
mit seinem beseelten Stepper „It Hurtz“. Nach einem ruhigen Klavier-Intro zeigt
Lash DJ mit „Nichts“, was man mit Filtern und Verzerren so anstellen kann. Das
ist dann auch ein Stichwort für Street Fighter Scary, der mit „Hadouken“
einen aus Blitzen bestehenden Energieball einsetzt. Cold Cortex hat ein
facettenreiches „RTFD”-Dokument aus Wien mitgebracht, in dem viele bunte Bilder
platziert sind. Und schliesslich gibt sich auch Leroy Brown die Ehre, um mit
dem dubsteppenden „Sensi“ den Jungle Spirit zu zelebrieren. Watch this!
Free Download: www.silbarueckenbeatz.com
www.myspace.com/srbentertainment
DVD History
Defiance (constantin film)
Geschichten des aktiven jüdischen Widerstandskampfes
während des Zweiten Weltkriegs finden eher selten ihren Weg ins Kino. Doch
Filme von Edward Zwick (ob „Glory“, „The Last Samurai“ oder zuletzt der
gefühlsbeladene Action-Streifen „Blood Diamond“) begeistern immer wieder durch
wunderschöne Bilder, Emotionen und packende Stories. Auf Grundlage des
historischen Sachbuchs „Bewaffneter Widerstand“ der US-Professorin Nechama Tec erzählt
Zwick in seinem neuen Film „Defiance“ (Unbeugsam) eine wahre Geschichte. Die
jüdischen Gebrüder Bielski überleben im Jahre 1941 nur knapp eine
Säuberungsaktion in ihrer polnischen Heimat, doch ihre Eltern und weitere
Familienangehörige fallen dem Tötungswahn der SS und deren Kollaborateuren zum
Opfer. So wagt das Trio die Flucht in weissrussische Wälder und versucht mit weiteren
Flüchtlingen ein provisorisches Waldlagerals Unterschlupf zu errichten. Auch im
Lande Stalins macht die Vernichtungspolitik der Nazis keinen Halt, und die Bielskis
wollen sich nicht nur verstecken, sondern auch kämpfen, auch wenn dadurch ein im jüdischen Glauben
verankertes Gebot gebrochen werden muss. Ging es anfangs noch um das eigene
Überleben, müssen die Bielskis nun Verantwortung für viele Menschen übernehmen.
Zusammen mit russischen Widerstandkämpfern wird eine Partisanengruppe
aufgebaut, was die beiden älteren Brüder spaltet. Während Zus (Liev Schreiber) die
feindlichen Besatzer nun im Sinne des Partisanenkampfes töten will, gilt es für
Tuvia (Daniel Craig) im gnadenlosen Winter das Überleben der in die Hunderte
gestiegene Zahl der Flüchtlinge zu sichern. Mit Überfällen auf Militärkonvois
werden Waffen und von russischen Bauernhöfen Nahrung organisiert. So stehen
nicht die unzähligen Massenexekutionen in den Wäldern im Vordergrund, sondern
eher der Bruderkonflikt, den auch Asael Bielski (Jamie Bell), der Jüngste unter
ihnen, nicht klären kann. Während die Beziehung der Brüder untereinander
durchweg glaubhaft dargestellt ist, wird die Geschichte, die voller Tragik,
Leid, Kampf, Aufbegehren und Hoffnung ist, nicht ernsthaft vertieft. Die
Wahrheit, die diese Menschen wirklich erlebt haben müssen, war sicherlich viel
trauriger und erschütternder (siehe Schindlers Liste). Da durch den Einsatz der
drei Brüder mehr als 1200 jüdische Kinder, Frauen und Männer gerettet werden
konnten, zählt „Defiance“ zu den wichtigsten Filmen der letzten Jahre, die sich
dem Thema des Holocausts angenommen haben.
www.defiance.film.de
www.constantin-film.de
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Thursday, October 01, 2009
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Current mood:  refreshed
oktober 2009 @ icon berlin
Pressearbeit: Roly
01.10.2009: Ninjatune Special
feat. DJ Kentaro
Der Japaner DJ Kentaro zählt
neben DJ Food & DK zur Speerspitze der Ninja Tune Turntabelists und hat
auch schon eine Solid Steel-Compilation zusammengestellt. 2002 hat er im Alter
von gerade mal 20 Jahren als erster Asiate überhaupt den DMC World Champion
Titel gewonnen. Nachdem er in der Szene
schon seit langem einen exzellenten Ruf genießt, hat er im Jahre 2007 sein
Debut-Album „Enter“ veröffentlicht. Dass der Produzent und Masterfader sein
Handwerk versteht, macht die schmackhafte Mischung auf „Enter“ mehr als
deutlich: In Lichtgeschwindigkeit und mit der Fingerfertigkeit eines Jongleurs
switcht er zwischen HipHop, Funk, Downtempo Soul und Hi-Speed-Breakbeat hin und
her. Als Gäste fungierten hier illustre Namen wie Pharcyde und Spank Rock, und
inzwischen hat er auch mit The Roots und dem Jamaikaner Sizzla zusammen
gearbeitet. Im letzten Jahr stellte Kentaro mit der Live-DVD „Enter The
Newground“ nicht nur Geschwindigkeitsrekorde auf. Nicht nur, dass der Japaner
im Rahmen des Konzerts im Tokioer Liquidroom am 02. Mai 2007 unter Beweis
stellte, technisch hochkarätig zu sein. Mit den Fingern ist er schneller als
der Schall und schafft es somit ernsthaft die Beatverrückungen über der
asiatisch-pazifischen Plattentektonik alleinig zusammen zu halten. Hier gaben
sich auch der japanische MC Hunger, die Liveband Little Tempo und der
klassische japanische Flötist Kisho Tosha alle das Mikro und die Instrumente in
die Hand, um dem großen Performer zu assistieren. Und das Ende wurde gebührend
mit dem DMC-Winning-Set gefeiert. Was der Verfechter der „No Walls Between The
Music”-Philosophie hinter den Plattentellern bietet, die durch einen CDJ und EQ
ergänzt sind, verschlägt einem den Atem. Das war kürzlich auch Grund genug für
Ortofon, ihm ein limitiertes Signature-Modell zu widmen, das durch den
sphärischen Schliff hervorragend zum Scratchen geeignet ist. Der
Turntable-Virtuose wird heute bei uns von Marc Hype und Delfonic begleitet und
wieder abgehen wie Schmitts Katze.
http://www.myspace.com/djkentaro
http://www.myspace.com/marchype
http://www.myspace.com/delfonic77
02.10.2009: Dubstep Special feat.
Benga
Die anhaltende Aufregung um
Dubstep ist vor allem Ausdruck einer jahrelangen, nun endlich gestillten
Sehnsucht nach dieser einen überraschenden Wendung zwischen minutiös
frisierten Disco-Nachbauten und dem nächsten 57-Stunden-Set deines
Lieblings-Minimal-Typen. Spätestens seit seinem Crossoverhit „Night” gilt Beni
„Benga“ Uthman als ausgewiesener Fachmann in Fragen des unkonventionellen, aber
funktionalen Trackaufbaus. Diese Kunst bringt er auf seinem aktuellen Album zur
Meisterschaft. Mit unglaublichen 14 Jahren veröffentlichte er 2002 seine erste
Platte auf dem längst schon legendären Big Apple-Label, sechs Jahre später
lieferte er seinen zweiten Longplayer „Diary of an Afro Warrior“ auf Tempa ab.
Zuletzt erschien 2006 dort das Album von Skream, der damit Geschichte schrieb.
Keine leichte Aufgabe also für Benga daran anzuknüpfen, könnte man meinen. Doch
Bengas Innovationsfreude und Leichtigkeit im Umgang mit den schweren Bässen
übertrifft alle Erwartungen. Kaum ein Player in der Dubstep-Szene ist tiefer in
dem jüngsten Gewächs der Clubkultur verwurzelt als er. Schließlich zählt er zu
den Begründern der Croydoner Bass-Eskapaden. Außerdem gibt es keinen Grund,
Angst vor dem Schatten Skreams zu haben, da die beiden seit den Kindertagen eng
befreundet sind. Benga-Produktionen im Besonderen zeichnen sich durch eine
perfekte Verschmelzung von Bassweight und einer fast schon houseaffinen
Melodiösität aus, wie sie nur von einem Stevie Wonder-Liebhaber ausgehen kann.
Future-Dub-Arrangements und swingende socaesque Beats treffen auf knisternde
Synthies, um das Bassfundament zu flankieren. Damit nimmt der Sympathieträger
mit dem windschiefen Markenzeichen-Afro derzeit weltweit eine Tanzfläche nach
der anderen auseinander – just try to funk that. Somit kamen wir nicht drum
herum, ihn nach einem Jahr erneut ins Icon einzuladen. Von hiesiger Seite aus
werden Freakcamper Robotic und ein weiterer Gast als Support ins Rennen
geschickt. Braap! Braap!
http://www.myspace.com/bengabeats
http://www.myspace.com/robotfrequencies
03.10.2009:
Recycle presents Marcus Intalex
Mit Marcus Intalex kommt
heute der Betreiber des wundervollen Soul:R Labels, der seit 2001 mit
Top-Releases von High Contrast, Calibre, Artificial Intelligence & Klute
und als M.I.S.T. & Mist:i:cal Producer für Labels wie Metalheadz oder Flex
immer wieder Großartiges leistet. Beeinflusst von guten Leuten wie Mickey Finn,
Fabio & Grooverider oder DJ Rap, begann er schon in den frühen Neunzigern
mit dem Produzieren. Aber wer nicht aus London oder Bristol war, schien lange
Zeit verdammt dazu, nur peripher wahrgenommen zu werden. Doch die
Raveinitiation im Pantheon des Acid House, dem Manchester Club Hacienda im
Hinterkopf und Chicago und Detroit umarmend, setzte sich Marcus Intalex auf den
Dancefloors fest und brachte wieder etwas ins Spiel, das lange Zeit
vernachlässigt wurde: House. Zusammen mit seinen Partnern in Crime ST Files und
Calibre hat der Pionier des soulful Drum&Bass vor zwei Jahren das mehr als
überzeugende Mist:I:Cal-Album „The Eleventh Hour“ auf den Markt geworfen und
uns auch wieder einen atmosphärischen Drum&Bass-Mix auf Fabric serviert. Inzwischen
gehört die Soul:R-Diskographie inklusive weiterer Releases auf dem
Schwesterlabel Revolve:R zur Speerspitze des Genres. Der musikalische Fokus
liegt eindeutig auf reduziertem, deepem, meist instrumentalem Drum&Bass,
der wohl eher nicht dem üblichen Verständnis vom typischen Liquid Funk
entspricht. Nein, seine eher ernsthaften und hintergründigen Tracks mit der
Liebe zum Detail brauchen solche Etiketten nicht, denn sie entfalten sich auf
ihre ganz eigene Weise. Ende letzten Jahres veröffentlichte er mit der
Doppel-CD „DAT:Music 2“ 22 qualitativ hochwertige Tracks von bekannten und
aufkommenden Acts. Hinter den Decks zeigt er immer wieder, wie wunderbar
Clubmusik auch auf einem ganz unterschwelligen Level funktionieren kann: mit
einer fein durchdeklinierten Soundästhetik, einer minimalen Struktur und einem
pulsierenden Bass.
http://www.myspace.com/intalex
09.10.2009: Fuck Off: Les Petits
Pilous + Kap Bambino
Beim Label von Boys Noize,
namentlich Boys Noize Records, befinden sich mit Les Petit Pilous das heißeste,
was die elektronische Musik aus Frankreich abseits der Ed Banger Gang zu bieten
hat. Die zwei Cousins aus Südfrankreich machten ebenfalls, fernab der Pariser
Szene, mit Remixen auf sich aufmerksam und bearbeiteten bereits Tracks von
D.I.M., Goose oder Justice. Mr. Anthony & Jean Patrick aka Les Petits
Pilous knallten u.a. Mega Electro Tracks wie „Jollie Fille“ oder „Nice Bird“
auf Boys Noize Records raus, die wohl jedem Raver ein Begriff sind! Vor einem
Jahr veröffentlichten sie auch ihre Single „Wake Up“, mit der sie für mächtig
Furore sorgten. Das dazugehörige Video entführt den Zuschauer zu einer
seltsamen Achterbahnfahrt mit einem Typen in Zwangsjacke und seinem Psycho Doc,
die beide wie Zombies aussehen - inklusive Gore, Splatter,
Riesenmonsterschlange aus dem All, einem überdimensionalen Frauenhintern und insgesamt
ganz extrem hohem WTF-Faktor. Ihre ganz besondere Spezialität ist es, mit ihrem
bouncenden Sound die Partymeute zum Ausflippen zu bringen. Inzwischen haben die
beiden noch Remixes auf Tiga’s Label Turbo Records, New Judas, Kitsuné und Dim
Mak Records auf den Floor geworfen. Les Petit Pilous verarbeiten Electro und
House, aber auch Elemente von Minimal und Techno. Generell gibt es ordentlich
was auf die Zwölf, man steht im Hause nunmal auf elektronische Musik, die zwar
intelligent produziert ist, aber vor allem Spaß macht. Und mit ihrer Mischung
aus Live-Performance und DJ-Set werden sie bei uns mit Sicherheit dafür sorgen,
dass der Schweiß von den Wänden tropft. Zu den Senkrechtstartern aus Nizza gesellt
sich mit Kap Bambino noch ein vielversprechendes Duo mit düsteren, metalligen
Elektrosounds aus Bordeaux. Diese Formation hat gerade ihr neuestes Album
„Blacklist“ veröffentlicht und kommt etwas trashiger, wilder und böser daher
als so manch andere Band aus Frankreich. Bei ihren turbulenten Auftritten
begeistert vor allem Frontfrau Caroline Martial die Fans. Zusammen mit Marvin
Suggs steht somit einer wilden Nacht nichts mehr im Wege.
http://www.myspace.com/lespetitspilous
http://www.myspace.com/kapbambino
http://www.myspace.com/marvinsuggs
10.10.2009: Recycle presents
Alix Perez - Album Launch
Der gebürtige Belgier Alix
Perez (der mittlerweile in North-London lebt) ist ohne Zweifel eines der
angesagtesten und aufregendsten „breakthrough“ Talente im Drum’n’Bass. Im zarten
Alter von vierzehn startete der heute 22-jährige seine „bedroom DJ“ Karriere,
um bereits mit 17 zusammen mit Künstlern wie Jenna G, Redeyes, Sabre, MC Fats,
Spectrasoul und Specific zu produzieren. Die Anzahl seiner Veröffentlichungen
auf Labels wie Shogun Audio, Liquid V, Bassbin, Creative Source, Brigand, Fokuz
und vielen mehr steigt stetig an. Größen von Bukem bis Bailey unterstützen das
junge Talent und spielen seine Tracks regelmäßig auf BBC 1xtra. Seine
Produktionen sind durch seinen markant deepen und musikalischen Stil
mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Alix Perez zählt in England inzwischen zur
A-List und steht als Vertretung der aktuellen D'n'B-Bewegung. Vor einiger Zeit wurde
Alix Perez auf der Titelseite der ATM Mags als einer der „leaders of the
nu-skool” angepriesen. Außerdem war er bei den BBC 1Xtra Bass Awards in den
Kategorien „Breakthrough DJ” und „Breakthrough Producer” nominiert. Gemeinsam
mit Sabre lieferte er kürzlich für Rufige Kru’s neues Werk „Memoirs Of An
Afterlife“ einen Top-Remix von „Chances“. Derzeit bereist Alix Perez die
coolsten Clubs auf der ganzen Welt, um seine Musik unter die Leute zu bringen.
Der Erfolg gibt ihm Recht wie auch die Residency bei den legendären Clubnächten
„Swerve“ (The End) und „Movement“ (Bar Rumba). Sein neues Album „1984“ (Shogun
Audio) steht auch schon in den Startlöchern, und davon wird er heute bei uns
sicherlich ein paar Kostproben auf die Partycrowd abfeuern. Alix Perez
verbindet wie kaum ein anderer die Attribute, Funk Soul, Sex und Bass auf dem
Floor.
http://www.myspace.com/alixperez
16.10.2009: Solid Steel - the
ninjatune night feat. DJ Food + Jazzanova
Anfang der 90er Jahre
starteten Coldcut die Jazz Brakes Serie und schufen den Charakter DJ Food. Zu
verstehen als loses Netzwerk wurden - neben den beiden - über die Jahre
verschiedene Leute (Patrick Parkender (PC), Strictly Kev und einige mehr) zu
„Food“ und formten so das missing link zwischen Jazz, Breakbeats und Hip Hop
plus die notwendige Portion „London underground“. Wenngleich sie dem Projekt
als DJs erhalten blieben, wurde es jedoch für Coldcut über die Zeit zu
chaotisch, beständig zwischen beiden Projekten hin und her zu switchen, und so
rückten PC und Strictly Kev auf die Position, „Food“ neben dem Sound auch eine
Gestalt zu geben. Als die Köpfe behielten sie trotzdem das Konzept bei, andere
DJs und Produzenten in den Charakter einzubeziehen. DJ Food heute ist Strictly
Kev - ein Ninja auf neuen Pfaden. Dieser Schritt scheint nur konsequent,
arbeitet er doch schon seit längerem an einer eigenen Radioshow auf Solid
Steel, brachte unter anderem für Warp verschiedene Mixes heraus und prägt mit
seinem Artwork schon seit Mitte der 90er Jahre das Erscheinungsbild von Ninja
Tune. Sein 2007er Mixtape „Now, Listen Again“ mit DK lässt Genregrenzen hinter
sich und benutzt Hip Hop als genre-verbindendes Format. Mix- und
scratchtechnisch werden hier sowieso nur Übergänge vom Feinsten serviert, die
Deluxe-Trackauswahl von Primal Scream über Aphex Twin und Pepe Deluxe bis zu
Pendulum erstaunt, überrascht und erfreut das Herz des Beatdiggers. Für 2010
ist ein Album angekündigt, und so sorgt er aktuell mit der 38-minütigen EP „One
Man's Weird Is Another Man's World“ für einen mitreissenden Teaser. Von
Psychedelic über Cineasmus mit Wortsamples, einer ordentlichen Portion Sixties,
Jazz, Trommel- und Paukenarrangements bis zu analog klingender Electronica - handwerklich
und stilistisch ein Meisterwerk, dem er auch in seinen Live-Sets in nichts
nachsteht. Das Stilmittel des „Mash-Up“, welches DJ Food bereits vor einer
Dekade stilvoll meisterte, scheint seine zuweilen skurrile Faszination noch
nicht verloren zu haben. Im Spannungsfeld von Jazz Breaks, Dopebeats und Hip Hop
begleitet Jazzanova das Samplefeuerwerk nach Ninja Art.
http://www.myspace.com/strictlykev
http://www.myspace.com/ninjatune
http://www.myspace.com/jazzanovask
23.10.2009: Ed Banger and Eastpack
presents Busy P, SO ME, Breakbot & DSL
Die Marke „Eastpak“, die
inwzischen nicht mehr nur Taschen und Rucksäcke, sondern auch Mode, Koffer und
Accessoires herstellt, schließt sich mit dem französischen Elektro-Label Ed
Banger Records zusammen. SO ME, seines Zeichens Art Director von Ed Banger, hat
zwei der beliebtesten Styles von Eastpak, den Kult-Rucksack „Padded Pack’r“ und
die klassische Umhängetasche „Delegate“, aufgegriffen und ihnen den französischen
Touch verpasst. Zusätzlich gibt es mit „COOL CATS“ noch eine limitierte Eigenmarke
von Ed Banger Records. Label-Boss Pedro Winter weiß, wie das Business funktioniert.
