Status: Single
City: Eislingen an der Fils
Country: DE
Signup Date: 6/17/2005
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Monday, December 21, 2009
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Wenn man morgens aufwacht, braucht man ja immer erst ein paar Sekunden, um sich
selbst zu ordnen und sein Gehirn auf den aktuellen Stand der Dinge zu bringen.
Nachdem ich gecheckt hatte, dass ich in nem bequemen Bett im österreichischen
Linz liege und wir heute dann nach Traunstein weiterfahren, hab ich versucht
mich daran zu erinnern, was letzte Nacht noch alles so passiert ist.
Lustigerweise war meine letzte verschwommene Erinnerung, dass unser Tonmischer
Achim im Flur unseres Hotels zu später Stunde auf unserem Merchandiser Doelk lag
und versucht hat ihn immer wieder mit dem Kopf frontal gegen den Boden zu
schlagen. Scheint also ein guter Abend gewesen zu sein...  Wie immer bei uns, geschah aber alles nur aus Spaß und auch die Tatsache,
dass zuvor unser Gitarrist mit einem Holzpflock auf unseren Tourmanager (der
eigentlich grade schlafen wollte) einprügelte war natürlich nicht ernst zu
nehmen. Kleine Jungs prügeln sich nun mal gerne und bei älteren Jungs wie uns
sind dann eben halt auch mal diverse Kiefer in Gefahr. Wichtig ist bei uns
eigentlich nur, dass alles immer einzig und allein aus großer gegenseitiger
Liebe geschieht und das ist so ziemlich das einzige was auf dieser Tour sicher
ist.  Frühstücken durften wir heute übrigens in einem total schicken
Frühstückscafé und auf dem riesigen Buffet-Tisch stand der größte Nutella-Eimer,
den ich in meinem ganzen Leben gesehen habe. Ich hab mich minutenlange total
irre darüber gefreut dass da so ein fetter Nutella-Topf steht, bis mir dann
eingefallen ist, dass ich eigentlich nie Nutella zum Frühstück esse und nahm mir
dann ein Spiegelei. Die Jungs von „Julia“, mit denen wir gestern Abend gespielt
haben, waren auch mit am Tisch und nach einigen letzten Umarmungen und
gegenseitigen Schulterklopfern, sind wir dann mit unseren dicken, weissen Bussen
Richtung Traunstein losgefahren. Winter ist anscheinend auch schon, weil überall
Schnee lag und ich kann damit einfach nichts anfangen und werde schätzungsweise
auch nie etwas damit anfangen können. Der einzige Wintersport, den ich
wenigstens ein bisschen beherrsche ist Schneballkneten und selbst das bringt mir
nichts, weil ich ein total beschissener Werfer bin. In meiner
Sport-Abiturprüfung damals hab ich im Kugelstoßen ganze 4,12 Meter geschafft. Da
ich als erstes an der Reihe war, war ich erstmal ziemlich Stolz auf die
Leistung, bis ich dann erfahren habe, dass die Bewertungstabelle leider erst ab
sechs Metern losgeht...  Macht aber nichts. Als Musiker muss man ja außer krassen Reimen nichts in
den Raum werfen und gleich nach der Ankunft im Club im Traunstein, wurde klar,
dass man heute kein Weitwurfmeister sein muss, weil der Laden schön klein und
sympathisch war. Eigentlich hätten wir hier vor über einem Jahr schon spielen
müssen, aber kurz nachdem bekannt wurde, dass wir ein Konzert dort geben werden,
ist plötzlich der ganze Laden abgebrannt. Wir reden uns bis heute ein, dass das
natürlich völliger Zufall war.  Geschadet hat es dem ganzen aber nicht, weil der Besitzer den Club in
verbesserter Form wieder hochgezogen hat so freuten wir uns den ganzen Tag über
auf die kommende Konzertschlacht. Der Backstageraum war gleichzeitig auch das
Getränkelager, was zur Folge hatte, dass wir unsere Hosen zwischen Unmengen an
Gin- und Whiskyflaschen wechseln durften. So einen Laden hatten wir bisher auch
noch nicht gesehen...jetzt weiß ich wenigstens wofür der Begriff „Trinkhölle“
erfunden wurde. Der Chef des Ladens (von dem wir im Vorfeld schon viel gehört
haben) hat uns während des Nachmittags auch schon mehrfach freundlich darauf
hingewiesen, dass heute keiner von uns auf zwei Beinen den Laden verlassen wird,
weil jeder Cocktail ja mindestens einmal probiert werden muss etc. – Wenn es so
sein soll, dann soll es eben so sein.   Kurz bevor die Jungs von „Poolstar“ den Abend eröffneten, wurde draußen auch
das „Ausverkauft“-Schild an die Tür gehängt. Das sind ja immer gute Nachrichten.
Vielen dank fürs Zahlreiche kommen und als wir dann später die Bühne betraten
ging der Kampf dann endlich los. Großes Gequetsche vor der Bühne, unendlich viel
Schweiß in der Luft, totaler Lärm, Gebrülle, und eine Kleine Bühne, die von
allen Seiten von Menschen umgeben war. Unser Mischer Achim konnte leider heute
seine Regler während des Konzertes nicht bedienen, weil er mit ganzem
Körpereinsatz, das Mischpult vor dem Absturz retten musste, weil alle paar
Sekunden ein Pulk von Leuten dagegen flog. Wunderschön war es und wir haben
unglaublich großen Spaß mit einem wundervoll energischen Publikum gehabt.
Traunstein kommt damit ganz sicher auf unsere „da müssen wir wieder hin“-Liste.
Wahnsinn war das! Skol!  
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Monday, December 21, 2009
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Aufwachen in der Villa von Mike. Schon ein krasses Haus. So mit Panoramafenster
und Ausblick auf ganz Hann.Münden. Man kann sogar den Kirchturm sehen, der jedes
Jahr eingehüllt wird und oben mit einem überdimensionalen Docht versehen wird,
um so dann auszusehen wie eine riesengroße Kerze. Da muss auch einer im Stadtrat
gesessen sein, der das vorgeschlagen hat und dann haben alle gesagt „Hey, ja,
das ist echt mal ne tolle Idee. Lasst uns doch den Kirchturm zu einer Kerze
umbauen. Jedes Jahr. Jippiee!!“
In der Villa steht auch ein Flipperautomat. Leider merke ich das erst 2 Tage
später, was das Flipperspielen etwas erschwert. Wir frühstücken leckeres Zeug,
suchen meine Wollmütze und fahren dann wieder zum Club wo unser Tourmanager ne
Abrechnung machen muss und wo der Rest spannende Kickerturniere austrägt welche
ich mit konstanter Sicherheit verliere. Dann dem Kurbelkasten für immer Adios
sagen und nach Bochum fahren. Auf der Fahrt ruft uns unsere slowenische Vorband
panisch an und sagt, dass die in Bochum im Club stehen, und der Besitzer sagt,
heute abend würde kein Konzert stattfinden. Nach kurzer Panik unsererseits
stellt sich dann heraus, dass die einfach zum falschen Club gefahren sind.
Riesen Aktion. Wenn ich mir uns drei aber vorstelle, wie wir in Slowenien beim
Bandtrip rumgekurvt sind, dann ist das alles schon relativ
verständlich... In Bochum angekommen bemerken wir mal wieder, warum der
Job den wir haben der Beste der ganzen Welt ist. Zum einen sind da super nette
Leute, die uns, und sogar unserer Crew jegliche Arbeit abnehmen, zum andern
fahren die dort ein Essensbuffett auf, welches man besser nicht mehr machen
kann. Alleine zum Frühstück/Mittagssnack gibt’s u.a. diese Sachen: - 4
verschiedenen Sorten Brot - 10 verschiedene Sorten Brötchen - Frischen
Schnittlauch, frisches Basilikum, frische Petersilie - mindestens 10 Sorten
Aufstrich - jegliches Dip-Gemüse das man sich vorstellen kann - 10 Platten
mit verschiedenen Wurst und Käsesorten. - Fleischsalat, Kartoffelsalat,
Eiersalat - Chicken-Sticks - Butter in Form von Rosen (!) - Chips mit
Dips - Obstsalat - Donuts - Berliner - Joghurts - usw. usw.
usw.  Man überlegt sich in solchen Momenten immer, ob man nicht lieber in
einen Club ziehen soll, anstatt sich Wohnungen anzusehen. Panzer und ich fahren
dann zu nem Radiointerview und der Moderator ist so was von gut, dass wir ihm
eine rosige Zukunft in der Radiowelt prophezeien. Er freut sich, beleidigt
seinen Chef, kündigt und ist seitdem noch arbeitsloser als unser Backliner Karl.
Als wir danach zum Club kommen, machen wir kurz nen Soundcheck und
stellen dann um 17 Uhr fest, dass es tatsächlich schon Abendessen gibt.
Unglaublicherweise schafft es die Zeche in Bochum das Mittagsbuffett noch um ein
vielfaches zu übertreffen, was 15 Haupt- und 5 Nachspeisen relativ deutlich
machen. Unbeschreiblich.   Elvis Jackson spielen eine gute Show, das Publikum tanzt sich warm und
wir rennen dann nach unserem herzzereissenden Intro auf die Bühne und feiern mit
Bochum nen äußerst durchtrainierten Dienstagabend. Auch wenn wir uns
wiederholen, aber was ihr das draussen jeden Abend vor der Bühne macht ist echt
allererste Sahne. Mit Kirschen und so Schokostreusseln drauf. Aber die Guten,
nicht die Billigen!!  Nach der Show quatschen wir noch mit lieben Menschen, Menschen die
Tattoos von uns haben, Menschen die keine Tattoos von uns haben, Menschen die
gerne Tattoos von uns hätten und Menschen die sich fragen, wieso zur Hölle
jemand ein Tattoo von uns hat. Wullewupp, Kartoffelsupp  (Bild des Tages ist heute unser Backliner Karl bei seinem Kampf gegen
das Kopftuchverbot)
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Monday, December 21, 2009
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Ein „Offday“ oder zu deutsch auch „Pausentag“ stand auf dem Plan und wenn ich
mir die meisten der Gesichter am Frühstückstisch heute so ansah, war das auch
bitter nötig. Sibbi macht seit Tagen ultra-eklige Nasenspülungen, die er immer
an Orten macht, wo ihm jeder dabei zusehen muss, Achim hat Rückenschmerzen, die
ihm (ich zitiere) „bis in den Zahn hochziehen“ und ich bin eh seit Wochen
komplett im Arsch, aber wenn interessiert das schon in dieser schnelllebigen
Gesellschaft, in der sich alles nur um Profit und Sex dreht und auf Gesundheit
eben keine Rücksicht mehr genommen werden kann. Heute aber jetzt jedenfalls
erstmal ein kompletter Tag zum Gesundwerden, entspannen und vor allem: Schnauze
