Status: Single
State: Kärnten
Country: AT
Signup Date: 5/16/2007
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Friday, November 13, 2009
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........Unlängst kam es aufgrund des "Stopp der
Misandrie"-Flyers der Antifa Hermagor/Šmohor zu Uneinigkeiten zwischen den
Mitgliedern der Autonomen Antifa Kärnten/Koroška und mir, der ich diesen Flyer
gestaltet und gedruckt habe. Aufgrund der Meinung einiger Personen, der Text
wäre sexistisch, antifeministisch, würde im Widerspruch zur Arbeit einer
Antifaschistischen Aktion stehen sowie weiters aufgrund der öffentlichen, den
Inhalt des Flyers betreffenden Stellungnahme seitens der Antifa Kärnten/Koroška
auf deren Internetseite, fühle ich mich zwar nicht zu einem Rück-Statement und
zur Rechtfertigung verpflichtet - da ein Dialog, wie es mir scheint, in dieser
Beziehung ohnehin zum Scheitern verurteilt wäre - doch eine kleine Klarstellung
der Sicht, die die Zeilen des Flyers wiedergeben sollen, ist angebracht:
.. ..
dass es nicht in meiner Intention und allgemein dem
Ziel einer antifaschistischen Bewegung entspricht, anti-emanzipatorische
"Propaganda" zu verbreiten, muss Voraussetzung sein, um über den
Flyer zu sprechen. Dass ich selbst den antifeministischen Diskurs im
gesellschaftlichen Alltag verabscheue und ehest beseitigt wissen will, muss ich
von daher nicht eher ausführen.
Ausgangspunkt meines Gedankens und des Flyer-Inhaltes
ist die Audimax-Besetzung an der Uni Wien: den emanzipatorischen und
feministischen Kurs zu führen ist unabdingbar in dieser Bewegung, diesem
Protest, wie immer man es nennen kann oder will. Für eine emanzipatorische
Bildungspolitik einzutreten und patriarchale Strukturen in- und außerhalb der
Universität zu lösen ist nicht nur begrüßenswert, sondern fordert die
Unterstützung einer jeden einzelnen Person.
.. ..
Doch ohne die Entwicklung und aktuelle Situation im
Audimax bezogen auf das Thema Sexismus näher ausführen zu wollen - denn das
wäre ein zeitraubendes Unterfangen - erlaube ich mir zu sagen, dass ich mit
vielen Aktionen, Transparenten und Vorwürfen, wie etwa dem relativ großen (und
nebenbei lieblos gestalteten) Transparent der Kampflesben, schlicht und einfach
nicht einverstanden bin - während ich von einer Frau, die offenbar für die
Kampflesen-Gruppe mitverantwortlich war, auf die Frage, wie es etwa um die
Repräsentation von homosexuellen Männern in dieser Bewegung stehen sollte, mir
unverständlicherweise, als Macker "gebrandmarkt" wurde, wurde bereits
erster Missmut über den offensichtlichen Fehlkurs feministischer Aktivist_innen
im Publikum laut. Weiters schienen sich auch verbale Übergriffe von (offenbar
betrunkenen) Frauen „hinterm Mikro“ gegenüber Männern auf das Publikum nicht
sonderlich positiv auszuwirken. Viele Besetzer_innen kritisieren die
Radikalität der feministischen Aktivist_innen, über den von vielen als nervend
wahrgenommenen Versuch der Übermittlung eines falschen Bezuges zur Thematik des
Sexismus. Verhärtet hat sich, daraus resultierend, das Bild über Frauenplena,
Frauenräume und -AGs, dessen Idee grundsätzlich begrüßenswert ist, aber den
vorhin erwähnten Umständen entsprechend nur noch karikativen Charakter
aufweisen kann - das ist in diesem Falle der Besetzung des Audimax schade und
bedauernswert, denn die Chance zu einer objektiven Auseinandersetzung mit dem
Thema des Sexismus wäre hier bestimmt interessanter gewesen als radikale
Ansichten einiger weniger.
.. ..
Das zeigt sich erneut in der Auseinandersetzung der
Autonomen Antifa Kärnten/Koroška mit dem Inhalt des Flyers "Stopp der
Misandrie", der grundsätzlich auf die Situation im Audimax anspielen soll
- hier wurden auch nicht mehr als fünfzig der Flyer verteilt oder geklebt, den
Rest gibt es nur virtuell, doch die Möglichkeit, den Flyer über das Internet
anzusehen, kann sich je nach Entwicklung der Protestaktion natürlich ändern,
auch wenn ich zugegebenermaßen pessismistisch darüber bin – mit Kritik in
eigenen Reihen umzugehen, ist bestimmt nicht leicht, aber diese Kritik ist ohne
Frage wohlverdient.