Unter dem Alias Busy P. beteiligt er sich auch immer wieder an der Produktion
neuer Attacken auf die Clubs. Man denke nur an solche Granaten wie die „Limit
Ed“ 12“ („Colette C’est Chouette“ + „Be@rbrickdance“), „Chop Suey“, „Rainbow
Man“ und „The Headbangers“ sowie an die grandiosen Remixes für Kraftwerk,
Vicarious Bliss, DJ Hell, TTC und Fancy. Als Manager von Justice, Cassius, DJ
Mehdi, Cosmo Vitelli, Thomas Winter & Bogue hat er auf seinem Label
Künstler wie Uffie, Mr. Oizo, SebastiAn, Krazy Baldhead, Vicarious Bliss, Mr.
Flash und viele mehr um sich versammelt. Und legt er selbst an den
Plattenspielern Hand an, dann ist ein Exzess an subversiven Subbässen,
zerhackten Gitarren und verqueren Beats zu erwarten. Dazwischen sorgen
Discoklassiker von Donna Summer bis Lil’ Louis für Ekstase. Seine neueste
Entdeckung nennt sich Breakbot, der gerade auf der Diesel:U:Music Compilation mit
„Penelope Pitstop“ eine sehr schöne House-Nummer mit einer groovigen Bassline
veröffentlicht hat und ansonsten extrem gekonnt Funk, Rock und Electro vereint.
Digitalism, Justice oder auch etwa Röyksopp liessen sich ihre Hits durch
Breakbot Remixe veredeln, und spätestens nach dem Sonar Barcelona dieses Jahres
ist Breakbot aufgebrochen, um die Welt zu erobern. Neben Busy P, Breakbot und
unserem Resident Marvin Suggs sind heute auch anfangs erwähnter Art Director SO
ME und das verrückte Pariser Brüdertrio DSL mit von der Party. Im Gegensatz zum
auf Reduktion versessenen Berliner Minimal wollen Ed Banger Spaß und - es muss
in diesem Zusammenhang mal wieder gesagt werden dürfen - rocken! Dazu etwas
Glitzer und Champagner, und einer Nouvelle Vague des Hedonismus made in France
steht nichts mehr im Weg.
http://www.myspace.com/busyp
http://www.myspace.com/20399307
http://www.myspace.com/dothefunkybot
http://www.myspace.com/dslbros
http://www.myspace.com/marvinsuggs
24.10.2009: 15 Years Metalheadz
feat. DJ Storm & Doc Scott
Der einzigartige Metalheadz
Sound ist rund um den Globus immer wieder wegweisend, immer wieder ein bisschen
anders, vor allem aber deep und absolut clubtauglich. Kaum ein anderes Label
vermittelt einen vergleichbaren Futurismus und so eine ungebrochene
Fortschrittsgläubigkeit. Die First Lady des
Drum’n’Bass brachte Anfang der 90er Jahre nicht nur Goldie das Breakbeat-, Jungle-
und Drum’n’Bass-Universum näher, sondern war auch maßgeblich am Erfolg des
Metalheadz-Label beteiligt. Nach dem tragischen Unfalltod ihrer Weggefährtin
Kemistry setzte Storm den eingeschlagenen Weg alleine fort und heute ist sie in
allen Clubs der Welt zu Hause. Die grossherzige und enthusiastische Botschafterin
der schnellen Breakbeats und tiefen Bässe bereiste inzwischen mehrfach Europa,
Asien, Australien und Neuseeland sowie Nord- und Südamerika, im Gepäck immer
die heißesten Tunes, ein untrügliches Gespür für den perfekten Mix und den
Geist der Goldenen Jahre mit Kemistry. Darüber hinaus unterstützt sie
selbstverständlich noch immer Metalheadz, repräsentiert es bei ihren Gigs oder
stellt Mix-CDs für das Haus zusammen. Mittlerweile unterhält sie mit dem
„Feline“-Kollektiv eine Clubnacht im „Herbal“ in London. Ihre
Sets rocken und ihre DJ-Skills sind bekanntermaßen vom Feinsten. Einer, der
auch stark daran beteiligt war, Metalheadz Mitte der Neunziger zum damals
einflussreichsten und bis heute auch außerhalb der Szene populärsten Label zu
machen, hört auf den Namen Doc Scott. Nicht wenige bezeichnen seinen Public Enemy
zitierenden Track „Here Come The Drumz“ von 1992 als die eigentliche Geburt von
Drum&Bass. Dass er einer der tightesten und unverwechselbarsten Producer
und Remixer ist, bezeugen auch legendäre Tracks wie „Shadow Boxing“, „Tokyo
Dawn“ oder sein superschöner Remix von Adam F’s „Metropolis“. Während Ende der
90er ein seelenloser Ravesound dominierte, holte Doc seine alten Chicago
House-Platten aus dem Schrank und sorgte mit dem Release „How U Make Me Feel“
von Marcus Intalex & ST Files auf seinem Imprint 31 Records für eine
allgemeine Rückbesinnung auf warme, housige Sounds. Doc Scott ist also einer
von denen, dessen Parameter eine gewisse Größe erkennen lassen. Als
überragender DJ mit über 20 Jahren Erfahrung zeigt Doc Scott in seinen
erfrischenden Sets, dass Tradition und Neuerung zwei Seiten derselben Drum’n’Bass-Medaille
sind. Und genau dafür steht auch Metalheadz – deep, dark und kompromisslos.
http://www.myspace.com/stormthe1stlady
http://www.myspace.com/31docscott
30.10.2009: The Gaslamp Killer +
Nosaj Thing
Vorsicht, höchste
Alarmstufe! Ein wahnwitziger Amerikaner läuft in der Gegend rum, um Gaslampen zu
töten. Der Resident der Maßstäbe setzenden Low End Theory-Partys in Los Angeles
kommt aus dem Dunstkreis der Neuen Schule in Sachen Beats um Flying Lotus,
Samiyam und Ras G. Unter dem Synonym MHE poliert The Gaslamp Killer schon seit
längerer Zeit steinharte Breaks von alten Rock- & Funkscheiben neu auf und
beansprucht diese extrem. So wurde er von der John Peel-Nachfolgerin Mary Anne
Hobbes sogar auf ihre BBC1xtra-Bühne auf dem Sonar Festival eingeladen, und diese
Ehre wird pro Jahr nur drei Acts gewährt. Als Produzent wird er demnächst auf
Brainfeeder und Warp veröffentlichen. Von Shilo, einer „Emmy Award-winning” Filmemacher-Crew
aus den USA engagiert, hat der Gaslamp Killer gerade die fünfte Nummer der „We
make it good“-Mix-Serie abgeliefert. Da tauchen so viele gute Tracks auf, die sich
aber keinem Genre direkt zuordnen lassen können. Helden wie Jaylib, The Roots
oder The Clipse dürfen dabei ebenso wenig fehlen wie Madlibs kleiner Bruder
Ohno oder Flying Lotus. Dazu gibt es virtuosen Leftfield-HipHop, indische
Samplemusik, zum Kopfnicken bringende Scratcheinlagen, psychedelischen Ambient
und zum Abrunden obendrauf noch Nirvanas „Scentless Apprentice“. Es gibt wohl
keinen Style, den der Killer nicht spielt. Seine DJ-Sets sind unberechenbar,
von Soul und Funk über Dubstep zu den rockigsten Beats, die ihr euch vorstellen
könnt. Das Biest aus Haaren und purer Energie an den Plattentellern beherrscht
auch die Luftgitarre perfekt und sorgt beim Publikum regelmäßig für
Euphorieausbrüche. Turntable-Entertainment
at its best. Ebenfalls aus L.A. ist auch Nosaj Thing, der Ende Mai
sein Album „Drift” veröffentlicht hat. Dieser Überproduzent der nächsten
Generation bevorzugt das Abstrakte, dekonstruiert und schichtet wieder auf. Ob
mit schweren Bässen, aufgekratzten Störgeräuschen oder sich zerdehnenden
Strukturen – alles wirkt höchst spannend und aktuell. Tracks wie das
gespenstisch-flüchtige „Fog“ oder das stotternde „Coat Of Arms“ untermauern die
Ambitionen dieses noch jungen Künstlers. Vielfalt und Futurismen aus Electronica
und HipHop verdichten sich auf „Drift“ zu einem hervorragenden Debüt. Absolut
empfehlenswert!
http://www.myspace.com/thegaslampkiller
http://www.myspace.com/nosajthing
http://www.myspace.com/delfonic77
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Wednesday, September 30, 2009
 |
Current mood:  contemplative
roly's silberscheiben
09/2009 @ hanf
journal - [pdf
download]
Goldie presents Rufige Kru: Memoirs Of An
Afterlife (metalheadz)
Mit seinem ersten Album „Timeless“ hat
Clifford Price Drum’n’Bass salonfähig gemacht und einen absoluten Meilenstein
geschaffen. Seitdem ist der einzigartige, von Goldie geprägte Metalheadz Sound
rund um den Globus immer wieder wegweisend, immer wieder ein bisschen anders,
vor allem aber deep und absolut clubtauglich. Gemeinsam mit seinen jeweiligen
Sound-Engineers steht Goldie für die legendäre Rufige Kru. Mit Marcus
Rutherford schuf er „Terminator“, und die Kollaborationen mit Marc Mac / Dego,
Rob Playford und Danny J dürften auch bekannt sein. Zusammen mit dem jungen,
noch hungrigen Jim Heist präsentierte das Mastermind der rohen Beats vor zwei
Jahren mit „Malice In Wonderland“ einen herrlich nach dem Sound der guten alten
Tage klingenden Longplayer. Auch das neue Werk „Memoirs Of An Afterlife“ illustriert
die Ursprünge des Genres und weist zugleich den Weg in die musikalische Zukunft
von Drum’n’Bass. „Just When You Thought It Was Over“ und das supergenial
steppende „Babylon 2012“ geben gleich mal die Richtung vor, bevor mit „Letting
Go“ im Artificial Intelligence Remix ein siebenminütiger Rewind gestartet wird.
Zusammen mit D-Bridge bietet „Mirror“ einen nostalgisch dröhnenden 808 Bass Hook,
der sich wellenförmig zum typischen Rufige Kru Sound entwickelt. „Paris“ ist
sehr moody, „Is This Real VIP“ lässt glücklich an die legendäre Platinum Breaks
Reihe denken, während „One More Time“ und „Only When I Dream“ mit hypnotischen
Elementen zu faszinieren wissen. Obendrauf gibt’s mit „Something About You“ und
„Chances“ noch zwei erstklassige Remixes von D-Bridge bzw. Alix Perez &
Sabre, bevor man nach dem Breakbeat-Monster „Lost Rufige“ mal wieder neidlos
anerkennen muss, dass es immer noch keinen anderen Sound gibt, der einen
vergleichbaren Futurismus und eine ungebrochene Fortschrittsgläubigkeit
vermitteln kann. Mein absoluter Lieblingstune nennt sich „Sometime Sad Day“ –
ein feinschichtiges Stück voller Melancholie. Metalheadz forever – deep, dark
und kompromisslos.
....
www.myspace.com/metalheadzltd
www.myspace.com/goldierufige
www.metalheadz.co.uk
3gga: Bad Outta Road (bassrunner productions)
Geboren in Benin City, verliess Michael
Osayande aka 3gga 1999 Nigeria und fand in Wien seine neue Heimat. Schon immer
der Musik verfallen und durchaus mit Entertainer-Skills ausgestattet, releaste
er zwei Jahre später seine erste Single „3gga Culture“, eine Zusammenarbeit mit
Stereotype und G-Stone. Und nach dem UK Drum’n’Bass-Chartbuster „Lion Dub“ mit
dem Wiener Produzenten D.Kay und seinem Debüt Album „In Di Ghetto“ hat 3gga
innerhalb des letzten Jahres, zusammen mit dem Wiener Highhat Studio,
Bassrunner Productions und dem Produzentenduo Luke R.I.C.H., den Nachfolger
„Bad Outta Road“ produziert. Um sehr präzise die Ausrichtung und die
internationalen Beziehungen von 3gga aufzuzeigen, unterstützen Hitgaranten wie
Mad Killah, Perfect, Lexie Lee und African China das neue Album. 3gga hat sich
weiterentwickelt und arbeitet sowohl lyrisch als auch medial versibler. Beschwingte
Songs wie „Sweet Reggae Music“ oder „Galala Music“ (feat. Daddy Showkey) wechseln sich ab mit Dancehall-Smashern
wie „Bad Outta Road“, „Music“ (feat. Mad Killah) und „Jump And Clap“ (feat.
Emiliano). Neben
dem bouncenden „Crying Out” (feat. Million Stylez) gefällt auch das sehr heisse
„Ego” (feat. Lexie Lee), das ganjalastige „Hi Grade“ und das groovige „Ore“
(feat. Ronny Trettmann). Zusammen mit Perfect zeigt sich 3gga in „Make It Work“
von seiner poppigen Seite, bevor es mit G-Solo & Jiff in „Rise“ wieder mehr
nach vorne geht. Überzeugend ist auch der Österreicher Emiliano in den beiden Top-Tracks
„Too Far“ und „Gimme Your Number“. Am Ende wird es mit dem disco-dubbigen „We
No Inna“ nochmal recht experimentell, und „Thank You Jah“ (feat. Bongo Chilli)
ist ein ehrwürdiger Abschluss. Somit ist „Bad Outta Road“ ein rhythmisch
geschüttelter Cocktail für jeden Fan des afikanischen Dancehalls!
www.myspace.com/3gga
www.myspace.com/bassrunnerproductions
www.highhat.com
Audiolith: Doin’ Our Thing (audiolith)
Ein kleines Label aus Hamburg bringt
antizyklisch zur Krise gerade jetzt die geilsten Platten raus. Seit der
Gründung von Audiolith vor sechs Jahren durch Lars Lewerenz bewegt sich das
Label immer an der Schnittstelle von verspieltem Electro, euphorischem Rave
sowie klassischen Indietronics. Inzwischen hat man zwar schon über 60 Releases
auf der Kappe, aber die 50. Veröffentlichung soll hier mal gebührend zelebriert
werden. Gedacht als Momentaufnahme des musikalischen Jetzt im Audiolith-Kosmos
und gleichzeitig als grosses Dankeschön an alle Fans, freut man sich über die familiäre
Compilation „Audiolith – Doin‘ Our Thing“, an der wirklich alle aktiven
Audiolith-Künstler beteiligt sind und die erstmalig in dieser Form das gesamte
Spektrum des Labels abdeckt. Die 18 exklusiven Tracks grooven zwischen
Elektropunk, Glamwave, Synthiepop sowie intimem Songwriterzeug. Den grössten
Spass habe ich mit „Die Schande“ (Egotronic & Frittenbude), „Pelikan“
(Bratze), „Die Sonne scheint“ (Egotronic), „Give or take“ (Juri Gagarin), „Disaster“
(Basslaster & Ira Atari), „Nachtjacke“ (Supershirt), „Full Force Funky
Fresh“ (Der Tante Renate & M T Dancefloor) und mit den balladesken Songs
„Durch die Bank“ (ClickClickDecker) und „Broke“ (The Dance Inc.) kann ich auch
viel anfangen. Den (nicht auf der CD/DVD enthaltenen) Titeltrack gibt es
übrigens im Original und als Remix kostenlos zum Download auf der Webseite von
Audiolith. Und auch wenn ich mich beim Titel „Taxi Raver“ explizit angesprochen
fühle, lege ich mich dank der unbeschreiblich schönen 80er Synthievibes auf
meine beiden Favoriten fest: „You Just Got Recorded“ (Dadajugend Polyform) und
„Schmettterlingsflugsimulator“ (Plemo & Rampue). Dazu gesellen sich als
Superbonus natürlich noch alle 26 Audiolith-Musikvideos – ruckelfrei, in
allerbester Qualität und vor allem ohne Aufpreis. Elektrobounce zwischen Punk
und Party. Das wohl massivste Audiolith-Package ever.
www.myspace.com/audiolith
www.audiolith.net
V/A: Edges – A new french electronic generation
(because music)
Als Daft Punk im Jahre 1997 ihr
bahnbrechendes Debut-Album „Homework“ veröffentlichten, erlaubte der „french
Touch“ einer ganzen Generation, sich elektronischer Tanzmusik zuzuwenden. Inzwischen
ist eine Dekade vergangen, und Partygänger aus allen Genres und ganz Europa
feiern zur Zeit unter anderem den Sound aus den Kreativschmieden der französischen
Labels Ed Banger und Kitsuné. Doch die nächste Generation ambitionierter
House-Rebellen steht schon in den Startlöchern. Um einen Überblick ihrer zeitgenössischen
französischen Tanzmusik zu bekommen, liefert der Indie-Riese Because Music mit
dem Label-Sampler „Edges – A new french electronic generation“ einen
hoffnungsvollen Blick nach vorne. Breakbot, der schon Remixe für Metronomy und
Sebastian Tellier produzierte, hat mit „Penelope Pitstop“ ein feines Intro
beigesteuert. Donovan’s „Wonderland“ kommt mit seinen verzerrten Vocals und
verspielten Sounds schön groovy, bevor es dann mit dem „Modern Slave“ von
Dilemn direkt auf den Floor geht. Neben Mondkopf, Discodeine und den Rove Dogs gehören
unter anderem auch das Pariser Duo Gentlemen Drivers und Nils Hartman aus Lyon zu
den wenigen französischen Musikern, die noch neue Wege beschreiten und Brücken
zwischen den Genres schlagen, die nichts mit kitschigem Crossover zu tun haben,
sondern tatsächlich etwas Neues hervorbringen. Meine Lieblingstunes sind das
oldschoolige „Bboy Underground“ von Digikid84, das ravige „James“ von
Djedjotronic, das epische „Nationale 66“ von den Gentlemen Drivers und das 80s
angehauchte „Make It Better“ von Anoraak. Experimentierfreude, Hedonismus und
Innovation mutieren hier zu flirrender Musik, die unheimlich gute Laune
verbreitet.
www.myspace.com/becauseeditions
www.because.tv
Fagget Fairys: Feed The Horse (music for dreams)
Bürgerlich heissen sie Elena Carli Cosovic
und Carla Cammilla Hjor und haben Anfang des Jahres mit „Uzela“ ihre Debüt-EP
veröffentlicht. Bereits seit Monaten hinterlässt die erste Single-Auskopplung
der Fagget Fairys namens „Feed The Horse“ in Kopenhagen jeden Tag aufs Neue
nichts als erstaunte, hypnotisierte und ungläubige Gesichter. Die explosive
Mischung aus Grime, Electro, Rap und Sex-Appeal mit einem fast schon
aufdringlichem Hook ist im Grunde ein simples aber zutieft effizientes
Track-Monster. Nun endlich erscheint das gleichnamige Album der beiden Ladies,
die sich im Club kennenlernten. Dort hat sich Model, Club-Kid und Party-Amazone
Ena eines Nachts auf den ersten Blick in die 12 Jahre ältere DJane Carla
verliebt. Um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen, stieg Ena auf das DJ-Pult, hob
ihre Arme und sprang stagedivend in die Menge, um letzten Endes jedoch auf
einer Flasche zu landen. Doch 15 Stiche, 2 aufgeschlagene Knie und einen
Wirbelsturm der Gefühle später war zwischen Ena und Carla bereits alles klar –
auch wenn sich seinerzeit weder Carlas damalige Freundin noch Enas muslimischen
Verwandten sonderlich begeistert zeigten. Nach zwei ereignisreichen Jahren
feiern sie ihre anstehende Hochzeit mit der Veröffentlichung ihres gemeinsamen
Debütalbums. Und ausnahmslos alle Tracks wissen zu gefallen. Mit ihrem Mash-Up
aus Booty Bass, Elektro und HipHop sowie Baile Funk- und Balkan Beat-Referenzen
und trashiger Sex-Komponente liefert die elektronische Antwort auf T.A.T.U. abwechslungsreiche
Beats mit sinnlichen Melodiebögen und redet hier definitiv nicht über das
Füttern von Pferden. Herzlichen Glückwunsch, Mädels!