halten, um den Stimmbändern einen imaginären Wadenwickel zu
verpassen.  Da wir Morgen in Hann. Münden spielen sollen, sind wir heute am Offday
schon mal einen Teil der Strecke bis nach Nürnberg gefahren. Auf der Fahrt dahin
hat sich dann im Gespräch ergeben, dass wir es alle ja unglaublich toll fänden
heute in einem Luxushotel mit geilen Betten, Swimming Pool und Wellnessbereich
zu nächtigen. Da man an freien Tagen das Hotel aber selbst bezahlen muss, waren
wir schon kurz davor den Gedanken wieder zu verwerfen und sind dann, eine halbe
Stunde später, direkt vor einem Hilton-Hotel (!) zum stehen gekommen. Bevor wir
rein sind haben wir uns noch einen treffsichern Plan zurechtgelegt, den wir den
Nobelhoteldamen erzählen wollten. Irgendwie ging es in dem Plan um eine
scheinbar bereits getätigte Reservierung, eine Bestätigung über eine verbilligte
Übernachtung, ein paar Namen wichtiger Connections und vor allem um „wenn sie
wollen, kann ich ihnen den E-mail-Verlauf zeigen“-Sprüche.  Während wir alle verkrampft hinter unserem Tourmanager standen, uns das
lachen verkneifen mussten, und uns Kopfmäßig bereits drauf einstellten jetzt in
die nächste Nürnberger Jugendherberge weiter zu fahren, hob Jojo auf einmal den
Daumen und wir bezogen unsere Zimmer. Manchmal liebe ich uns. Gut, eigentlich
liebe ich uns immer. Der Rest des freien Tages verlief dann natürlich
entsprechend super mit gutem Essen, gefüllten Entspannungsbadewannen,
Sauna-Gängen, Delphinschwimmen im Pool und ner abendlichern Pokerrunde, bei der
ich zum ersten mal als Sieger hervorging und mit meinen gewonnenen 25Euro unser
nächste Tour finanzieren werde. Sehr guter Abend. Sehr guter Tag. Hail to the
Stimmband. Bis Morgen.  Der nächste Morgen lacht uns in unsere verwelkten, aber entspannten
Gesichter und während wir uns immernoch fragen, wie man so bequeme Betten bauen
kann, sitzen wir auch schon wieder in unserem kalten, stinkenden, vollgemüllten,
sperrigen, unbequemen Bus und rollen mit starrem Blick Richtung Hann. Münden.
Selbiges liegt irgendwo in der Nähe von Kassel und wir haben da vor Jahren mal
als Vorgruppe der „The Wohlstandskinder“ (R.I.P.) gezockt, wenn ich mich recht
erinnere. Angekommen im „Kasten“ ist mir erstmal ein kleiner, ca. 10-jähriger
Junge aufgefallen, der ständig mit seinem Skateboard durch den Laden gefegt ist
und später dann allein am Tresen hing, um Weißheiten über das Leben vom Stapel
zu lassen. Mein persönliches Highlight war, als er nach einer längeren Pause
völlig unverhofft auf einmal den Satz „dieses Jahr ist nicht mein
Schokoladenjahr“ fallen ließ. Word, Junge. Word.  Ab heute haben wir übrigens nicht mehr die Berliner Jungs von „Poolstar“
mit als Support dabei, sondern die Slowenische Punkband „Elvis Jackson“. Mit
denen haben wir vor Ewigkeiten in Wien mal ne Bühne geteilt und jetzt hat sich
da wieder was ergeben. Im Gegenzug werden wir dann in naher Zukunft mit denen
zusammen auch mal den Ostblock unsicher machen. – Nach dem Soundcheck hat uns
der supernette Veranstalter Mike dann auf die „Rückbank“ eines Transporters ohne
Fenster verfrachtet und uns alle zusammengepfercht auf einen Berg zu seiner Bude
gefahren. Jetzt weiß ich wieder, warum ich Tiertransporte nicht gut finden kann.
Essen war dann aber dafür dann umso fantastischer und mit ordentlich
viel Broccolisuppe und Rosenkohl im Magen gings dann zurück zum Club, wo die
Slowenen grade anfingen in die Saiten zu hacken. Die machen irgendwas zwischen
Punkrock, Ska und Reggae und kamen ziemlich gut an beim Publikum. Obwohl Montag
Abend war, hatten die Leute aus irgendeinem Grund großen Bock die Sau
rauszulassen. Wir haben dann knappe 1,5 Stunden Gas gegeben und das Publikum gab
uns ebenfalls Gas zurück. Konzerte sind eben ein gegenseitiges Geben und Nehmen
und es war ein sehr sympathischer Abend mit vielen Leuten, die wirklich alles
aus sich herausholten. Nach der Show dann relativ schnell zusammenpacken und uns
mit Mädchen unterhalten, die fragen, warum wir keine Shirts von „Less Than Jake“
an unserem Merchandise-Stand verkaufen. Gute Frage eigentlich.   Während sich die meisten von uns dann heute relativ früh in die Betten
gehauen haben, hat Sibbi noch einige Cocktails mit Namen wie „Touch Down“
vertilgt und konnte somit als einziger am heutigen Abend einen ordentlichen
Homerun für sich verbuchen. Bis Morgen, Folks.
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Monday, December 21, 2009
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Guten Morgen aus Wien. Der Chrissy kommt gerade (es ist 10 Uhr) von der
nächtlichen Ausflugstour zurück und geht mit ner Bekannten in die Stadt
frühstücken, während mir der Kellner Tipps gibt, wie man bei österreichischen
Sportwetten todsicher total viel Geld gewinnt. Als die restlichen Alkoholleichen
vom Vorabend in die Lobby kriechen, wähne ich mich schon in Bergen voller Geld,
alles erwirtschaftet durch einen Sieg von Austria Wien gegen Red Bull Salzburg.
Die durchaus leckeren Käsekrainer von gestern Abend liegen allen Beteiligten
immer noch schwer im Magen, was uns aber nicht davon abhält gleich den ersten
McDonalds anzusteuern. Es gibt übrigens neue Nachrichten an der
McD.-Monopoly-Front: Neben den ca. 139 Eistüten und der Handy-Ladetasche haben
wir jetzt, laut unserem Monopoly-Verwalter Achim, auch noch eins von 1000
Monopoly Brettspielen gewonnen. In Zeiten von Computern und Youporn eine
willkommene Abwechslung.  Heute geht’s nach Linz, ebenfalls Österreich. Wir waren trotz knapp 600
Konzerten noch nie dort, was echt eine Schande ist, vor allem nachdem wir sehen,
was für ein wahnsinns Club dort steht. Posthof heißt dieser, ist von der Stadt
geführt, und deshalb unfassbar gut ausgestattet. Heute mit auf der Bühne. Julia
aus Wien. Also die Band, nicht die Frau. Die spielen grade ihre Abschiedstour
und weil wir uns mit denen fast noch besser verstehen als mit uns selbst,
dachten wir „Hey, lasst uns doch noch mal zusammen Musik machen“. Haben wir dann
auch so umgesetzt. Aber Musik gibt’s erst mal keine, sondern Brot. Mit Wurst und
Käse drauf. Und einen Prospekt voller Kaffee-Maschinen. Das führt natürlich
sofort zu einer wilden Diskussion, welche Kaffee-Maschine den besten Espresso
macht. Ich find ja meine kleine silberne Espresso-Kanne, die man auf der
Herdplatte benutzt, echt riesig, aber irgendwie fehlt mir die Crema auf dem
Espresso. Jetzt haben mir die Österreicher erzählt, dass man mit so einem
Milchschaumstab auch ne Crema hinbekommt, wobei ich als Mann mit kleinen
elektrischen Stäben Gott sei Dank noch keine Erfahrungswerte besitze. Werd ich
aber ausprobieren und hier dann mitteilen, also diese Crema-Geschichte. Da Euch
das Ganze überhaupt nicht interessiert übrigens erst recht!  Heute die vorerst letzte Show unseres Backliners Chrissy, der ab morgen
mit den Sportfreunden Stiller ne Unplugged Tour fährt und bei denen dort Gitarre
spielt. Wir finden, das ist ne ganz üble Ausrede. Aber gut, muss er ja wissen.
Pah! Nach üblichem Soundcheckprozedere gibts ein gradioses Abendessen,
mit einer Nachspeisse, deren Namen ich vergessen habe. Klingt so ähnlich wie
„Pullover“ glaub ich. Ist Brot durch Eier gezogen mit Marillen. Hört sich
pervers an, schmeckt aber super und liegt danach im Magen wie ein halbfertiges
Zweifamilienhaus mit Dachterrasse.  Poolstar eröffnen auch heute wieder den Abend was die Leute vor der
Bühne anscheinend für keine schlechte Idee halten. Danach sind wir dann auch
schon an der Reihe, weil die scheidenden Julia das absolut verdient haben heute
als letztes zu spielen, weil der Sänger Panzers Haarfarbe trägt, der Gitarrist
über 40 ist und der Bassist ab jetzt nur noch Chappoclakk trägt. Die
Show ist äußerst gut besucht, was sich an den sich stapelnden Menschenmassen vor
der Bühne bemerkbar macht, die irgendwie so dermaßen bei der Sache sind und uns
zujubeln, dass sich lustige Szenen ergeben. Leute die vor lauter Freude das
Mikrokabel rausreissen, Leute die auf die Bühne kommen und mich während ich
singe umhauen um mir dann laut zuzuschreien was für ne geile Band wir doch sind,
Leute die zum Stagediven hochkommen, aber dann 3 Minuten lang Ausdruckstänze
vollführen usw. Wahnsinn isses! Wir mögen Linz!  Danach spielen Julia famos auf und wir trauern ein wenig, dass es die
Jungs in dieser Zusammensetzung bald nicht mehr geben wird. Trauer! Ich mach nen
Stagedive (ohne 3-minütigem Ausdruckstanz!) und dann gibt’s ne Aftershowparty,
wie man sie sich vorstellt, mit 30 hübschen Menschen in nem Raum, mit wenig
Alkohol unter 40%, und mit anderen Dingen, die man bald in Videos bestaunen
kann. Es werden Körper durch die Gegend geworfen, Gesichter auf Betonböden
gepresst und zu guter Letzt ist der Saikov auf uns alle sauer, weil er bei
dieser Lautstärke nicht schlafen kann. Gute Nacht! 
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Monday, December 21, 2009
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Von Augsburg nach Wien ist es schätzungsweise ungefähr so weit
wie von Mailand nach Sizilien und da wir uns das vorher schon auf der Landkarte
angeschaut haben, sind wir in einem Anflug von Cleverness letzte Nacht nach dem
Konzert in Augsburg schon einen Teil der Strecke gefahren, haben dort dann auf
dem Weg ein Hotel bezogen und mussten am heutigen Tag somit nur noch lächerliche
vier Stunden im Bus sitzen. Klasse gemacht, gut vorrausgedacht, richtig
gehandelt, spitzen Planung, Blumen für den Tourmanager.

