Gender: Male
Status: Swinger
Age: 27
Sign: Taurus
State: Berlin
Country: DE
Signup Date: 7/17/2007
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Thursday, June 12, 2008
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Wir feiern unser Jubiläum unter der Überschrift Abschied und Wiederkehr. Ihr haltet die 20. Ausgabe von Sacco und Vanzetti in der Hand und zugleich die letzte für die nächsten drei Monate.
Nein, wir gehen nicht in die Sommerferien, keine Sommerpause für Sacco und Vanzetti. Sacco und Vanzetti ist ein Freizeitbegleiter, ein Genussblatt – Sommer und Sonne darf es nie wieder ohne Sozialismus geben. Das war für uns immer klar. Dennoch tut eine kleine Verschnaufpause Not, bevor wir im Oktober back in BRD sind: Stärker, besser denn je – soweit das möglich ist. Dem einen oder der anderen wird unser Fragebogen auf Seite 15 auffallen. Er richtet sich an Euch – ab heute schreiben wir Interaktivität und Mitbestimmung noch größer. Wir brauchen Eure Meinungen, Eure geharnischte Kritik und Euer maßlos übertriebenes Lob, um Euch im Oktober ein noch besseres Magazin vorlegen zu können.
Im Klartext gesprochen: Mit einem ausgefüllten Fragebogen könnt Ihr Sacco und Vanzetti von Morgen mitgestalten. Und wir? Wir machen nichts anderes als die Menschen, die wir in unserer Jubiläumsausgabe vorstellen. Der Schweizer Ausländerfeind Blocher macht sich den Hintern warm, weil mit der EM ausländische Kicker und ihre Fans aus ganz Europa in die Schweiz strömen. Junge Moslems – ob nun bei Türkiyemspor oder im sonstigen sozialen Leben – geben alles, um hier in Deutschland anzukommen, akzeptiert und respektiert zu werden. Asylbewerber lernen Deutsch, um die Enge von Residenzpfl icht, Lebensmittelmarken und Arbeitsverbot wenigstens sprachlich verlassen zu können. Und in Berlin wird gejoggt, fallen jeden Morgen tausende Menschen aus dem Bett, reißen die verklebten Lider auseinander und torkeln durch die grünen Lungen der Hauptstadt – für die Figur, ein wenig Ausgeglichenheit oder etwas Inspiration.
Sie alle machen sich fit für die Revolution – und sei es nur ihre eigene, ganz persönliche. Wie wir auch – in diesem Sommer. Allein funktioniert das aber nicht. Herr Blocher braucht die Macht des Faktischen, also tausende Fahnen schwingende Italiener, Franzosen, Spanier, Polen, für den eigenen geistigen Umschwung. Die Asylbewerber bekommen respektvolle Unterstützung von jungen Berlinern und muslimische Jugendliche setzen auf eine Gesellschaft, die ihr alltägliches Engagement zur Kenntnis nimmt. Sacco und Vanzetti setzt auf Euch und bedankt sich mit drei iPods und weiterhin hochwertiger journalistischer Arbeit – ab Oktober wieder.
Thomas Feske
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Thursday, March 13, 2008
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Diene ich der Kunst oder diene ich der Macht? Für wen baue ich was?
Herrschaft bedingt Kommunikation. Ohne Ausdruck von Macht kann Herrschaft nicht funktionieren. Die Macht kann sich unmittelbar ausdrücken, durch den Einsatz von Militär, Polizei, Geheimdiensten. Sie kann sich jedoch auch subtil verwirklichen – durch das Hohelied, gesungen vom Meisterbarden, durch das Gemälde, das den Mächtigen in herrschaftlicher Pose darstellt, durch ein Gebäude, das Stärke und Unbezwingbarkeit demonstriert.
Kunst kann zu einem Instrument von Herrschaft werden. Wohlgemerkt kann, denn dem Künstler bleibt innerhalb eines wie auch immer gewobenen gesellschaftlichen Abhängigkeitsnetzes die letztendliche Entscheidung: Diene ich der Kunst oder diene ich der Macht?