www.myspace.com/faggetfairys
www.musicfordreams.dk
Brixtonboogie: Urban Blues (ferryhouse productions)
Seit dem 17. Jahrhundert schufteten aus
Afrika verschleppte Sklaven im ländlichen Süden der USA auf Baumwoll-, Reis-
und Tabakplantagen. Einen ihrer überlieferten Musikstile nannte man Blues. 1920
wurde in New York erstmals ein Song namens „Crazy Blues“ aufgenommen - und
danach war die amerikanische Musik für immer eine andere. Boogie ist
ursprünglich ein Klavierstil, der harmonisch dem Blues-Schema entspricht,
allerdings härter und dynamischer ist. In den 30er und 40er Jahren die Popmusik
Amerikas, ein Grundstein des Rock'n'Roll und noch heute lebendig. Der Hamburger
Produzent Krisz Kreuzer liebt seit seiner Jugend den Blues. Um seine Vorstellung
eines neuen Blues zu realisieren, gründete er das Kollektiv Brixtonboogie, das
sich auf die Tiefe und Spiritualität einer uralten Tradition besinnt. Die
urbane Version seiner Combo flirtet aber auch mit zeitgenössischen Strömungen
wie Dub, Folk, Soul, Funk und HipHop. Die Samples sind bewusst als Zitate
eingesetzt, bauen ihren Schöpfern ein Denkmal, überführen sie gleichzeitig
respektvoll aus dem Gestern ins Heute und sichern so ihre Zukunft. Stimmgewaltige
Kollegen aus Fleisch und Blut gibt es mit Mascha Litterscheid, Nathalie Dorra,
Trina Hamlin, Wayne Martin, Bryan Sanders, Black Hatten, Leo Slater und den
Golden Gospel Singers, die den 13 Songs noch mehr Herzblut verleihen und mich
schwer begeistern. Den Blues spürt man, wenn man unten ist. Der Blues ist aber
auch ein Einpeitscher, ein Kraftspender, ein Mutmacher. „Urban Blues“ verbindet
den glatten Sound des digitalen Zeitalters mit dem Dreck verstaubter
Vinylplatten. Hungrig und anklagend. Abgründig und geschmeidig. Beseelt und
liebevoll.
www.myspace.com/brixtonboogie
www.brixtonboogie.com
www.ferryhouse.net
Subsonic Park: Echoes From Inside (elux records)
Alex Azary und Gabriel Le Mar haben mit
ihren treibenden Mixes aus DeepHouse, TechHouse und DubTech in den letzten zwei
Jahren auf ihren eigenen Areas bei Top Events wie TimeWarp (Mannheim),
Pollerwiesen (Köln) oder dem Merkwürdigen Verhalten (Frankfurt) sowie mit der Residency
im Cocoon Club Frankfurt konsequent den eigenen Sound weiterentwickelt. Ihr
letztes Album „Inner City Codes“ (2008) verstand sich als Schnittstelle
zwischen den repetitiven Klangmustern der urbanen Club-Culture, der Deepness
von Dubsequenzen, moderner Technologie, Architektur und Design. Die zehn
kraftvollen Tracks überzeugten auch ohne Drummings und verbreiten nahtlos
gemixt eine förmlich vibrierende Motorik. Dem aktuellen Update ihrer
Entwicklung, das durch diverse Feedbackschleifen im Prozess ihrer Entstehung geprägt
ist, kann man nun auf ihrem zweiten Subsonic Park Album „Echoes From Inside“
lauschen. Weg von belanglosem Minimal wird hier die Sache wesentlich
atmosphärischer angegangen. Die neun Tracks bestechen mit sehr schön
modulierten Flächen in Symbiose mit groovigen Deephouse Beats und bilden so einen
warmen, lasziven Klangteppich ohne allzu viel Geschnörkel. Da sich alle Stücke
zwischen sieben und zehn Minuten bewegen, ist viel Platz für angenehme
Soundeffekte und ein relaxtes Zusammenspiel aus Melodien, Hihats und Bässen. Das
Album beinhaltet auch die bereits Anfang Juni auf Vinyl veröffentlichten
Remixes von Brendon Moeller, Aku Aku und Quantum StarDub, und mit „Nova Bluez“
(Original auf Gabriel Le Mar's aktuellem Solo Album „Dubwize“ auf Thinner) gibt‘s
auch einen der zahlreichen Remixes, die Subsonic Park im vergangenen Jahr
produziert haben. So morphen die „Echoes From Inside“ zwischen experimenteller
Elektronik, der Deepness des Dubs und aktueller Clubmusik und lassen uns zur
Ruhe kommen.
www.myspace.com/subsonicpark
www.myspace.com/elektroluxlounge
www.eluxrecords.com
DVD-Special Martial Arts / Action
Street Fighter: The Legend of Chun-Li (universal film)
Schon im Jahre 1994 gab es eine Realverfilmung
der populären japanischen Street Fighter II-Videospielreihe mit Jean-Claude Van
Damme, dem inzwischen verstorbenen Raul Julia und Kylie Minogue. Diese hielt
sich allerdings kaum an die Vorlage und enttäuschte die Fans der Videospiele.
Nun bringt Universum Film die Neuverfilmung des wohl berühmtesten Arcade-Games am
14. August als DVD und Blu-ray in den Handel und so auf den heimischen
Bildschirm. Regisseur Andrzej Bartkowiak hat ja schon überzeugend bewiesen,
dass er solide Action-Filme abliefern kann, obwohl mit „Romeo must Die“ (2000) sein
letzter wirklich herausragender Film schon etwas länger zurückliegt. Mit
„Street Fighter: The Legend of Chun-Li“ präsentiert er jetzt ein
actiongeladenes und effektvoll inszeniertes Martial-Arts-Spektakel. Die
gefeierte Konzertpianistin und ausgebildete Wushu-Kämpferin Chun-Li (Kristin
Kreuk, „Smallville“, „Eurotrip“) wird von den Schatten ihrer tragischen
Vergangenheit eingeholt. Der hinterhältige Geschäftsmann Bison (Neal McDonough,
„Desperate Housewives“, „The Hitcher“, „Traitor“) entführte vor vielen Jahren
ihren Vater, den sie inzwischen für tot hielt. Nach dem harten Training durch
den weisen Wushu-Meister Gen (Robin Shou, „DOA: Dead Or Alive“) verzichtet sie
auf ihr privilegiertes Leben und will Bison in einem letzten Kampf
gegenübertreten. In den Slums von Bangkok kommt sie ihm langsam auf die Spur
und erhält Unterstützung von Detective Maya (Moon Bloodgood, „Terminator: Die
Erlösung“) und dem Interpol-Agenten Nash (Chris Klein, „American Pie 1 + 2“, „American
Dreamz“). Die fesselnde Story und die Original-Charaktere aus dem Game
versprechen nicht nur den Fans der Spielvorlage ein rasantes und packendes
Abenteuer, in dem es am Ende zum Showdown der Gerechtigkeit kommt. Neben dem
Film gibt es 50 Minuten Bonusmaterial, darunter einen Blick hinter die
Kulissen, mehrere Featurettes und entfallene Szenen.
www.streetfighter-film.de
www.universumfilm.medianetworx.de
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Thursday, September 03, 2009
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Current mood:  frisky
september 2009 @ icon berlin
Pressearbeit: Roly
04.09.2009:
Kissy Sell Out
Bislang kannte man Kissy
Sell Out als angesagten Szene-DJ, der die In-Clubs Europas mit den neuesten
Tunes beschallte und Remixes für Hochkaräter wie The Human League, Gwen Stefani
oder Groove Armada anfertigte. Geboren in Huntingdon, einem Vorort von
Cambridge, wurde er durch die Platten seiner Mutter früh beeinflusst. John
Martyn, Cat Stevens und viel Folk hatten es ihm angetan. Als er mit dem Djing
anfing, konnte er sich noch keine neuen Platten leisten, so mixte und experimentierte
er mit denen seiner Mutter. Mit 13 Jahren hörte er eine Mix-CD von DJ Hype –
das war eine Offenbarung. Nach dem Umzug nach Colchester und musikalischen
Vorlieben für Nirvana, Smashing Pumpkins und Swans begann er zu malen und zu
zeichnen. Schließlich wollte er schon Grafikdesigner werden, als er neun Jahre
jung war. Doch während seines Studiums ging es ihm hauptsächlich darum,
Album-Cover zu entwerfen und Musik zu machen. So schrieb er einen
sechsminütigen, instrumentalen Techno-Track, benannt nach dem Swans Song „Her“.
Zusammen mit dem Tune „Permanent Record“ presste er diesen auf ein White Label
und lief damit durch Soho, um Record Shops davon zu überzeugen. Er spielte
Electro im „The Cock“ und im „4am“ in Brixton und lernte dort der Crowd zu geben,
was sie wollte. Besonders glücklich war er, als er im Jahre 2007 eine
monatliche Show auf BBC Radio One machen durfte. Nun erscheint mit „Youth“ das
erste Album des studierten Grafikdesigners in Zusammenarbeit mit seinem Cousin
Dan. Neben vielen Kindheitsanekdoten wie „Essex Boy“ oder „This Kiss“ gibt’s
mit „Bethnal Green Café“ auch einen Song über ihre derzeitigen Freundinnen. Die Sunday Times titelte „The Electro album of the
Year“, und das Mixmag Magazine sprach von „One of the most exciting, charismatic
and entertaining DJs of the decade”. Kissy Sell Out klingt wie
ein bizarrer Mix aus The Streets und Lady Sovereign und liefert heute bei uns
den perfekten Sound für eine durchtanzte Sommernacht.
www.myspace.com/kissysellout
www.myspace.com/marvinsuggs
11.09.2009: Fuck Off feat. Toxic
Avenger + GoldieLocks
Kennt ihr „Toxic Avenger“? Das
ist ein völlig abgefahrener Film aus dem Jahre 1986, der neben sehr guten
Splattereffekten und einem wirklich kranken Humor schön schlechte Darsteller
bietet. Empfohlen sei hier die deutsche Directors Cut Fassung von Troma, die
Fassung unter dem Namen Atomic Hero ist erheblich geschnitten. „Toxic Avenger“
ist aber auch ein Projekt des französischen Electronica-Künstlers Simon
Delacroix aka Toxie. Vor zwei, drei Jahren war der junge Mann aus Paris einer
der ersten, der uns in Deutschland einen authentischen Eindruck von New Rave
und diesem ganzen neuen französischen Electro-Kram, von dem man bis dahin nur
lesen konnte, vermittelte. 2007 veröffentlichte er seine „Superheroes EP“
(iheartcomix Records) und spätestens durch „Bad Girls Need Love Too” (Boxon
Records) dürfte Toxic Avenger bekannt sein. Offizielle Remixe produzierte er u.a.
für The Whip, Peaches & Nick Zinner, Saint Pauli, Pivot, Malente, Leonard
de Leonard, Ladytron, Les Petits Pilous, Aux Raus, Playdoe und Chromeo. Inoffiziell remixte er auch Blur (Song 2), Roger
Sanchez (Another Chance), The Prodigy (No Good) und die Beastie Boys (Sure
Shot). Toxic
Avenger klingt wie ein Mix aus Boys Noize, SebastiAn und Justice, sprich: knirschend
rockender französischer Elektro, vorgetragen von einem entstellten Superhelden
der 80er Jahre – mit Maske. Sein Debüt-Album steht kurz vor der
Veröffentlichung und bei uns wird er eine Sternstunde in Sachen aktuelle
Electro-Bounce-Fidget-Rave-Rock-Sounds abliefern. Nach Live-Auftritten zusammen
mit MSTRKRFT, The Bloody Beetroots, Les Petits Pilous oder Uffie ist er heute mit
GoldieLocks bei uns zu Gast. Die 24jährige Sarah Akwisombe stammt aus der Südlondoner
Dubstep-Hochburg Croydon. Beim ersten Hinsehen noch halb englisches, halb
schwedisches Girlie, lässt ihr Alter Ego GoldieLocks aber keine Gelegenheit
aus, die Groupie-Blondchen dieser Welt mit rotziger Südlondon-Schnauze öffentlich
zurechtzuweisen. Kürzlich war sie auf dem Cover vom UK-Mixmag zu sehen und beim
DJ Magazine für den „Best British Breakthrough Producer Award“ nominiert. Beeinflusst
von The Neptunes, Dizzie Rascal, MIA und Spank Rock, kickt die weibliche Version
von The Streets heute bei uns den Floor mit einem urbanen Mix aus Electro,
Grime, Dub, Garage, Hip Hop und Pop.
http://www.myspace.com/toxavanger
http://www.myspace.com/toxieremixes
http://www.myspace.com/goldielocksmusic
http://www.myspace.com/marvinsuggs
18.09.2009: Ed Banger presents
Vicarious Bliss & Mickey Moonlight
Die New Rave Exporte aus dem
„Ed Banger“-Dunstkreis sorgen immer wieder für einen heftigen Ausschlag auf dem
Hipness-Thermometer. Neben Justice, Aushängeschild des französischen Labels,
sind Acts wie Busy P., Sebastian, DJ Mehdi, Uffie, Mr. Flash, Mr. Oizo oder
unser heutiger Gast Vicarious Bliss in aller Munde und rollen die Szene mächtig
auf. Vicarious Bliss unterschrieb im Jahre 2005 bei Ed Banger Records und steht
für einen inspirierten Mix aus „heavy“ Electro, Rave und Pop-Melodien. Seine
„Theme From Vicarious Bliss“-EP war die dritte Veröffentlichung des berühmten
Labels, und der Titeltrack (und die großen Remixe von Justice & Lifelike)
wurde vom englischen Radio 1 zum „Tune Of The Month“ gewählt. Als Remixer hat
Vicarious Bliss u.a. für N*E*R*D, die Mystery Jets und Ladytron gearbeitet,
deren aktuelles Album „Velocifero“ er auch produziert hat. Als Produzent debütierte
er im Jahre 2006 mit dem Erstling von I Love UFO, veröffentlicht auf Recordmakers,
dem Label von Air. Als DJ hat Vicarious Bliss in den letzten paar Jahren unzählige
Dates in Clubs und auf Festivals gespielt. Seine regelmäßigen Gigs in Paris
wurden bereits durch die Wahl zum DJ des Monats im Magazin „A Nous Paris“
gekrönt. Sein jüngstes Party-Baby ist die „Zero“-Nacht, mit der er jeden Monat
Euphorie und offene Münder in den Pariser Hipster-Club Fleche d’Or zaubert.
Musikalisch darf man sich auf dicke Electro-Tunes freuen. Vielseitigkeit steht
bei Ed Banger Acts hoch im Kurs, so braucht man sich nicht zu wundern, falls
der Gute auch eine Scheibe von Rage Against The Maschine auspackt. Dazu gesellt
sich neben unserem Residents Marvin Suggs mit Mickey Moonlight auch der jüngste
Spross der sagenumwogenen Ed Banger-Familie. Mit seinem interplanetaren Set
kommt er direkt vom Mond, um mit euch zu feiern.
http://www.myspace.com/myvicariousbliss
http://www.myspace.com/mickeymoonlight
http://www.myspace.com/marvinsuggs
25.09.2009:
Fuck Off feat. Kavinsky
An diesem Freitag ist mit
Kavinsky ein Headliner am Start, der spätestens seit der Tour mit Daft Punk zu
den ganz Großen des Business zählt. Im Jahre 2007 hat man ihn sonst an der
Seite von SebastiAn, The Rapture oder Justice gesehen. Anfangs 2006 erschien
der Pariser Vincent Belorgay unter dem Künstlernamen Kavinsky mit seinem
Erstling „Teddy Boy EP“ wie aus dem Nichts. Mit seiner einmaligen Mischung aus
alten „Gore“-Filmen der 80er und modernen Elektro-Beats wuchs sein
Bekanntheitsgrad innerhalb kürzester Zeit. Die erfundene Geschichte und
visuelle Gestaltung um sein Künstler-Ich Kavinsky sorgte zudem für weitere
Anhänger in der stetig wachsenden Fangemeinde des Franzosen. Auf Record Makers,
bei dem auch Sebastien Tellier oder Sex In Dallas unter Vertrag sind,
veröffentlichte er 2007 seine zweite EP „1986“ – benannt nach dem Jahr seines
Autounfalls mit seinem Ferrari Testarossa. Und das klingt dann natürlich schwer
nach Miami Vice. Mittlerweile ist mit schön getuntem Breitwand-Melodie-Techno
auch die Fortsetzung zu dieser Platte erschienen, die im SebastiAn Remix die
Videospielfreaks von „GTA IV“ erfreut. Kavinsky ist ein enger Vertrauter der Ed
Banger Crew und so spielt er auch eine Hauptrolle in dem Film „Steak“ von Mr.
