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Münster prollt! Relevantes aus ArbeiterInnenkämpfen in Münster und anderswo

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Last Updated: 11/25/2009

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Tuesday, December 01, 2009 

Datenbank erfaßt Streikende

Wer die Arbeit niederlegt, wird ab Januar zentral registriert

Ab 1. Januar 2010 wird in der Bundesrepublik Deutschland zentral erfaßt, wer sich an einem Streik beteiligt. Dies berichtete die Frankfurter Rundschau am gestrigen Montag. Auch ob rechtmäßig oder »wild« gestreikt wurde oder Beschäftigte ausgesperrt wurden, geht künftig in eine bundesweite Datenbank ein. Die zentrale Streikliste ist ein Nebenprodukt des »Elektronischen Einkommensnachweises«. Vom kommenden Jahr an müssen aufgrund neuer gesetzlicher Regelungen Unternehmer und öffentlicher Dienst sämtliche Lohn- und Gehaltsabrechnungsdaten digital an die Deutsche Rentenversicherung übermitteln. In erster Linie soll dies dem Bürokratieabbau dienen und Verwaltungskosten reduzieren.

Wie die FR weiter schreibt, ist im Zuge des Elena-Verfahrens eine »mehr als 40 Seiten« lange Liste mit Angaben über jeden Beschäftigten zu liefern. Darin werde nicht nur in der Rubrik »Fehlzeiten« nach einer Teilnahme an Arbeitskämpfen oder Krankheitstagen gefragt, sondern auch »nach Abmahnungen und möglichem Fehlverhalten« bis hin zu Kündigungsgründen.

»Das ist ein absoluter Skandal«, zitiert die FR den Vizevorsitzenden des ver.di-Gewerkschaftsrates, Werner Filipowski. Er sei »schockiert, daß solche Daten zentral gelagert werden«.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) rechtfertigte die Erfassung: Eine detaillierte Schilderung von »vertragwidrigem Verhalten«, das eine Kündigung begründe, brauche man für eine eventuelle Entscheidung über eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld, zitiert die FR einen BA-Sprecher. Eine Vertreterin des Bundesarbeitsministeriums versicherte, die Streikbeteiligung werde nur erfaßt, weil lediglich rechtmäßige Arbeitskampfmaßnahmen als sozialversicherte Beschäftigungszeiten zählen. Außerdem seien die Informationen bestens geschützt: »Arbeitgeber kommen an diese Daten nicht heran.« (jW)

Quelle: http://www.jungewelt.de/2009/12-01/048.php

Wednesday, November 25, 2009 

Ein Gotteslohn für Leiharbeiter

TARIFE Christliche Gewerkschaften drücken die Leiharbeiterlöhne. Gerichte bezweifeln, ob sie überhaupt Arbeitnehmervertretungen sind

AUS BERLIN EVA VÖLPEL

Gioacchino di Maggio ist sauer. "Wir Leiharbeiter wissen, dass wir immer zu wenig Lohn bekommen. Aber so wenig?" Der 52-Jährige ist nicht gut auf seinen Arbeitgeber, das Leiharbeitsunternehmen RLP aus Hagen, zu sprechen.