Wenn die Architektur – das Schwerpunktthema dieser Ausgabe – allein der Ästhetik diente, welch Wohlklang begleitete die Namen der Bauherren und Architekten vergangener Epochen und der Gegenwart! Antoni Gaudi, Friedensreich Hundertwasser und Co. stehen für die Kunst, doch niemals gelöst aus ihren gesellschaftlichen Zusammenhängen. Hermann Henselmann und andere stehen für die Kunst in einer durch bestimmte politische Prämissen geprägten Gesellschaft. Albert Speer und viele weitere sind Stellvertreter des Doppelsymbolismus von Macht und Herrschaft.
Die heutigen Baustellen sind geprägt vom gleichen babylonischen Stimmengewirr wie seinerzeit beim Turmbau zu Babel unter dem Herrscher Nimrod. Selbst wenn sich die postmoderne Architektur der Transparenz, der Nachhaltigkeit und der Funktionalität verschrieben hat, teilt sie ein Wesensmerkmal mit der Architektur vergangener Epochen: Wie der Turm zu Babel ein Symbol der Hybris der Macht gewesen ist, so sind die mittelalterlichen Kirchen Symbole dieser Hybris, so sind die sich in den Himmel erhebenden Wolkenkratzer der Banken, Versicherer und Konzerne ebensolche Zeichen der gleichen Hybris. Macht fragt nicht, sie nimmt. Sie nimmt öffentliche Räume, sie privatisiert, sie gibt neue Funktionen vor. Welchen Weg hat die Architektur heutzutage eingeschlagen? Kunst oder Macht? Was ist etwa das tiefere Wesen einer Shopping Mall – und weshalb? Für wen baue ich was?
Martin Schirdewan
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Thursday, March 13, 2008
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Die neue Ausgabe von Sacco und Vanzetti erscheint am 14.03.2008 an deiner Uni in Ostdeutschland oder in »Neues Deutschland«.
Die Themen der Ausgabe sind u.a.:
- Grüße aus Hütte Einmal im Jahr kommt Paul van Dyk nach Eisenhüttenstadt. Dann herrscht Leben auf Plätzen und Straßen, zwischen stalinistischen Pracht-, bunten Plattenbauten und gerodeten Rückbaugebieten.
- Öffentliche Räume ganz privat Ab zum Schoppen am Potsdamer Platz! Wo 300 Meter weiter Verslummungstendenzen beobachtbar sind, lässt sich gut flanieren, mit allen Sinnen genießen und natürlich: Einkaufen. Aber wehe, wenn da Eigeninitiative – also produktiver Ungehorsam – aufkeimt. Musizieren, demonstrieren und das Betreten von Grünflächen: Streng verboten!
- Eine neue linke Kraft Totgesagte leben länger. Joschka Fischer hat Hassmaske, Motorradhelm und selbst die Turnschuhe längst abgestreift – dafür gibt es in diesen Tagen Jungs und Mädchen vom Studierendenverband DIE LINKE.SDS, die kräftig an der Reanimation der 68er werkeln – und sich in Sacco und Vanzetti vorstellen.
- Resident Evil an der Spree Bye bye, Lampenladen! Die Sieger der Geschichte stehen fest. Und damit niemand ihren Sieg vergisst, wollen sie ihn architektonisch festhalten – auf dem Berliner Schlossplatz. Das Haus des Volkes weicht einem Kulturbau in feudalem Gewand.
- Fußball vs. Countrymusik Countrymusik hat mit Fußball soviel zu tun wie Tom Astor mit Michael Ballack. Es bleibt Gerd Dembowski überlassen, beides (also Musik und Sportart) in einem Buch zusammenbringen.