Oizo. Wenn er auflegt, kommt der Sound in der typischen „Fuck all and just
party“ Manier daher – pumpend, hart, dreckig. Als echter Frenchy hinter den
Decks gilt man aber erst dann, wenn man auch die Tracks von anderen Musikgenres
in die Nacht erschallen lässt – kürzlich war das beispielsweise Rage Against
The Machines „Killing In The Name Of“ und Jermaine Jackson & Pia Zadora’s
„When The Rain Begins To Fall“. Und als Fan der 80er kommt einer wie Kavinsky
dann auch mal im rosa Shirt und der bekannten Ray Ban „Wayfarer“ (übrigens auch
ein Track von ihm) und sieht aus, als wären Sonny Crockett und er die besten
Kumpels. An der Seite von Marvin Suggs und Pat Ferry wird er das Evangelium des
„French Touch 2.0“ verkünden.
http://www.myspace.com/kavinsky
http://www.myspace.com/patferry
http://www.myspace.com/audiotrucs
http://www.myspace.com/marvinsuggs
26.09.2009: Recycle presents
Makoto & Deeizm MC
Makoto ist Japans wohl
bester Verfechter der schnellen gebrochenen Beats. Viel zu selten ist er in
Europa, noch seltener in Deutschland, heute ist er in Berlin bei uns. 1977 in
Tokio geboren, waren zunächst klassische Musik, später dann Jazz, Funk und Soul
die Inspiration für Makoto Shimizu, selbst zu musizieren. Schon früh genoss er eine
musikalische Ausbildung, bis er schließlich die Nippon Universität besuchte,
auf der er erste Schritte im Bereich elektronische Musik unternahm. Zu dieser
Zeit organisierte Makoto auch erste Parties und begann seine DJ-Karriere in den
Clubs von Tokio. Nach schier endlosen Soundexperimenten mit dem Akai Sampler veröffentlichte
er seine ersten Tracks in Japan. Ermutigt durch das gute Feedback schickte der
junge Student der Akustik bald ein paar Demos an britische Labels. Davon
landete auch eins bei Good Looking Records. LTJ Bukem schrieb ihm zurück und
gab ihm ein paar Tipps in Sachen Arrangement. Makoto beherzigte diese und wenig
später erschien auf dem Sublabel Nexus seine 12” „Wave“. Nach weiteren Maxis
auf Good Looking sorgte sein Album „Human Elements“ mit weltweit 100.000
Einheiten für Verkaufsrekorde. 70er Soul und Funk à la Marvin Gaye und Leroy
Hutson mutierten hier zu einer lebendigen Mischung aus HiOctane-Funk, House und
klassischem GLO-Drum’n’Bass. Mit seinem Tune „Golden Girl“ (feat. MC Conrad)
etablierte der Japaner sich im Jahre 2004 endgültig in der ersten Liga der
Drum’n’Bass-Protagonisten. Bekannt geworden ist Makoto auch durch seine Mix-CD „Japan
Live 2003“ der legendären Reihe „Progression Sessions“. Zusammen mit der
Sängerin Deeizm gelang ihm ein stimmungsvolles, perfekt rollendes Set, das
durch eine homogene Trackauswahl zu einem einzigen Strom zu verschmelzen
schien. Seine besondere Fähigkeit, Drum’n’Bass mit Soul- und Funkelementen der
70er zu vermischen, ohne dabei den Druck und die Energie der Musik zu
verlieren, erinnert immer daran, dass ein Mensch hinter den Maschinen steht. Begleitet
wird Makoto heute Nacht von besagter Deeizm, die ebenso großartig singt wie
rappt. Für Makotos Sets hat sie bereits einen Haufen Lyrics niedergeschrieben. Die
Wurzeln der britischen Sängerin liegen in HipHop, House und UK Garage, wo sie
auch ihre ersten MC Performances startete. Ihre kraftvolle und stets betörende
Stimme ist eine Klasse für sich. Makoto & Deeizm verstehen ihr Handwerk!
http://www.myspace.com/humanelements
http://www.myspace.com/deeizmmc
http://www.myspace.com/humanelementsrecordings
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Thursday, August 20, 2009
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Current mood:  satisfied
roly's silberscheiben 08/2009 @ hanf journal - [pdf
download]
Various: Sick Music (hospital records)
Seit Jahren veröffentlicht
das Label um Tony Coleman und Chris Goss Drum'n'Bass, an dem sich meist die
Geister scheiden. Die neue Compilation „Sick Music“ hat der Labelboss lange in
seinem Podcast angekündigt, der aktuelle Platz der Album-Charts bei iTunes
spricht schon mal für sich und ist für ein Drum'n'Bass-Album sehr
bemerkenswert. Auf 4-fach Vinyl und Doppel-CD gesellen sich neben Top-Acts wie
Danny Byrd, Nu:Tone oder Syncopix die Produktionen von aufstrebenden
Hospital-Künstlern wie B-Complex, Apex und Randomer. Wir starten mit Danny
Breaks' Jungle-Smasher „Volume 1“, der hier von Logistics neu interpetiert
wurde. Mit „Beautiful Lies“ hat B Complex ein Female Vocal Mashup der
Extraklasse angefertigt, das trotz Liquid-Etikett sicher ein Tune für die
Peaktime ist. „Empty Streets“ dagegen klingt wie Cyantific auf dem Burial-Trip,
früher nannte man das Ambient Jungle - wunderschön. Seba trifft mit seinem
immer wieder extrem deepen Sound auch mit „Snow“ direkt ins Herz – mein
heimlicher Favorit. Nach einer housigen Soul-Nummer von Influx UK liefert Luca
mit „Screen In Motion“ einen reduziert verträumten Track à la D-Bridge &
Instra:Mental. Apex begeistert mit seinem Remix von London Elektricity's „Just
One Second“, Muffler's Klaviermelodie in „Hear Me Scream“ und das
verspielt-melancholische „Black Diamonds“ von Sinistarr + Kiat machen mich
glücklich, während Friction & K-Tee mich mit ihrem Eurodance eher zum
Schmunzeln bringen. Dagegen sind The Burbs mit ihrer bluesigen Oldschool Breaks
Ballade „Organic“ ein wahrer Segen. Für mich die experimentierfreudigste
Compilation, mit der sich Hospital-Patienten gesund pflegen lassen können.
www.myspace.com/hospitalrecords
www.hospitalrecords.com
Bop: Clear Your Mind (med school)
Während Hospital Records
meist den Durst nach flüssigem Drum'n'Bass stillt, gilt das Tochterlabel Med School
als Plattform für düsteren, technologischen Sound. Neben Trisector, Minotaur,
Fracture & Neptune, Infiltrata, Craggz, S.P.Y, Icicle und CLS überzeugen
hier vor allem Martsman mit seinem erfrischenden Jump Funk und Randomer mit
seinen absurd kickenden Stop-and-Go Grooves. Inzwischen hat nun ein 19-jähriger
Hundeliebhaber namens Alexander Dmitriev aus dem russischen St. Petersburg für
neuen Wirbel gesorgt. Unter dem Künstlernamen Bop widmete er sein Debut-Release
„Song About My Dog“ seinem Hund Boyaka. Ich finde Hunde zwar nicht sonderlich
spannend, aber da die Nummer genau mein Sound ist, habe ich mich natürlich
gleich mal schlau gemacht, was nun sein Debut-Album „Clear Your Mind“ so drauf
hat. Da Bop durch so großartige Künstler wie Squarepusher, Breakage, Seba,
Paradox, Deep Blue, Fanu, Electrosoul System, Future Engineers, Equinox, Plaid,
Clark, Cinematic Orchestra und Björk beeinflusst wurde, kann da nichts schief
gehen. Mit der Soundästhetik brillanter Warp-Tracks gefallen mir vor allem
„Tears Of A Lonely Metaphysician“, „Enjoy The Moment“, „Lost In This World“ und
„I Found You“, wobei diese Clicks & Cuts Geschichten und stark reduzierten
Drum'n'Bass-Entwürfe auch mal wieder ganz witzig sind. Der Titeltrack klingt
total nach meiner Heidelberger Source Records Posse, und so schwebt, zwitschert
und groovt Bop's Werk zwischen Ambient / IDM und Glitch traumhaft hin und her.
Für Herbstmenschen! :)
Bop
– MedSchool Micromix
DOA
Mix by Bop - July 2009
www.myspace.com/leftbop
www.myspace.com/medschool
www.iambop.com
www.medschoolmusic.com
Clark: Totems Flare (warp records)
Es ist kein Geheimnis, dass
man nichts falsch macht, wenn man den Warp-Katalog rauf und runter hört. Nach
den arabesk verzierten Melodiebögen von „Body Riddle“ (2006) und dem
beispiellos zwingendem Dancefloor-Bombardement „Turning Dragon“ (2008)
schliesst der Wahlberliner Chris Clark seine Trilogie mit dem vorliegenden
„Totems Flare“ ab. Mehr denn je erinnert das Album an all die frühen
Elektroniker, die das kleine Label aus Sheffield groß gemacht haben. Doch mit
den 11 neuen Tracks erreicht Clarks Liebe für barocke Melodien und
intelligenten Drive ein neues Level. Hyperaktiv durchbricht er Schallmauern mit
seinen unglaublich pumpenden, überkomprimierten Bassdrums, irren Wendungen,
Melodien und seiner Leidenschaft für den stilistischen Grenzgang. Bei seinem
Spiel mit den Prinzipien der Transformation wird stets eines erzeugt und
freigesetzt: Energie! Diese destilliert Clark aus Ambient, Post-Rock,
Breakbeat, Rave, Pop, Metal, Drum'n'Glitch und Drill'n'Bass. Schon nach dem
Intro „Outside Plum“ und der Single „Growls Garden“ mit ihren düsteren
Harmonien und wilden Breaks entwickelt sich eine enorme Suchtgefahr. Mit
„Rainbow Voodoo“ zelebriert Clark einen rockigen Electro-Stomper im Stile von
Alec Empire bzw. Atari Teenage Riot, und mit „Look Into The Heart Now“
verbindet er spacige Acid-Disco-Grooves mit urbanem Touch. Die perfektionierte
Hymnenhaftigkeit dominieren Songs wie „Totem Crackerjack“, „Future Daniel“ und
„Absence“. Mit einer packenden Dynamik und massenhaft technisch-schillernden
Details demonstriert dieses atemberaubende Werk einen beeindruckenden Sinn für
Dramaturgie. Ein virtuoses Leuchtfeuer mit elysischer Melancholie.
....
www.myspace.com/throttleclark
www.throttleclark.com
www.warprecords.com
Alexis Le-Tan & Jess present Space Oddities Vol.2
(permanent vacation)
Benji Fröhlich & Tom
Bioly mögen Disco, House, Bossa Nova und schräge Songwritersachen. Der Katalog
ihres Labels „Permanent Vacation“ vergnügt sich mit Cosmic und Balearic,
allerdings wurden hier auch schon Stücke von den Junior Boys oder Stephen
Malkmus veröffentlicht. Nachdem ich schon an dem ersten Teil der Compilation
„Space Oddities“ und den Re-Edits in Form von „Rare European Library Grooves
from 1975 – 1984“ meine Freude hatte, veröffentlichen die aus dem
Tigersushi-Umfeld stammenden DJs Alexis Le-Tan und Jess nun weitere
Library-Musik aus den Siebzigern und Achtzigern. Darunter versteht man
Auftragsarbeiten, die für Filme und TV-Produktionen komponiert wurden und
weitestgehend unveröffentlicht blieben. Das sind dann gerne auch mal
Soundtracks für Filme, die nie gedreht wurden. Es beginnt mit einer eingängigen
Progressive Nummer mit Hammond-Motiv, darauf folgt ein hypnotisches Lullaby mit
hervorragenden Gitarren-, Keyboard- und Flöten-Soli, bevor sich eine
nachdenkliche Psych-Jazz-Partitur mit verzerrter Orgel und beschaulichem Piano
à la Morricone auf verführerische Weise ins Ohr schleicht. Mit E. Warners
groovigem „Shut Up“ kommen dann Breakbeats und eine wilde Gitarre im Stil von
Funkadelic. Ansonsten werden spacige Synthesizer, tribalistische Percussions,
psychedelische Geräuschteppiche und laszive Rhythmen nebeneinander
ausgebreitet. Für Fans von „Suspiria“ und „Blade Runner“ ein Muss. Ich bin mit
„Captain Future“ aufgewachsen und träume hier schon wieder von Joan's heissen
Stiefeln. Cutting The Funk ...
www.myspace.com/myspaceoddities
www.myspace.com/permanentvacationrecords
www.perm-vac.com
autoKratz: Animal (kitsune)
Während Ed Banger
augenblicklich im Elektroclash stagniert, orientiert sich Kitsuné immer weiter
auch in Richtung des stylischen Indierock. Seit sie mit ihren ersten Songs im
letzten Jahr die Szene im Sturm eroberten, haben autoKratz mit Nachdruck an
ihrem vielseitigen, aber doch gut wiedererkennbaren Sound gearbeitet, der auf
ansteckenden Bassläufen, süchtig machendem Gesang und zwingenden Beats basiert.
Nach der Werkschau-EP „Down & Out in London & Paris“ im Herbst 2008
präsentieren David Cox und Russell Crank jetzt ihr mit Spannung erwartetes
Debütalbum. Und wessen Herz für Joy Division, The Fall, Underworld und aktuelle
Audiolith-Releases schlägt, wird mit dem „Animal“ hier tierischen Spass haben.
Nach der überwältigenden Single „Always More“ gibt’s den Sommer-Hit „Stay The
Same“, während „The Idiots Are Winning“ mit Killerbeats und Vocoder besticht.
Auf dem Album untermauert besonders die Ballade „Speak In Silence“ die
Songstruktur, die sich hier in ihrer Melodieaffinität überall am Elektropop der
80er Jahre bedient. Weitere gute
Tracks sind „Can't Get Enough“ und „Past Your Heart“. Mit
ihrem sympathisch-nostalgischen Hang zur Synthetik gelingt dem Duo ein feines
Update auf zeitgenössischen Beats. David Cox und Russell Crank liefern
elektronische Delikatessen, die vor Abwechslungsreichtum und Tiefe nur so
strotzen. Bei aller Liebe zu Justice und Digitalism – vor diesem Duo müssen
sich selbst die Zugpferde des Labels in Acht nehmen.
www.myspace.com/autokratz
www.autokratz.com
www.kitsune.fr
Hey-O-Hansen: Sonn und Mond
(pingipung)
Auf einer Wiese in einer
zerfurchten Alpenlandschaft halten ein Hase und ein Geißbock [img]http://cosgan.de/images/smilie/liebe/p020.gif[/img]
ein Pläuschchen am Lagerfeuer. Von rechts stiefelt ein Murmeltier heran, am
linken Bildrand hockt ein Dachs auf einer Bergkuppe. Alle Tiere sind festlich
gekleidet, sie tragen Frack, der Hase und das Murmeltier außerdem einen
Zylinder. Eine zufriedene Sonne und ein skeptischer Mond beobachten das
Treiben. Die beiden heissen Helmut Erler, genannt „Hey“ und Michael Wolf,
Spitzname „Hansen“, kommen aus Innsbruck, leben aber schon seit langem in
Berlin und haben in den vergangenen 15 Jahren eine Reihe von Kassetten und
Vinylsingles veröffentlicht. Das Lüneburger Elektronik-Label Pingipung fördert
nun auf „Sonn und Mond“ 16 grandiose Fundstücke zu Tage. Hier werden die
Champs-Élysées in die Berliner Alpen verrückt, charmante österreichische
Volksmusik ins Dub-Fundament eingearbeitet und Harfenspiel mit sensibler
Lo-Fi-Elektronik veredelt. Dazu müht sich die Japanerin Kazumi im Titelsong
„Die Sonn und der Mond“ mit dem deutschen Text ab, während eine falsche Französin
namens Frauke-Marie in „Sans Toi“ und „J’ai peur“ das Mikrofon ergreift.
Außerdem rezitiert Dirk von Lowtzow (Tocotronic) in „Abraxas Version“ in
deutsch gefärbtem Englisch den Schweizer Psychologen C. G. Jung rezitiert. So
werden die „Rare And Unreleased Austro-Dub Tracks 1995–2009“ zu einem surrealen
Alpentraum, denn Hey-O-Hansens skurriler Musikkosmos ist dort, wo sich
Rastafari und Bergziege gute Nacht sagen. Ein virtuoses Spiel mit der Tiefe des
Raumes.
www.myspace.com/pingipung
www.heyrec.org
www.pingipung.de
The Alchemist: Chemical Warfare (koch records)
„La Di Da Di“ von Slick
Rick und Doug E. Fresh war die erste Platte, die er besass. Doch die erste
Platte, die ihn inspiriert hat, selbst zu rappen, hiess „Licensed To Ill“ von
den Beastie Boys. In Sachen Produktion hat er viel für DJ Premier übrig, doch
inzwischen ist der aus Kalifornien stammende The Alchemist selbst einer der
meist gefragtesten HipHop-Produzenten der Gegenwart. Seine knallharten Drums
und klopfenden Beats haben die Produktionen von Künstlern wie Mobb Deep, Nas,
Eminem, Cypress Hill, Snoop Dogg, Dilated Peoples oder Pharoahe Monch
untermalt. Als DJ hat er bereits Mobb Deep und Eminem auf ihren Tourneen
begleitet. Fünf Jahre nach seinem
Debütalbum „1st Infantry“ zieht der rappende Produzent The Alchemist nun
seine neue Waffe „Chemical Warfare“, die mir mit vielen hochkarätigen
Scharfschützen am Mic jede Menge Freude bereitet. Meine Favoriten sind das „ALC Theme“ mit Kool G Rap,
„Lose Your Life“ mit Snoop Dogg, Jadakiss & Pusha T, „Grand Concourse Benches“
mit KRS-One, „Therapy“ mit Evidence, Blu, Talib Kweli & Kid Cudi, „Lights,
Cameras, Action“ mit Lil Fame und das nachdenkliche Outro „Take A Look Back“.
Weitere Gäste sind Eminem, Three 6 Mafia, Juvenile, Twista, Maxwell, Oh No, Roc
C & Crooked I, Fabolous, Tha Dogg
Pound, The Lady Of Rage und der derzeit aufgrund unerlaubten Waffenbesitzes
inhaftierte Prodigy. Die Promokampagne und das Layout zum Album
sind übrigens eine Art Tribut an Banksy. Der zwischen L.A. und N.Y. pendelnde
Musiker macht seinem Namen alle Ehre. Sehr schön!
www.myspace.com/thealchemist
www.alchemistbeats.com
www.kochrecords.com
Laura Vane & The Vipertones: Laura Vane & The
Vipertones (socialbeats / unique)
Das Düsseldorfer Label
Unique steht seit 1988 für eine coole Melange aus Funk, Soul und Groove. Ein
Kollektiv erfahrener Musiker, die sich aus Großbritannien und den Niederlanden
zu diesem außergewöhnlichen Funk-Projekt zusammengefunden haben, erweckt hier
den modernen R’n’B aus seinem Dornröschenschlaf. Der Begriff ist ja wie so
viele in den letzten 25 Jahren total verschandelt worden. 1941 erstmals
aufgetaucht, bezeichnet Rhythm and Blues seitdem eigentlich den Stil afroamerikanischer
Popmusik. Grundlegend bleibt dafür der Rückgriff auf die Wurzeln aus Gospels,
Spirituals und Blues. Die treibenden Rhythmen verschmelzen mit den angesagten
Vocals des Doo Woop und kirchlichen Gospel-Phrasen später zum Soul. - Seit Ende
der 90er schreibt die aus Brighton stammende Laura Vane eigenes Material und
hat mittlerweile vier Alben veröffentlicht, die auch Electronica und House
abdecken. Zusammen mit Multi-Instrumentalist Jonathan ‚Diesler’ Radford (Tru
Thoughts) und sechs weiteren Jungs liefert
Laura Vane, die zuletzt als Backgroundsängerin für The Streets im
Einsatz war, eines der wohl besten Soul-/Funk-Alben der vergangenen zehn Jahre.