.. ..
Zu den Anschuldigungen seitens der Autonomen Antifa
Kärnten/Koroška bleibt mir noch kurz zu sagen: gerade in linken Kreisen sollten
Flyer wie diese auf den Grundgedanken des Zieles, die sich eine
Antifaschistische Aktion gesetzt hat, aufbauen – d.h. man sollte im Großen und
Ganzen ein vereinbartes Bild über das Thema Sexismus als Voraussetzung dafür,
einen solchen Flyer zu lesen, vorweisen können, um überhaupt in der Lage zu sein, dessen Inhalt einerseits
und zugegebenermaßen als kleinen Kritikpunkt aufzunehmen, sich aber nicht in
seinen Grundwerten bedroht zu fühlen und wiederum verbale Äußerungen zu
tätigen, die eines erwachsenen Menschen unwürdig sind – übrigens: für Burschis
hab ich diesen Flyer bestimmt nicht gedruckt und deren Meinung dazu
interessiert mich auch gar nicht.
.. ..
Den "Kampf der Geschlechter" mit den Waffen
der Gewalt führen nur die selbsternannten Krieger_innen. Ich und die Mitglieder
der lokalen, kleinen und kriegsunwilligen Antifa Hermagor/Šmohor haben die
Waffen längst verschrottet und lachen über militante, menschenverachtende
Strukturen in linken und rechten Kreisen.
.. ..
Gegen den Krieg und für den friedlichen Dialog
zwischen Mann und Frau!
Gegen jedwede Form des Sexismus!
Sexismus basiert auf geschlechtsunspezifischen Problemen.
.. ..
Denn da einige der Antifa Kärnten/Koroška offenbar
die Definition des Sexismus nicht zu kennen scheinen, mach ich mir die Arbeit,
sie aus Wikipedia zu zitieren: „Unter Sexismus versteht man die Diskriminierung
oder Unterdrückung von Menschen allein aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit.“
(de.wikipedia.org/Sexismus)
.. ..
Stellt euch vor, es ist Krieg – und niemand geht hin.
.. ..
.. ..
J.M.R., 08. November 2009
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Monday, October 26, 2009
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Die Misandrie (griech. „Männerhass“)
wird durch eine feindselige und stereotypische Haltung gegenüber
Männern definiert und stellt eine Form des Sexismus dar, der durch
gezielte Diskriminierung gegen Männer offen und ungerechtfertigt
betrieben und durch den Prozess des Gender-Mainstreamings zu
legitimieren versucht wird.
Das destruktive, misandristische
Verhalten nährt den „Kampf der Geschlechter“, der in dieser Form nicht
weiter existieren darf! Trotzdem die Emanzipation der Frau noch
ausbaufähig ist: die Misandrie im speziellen scheint sich seit einiger
Zeit immer weiter auszubreiten und wird von eingeschüchterten Männern
oft kritiklos hingenommen, um nicht als frauenfeindlich zu gelten –
dieser Gestalt des missglückenden Dialoges zwischen den Geschlechtern
gilt es nun, eine neue Form zu geben.
Für ein friedvolles Miteinander zwischen Mann und Frau!
Gegen den radikal-feministischen Konsens!
Gegen den „Kampf der Geschlechter“!
Stopp dem Sexismus!
Stopp der Misandrie!
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Sunday, September 20, 2009
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Die Medienrevolution innerhalb der
österreichischen Neonazi-Szene hat ihren vorläufigen Höhepunkt
gefunden. Die Texte, die an rassistischen und homophoben Gedanken und
Äußerungen kaum zu überbieten sind, bilden einen Teil des neuen,
„nationalen Widerstandes“. Die BetreiberInnen von Alpen-Donau.info, die
durch die Speicherung der Daten auf einem amerikanischen Server
angeblich „nicht ausgeforscht werden können“ und sich vorerst weiter
hinter der Maske der Anonymität verstecken dürfen, ließen es sich
hinsichtlich des am 20. September 2009 in Klagenfurt stattgefundenen
Ulrichbergtreffens nicht nehmen, im Vorfeld dazu Hauptakteure der
Kärntner Linken und Gegner – GAJ Kärnten, Antifa, Kommando R.O.S.A., AK
gegen den Kärntner Konsens – zu „beleuchten“ und ihrem interessierten
Publikum zu präsentieren: und das gleich – selbstverständlich
rechtswidrig, wie alles andere auf dieser Seite auch – mit persönlichen
Daten, Fotos und Wohnadressen der jeweiligen Betroffenen!