- Platte vs. Altbau Die Redakteure von Sacco und Vanzetti haben nicht die geringste Ahnung vom alltäglichen Leben in der Platte. Es gehörte also zum guten Ton, diesmal einen Plattenbaubewohner zu Wort kommen zu lassen, wenn es um die alles entscheidende Frage Platte oder Altbau? geht. Gespräch mit einer russischen Ärztin und den Reportern ohne Grenzen.
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Wednesday, February 13, 2008
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Wer redet denn heute noch über Jugendkriminalität?
Niemand. Die U-Bahn-Prügler sind im Wahlkampf Opfer des hessischen Krawallmachers geworden, nützliche Idioten, die 0,1 Prozent der schweigenden Mehrheit angemessen aufgewühlt, empört, angemacht und ihn möglicherweise ein weiteres Mal ins Ministerpräsidentenamt gehievt haben.
Der Türke hat seine Schuldigkeit getan (der Grieche übrigens auch), der Türke kann gehen. Von den wohlfeilen Beteuerungen, Abhilfe schaffen zu wollen, wenn junge Leute zuschlagen, vorzubeugen, verstehen und nachvollziehen zu wollen, ist ein waberndes Angstgefühl geblieben, wenn es dunkel wird in Berlin Neukölln. Mission erfüllt. Darauf kann man bauen.
Die Perversion ist offensichtlich, denn die wahren Gewalttäter machen das pensionierte Opfer und die immigrierten Täter gleichsam zu Spielfiguren im Politmonopoly. Eiskalt in der Parteinahme für die eine Seite und ebenso eiskalt im Links-liegen-Lassen beider Seiten nach erfolgtem Hochkochen.
Mit Verlaub, aber die rassistischen Pauschalurteile an die Adressen junger Migranten haben zumindest ein wenig Sorgsamkeit in der Analyse migrantischer Lebensumstände mit sich gebracht – sozusagen als Abfallprodukt eines öffentlichen Diskurses.
Wenn jetzt die öffentliche Aufmerksamkeit schwindet, ist das das eigentliche Problem, das umso schwerer schwiegt, weil Bild und Koch ein rassistisches Süppchen gekocht haben, das nachschmeckt. Unnötig zu erwähnen, dass migrantischen Jugendlichen die Fäuste gebunden sind, wenn es darum geht, die eigenen Lebenslagen massenwirksam zu erklären.
Um sich hervorzutun, bleibt da nur vaterländisches Engagement – beispielsweise am Hindukusch, wo Gewalt, ob nun gegen Pensionäre oder Menschen jüngeren Alters, per Bundestagsbeschluss gedeckt und damit völlig ok ist.
Empfohlen sei auch die Lektüre unserer aktuellen Ausgabe. In Russland (Bald sind Präsidentenwahlen, deshalb das Thema!) machen junge Menschen vor, wie Gewalt politisch korrekt sein und zugleich auf Wohlwollen der Herrschenden stoßen kann. Das könnte dann auch Roland Kochs Interesse wecken.
Thomas Feske
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Wednesday, February 13, 2008
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Die neue Ausgabe von Sacco und Vanzetti erscheint am 15.02.2008 an deiner Uni in Ostdeutschland oder in »Neues Deutschland«.
Die Themen der Ausgabe sind u.a.:
- CCCP - Kirgistan Lenin hat den Ala-Too Platz verlassen. Eine neue Freiheitsstatue herrscht jetzt über den größten Platz der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. Es hat sich einiges geändert in der ehemaligen Kirgisischen SSR.
- Jugend in Putins Russland Die Russen kommen! Und zwar nach Deutschland – mit unterschiedlichsten Erwartungen und Erfahrungen. Was sie hier wollen, haben sie uns erzählt.
- Flüster mir ins Teig-Ohr Pelmeni at its best. Ein kulinarischer Feldzug durch die Berliner Imbisslandschaft. Dort, wo deutsche Leckermäuler die russische Gastronomie okkupieren, haben unsere Autoren den Selbstversuch gewagt und sich Lenins Lieblingsgericht gewidmet.
