State: Nordrhein-Westfalen
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Tuesday, December 01, 2009
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Datenbank erfaßt Streikende
Wer die Arbeit niederlegt, wird ab Januar zentral registriert
Ab 1. Januar 2010 wird in der Bundesrepublik Deutschland zentral
erfaßt, wer sich an einem Streik beteiligt. Dies berichtete
die Frankfurter Rundschau am gestrigen Montag. Auch ob
rechtmäßig oder »wild« gestreikt wurde oder
Beschäftigte ausgesperrt wurden, geht künftig in eine
bundesweite Datenbank ein. Die zentrale Streikliste ist ein
Nebenprodukt des »Elektronischen Einkommensnachweises«.
Vom kommenden Jahr an müssen aufgrund neuer gesetzlicher
Regelungen Unternehmer und öffentlicher Dienst sämtliche
Lohn- und Gehaltsabrechnungsdaten digital an die Deutsche
Rentenversicherung übermitteln. In erster Linie soll dies dem
Bürokratieabbau dienen und Verwaltungskosten reduzieren.
Wie die FR weiter schreibt, ist im Zuge des Elena-Verfahrens eine
»mehr als 40 Seiten« lange Liste mit Angaben über
jeden Beschäftigten zu liefern. Darin werde nicht nur in der
Rubrik »Fehlzeiten« nach einer Teilnahme an
Arbeitskämpfen oder Krankheitstagen gefragt, sondern auch
»nach Abmahnungen und möglichem Fehlverhalten« bis
hin zu Kündigungsgründen.
»Das ist ein absoluter Skandal«, zitiert die FR den
Vizevorsitzenden des ver.di-Gewerkschaftsrates, Werner Filipowski.
Er sei »schockiert, daß solche Daten zentral gelagert
werden«.
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) rechtfertigte die Erfassung:
Eine detaillierte Schilderung von »vertragwidrigem
Verhalten«, das eine Kündigung begründe, brauche
man für eine eventuelle Entscheidung über eine Sperrzeit
beim Arbeitslosengeld, zitiert die FR einen BA-Sprecher. Eine
Vertreterin des Bundesarbeitsministeriums versicherte, die
Streikbeteiligung werde nur erfaßt, weil lediglich
rechtmäßige Arbeitskampfmaßnahmen als
sozialversicherte Beschäftigungszeiten zählen.
Außerdem seien die Informationen bestens geschützt:
»Arbeitgeber kommen an diese Daten nicht heran.« (jW) Quelle: http://www.jungewelt.de/2009/12-01/048.php
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Wednesday, November 25, 2009
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Ein Gotteslohn für Leiharbeiter
TARIFE Christliche Gewerkschaften drücken die Leiharbeiterlöhne.
Gerichte bezweifeln, ob sie überhaupt Arbeitnehmervertretungen sind
AUS BERLIN EVA VÖLPEL
Gioacchino di Maggio ist sauer. "Wir Leiharbeiter wissen, dass wir
immer zu wenig Lohn bekommen. Aber so wenig?" Der 52-Jährige ist nicht
gut auf seinen Arbeitgeber, das Leiharbeitsunternehmen RLP aus Hagen,
zu sprechen.
Sechzehn Monate schickte ihn RLP zu einer Stahlbaufirma. Di Maggio
war dort Kranführer und Gabelstaplerfahrer, trotzdem wurde er in der
untersten Lohngruppe "einfache Helfertätigkeit" geführt. Er bekam 7,21
Euro brutto, mit Zulagen 10,50 Euro. "Herr di Maggio und seine Kollegen
haben aber auch höhere Tätigkeiten ausgeführt", erklärt Christian
Iwanowski von der IG Metall. "Sie wurden falsch eingruppiert." Mit
Unterstützung der Gewerkschaft zog di Maggio mit seinen Kollegen vor
Gericht. Ihr Ziel: Lohnnachzahlung.
Ist die CGZP tariffähig?
Die könnte höher ausfallen, als die Leiharbeiter hofften. Denn es
geht nicht nur um deren Eingruppierung. Zweifel gibt es auch, ob die
Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und
Personalserviceagenturen (CGZP), die als Arbeitnehmervertretung für di
Maggio und seine Kollegen die Verträge mit abschloss, eine Gewerkschaft
ist - und damit tariffähig.
Seit 2008 beschäftigen sich Gerichte mit der Frage, ob die CGZP
Arbeitnehmerinteressen verfolgt. Für Peter Schüren, Professor für
Arbeitsrecht an der Universität Münster, ist klar: "Die CGZP versorgt
Arbeitgeber mit Wunschtarifverträgen." Dank der CGZP seien extreme
Lohnsenkungen möglich.
Egal, wie der Fall ausgeht, er hätte weitreichende Folgen: Gewinnt
die CGZP, erhält eine systematische Praxis des Lohndumpings grünes
Licht. Verliert die CGZP, können alle Leiharbeiter, die unter
CGZP-Verträgen gearbeitet haben, Lohnsummen nachfordern. Und die
Sozialversicherungsträger könnten auf die Zahlung der entgangenen
Beiträge pochen. Das könnte eine erkleckliche Summe sein. Peter Schüren
hat ausgerechnet, dass das bei geschätzten rund 200.000 Leiharbeitern,
die seit 2003 nach CGZP-Tarif bezahlt werden, rund eine halbe Milliarde
Euro an Krankenkassen-, Renten-, Arbeitslosen und Pflege- und
Unfallversicherungsbeiträgen pro Jahr sind.
An diesen Summen ist man auch in Berlin interessiert. "Es geht uns
dabei um sozial- und finanzpolitische Aspekte", betont Carola Bluhm,
Senatorin der Linkspartei für Integration, Arbeit und Soziales in
Berlin. Auf Betreiben ihrer Amtsvorgängerin und Parteikollegin Heide
Knake-Werner kam im Jahr 2008 ein Statusfeststellungsverfahren über die
Tariffähigkeit der CGZP zustande, dem sich auch die Gewerkschaft Ver.di
anschloss. Es soll voraussichtlich noch im Dezember in zweiter Instanz
entschieden werden.