Hier pumpt der Bass wie zu besten Stax- und Motown-Zeiten. Wenn es dann mal
moderner wird, stehen The Neptunes dafür Pate. Und überall rückt Laura’s
kraftvolle, erdige und erfrischende Etta James-meets-Janis Joplin-Stimme den
Begriff „R'n'B” wieder in ein erfreuliches Licht. Stilvoll und groovy.
www.myspace.com/lauravaneandthevipertones
www.myspace.com/misslauravane
www.lauravane.com
www.socialbeats.com
www.unique-rec.com
Jan Delay: Wir Kinder von
Bahnhof Soul (universal music)
Gut zehn Jahre sind
mittlerweile vergangen, seit es an der Station St. Pauli Landungsbrücken
ordentlich Bambule gab. Und nachdem gerade erst Denyo aka Dennis Lisk mit
seinem dritten Solo-Album „Suchen und finden“ vorlegte, zieht nun Eißfeldt aka
Jan Delay nach. War „Mercedes Dance“ noch „ein neuer Jan, ein neuer Anfang“, so
ist „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“ die konsequente Fortführung und ultimative
Ausflashung einer über drei Jahre gereiften musikalischen Vision. Die erste
Single „Oh Jonny“, ein feuriges Uptempo-Brett mit Feier-Potenzial trotz
gehaltvollem Text, versprach ja schon einiges. „Es gibt viel Funk der
Endsiebziger, von einer Disko No. 1 in Weltklasse-Form. Natürlich auch
Programmiertes, Clubbiges. Etwas Rock Mischmasch, aber auch, und darauf bin ich
besonders stolz, drei wunderschöne, herzergreifende Schmonzetten“, meint der sympathische
Nasenbär. Mit Tropf am Co-Flash, Sound und Mischer und über einem Dutzend
Musikern auf der Bühne wird der Reggae von „Searching For The Jan Soul Rebels“
ausgegraben, der Funk und Pop von „Mercedes Dance“ ausgebreitet und hin und
wieder auch der HipHop aus den guten Beginner Zeiten zitiert. Meine Lieblingshits
sind der funkige „Abschlussball“ mit einer Reminiszenz an Falco, die
zuversichtliche Ballade „Hoffnung“ und der oldschoolige Breakdance-Smasher „B-Boys
& Disko-Girls“. In einer breiten Themenpalette vereint der Delay Lama die
augenscheinlich schroffsten Widersprüche in vollendeter Harmonie. Im Herbst
hält der Funk-Zug dann in jedem Bahnhof Soul der Republik, und vielleicht kommt
ja 2010 auch endlich wieder ein Beginner-Album ...
www.myspace.com/jandelay
www.jandelay.de
Milk
(constantin film)
In diesem Film von Gus van
Sant steht ein Lokalpolitiker aus San Francisco im Mittelpunkt, der für die
amerikanische Gesellschaft einen Vorkämpfer für Gleichberechtigung darstellt. Harvey
Milk war 1977 als erster offen schwuler Politiker der USA in ein öffentliches
Amt gewählt worden und setzte sich als Stadtrat von San Francisco für die
Belange nicht nur seiner Minderheit ein, sondern auch für Arbeiter, Frauen,
Rentner und andere sozial Benachteiligte. Bis er am 27. November 1978, nur elf
Monate nach seinem Amtsantritt, von seinem Stadtratkollegen Dan White, im Büro
erschossen wurde. – Der Film konzentriert sich auf die letzten acht Jahre Milks
(Sean Penn), von seiner Zeit als angepasster Versicherungsmakler in New York,
über sein spätes Comingout mit 40 und dem Umzug ins libertäre Eldorado San
Francisco, wo er mit seinem Lebenspartner Scott Smith (James Franco) einen
Fotoladen eröffnet, der bald als Treffpunkt und Nachrichtenbörse zum Mittelpunkt
des Viertels wird, dem Einsatz für seine Nachbarschaft und die langsame
Politisierung in der Schwulenbewegung, die schließlich in seinem Entschluss
mündet, für den Stadtrat zu kandidieren. - Den erzählerischen Rahmen von „Milk“
bildet eine Tonbandaufnahme, die Harvey nur Wochen vor seinem Tod an seinem
Küchentisch in seinem geliebten Castro-Distrikt aufzeichnete. Dieses Tonband
war schon in Rob Epsteins Dokumentarfilm „The Times of Harvey Milk“ von 1984 zu
hören. In seiner effektiven Dramaturgie montiert Gus Van Sant mit Liebe zum
Detail immer wieder Originalaufnahmen zwischen die Spielszenen, von Demonstrationen
und dem vibrierenden Straßenleben des Castroviertels. Die Gesetzesvorlage 8,
mit der die Entscheidung des obersten kalifornischen Gerichts, die Schwulenehe
zu legalisieren, als verfassungswidrig erklärt wurde, hat dem Film unerwartet
eine tragische und dringliche Note verliehen: „Milk ist plötzlich ein lautes
Klagelied und ein Aufruf zum Handeln“, schrieb das Internetmagazin Slate. So
gelingt dem Regisseur ein großes, dramatisches und mitreißendes Zeitpanorama
mit gesellschaftspolitischem Anspruch, das zum hochaktuellen Kommentar auf die
politischen Debatten wird. Nicht umsonst wurde Gus Van Sant bei der Berliner
Gala „Cinema for Peace“ für sein Drama mit dem Preis für den wertvollsten Film
des Jahres ausgezeichnet.
www.milk.film.de
www.constantin-film.de
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Monday, July 20, 2009
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Current mood:  blessed
roly's silberscheiben 07/2009 @ hanf journal - [pdf
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Dennis Lisk: Suchen & Finden
(four music)
„Rap ist wie meine alte
Jugendliebe. Ich bin nicht mehr mit ihr zusammen und doch verbindet uns
weiterhin was Besonderes.“ Das geht mir genau so, aber während die Newschool
des HipHop weiterhin gähnend langweilig vor sich hin prollt und sich
hoffentlich irgendwann im Profilierungswahn von selbst erledigt, stelle ich
vergnügt fest, dass immer wieder einer der Oldschool-Aktivisten die Lust
empfindet, zu singen anstatt zu rappen. So geht es auch Denyo, der kurz vor der
Jahrtausendwende eines der legendärsten HipHop-Alben in Deutschland
mitgeschrieben hat. Neben seinen intelligenten, schlagfertigen Solo-Rap-Alben „Minidisco“
und „The Denyos“ rockt Denyo als MC und DJ solo oder zusammen mit DJ Mad die
Clubs in Deutschland, Österreich und der Schweiz und wäre sicherlich bereit für
die Re-Union seiner legendären Band. Doch nun tritt Beginner Denyo aka Dennis
Lisk erstmal in die Fußstapfen Cluesos und veröffentlicht mit „Suchen & Finden”
ein Singer-/Songwriter-Album, das in seiner neuen Wahlheimat drei Jahre lang in
Zusammenarbeit mit dem Produzenten Moses Schneider (u.a. Beatsteaks, Tocotronic
etc.) entstanden ist. „Ich steh halt auf diese Liedermacherei, schöne, simple
Songs, mit Gitarre und Gesang.“ Ein Geschichtenerzähler war er ja schon immer,
und glücklicherweise hat er sich auch als Sänger diesen besonderen Flow und
seinen Wortwitz bewahrt, so dass er auch mit melancholischen oder ernsthaften
Texten nie ins Kitschige abdriftet. Ganz weit vorne sind „Navigation“, „Lass
los“, „Blick nach vorn“, „Wo auch immer“, „So und nicht anders“, „Irgendwann“
und „Gerne hier“ – absoluter Lieblingssong ist „Gefährlich“. Aufrichtige,
seelenvolle Musik, wie ich sie liebe. Mein Soundtrack für den Sommer 2009.
www.myspace.com/dennislisk
www.fourmusic.com
Black Eyed Peas: The E.N.D. (interscope)
Von Album zu Album haben
sie sich verändert wie kaum eine andere Band. Das mögen viele nicht. Die ersten
beiden Alben „Behind The Front“ und „Bridging The Gap“ waren schon klasse, doch
seit im Jahre 2002 die Sängerin Stacy Ann Ferguson zu der Band von Will.i.am,
Apl De Ap und Taboo hinzustiess und diese mit „Elephunk“ 2003 ihr drittes Album
veröffentlichte, würde ich mich erst als Fan der Black Eyed Peas bezeichnen. Mit
„Monkey Business“ gelang ihnen 2005 der absolute Durchbruch, der Partybouncer
„My Humps“ ist bei mir auch heute noch fester Bestandteil so mancher Session
und Fergies Debutalbum „The Dutchess“ (2006) ist extrem heiss. Inzwischen
schlug die Black Eyed Peas Single „Boom Boom Pow“ direkt auf Platz#1 der
iTunes-Charts und als Teaser des nun erschienenen Album „The E.N.D.“ massiv
ein. Beim Recherchieren bin ich auf einen amüsanten Verriss gestossen, in dem
der Rezensent über „uninispirierten, ausgelutschten, langweiligen Rotz“, „gequirlte
Sinnentleertheit“ und Fergies „verzweifeltes Streben nach einer lasziven,
verführerischen Erscheinung“ quatscht. Klar ist es nicht „next level shit“ und
intellektuell klingt sicherlich auch anders. Aber mir war jetzt auch neu, dass
bei Partysmashern mit 1-2-3-4-Bummbumm-Beats textliche Raffinessen im
Vordergrund stehen. Und ja, Jay-Z höchstpersönlich hat Autotune für tot
erklärt, aber wen interessiert das? Produzenten wie MSTRKRFT, die französische
House-Legende David Guetta oder Keith Harris sorgen hier zweifellos für
Enthusiasmus. Mit einem zaunpfahlartigen Augenzwinkern des Akronyms „The
E.N.D.“ wird deutlich, dass die Energie dieser Formation nicht verloren geht: The
Energy Never Dies. Abgesehen davon halte ich Fergie für die erotischste Granate
nördlich der Alpen! Ring-A-Ling :-p
www.myspace.com/blackeyedpeas
www.blackeyedpeas.com
www.blackeyedpeas.de
Mike Oldfield: Tubular Bells
(mercury records)
Im Jahre 1972 setzte sich
der damals 19jährige Mike Oldfield hin und komponierte ein Stück
Musikgeschichte. Es trug den Namen „Tubular Bells“ und umfasst in voller Länge
50 Minuten puren Musikgenuss. Das besondere war, dass Mike Oldfield fast alle
Instrumente selbst eingespielt hatte. Nur beim Chor ließ er sich von seiner
Schwester Sally Oldfield ein wenig unterstützen. Im Sommer 1973 veröffentlichte
Oldfield das gleichnamige Album. Verkauft wurde es damals in einem kleinen
Londoner Plattenladen, der gleichzeitig als Label fungieren sollte. „Tubular
Bells“ wurde das erste Album dieses Labels, dessen Name Virgin Records bald in
aller Munde weltweit sein sollte. Mit diesem Konzeptalbum, dessen Klavier-Intro
im Horrorfilm „Der Exorzist“ wirkungsvoll zum Einsatz kam, gelangte auch Mike
Oldfield zu Weltruhm (wochenlang Nummer 1 der UK-Charts und weltweit über
sechzehn Millionen verkaufte Kopien). Das stilprägende Werk des Progressive
Rock ebnete den Weg für eine neue Stilrichtung, der man später das Etikett „New
Age“ anheftete. In den Jahren nach diesem Bestseller war sein Output ziemlich
überflüssig, zwei Dekaden danach glückte ihm jedoch mit Tubular Bells II (1992)
und Tubular Bells III (1998) die Rückkehr an die Spitze der Hitparaden. Nun
erscheint das epochale Erstlingswerk nach der Neuauflage 2003 mit dem
Untertitel „The 2009 Stereo Mixes by Mike Oldfield“ und klingt so frisch und
bombastisch wie damals das Original. „Mike Oldfield’s Single“ und das
traditionelle „Sailor’s Hornpipe“ gibt’s ebenso klanglich perfekt als Zugabe.
Mit Pink Floyd oder Alan Parsons konnte ich nie etwas anfangen, da habe ich
mich lieber von Tangerine Dream, Kraftwerk oder eben Mike Oldfield berauschen
lassen. Und jetzt läuten die Röhrenglocken wieder …
www.myspace.com/michaeloldfield
www.tubularbells2009.com
www.mikeoldfield.org
Pépé Bradock: Confiote de Bits /
A Remix Collection Compilation (bbe records)
Seit seiner Debut-12“ „Un
Pépé En Or“ (1997) begleitet mich Julien Auger aka Pépé Bradock, auch der
Nachfolger „Un Pépé En Or Vol.2“ und sein erstes Album „Synthese“ (1998)
überzeugten mit ausgeprägt sommerlichen Qualitäten zwischen Deep House,
Drum&Bass, HipHop, kitschigen Gospel-Ansätzen und traditionell verhafteten
Jazz-Stücken. Weit weg vom handelsüblichen Design der selbsternannten
Photoshop-Design-Spezialisten stechen seine fantastischen, provokativen
Artworks, für die sich mit David Nicolas (Numero Six) einer der
interessantesten Zeitgenossen in der Pariser Grafiker- und Animations-Szene
verantwortlich zeichnet, immer wieder sofort ins Auge. Auch in seiner
Soundästhetik ließ sich Pépé Bradock nie von etwas anderem als seinen eigenen
Vorstellungen leiten und lenken. Mit seinem 11-minütigen TechHouse Track „Deep
Burnt“ katapultierte er sich Ende der 90er Jahre auch in die Oberliga der DJs,
auf seinem eigenen Label Atavisme veröffentlichte Pépé zuletzt die EP
„Intrusion“. Auf der nun vorliegenden Doppel-CD „Confiote de Bits“ findet sich
eine brilliante Auswahl seiner vielgerühmten Remixe, die er in den mehr als
zehn Jahren seiner Tätigkeit produziert hat. Meine Higlights sind die Neuinterpretationen von „I Am
Your Mind“ (Roy Ayers), „Angola“ (Cesaria Evora) „You, My Baby & I“ (Alex
Gopher) und „I Am Falling“ (Charles Webster), „Today” (Zero 7) und „Subharmonic
Atoms” (Namlook). Insbesondere die naturalistische
Klangarchitektur weg von stilistischer Fixierung ringt mir immer wieder tiefste
Bewunderung ab. Diese Remixes üben einen Charme aus, dem man sich nicht entziehen
kann.
www.myspace.com/atavisme
www.atavisme.com
www.bbemusic.com
V.A. Peter Kruder Private
Collection (g-stone)
Mit seinem Kumpel
Dorfmeister führte er die Wiener Schule zu Weltruhm. Ihr wegweisender Mix für
die DJ-Kicks-Reihe, die „Conversions“ und „The K&D Sessions“ höre ich auch
heute noch ebenso gerne wie das Album seines Solo-Projekts „Peace Orchestra“.
Nun hat sich Peter Kruder in seinem Wohn- und Schlafzimmer umgeschaut und dort
ortsspezifische Lieblingssongs entdeckt. Herzlich willkommen zur „Peter Kruder
Private Collection“, einer äusserst interessanten Zusammenstellung von
einzigartiger, inspirierender Musik, die Kruders ganzes Leben und seine eigene
Musik umfasst und beeinflusst hat. Los geht’s mit einem supermelancholischen
Track aus der besten Zeit von Talk Talk. Mit Tortoise, einer statisch-dissonanten
Klangwand von The Observatory und etwas Easyjazz von Milt Jackson with the Ray
Brown Big Band folgen weitere obskure Popsongs, Klassiker und experimentelle
Instrumentals werden mit persönlichen Notizen der Künstler versehen, die von
der Bedeutung der Tracks für ihr eigenes musikalisches Schaffen erzählen.
Pierre Moerlen’s Gong versprüht eine gute Dosis Fusion und Tom Waits mag es
perkussiv, während Jan Hammer und Bernard Hermann großartige Filmmusik liefern.
Dazu gibt es noch angenehmen Space Funk von Stargard, eine kleine Nachtmusik
von Craig Armstrong, Artpop von Japan, verspielte Electronica von Chateau
Flight sowie zwei schicke hauseigene Werke. „In meiner Welt sind das absolute
Meisterwerke, die in Museen ausgestellt und auf den besten Soundanlagen der
Welt gespielt werden sollten. Das ist No. 1 der „G-Stone Master Series”,
weitere werden folgen“, sagt Peter Kruder. Eine geschmackvoll edle Exkursion durch
die Zonenrandgebiete populärer Musik für Connaisseure des Zeitlosen.
www.myspace.com/gstonerecordings
www.g-stoned.com
J Dilla: Jay Stay Paid (nature
sounds)
„Only the good die young“ -
Betrachtet man Ereignisse um Künstler wie Tupac Shakur, Notorious BIG, Big L
alias Lamont Coleman oder Jay Dilla, dann sieht man dieses Sprichwort schnell
bestätigt. Und so erscheinen auch nach dem jeweiligen Tod immer wieder Nachlasswerke.
Im Falle von J Dilla, der vor mehr als drei Jahren an der systemischen
Autoimmunerkrankung Lupus starb, wurden in den letzten Monaten „The Shining“,
die beiden Re-Issues „Ruff Draft“ und „Champion Sound“ mit Madlib, „Jay Love
Japan“ sowie die „Dillanthology I“ veröffentlicht. J Dilla trotzte der
Krankheit bis zum Schluss, und bewies noch auf seinen letzten, im Krankenhaus
entstandenen Aufnahmen sein außergewöhnliches Gespür für Samples, die er in
minutiöser Kleinarbeit solange verfremdete, bis der völlig neue, melodisch-jazzige
Neo-Soul entstand, für den J Dilla stilprägend wurde. Das vielfältige Schaffen des
Detroiter Ausnahmetalents wird nun auch mit „Jay Stay Paid“ posthum gewürdigt.
Das Werk enthält 25 bisher unveröffentlichte Beat-Produktionen, die auf alten
Floppy Laufwerken und DATs entdeckt und von Pete Rock wie eine Radio-Show
gemischt und arrangiert wurden. Obwohl es eigentlich eher als ein
Instrumentalalbum zu betrachten ist, gibt es auch Vocals von u.a. Blu, M.O.P.,
Phat Kat, Danny Brown, Black Thought, DOOM, Havoc, Raekwon und Illa J zu hören.
Meine Top-Favoriten sind „In The
Night / While You Slept (I Crept)”, „caDILLAc”, „Reality Check”, „Glamour Sho75
(09)” und der „Make It Fast Mega Mix”. Für die Überwachung des
Projekts und die Auswahl der unveröffentlichten J Dilla Beats zeigt sich dessen
Mutter Ms. Yancey a.k.a. Ma Dukes verantwortlich, die hier ganz im Stile ihres
Sohnes zu handeln vermochte. Erstklassig – ich verneige mich!
www.myspace.com/jdilla
www.myspace.com/naturesoundmusic
www.nature-sounds.net
Recordkingz: Heavyweight (all
city music)
Vor zehn Jahren veröffentliche
Juliano Creator zusammen mit seinem Partner Sip Spex unter dem Namen „The
Creators“ sein Debüt-Album „The Weight“ (u.a. mit Mos Def & Talib Kweli,
Craig G, Consequence, El de Sensei und Diamond D). Endlich erscheint nun wieder
ein schwergewichtiges Album des Produzenten, der schon für Nas und die Dilated
Peoples Remixe anfertigte. Für „Heavyweight“ hat Juliano allerhand Prominenz
verpflichtet, die alle ihren hohen Erwartungen gerecht werden. Nach einem
kurzen Skit kommt QB-Veteran Tragedy Khadafi auf die Bühne und liefert eine sehr
ordentliche Vorstellung auf dem unglaublich schönen „I Cried“ ab. Anschließend
lädt uns Joell Ortiz mit „Take A Walk With Me“ zu einem kleinen Spaziergang
durch New York ein, zu dem ODB die Hook beisteuert. Neben hörenswerten Tracks
von The Beatnuts, Little Brother und Evidence überzeugt erwartungsgemäss Guilty
Simpson auf „Hip Hop Throwback“ mit einem der besten Beats auf diesem Album.