Ich
kanns gar nicht in Worte fassen, wie gut es ist wieder unterwegs zu sein. Unsere
krankheitsbedingte Zwangspause war nämlich kaum auszuhalten. Ans Bett gefesselt
zu hause zu liegen und, aufgrund eines akuten Mangels an guten Büchern, endlos
Fernsehen schauen zu müssen ist wirklich ein ganz übles Vermächtnis. Nach
einigen Tagen ohne Fernsehen wird einem erst wieder klar, wie unfassbar schlecht
das ist, was dort alles gesendet wird. Es ist fast so, als hätte man alle
Dummheit, Langeweile und Belanglosigkeit aus diesem Land in eine große Tüte
geworfen, das ganze dann von den letzten Niveauresten gesäubert, gefiltert,
komprimiert, gepresst und das Endergebnis dann fair unter Sat1, RTL und Pro7
aufgeteilt. Mein persönliches Highlight war dann „Wetten dass..?“ auf ZDF am
Samstag Abend. Warum gewinnt keiner der Kandidaten seine Wette? Wieso moderiert
eigentlich immer noch Thomas Gottschalk und nicht Helge Schneider? Warum
versuchen zwei junge Mädchen mit ihren Fußsohlen Katzenfuttersorten zu erraten
und vor allem: Was zur Hölle ist Michelle Hunzikers Aufgabe in dieser
Sendung?