Sechzehn Monate schickte ihn RLP zu einer Stahlbaufirma. Di Maggio war dort Kranführer und Gabelstaplerfahrer, trotzdem wurde er in der untersten Lohngruppe "einfache Helfertätigkeit" geführt. Er bekam 7,21 Euro brutto, mit Zulagen 10,50 Euro. "Herr di Maggio und seine Kollegen haben aber auch höhere Tätigkeiten ausgeführt", erklärt Christian Iwanowski von der IG Metall. "Sie wurden falsch eingruppiert." Mit Unterstützung der Gewerkschaft zog di Maggio mit seinen Kollegen vor Gericht. Ihr Ziel: Lohnnachzahlung.
Ist die CGZP tariffähig?
Die könnte höher ausfallen, als die Leiharbeiter hofften. Denn es geht nicht nur um deren Eingruppierung. Zweifel gibt es auch, ob die Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalserviceagenturen (CGZP), die als Arbeitnehmervertretung für di Maggio und seine Kollegen die Verträge mit abschloss, eine Gewerkschaft ist - und damit tariffähig.
Seit 2008 beschäftigen sich Gerichte mit der Frage, ob die CGZP Arbeitnehmerinteressen verfolgt. Für Peter Schüren, Professor für Arbeitsrecht an der Universität Münster, ist klar: "Die CGZP versorgt Arbeitgeber mit Wunschtarifverträgen." Dank der CGZP seien extreme Lohnsenkungen möglich.
Egal, wie der Fall ausgeht, er hätte weitreichende Folgen: Gewinnt die CGZP, erhält eine systematische Praxis des Lohndumpings grünes Licht. Verliert die CGZP, können alle Leiharbeiter, die unter CGZP-Verträgen gearbeitet haben, Lohnsummen nachfordern. Und die Sozialversicherungsträger könnten auf die Zahlung der entgangenen Beiträge pochen. Das könnte eine erkleckliche Summe sein. Peter Schüren hat ausgerechnet, dass das bei geschätzten rund 200.000 Leiharbeitern, die seit 2003 nach CGZP-Tarif bezahlt werden, rund eine halbe Milliarde Euro an Krankenkassen-, Renten-, Arbeitslosen und Pflege- und Unfallversicherungsbeiträgen pro Jahr sind.
An diesen Summen ist man auch in Berlin interessiert. "Es geht uns dabei um sozial- und finanzpolitische Aspekte", betont Carola Bluhm, Senatorin der Linkspartei für Integration, Arbeit und Soziales in Berlin. Auf Betreiben ihrer Amtsvorgängerin und Parteikollegin Heide Knake-Werner kam im Jahr 2008 ein Statusfeststellungsverfahren über die Tariffähigkeit der CGZP zustande, dem sich auch die Gewerkschaft Ver.di anschloss. Es soll voraussichtlich noch im Dezember in zweiter Instanz entschieden werden.
Warum kein anderes Bundesland oder der Bundesarbeitsminister schon früher das Verfahren anschob, kann oder mag Carola Bluhm nicht beantworten. "Aber es wird in den anderen Bundesländern aufmerksam beobachtet." Warum das der Berliner Senat angestoßen hat? "Wir nehmen unser übergeordnetes Wächteramt wahr", sagt Bluhm. Schließlich müsse das Land Niedrigverdienern als Aufstocker etwas dazuschießen. Hinzu kämen die durch Niedriglohn bedingten Ausfälle bei Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen. Der Vorwurf, sie greife in die Tarifautonomie ein, gelte nicht: "Gerade weil die Tariffähigkeit ein so hohes Gut ist, muss man eingreifen. Und als oberste Landesarbeitsbehörde steht es uns zu, eine Prüfung der Tariffähigkeit anzustoßen."
Bei der CGZP sieht man der Prüfung gelassen entgegen. "Aussagen über den Ausgang in der zweiten Instanz sind reine Kaffeesatzleserei", sagt Gunter Smits, Vorsitzender der CGZP. Doch Smits Optimismus wirkt bemüht. Würde die CGZP den Prozess auch in letzter Instanz vor dem Bundesarbeitsgericht verlieren - und bis dorthin will Smits notfalls ziehen -, kann sie mit dem Zorn der Arbeitgeber rechnen. Denn dann müssen die Verleiherfirmen für die Zahlung der Differenz zwischen den Leiharbeiterlöhnen und den Löhnen der Stammbelegschaft sowie für die höheren Sozialbeiträge aufkommen. Haben sie das Geld nicht, müssen die Entleihbetriebe zahlen. Kein schönes Szenario für die CGZP.
Verhängnisvolle Reform
Ihre Geschichte ist eng verwoben mit der Reform der Leiharbeit. Als 2002 unter der Rot-Grün die Arbeitnehmerüberlassung neu gestaltet wurde, verankerte die Regierung im Gesetz einen Satz, der sinngemäß lautet: Leiharbeitnehmer haben Anspruch auf gleiche Entlohnung und Behandlung wie die Stammbelegschaft - außer es existiert ein anderslautender Tarifvertrag. "Da haben wir das Scheunentor für Billiglöhne weit aufgemacht", gesteht die SPD-Bundestagsabgeordnete Anette Kramme heute.
Die Folgen ließen nicht auf sich warten: Bereits 2002, noch bevor das neue Leiharbeitsgesetz 2003 in Kraft trat, gründete sich unter dem Dach des Christlichen Gewerkschaftsbunds (CGB) die CGZP. Im Jahr 2003 schließt sie ihren ersten Tarifvertrag ab. Drei Flächentarifverträge und über 200 Haustarifverträge sind es bis vor Kurzem noch gewesen.
Arbeitsrechtler Schüren hat sich damit beschäftigt. "Die eigentliche Musik spielt auf dem Feld der Haustarifverträge", sagt er. "Die sind noch einmal erheblich schlechter als die CGZP-Flächentarifverträge." Stundenlöhne von 4,81 Euro scheint man bei der CGZP für zumutbar zu halten. Die Kostensenkungsstrategie im Sinne des Arbeitgebers funktioniere aber nicht mehr allein über niedrige Stundenlöhne. Vielmehr setze die CGZP auf eine Kombination unterschiedlicher Elemente zur Kostensenkung. So wird zum Beispiel vertraglich festgelegt, den vollen Lohn erst nach sechsmonatigem Arbeitseinsatz zu zahlen. In der Zeit davor können Abschläge von bis zu 9,5 Prozent greifen. Das Perfide: 50 Prozent aller Leiharbeitsverhältnisse bestehen laut Bundesagentur für Arbeit nur für drei Monate. Oder der Lohn, der in verleihfreien Zeiten oder bei einer Kündigung noch gezahlt werden müsste, wird durch ausgeklügelte Arbeitszeitmodelle auf null reduziert. Die Liste der Methoden zur Verbilligung von Leiharbeit ist lang.
Daher ist Arbeitsrechtler Schüren für den Ausgang des Verfahrens optimistisch: Die CGZP vertrete keine Arbeitnehmerinteressen. Auch das Arbeitsgericht Berlin sah das in seinem erstinstanzlichem Urteil vom April so. Das von der CGZP vorgebrachte Argument, die hohe Zahl der Tarifverträge spreche für ihre Tariffähigkeit, akzeptierten die Richter nicht. Denn für die Leiharbeit würden besondere Regeln gelten: Wegen des normalerweise greifenden Equal-pay-Gebots habe die Arbeitgeberseite ein großes Interesse daran, Tarifverträge abzuschließen. Doch nach Meinung der Richter ist die CGZP tarifunfähig, weil sie keine "soziale Mächtigkeit" besitzt.
Diese ist aber, so hat es das Bundesarbeitsgericht in einem Grundsatzentscheid festgehalten, Voraussetzung für eine funktionierende Tarifautonomie: Gewerkschaften müssen gegenüber Arbeitgebern Druck ausüben - aber auch Druck widerstehen können. Das heißt: Tarifverträge müssen ausgehandelt werden, und nicht von Arbeitgebern diktiert. Für Schüren, die SPD-Abgeordnete Kramme und den Berliner Senat kommt es im Fall CGZP jetzt vor allem auf die Sozialversicherer an. Die seien zum Handeln aufgefordert: Die ersten Ansprüche auf Nachzahlung von Beiträgen sind bereits verjährt. Ende 2009 könnten weitere rund 500 Millionen Euro aus dem Jahr 2005 folgen, sagt Schüren. Um Verjährungen zu verhindern, die im Fall der Sozialversicherer nach vier Jahren eintreten, wäre nicht viel nötig: Die Deutsche Rentenkasse Bund müsste Betriebsprüfungen bei den Verleihern einleiten, die mit CGZP-Tarifen arbeiten. Dazu sieht man bei den Sozialversicherern keinen Anlass. In einer der taz vorliegenden Erklärung argumentiert der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen zusammen mit der Deutschen Rentenversicherung Bund, die Sozialversicherer hätten sich "neutral zu verhalten". Es gebe keine "Entscheidungskompetenz der Einzugsstellen oder Prüfdienste, eine Vereinigung, die Tarifverträge abgeschlossen hat, von sich aus als tarifunfähig zu befinden".
Träge Sozialversicherer
Für den Arbeitsrechtler Schüren zieht das nicht. "Es geht nicht darum, dem Statusverfahren vorzugreifen oder jetzt schon Ansprüche geltend zu machen. Aber die Träger müssen die Geltendmachung für den Fall der Fälle vorbereiten."
Warum die Sozialversicherungsträger nicht reagierten? "Zum einen bedeutet das Ganze einen enormen Arbeitsaufwand. Anscheinend traut man sich aber auch nicht, das damit verbundene Signal gegen diesen Missbrauch der Tarifautonomie zu geben", sagt Arbeitsrechtler Schüren. Senatorin Bluhm kritisiert: "Man redet viel von der Verantwortung der Arbeitnehmer oder Arbeitslosen. Aber auch die Sozialversicherungsträger haben diese Verantwortung. Es ist ihre Pflicht, Schaden von der Gesellschaft abzuwenden. Wenn die Ansprüche flöten gehen, müssen sie sich rechtfertigen."

