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Toby Knapp
Misantrophy Divine
Rock it Up Records
Gitarrenheroes gingen eigentlich immer wieder an mir vorbei. Um so etwas zu lieben, muss man wahrscheinlich selber Gitarrist in einer melodischen Metalband sein oder eben Jazzfreak…
Ich finde immer die Gitarristen gut, die irgendwie auf den Punkt kommen. Die Sorte, die eben nur ihre Fingerfertigkeit darlegen möchte, meide ich ebenso wie den Mutantenstadel oder The Dome. Zu den guten aber fallen mir spontan Michael Schenker und Paul Gilbert ein.
Natürlich war ich also eher skeptisch als mir der Name Toby Knapp zum ersten Mal in meinem Umfeld begegnete.
Aber, dann wurde ich angenehm überrascht, denn der ehemalige Onward-Gitarrist hat sich glücklicherweise für vier Songs Verstärkung am Mikro besorgt. Deen Sternberg, durch INTO ETERNITY relativ bekannt ist dann auch ein wirklich Guter, der mit hoher und angenehmer Stimmer aufwartet. Die von ihm unterstützten Stücke sind dann auch durchweg progressive Power Metal Songs, die zu gefallen wissen.
Bei einem der zwei Bonustracks greift Herr Knapp dann auch persönlich gesanglich ein und das auf ziemlich heftige und düstere Weise. Das wirkt nach dem sonst hochwertigen, melodischen und prägnanten Gesang wie eine Notlösung. Passt komischerweise trotzdem irgendwie…
Merkt der geneigte Leser, dass ich mich schon eine ganze Weile versuche um die Instrumentalstücke herum zu drücken?
Erwischt? …Erwischt! Is‘ tatsächlich so…
Aber gut, was sein muss, muss eben sein: Es ist alles sehr ausgefeilt und hier und da klingt..s richtig gut. Da sind dann starke und ausdrucksvolle Melodie zu hören, aber trotzdem …ich bin ständig versucht, das allgegenwärtige Knöpfchen auf einen der Songs mit Deens Gesang weiter zu drücken!
Insgesamt ein wirklich gutes Album! Ich glaube, dass diese Scheibe, damals in der ganz großen Zeit solcher Griffbrettakrobaten durchaus eine gute Chance gehabt hätte. Tony Knapp hätte neben Friedman, Gilbert, Cacophony und, und, und… zu bestehen gewusst!
Guido