Warum kein anderes Bundesland oder der Bundesarbeitsminister schon
früher das Verfahren anschob, kann oder mag Carola Bluhm nicht
beantworten. "Aber es wird in den anderen Bundesländern aufmerksam
beobachtet." Warum das der Berliner Senat angestoßen hat? "Wir nehmen
unser übergeordnetes Wächteramt wahr", sagt Bluhm. Schließlich müsse
das Land Niedrigverdienern als Aufstocker etwas dazuschießen. Hinzu
kämen die durch Niedriglohn bedingten Ausfälle bei Steuern und
Sozialversicherungsbeiträgen. Der Vorwurf, sie greife in die
Tarifautonomie ein, gelte nicht: "Gerade weil die Tariffähigkeit ein so
hohes Gut ist, muss man eingreifen. Und als oberste
Landesarbeitsbehörde steht es uns zu, eine Prüfung der Tariffähigkeit
anzustoßen."
Bei der CGZP sieht man der Prüfung gelassen entgegen. "Aussagen über
den Ausgang in der zweiten Instanz sind reine Kaffeesatzleserei", sagt
Gunter Smits, Vorsitzender der CGZP. Doch Smits Optimismus wirkt
bemüht. Würde die CGZP den Prozess auch in letzter Instanz vor dem
Bundesarbeitsgericht verlieren - und bis dorthin will Smits notfalls
ziehen -, kann sie mit dem Zorn der Arbeitgeber rechnen. Denn dann
müssen die Verleiherfirmen für die Zahlung der Differenz zwischen den
Leiharbeiterlöhnen und den Löhnen der Stammbelegschaft sowie für die
höheren Sozialbeiträge aufkommen. Haben sie das Geld nicht, müssen die
Entleihbetriebe zahlen. Kein schönes Szenario für die CGZP.
Verhängnisvolle Reform
Ihre Geschichte ist eng verwoben mit der Reform der Leiharbeit. Als
2002 unter der Rot-Grün die Arbeitnehmerüberlassung neu gestaltet
wurde, verankerte die Regierung im Gesetz einen Satz, der sinngemäß
lautet: Leiharbeitnehmer haben Anspruch auf gleiche Entlohnung und
Behandlung wie die Stammbelegschaft - außer es existiert ein
anderslautender Tarifvertrag. "Da haben wir das Scheunentor für
Billiglöhne weit aufgemacht", gesteht die SPD-Bundestagsabgeordnete
Anette Kramme heute.
Die Folgen ließen nicht auf sich warten: Bereits 2002, noch bevor
das neue Leiharbeitsgesetz 2003 in Kraft trat, gründete sich unter dem
Dach des Christlichen Gewerkschaftsbunds (CGB) die CGZP. Im Jahr 2003
schließt sie ihren ersten Tarifvertrag ab. Drei Flächentarifverträge
und über 200 Haustarifverträge sind es bis vor Kurzem noch gewesen.
Arbeitsrechtler Schüren hat sich damit beschäftigt. "Die eigentliche
Musik spielt auf dem Feld der Haustarifverträge", sagt er. "Die sind
noch einmal erheblich schlechter als die CGZP-Flächentarifverträge."
Stundenlöhne von 4,81 Euro scheint man bei der CGZP für zumutbar zu
halten. Die Kostensenkungsstrategie im Sinne des Arbeitgebers
funktioniere aber nicht mehr allein über niedrige Stundenlöhne.
Vielmehr setze die CGZP auf eine Kombination unterschiedlicher Elemente
zur Kostensenkung. So wird zum Beispiel vertraglich festgelegt, den
vollen Lohn erst nach sechsmonatigem Arbeitseinsatz zu zahlen. In der
Zeit davor können Abschläge von bis zu 9,5 Prozent greifen. Das
Perfide: 50 Prozent aller Leiharbeitsverhältnisse bestehen laut
Bundesagentur für Arbeit nur für drei Monate. Oder der Lohn, der in
verleihfreien Zeiten oder bei einer Kündigung noch gezahlt werden
müsste, wird durch ausgeklügelte Arbeitszeitmodelle auf null reduziert.
Die Liste der Methoden zur Verbilligung von Leiharbeit ist lang.
Daher ist Arbeitsrechtler Schüren für den Ausgang des Verfahrens
optimistisch: Die CGZP vertrete keine Arbeitnehmerinteressen. Auch das
Arbeitsgericht Berlin sah das in seinem erstinstanzlichem Urteil vom
April so. Das von der CGZP vorgebrachte Argument, die hohe Zahl der
Tarifverträge spreche für ihre Tariffähigkeit, akzeptierten die Richter
nicht. Denn für die Leiharbeit würden besondere Regeln gelten: Wegen
des normalerweise greifenden Equal-pay-Gebots habe die Arbeitgeberseite
ein großes Interesse daran, Tarifverträge abzuschließen. Doch nach
Meinung der Richter ist die CGZP tarifunfähig, weil sie keine "soziale
Mächtigkeit" besitzt.
Diese ist aber, so hat es das Bundesarbeitsgericht in einem
Grundsatzentscheid festgehalten, Voraussetzung für eine funktionierende
Tarifautonomie: Gewerkschaften müssen gegenüber Arbeitgebern Druck
ausüben - aber auch Druck widerstehen können. Das heißt: Tarifverträge
müssen ausgehandelt werden, und nicht von Arbeitgebern diktiert. Für
Schüren, die SPD-Abgeordnete Kramme und den Berliner Senat kommt es im
Fall CGZP jetzt vor allem auf die Sozialversicherer an. Die seien zum
Handeln aufgefordert: Die ersten Ansprüche auf Nachzahlung von
Beiträgen sind bereits verjährt. Ende 2009 könnten weitere rund 500
Millionen Euro aus dem Jahr 2005 folgen, sagt Schüren. Um Verjährungen
zu verhindern, die im Fall der Sozialversicherer nach vier Jahren
eintreten, wäre nicht viel nötig: Die Deutsche Rentenkasse Bund müsste
Betriebsprüfungen bei den Verleihern einleiten, die mit CGZP-Tarifen
arbeiten. Dazu sieht man bei den Sozialversicherern keinen Anlass. In
einer der taz vorliegenden Erklärung argumentiert der Spitzenverband
der Gesetzlichen Krankenversicherungen zusammen mit der Deutschen
Rentenversicherung Bund, die Sozialversicherer hätten sich "neutral zu
verhalten". Es gebe keine "Entscheidungskompetenz der Einzugsstellen
oder Prüfdienste, eine Vereinigung, die Tarifverträge abgeschlossen
hat, von sich aus als tarifunfähig zu befinden".