Alles Fragen, die wahrscheinlich niemals einer beantworten werden will
und zum Glück auch lauter Fragen, mit denen wir uns jetzt nicht mehr
beschäftigen müssen, weil wir endlich wieder im Bus sitzen und das
zugegebenermaßen niedrige Niveau hier immer noch nen guten Eindruck macht gegen
das im TV. Herzlichen Glückwunsch.
Heute ging es dann wie gesagt nach
Wien. Unser Tourmanager und Fahrer Jojo verärgert fast täglich den ganzen
Tourmob, weil er sich konstant weigert sich an die beiden wichtigsten
Fahrer-Regeln auf Tour zu halten: 1.) Fahre verdammt nochmal niemals in
beschissenes Wetter! Und 2.) Fahr bloßverdammt nochmal vor allem niemals in nen
beschissenen Stau! Da Jojo aber ein konsequenter Mensch ist, der nur ungerne
halbe Sachen macht, stehen wir eigentlich mindestens jeden zweiten Tag bei
völlig beschissenem Wetter in nem noch beschisseneren Stau. Freunde macht er
sich damit wenig, aber man fährt ja schließlich nicht auf Tour, um sich Freunde
zu machen.
Im Club angekommen haben wir dann erstmal die Kollegen von
Poolstar begrüßt und ich hab mich gleich wieder total darüber geärgert, dass der
Sänger von denen so nen verdammt guten Bart hat. Hier ein Bild:

