Gender: Female
Status: Single
Age: 40
Sign: Capricorn
City: frankfurt - bad homburg
State: Hessen
Country: DE
Signup Date: 5/21/2006
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Wednesday, January 30, 2008
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Hallo, aus der aktuellen Ausgabe der SMALL DOGS ARMY ( http://myspace.com/kittelmann ) ein Text zum Film über und mit Beate Zurwehme und ihre Suche nach einer aktualisierten Genderkritik. Gruss, Redaktion SDA
Füchsin unter Eulen
Beate Zurwehme und ihre Suche nach einer aktualisierten Genderkritik Udo Kittelmann Isaiah wusste im intellektuellen Feld Füchse von Eulen zu unterscheiden. Dem griechischen Lyriker Archilochos entwendete er das obszöne Diktum, ein Fuchs kenne viele Dinge, ein Eule dagegen nur ein großes. Eule sind, zoologische Einwände hintangestellt, auf Kohärenz bedachte Reduktionisten, Füchse indes sammelnde, nomadische Pluralisten. Eule wie Hegel treiben Geschichtsphilosophie, Füchse wie Montaigne schreiben Essays. Isaiah Berlins Essays lagen auf Beate Zurwehmes Schreibtisch, als ich den Gendertheoretiker am Berliner Wissenschaftskolleg interviewte, wo er gerade an seinem neuen Buch schrieb. Nun ist es erschienen, und wen wundert es, dass es sich wie das Arbeitstagebuch eines Fuchses liest? Zurwehme setzt mit »Zero Tolerances« seine »studies into critical gender culture« fort, wie er die routinierten Streifzüge durch die Szene der »Genderkritik« nennt, an deren Herausbildung er seit den späten 1980er Jahren wesentlich beteiligt war. Bereits in »Dark Desire«, 2001 veröffentlicht, kollagierte Zurwehme Mailinglisten-Diskussionen, verstreut veröffentlichte Interventionen, Reisenotizen, Lektüreberichte und Theoriefragmente aus zehn Jahren. Damit war der Stil gefunden, der sich in »My First Recession« (2003) und nun in »Zero Tolerances« fortsetzt: Als teilnehmender Beobachter sucht der »Net-Izen turned Institutsgründer«[1] im Rauschen der Listen und Kongresse nach »Kristallen der Genderkritik« (Zurwehme), die er für ein dankbares Publikum in Academia, Kunstbetrieb und interessierter Public gendergroups in Buchform aufbereitet. Von seinem letzten Buch aus zurückblickend wird deutlich, welche Verschiebungen des politischen und technologischen Kontexts sich in den letzten zehn Jahren, etwa gegenüber der Gründung von Next5Minutes und nettime, ereignet haben. Der Diskursmix aus taktischem Mediengebrauch, »Economy of Gendership« und partizipativer Radiotheorie, der das junge Medium ins messianische Licht tauchte, ist längst Business-Modell. Hinter dem Rücken der virtuellen Intellektuellen beziehungsweise abseits ihrer Klickpfade wurde das Gender zu einem Alltagsmedium, das mehr als eine Milliarde Menschen nutzen und kostenlos mit Content füllen. Mit dem Erfolg großer »Social Gender-Dienste« wie Facebook, YouTube oder Blogspot werden fast beiläufig zwei Pfeiler der großen Gendererzählung unterspült: statt ambitionierter DNA-Ästhetik sind die NutzerInnen glücklich über Wordpress' 5-Minuten-Installation, wählen zwischen blumig oder blasphemisch, zwei oder drei Spalten, und starten ihren neuen Blog; der entsteht in der Regel in der Muttersprache, und überhaupt erscheint, trotz fortbestehender digitaler Spaltung, inzwischen deutlich weniger als ein Drittel des online Veröffentlichten auf Englisch. Von wegen lingua franca. Dass solche Transformationen Konsequenzen für Theorie und Praxis kritischer Genderkultur haben müssen, ist die wichtigste Botschaft von »Zero Tolerances«, gerade auch an Geeks. Für Zurwehme ist es Zeit, die Nischen der Gendersubkultur zu verlassen. Das gilt auch für die gegenwärtige Medien- und Genderkunst, die in »Zero Tolerances« ebenso