Leiharbeiter

 Die Leiharbeiter: Vor der Wirtschaftskrise gab es in Deutschland 800.000 Leiharbeiter. 300.000 von ihnen wurde bis Mai 2009 gekündigt. Seit Juni steigt die Anzahl der Leiharbeiter wieder.
 Die Verleiher: Leiharbeit ist eine gute Einnahmequelle: Die Bundesagentur für Arbeit registrierte im Dezember 2008 bundesweit über 25.000 Verleihbetriebe.
 Leiharbeit in Frankreich: Man kann Leiharbeit auch anders regeln: In Frankreich ist das Equal-pay-Gebot ohne Ausnahme durchgesetzt. Leiharbeiter erhalten dort zudem einen 10-prozentigen Lohnaufschlag, die "Prekaritätsprämie". (taz)

Christliche Gewerkschaften

 Die Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personal-Service-Agenturen (CGZP) wurde 2002 als Dachorganisation gegründet. Zunächst waren dort sechs Gewerkschaften organisiert. Derzeit sind es drei: der Christliche Gewerkschaftsbund Metall (CGM) mit ca. 60.000 Mitgliedern, die Berufsgewerkschaft DHV (ca. 80.000 Mitglieder) und die Gewerkschaft öffentlicher Dienst und Dienstleistungen (GÖD), ca. 50.000 Mitglieder. Unklar ist, wie viel Leiharbeiter dort organisiert sind. Experten halten die Zahl für gering. Allerdings sind Leiharbeiter insgesamt schlecht organisiert. (taz)


Sunday, November 22, 2009 
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Gegen 1000 Kreuze.......

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Am 14. März 2009 fand in Münster eine Gebetsprozession („1000 Kreuze für das ungeborene Leben“) christlich-fundamentalistischer Abtreibungsgegner_innen statt. Zu diesem Anlaß hatte ein antisexistisches Bündnis zu kreativen Gegenaktivitäten geladen, um den selbsternannten „Lebensschützern“ aus Münster und anderen Teilen der Republik zu zeigen, dass sie mit ihrem antifeministischen, reaktionärem Weltbild nicht erwünscht sind.

Als der Gebetszug mit ca. 200 Abtreibungsgegner_innen gegen 15.00 Uhr aus der Aegiidikirche herauskam, wurde er von ebensovielen Protestierenden empfangen. Profeministische Parolen, Schilder, Flyer und Transparente informierten die „Lebensschützer“ und interessierten Passant_innen, was die Protestierenden von einem menschenverachtenden Frauenbild halten und welcher emanzipatorische Gegenentwurf sinnvoll wäre.

Teile der Protestierenden wurden nach zwei Stunden von der Polizei eingekesselt und abgedrängt. Erst jetzt setzte sich der Kreuzemarsch in Bewegung. Andere Gegendemonstrant_innen mischten sich kreativ unter den Zug, warfen mit Kondomen und Konfetti oder begleiteten ihn lautstark von der Seite mit emanzipatorischen Parolen.

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Über 120 Personen mussten an dem Tag ihre Personalien abgeben und werden nun - acht Monate später - mit Anklageschriften und Strafbefehlen belästigt. Der notwendige Protest gegen die fundamentalistischen, reaktionären Weltanschauungen der „Lebensschützer“ wird kriminalisiert.

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Der Holocaust wird relativiert....

Die christlichen Fundamentalist_innen stehen der rechtsextremen Szene nahe und machen bei ihren Kreuzemärschen gerne auch mit Nazis gemeinsame Sache. Dies zeigte sich bereits am 4. Oktober 2008 in München, als die „Lebensschützer“ gemeinsam mit ca. 60 Neonazis marschierten. Eine Distanzierung fand zunächst überhaupt nicht statt: Bereits im Vorfeld der Veranstaltung hatte es eine Anfrage von Kritiker_innen an Euro-Pro-Life gegeben, wie die Organisation denn zu der Unterstützung ihres Gebetszugs durch die „Freien Nationalisten München“ stehe. (Letztere hatten Anfang September 2008 dazu aufgerufen, den Kreuzemarsch zu unterstützen.) Daraufhin gab Euro- Pro-Life eine Erklärung ab, in der es u.a. heißt: „Jeder, der von Herzen in diesem Anliegen mit uns mitbeten möchte, ist willkommen.“ (www.npd-blog.info, „Bayern: Abtreibungsgegner heißen ‚Freie Nationalisten‘ zum Mitbeten willkommen“)

Erst Tage nach dem 1000-Kreuze-Marsch und nach massivem öffentlichen Druck veröffentlichte Euro-Pro-Life eine Erklärung, mit der man sich von der rechten Szene abgrenzen wollte. Jedoch: Als die selbsternannten „Lebensschützer“ am 14. März dieses Jahres durch Münster zogen, wurden ebenfalls Aktivist_innen der rechten Szene unter den „tausend Kreuzen“ gesichtet. Auch gegen sie richtete sich der Protest: „Gegen rechtslastigen Fundamentalismus“ war auf einem Schild der  Gegendemonstrant_innen zu lesen.