- Ein Lehrstück in Zensur Der Beschränkung grundlegender Bürgerrechte sind scheinbar keine Grenzen gesetzt. Das wissen Dokumentarfilmer in Russland genauso wie couragierte Artikelschreiber in Deutschland.
- It`s time for an attitude Frauen haben seit jeher eine Affinität zu Goldkettchen. Manch eine macht ihre Leidenschaft zum Beruf – Emanzipation im Hiphop, word!
- Nicht einfach nur ein Job Der sterbende Schwan quicklebendig – in Sacco und Vanzetti spricht eine russische Ballerina über ihre Arbeit in Deutschland und natürlich über Vladimir Malakhov.
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Wednesday, January 09, 2008
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Die neue Ausgabe von Sacco & Vanzetti erscheint am 11.01.2008 exklusiv in »Neues Deutschland«.
Die Themen der Ausgabe sind u.a.:
- Grüße aus der Provinz Spießigkeit kann man auf der Landkarte finden: Beste Grüße aus Syke! Der alltäglichen Langeweile begegnen die jungen Einwohner des Städtchens mit der Rockwurst und Hochprozentigem.
- Einer geht noch... Es wird gepimpt, was das Zeug hält: Schrottkarren, Drahtesel und Inneinrichtungen von vorgestern. Wir pimpen uns selbst – mit allerlei Hilfsmitteln an allerlei Körperstellen. Drogen als unser alltäglicher Begleiter.
- Essen als Droge Es ekelt die Redaktion von S&V an, mit welcher vorgeschobenen Fürsorglichkeit die schicke Gesellschaft Fettsüchtigen entgegenkommt, all die behutsam mitleidigen Verweise auf Gesundheitsrisiken, wo sich die meisten ästhetisch irritiert fühlen. Wir lassen die Süchtigen sprechen.
- Gejammer und Gestöhne Im Gespräch mit einer Telefonsexanbieterin: Unsere Phonebitch stöhnt am Apparat viersprachig. Was die Männer von ihr wollen, geht über bloßen Sex hinaus. Sie wollen ein offenes Ohr, ein gutes Gespräch. Einige wollen es täglich. Sie treibt die Sucht nach Zuneigung an die Sprechmuschel.
- »Rauchen ist Teil meines Lebens.« Nein, die beiden S&V-Redakteure rauchen nicht. Wir sind dennoch gern bereit, in unserem Magazin zum Thema Rauchverbot auch einen Raucher zu Wort kommen zu lassen – mit all seine Gesundheitsgefährdenden Positionen.
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Thursday, December 13, 2007
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Hugo Chávez und Wladimir Putin haben lediglich eines gemeinsam: Sie geben dem Westen mal wieder die Möglichkeit, den Zeigefinger zu heben. Sie sind die Projektionsfläche für die weggeklemmten Selbstzweifel der Bilderbuchdemokraten östlich und westlich des Atlantiks, die schon lange vor Guantanamo, Blackwater auf der einen Seite und Kosovo, Afghanistan auf beiden Seiten ihre Unschuld verloren haben.
Der Alleinherrscher Chávez will eine Gesellschaft nach seinem Bilde und verliert die Unterstützung dafür. Dass er das eingesteht, gesteht man ihm bei uns nicht zu. Warum auch? Hierzulande geht man mit Wahlschlappen anders um – siehe EU-Verfassungsvertrag. Und Putin? Der neue Antidemokrat an der Moskwa war nur einer von Acht, die sich im Sommer hinter Stacheldraht vor dem Souverän verschanzten, und bekommt jetzt von denen Breitseite, die im Mai 2007 harmlose Norddeutsche zur Geruchsprobe zwangen, gigantische Zäune in die Natur klatschten und Mecklenburg-Vorpommern mit Kameras spickten. Die Weihnachtszeit ist die Zeit der internationalen Gutmenschen, die Zeit, in der schwülstige Festtagsreden den Weihnachtszuschlag für Hart-IV-Empfänger ersetzen und wo wohlfeile Ratschläge an Antidemokraten in Osteuropa, Südamerika und sonstwo den kritischen Blick auf die eigenen Defizite verstellen. Schöne Bescherung.