Träge Sozialversicherer
Für den Arbeitsrechtler Schüren zieht das nicht. "Es geht nicht
darum, dem Statusverfahren vorzugreifen oder jetzt schon Ansprüche
geltend zu machen. Aber die Träger müssen die Geltendmachung für den
Fall der Fälle vorbereiten."
Warum die Sozialversicherungsträger nicht reagierten? "Zum einen
bedeutet das Ganze einen enormen Arbeitsaufwand. Anscheinend traut man
sich aber auch nicht, das damit verbundene Signal gegen diesen
Missbrauch der Tarifautonomie zu geben", sagt Arbeitsrechtler Schüren.
Senatorin Bluhm kritisiert: "Man redet viel von der Verantwortung der
Arbeitnehmer oder Arbeitslosen. Aber auch die Sozialversicherungsträger
haben diese Verantwortung. Es ist ihre Pflicht, Schaden von der
Gesellschaft abzuwenden. Wenn die Ansprüche flöten gehen, müssen sie
sich rechtfertigen."
Leiharbeiter
Die Leiharbeiter:
Vor der Wirtschaftskrise gab es in Deutschland 800.000 Leiharbeiter.
300.000 von ihnen wurde bis Mai 2009 gekündigt. Seit Juni steigt die
Anzahl der Leiharbeiter wieder.
Die Verleiher:
Leiharbeit ist eine gute Einnahmequelle: Die Bundesagentur für Arbeit
registrierte im Dezember 2008 bundesweit über 25.000 Verleihbetriebe.
Leiharbeit in Frankreich:
Man kann Leiharbeit auch anders regeln: In Frankreich ist das
Equal-pay-Gebot ohne Ausnahme durchgesetzt. Leiharbeiter erhalten dort
zudem einen 10-prozentigen Lohnaufschlag, die "Prekaritätsprämie". (taz)
Christliche Gewerkschaften
 Die
Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und
Personal-Service-Agenturen (CGZP) wurde 2002 als Dachorganisation
gegründet. Zunächst waren dort sechs Gewerkschaften organisiert.
Derzeit sind es drei: der Christliche Gewerkschaftsbund Metall (CGM)
mit ca. 60.000 Mitgliedern, die Berufsgewerkschaft DHV (ca. 80.000
Mitglieder) und die Gewerkschaft öffentlicher Dienst und
Dienstleistungen (GÖD), ca. 50.000 Mitglieder. Unklar ist, wie viel
Leiharbeiter dort organisiert sind. Experten halten die Zahl für
gering. Allerdings sind Leiharbeiter insgesamt schlecht organisiert. (taz)
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Sunday, November 22, 2009
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Gegen
1000 Kreuze.......
....
Am 14. März 2009 fand in Münster eine Gebetsprozession
(„1000 Kreuze für das ungeborene Leben“) christlich-fundamentalistischer
Abtreibungsgegner_innen statt. Zu diesem Anlaß hatte ein antisexistisches Bündnis
zu kreativen Gegenaktivitäten geladen, um den selbsternannten „Lebensschützern“
aus Münster und anderen Teilen der Republik zu zeigen, dass sie mit ihrem
antifeministischen, reaktionärem Weltbild nicht erwünscht sind.
Als der Gebetszug mit ca. 200 Abtreibungsgegner_innen gegen
15.00 Uhr aus der Aegiidikirche herauskam, wurde er von ebensovielen
Protestierenden empfangen. Profeministische Parolen, Schilder, Flyer und
Transparente informierten die „Lebensschützer“ und interessierten
Passant_innen, was die Protestierenden von einem menschenverachtenden
Frauenbild halten und welcher emanzipatorische Gegenentwurf sinnvoll wäre.
Teile der Protestierenden wurden nach zwei Stunden von der
Polizei eingekesselt und abgedrängt. Erst jetzt setzte sich der Kreuzemarsch in
Bewegung. Andere Gegendemonstrant_innen mischten sich kreativ unter den Zug,
warfen mit Kondomen und Konfetti oder begleiteten ihn lautstark von der Seite
mit emanzipatorischen Parolen.
....
Über 120 Personen mussten an dem
Tag ihre Personalien abgeben und werden nun - acht Monate später - mit
Anklageschriften und Strafbefehlen belästigt. Der notwendige Protest gegen die
fundamentalistischen, reaktionären Weltanschauungen der „Lebensschützer“ wird
kriminalisiert.
....
Der Holocaust wird relativiert....
Die christlichen Fundamentalist_innen stehen der
rechtsextremen Szene nahe und machen bei ihren Kreuzemärschen gerne auch mit
Nazis gemeinsame Sache. Dies zeigte sich bereits am 4. Oktober 2008 in München,
als die „Lebensschützer“ gemeinsam mit ca. 60 Neonazis marschierten. Eine
Distanzierung fand zunächst überhaupt nicht statt: Bereits im Vorfeld der
Veranstaltung hatte es eine Anfrage von Kritiker_innen an Euro-Pro-Life
gegeben, wie die Organisation denn zu der Unterstützung ihres Gebetszugs durch
die „Freien Nationalisten München“ stehe. (Letztere hatten Anfang September
2008 dazu aufgerufen, den Kreuzemarsch zu unterstützen.) Daraufhin gab Euro-
Pro-Life eine Erklärung ab, in der es u.a. heißt: „Jeder, der von Herzen in
diesem Anliegen mit uns mitbeten möchte, ist willkommen.“
(www.npd-blog.info, „Bayern: Abtreibungsgegner heißen ‚Freie Nationalisten‘ zum
Mitbeten willkommen“)
Erst Tage nach dem
1000-Kreuze-Marsch und nach massivem öffentlichen Druck veröffentlichte
Euro-Pro-Life eine Erklärung, mit der man sich von der rechten Szene abgrenzen
wollte. Jedoch: Als die selbsternannten „Lebensschützer“ am 14. März dieses
Jahres durch Münster zogen, wurden ebenfalls Aktivist_innen der rechten Szene
unter den „tausend Kreuzen“ gesichtet. Auch gegen sie richtete sich der
Protest: „Gegen rechtslastigen Fundamentalismus“ war auf einem Schild der Gegendemonstrant_innen zu lesen.