Bezogen auf den Vortrag „Kärnten und
seine rechts-revisionistische Gedenkkultur“ am 17. September 2009 in
der Stadtbibliothek Hermagor also nicht verwunderlich, wenn der
Vortragende des „AK gegen den Kärntner Konsens“
anwesende Fotografen und Reporter bittet, ihre Kamera für diesen Abend
ausgeschalten zu lassen, denn „die Kräfte von Alpen-Donau.info durchforsten
vor allem das Internet, um an die gewollten Daten Ihrer Gegner zu
kommen“.
Eine umso bemerkenswertere Leistung der
Betroffenen, sich ungehindert dieser Tatsache der aufkeimenden
Neonazi-Szene trotzdem weiterhin aktiv in den Weg zu stellen.
Und was die Seite Alpen-Donau.info und
ihre möglichen Unterstützer (oder gar Betreiber?) betrifft: Unter
„Verweise“ gibt es unter anderem einen Link zur Internetpräsenz der FPÖ
– was der FPÖ selbst, wie es aussieht, recht gut in den Kram zu passen
scheint. Berechtigterweise unter Verdacht gezogen werden können wieder
einmal der dritte Nationalratspräsident Graf und seine Schergen.
Gegen die Seite ist am besten sofort Anzeige zu erstatten.
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Sunday, September 13, 2009
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Einladung
zum Vortrag des AK gegen den Kärntner Konsens über Kärntens
rechts-revisionistische Traditionspflege: das Ulrichsbergtreffen in
Klagenfurt.
Wann? Am 17. September 2009 um 19:30 Uhr
Wo? In der Stadtbibliothek Hermagor
Was ist mitzubringen? Freunde, Familie, Diskussionsbereitschaft, Interesse
Zu den Flyern: 1 | 2
Ausgerechnet zum 50-jährigen
Jubiläum der bis dato ungehinderten, rechts-revisionistischen
Traditionspflege der Kärntner Ulrichsberggemeinschaft kommt es dieses
Jahr zum vorläufigen Zusammenbruch des umstrittenen Ulrichsbergtreffens
– eine der bislang größten Gedenkveranstaltungen Europas, die
Deckmantel ist für die Vernetzung und den Austausch von
politisch-ideologisch klar zu positionierenden Zeitzeugen, Veteranen
der Wehrmacht/Waffen-SS, Burschenschaftlern und Neonazis – und das in
Begleitung und Unterstützung von PolitikerInnen fast aller Parteien
sowie dem österreichischen Bundesheer. Doch seit dem 50-jährigen
Bestehen des Treffens erteilen Verteidigungsminister Norbert Darabos,
Bgm. Christian Schneider und LH Gerhard Dörfler dem Treffen und dem
damit verbundenen Rechtsextremismus heuer erstmals eine klare Absage,
die schlussendlich zur kompletten Auflösung des Ulrichsbergtreffens
führt. Ein kleiner Sieg im Kampf gegen moralisch und historisch
unvertretbare Kärntner Gedenkkultur – wäre da nicht die kurz nach der
Absage herausgegebene Presseaussendung der FPÖ: Unter der Führung des
FPÖ-Abgeordneten Jannach soll das Gedenktreffen schon dieses Jahr
kurzfristig und provisorisch fortgesetzt werden… (dj)
Dieses Jahr feiert die
Ulrichsberggemeinschaft ihr 50 jähriges Bestehen und somit
traurigerweise ein halbes Jahrhundert ungehinderte
rechtsrevisionistische Pflege von Opfermythen und NS Verherrlichung.