Denen, die in diesen Tagen nach Alternativen suchen, zwei Vorschläge zur Güte: Wenn der ehemalige Direktor des Internationalen Währungsfonds zu Weihnachten wieder gegen unmoralisch hohe Managergehälter köhlert oder Frau Dr. Merkel am Silvesterabend droht, 2008 auch den Letzten mit dem Aufschwung zu belästigen, dann: Einfach mal den Ton abschalten und den Pappnasen die eigenen Worte in den Mund legen – kann wirklich lustig sein, gibt ein wohliges Gefühl medialer Allmacht und bewahrt davor, die Ohren vollgeschleimt zu bekommen. Zweiter Vorschlag: ein netter Nachmittag im Café – mit Sacco und Vanzetti im Gepäck, falls der Boyfriend mal wieder nichts zu erzählen hat. So lässt sich der Dezember rumkriegen. Wir sehen uns dann im Januar wieder.
Thomas Feske
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Friday, December 07, 2007
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Die neue Ausgabe von Sacco & Vanzetti erscheint am 14.12.2007 exklusiv in »Neues Deutschland«.
Die Themen der Ausgabe sind u.a.:
- In Israel gibt es Opium für alle Sexy Militär gibt es wohl nur im heiligen Land. Da könnten sich unsere moosgrünen Männer und Frauen ruhig eine Scheibe abschneiden. Was passiert, wenn respektlos atheistische Touris durch Israel ziehen, ist in unserer Reisereportage nachlesbar.
- Geldgeschenke fürs System Habt Ihr's gewusst? Weihnachten beginnt schon im August. Und wo früher im Dienste des rheinischen Kapitalismus Weihnachtsstollen en masse vertilgt wurden, ist der heutige Beschenkungszwang nur noch System erhaltende Geste.
- Go for Veggies In der Weihnachtszeit fristen Vegetarier zischen Truthahn, Würstchen mit Kartoffelsalat und anderem Schweinkram ein Schattendasein. Aber keine Sorge: Wer sucht, der findet selbst in Berlin ein vegetarisches Restaurant mit moderaten Preisen und selbst gemachtem Joghurt.
- Der Weihnachtspunk geht um Einen Organismus unterm Weihnachtsbaum – warum nicht? Oder George W. Bush mit Schädeltrauma? Im Wünschen seid kühn und munter!
- Wir sind keine Vorzeigeband Die Prominenz gibt sich bei uns die Klinke in die Hand. Der Hausmeister wird abgelöst durch den Altpunker und mit Campino findet auch Helmut Kohl seinen Platz in unserem Magazin.
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Thursday, November 08, 2007
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Mit der heute, am 9. November 2007, erscheinenden 13. Ausgabe beginnt das zweite Jahr des öffentlichen Wirkens von Sacco und Vanzetti. Die Ansprüche, die wir hierbei an uns - die Redaktion selbst und unsere vielen fl eißigen Mitarbeiter - stellen, sind dabei permanent gewachsen.
Die Erfolgsgeschichte von Sacco und Vanzetti geht in ein neues Jahr und nimmt sich mit der aktuellen Ausgabe die Zeit, besinnlich zurückzuschauen. Nicht auf uns selbst, sondern auf Germany`s 9/11.