Bei derartigen Überschneidungen wundert es nicht, dass ein
eifriger Unterstützer der Bewegung der Augsburger Bischof Walter Mixa ist, der
– während der Affäre um Bischof Williamson – äußerte: „Es hat diesen
Holocaust sicher in diesem Umfang mit sechs Millionen Getöteten gegeben. Wir
haben diese Zahl durch Abtreibungen aber bereits überschritten.“- Vor diesem Hintergrund ist es sehr erfreulich,
dass die Erzdiözese München und Freising sich in diesem Jahr von dem Gebetszug
aufgrund der Nähe zu rechtsextremen Kräften distanziert und Euro-Pro-Life die
Nutzung kirchlicher Räume untersagt hat. Der diesjährige 1000-Kreuze-Marsch am
24. Oktober in München musste daher, anders als geplant, ohne Messfeier
beginnen, und konnte auch nicht in, sondern lediglich auf dem Platz vor
der St.-Pauls-Kirche starten. Wieder nahm eine größere Gruppe (erkennbarer)
Nazis an der Auftaktkundgebung teil, allerdings waren es weniger als im
Vorjahr. Mehrere bekannte Nazis, z.B. Willi Wiener von der NPD, liefen auch
danach noch im Zug mit.
Am 14. März in Münster konnten
die reaktionären Abtreibungsgegner_innen ihren Aufzug mit einem Gottesdienst in
der katholischen Aegidiikirche beginnen, eine offizielle Distanzierung des
Bistums lässt leider noch auf sich warten. Von Weihbischof Franz-Josef Overbeck
war lediglich zu erfahren, es handele sich nicht um eine Veranstaltung des
Bistums: „Alles, was extrem ist, ist nicht gut.“ (Echo Münster am 14. März
2009)
....
Wer sind die Münsteraner
„Lebensschützer“?....
Angemeldet wurde der
1000-Kreuze-Marsch von der Münchener Organisation „Euro-Pro-Life“, laut
Eigenaussage ein Dachverband von „Vertretern von Lebensschutzgruppen aus 15
Europäischen Ländern“, jedoch „im Präsidium sitzen […] nur Süddeutsche
wie Hering“ (Lotta #36, S.19).
Besagter Münchener Wolfgang
Hering war Anmelder des 1000-Kreuze-Marschs. Er findet sich öfter mit
Gesinnungsgleichen in Münster ein, um hier vor Abtreibungskliniken zu mahnen.
Wer aber sind die Münsteraner „Lebensschützer“?
....
Die älteste in Münster aktive fundamentalistisch-christliche
Organisation ist der 1948 gegründete „Komm-mit-Verlag“, in dessen
Herausgeberschaft eine gleichnamige Zeitung und ein gleichnamiger Kalender lag.
Beide fielen in der Vergangenheit mehrfach auf, da sie nicht nur eine rigide
Sexualmoral, sondern auch Geschichtsrevisionismus pflegten. Geworben wurde z.B.
für die rechtslastigen Publikationen „Junge Freiheit“ und „Nation und Europa“.
Felizitas Küble, seit dem Tod des Gründers Günter Stiff (2002) Leiterin des
Verlags wie auch dem diesem nahe stehenden Christoferuswerk, ist regelmäßige
Autorin der Jungen Freiheit. In einer Pressemitteilung des Christoferuswerks
verteidigt sie Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin und dessen
rassistische Äusserungen. In einem Interview mit der „Lettre International“
hatte Sarrazin u.a. hohe Geburtenraten von türkischen Migranten als Bedrohung
begriffen: „Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das
Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate.“
....
Unter der selben Anschrift wie das Christoferuswerk und der
Komm-mit-Verlag ist die Bundesgeschäftsstelle der „Christdemokraten für das
Leben“ (CDL) zu finden, gegründet von der Landadeligen Johanna Gräfin von
Westphalen. Die CDL ist eine „Lebensschützer“-Organisation innerhalb der CDU,
wenn auch ausdrücklich nicht nur für Parteimitglieder zugänglich. Gleichzeitig
ist sie Vorsitzende der Stiftung „Ja zum Leben“, die sie ebenfalls gegründet
hat.
....
Ebenfalls mit im Bund ist
regional der „Kardinal-von-Galen-Kreis“ in Stadtlohn, ein „Aktionskreis
katholischer Laien und Priester“. Als Mitgliedsverein im „Zusammenschluss
papsttreuer Vereinigungen“ sind die Themen hier z.B. „der göttliche Plan der
Geschlechter“ (2007). Hier geht es darum, Gender-Theorien, die das Geschlecht
als sozial konstruiert verstehen, als Ablehnung des „Mütterlich-Empfangenden“
zu deuten. Geschlecht ist den fundamentalistischen Gruppen etwas ewig
Festgelegtes, das einen festen Platz in „Gottes Heilsplan“ hat. Hintergrund des
dezidierten Kampfes gegen Feminismus und Theorien vom konstruierten Geschlecht
ist auch das „Schreiben an die Bischöfe der katholischen Kirche über die
Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt“, das Kardinal
Ratzinger, heute Benedict XVI., 2004 verfasste. Der Galen-Kreis ist Mitglied im
„Forum deutscher Katholiken“, in dessen Vorstand u.a. die dezidiert
antifeministische Junge Freiheit-Autorin Gabriele Kuby sitzt.
....
Angriff auf das Selbstbestimmungsrecht: Der weibliche
Körper als Gemeinschaftsgut....