Denn wenn sich Jährlich am Ulrichsberg in Kärnten/Koro?ka, Veteranen
der Wehrmacht und Waffen SS zusammen mit Politiker_innen fast aller
Parteien und Neonazis unter tatkräftiger Unterstützung des Bundesheeres
treffen, geht es ihnen nicht um ein reines Toten- oder
Friedensgedenken. Mit dem Gedenken an die gefallenen Kameraden aus den
eigenen Reihen und an verschiedene Einheiten und NS Organisationen,
wird ein positiver Bezug auf den Nationalsozialismus als Ganzen
hergestellt. Das deren unzählige und unfassbare Verbrechen hier keine
Erwähnung finden ist nur logisch, würde es doch einen positiven Bezug
verunmöglichen. Stattdessen wird versucht die Verbrechen der Nazis mit
anderen aufzurechnen, wie zum Beispiel mit jenen der Partisan_innen, um
somit die Schuld zu minimieren und sich selbst als Opfer darzustellen.
Die Infoveranstaltung soll nicht nur über die historischen und
aktuellen Entwicklungen des Ulrichsbergstreffens informieren, sondern
auch die Rolle des österreichischen Bundesherres herausarbeiten, die
Beteiligung von Neonazis an den Feierlichkeiten aufzeigen sowie den
„Europagedanken“ der Kamerad_innen kritisch fassen und in den
neurechten ethnopluralistischen Diskurs des „Europas der Völker“
integrieren. Und natürlich gibt es auch umfangreiche Infos über die
diesjährigen geplanten Protestaktionen gegen das Ulrichsbergtreffen. (AK gg. d. Kärntner Konsens)
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Thursday, June 11, 2009
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Current mood:  adventurous
Hermagor ist ein Standort, der von seinem belebten Tourismus durch Gäste aus aller Herren Länder wirtschaftlich und folglich existenziell abhängig ist.
Die Tatsache, Repräsentanten der rassistischen, volksverhetzenden und ausländerfeindlichen FPÖ im Gemeinderat Hermagor das Mitspracherecht zu gewähren, steht daher im absoluten Widerspruch zur totalen Abhängigkeit des Gailtales von ausländischen Touristen und Gästen und zum friedlichen multikulturellen Zusammensein zwischen Österreichern und Touristen aus aller Welt während der Sommer- und Wintersaisonen.
Die Propaganda der FPÖ zu den kommenden EU-Wahlen hat uns eindeutig gezeigt, was die Vertreter dieser volksdeutschen Partei von unseren Urlaubsgästen (als auch von unseren Mitbewohnern mit Migrationshintergründen) halten – der antifaschistische Untergrund Hermagor/Šmohor fordert daher GR Steinwender zum sofortigen Austritt aus der FPÖ – oder aus dem Gemeinderat selbst auf – nicht, um die Meinungsfreiheit einzuschränken, sondern um dem Rassismus von Strache und seinen Marionetten endlich auch in Hermagor Widerstand zu leisten und den Mittelfinger zu zeigen!
Denn Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! So auch im Gailtal!
Die Hauptkommandozentrale des antifaschistischen Untergrund Hermagor/Šmohor
Mai, Juni 2009
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Saturday, May 02, 2009
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Wednesday, April 29, 2009
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In der Berichterstattung der KRONE herrscht bekanntlich große Subjektivität - nicht etwa, weil die Berichterstattung in der KRONE wie in keiner anderen Tageszeitung auffällig hoch in Kolumnen von "Dichands Helfern" präsentiert wird, sondern diese KRONE-Kolumnisten selbst gar nicht daran denken wollen, dem Leser ihre Meinungen seriös und sittlich beizubringen.
Doch basiert diese "kronische", journalistische Rüpelhaftigkeit nur vordergründig auf dem Prinzip der Provokation - denn bei Geburtstagsglückwünschen an einem 20. April in Martins "In den Wind gereimt"-Gedichten oder gar Holocaust-Verniedlichungen in Richard Nimmerrichter's "Staberl"-Kolumnen ("Wer den Herrn Hitler überlebt hat, wird auch den Herrn Grosz überleben") ist der Zuständigkeitsbereich der Provokation längst nicht mehr vorhanden - denn Voraussetzung zur Bezeichnung einer Tat als Provokation bedarf es einer Pointe, die in diesen Fällen nicht bzw. wiederum in einem absolut aus dem Kontext gerissenen, vielmehr gar nicht vorhandenen Zusammenhang dargeboten werden.
