Bands:Swashbuckle, Ex Deo, Alestorm, Unleashed, Die Apokalyptischen Reiter, Korpiklaani
Location:Seifenfabrik GrazZeit:29.09.2009, 18.00 Uhr
Fotos:Moremetal.OrgDas
PAGANFEST 2009 sollte die erste Metal-Veranstaltung sein die in der Seifenfabrik in Graz stattfinden sollte. Noch mehr Grund für mich also, diese von
Rock the Nation &
Vojo-Concerts organisierte Veranstaltung zu besuchen.
Das Line-Up bestand aus der Creme de la Creme des Pagan, ähm… Partymetal und auch die Location kannte ich eher von Empfängen und div. anderen Veranstaltungen her, also war ich gespannt ob & wie das dort funktionieren würde.
Eines vorweg: Es hat funktioniert…
Die Seifenfabrik ist recht gut gelegen, sofern man mit dem Auto bzw. dem Rad anreist. Letzteres hab ich ausprobiert und da die Halle direkt am Murradweg liegt, ist es auch kein Problem. Parkplatztechnisch ist die Umgebung sowie die Seifenfabrik selbst nicht gerade das Gelbe vom Ei, hat der Veranstaltungsort selbst doch gerade nur 200 Abstellplätze zu verzeichnen. Bei einer Kapazität von über 1000 Besuchern kann das schon mal eng werden.
Die Seifenfabrik ist in 4 große Areale zu unterteilen:
1. der Platz davor. Hier kann man gemütlich (sofern das Wetter mitspielt) abhängen, rauchen und das ein oder andere Selbstversorgerbierchen zu sich nehmen.
2. der Eingangsbereich mit Kassa, Toiletten, Garderobe und Merchareal
3. die sog. Markthalle, welche die recht große Bar beherbergt. Die Ausschank funktioniert schnell und die Preise sind für 0,5l Cola um 2,50 € und 0,5l Bier um 3,50 € noch im annehmbaren Bereich. Dass dem Durchschnittssäufer dies zu hoch erscheint, noch dazu für Heineken, ist aber verständlich.
4. Teil der Seifenfabrik ist die Fachwerkhalle, der eigentliche Konzertsaal. Mit einem Fassungsvermögen von ca. 1200 Personen geht schon was rein, allerdings dürfte man bei Vollauslastung doch das eine oder andere Problem bekommen. Der Saal ist schmal und lang, das schränkt die Breite der Bühne etwas ein, was natürlich der Akustik auch nicht gerade guttut. Drinnen herrscht natürlich überall Rauchverbot, was Areal Numero uno, das Außenareal, wohl zu einem beliebten Teil der Seifenfabrik macht.
Die Securities sind dieselben wie im Orpheum, da ist Konsequenz und gute Arbeit natürlich Programm ;-)
Nun zu den Helden des Abends, den Bands (oder waren es doch die Fans, die dieses Soundmassaker über sich ergehen lassen ließen?):
Vorne weg möchte ich erwähnen, dass ich die auftretenden Bands ja mag (bis auf Swashbuckle) aber für ein Paganfest, hätte ich mir doch auch Vertreter dieses Genres gewünscht.
Als erste Band des Abends waren die o.a.
SWASHBUCKLE an der Reihe. Warum hyped man eine Band die eigentlich nichts kann, was eine steirische Jungbubenkapelle nicht auch oder besser zustande bringen würde? Aber ist ja egal, die Leute fressen sprichwörtlich jeden Dreck, solange er nur teuer verkauft wird und die Marke (= Label) stimmt. Das einzige was noch schlechter und unerträglicher war als diese Band war der Sound.
Großes Kino gab es dann im Anschluss mit
EX DEO. Die halbe Kataklysm Mannschaft, allen voran Tribun Maurizio „Maximus“ Iacono. In feschen Rüstungen (in Anspielung an Cäsars legendäre 13. Legion) lieferten die Knaben dann den perfekten Soundtrack für Sandalenfilme à la „300“ oder „Gladiator“. Live kommt ihr epischer Deathmetal aber bisweilen etwas monoton rüber, was aber auch am miesen Sound („Wo sind die Gitarren!“) liegen konnte. Dennoch eine coole Band mit gutem Songmaterial.
ALESTORM sind nun auch nimmer neu und verlieren ihren Spaß-mach-Status schön langsam. Die schottischen Power-Piraten scheinen anfangs auf der Bühne immer etwas unmotiviert zu sein und entwickeln ihren „Spielspaß“ erst mit der Zeit. Der Sound immer noch mies, aber zu Songs wie „Wenches and Meat“ oder „Keelhauled“ feiert die – durchwegs sehr junge – Meute ordentlich ab.
Die schwedischen Deathmetal Urviecher von
UNLEASHED haben dann deutlich weniger Publikum, dafür einen weitaus höheren Metalleranteil. Klassischer Viking Death, oldschool eben… Die einzige annähernd „Pagan“ Band rettet quasi den Abend was den Metalfaktor betrifft.
Über die eigentlichen Headliner des Abends,
DIE APOKALYPTISCHEN REITER kann man sagen was man will, live sind sie immer eine Wucht. Abwechslungsreiche Songs die sich aus Stilmitteln aller Genres von hart bis zart zusammensetzen wissen zu gefallen, ob man will oder nicht. Die Band, welcher ja im Anschluss an den Abend auf der Pack der Bus entflammte, war auch sehr gut gelaunt und spielfreudig.
Last AND least kamen dann noch die finnischen Waldschrate von
KORPIKLAANI dran. Eröffnet haben sie ihr Set mit „Vodka“ und wie es aussah auch den Tag, denn eher angetrunken und motiviert wie Ozzy auf Valium haben sie ihre Spaßsongs mal eben um 50bpm runter geschraubt. Da sie ja doch recht oft auftreten, werden sie anscheinend ihr Pulver verschossen haben…
Die Seifenfabrik hat jedenfalls den Ansturm ausgehalten und wir können uns auf weitere Veranstaltungen freuen. Wenn das Soundproblem in den Griff bekommen wird, dann erst Recht…
Und auf dem anschließenden Heimweg dachte sich wohl so mancher:
„S’ war halt doch ein schönes Fest, heute wieder voll gewest!“