Unter der Maske des Schutzes
ungeborenen „Lebens“ fordern die selbsternannten „Lebensschützer“ nichts
anderes, als die Bestimmung über den Körper von ungewollt schwangeren Frauen in
die Hände einer Zwangsgemeinschaft zu legen. Die Entscheidungsfreiheit darüber,
welche Eingriffe an dem eigenen Körper vorzunehmen sind, ist ein
Kristallisationspunkt, in dem sich individuelle Freiheit, Menschenwürde und
Selbstbestimmung eines Menschen spiegeln. Die Idee, dass man ungewollt
schwangere Frauen mit voller moralischer Legitimation dazu zwingen könnte,
körperliche Eingriffe zu unterlassen und sie in den Dienst der „Lebensrettung“
eines Fötus zu stellen, basiert auf sexistischen, tradierten Vorstellungen
eines Zugriffsrechtes der Gemeinschaft auf den Körper von Frauen und ihrer
Reproduktionsfähigkeit. Nur schwerlich käme hingegen jemand auf die Idee, in
anderen Bereichen, bei denen die Lebenserhaltung eines Individuums tatsächlich
gegeben ist, ein derartiges Zugriffsrecht zu propagieren und Personen zu
Eingriffen in ihren Körper – wie beispielsweise Blut-, Nieren- oder
Knochenmarkspende – zwingen zu wollen. Auf der Internetseite der Organisation
„Euro-Pro-Life“ lässt sich somit auch Folgendes lesen: „Wir können nicht
schweigend zusehen, wenn unschuldige Babys im Mutterschoß getötet werden, weil
die Mutter der Meinung ist, ‚mein Bauch gehört mir‘.“Die logische
Weiterführung dieses Gedankengangs ist, dass sie selbst, Euro-Pro-Life oder ein
anderes Zwangskollektiv, über den ‚Bauch‘ zu bestimmen haben sollten.
Die Gemeinschaft, in deren
Dienst der Körper von Frauen und damit die Frauen selbst gestellt werden
sollen, ist in der Argumentation von Euro-Pro-Life nicht etwa eine vorgestellte
Gemeinschaft der Menschen allgemein. Nur vordergründig geht es den
„Lebensschützern“ um den allgemeinen Schutz des „ungeborenen Lebens“. Das, was
geschützt werden soll, ist vielmehr eine als überlegen gedachte Gemeinschaft
der „Europäer_innen“. So sei nach Euro-Pro-Life, und dieses ist das Hauptargument
gegen Schwangerschaftsabbrüche, „Europa […] mit seiner sehr niedrigen
Geburtenrate ein sterbender Kontinent“.Diese Äußerung erinnert an
neonazistische Töne von einer vermeintlichen „Überfremdung“ Europas, die es
aufzuhalten gelte – im Fall der „Lebensschützer“ durch eine Reduktion von
„europäischen“ Frauen auf ihre Reproduktionsfähigkeit unter Negation ihrer
Selbstbestimmungsrechte.
Die
Beleidigung von Frauen kennt keine Grenzen....
Das
propagierte Zugriffsrecht auf den Körper von Frauen sowie die damit
einhergehende Ignoranz gegenüber der individuellen ökonomischen und
persönlichen Situation der Schwangeren und die Diskreditierung von Frauen, die
Abbrüche vorgenommen haben, kennen dabei keine Grenzen. Man zögert in der
katholischen Kirche nicht, eine Mutter, die ihrer in Folge einer Vergewaltigung
schwanger gewordenen 12-jährigen Tochter zum Schwangerschaftsabbruch verholfen
hat, zu exkommunizieren (www.heise.de). Jedes Kreuz des 1000-Kreuze-Marsches
symbolisiert vordergründig die „Trauer“ um einen Fötus und stigmatisiert
gleichzeitig die Frau, die einen Schwangerschaftsabbruch durchgeführt hat, zu
einer „Mörderin“. Die Beschuldigungen seitens der christlichen
Fundamentalist_innen gehen dabei so weit, Frauen, die sich zu einem Abbruch
entscheiden, mit den SS-Wachmannschaften in Vernichtungslagern zu vergleichen.
Im Zuge des 1000-Kreuze-Marsches in Münster eröffnete eine der Teilnehmerinnen,
sie sei der Meinung, dass die derzeit durchgeführten Abbrüche „schlimmer“ seien
als die Vernichtung des europäischen Judentums (nachzuhören auf www.gloria.tv).
In der Argumentation der
selbsternannten „Lebensschützer“ zeigt sich also die Forderung, Frauen das
Selbstbestimmungsrecht über ihre Körper und ihr weiteres Leben rigoros
abzusprechen und sie in den Dienst einer mit Zwang durchgesetzten Gemeinschaft
zu stellen.
....
... für ein selbstbestimmtes Leben!....
....
Gegen die Strafbefehle haben fast alle Betroffenen Einspruch
eingelegt. Wir wollen uns unser Recht, gegen solche Trends in der Gesellschaft
zu protestieren, nicht nehmen lassen. Die nun folgenden Prozesse werden Geld
kosten. Solidarität brauchen wir aber nicht nur in finanzieller Form, sondern
auch in Form von Öffentlichkeit. Schreibt Leser_innenbriefe und protestiert bei
der Staatsanwaltschaft für eine Einstellung der Verfahren!
....
Spendenkonto:
Schwarz-Rote-Hilfe Münster
Konto Nr. 282 052 468
BLZ 440 100 46
Postbank Dortmund
....
Verwendungszweck: 14. März
....
Weitere Informationen: www.gegen1000kreuze.blogsport.de
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Tuesday, November 17, 2009
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für alle die nicht dabei sein konnten, fast der gesamte abend hier als
video:
http://kanalb.org/clip.php?clipId=2474
08.11.2009 - "Über Marx hinaus". Die Herausgeber und Autoren Karl-Heinz
Roth und Max Henninger stellen im Berliner Mehringhof das gleichnamige
Buch vor. Es ist eine Sammlung mehr oder weniger heterodoxer
marxistischer Positionen, die Leerstellen und Fehler im Marx'schen Torso
aufnehmen und daran anknüpfend neue Positionen entwickeln. Im Zentrum
steht das Bemühen um die Neubewertung der Arbeit. Sie ist einerseits der
Subsumtion unter das Kapital unterworfen (und somit Wert), andereseits
Auflehnung gegen das Kapital (Nichtwert).