Am 26. April 2009 schreibt Martin Wolf beispielsweise in seiner "In den Wind gereimt"-Reihe: "Das Ostgesindel, ohne Frage / ist unsrer Städte großer Plage / Ob sie nun Bettler, Räuber, Diebe / ob frech im 'Augustin'-Vertriebe (...)" (sic!) und beendet seine Zeilen mit dem Vers "Kein Wunder, wenn man Strache wählt". Neben seiner politischen Unflätigkeit ist Wolf Martin bekannt für seine lyrischen Angriffe gegen "schwule, linke Kirchenfresser" (28.07.1995) und "Gruppen von verrückten Schwulen" (10.09.1995)
Auch der Briefeschreiber "Jeannee", der täglich einer (prominente) Person in Zusammenhang mit aktuellen Geschehnissen einen Brief zukommen lässt (nebenbei könnte man aufgrund des Schreibstils und der Qualität der Briefe oft meinen, der Mann habe Ghostwriter im Volksschulalter angestellt) schreibt am 22.05.2008 an Eva Glawischnig:
"Frau Glawischnig: Nix gegen Ihre Vorliebe für die „Seitenblicke" und Ihr dort ab und an gezeigtes flaches Bäucherl (das allemal unterhaltsamer ist denn das Pilz'sche Giftverspritzen und die Van-der-Bellen¬Gähnerei), aber verschonen Sie uns fürderhin mit Ihrer Suderei (danke, Gusi) gegen Rassismus. Nicht sehr herzlich, Ihr Michael Jeannee"
Hans Dichand erkennt in einem Interview für den Film "Tag für Tag ein Boulevardstück": "Die sitzen daheim und schreib uns jeden Tag einen Leserbrief, wissen sie. Und ich finde das also wirklich sehr lustig, weil sie schreiben das ja umsonst, sie kriegen ja kein Honorar dafür. Nicht, also es sind Seiten, die uns nichts kosten auch noch."
Im September 2008 zeigt eine ÖVP-Statistik das Verhältnis zwischen Anzahl der Leserbriefschreiber und der tatsächlich im "freien Wort" erschienen Leserbriefe: 1812 Leserbriefe von nur 18 Schreibern, das ist das haarsträubende Ergebnis. Abgesehen von den Vermutungen, Hans Dichand und seine engsten Mitarbeiter stecken hinter diesen 18 Schreibern, sind es zumindest Meinungen von Menschen, die das ideologische Bild der KRONE widerspiegeln - Spitzenreiter dieser 18 Schreiber sind Franz Weinpolter, Helmut Kafka, Franz Köfel, Stephan Pestitschek und Johannes Abl, wobei der Name Franz Weinpolter jeden 2,2ten Tag in der Leserbriefecke aufscheint - er gilt als "Anwalt des kleinen Mannes" und thematisiert in seinen Briefen offenbar am liebsten Inhalte, die sich um Ausländer und Asylwerber drehen. "Da beklagt sich dieser Tage etwa ein 'Franz Weinpolter, Wien', den man nicht im Telefonbuch findet, anlässlich des Todes [von Seibane Wague] im Wiener Stadtpark, dass man "früher noch Neger sagen durfte' und der Tod des Afrikaners wieder einmal ein Grund 'für die links-grünen Gutmenschen (ist), den bösen Rassismus anzuprangern'." (taz.de)
Ein Leserbrief eines gewissen Alfred Hersch vom 08.03.08 hat folgende Worte zum Inhalt: "Wäre es früher möglich gewesen, dass drei Würstelstände nebeneinander aufgemacht hätten? Heute erlaubt man es den Kebabbuden-Besitzern, da man Angst davor hat, als Rassist bezeichnet zu werden. Ist das das Bild von Wien, das man in Zukunft haben will? (...)" Was der Verfasser dieses Briefes mit der Veröffentlichung seines Schreibens erreichen will, kann höchstens erahnt werden. Antwort darauf versuchte allem Anschein nach wiederum der "Dichter" Wolf Martin zu geben:
"Es leitet heutger Wertmaßstab sich direkt von den Nazis ab: Je mehr die was herabgesetzt, je höher wird es heut geschätzt. Und vieles sucht man zu vermiesen, nur weil auch Nazis es gepriesen." (21.03.09)
Angst vor der politischen Macht der Krone brauchen Österreicher nicht zu haben, schreibt Standard-Redakteur Eric Frey am 07.04.08. Doch abgesehen von der politischen Macht sollte man sich Gedanken über die ideologische Macht - hierfür findet das Wort "Propaganda" wieder ihre Anwendung - machen, die die KRONE auf ihre knapp drei Millionen Leser ausübt.
Franz Fucks
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