Manchmal bin ich so weit, dass ich mein Knie gegen so einen Bart
tauschen würde. Und das will was heißen, denn ich mag mein Knie wirklich
ziemlich. – Nach nem zauberhaften Soundcheck hatten Sibbi und ich dann nen
kleinen Interviewmarathon vor uns. Freut uns ja immer, wenn uns jemand gute
Fragen stellt und heute waren es wirklich ziemlich gute Fragen, denen wir mit
schätzungsweise noch bessern Antworten völlig den Wind aus den Segeln nahmen.
Unter anderem durften wir für den immens guten Kanal Go.TV die Sendung „hosted
by...“ moderieren und dort 12 unserer Lieblingsvideos spielen. Ne sehr gute
Sache war das. Der Saikov hat uns netterweise in der Zwischenzeit etwas zu Essen
besorgt und hat von mir völlig unverfroren 5Euro für bizarre Broccolinudeln
kassiert, die eher so geschmeckt haben, als hätten sie 1,25Euro gekostet. Aber
man geht ja schließlich nicht Essen holen, um sich Freunde zu
machen...
Während ich mir mit einem hölzernen Zahnstocher noch die
letzten Broccolireste aus den Zähnen bürstete, haben Poolstar auch schon die
Bühne geentert und den österreichischen Hauptstädtern so gezeigt was eine
deutsche Hauptstadtband so kann. Muss einiges gewesen sein, denn als wir die
Bühne danach erklommen war schon relativ gute Stimmung und wir haben uns sehr
darüber gefreut, dass viele Leute da waren, die uns beim „Two Days A
Week“-Festival in Wiesen zum ersten mal gesehen hatten. Wunderschönes Konzert
mit sympathischen Publikum und darunter vielen Freunden und Bekannten, mit denen
man danach noch 1a Bier oder Rotwein trinken konnte. Einige von uns haben genau
das dann noch bis 4Uhr morgens gemacht und sahen am heutigen Morgen auch
dementsprechend gut aus. Einzig unser Backliner Chrissy war bis 9Uhr (!)
unterwegs, hat dann kurz im Frühstücksaal unseres Hotels vorbeigeschaut und ist
dann umgehend wieder in die Stadt zurückgefahren, um dort zu frühstücken (?).
Man ist ja schließlich nicht jeden Tag in Wien (und eben schon gar nicht um sich
Freunde zu machen.)