Bei derartigen Überschneidungen wundert es nicht, dass ein eifriger Unterstützer der Bewegung der Augsburger Bischof Walter Mixa ist, der – während der Affäre um Bischof Williamson – äußerte: „Es hat diesen Holocaust sicher in diesem Umfang mit sechs Millionen Getöteten gegeben. Wir haben diese Zahl durch Abtreibungen aber bereits überschritten.“- Vor  diesem Hintergrund ist es sehr erfreulich, dass die Erzdiözese München und Freising sich in diesem Jahr von dem Gebetszug aufgrund der Nähe zu rechtsextremen Kräften distanziert und Euro-Pro-Life die Nutzung kirchlicher Räume untersagt hat. Der diesjährige 1000-Kreuze-Marsch am 24. Oktober in München musste daher, anders als geplant, ohne Messfeier beginnen, und konnte auch nicht in, sondern lediglich auf dem Platz vor der St.-Pauls-Kirche starten. Wieder nahm eine größere Gruppe (erkennbarer) Nazis an der Auftaktkundgebung teil, allerdings waren es weniger als im Vorjahr. Mehrere bekannte Nazis, z.B. Willi Wiener von der NPD, liefen auch danach noch im Zug mit.

Am 14. März in Münster konnten die reaktionären Abtreibungsgegner_innen ihren Aufzug mit einem Gottesdienst in der katholischen Aegidiikirche beginnen, eine offizielle Distanzierung des Bistums lässt leider noch auf sich warten. Von Weihbischof Franz-Josef Overbeck war lediglich zu erfahren, es handele sich nicht um eine Veranstaltung des Bistums: „Alles, was extrem ist, ist nicht gut.“ (Echo Münster am 14. März 2009)

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Wer sind die Münsteraner „Lebensschützer“?....

Angemeldet wurde der 1000-Kreuze-Marsch von der Münchener Organisation „Euro-Pro-Life“, laut Eigenaussage ein Dachverband von „Vertretern von Lebensschutzgruppen aus 15 Europäischen Ländern“, jedoch „im Präsidium sitzen […] nur Süddeutsche wie Hering“ (Lotta #36, S.19).

Besagter Münchener Wolfgang Hering war Anmelder des 1000-Kreuze-Marschs. Er findet sich öfter mit Gesinnungsgleichen in Münster ein, um hier vor Abtreibungskliniken zu mahnen. Wer aber sind die Münsteraner „Lebensschützer“?

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Die älteste in Münster aktive fundamentalistisch-christliche Organisation ist der 1948 gegründete „Komm-mit-Verlag“, in dessen Herausgeberschaft eine gleichnamige Zeitung und ein gleichnamiger Kalender lag. Beide fielen in der Vergangenheit mehrfach auf, da sie nicht nur eine rigide Sexualmoral, sondern auch Geschichtsrevisionismus pflegten. Geworben wurde z.B. für die rechtslastigen Publikationen „Junge Freiheit“ und „Nation und Europa“. Felizitas Küble, seit dem Tod des Gründers Günter Stiff (2002) Leiterin des Verlags wie auch dem diesem nahe stehenden Christoferuswerk, ist regelmäßige Autorin der Jungen Freiheit. In einer Pressemitteilung des Christoferuswerks verteidigt sie Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin und dessen rassistische Äusserungen. In einem Interview mit der „Lettre International“ hatte Sarrazin u.a. hohe Geburtenraten von türkischen Migranten als Bedrohung begriffen: „Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate.“

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Unter der selben Anschrift wie das Christoferuswerk und der Komm-mit-Verlag ist die Bundesgeschäftsstelle der „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) zu finden, gegründet von der Landadeligen Johanna Gräfin von Westphalen. Die CDL ist eine „Lebensschützer“-Organisation innerhalb der CDU, wenn auch ausdrücklich nicht nur für Parteimitglieder zugänglich. Gleichzeitig ist sie Vorsitzende der Stiftung „Ja zum Leben“, die sie ebenfalls gegründet hat.

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Ebenfalls mit im Bund ist regional der „Kardinal-von-Galen-Kreis“ in Stadtlohn, ein „Aktionskreis katholischer Laien und Priester“. Als Mitgliedsverein im „Zusammenschluss papsttreuer Vereinigungen“ sind die Themen hier z.B. „der göttliche Plan der Geschlechter“ (2007). Hier geht es darum, Gender-Theorien, die das Geschlecht als sozial konstruiert verstehen, als Ablehnung des „Mütterlich-Empfangenden“ zu deuten. Geschlecht ist den fundamentalistischen Gruppen etwas ewig Festgelegtes, das einen festen Platz in „Gottes Heilsplan“ hat. Hintergrund des dezidierten Kampfes gegen Feminismus und Theorien vom konstruierten Geschlecht ist auch das „Schreiben an die Bischöfe der katholischen Kirche über die Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt“, das Kardinal Ratzinger, heute Benedict XVI., 2004 verfasste. Der Galen-Kreis ist Mitglied im „Forum deutscher Katholiken“, in dessen Vorstand u.a. die dezidiert antifeministische Junge Freiheit-Autorin Gabriele Kuby sitzt.

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Angriff auf das Selbstbestimmungsrecht: Der weibliche Körper als Gemeinschaftsgut....