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Tuesday, November 17, 2009
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Erschienen in: Direkte Aktion 196 – Nov/Dez 2009
buw - von wegen sportlich und fair!
ArbeiterInnen protestieren gegen Callcenter
 - buw: bezahlung unter wert
Wenn die Volksbank
Münster zum Marathon einlädt, herrscht Ausnahmezustand im
westfälischen Münster. Auf die Busfahrpläne ist kein Verlass, und
der Tourist, dem es eingefallen ist, mit dem Auto nach Münster zu
kommen, findet keinen Parkplatz. Der Volksbank-Marathon ist eines der
sportlichen Großereignisse und füllt in der Lokalpresse glatte drei
Seiten. Dagegen konnte dieses Jahr nicht einmal ein
Kanzlerkandidaten-Duell anstinken.
Bei so einem Event will
natürlich jeder und jede ein Stück vom großen Werbekuchen abhaben.
Als besonders gierig erweist sich seit Jahren der Callcenter-Konzern
buw. Als Hauptsponsor neben der Volksbank organisiert buw parallel
zum Marathon einen Staffellauf. Während ganz Münster am 13.
September im Lauffieber war, wollten einige nicht mitfiebern. Die
Telefonzelle Münster (siehe Interview in Direkte Aktion #195)
nahm den Staffellauf zum Anlass für eine Protestaktion. Mit
Transparenten und Flugblättern machten sie am zentralen
Hindenburgplatz, dem Startpunkt des Staffellaufes, auf die miserablen
Arbeitsbedingungen bei buw aufmerksam.
Arbeitsbedingungen bei
buw
Wie sehen nun die Fakten
aus bei buw? Nicht so rosig, wie die Herren Bormann und Wulf dies
darstellen. Ein Beispiel für die Arbeitsbedingungen am Standort
Münster sind die unsäglichen klimatischen Verhältnisse, die
während des Hochsommers herrschen. Regelmäßig gibt es in den
Räumlichkeiten höhere Temperaturen als draußen. 33 Grad sind keine
Seltenheit, da die Geschäftsführung sich strikt gegen die
Anschaffung einer vernünftigen Klima- oder Lüftungsanlage sträubt.
Folglich kommt es alle paar Wochen zu Kreislaufzusammenbrüchen bei
MitarbeiterInnen, die dann durch einen Rettungswagen abgeholt werden
müssen.
Für die Masse weitaus
dramatischer ist aber der Stress, der in den Callcentern aufgebaut
wird. Alle KollegInnen haben eine bestimmte Quote bezüglich
eingehender Anrufe oder erfolgreicher Verkäufe einzuhalten. Dazu
muss aber auch ein hohes Qualitätslevel (Freundlichkeit, Verständnis
für den Kunden, Kompetenz, ...) eingehalten werden. Diese beiden
Anforderungen stehen im Gegensatz zu einander und bauen in den Köpfen
der Angestellten einen hohen psychischen Druck auf. Die
MitarbeiterInnen müssen freundlich, nett und clever sein, aber so
viel wie möglich telefonieren. Alles wird natürlich durch
Kontrollmaßnahmen und Testanrufe genaustens erfasst. Weichen die
MitarbeiterInnen mal gröber vom Soll ab, gibt es ein protokolliertes
Gespräch, das eine Vorstufe der Abmahnung darstellen soll oder der
befristete Arbeitsvertrag wird gar nicht erst verlängert. Neben dem
täglichen Druck und den teils unmenschlichen Arbeitsbedingungen
sorgt vor allem ein Punkt für dauerhafte Frustration unter den
Callcenter-AgentInnen: Die miserable Bezahlung. Seit weit vor der
Zeit der Euro-Umstellung gab es keine Lohnerhöhung mehr.
Die Telefonzelle Münster
hat daher in ihren Flugblättern eine angemessene Lohnerhöhung,
vollständig bezahlte Urlaubstage, die Abschaffung der
protokollierten Gespräche, ein Ende der Schikanierung durch Team-
und Projektleitende und die Einhaltung der arbeitsrechtlichen
Standards und Pausenregelungen gefordert.
Lokalpresse schützt
Unternehmerwillkür
Aufgrund der
Flugblattaktion sind engagierte JournalistInnen auf die Telefonzelle
und die FAU zugekommen. Wir konnten Interviews mit ehemaligen und
aktuellen MitarbeiterInnen vermitteln. Die JournalistInnen befragten
im Anschluss sowohl den Betriebsrat, wie auch den Arbeitgeber zu
unseren Vorwürfen. Dies war von uns ausdrücklich erwünscht. Die
Redaktionen der Lokalpresse haben daraufhin wohl Muffensausen
bekommen: Einen der besten Werbepartner und einen vermeintlichen
„Arbeitsplatzschaffer“ verschreckt man nicht, indem man auf die
Bedürfnisse und Probleme der Angestellten hinweist! Aber so schnell
geben wir nicht auf. Aufgrund des Fakts, dass uns mehrere
MitarbeiterInnen von buw über die unhaltbaren klimatischen
Bedingungen, die regelmäßig zu Notarzteinsätzen führen, berichtet
haben, haben Telefonzelle und FAU nun das Amt für Arbeitsschutz
(AfA) informiert. Wir fordern die Prüfung durch das AfA und die
evtl. Schließung der betroffenen Räumlichkeiten, selbstverständlich
bei Lohnfortzahlung für die von der Schließung betroffenen
KollegInnen.
Torsten Bewernitz (FAU
Münsterland)
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Friday, November 06, 2009
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Hallo,
heute um 6 Uhr morgens wurde das besetzte Audimax der Uni Münster geräumt
und von etwa 50 Personen die Personalien aufgenommen. Das Rektorat will
offensichtlich keine freie, selbstbestimmte Bildung zulassen und ruft
stattdessen die Polizei auf den Campus.
Heute um 18 Uhr findet eine Soli-Demo für die Besetzer_innen statt. Wir
treffen uns um 18 Uhr auf dem Schlossplatz. Kommt vorbei und verbreitet
diese Information weiter!