Mobb Deep erfreuen mich mit „Heat“ auch endlich mal wieder, Glasses Malone
glänzt auf „Da Money“ und Problemz dramatisiert eindrucksvoll „Pay Your
Respects“, bevor Craig G, Will Pack And K Major mit „Keep It Coming“ wieder für
gute Laune sorgen. Schließlich geben sich noch Phil Da Agony, Montage und Mo
Money die Ehre und lassen es mit „Bad Cats“ anständig jaulen. Und nach „Juliano
On The Cuts“ und einem nachdenklichen Song von Aasim kümmern sich Chalice &
Ruk mit „Keep On“ um ein aufmunterndes Finale. Die Limited Edition der CD
enthält zusätzlich die Instrumental-Versionen, womit man sich diese verdammt
guten Beats nochmal frei von den Vocals reinpfeifen kann. Feine Sache!
www.myspace.com/julianocreator
www.recordkingz.com
Various: King Size Dub Vol. 69 –
15 Years Of Dubspin (echo beach)
Dubblestandart – Lee Scratch
Perry & Ari Up: Return From Planet Dub (echo beach)
Nach zwölf erfolgreichen
Ausgaben der „King Size Dub“-Compilation-Reihe feiert Echo Beach mit Ausgabe
Nummer 69 sein 15jähriges Jubiläum. Und das experimentierfreudige Label liefert
wieder eine sehr gelungene Werkschau, so beginnen M&M auch gleich mit einer
Dub Version des Martha & The Muffins Klassiker „Echo Beach“. Bekannt von
jüngeren Veröffentlichungen sind bereits Dubmatix, Smoke und die Sam Ragga
Band, doch wie vielseitig Dub sein kann, beweisen hier auch die Australier Deepchild
feat. Andy B mit ihrem Cover des Specials-Track „Racist Friend“ und die
legendären Ruts DC, die den 80er Tune „Accusation“ in ein neues, brilliantes
Gewand stecken. Dubxannes „Walking On The Moon“ ist eine schöne Reminiszenz an
die großartige Band The Police, und auch meine Ängste vor einer unwürdigen
Cover-Version von Falco’s Kult-Ballade „Jeanny“ haben sich in Wohlgefallen
aufgelöst – Dub Spencer & Trance Hill sei gedankt. Wer nach „I Do Voodoo“
Lust auf mehr verspürt, kann sich auf das Album der Wiener Kollaboration von Dubblestandart
mit Dub-Legende Lee „Scratch“ Perry & Ari Up freuen. Zurück vom Planeten
Dub swingen hier die Basslines und Perrys Gequatsche wurde wohltuend auf ein
Minimum reduziert, nur der dreckige Schlafzimmer-Text von „Fungus Rock“ durfte
wohl nicht gekürzt werden. Neben sehr coolen Neuinterpretationen von „Chase The
Devil“ und „Blackboard Jungle (Dub)“ hat der große Jean-Michel Jarre sein
berühmtes Synthie-Requiem „Oxygene 4“ für eine Adaption freigegeben – und Meisterregisseur
David Lynch toastet darüber! Ja, Dub ist die Kunst, durch Reduktion und
Manipulation von Hall und Rauch etwas Neues zu schaffen. Dub ist aber vor allem
die ekstatische Freude am Echoeffekt. Und das hier ist ein Manifest für die
Kraft dieser Musik.
www.myspace.com/kingsizedub
www.myspace.com/dubblestandart
www.dubblestandart.com
www.echobeach.de
Nattyflo: Soulgefühl (rootdown
records)
Konsequenz und Gelassenheit
sind zwei Attribute, die ihn wirklich auszeichnen. Nach den letzten
Produktionen „Wochenend“ (2002) und „Immer Vorwärts“ (2005) ist es nun Zeit für
das neueste, 13 Songs umfassende „Soulgefühl“. Zusammen mit Thilo Jacks alias
Teka, seiner „One Drop Band“, Ganjaman und House Of Riddim ist Nattyflo hier
wieder eine zuverlässige Adresse für Roots Music mit Tiefgang. „Soulgefühl
steht in konsequenter Linie mit den Vorgängern und setzt inhaltlich auf das
Themendreieck „Liebe / Freundschaft, Gesellschaftskritik und Musikkultur.“ Der
Titeltrack ist eine schön schwingende Liebeserklärung an die Reggaemusik,
während sich „My Space“ thematisch um Bewegung und Vernetzung dreht. Mit dem
Dancehall-Anti-Stress-Hit „Blumen“ gibt er der Männerwelt ein paar Tips im
Umgang mit den Damen, die kritische Naturhymne „Weissagung der Cree“ dagegen orgelt
sich an alle. „Wir haben das Recht auf Machtkritik“, skandiert Nattyflo in
„Tacheles“, wenn es um Willkür, Polizei, Lauschangriff und Onlinespione geht. Feinsten
Rootsreggae zum Runterkommen gibt es mit dankbaren Tunes „Suche nach Glück“ und
„Rundungen“, bevor mit bluesiger Akustikgitarre schön entspannt „Kein Stress“
ausgelebt wird. Nach der Frage „Wo bleibt der Verstand?“ Richtung G8 und dem
Hochzeit-Song „Tropical“ für ein frisch vermähltes Pärchen hat Nattyflo
gemeinsam mit Nosliw, Maxim, Mono & Nikitaman anlässlich des siebenjährigen
Jubiläums von Rootdown (2007) eine respektvolle, groovige Hommage an das Label
eingesungen. Ein authentisches Album mit
sonnigen wie kritischen Vibes. Darüberhinaus wünscht sich Nattyflo mehr Feuer
an alle Unterstützer der Baobab Familie (www.baobab-family.org), die Waisenkindern
und von AIDS betroffenen Familien hilft.
www.myspace.com/nattyflo
www.nattyflo.de
www.rootdown-records.com
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Wednesday, July 08, 2009
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Current mood:  catalyzed
juli 2009 @ icon berlin
Pressearbeit: Roly
10.07.2009: Icon Re-Opening
feat. The Bloody Beetroots + The Sexinvaders
Nachdem wir das
italienische Elektro-Duo The Bloody Beetroots bereits Anfang des Jahres an der
Seite des kalifornischen Turntable-Maniacs Steve Aoki begrüssen durften, haben
wir die Überflieger erneut eingeladen. Schließlich hat sich die Plattenfirma
„Dim Mak“ innerhalb von wenigen Jahren einen Platz an der Spitze der
Indie-Labels gesichert. Hier begannen unter anderem die Karrieren von Bloc
Party, The Rakes und den Klaxons. Des Weiteren startete Steve Aoki 2006 mit
seiner Schwester Devon Aoki eine Kleidungs-Kollektion. Die Dim Mak Collection
ist sehr erfolgreich und geht 2009 in die zweite Auflage. The Bloody Beetroots,
bekannt durch ihre EPs „Rombo“ und „Cornelius“, sind derzeit durch Crookers
neuesten Remix von „Warp“ in aller Munde. Das könnte natürlich auch an dem
coolen Musikvideo liegen, in dem stylische Menschen Wecker zerstören, gegen das
Vermummungsgesetz verstoßen und ihre Beinmuskulatur trainieren. 2006 von den
Produzenten Bobby Rifo und Tommy Tea gegründet, sind ihr Markenzeichen nämlich Masken,
die sie während ihrer Liveauftritte tragen und die an die Maske der
Marvel-Figur des schwarzen Spidermans erinnern. Ihre hervorragenden
Live-Qualitäten zeigen sie uns heute Nacht, und zu diesem heftigen
Lauschangriff gesellen sich auch unser Resident Marvin Suggs und The Sexinvaders.
Die Berliner Jungs stehen für eine wilde Mixtur jenseits der Genregrenzen und durften
schon mit zahlreichen Größen wie Moonbootica, Moguai, Leeroy Thornhill oder
Ascii Disco auftreten. Natürlich produzieren und veröffentlichen sie nicht nur
Musik, sondern spielen auch ihre eigenen Tracks sehr gerne. Wer sich ihre
Single „TPS“ auf dem französischen Label
„On the fruit Records“ schon mal angehört hat, weiß auch warum. Tanzwillige
aller Gattungen werden somit heute mit elektronischen Künsten jeglicher Coleur
betört, also seid bereit für eine rauschende Clubnacht.
http://www.myspace.com/thebloodybeetroots
http://www.myspace.com/thesexinvadersdjs
http://www.myspace.com/marvinsuggs
11.07.2009: Recycle Re-Opening feat.
D.Kay
Zum Re-Opening nach unserer
Sommerpause gibt’s hochsommerlichen Sound mit dem wohltemperierten D.Kay, der
dafür bekannt ist, immer wieder Akzente zu setzen. Zusammen mit dem Wiener
Produzenten Epsilon releaste er im Sommer 2003 den Track „Barcelona“, der in
einer Vokalversion mit Stamina MC in die Top10 der britischen Charts gelangte.
Im gleichen Jahr wurde D.Kay in England bei den prestigeträchtigen Knowledge
Awards als Best Breakthrough Producer ausgezeichnet. Seitdem spielt er ganz
oben in der Liga und gehört zu den gefragtesten Produzenten und DJs
Österreichs. D.Kay brachte zahlreiche Veröffentlichungen gemeinsam mit bekannten
Produzenten und DJs aus Großbritannien heraus (auf Labels wie Soul:r, Moving
Shadow, Renegade Hardware, Bingo, Hospital, Metalheadz, 31 Records usw.), die
deutlich machen, dass er nicht nur auf einen Stil festgefahren ist. Vielmehr
bringt dies seine musikalische Vielschichtigkeit und seine grundsoliden
Produktionsskills klar zum Vorschein. Neben Ill.Skillz Recordings (mit
Raw.Full) führt D.Kay auch noch sein eigenes Label Brigand Music (Brigant ist
eine altertümliche Bezeichnung für Wegelagerer, Bandit oder Verbrecher). Rechtzeitig
zu seinem Dekaden-Jubiläum als DJ veröffentlichte der einzige Full-Time
Breakbeat Producer Österreichs vor zwei Jahren sein Debut-Soloalbum „Individual
Soul”, was Jazz-Flavour und Breakbeats auf eine innovative, komplexe und zugleich
extrem leicht zugängliche Weise zusammen bringt. Als DJ sorgt D.Kay für heiße
Fußsohlen in ganz Europa und zuletzt auch in Australien. Regelmäßig tritt er am
Donnerstag im Drum’n’Bass-Szene-Treffpunkt „beat it“ (Flex, Wien) auf. Und
heute ist er wieder live bei uns zu Gast, um die neuesten Tracks des Geschehens
zu präsentieren. Sein wohl bestes Zitat lautet wohl nach wie vor: „Bei
aktuellem Drum’n’Bass steht immer eine Musik im Vordergrund, darum ist Pendulum
so big: das lauteste Element in ihren Tracks sind die Melodien. Darum gefällt
mir, so seltsam das klingen mag, derzeit auch Jump Up am besten, denn dieser
Sound ist noch real: über fetten Drums liegt eine Bassline, die zum
Hauptelement wird und zugleich auch die Melodie transportiert.”
http://www.myspace.com/brigandmusic
17.07.2009: Dubstep Special
feat. Caspa
Wer seine Mixkünste auf der
renommierten CD-Reihe der Londoner Clubinstitution Fabric präsentieren darf,
kann sich getrost zur DJ-Elite zählen. Caspa durfte. Zusammen mit Rusko
gestaltete er einen darken, narkotischen, mitreissenden Upfront-Mix, eingehüllt
in Bauchgruben umwühlende Low-End-Bass-Dekonstruktionen und -Verzögerungen und
angereichert mit Dub, Reggae, Garage & Drum'n'Bass-Elementen. Sein Name
Caspa ist übrigens eine Anlehnung an den Hauptcharakter einer seiner
Lieblingsfilme: Kids. Gemeinsam mit seiner Sub-Soldiers-Posse gehört der junge
West-Londoner mittlerweile zu den fleißigsten Aktivisten der jüngeren Dubstep-Geschichte,
seine 2007 und 2008 erschienen EP’s „Ave it Vol. 1 & 2“ werden schon jetzt
als Klassiker gehandelt. Sein Sound ist dunkel und bedrohlich und weist doch
immer den einzig richtigen Weg durch den Niederfrequenzdschungel. Als
Labelowner von drei der wohl momentan wichtigsten Dubstep Labels (Dub Police,
Sub Soldiers und Storming Productions) beschallt er die Clubs weltweit mit
seinen abwechlungsreichen Sets. Während sich Storming Productions dem härteren,
Breaks-orientierten Dubstep widmet, kümmert sich Caspa auf Dub Police um junge,
aufstrebende Dubstep-Produzenten und releast auf Sub Soldiers seine eigenen
Produktionen und die von seinem Kollegen Rusko. Die musikalische Vielfalt bei
seinen Labels spiegelt sich auch in seinen Tracks wieder. So entstehen ruhige,
atmosphärische Songs wie der „Moments in Love“-Remix oder harte, peitschende
Songs wie „Big Headed Slags“. Inzwischen hat er sein Album „Everybody’s
Talking, Nobody’s Listening“ veröffentlicht, das mit Querverweisen zum
Drum&Bass und Dub durch tiefstes Bass-Terrain blubbert. Bei Caspa-Tunes
lohnt sich das genauere Hinhören, denn sie sind nie nach einem bestimmten
Schema aufgebaut und manches Gimmick erschließt sich erst nach mehrmaligem
Hören. Seine Tracks haben meistens einen heftigeren zweiten Drop, damit sie der
DJ länger spielt und die Leute auf der Tanzfläche überrascht werden. Die beiden
Freakcamper 2Krazy und Robotic sorgen sicherlich auch wieder für jede Menge
Deepness.
http://www.myspace.com/caspadubstep
24.07.2009: Icon presents N.A.S.A.
Sitzgurte anlegen,
Helmvisiere herunterklappen, ab geht’s in die Welt von N.A.S.A. - der Name
steht für „North America / South America“, aber auch für die Wiederbelebung der
Art von HipHop, die der ein oder andere Kenner schon auf dem Sterbebett gesehen
hat. N.A.S.A. ist das Baby der DJs, Producer und Turntablisten Squeak E. Clean
und DJ Zegon, die etwas abseits des Rampenlichts schon seit sechs Jahren gemeinsam
Fädchen ziehen und verknüpfen. Während Squeak E. Clean bei verschiedenen Parties
in und um Los Angeles auflegte und sich neben zahlreichen Remixen vor allem mit
seinem Soundtrack zum Kult-Klassiker „Yeah Right!“, dem meistverkauften
Skatefilm aller Zeiten, einen Namen machte, hat sein aus Sao Paulo stammender Partner
Zegon schon Ende der 80er, als in Brasilien noch Heavy Metal ganz hoch im Kurs
stand, gelegentlich in Sao Paolo und Rio de Janeiro Hip Hop-Platten aufgelegt
und Public Enemy mit brasilianischem Baile Funk gemischt. Aufgrund einer Beastie
Boys-Connection verschlug es Zegon nach Los Angeles, wo er unter anderem mit
Björk und den Beasties zusammen gearbeitet hat und schließlich Squeak E. Clean auf
einer Studioparty kennenlernte. Fünf Jahre, etliche zurückgelegte Meilen,
Telefongespräche und Stunden im Studio später ist nun „The Spirit Of Apollo“ erschienen.
Der lange Atem, den die beiden für ihr Debutalbum brauchten, ist der schier
unendlichen Gästeliste der Platte geschuldet. Das Resultat ist keine
unmotivierte Aneinanderreihung diverser Gastmusiker, sondern besticht vielmehr
durch ein Arrangement unterschiedlichster Kreativitäten zu einem Pool aus
Gegensätzen, der sich in ein übergroßes Ganzes ergießt. Es ist ein Plädoyer für
den Hip Hop, wenn KRS-One auf altbewährter Samplebasis doziert und Chuck D mit
David Byrne über Geld schimpft, während sich Lykke Li und Santogold oder Tom
Waits und Kool Keith die Klinke in die Hand geben. Alles andere als Funk wäre
bei einem Feature der P-Funk-Legende George Clinton ohnehin unangebracht. Auch
live gibt es einzigartige Hybride aus düster hinterhältiger Stimmung und
musikalischer Varianz. Mit überall spürbarem Druck trifft hier brasilianische
Lebensfreude auf New Yorker Eastcoast-Schule.
http://www.myspace.com/nasa
25.07.2009:
Recycle feat. Alley Cat
Quizfrage: Wer ist
Recycle’s einzige Resident-Djane und verdreht hier vierteljährlich allen Jungs
den Kopf? – Richtig, Alley Cat, doch hier nochmal die Geschichte für den
Nachwuchs: Alicia Williams entdeckte die Jungle-Szene in ihrer Heimatstadt San
Francisco und nur wenig später, war sie dort eine der gefragtesten DJs und
bestimmte die Szene gewaltig mit. Schon zu diesem Zeitpunkt wurde sie oft nach
Deutschland geholt, um dort gemeinsam mit Shy FX und Kemistry (r.i.p.) &
Storm aufzulegen. 1999 hat sie ihren Standort von San Francisco nach London
verlegt, um dort massgeblich zum Aufbau des renommierten Skunkrock Labels beizutragen,
Tracks zu produzieren und weltweit Touren und Labelnights durchzurocken. Inzwischen
kann sie auf Bookings in verschiedensten Ländern wie Südafrika, Israel, Island
oder Norwegen zurückblicken, um hier nur ein paar exotische zu nennen. 1999
erschien ihr erster Track „Payload“ in Zusammenarbeit mit Tha Countaman, der von
Konflict geremixt wurde und 2001 folgte ihr Zweitling namens „Captive“. Außerdem
zeigte sie sich für verschiedene Koproduktionen sowohl auf Skunkrock als auch
dem legendären Label Reinforced verantwortlich. Mittlerweile unterhält sie unter
dem Kollektiv-Namen „Feline“ mit den DJanes Storm, Flight und Miss Pink sowie
den MCanes Chickaboo, Deeizm und Ayah eine Clubnacht im „Herbal“ in London.
Denn hinter den Plattenspielern zu stehen war für Alley Cat immer wichtiger als
zu produzieren, deshalb liegen meist auch zwei Jahre zwischen ihren
Veröffentlichungen. Nun hat sie ein eigenes Label an den Start gebracht, das
auf den wunderschönen Namen „Kokeshi“ hört und auf dem erstmals der
Back-Katalog von Skunkrock digital veröffentlicht wird. Kokeshi 001 (Alley Cat)
ist bereits draussen, auf Kokeshi 002 & 003 servieren Kiat & Lung uns weitere
Schmuckstücke. Und heute Nacht liefert uns Alley Cat endlich wieder ein
exzellent gemixtes Set, prall gefüllt mit dem neuesten unveröffentlichten
Material von Kollegen und Lieblingsproduzenten wie Klute, A-Sides, Artificial
Intelligence, Digital & Spirit. Neben Drum & Bass liebt sie auch alle
weiteren Arten elektronischer Musik, vor allem Hip Hop und Old School Electro.
So hört man anstatt gerader, technoider Basslines bei ihr viele Breaks sowie
soulige Vocals perfekt kombiniert. Deepe, kickende Stepper, deren Beats oftmals
diese sehr coole Next Wave Urban Jungle Ästhetik von Reinforced hat, wechseln
sich ab mit funkigen Rollern, die mit klackernden Rimshots durch die Nacht grooven.
http://www.myspace.com/djalleycat
http://iheartkokeshi.com
31.07.2009: Icon presents Brodinski
+ Mikix The Cat
Brodinski nennt sich der
junge Franzose aus Lille bzw. Reims, der vor lauter Remixanfragen nicht mehr
vor und zurück kann! Seine Bearbeitungen für Bonde Do Role „Office Boy”,
Radioclit „Divine Gosa”, Klaxons „It’s Not Over Yet”, The Shoes „Amercia”,
D.I.M. „Is You” und viele mehr haben alle wach gemacht. Sein musikalisches Know-How
spiegelt Brodinski erfolgreich in seinen Produktionen wieder. Mit seinem Debut „Bad
Runner“ auf dem Genfer Label Mental Groove Records konnte Brodinski im Jahre
2007 in der Top-Ten Liste mit Namen wie Soulwax, Tiga, Erol Alkan, Justice,
Simian Mobile Disco, Laurent Garnier, Chloe, A Track, Busy P und Switch
mithalten. Durch seine perfekte Technik und Produktion setze sich Brodinski von
anderen Musikern ab und durch die zahlreichen Remixe übertrug er die Indie
Euphorie auf die Tanzflächen. Seine restliche Zeit nutzte er, um hauptsächlich
in Belgien und England und dann in ganz Europa und Amerika auf Tour zu gehen. Außerdem
spielte er auf allen wichtigen Sommerfestivals. Während seiner DJ-Sets bei den
Radio Soulwax Partys haben sich Xavier from Justice, 2 Many DJs und Erol Alkan
in ihn verliebt: „He is great, we totally love this guy.” Im Gegensatz zu den
Pariser DJ’s und Produzenten begeistert Brodinski sein Publikum mit Bass-Heavy
House und Minimal klängen und nicht mit Noisy Electro-Techno. Die in kurzer
Zeit so erfolgreiche Karriere und der Ohrenschmaus für den Zuhörer des Elektro
Phänomens Brodinski lässt nun nach Frankreich in ganz Europa die Tanzflächen
krachen. Zum Tanz in den August erwartet uns am Freitag ein dickes Set vom dem
derzeitigen Überflieger, der sich immer wieder bemüht, die Partycrowd
ekstatisch mit flirrendem Electro-House zu hypnostisieren. Der blutjunge
französische DJ und Produzent Mikix The Cat hingegen hält seit 2007 unangefochten
den Titel „Paris Heavy Bass Champion“ und wird heute neben Brodinski und Marvin
Suggs beweisen, das seine 4x4-Beats und Basslines härter als jede Guillotine
sind.