Unter der Maske des Schutzes ungeborenen „Lebens“ fordern die selbsternannten „Lebensschützer“ nichts anderes, als die Bestimmung über den Körper von ungewollt schwangeren Frauen in die Hände einer Zwangsgemeinschaft zu legen. Die Entscheidungsfreiheit darüber, welche Eingriffe an dem eigenen Körper vorzunehmen sind, ist ein Kristallisationspunkt, in dem sich individuelle Freiheit, Menschenwürde und Selbstbestimmung eines Menschen spiegeln. Die Idee, dass man ungewollt schwangere Frauen mit voller moralischer Legitimation dazu zwingen könnte, körperliche Eingriffe zu unterlassen und sie in den Dienst der „Lebensrettung“ eines Fötus zu stellen, basiert auf sexistischen, tradierten Vorstellungen eines Zugriffsrechtes der Gemeinschaft auf den Körper von Frauen und ihrer Reproduktionsfähigkeit. Nur schwerlich käme hingegen jemand auf die Idee, in anderen Bereichen, bei denen die Lebenserhaltung eines Individuums tatsächlich gegeben ist, ein derartiges Zugriffsrecht zu propagieren und Personen zu Eingriffen in ihren Körper – wie beispielsweise Blut-, Nieren- oder Knochenmarkspende – zwingen zu wollen. Auf der Internetseite der Organisation „Euro-Pro-Life“ lässt sich somit auch Folgendes lesen: „Wir können nicht schweigend zusehen, wenn unschuldige Babys im Mutterschoß getötet werden, weil die Mutter der Meinung ist, ‚mein Bauch gehört mir‘.“Die logische Weiterführung dieses Gedankengangs ist, dass sie selbst, Euro-Pro-Life oder ein anderes Zwangskollektiv, über den ‚Bauch‘ zu bestimmen haben sollten.

Die Gemeinschaft, in deren Dienst der Körper von Frauen und damit die Frauen selbst gestellt werden sollen, ist in der Argumentation von Euro-Pro-Life nicht etwa eine vorgestellte Gemeinschaft der Menschen allgemein. Nur vordergründig geht es den „Lebensschützern“ um den allgemeinen Schutz des „ungeborenen Lebens“. Das, was geschützt werden soll, ist vielmehr eine als überlegen gedachte Gemeinschaft der „Europäer_innen“. So sei nach Euro-Pro-Life, und dieses ist das Hauptargument gegen Schwangerschaftsabbrüche, „Europa […] mit seiner sehr niedrigen Geburtenrate ein sterbender Kontinent“.Diese Äußerung erinnert an neonazistische Töne von einer vermeintlichen „Überfremdung“ Europas, die es aufzuhalten gelte – im Fall der „Lebensschützer“ durch eine Reduktion von „europäischen“ Frauen auf ihre Reproduktionsfähigkeit unter Negation ihrer Selbstbestimmungsrechte.

Die Beleidigung von Frauen kennt keine Grenzen....

Das propagierte Zugriffsrecht auf den Körper von Frauen sowie die damit einhergehende Ignoranz gegenüber der individuellen ökonomischen und persönlichen Situation der Schwangeren und die Diskreditierung von Frauen, die Abbrüche vorgenommen haben, kennen dabei keine Grenzen. Man zögert in der katholischen Kirche nicht, eine Mutter, die ihrer in Folge einer Vergewaltigung schwanger gewordenen 12-jährigen Tochter zum Schwangerschaftsabbruch verholfen hat, zu exkommunizieren (www.heise.de). Jedes Kreuz des 1000-Kreuze-Marsches symbolisiert vordergründig die „Trauer“ um einen Fötus und stigmatisiert gleichzeitig die Frau, die einen Schwangerschaftsabbruch durchgeführt hat, zu einer „Mörderin“. Die Beschuldigungen seitens der christlichen Fundamentalist_innen gehen dabei so weit, Frauen, die sich zu einem Abbruch entscheiden, mit den SS-Wachmannschaften in Vernichtungslagern zu vergleichen. Im Zuge des 1000-Kreuze-Marsches in Münster eröffnete eine der Teilnehmerinnen, sie sei der Meinung, dass die derzeit durchgeführten Abbrüche „schlimmer“ seien als die Vernichtung des europäischen Judentums (nachzuhören auf www.gloria.tv).

In der Argumentation der selbsternannten „Lebensschützer“ zeigt sich also die Forderung, Frauen das Selbstbestimmungsrecht über ihre Körper und ihr weiteres Leben rigoros abzusprechen und sie in den Dienst einer mit Zwang durchgesetzten Gemeinschaft zu stellen.

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... für ein selbstbestimmtes Leben!....

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Gegen die Strafbefehle haben fast alle Betroffenen Einspruch eingelegt. Wir wollen uns unser Recht, gegen solche Trends in der Gesellschaft zu protestieren, nicht nehmen lassen. Die nun folgenden Prozesse werden Geld kosten. Solidarität brauchen wir aber nicht nur in finanzieller Form, sondern auch in Form von Öffentlichkeit. Schreibt Leser_innenbriefe und protestiert bei der Staatsanwaltschaft für eine Einstellung der Verfahren!

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Spendenkonto:

Schwarz-Rote-Hilfe Münster
Konto Nr. 282 052 468
BLZ 440 100 46
Postbank Dortmund

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Verwendungszweck: 14. März

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Weitere Informationen: www.gegen1000kreuze.blogsport.de


Tuesday, November 17, 2009 
für alle die nicht dabei sein konnten, fast der gesamte abend hier als
video:

http://kanalb.org/clip.php?clipId=2474

08.11.2009 - "Über Marx hinaus". Die Herausgeber und Autoren Karl-Heinz
Roth und Max Henninger stellen im Berliner Mehringhof das gleichnamige
Buch vor. Es ist eine Sammlung mehr oder weniger heterodoxer
marxistischer Positionen, die Leerstellen und Fehler im Marx'schen Torso
aufnehmen und daran anknüpfend neue Positionen entwickeln. Im Zentrum
steht das Bemühen um die Neubewertung der Arbeit. Sie ist einerseits der
Subsumtion unter das Kapital unterworfen (und somit Wert), andereseits
Auflehnung gegen das Kapital (Nichtwert).