Wir geben nicht auf.
WESSEN UNI? UNSERER UNI!
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Wednesday, November 04, 2009
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seit 04.11., 13.00 Uhr ist der Audimax der Uni Münster von Studierenden besetzt. Die BesetzerInnen haben einen Livestream eingerichtet: http://www.ustream.tv/channel/muensterbrennt
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Thursday, October 29, 2009
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Karl-Heinz Roth
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Vortrag: "Die globale Krise"
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In den vergangenen zwei Jahren erfasste eine Finanzkrise die
gesamte Weltwirtschaft und weitete sich zur kapitalistischen Systemkrise aus. Die
herrschenden Eliten verabschiedeten sich vom goldenen Kalb des Marktradikalismus
und starteten gigantische geldpolitische und staatliche Stützungsprogramme.
Wird die Systemkrise wie die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre in eine lang
anhaltende Depression umschlagen? Und sind dann so katastrophale Folgen wie
damals in Reichweite? Der Historiker Karl Heinz Roth rekonstruiert die aktuelle
Krisendynamik und skizziert Widerstandsstrategien von unten.
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Mitschnitt des Vortrags vom 27.10.2009 in Münster
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Veranstaltet von: Infogruppe Bankrott, Gruppe B.A.S.T.A.,
FAU, ASJ, Antifaschistische Linke Münster, ASTA FH, Antimilitaristische Gruppe
Münster, Arbeitkreis Graswurzelrevolution
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Realisierung: Gruppe B.A.S.T.A. - copyleft
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Das Buch:....
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Karl Heinz Roth
Die globale Krise
Band 1 des Projekts
"Globale Krise – Globale Proletarisierung – Gegenperspektiven"
336 Seiten (2009)
EUR 22.80 sFr 39.40
ISBN 978-3-89965-363-2....
Im Sommer 2008 zeichnete sich ab, dass die
Finanzmarktkrise einen historischen Epochenbruch bewirken würde. Deshalb hat
Karl Heinz Roth seine Überlegungen zu "Globaler Krise, Proletarisierung
und Gegenperspektiven" – so der angekündigte Titel – präzisiert und auf
zwei Bücher verteilt.....
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Dieses Buch ist der erste Band eines Projekts, in dem sich Karl Heinz Roth
mit der globalen Krise und den durch sie ausgelösten
Proletarisierungsprozessen auseinandersetzt. Im zweiten Band wird er die
Perspektive umkehren und zeigen, dass aus der Systemkrise ein vielschichtiges
Multiversum der Unterklassen hervorgeht, das in der Lage sein könnte, auf das
Krisenmanagement der herrschenden Eliten selbstbestimmt zu antworten.....
In den vergangenen zwei Jahren erfasste eine auf den Hypothekenmärkten
entstandene Finanzkrise die gesamte Weltwirtschaft und weitete sich zur
kapitalistischen Systemkrise aus. Riesige Kapitalvermögen und Einkommen
wurden vernichtet. Die Zahl der Erwerbslosen und Armen stieg sprunghaft.
Seither ist nichts mehr wie früher. Gewissheiten wurden über den Haufen
geworfen und Doktrinen zertrümmert. Die herrschenden Eliten verabschiedeten
sich vom goldenen Kalb des Marktradikalismus und starteten gigantische
geldpolitische und staatliche Stützungsprogramme.....
Wird die Systemkrise wie die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre in eine
lang anhaltende Depression umschlagen? Und sind dann so katastrophale Folgen
wie damals in Reichweite? Um diese Fragen zu klären, hat der Verfasser ein
dreiteiliges Vorgehen gewählt: Im ersten Teil rekonstruiert er die aktuelle
Krisendynamik. Der zweite Teil ist der Analyse des voraufgegangenen "großen
Zyklus" von 1966/67 bis 2006/07 gewidmet. Im dritten Teil folgt ein
Vergleich mit den bisherigen Weltwirtschaftskrisen des industriellen
Kapitalismus (1857, 1873 und 1929). Diese Analyse liefert den Kompass, um die
möglichen Folgen abzuschätzen.....
Der Autor
Karl Heinz Roth ist Historiker und Mitarbeiter der Stiftung für
Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts in Bremen. Letzte Veröffentlichungen:
Stichwort "Revolution" im "ABC der Alternativen. Von 'Ästhetik
des Widerstands' bis 'Ziviler Ungehorsam'" (Hamburg 2007); Der Zustand
der Welt (Hamburg 2005); Herausgabe von Doris Kachulle, Waldemar Pabst und
die Gegenrevolution (Berlin 2007); Das Elser-Problem: Die Misere der
Geschichtsschreibung über den antinazistischen Widerstand in der Ära des
Kalten Kriegs, in: Georg Elser – Ein Attentäter als Vorbild (Bremen 2006).....
Inhaltsübersicht
(ein detailliertes Inhaltsverzeichnis, das Vorwort sowie eine Vorschau auf den zweiten
Band enthält die pdf-Datei)....
Vorwort....
Teil 1:
Die große Krise seit dem Jahreswechsel 2006/2007....
Kapitel 1: Entwicklung und bisheriger Verlauf
Kapitel 2: Die wesentlichen Eigenschaften der Krise – eine erste Annäherung
Kapitel 3: Die bisherigen Gegenmaßnahmen
Kapitel 4: Das Ausmaß der Krise und die Grenzen des bisherigen
Krisenmanagements – eine erste Zwischenbilanz....
Teil 2:
Der vorherige Zyklus (1966/67 bis 2006/07)....
Kapitel 1: Zur Charakteristik der "langen Welle" 1966/67 bis
2006/07
Kapitel 2: Vom Generationenkonflikt zum Generationenvertrag? Der doppelte
Generationswechsel und die Durchsetzung neuer Bedürfnisse der
Lebensgestaltung
Kapitel 3: Von den Sozialbewegungen der 1960er Jahre zur Prekarisierung der
Arbeitsverhältnisse
Kapitel 4: Neue Technologien: Produktionsumwälzung, Produktivitätssteigerung
und Unterbeschäftigung
Kapitel 5: Kapitalexpansion und neue internationale Arbeitsteilung
Kapitel 6: Globalisierung der Finanz- und Kreditmärkte unter der Regie der
Kapitalvermögensbesitzer
Kapitel 7: Vom informellen Kolonialismus zur Bildung neuer Protektorate –
anhaltende Unterwerfung des Südens
Kapitel 8: Der Sonderfall China und die Entstehung der Weltwirtschaftsachse
Washington-Peking
Kapitel 9: Die Umweltkrise als Systemgefährdung und die Entstehung des
Öko-Kapitalismus....
