Martin Zellhofer hat für www.evolver.at eine Rezension unserer ersten CD geschrieben. Das Original gibt es auf http://www.evolver.at/musik/Club_Valat_Gestern_war_noch_Sommer/. Wer mag, kann den Text auch hier lesen:
Ana hot immer des Bummerl
'Alles verloren, alles verloren, was ich hab ...' Schon einmal valat gewesen? Schon einmal so richtig alles verspielt? Ein Wiener Trio erhebt den Verlust zur Maxime und formt aus selbsterlebten, emotional bedeutsamen Ereignissen melancholische Songs. 17.12.2008
Seit 2007 machen drei eigentlich recht fröhliche Menschen gemeinsam als Club Valat melancholische Musik. Der Unterschied zwischen dem sonnigen Gemüt der Band-Mitglieder und ihrer musikalischen Aussage erklärt sich aus der Annahme, daß '... verlieren wohl jeden traurig macht' - und sei er noch so eine Frohnatur. Der einem Kartenspiel entlehnte Begriff 'valat' soll der Band zufolge die Melancholie einfangen, die mit einem wie auch immer gearteten Verlust einhergeht.
'Kaffeehauspop' nennen Club Valat ihren musikalischen Stil. Die Erfindung dieses neuen und sehr schönen Begriffs ist einfach erklärt: 'Pop' resultiert aus der Tatsache, daß der musikalische Output der drei einfach mehr danach klingt als nach Rock. Und weil die Band auf ein Schlagzeug verzichtet, kann das Ganze relativ problemlos und ohne allzugroße Lärmentwicklung auch im Kaffeehaus dargeboten werden.
Pop ist es dann aber doch keiner, den die Musiker da fabrizieren; das wäre mit den gespielten Instrumenten - zwei Gitarren und einem als Klavier verwendeten Korg - auch schwer machbar. Als 'traurige, melancholische, schöne, dahinfließende Musik' beschreibt die Band ihr tatsächliches Schaffen - und genau das charakterisiert die vier Nummern der soeben erschienenen EP 'Gestern war noch Sommer' sehr treffend. Zwei der Stücke ('Bis wir, dann warn wir' und 'Gestern war noch Sommer') kommen durch eine flottere Gangart nicht ganz so traurig daher, während der 'Conversesong' und 'Im Stadtgarten' auf die Tränendrüsen drücken. Eine markante Stimme und die textliche Ebene stehen im Vordergrund, die dezente Instrumentierung ist Beiwerk. Die Platte würde ohne die beiden Mitmusikanten auch als klassisches Singer/Songwriter-Werk eines Solisten funktionieren.
Auf deutsch gibt der für die autobiographisch gefärbten Texte verantwortliche Sänger einen Einblick in sein Innerstes, doch dem Hörer erschließen sich die Gedanken des Künstlers kaum - zu abstrakt ist das textlich Dargebotene. Hier darf und muß interpretiert werden. Fest steht, daß es in allen vier Stücken um die Liebe geht. 'Vielleicht verschönern wir mit unserer Musik den einen oder anderen Moment mancher Menschen', meinen Club Valat. Das wird dem Trio sicherlich gelingen ...