Tuesday, November 17, 2009 

Erschienen in: Direkte Aktion 196 – Nov/Dez 2009

buw - von wegen sportlich und fair!

ArbeiterInnen protestieren gegen Callcenter

— abgelegt unter:
buw: bezahlung unter wert
buw: bezahlung unter wert
Wenn die Volksbank Münster zum Marathon einlädt, herrscht Ausnahmezustand im westfälischen Münster. Auf die Busfahrpläne ist kein Verlass, und der Tourist, dem es eingefallen ist, mit dem Auto nach Münster zu kommen, findet keinen Parkplatz. Der Volksbank-Marathon ist eines der sportlichen Großereignisse und füllt in der Lokalpresse glatte drei Seiten. Dagegen konnte dieses Jahr nicht einmal ein Kanzlerkandidaten-Duell anstinken.
Bei so einem Event will natürlich jeder und jede ein Stück vom großen Werbekuchen abhaben. Als besonders gierig erweist sich seit Jahren der Callcenter-Konzern buw. Als Hauptsponsor neben der Volksbank organisiert buw parallel zum Marathon einen Staffellauf. Während ganz Münster am 13. September im Lauffieber war, wollten einige nicht mitfiebern. Die Telefonzelle Münster (siehe Interview in Direkte Aktion #195) nahm den Staffellauf zum Anlass für eine Protestaktion. Mit Transparenten und Flugblättern machten sie am zentralen Hindenburgplatz, dem Startpunkt des Staffellaufes, auf die miserablen Arbeitsbedingungen bei buw aufmerksam.

Arbeitsbedingungen bei buw

Wie sehen nun die Fakten aus bei buw? Nicht so rosig, wie die Herren Bormann und Wulf dies darstellen. Ein Beispiel für die Arbeitsbedingungen am Standort Münster sind die unsäglichen klimatischen Verhältnisse, die während des Hochsommers herrschen. Regelmäßig gibt es in den Räumlichkeiten höhere Temperaturen als draußen. 33 Grad sind keine Seltenheit, da die Geschäftsführung sich strikt gegen die Anschaffung einer vernünftigen Klima- oder Lüftungsanlage sträubt. Folglich kommt es alle paar Wochen zu Kreislaufzusammenbrüchen bei MitarbeiterInnen, die dann durch einen Rettungswagen abgeholt werden müssen.
Für die Masse weitaus dramatischer ist aber der Stress, der in den Callcentern aufgebaut wird. Alle KollegInnen haben eine bestimmte Quote bezüglich eingehender Anrufe oder erfolgreicher Verkäufe einzuhalten. Dazu muss aber auch ein hohes Qualitätslevel (Freundlichkeit, Verständnis für den Kunden, Kompetenz, ...) eingehalten werden. Diese beiden Anforderungen stehen im Gegensatz zu einander und bauen in den Köpfen der Angestellten einen hohen psychischen Druck auf. Die MitarbeiterInnen müssen freundlich, nett und clever sein, aber so viel wie möglich telefonieren. Alles wird natürlich durch Kontrollmaßnahmen und Testanrufe genaustens erfasst. Weichen die MitarbeiterInnen mal gröber vom Soll ab, gibt es ein protokolliertes Gespräch, das eine Vorstufe der Abmahnung darstellen soll oder der befristete Arbeitsvertrag wird gar nicht erst verlängert. Neben dem täglichen Druck und den teils unmenschlichen Arbeitsbedingungen sorgt vor allem ein Punkt für dauerhafte Frustration unter den Callcenter-AgentInnen: Die miserable Bezahlung. Seit weit vor der Zeit der Euro-Umstellung gab es keine Lohnerhöhung mehr.
Die Telefonzelle Münster hat daher in ihren Flugblättern eine angemessene Lohnerhöhung, vollständig bezahlte Urlaubstage, die Abschaffung der protokollierten Gespräche, ein Ende der Schikanierung durch Team- und Projektleitende und die Einhaltung der arbeitsrechtlichen Standards und Pausenregelungen gefordert.

Lokalpresse schützt Unternehmerwillkür

Aufgrund der Flugblattaktion sind engagierte JournalistInnen auf die Telefonzelle und die FAU zugekommen. Wir konnten Interviews mit ehemaligen und aktuellen MitarbeiterInnen vermitteln. Die JournalistInnen befragten im Anschluss sowohl den Betriebsrat, wie auch den Arbeitgeber zu unseren Vorwürfen. Dies war von uns ausdrücklich erwünscht. Die Redaktionen der Lokalpresse haben daraufhin wohl Muffensausen bekommen: Einen der besten Werbepartner und einen vermeintlichen „Arbeitsplatzschaffer“ verschreckt man nicht, indem man auf die Bedürfnisse und Probleme der Angestellten hinweist! Aber so schnell geben wir nicht auf. Aufgrund des Fakts, dass uns mehrere MitarbeiterInnen von buw über die unhaltbaren klimatischen Bedingungen, die regelmäßig zu Notarzteinsätzen führen, berichtet haben, haben Telefonzelle und FAU nun das Amt für Arbeitsschutz (AfA) informiert. Wir fordern die Prüfung durch das AfA und die evtl. Schließung der betroffenen Räumlichkeiten, selbstverständlich bei Lohnfortzahlung für die von der Schließung betroffenen KollegInnen.
Torsten Bewernitz (FAU Münsterland)
Friday, November 06, 2009 
Hallo,

heute um 6 Uhr morgens wurde das besetzte Audimax der Uni Münster geräumt
und von etwa 50 Personen die Personalien aufgenommen. Das Rektorat will
offensichtlich keine freie, selbstbestimmte Bildung zulassen und ruft
stattdessen die Polizei auf den Campus.

Heute um 18 Uhr findet eine Soli-Demo für die Besetzer_innen statt. Wir
treffen uns um 18 Uhr auf dem Schlossplatz. Kommt vorbei und verbreitet
diese Information weiter!