http://www.myspace.com/brodinskimusic
http://www.myspace.com/mikixthecat
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Monday, June 15, 2009
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Current mood:  thoughtful
Various: AMBASSADORS 4 - From
Amen to Z (santorin records)
Ich weiss schon, warum ich
bei den alljährlichen Future-Music-Awards immer diese Drum’n’Bass-Posse aus
Tübingen zum besten Label des Jahres wähle. Alles andere als provinziell
versorgen die Botschafter von Santorin seit über zehn Jahren die Jungle-Liebhaber
mit feiner Kost. Freestyle ist das Zauberwort. Denn auch die vierte, liebevoll mit
verschiedenen Styles angereicherte Folge der Ambassadors-Serie liefert
hoffnungsvolle bis inzwischen avancierte deutsche Künstler mit veritablen Hits
für das heimische Soundsystem. Zwischen andächtiger Oldskool-Affinität und
Future-Breakbeat-Science werden die unterschiedlichsten Stile kombiniert, die
sich - verteilt auf 3×12″ Vinyl, zwei ungemixte CDs plus digitale Downloads -
„From Amen to Z“ in 45 bisher unveröffentlichten Tracks entfalten. Santorin
steht für einen dynamischen Mix aus melancholischer Deepness, clubkompatibler
Floortauglichkeit und einer Prise Funk. Ob mit analogen Flächen blubbernd oder
energetischer Tiefe zerrend, verfolgen alle Santoriner konsequent ihren Sound,
ohne die musikalische Vielfalt zu verlieren. Meine Highlights kommen von Concept & Shnek, Camo
feat. Jett, Young Ax, Simon V., Peyo & Grimm, Hiten, Cold Jazz &
Wezzler feat. Joey Fever, Kenshiro, Parhelia, Denius, Bassface Sascha,
Paul SG, Telmo A, sH1 und Naibu, die mit ausgefeilten Strukturen und massivem
Gewummer beweisen, wie lebensfroh Drum’n’Bass doch sein kann. Solide zersplittern
die Beats und steppen mit hypnotischen Basslines über das Meer. Und wenn man
auf den Grund musikalischer Tiefe taucht, entdeckt man hier eine superschicke
Perle unter den Drum’n’Bass-Compilations.
www.santorin.de/ambassadors4
www.grooveattack.com
High Contrast: Confidential
(hospital records)
Kaum ein Künstler hat in
den letzten sieben Jahren so sehr wie dieser junge Mann aus dem walisischen
Cardiff dazu beigetragen, dass meine große Liebe noch immer dem Drum’n’Bass
gilt. Mit seinem Debütalbum „True Colors“ brachte High Contrast im Jahr 2002
überraschend frischen Wind in die festgefahrene Szene. Und mit Tracks wie „Make
It Tonight“ und vor allem „Return Of Forever“ hatte sich der sympathische Lincoln
Barret in mein Herz gespielt. Dank der zwei weiteren wegweisenden Alben „High
Society“ und „Tough Guys Don’t Dance“ sowie diverser Remixproduktionen zählt er
zur Premier League des Drum’n’Bass. Aktuell sorgt er mit seinem Remix von
Adele’s „‚Hometown Glory“ für leuchtende Augen und vollgepackte Dancefloors. Aus
dem Backstock zahlreicher Werke wurde nun unter dem Titel „Confidential“ Material
für zwei sehr unterhaltsame CDs ausgewählt, mit denen man unglaublich gut neue
Zuhörer für die fast täglich schrumpfende Jungle Crowd gewinnen kann. Den
unbelehrbaren Spöttern zum Trotz besteht Barrets Antrieb in erster Linie darin,
erkennbare musikalische Kontrastpunkte zur Langeweile und Konvention im Hause
Drum’n’Bass zu setzen – daher auch sein Künstlername. Immer darauf bedacht,
soulig gefühlvoll zu sein, ohne auf breite Basslines und munter vor sich hin scheppernde
Beats zu verzichten, rollen seine Tunes immer wieder funky. Diese essentielle Collection beinhaltet 12
erstklassige Hits wie „If We Ever“, „Seven Notes In Black“, „Kiss Kiss Bang
Bang“, „Tread Softly“ und „Basement Track“ sowie 13 supergeniale Remixe für u.a.
Adele, The Streets, Omni Trio, Utah Saints, ILS, Missy Elliot und London
Electricity. Ein absolut zeitloser Soundtrack für verträumte Junglisten
und alle, die es werden wollen !!!
www.myspace.com/highcontrastuk
www.hospitalrecords.com
Lynx & Kemo: The Raw Truth
(soul:R)
Einer, der mit seinem Sound
einmal mehr bewusst macht, welches schier endloses Entwicklungspotenzial
Drum’n’Bass bietet, hört auf den Namen Lynx. Durch The Prodigy, Chemical
Brothers, Leftfield, Massive Attack sowie Foul Play & Omni Trio
beeinflusst, produziert er seit 15 Jahren Musik und arbeitet den ganzen Tag als
Produzent und Techniker für andere Artists. Kemo dagegen wuchs in mehreren
amerikanischen Städten auf, wo er die Anfänge der Hip Hop Kultur erlebt hat und
seine Liebe fürs Rappen - insbesondere die Bilderwelten, der Wortwitz und die
Improvisationskunst des Freestyles - begann. Einen Teil seiner Jugend hat der
Kosmopolit in Belgien und Deutschland verbracht und wurde dank BFBS Radio und
einigen erlebnisreichen Trips nach England durch die Rave Szene, Jungle und
Skate Punk geprägt. Über myspace haben sie sich kennengelernt, und so
entstanden Tracks wie „Global Enemies“, „Carnivale“ und „Fortune“
ausschließlich durchs Hin- und Her-Senden von Daten übers Internet. Nach langem
Warten ist nun endlich ihr innovatives Debut-Album „The Raw Truth“ auf dem Premium-Imprint
Soul:R erschienen. Das erstklassige Werk greift auf originäre Elemente des
Drum’n’Bass zurück und featured gute Leute wie Alix Perez, DRS, Henree,
Spoonface und Tali. Die akzentuierte Instrumentierung von Lynx’ Kompositionen
und Kemos eigentümliche Wortbegleitung verleihen jeder Produktion einen
unverwechselbaren Charakter. Ihr Mut zu einem eigenständigen Stil konzentriert
sich voll auf die musikalische Essenz und fühlt sich an wie richtig guter Hip
Hop. Ganz großartig!
www.myspace.com/evocators
www.therawtruth.info
www.soulr.co.uk
DJ Cam presents Inlove: Stories (inflamable)
Bevor ich mich noch länger
darüber aufrege, dass Sarina für mein Verständnis von Sexyness viel zu früh aus
der aktuellen Staffel von „Germany’s next Topmodel“ rausgeflogen ist, geniesse
ich gemeinsam mit dem französischen Abstract-Downbeat-Mixwizard DJ Cam dieses
ebenfalls sehr erotische Album. Ja, das Modelbusiness, gepaart mit Bulimieerkrankungsdiskussionen
und in Irrsinn ausartende Zickenkriege lassen das Ansehen der begehrenswerten
Schönheiten tagtäglich sinken – kein Wunder also, dass man sich in der Branche
zunehmend umorientiert. Vor allem, wenn man weitaus mehr zu bieten hat als den
richtigen Body-Mass-Index und einen verführerischen Augenaufschlag. Unter der
gleißenden Sonne Nigerias aufgewachsen, schlug das Herz des Models Inlove bereits
vor ihrer Entdeckung durch Ford Models und dem damit verbundenen Schreiten über
sämtliche Catwalks dieser Welt für Reggae, Soul, Funk und afrikanische Rhythmen.
Im Alter von zwanzig Jahren lernte sie den Ausnahmeproduzenten DJ Cam kennen,
und gleich die erste Zusammenarbeit resultierte im Single-Hit „Summer In
Paris“, den sie mit ihrer Stimme veredelte. Gemeinsam mit ihm erzählt Inlove
nun ihre beseelten „Stories“ als Vertonung ihres Innersten: Tief und sinnlich,
strahlend und sonnig. Die erste Single-Auskopplung „For Minnie Riperton“ wurde
bereits völlig zu Recht als eine der heißesten Soul-Nummern seit den 70er
Jahren bezeichnet. Und Tracks wie „I Want You“, „Sweetest Pain“, „Rain“,
„Fight“ glänzen ebenfalls mit einem grandiosen Vibe, der sich durchaus mit
4Hero-Produktionen messen lassen kann. Ein wunderbares Cover des amerikanischen
Pianisten und Komponisten Burt Bacharach gibt’s mit „The Look Of Love“ als
Zugabe. Sehr cool!
www.myspace.com/inlovethereal
www.inflamable.com
Nneka: To And Fro (yo mama)
Nach ihrem Debütalbum
„Victim Of Truth“ (2005) wurde sie nicht nur von der britischen Sunday Times
mit Lauryn Hill verglichen. Die Sängerin Nneka, deren Wurzeln in Nigeria
liegen, ist eine Ausnahmekünstlerin, die ihre ehrlichen und politischen Texte
mit viel Gefühl und Herzblut singt. Dabei verbindet sie afrikanische Einflüsse
mit westlichen Beats. Als Einflüsse und Vorbilder gibt sie neben Fela Kut und
Bob Marley auch Mos Def, Talib Kweli, Mobb Deep und The Fugees an. Wie die
meisten Afrikaner, die in der westlichen Welt unterwegs und von mangelndem
Wachstum und Stabilität in ihrer Heimat betroffen sind, suchte sie nach
Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Die Wahlhamburgerin kam mit 19 Jahren
in die Hansestadt, um neben ihrer Gesangkarriere auch einen Abschluss in
Anthropologie zu machen. Sie tat sich mit dem DJ und Produzenten Farhot
zusammen, mit dem sie ihre Texte musikalisch untermalt. Ihr Kultstatus unter
gut informierten Soul/Roots-Kennern durfte sich mit der Veröffentlichung ihres
zweiten Longplayers „No Longer At Ease“ und der Single „Heartbeat“ endgültig
ändern. Mit dem 3-CD-Pack „To And Fro“ kann man in die weitläufige Welt von
Nneka eintauchen, ihre facettenreiche Stimme immer wieder neu entdecken und
sich auf eine ereignisreiche Reise durch die multikulturellen Einflüsse der
jungen Nigerianerin entführen lassen. Neben ihren zwei bisherigen Alben hat das
selbsternannte „Warri Girl” Nneka auch eine CD mit Remixes, Live-Versionen, B-Seiten
und einer Handvoll neuer Songs sowie all ihre Videos in das Package gepackt. Eine
starke Odyssee in Soul und Afro-Beat mit Groove, Herz und Stil!
www.myspace.com/nnekaworld
www.nnekaworld.com
www.remembersarowiwa.org
www.yomama.de
Koalas Desperados: Koalas
Desperados (rootdown records)
„Koalas kennt man als
freundliche und friedliche Kreaturen. In Wahrheit können Koalas aber auch sehr
rebellisch sein. Eine neue Art ‚urbaner Immigranten-Koalas’, die man ‚Koalas
Desperados’ nennt, bevorzugt ausser Eukalyptus noch fette Beats und das Brechen
von Regeln. Ab und zu begeben sich diese Koalas auf eine Pilgerreise an einen
geheimen Platz im urbanen Dschungel. Dort treffen sie sich mit anderen
Koala-Rebellen, um ihrem speziellen Desperados-Sound zu huldigen und ihre
spirituelle Botschaft zu verbreiten: Legalize Eukalyptus!“ So lautet die
sinngemässe Übersetzung des Album-Intros. Und hinter diesem Projekt stecken nicht
etwa in die Karibik ausgewanderte Australier, sondern ein von Rootdown
Produzent Thilo „Teka“ Jacks und seinem alten Schulfreund Manar el-Abed ins
Leben gerufenes Soundnetzwerk globaler Art. 17 Musiker und 17 Vokalisten aus 15
Nationen sind nach Köln gekommen, um eine gelungene Melange aus Reggae, Soul,
Afro-Beat, World-Folk und allerlei herkunftsabhängigen eigenen Styles und
Einflüssen aufzunehmen. In ihren Heimatländern bekannt, sorgen hier neben deutschen
Klettertier-Abenteurern wie D-Flame, Nosliw, Laura Lopez-Castro und Maxim auch
Paco Mendoza (Argentinien), Bezegol (Portugal), Macaco und Nubla (Spanien),
Korbo (Burkina Faso), Jaqee (Schweden / Uganda) oder Lhabanero (Kuba) für
zwanglose Internationalität. Man muss nicht erst Brehm’s Tierleben bemühen –
wie es sich mit den Koalas sozial verhält, kann ja in einer Enzyklopädie
nachgelesen werden. „Als nachtaktive Tiere besitzen Koalas ein gutes
Hörvermögen.“ So ist der Name bei diesem organischen Soundclash mehr als nur
Programm.
www.myspace.com/koalasdesperados
www.rootdown-music.com
RotFront: Emigrantski
Raggamuffin (essay recordings)
Als ich kürzlich mit meiner
Schwester und meinem Vater in dessen Geburtsstadt Leipzig fuhr, überlegte ich
mir, was wohl unser Soundtrack für die Autobahn werden könnte und stiess auf
die „RotFront“, die mir aus guten Gründen prädestiniert dafür schien. RotFront
ist die Hausband des Berliner Kaffee Burger. Das Burger wiederum ist der
Geburtsort und die No. 1 Location der legendären Russendisko. Mit ihrer
Organisation als Kollektiv und ihrem High-Energy-Gebräu, das vielfältige
musikalische Referenzen kennt, passen sie in die Riege anderer Kollektive, die
von der Hauptstadt aus die Welt erobert haben. Und so nickten wir im Auto zu Polka,
Klezmer, Ska und Cumbia, denn „die Musik von RotFront ist nicht nur gut, sie
ist auch ein Beitrag in Sachen Völkerverständigung. So wie die Russen mit
Rammstein-Texten Deutsch lernten, können nun die Deutschen mit RotFront auf
Russisch, Ukrainisch, sogar auf Ungarisch mitsingen.“ So erklärt es Wladimir
Kaminer, und der Name des Albums „Emigrantski Raggamuffin“ sagt schon viel über
den humorvollen Mix aus osteuropäischen Folkloretypen und heissen Rhythmen aus.
Um Russendisko-Vater Yuriy Gurzhy und Simon Wahorn versammelten sich
Akkordeonist Daniel Kahn, das blechgewaltige Bläsertrio Max Bakshish, Dan
Freeman (Saxofon) und Anke Luchs (Posaune) sowie Drummer Jan Pfennig (Human
Sampler). Die weibliche Stimme liefert die ungarische Schauspielerin Dorka
Gryllus, und gemeinsam mit dem Berliner Produzenten Kraans De Lutin (Tiger
HiFi, Martin Jondo, Culcha Candela) wurde dieses amüsante Album aufgenommen. Die
gute Laune funktioniert hier auch ohne Vodka. Fuel for your Sovietoblaster!
www.myspace.com/rotfrontberlin
www.essayrecordings.com
La.Mia.Bocca: The Journey
(lamiabocca records)
Nachdem die Originalversion
längst ausverkauft und ein hochdotiertes Sammlerstück ist, kommt hier nun ein
leicht verändertes Revival des Debutalbums aus dem Jahr 2005 mit vier neuen
Titeln! Wenn ich was von einer „Kombination aus Klassik und Pop“ lese, kommt
mir (schön voreingenommen) meist das Frühstück wieder hoch, da man dort
billigen Kitsch erwartet und ihn meistens auch bekommt. Mit La.Mia.Bocca betritt nun das erste Studio- /
Live-Projekt die Bühne, das allerdings äusserst stil- und eindrucksvoll klassische
Stilelemente und Opernarien mit elektronischen Sounds verbindet. Die
romantischen und melancholischen Melodien von Giaccomo Puccini waren dabei die
grösste Inspiration. Mit viel Respekt und Liebe zum Detail haben La.Mia.Bocca
Arien aus Puccinis „Tosca” sowie aus „La
Wally“ von Alfredo Catalani und „Lakme“ von Léo Delibes zeitgemäß interpretiert
und produziert. Indische Tablas und Sitars treffen auf Electro Beats,
minimalistische Sequenzer mischen sich mit japanischen Taiko Trommeln, ostinate
Basslines bilden das Fundament für die Warschauer Symphoniker, und zu
himmlischen Chören wird William Blake’s „Garden of Love“ zitiert. Ein
Ausnahmesong ist sicherlich „Ocean Of Sadness“, bei dem Puccinis „Madame
Butterfly“ Pate stand. Die Musik beschreibt die Schönheit der Einsamkeit und
des Schmerzes, der Enttäuschung und der unerfüllten Liebe - über allem schwebt
engelsgleich die wunderschöne Stimme der Sopranistin Olivia Safe. Ein sehr
leidenschaftliches Werk auf höchstem Niveau mit der so wichtigen Mixtur aus
Dramatik und Entspannung.
www.myspace.com/lamiaboccamusic
www.lamiabocca.com
>> Acid DVD
Die
Reise ins Glück (cinema surreal)
Nach zehnjähriger
Produktionszeit hat Wenzel Storch sein Low-Budget-Trash-Fantasy-Projekt „Die
Reise ins Glück“ inzwischen vollendet. Ein „psychedelisches Abenteuermärchen
nach Jules Verne“ sollte sein Film werden, als „risikofreien LSD-Trip für den
Preis einer Kinokarte“ beschreibt ihn die Presse. Das Opus magnum des deutschen
Independent-Autorenfilmers liegt irgendwo zwischen surrealem Trick- und wüstem Realfilm,
zwischen triefigem Melodram und schrägem Musical. Angesiedelt in einer
bonbonfarben-samtenen Märchenoptik zwischen opulentem Rokoko und lautem
Expressionismus kämpft Kapitän Gustav (Jürgen Höhne) gegen den despotischen
Inseldiktator König Knuffi (Holger Müller), einst ein Freund aus Kindertagen,
den er vor dem Ertrinken gerettet hat. Gustav’s riesiges Schneckenschiff ist
aus dem allerletzten Müll zusammengebaut und psychedelisch bemalt in den Farben
der Siebziger. Neben den beiden Antagonisten gibt es noch Gustavs schöne junge Frau
Eva (Jasmin Harnau) und die fünf gemeinsamen Kapitänskinder, zwei
Propagandaminister mit Blasenschwäche, knapp bekleidete Eingeborene, zwei alte Prostituierte,
Clementine, den König der Feinschmecker, die Edelleute, eine Bordkapelle sowie
das von Max Raabe vorgetragene „Tellerlip Girl“. Und natürlich gibt es ganz
viele Tiere, die sich wie in alten Kinderbüchern der menschlichen Sprache
bedienen: Dieter Kramls echte und musizierende Bärin Nora als erster Offizier,
fünf abenteuerlustige Frösche und eine Eule von der Filmtierzentrale Hamburg,
ein Hamster aus dem Zoo Stumpe Hildesheim und ein notgeiles Kaninchen aus Groß
Lafferde, das in fleischlicher Verbindung mit der spießigen Kuckucksuhr eine
altertümliche, aber funktionierende Zeitmaschine zu zeugen vermag. Die völlig
aus der Art geschlagene Reise ins Glück wird so zu einer mit 60 Tonnen kleiner
Details vollgestopften Kreuzung aus schrillem Kinderquatsch und fabulösem
Rokoko-Amok-Märchen und mutiert dementsprechend zu einer total absurden Komödie
mit hohem Trip-Faktor. Die Luxusedition mit 2 DVDs und nicht weniger als 241
Minuten Bonusmaterial zusammen mit einem Poster und einem 20seitigen Booklet
ist nur über die Webseite www.cinemasurreal.com käuflich zu erwerben.