Unser Mischer Achim (der das Hotelfrühstück verpasst hat) hat
anschließend um 11.01Uhr ein Fast Food Restaurant gestürmt, in dem es jeden Tag
genau bis 11.00Uhr Frühstück gibt. Auf Achims Frage, ob es möglich wäre noch
Frühstück zu bekommen antwortete der Thekenmann doch tatsächlich mit „Tut mir
leid, sie sind genau eine Minute zu spät“, was Achim mit einem trockenen „Äh,
sie kennen den Film, oder?“ konterte.
Wer von euch den Film „Falling
Down“ gesehen hat, weiß dass der Thekenmann gut daran getan hat, Achim doch noch
sein Fürhstück zu geben. In dem angesprochenen Film hält sich der Thekenmann
nämlich weiterhin strikt an die strengen Zeiten des Restaurants und darauf folgt
dann ein (meiner Meinung nach angebrachter) fulminanter Kugelhagel, der
seinesgleichen sucht...

Dankeschön Wien. Es war uns eine sehr große Freude!
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Monday, December 21, 2009
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Wir treffen uns des morgens nach einer Gesundungspause am
Proberaum und gurgeln uns gegenseitig erstmal den Schleim vor, der unsere
Rachenschleimhäute bedeckt. Only dicker Schleim is good schleim. Wie es
schleimt, ist das Niveau dieses Berichts schon im zweiten Satz völlig dem
Erdboden gleichgemacht, was ja aber auch oberste Zielsetzung war. Auf der
Strecke gabeln wir an diversen Tankstellen, Bahnhöfen und unter der großen,
alten Eiche unsere Crewmitglieder auf, die aus den Metropolregionen Berlin,
München, Mainz, Bad Saulgau und Nersingen stammen.

Auf dem Day-Sheet, auch Itinerary oder Reiseplan genannt, steht, dass
wir lieber mal nach Augsburg fahren sollten wegen Konzert und so. In der
Kantine, so heißt der Club, haben wir damals schon zusammen mit Dog Eat Dog
gespielt. Da waren zwar nur ganz ganz wenige Leute da, aber es gab einen Jack
Daniels Vorrat, mit dem man auch die Olympiahalle bestücken hätte
können. Heute gibt es keinen Jack Daniels Vorrat, dafür einen Vodka, den Tobi
nach drei Gläsern als „immer noch gewöhnungsbedürftig“ betitelte.
Die
Wiedersehensfreude der Tourmannschaft ist aufgrund der ausgerufenen Liebe
einfach unvergleichlich. Die Emotionen die sich da abspielen, kann man nicht in
Worte fassen:
Heutige Zitat-Auswahl unserer Freundlichkeits-Tour, die ab
jetzt nur noch „Tour D’amour“ heißt: „Ich weiß nicht, ob die Sonne Dich
anstrahlt, oder Du die Sonne“ „Deine Aura ist einfach überwältigend“ „Noch
schöner als dieser Ausblick ist nur, mit Euch in einem Bus zu
sitzen“

Heutiges Highlight ist übrigens Achim Lindermeir, unser Tonmann.
Highlight deshalb, weil er heute für eine Fachzeitschrift ein 2-stündiges (!!!)
Interview geben muss, welches er nur aufgrund der Tatsache beendet, dass in
wenigen Minuten unser Konzert anfängt. Ebenfalls neu heute ist unsere Vorband
„Poolstar“ aus Berlin, die uns mit den Worten begrüßen „Wir sind ganz schön gut
im Tischkicker spielen“. Das ist auch mal ne Ansage. Aber auch wieder super
nett, die Jungs. Wir freuen uns jetzt schon auf den Tourabschlussscherz, mit dem
wir ihnen den letzten gemeinsamen Gig versauen werden. Falls ihr Ideen habt,
bitte an uns mailen.