Teil 3:
Die bisherigen Weltwirtschaftskrisen des industriellen Kapitalismus im
Vergleich....
Kapitel 1: Die Weltwirtschaftskrise 1857 bis 1859
Kapitel 2: Die Weltwirtschaftskrise 1873-1879 und die Lange Depression bis
1896
Kapitel 3: Die Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1933 und die Große
Depression bis 1940
Kapitel 4: Die vier industriellen Weltwirtschaftskrisen im Vergleich....
Vorschau auf Band 2....
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Lesen Sie auch:....
Karl Heinz Roth
Das
Multiversum
Globale Proletarisierung – Gegenperspektiven....
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Friday, October 23, 2009
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Punk und Klassenkampf haben ja eigentlich nichts miteinander zu tun - es gibt nur zufällig ein paar Punkbands, die Klassenkampf wichtig finden, aber das gibt es auch in Pop, HipHop, Metal, Klassik, Schlager usw.
Trotzdem gibt es aber auch ein paar KlassenkämpferInnen, die Punk gut finden (was nichts mit ihrem Klassenkampf zu tun hat). Darum fanden wir diese Meldung doch mal weiterleitenswert:

USELESS-..Fanzine schrob:
Nutzen
wir doch mal eben diese Möglichkeit für ein wenig Aufklärung. Für alle
die jüngeren Punks, die uns bei einem neulich stattgefundenem.. Event in Düsseldorf vor (!) der Nase rumtanzten... Es gibt sie immer noch. Die Träger von EXPLOITED-..Aufnähern.
Bitte dringend notieren: Exploited sind NICHT cool! Sie waren es nicht,
und werden es auch nie sein! Bitte entfernt doch eure lausigen
Exploited Aufnäher von euren Jacken und Rucksäcken, auch wenn es bei
eurem Heavy Metal-Versand nicht viel Auswahl an "..Punk"..-Aufnähern gibt.
Auf dem Bild rechts seht ihr Herrn Wattie, seines Zeichens Sänger dieser seltsamen Band beim Posieren mit Nazi und Ex-..Skrewdriver-..Gitarrist Murray Holmes am Rande eines australischen Konzertes von THE EXPLOITED.
Quelle: http:../../..www...useless-..fanzine...de/..index...php?..option=..com_..content&..view=..article&..id=..452:..rucksackpunks-..not-..dead&..catid=..47:..bandnews&..Itemid=1
Tja, schon wieder so ein "Zufall", wie damals die Geschichte mit ADAC-..Ehrenmitglied
Ian Stuart. Dann gibts wahrscheinlich ne Erklärung mit der alle Idioten
leben können, also "Ich hab nicht aufs Shirt geachtet, kenn den Typen
nicht und bin sowieso gegen jeden Extremismus bla bla bla..."
(ach ja: Zur Erklärng: Ian Stuart war der Sänger eben jener Band Skrewdriver, der ersten und bekanntesten "white power"-band, lupenreine Neonazis. Muss ja nicht jeder wissen...)
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Friday, October 09, 2009
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Die Linke und die SAC in Schweden
Montag 12.10.2009, 20:00 Uhr,
Don Quijote, Scharnhorststr. 57
Klassenkonflikte
in der Linken: Vorstellung der Broschüre ‚Mit geballter Faust in der
Tasche‘ (Syndikat-A) durch den Herausgeber Gabriel Kuhn mit
Informationen über die Diskussion der Kritik durch
Arbeiterklasse-Genoss/innen an der Dominanz von MittelstandsLinken in
linken und linksradikalen Zusammenhängen und Organisationen: Wer
dominiert die Politik von Klassenkampforganisationen – Arbeiter/innen
oder Bürgerkinder?
Wie reagierte die syndikalistische SAC und
ihre mehr anarchosyndikalistisch orientierten Jugendorganisation SUF,
wie die restliche radikale Linke?
Außerdem Informationen über die aktuelle Situation der (anarcho-)syndikalistischen Bewegung in Schweden.

Veranstaltet von der FAU Münsterland und der ASJ Münster.
Ken Loach: It's a free World
Dienstag 13.10.2009, 19:00 Uhr,
Cinema, Warendorfer Str. 47
In seinem Film "It's a free World" (2007) zeigt Ken Loach die Auswirkungen der Leiharbeit am individuellen Beispiel der selbstbewussten Angie (Kierston Wareing), die für eine Zeitarbeitsagentur arbeitet, die ausländische Aushilfskräfte dem englischen Arbeitsmarkt zuführt. Skrupel hat die alleinerziehende Mutter dabei nicht, Mitleid kann und will sie sich nicht leisten. Als ihr dann selbst gekündigt wird, versteht sie die Welt nicht mehr. Kurzerhand gründet sie ihre eigene Arbeitsvermittlung. Unter noch unwürdigeren Umständen und halbseideneren Arbeitsverträgen wird die menschliche Arbeitskraft zu einer Billigware.
Die FAU (Freie ArbeiterInnen Union) Münsterland und die Kurbelkiste zeigen den Film aus Anlaß der bundesweiten Kampagne "Leiharbeit abschaffen!" 800.000 LeiharbeiterInnen gab es 2008 in Deutschland. Sie verdienen im Schnitt 30 bis 50 Prozent weniger als ihre fest angestellten KollegInnen, jedeR achte muss seinen Lohn mit ALG II aufstocken. Die Kampagne fordert daher die Übernahme der LeiharbeiterInnen in die Festanstellung und die Nachzahlung der Löhne nach dem europäischen Grundsatz des "equal treatment". Nähere Infos: www.leiharbeit-abschaffen.de
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