www.wenzelstorch.de
www.cinemasurreal.com
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Tuesday, May 19, 2009
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Current mood:  ecstatic
roly's silberscheiben 05/2009 @ hanf journal - [pdf
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Depeche Mode: Sounds Of The
Universe (mute records)
Mit weltweit über 100 Millionen
verkauften Tonträgern gehören die britischen Synthie-Pop-Pioniere zu jener Elite
von Supergruppen aus den frühen Achtzigern, die ihre Ideale, kreative Vision
und Kernbesetzung unbeschadet in die Gegenwart hinübergerettet haben. Sie haben
interne Spannungen und Feindseligkeiten seitens der Kritiker hinter sich
gelassen, und während ihr dreißigstes Bandjubliäum unaufhaltsam näher rückt, freue
ich mich erstmal über ihr 12. Studioalbum. Wie bereits auf „Playing The Angel“
stammen die neuen Songs sowohl von Martin als auch von Dave. Und verbal adelt
der geniale Songwriter die Beiträge seines früheren Antagonisten regelrecht: „In
einem Blindtest hätte man Schwierigkeiten herauszufinden, wer welchen Song
geschrieben hat.“ Die Songtexte handeln von den typischen Obsessionen der
Bandmitglieder – Lust, Spiritualität, romantisches Sehnen, sündige Versuchung
und Sadomasochismus – und weisen dabei mehr unverhohlenen schwarzen Humor auf
als ihre früheren Werke. Die Sci-Fi-Gospel-Blues-Hymne „In Chains“ eröffnet das
Album mit viel Melancholie, „Hole To Feed“, ein schmutziges Geständnis von Dave
Gahan, baut mit seinem dunkel-rockenden Groove konsequent Spannung auf. In der hypnotisch
groovenden Single „Wrong“ schmettert Dave Martins düster-komische Reflexionen
über ein Leben voller Fehler, Missetaten und falscher Entscheidungen. Ein
kraftvoller Auftakt, den die analoge Ballade „Fragile Tension“ gefühlvoll
auffängt. Das verführerisch wirbelnde „Little Soul“ und „Peace“ mit seinem
sublimen Techno-Gospel-Arrangement und sanft herabfallenden Chorrefrain sind
mit ihrem spirituellen Element die Eckpfeiler des Albums. Nach der schmutzigsten
und lautesten Rocknummer „Come Back“ und Martins samtigem Scott Walker-Croon in
der sinnlichen Ballade „Jezebel” setzen Depeche Mode mit dem fantastischen
Pop-Song „Miles Away/The Truth Is“ und dem Electro-Glamrock-Sleaze-Stampfer „Corrupt“
zur Schlussoffensive an. „Sounds Of The Universe“ ist eine unglaubliche Platte,
um mal ins eigene Horn zu blasen“, lacht Dave. Eklektisch, dynamisch und wie
nie zuvor auf Albumdramaturgie fokussiert, vibriert sie auf jeden Fall zum Violator
für das 21. Jahrhundert.
www.myspace.com/depechemode
www.depechemode.com
www.mute.com
Hanne Hukkelberg: Blood From A
Stone (nettwerk)
Das Schnurren ihres Katers
Obelix, Fahrradspeichen, Teesiebe, knarrende Türen und Ofenrohre wurden
herbert-like auf ihre melodischen und perkussiven Qualitäten hin untersucht. So
funktionieren ihre ersten beiden Alben „Little Things“ (2004) und „Rykestrasse
68“ (2006) wie akustische Tagebücher von Exkursionen durch ihre Heimatstadt
Oslo und durch Berlin, wo sie ein halbes Jahr als Stipendiatin lebte. Ihr
drittes Album „Blood From A Stone“ bringt nun neue Facetten zum Vorschein und
überrascht mit klaren, zugänglichen Arrangements ihrer Stücke, die auf der
norwegischen Insel Senja (300 Kilometer vom nördlichen Polarkreis) komponiert
wurden. Frau Hukkelberg lotet sensibel und detailverliebt neue Klangwelten aus
und beschreibt diese als eine Mischung aus New Wave, No Wave und Indierock. „Midnight
Sun Dream“ thematisiert die Überwindung von Geschlechterrollen, der Titelsong über
das Porträt eines Opportunisten dürfte wohl mein Lieblingstrack sein, und die tribal-drum-artigen
Ausbrüche auf „Bandy Riddles“ und „Salt Of The Earth“ lassen an Kate Bushs „Hounds
Of Love“ denken. Das dynamisch perfekte „No One But Yourself“ bestreitet die
Existenz einer höhergestellten Macht, während „Crack“ die Einsicht ins
Unabwendbare behandelt. Hannes berührende Stimme zieht souverän über die schön
schrägen Songs hinweg und steht dank ihrer mal behutsamen, mal kecken
Phrasierung einer Madeleine Peyroux oder der CocoRosie-Hälfte Sierra Casady
stimmlich in nichts nach. Hanne Hukkelberg ist keineswegs auf ihr charmantes Torch-Song-Timbre
festgelegt, sondern bringt hier ihre ganze Expressivität zur Geltung. Meine
Hochachtung!
www.myspace.com/hannehukkelberg
www.hannehukkelberg.com
www.nettwerk.com
Luke Vibert: Rhythm (sound of
speed)
Der Mann mit den vielen
Persönlichkeiten ist einer von den Produzenten des Clubsounds, die sich am
liebsten in den eigenen Wänden ihre Welt bauen. Erste Veröffentlichungen
erschienen auf einem englischen Techno Label (Rising High). Renommierte Labels
wie Rephlex oder Mo Wax releasten seine Stücke und trugen maßgeblich zu seinem
Bekanntheitsgrad und Erfolg bei. Während er als Luke Vibert eher abstrakten
Geschichten und seinem Faible für Acid freien Lauf lässt, dürfte insbesondere
das Alias Wagon Christ sowohl Freunden experimentell-instrumentalen Hip Hops
mit Funk-Einflüssen als auch Anhängern von Ninja Tune mehr als ein Begriff
sein. Daneben dient Plug für Viberts Anschauungen von Drum&Bass, und auf
Rephlex veröffentlicht er als Amen Andrews ravebetonten Jungle bzw. Disco unter
dem Namen Kerrier District. Nach „Lover’s Acid“, „Moog Acid“ (mit Jean-Jaques
Perrier) und „Chicago, Detroit, Redruth“ zeigt Luke mit seinem neuen Album
„Rhythm“ auf dem japanischen Label Sound Of Speed seine Hip-Hop Wurzeln. Aufmerksame
Vibert Fans werden ein paar Tracks wiedererkennen, welche er schon in Radiosets
gespielt hat. Die elf ausnahmslos grandiosen Tunes kommen leicht schwirrend,
mal mit Vocoder oder choralem Gesang, aber immer mit viel Soul und Funk. Meine originären Lieblinge sind vor allem „Registrarse“,
„Sparky Is A Retard“, „A Fine Line“, „My Style“, „Keep Calm And Carry On“, „Eleventy
One” und „Concertina Turner”. Bei diesen verschleppten Oldschool
Beats und seinen superschicken Samples wird über die Ohren das Gehirn so schön
gekitzelt, dass die Knie schlackern und der Körper Wellen schlägt. Ein sehr
relaxter Soundtrack mit einer guten Dosis „60er Jahre“ für sommerliche Abendstunden!
www.soundofspeed.net
www.grooveattack.com
Prefuse 73: Everything She
Touched Turned Ampexian (warp records)
Guillermo Scott Herren ist
zweifellos einer der profiliertesten Producer dieses Planeten, der bereits mit
Battles & School Of Seven Bells arbeitete, sowie TV On The Radio, Pelican
& Cornelius remixte. Unter seinem Künstlernamen Prefuse 73 erweitert er stets
den subkulturellen Hip Hop-Entwurf und zeigt, dass sich Elektronik und HipHop
nicht per se ausschließen müssen. Sein Markenzeichen ist die schonungslose
Cut-up-Akrobatik. Es geht direkt rein in die Tracks, die genauso schnell
anfangen wie sie aufhören. Ehe sich in einem Song ein Schema abzeichnet,
zerschellt der Track am nächsten Taktstrich, um sich gleich darauf aus den
Scherben und eingestreuten Mosaiksteinen zu etwas Neuem zusammenzusetzen. Dabei
verweigert Herren bewusst die direkte, digitale Aufnahme und nahm zuerst auf
analogem Ampex-Band auf, was den Tracks den Sound eines in Urzeiten
verschollenen Tapes gibt, das jetzt erst das Licht der Welt erblickt. Zusätzlich
zum aussergewöhnlichen Aufnahmeprozess hebt sich sein fünftes Album auch
kompositorisch ab. Inspirationsquelle für die Prefuse-Projekte ist der
Prä-Fusion-Jazz, anzusiedeln in den Jahren 1968 bis 1973. Beinflusst auch vom
Prog-Rock hört man hier einen sehr psychedelischen Klangteppich in einer sehr
eigenwilligen Collage aus zerhackten Vocals, Gitarren- und Synthesizerfetzen
und jeder Menge undefinierbarer Samples und Loops. So stellt man sich den
Soundtrack zu den Astronauten- & Kosmonautenflügen der 60er vor. Nebem
klassischen Chop-up-Style und zahlreichen rhythmischen Verwirrspielen stechen
vor allem „Simple Loop Choir“ und das Outro „Formal Dedications“ soundtechnisch
deutlich heraus. Konzeptionelle Rebellion!
www.myspace.com/prefusion1973
www.prefuse73.com
www.warprecords.com
Clueso: So sehr dabei Live (four
music)
Im letzten Jahr hat sich
Clueso definitiv in die A-Liga der deutschen Musikszene katapultiert. Der
früher mal kleine Four Music-Act ist zu einem verdammt guten Songwriter
herangereift, füllt grosse Hallen und entwickelt sich mit jedem Album
kontinuierlich weiter. Wer bisher noch nicht die Chance hatte, sich von Cluesos
grandiosen Live-Qualitäten zu überzeugen, kann das jetzt direkt von der
heimischen Couch aus. Durch das wohnzimmerähnliche Arrangement der Band, mit
vornehmlich akustischen Instrumenten, bekommen die meisten Songs des vierten
Studioalbums „So sehr dabei“ ein erfrischend neues Gesicht und sind teilweise
erst beim Einsetzen des Gesangs wieder zu erkennen. Ab dem ersten Ton
durchströmt eine unglaubliche Live-Atmosphäre den Raum, so dass man sich sofort
wie einer der über fünfzigtausend Fans vorkommt, die im Herbst 2008 auf der
Tour zusammen mit Clueso und Band feiern konnten. Mit durchweg glaubhaften, intimen
und zugleich gigantischen Songs bringt Clueso einem auf sympathische Weise die
kleinen Geschichten des Alltags nahe. Meine persönlichen Highlights sind das
nachdenkliche „Jede Stadt“, das schwingende „Frische Luft“ (viel besser als das
Original), das groovende „Mitnehm“, das entspannte „Keinen Zentimeter“, das
rührselige „Chicago“, das männliche „Keinen Bock zu geh’n“, das federleichte
„Barfuss“ und das melancholische „Gewinner“ als perfekten Abschluss. Ein unglaublich
harmonisches und vor allem natürliches Erlebnis. Selten ist man bei einem
Live-Album so sehr dabei wie hier bei Clueso.
www.myspace.com/clueso2
www.clueso.de
www.fourmusic.com
DJ Vadim: U Can’t Lurn
Imaginashun (bbe records)
Seit Mitte der 90er Jahre ist
der umtriebige DJ und Produzent aus St. Petersburg aktiv und hat vier
Soloalben, zwei Band-Alben (One Self + The Isolationist), ein Remixalbum sowie
unzählige Mix-CDs, EPs, 12“s, 7“s und Remixe veröffentlicht. Sein einzigartiger
Stilmix aus HipHop, Soul, Reggae und Electronica haben ihn rund um den Globus
bekannt gemacht. 2008 war ein schweres Jahr für Vadim, aber Schicksalsschläge
lassen uns bekanntlich wachsen. Trotz Schmerzen schaffte er es im letzten Jahr,
weltweit mit Fat Freddy’s Drop, DJ Krush und Slick Rick zu touren. Der ewig
Reisende und verlässliche Lieferant qualitativ hochwertiger Beats, der erst vor
kurzem den Krebs besiegte, grub für sein neuestes Werk tief in der Plattenkiste
und spricht über das Album von fesselnder Musik und seiner bisher besten
Veröffentlichung. Bei „U Can’t Lurn Imginashun“ geht es um die Umsetzung von
negativen Gefühlen in Inspiration und Kraft und darum, dass Vorstellungskraft
nur tief in uns selbst zu finden ist. Mit Keyboard, AutoTune, TalkBox und
Vocoders entdeckte er neue Möglichkeiten sich auszudrücken. So entstanden
Reggae Beats, die neben Desmond Decker Platz nehmen könnten, Neo Soul- und
Conscious Rap-Stücke, die an Jill Scott oder Q-Tip erinnern und experimentelle
Kleinodien, die mit der Arbeit von Flying Lotus oder J Dilla blutsverwandt
sind. Der John Coltrane des HipHops liefert ein großartiges Dokument einer
Reise in neue Gefilde der Musikgeschichte. Ein Muss für jeden, der Vadim
schätzt und für diejenigen, die sich gerne fernab abgesteckter Grenzen
inspirieren lassen.
www.myspace.com/djvadim
www.myspace.com/bbebeatsandpieces
www.djvadim.com
www.bbemusic.com
Zwicker: Songs Of Lucid Dreamers
(compost records)
Zwicker alias Cyril Boehler
ist ein sehr produktiver Produzent, Komponist und DJ aus Zürich und repräsentiert
eine neue Generation Schweizer Produzenten. Neben mehreren
Vinyl-Veröffentlichungen auf Compost Black Label erschienen einige seiner
Tracks bereits auf Compilations der Labels BearFunk und Get Physical. Ausserdem
produzierte er Remixe für Spektrum, Minus 8, Jamie Lloyd oder Stephan Eicher
(Grauzone). Auf seinem Debütalbum „Songs Of Lucid Dreamers“ pflegt Zwicker eine
Symbiose aus mutierten Disco-Sounds, House, Pop und Electro und vermischt
vollkommen unverkrampft perkussive Beats mit einprägsamen Melodien und futuristischen
Klanglandschaften. Gleich der erste Song „Who You Are“ mit Heidi Happy geht mir
gut rein, und auch die seelenluftige Stimme von Olivera Stanimirov belebt drei
frühlingshafte Tracks, von denen mir „Strangeways“ am besten gefällt. Wem wie
mir auch Spoken Art etwas gibt, freut sich sicherlich über Billy Oden in
„Dragon Fly“. Weitere Gastvokalisten sind Jamie Lloyd („Sleepwalking“ und
„Sui’s Knee“) und Valentino Tomasi in der Synthie-Ballade „Ping Pong Muses“
sowie Serpentine in „Prism“. Zusammen mit Matt Didemus von den Junior Boys gibt’s
noch einen trippy morphenden „Traumdeuter“, während James Teipdek auf der „Submarine
Kabelgau“ mitgroovt. „Die meisten der Songs auf diesem Album sind über Träume.
Geschrieben von mir und dem Gast-Vokalisten. Wir sind Musiker und folgen
unseren Träumen Tag und Nacht. In meinen Träumen und Lieder bin ich ein
Träumer“, meint Zwicker. Ich fühl‘ mich dabei heidi happy.
www.myspace.com/zwickermusik
www.myspace.com/compostrecords
www.compost-records.com
Various: Ragga Ragga Ragga! 2009
(greensleeves records)
Cover und Titel zeugen
nicht gerade von überschäumendem Einfallsreichtum. Aber zumindest weiss man
sofort, womit man es zu tun bekommt. Die Selection präsentiert einen
Querschnitt durch das aktuelle Dancehall-Treiben, damit der trendbewusste
Ragga-Hase weiß, wohin er 2009 zu bouncen hat. Schwachbrüstiger ist das Genre
über die Jahre nicht geworden. Melodisch legen Vybz Kartel mit „Life Sweet“ und
Black Ryno mit „Real Stingers“ noch ein recht ruhiges Tempo vor, bevor Laden
mit „Time To Shine“ eine fast schon hymnische Nummer zum Besten gibt. Busy
Signal speit mit „Money Tree“ mal wieder ein knallbuntes Feuerwerk, und Mavados
charakteristischen Tonfall finde ich auch nach wie vor sehr angenehm. Aidonia,
RDX und Bragga Dat gehen mit hämmernden Riddims nach vorne, und Ricky Blaze
feat. Fresh Prince & Jr. Vibes brillieren in „How Me Look“ ganz
fantastisch. T.O.K. und Beenie Man toasten sich in ihren grossartigen
Dancehall-Hymnen fast einen Knoten in die Zunge. Und nach Bounty Killer’s
tragendem Finale gibt’s auf der Bonus-CD 15 explosive Killer Cuts, die „15
Years of Ragga Ragga Ragga“ zelebrieren und weitere gezielte Handkantenschläge
ins Genick setzen. Das einzige, was ich vermisse, sind die Ladies, ansonsten
ist das ein Top-Sampler. - Wer’s nicht unbedingt thematisch aber musikalisch
etwas ruhiger mag, wird mit Sizzla’s neuem Album bedient sein. Der kehrt mit „Ghetto
Youth-Ology“ endlich wieder zu seinen Wurzeln zurück, spricht Themen wie Spritualität,
Recht und Wahrheit und schließt sich „Da Real Thing“ von 2002 in seiner Message
und konsequenten Stimmung 100% an.
www.myspace.com/greensleevesrecords
www.greensleeves.net
www.vpmusic.com
www.planetreggae.com
Turbine Classics präsentiert
Kalkofes
Mattscheibe Vol.3 + Vol.4 - Deloaded
(Single Disc Hartz IV Edition)
Ein erbarmungsloses
Jubiläum steht an: 15 Jahre Kalkofes Mattscheibe! Und zu diesem Anlass werden
nun die komplette 3. und 4. Staffel der ProSieben-Folgen der legendären
TV-Abrechnungen in der preisgünstigen Single Disc Hartz IV Edition
veröffentlicht. Immer wenn ich mir den Rambo des deutschen Fernsehens anschaue,
weiss ich, warum ich so selten vor der Glotze hänge. Man glaubt es ja kaum, was
da für ein Müll rumflimmert. Mit jeweils drei Stunden TV-Wahnsinn für
geschmacksresistente Allesglotzer lach’ ich mich in der 3.Staffel schlapp bei
Kader, Patrice und die SPD, Wissen ist Kuttner, Ferris MC – the best of the
best, Vollkornvolksmusik mit Antonia, Schwi-Schwa-Schwachsinn, Fernsehen macht
dick, Die Spaßleichen vom NDR, Willumeits Action-Comedy, Hallo David!?, Heikes
Fischpolonaise, Ein echter Schwotte, Eine Frau wie Mama, Tahuti & Metadron,
Das fucking Geständnis, Kaders kleine Welt und gemietete Fans, 1x1 des
Flirtfernsehens, Spray your brain away, Isabell und der Ratefuchs, Willkommen
im Schwachkopfstudio, Irres Strafgericht, Feen & Elfen – Teil 6,
Gold-Volker und Frau Wohlfahrt. Für ein erträgliches Abendprogramm kämpft der
Rächer der GEZ-Zahler auch in Vol.4, um den Humorautisten und
Stimmungslegastenikern das Handwerk zu legen. In bewährter Manier schlüpft
Kalkofe dabei in die Rollen seiner Opfer und legt seinen Daumen in die offenen
Wunden deutscher Fernseh-Unkultur. Ob als Bruce Darnell im Styling-Wahn,
durchgedrehter Fernseh-Weissager im Astro-Delirium oder vorm Flip-Chart stehend
– wie immer wird der wahre TV-Terror durch „Kalkofes Mattscheibe“ erst
erträglich. Oliver Kalkofe ist sich sicher: „Wäre das deutsche Fernsehen ein
Pferd, man hätte es längst erschossen!“
www.kalkofe.de
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