Wir sind dann mal zum Essen gegangen, wo eine riesige Gruppe an Frauen
saß, mit einem Mann am Tisch. Glückspilz. Ich überlege grade, wie es wäre wenn
bei uns eine Frau dabei wäre... Eher weniger Glückspilz würd ich sagen. Poolstar
sind dann in Augsburg auf die Bühne spaziert und hatten die Leute echt gleich
gut unter Kontrolle, was sich in Ausdruckstänzen bemerkbar machte. Danach haben
wir das gleiche gemacht, was sich an noch mehr Ausdruckstänzen ausdrücklich
bemerkbar machte. Gesungen wurde auch wieder laut, und es gab wirklich noch
keine Show auf der Tour, wo wir dachten „Heute hätte das Publikum aber mal mehr
Gas geben können“. Jeden Tag ein ganz schöner Ausnahmezustand vor der Bühne.
Auch auf der Bühne war Ausnahmezustand heute, weil es schon eine Ausnahme ist,
dass Panzers Fussballclub nach 11 Minuten mit 3:0 führt, und das auch noch in
der Champions League. Ich hab diesen Typen selten so glücklich gesehen. Außer
natürlich, wenn er mit uns allen in einem Bus sitzt.


Da wir besuch von einigen netten Menschen hatten, haben wir noch ne Zeit
lang im Club verbracht, bevor wir dann noch ne Stunde in Richtung Wien gefahren
sind, weil der Herr Rockmusiker ja gerne etwas länger schläft. Ich möchte mich
hiermit auch noch bei meinen beiden Zimmerkollegen entschuldigen, dass ich
nachts plötzlich laut losgeschrieen hab, aber ihr müsst wissen, dass es äußerst
beängstigend ist, wenn man plötzlich denkt, man hätte eine Laterne im Gesicht.
Gute nacht.
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Monday, December 21, 2009
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Der Tag beginnt mit einem halben Kilo Schleim, den ich mir aus
dem Hals klopfe und innerhalb von Sekunden wird allen klar, dass der alte
NASA-Alarmspruch wieder eine Rolle bei uns einzunehmen scheint: Husten, wir
haben ein Problem.
Zum Glück haben wir aber ganze Säcke voller
Medikamente dabei und nen Merchandiser namens Doelk, der nebenher Arzt studiert.
Während Doelk versucht mir wichtige Tipps zu geben („Setz dich in´ Bus und halt
den Rand“), sind die anderen einstimmig der Meinung, dass ich einfach zu wenig
Alkohol trinken würde und wenn ich mir das grade so überlege, haben sie
wahrscheinlich recht: Wenn ich einer Gruppe von Viren angehören würde, würde ich
mich an die versoffenen Typen wohl auch nicht rantrauen...

Unsere erste Supportband, die spanischen Jungs von „The Unfinished
Sympathy“ haben uns gestern verlassen und das stimmt uns doch etwas traurig. Um
der Trauer etwas entgegen zu wirken haben wir uns für heute gleich mal unsere
Kumpels von „Goodbye Fairbanks“ eingeladen. Die kommen aus der Schweiz, spielen
schlechter Fußball als wir (!) und sind ebenfalls unglaublich gute Typen. Bevor
wir aber auf die treffen sollten, galt es aber erst noch einige Grenzen zu
durchbrechen. Zuerst von Deutschland nach Österreich, was meist wenig Probleme
bereitet und dann von Österreich in die Schweiz, was Bands wie uns immer
Probleme bereitet. Ich erinnere mich dunkel an unzählige Durchsuchungen,
Merchandise-Zählereien und pure Schikaneaktionen, deren Gründe uns bis heute nie
so ganz klar geworden sind.Vor ein paar Jahren hat eine Schweizer Zollbeamtin
über eine Stunde lang unseren Bus nach Drogen durchsucht und wir mussten
währenddessen draußen in der Kälte nebeneinander auf Klappstühlen sitzen,
während uns ein uniformierter Typ mit Schusswaffe bewacht hat. Unfassbar war
das. Sibbi hat damals mit dem Satz „Äh, wenn sie grade eh schon im Handschuhfach
wühlen – können sie mir mein Wurstbrot mitbringen?“ auch für keine Verbesserung
der Stimmung gesorgt, wenn ich mich recht erinnere.
Diesmal wurde unser
Transporter auf eine Waage gebeten und Minuten später teilte man uns zu unserer
großen Überraschung mit, dass unser Bus 450kg Übergewicht hat. Gut – ein
bisschen überladen ist man als Band ja fast immer, aber ne halbe Tonne ist schon
ziemlich beachtlich. Respekt. Wenigstens zur Abwechslung mal eine berechtigte
Kontrolle. Während uns die Zollbeamten darauf natürlich die Weiterfahrt
verweiger und Sibbi mit sich selbst ausmacht in naher Zukunft einem Schweizer
Zollbeamten, aufgrund dessen unfassbarer militärischen Unfreundlichkeit,
zumindest einen Schneeball (mit Kiesel drin) in seine Fresse zu werfen, fuhren
wir anderen mit unserem zweiten Bus zum Club nach St.Gallen, bauten dort die
Sitzbänke aus um Ladeplatz zu schaffen, fuhren dann wieder zurück zur Grenze,
schichteten 450kg um und fuhren mit erhobenen Fäusten und zwei Bussen (von denen
jetzt schätzungsweise der andere völlig überladen war) wieder nach St. Gallen
zur Grabenhalle. Wenn das mit der Band nicht funktioniert gründen wir ein
Logistikunternehmen.