Der 9. November ist wohl der Tag der deutschen Geschichte, der sich selbst kaum ertragen kann, so bedeutungsschwanger und historisch aufgeladen ist er. Oder besser: Wurde er aufgeladen von den Patrioten und dem Scheitern ihrer Revolution 1848, von den Revolutionären des November 1918 und der doppelt ausgerufenen und so ganz verschieden gemeinten Republik von Philipp Scheidemann und Karl Liebknecht, von Adolf Hitler und Ludendorff und ihrem Putschversuch 1923, von den die jüdische Kultur und den jüdischen Glauben in Deutschland zerschlagenden Nazibanden 1938. »Hilfe« möchte man schreien und sich die Decke über den Kopf ziehen. Die Deutschen scheitern an sich oder an ihren falschen Propheten. Wäre da nicht der 9. November 1989. Der wird schließlich als Erfolg verkauft. Und als geglückte Revolution. Wäre doch auch zu ärgerlich, immer am gleichen Tag des Jahres mit seinen politischen Umsturzversuchen in der Geschichtslosigkeit zu versinken.
Womit ich wieder direkt bei Sacco und Vanzetti bin. Irgendwann einmal sagt man vielleicht – nach Ansicht der Redaktion sogar ganz bestimmt – der 9. November 2007, das war der Beginn des zweiten Lebensjahres von Sacco und Vanzetti. Ein wirklich geschichtsträchtiger Tag!
Martin Schirdewan
P.S. Ein bisschen stolz auf das bisher Erreichte sind wir natürlich. Auch wenn uns angesichts der Arbeit an der aktuellen Ausgabe fast der einjährige Geburtstag unseres Magazins entfallen wäre.
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Thursday, October 11, 2007
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Ich weiß nicht warum, aber ich mache mir in letzter Zeit des öfteren Gedanken über das Altern. Ich frage mich: Wem glotze ich in 30 Jahren hinterher? Bleibe ich an jungen Dingern kleben und zehre ich vom Nimbus des reifen, erfahrenen Mannes? Werde ich ein geiler alter Bock? Oder verstehe ich, was mir jetzt noch verschlossen bleibt? Es ist die Angst vor dem Altern, die mich umtreibt.
Und die geht mir gehörig auf den Sack. Ich habe sie mir nicht ausgesucht – man hat mir gesagt, die Zeit sei reif für solche Gedanken, sie sei es immer. Was das Altern betrifft – habe ich letztens gelesen – befinde sich unsere jugendwahnsinnige Gesellschaft letztlich auf einem Laufband. Wir trimmen uns, laufen um unser Leben, nur um bitte, bitte nicht voranzukommen.
Da wo wir – normal gelaufen – hinkommen würden, soll es nicht schön sein. Erzähl das mal einem, der bereits dort ist. Kurt Julius Goldstein, Überlebender von Auschwitz und des Todesmarsches von Buchenwald, ist gestorben – mit 93 Jahren. Die meisten schätzen in ihren Nachrufen an ihm, dass er trotz seines hohen Alters an Schulen und Unis gegangen ist, um zu erzählen. Das ist natürlich Unsinn.
Kurt Goldstein ist gerade wegen seines hohen Alters durchs Land gereist, hat mit jungen Leuten gesprochen, sich immer wieder erinnert. Das, was er erlebt habe, reiche für drei Leben, soll er manchmal gesagt haben. Wenn man ihn hörte, wünschte man sich, man hätte ihm einiges davon ersparen können. Die Alten leben in ihren Erinnerungen. Heute ist das nicht mehr schick. Dabei wäre das Heute nicht das Heute ohne die Alten – auch nicht ohne ihre Erinnerungen. Und dennoch halten wir für sie nur Unverständnis und Mitleid bereit und uns befällt die Angst, ihr Schicksal zu teilen.
Als Schüler vom ständigen Holocaust-Geschwafel ächzten und unsere GaGa-Gegenwartsgesellschaft die eigene Vergangenheit vergaß, als in den Unis die Deppen saßen – über einige wird auf Seite 5 berichtet – hat sich Goldstein wieder und wieder auf den Weg gemacht, um das Jetzt zu komplettieren. Eigentlich nicht schlecht für einen alten Mann. Dafür gebührt ihm Respekt. Das sollte in unseren Nachrufen stehen.
Thomas Feske
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