Wir geben nicht auf.
WESSEN UNI? UNSERER UNI!
Wednesday, November 04, 2009 

seit 04.11., 13.00 Uhr ist der Audimax der Uni Münster von Studierenden besetzt. Die BesetzerInnen haben einen Livestream eingerichtet:
http://www.ustream.tv/channel/muensterbrennt


Thursday, October 29, 2009 
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Karl-Heinz Roth

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Vortrag: "Die globale Krise"

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In den vergangenen zwei Jahren erfasste eine Finanzkrise die gesamte Weltwirtschaft und weitete sich zur kapitalistischen Systemkrise aus. Die herrschenden Eliten verabschiedeten sich vom goldenen Kalb des Marktradikalismus und starteten gigantische geldpolitische und staatliche Stützungsprogramme. Wird die Systemkrise wie die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre in eine lang anhaltende Depression umschlagen? Und sind dann so katastrophale Folgen wie damals in Reichweite? Der Historiker Karl Heinz Roth rekonstruiert die aktuelle Krisendynamik und skizziert Widerstandsstrategien von unten.

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Mitschnitt des Vortrags vom 27.10.2009 in Münster

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Veranstaltet von: Infogruppe Bankrott, Gruppe B.A.S.T.A., FAU, ASJ, Antifaschistische Linke Münster, ASTA FH, Antimilitaristische Gruppe Münster, Arbeitkreis Graswurzelrevolution

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Realisierung: Gruppe B.A.S.T.A. - copyleft

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Das Buch:....

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Karl Heinz Roth
Die globale Krise
Band 1 des Projekts
"Globale Krise – Globale Proletarisierung – Gegenperspektiven"
336 Seiten   (2009)
EUR 22.80   sFr 39.40
ISBN 978-3-89965-363-2....

Im Sommer 2008 zeichnete sich ab, dass die Finanzmarktkrise einen historischen Epochenbruch bewirken würde. Deshalb hat Karl Heinz Roth seine Überlegungen zu "Globaler Krise, Proletarisierung und Gegenperspektiven" – so der angekündigte Titel – präzisiert und auf zwei Bücher verteilt.....

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Dieses Buch ist der erste Band eines Projekts, in dem sich Karl Heinz Roth mit der globalen Krise und den durch sie ausgelösten Proletarisierungsprozessen auseinandersetzt. Im zweiten Band wird er die Perspektive umkehren und zeigen, dass aus der Systemkrise ein vielschichtiges Multiversum der Unterklassen hervorgeht, das in der Lage sein könnte, auf das Krisenmanagement der herrschenden Eliten selbstbestimmt zu antworten.....
In den vergangenen zwei Jahren erfasste eine auf den Hypothekenmärkten entstandene Finanzkrise die gesamte Weltwirtschaft und weitete sich zur kapitalistischen Systemkrise aus. Riesige Kapitalvermögen und Einkommen wurden vernichtet. Die Zahl der Erwerbslosen und Armen stieg sprunghaft. Seither ist nichts mehr wie früher. Gewissheiten wurden über den Haufen geworfen und Doktrinen zertrümmert. Die herrschenden Eliten verabschiedeten sich vom goldenen Kalb des Marktradikalismus und starteten gigantische geldpolitische und staatliche Stützungsprogramme.....
Wird die Systemkrise wie die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre in eine lang anhaltende Depression umschlagen? Und sind dann so katastrophale Folgen wie damals in Reichweite? Um diese Fragen zu klären, hat der Verfasser ein dreiteiliges Vorgehen gewählt: Im ersten Teil rekonstruiert er die aktuelle Krisendynamik. Der zweite Teil ist der Analyse des voraufgegangenen "großen Zyklus" von 1966/67 bis 2006/07 gewidmet. Im dritten Teil folgt ein Vergleich mit den bisherigen Weltwirtschaftskrisen des industriellen Kapitalismus (1857, 1873 und 1929). Diese Analyse liefert den Kompass, um die möglichen Folgen abzuschätzen.....
Der Autor
Karl Heinz Roth ist Historiker und Mitarbeiter der Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts in Bremen. Letzte Veröffentlichungen: Stichwort "Revolution" im "ABC der Alternativen. Von 'Ästhetik des Widerstands' bis 'Ziviler Ungehorsam'" (Hamburg 2007); Der Zustand der Welt (Hamburg 2005); Herausgabe von Doris Kachulle, Waldemar Pabst und die Gegenrevolution (Berlin 2007); Das Elser-Problem: Die Misere der Geschichtsschreibung über den antinazistischen Widerstand in der Ära des Kalten Kriegs, in: Georg Elser – Ein Attentäter als Vorbild (Bremen 2006).....
Inhaltsübersicht
(ein detailliertes Inhaltsverzeichnis, das Vorwort sowie eine Vorschau auf den zweiten Band enthält die pdf-Datei)....
Vorwort....
Teil 1:
Die große Krise seit dem Jahreswechsel 2006/2007
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Kapitel 1: Entwicklung und bisheriger Verlauf
Kapitel 2: Die wesentlichen Eigenschaften der Krise – eine erste Annäherung
Kapitel 3: Die bisherigen Gegenmaßnahmen
Kapitel 4: Das Ausmaß der Krise und die Grenzen des bisherigen Krisenmanagements – eine erste Zwischenbilanz....
Teil 2:
Der vorherige Zyklus (1966/67 bis 2006/07)
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Kapitel 1: Zur Charakteristik der "langen Welle" 1966/67 bis 2006/07
Kapitel 2: Vom Generationenkonflikt zum Generationenvertrag? Der doppelte Generationswechsel und die Durchsetzung neuer Bedürfnisse der Lebensgestaltung
Kapitel 3: Von den Sozialbewegungen der 1960er Jahre zur Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse
Kapitel 4: Neue Technologien: Produktionsumwälzung, Produktivitätssteigerung und Unterbeschäftigung
Kapitel 5: Kapitalexpansion und neue internationale Arbeitsteilung
Kapitel 6: Globalisierung der Finanz- und Kreditmärkte unter der Regie der Kapitalvermögensbesitzer
Kapitel 7: Vom informellen Kolonialismus zur Bildung neuer Protektorate – anhaltende Unterwerfung des Südens
Kapitel 8: Der Sonderfall China und die Entstehung der Weltwirtschaftsachse Washington-Peking
Kapitel 9: Die Umweltkrise als Systemgefährdung und die Entstehung des Öko-Kapitalismus....
Teil 3:
Die bisherigen Weltwirtschaftskrisen des industriellen Kapitalismus im Vergleich
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Kapitel 1: Die Weltwirtschaftskrise 1857 bis 1859
Kapitel 2: Die Weltwirtschaftskrise 1873-1879 und die Lange Depression bis 1896
Kapitel 3: Die Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1933 und die Große Depression bis 1940
Kapitel 4: Die vier industriellen Weltwirtschaftskrisen im Vergleich....
Vorschau auf Band 2....