Die Stimmung danach war natürlich nicht grade die allerbeste und weil
uns eh aufgefallen ist, dass der Ton auf Tour zur Zeit generell viel zu rau ist,
wurde beschlossen einen „Tag der Nettigkeiten“ einzuläuten. Ich hab mich
zwischenzeitlich mal kurz gefragt, was die Leute vom Club gedacht haben, die von
der Vereinbarung nichts wussten und dann bei unserem Soundcheck folgende
(ungefähre) Gespräche mitverfolgen mussten:
„Sibbi würdest du mit deiner
wunderschönen Stimme kurz noch mal was ins Mikro singen?“ „Gerne Achim, bei
dem guten Sound den du heut wieder machst, immer gern.“ „Du siehst heut aber
auch wieder so gut aus auf der Bühne...“ „Das liegt nur daran, weil der Max
am Lichtpult so schönes Licht auf mein Gesicht macht“ „Der Max kann aber
auch nur Leute schön erscheinen lassen, die eh schon hübsch sind“ „Ohne den
Sound den du hier machst, wäre hier gar nichts schön, Achim.“ „Ja, das
stimmt....kannst du jetzt vielleicht trotzdem endlich mal kurz was ins Mikro
singen?

Zusätzlich zu den verbalen Nettigkeiten geht es auch sonst ganz
wärmstens bei uns zu. Unser Backliner Chrissy baut zum Beispiel seit zwei Tagen
immer Barbie-Puppen auf meinem Verstärker auf und generell liegen wir uns alle
gegenseitig öfter in den Armen als mein Lieblingsfußballverein nach Torerfolgen
in diesen Tagen. Eine extrem gute Sache in der Schweiz ist ja auch, dass es
hier teilweise noch Dosenbier in Clubs gibt. Schön für die anderen jedenfalls.
Mir wurde empfohlen harte Medikamente nicht mit hartem Dosenbier zu mischen. Ein
Jammer. Allein das Dosendesign hatte schon nen Preis verdient:

Am Einlass und an unserem Merchandisestand haben wir auf der Tour
übrigens eine kleine Spendenkasse aufgestellt. Das gesammelte Geld geht dann am
Ende der Tour an die WDCS. Das ist eine Organisation, die sich für den Schutz
von Walen und Delfinen weltweit einsetzt und die uns sehr am Herzen liegt. Wenn
ihr also öfter im Lotto gewinnt, oder sonst etwas Wechselgeld übrig habt, immer
rein damit. In Darmstadt hat einer nen handgeschrieben Zettel mit der Aufschrift
„Gutschein für ein Fishmac“ reingeworfen. Nachdem wir echt kurz drüber lachen
mussten, haben wir im Anschluss natürlich sofort unsere Suchtrupps losgeschickt,
die den Täter per Treibjagd ausfindig und daraufhin ausgiebig harpunieren
werden. Ist ja für nen guten Zweck.

Leckeres Essen in Form von Gemüselasagne gabs dann auch und nebenbei
sollte noch erwähnt werden, dass Veranstalter und alle Leute vom Club wieder
sehr super waren und sich scheinbar ungefragt in unseren „Tag der Nettigkeiten“
eingereiht haben. Nach einer sehr guten Show von „Goodbye Fairbanks“ hab ich mir
dann noch mal einen Eimer Medikamente in den Rachen gekippt, gebetet das alles
gut geht und Sekunden später standen wir auch schon auf der Bühne. Ausverkauft
war zwar heute nicht grade, aber die Jungs und Mädels vor der Bühne hatten Bock
und da das die einzige Vorraussetzung für ein gutes Itchy Poopzkid-Konzert ist,
haben wir uns nicht dreimal bitten lassen. Sehr unterhaltsame Show heute und
während dem Intro zu „You Don´t Bring Me Down“, also einer eher emotionalen
Stelle des Sets, schreit mir ein Schweizer, der direkt vor mir stand, aus voller
Brust den Satz „JAAA, DES LIAD ISCH SUPPRGAAIL!!“ entgegen. Glaubt mir, man kann
den Song danach nicht singen ohne zu lachen...

Vielen Dank an alle Leute fürs kommen und fürs ordentlich Stimmung
machen! Vor allem die Jungs, die sich vorne umhergeworfen haben, werden uns in
bester Erinnerung bleiben. Ein paar Typen und Mädchen waren jetzt schon wieder
auf mehreren Konzerten auf dieser Tour und auch wenn wir selbst nicht ganz genau
nachvollziehen können, warum man sowas macht, freuen wir uns wirklich sehr
darüber, dass wir drei nicht die einzigen sind, die uns jeden Tag ertragen
müssen.

lovepeaceunity & danke St. Gallen!
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Monday, December 14, 2009
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Tuesday, December 08, 2009
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Morgen geht die Tour frisch gesundet wieder weiter und es werden Ärsche
getreten. Eure von uns! So!
Zu diesem fröhlichen Anlass gibts dieses
hübsche neue Shirt (auch als Girlie erhältlich) ab sofort in unserem ONLINE-SHOP als Weihnachtsgeschenk oder einfach nur so. Viel
Spass beim einkleiden.
Außerdem gibt es HIER HIER
HIER das erste Tour-Video der Dead Serious Tour Part 2. "Enjoy!" wie der
Schwabe so sagt.
Zu guter letzt würden wir uns nochmal riesig freuen,
wenn ihr so nett wärt, und noch ein paar Mal "The Lottery" bei der MTV-ROCKZONE anklickt.
DANKE!!!
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Tuesday, December 08, 2009
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