STAHL EISEN
(Fußball muss weh tun)
1987
In einer grauen Vorzeit ohne Premiere Sportsbar, goldene Fußballschuhe und Johannes B. Kerner beschlossen einige damals noch erschreckend junge Barkeeper und Gäste der zu der Zeit noch recht verwegenen Viertelkneipen "Lemans" und "Airport", ihren allnächtlich geschundenen Körpern einmal wöchentlich bei deren Entgiftungsbemühungen beizustehen.
Der Vokuhila war gerade verboten worden, debile rechte Hooligans machten in nicht zu übersehender Anzahl das, was sie am besten können und bei den Mädels hatte man(n) im Werdertrikot einen Erotikfaktor knapp jenseits von Briefmarkensammlern.
Fußball war also überhaupt nicht political correct und erst recht nicht sexy.
Eine skurrile und erstaunlich langatmige Symbiose aus Leidenschaft und Leidensbereitschaft muss es also gewesen sein, die seitdem vielleicht schon 3 Generationen Fußballverrückter Woche für Woche in die Pauliner Marsch führte.
1992
Stahl Eisenhüttenstadt, der Finalist des allerletzten DDR-Pokalfinales wurde bei der Zusammenlegung der Ligen von Ost und West in die 3.Liga versetzt - und damit zur Bedeutungslosigkeit verdammt. Da der DDR-Pokalsieger jedoch als Doublesieger im Europapokal der Landesmeister spielte, durfte Stahl als Drittligist noch einmal im Europapokal der Pokalsieger großen Fußball spielen, bevor es für immer Nacht wurde.
Im April desselben Jahres öffnete das EISEN seine Türen.
Was diese beiden Ereignisse miteinander zutun haben?!
Gar nichts.
Aber unsere mittlerweile im EISEN ihre Trainingslager abhaltenden Fußballer beschlossen, sich als "STAHL EISEN" für die erste Saison der neugegründeten "WILDEN LIGA BREMEN" anzumelden.
Der Triumphzug konnte beginnen.
Tat er aber nicht.
Erst als Fußball in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend Akzeptanz fand und manche Frau doch tatsächlich begann, sich für 5 Sekunden Trikottausch zwischen Luis Figo und David Beckham 90 Minuten langweiliges Gekicke anzutun, spielte STAHL EISEN zunehmend erfolgreicher, manchmal schön und selten sogar Beides. Vereinzelt wurden Spieler sogar abends in der Kneipe mit ihrem verschwitzten Trikot gesichtet...
Was beide Entwicklungen miteinander zu tun haben?!
Natürlich wieder rein gar nichts.
ERFOLGE:
seit 1992 als Gründungsmitglied in der Wilden Liga Bremen
1997 Platz 9 bei der Deutschen Alternativmeisterschaft im Fußball (DAM) in Bremen
1998 Bremer Hallenmeister
1998 Vizeweltmeister bei der Bolz-WM in Kassel
1998 Karl-Marx-Cup-Gewinner in Trier
1999 Platz 13 bei der DAM in Bremen
1999 Bremer Hallenmeister
2000 Platz 1 Kleinfeldturnier der Wilden Liga
2000 Platz 14 bei der DAM in Regensburg
2001 Bremer Pokalsieger
2002 Platz 15 bei der DAM in Berlin
2002 Platz 23 bei der Bolz-WM in Kassel
2003 Platz 5 bei der DAM in Bremen
2003 Bremer Meister und Pokalsieger und damit ERSTER Doublegewinner in der Geschichte der Wilden Liga Bremen
2004 Platz 16 bei der DAM in Kassel
...unzählige hübsche aber unbedeutende Pokale in Bremen und Umgebung abgestaubt
Veröffentlichungen:
(Um bei der Deutschen Alternativmeisterschaft dabei sein zu dürfen, musste man nicht nur gut aussehen, trinkfest sein und erträglich Fußball spielen können... man musste sich auch originell (?) bewerben. Folgende unserer Bewerbungen haben sogar bleibenden kulturhistorischen Wert.)
1997 CD Ladde Jürgens und die Stahl Eisen Singers: „Buenos Dias Moskovskaya"
2000 Kurzfilm (13 min.) „Mais que nada" - ein NIKE-Werbespot mit der brasilianischen Nationalmannschaft: Die unzensierte Urfassung
2004 Kurzfilm (11 min.) "ESDS - Eisen Sucht Den Spielmacher" - auch das ist Casting