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Lesen Sie auch:....

  Karl Heinz Roth
Das Multiversum
Globale Proletarisierung – Gegenperspektiven....

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Friday, October 23, 2009 
Punk und Klassenkampf haben ja eigentlich nichts miteinander zu tun - es gibt nur zufällig ein paar Punkbands, die Klassenkampf wichtig finden, aber das gibt es auch in Pop, HipHop, Metal, Klassik, Schlager usw.

Trotzdem gibt es aber auch ein paar KlassenkämpferInnen, die Punk gut finden (was nichts mit ihrem Klassenkampf zu tun hat). Darum fanden wir diese Meldung doch mal weiterleitenswert:






USELESS-..Fanzine schrob:

Nutzen wir doch mal eben diese Möglichkeit für ein wenig Aufklärung. Für alle die jüngeren Punks, die uns bei einem neulich stattgefundenem.. Event in Düsseldorf vor (!) der Nase rumtanzten... Es gibt sie immer noch. Die Träger von EXPLOITED-..Aufnähern. Bitte dringend notieren: Exploited sind NICHT cool! Sie waren es nicht, und werden es auch nie sein! Bitte entfernt doch eure lausigen Exploited Aufnäher von euren Jacken und Rucksäcken, auch wenn es bei eurem Heavy Metal-Versand nicht viel Auswahl an "..Punk"..-Aufnähern gibt.

Auf dem Bild rechts seht ihr Herrn Wattie, seines Zeichens Sänger dieser seltsamen Band beim Posieren mit Nazi und Ex-..Skrewdriver-..Gitarrist Murray Holmes am Rande eines australischen Konzertes von THE EXPLOITED.


Quelle: http:../../..www...useless-..fanzine...de/..index...php?..option=..com_..content&..view=..article&..id=..452:..rucksackpunks-..not-..dead&..catid=..47:..bandnews&..Itemid=1

Tja, schon wieder so ein "Zufall", wie damals die Geschichte mit ADAC-..Ehrenmitglied Ian Stuart. Dann gibts wahrscheinlich ne Erklärung mit der alle Idioten leben können, also "Ich hab nicht aufs Shirt geachtet, kenn den Typen nicht und bin sowieso gegen jeden Extremismus bla bla bla..."

(ach ja: Zur Erklärng: Ian Stuart war der Sänger eben jener Band Skrewdriver, der ersten und bekanntesten "white power"-band, lupenreine Neonazis. Muss ja nicht jeder wissen...)
Friday, October 09, 2009 
Die Linke und die SAC in Schweden
Montag 12.10.2009, 20:00 Uhr, Don Quijote, Scharnhorststr. 57
Klassenkonflikte in der Linken: Vorstellung der Broschüre ‚Mit geballter Faust in der Tasche‘ (Syndikat-A) durch den Herausgeber Gabriel Kuhn mit Informationen über die Diskussion der Kritik durch Arbeiterklasse-Genoss/innen an der Dominanz von MittelstandsLinken in linken und linksradikalen Zusammenhängen und Organisationen: Wer dominiert die Politik von Klassenkampforganisationen – Arbeiter/innen oder Bürgerkinder?

Wie reagierte die syndikalistische SAC und ihre mehr anarchosyndikalistisch orientierten Jugendorganisation SUF, wie die restliche radikale Linke?

Außerdem Informationen über die aktuelle Situation der (anarcho-)syndikalistischen Bewegung in Schweden.



Veranstaltet von der FAU Münsterland und der ASJ Münster.


Ken Loach: It's a free World
Dienstag 13.10.2009, 19:00 Uhr, Cinema, Warendorfer Str. 47
In seinem Film "It's a free World" (2007) zeigt Ken Loach die Auswirkungen
der Leiharbeit am individuellen Beispiel der selbstbewussten Angie
(Kierston Wareing), die für eine Zeitarbeitsagentur arbeitet, die
ausländische Aushilfskräfte dem englischen Arbeitsmarkt zuführt. Skrupel
hat die alleinerziehende Mutter dabei nicht, Mitleid kann und will sie
sich nicht leisten. Als ihr dann selbst gekündigt wird, versteht sie die
Welt nicht mehr. Kurzerhand gründet sie ihre eigene Arbeitsvermittlung.
Unter noch unwürdigeren Umständen und halbseideneren Arbeitsverträgen wird
die menschliche Arbeitskraft zu einer Billigware.

Die FAU (Freie ArbeiterInnen Union) Münsterland und die Kurbelkiste zeigen
den Film aus Anlaß der bundesweiten Kampagne "Leiharbeit abschaffen!"
800.000 LeiharbeiterInnen gab es 2008 in Deutschland. Sie verdienen im
Schnitt 30 bis 50 Prozent weniger als ihre fest angestellten KollegInnen,
jedeR achte muss seinen Lohn mit ALG II aufstocken. Die Kampagne fordert
daher die Übernahme der LeiharbeiterInnen in die Festanstellung und die
Nachzahlung der Löhne nach dem europäischen Grundsatz des "equal
treatment". Nähere Infos: www.leiharbeit-abschaffen.de