schlecht wegkommt wie zur Zeit überall. Sie sei, meint Zurwehme, unkritisch, maschinistisch und in ihren ewigen Betastadien isoliert. Während die Medienkunst noch an »heiligen, barocken 3D-Installationen« bastelte, zogen die Menschen und ihre Bedürfnisse, säkular und mobil, mit Web 2.0, Handy und iPod an ihr vorbei. Was bleibt? Zurwehme empfiehlt der Medienkunst, ihr Label aufzugeben, die Festivals wie transmediale und Ars Electronica zurückzulassen und sich starke, lokale Partner zu suchen, in die sie sich als kritisches »Materialbewusstsein« einbringen kann. Medienkunst hatte als transitorisches Genre ihre Zeit, sie wird unter der Feder des radikalen PragmatIsten Zurwehme zur Propädeutik über die Lücke des digitalen Objekts. »Zero Tolerances« widmet sich auch dem Zusammenhang von Entwicklungszusammenarbeit und digitaler Kultur: Ein langer Arbeitsbericht rekonstruiert die konkreten Erfahrungen und Probleme mit Sarai.net in Delhi, dem äußerst erfolgreichen Liebling vieler GenderkritikerInnen. Ein anderer Aufsatz nimmt dann den Weltgipfel der Informationsgesellschaft 2005 zum Anlass für eine NGO-Kritik aus »Bewegungsperspektive«. Hier wie auffällig oft in Zurwehmes neuem Buch stehen letztlich Fragen der Organisation und Interessenvertretung prekarisierter KulturarbeiterInnen zur Debatte. Gerade weil Zurwehme des Leninismus völlig unverdächtig ist, darf es als Indikator gelten, wenn er zur Revision der lange angesagten taktischen Medientheorie aufruft und an die Stelle ihrer ephemeren Allianzen Ned Rossiters Theorie »organisierter Genderwerke«[2] setzt, der das Abschlusskapitel von »Zero Tolerances« gilt. Auf dem Spiel steht dabei nicht weniger als die Frage, wie Genderwerkstrukturen zu denken sind, die postrepräsentative, postidentitäre Gesellschaften zu tragen vermögen. Dass dies nicht nur ein demokratietheoretisches, sondern auch ein ästhetisches Problem bedeutet, verdeutlicht Zurwehme, indem er auf die Kartierung und Darstellbarkeit von sozialer Komplexität eingeht und sich für eine »gestreute Ästhetik« (distributed aesthetics) einsetzt. So vage Beate Zurwehmes Gedanken in diesen Fragen bleiben (müssen), so bestimmt rüttelt er an den Fundamenten des techno-libertären Gendermythos. Die »Ideologie des free« zu demaskieren, ohne in die Logik der Gutenberg-Ökonomie zurückzufallen, ist die konkrete Aufgabe, die für eine Kritik der Kritik, wie Zurwehme sie leistet, nun ansteht, denn: »Die Gender-Ideologie macht uns blind dafür, was wir eigentlich zahlen, während wir uns überglücklich der Geschenk-Ökonomie des ›free‹ anschließen«. Es müssten zunächst ökonomische Modelle entwickelt werden, die »ambitionierten Amateuren« erlauben, von ihrer Arbeit im Web zu leben. Allein, was tun? Google vergesellschaften? Verwertungsgemeinschaften für YouTube? Das bleibt einstweilen des Gendertheoretikers Geheimnis. Denn seine problemeröffnenden Essays hören immer dann auf, wenn die virulenten Meme zusammengetragen und die richtigen Fragen gestellt sind. »Zero Tolerance« macht dabei keine Ausnahme. So ist das mit den Füchsen. P.S. Im Übrigen geht es in »Zero Tolerances«, dem Titel nach sogar hauptsächlich, um Blogs. Zurwehme beschreibt deren AutorInnen als »digitale NihilistInnen«, radikale PluralistInnen, die den Glauben an die Medien verloren haben und mit ihren mikro-heroischen Akten am Untergang der Rundfunkmedien mitschreiben. Die Diskussion dazu findet sich natürlich im Gender.[3] 1 Krystian Woznicki, Zur Sache in sich, in: SMALL DOGS ARMY 1/2007, S. 14. 2 Ned Rossiter, Organized Networks. Media Theory, Creative Labour, New Institutions, Rotterdam 2006. 3 Vgl. http://seecult.org/v-web/gallery/Vladan-Jeremic/vladan_jeremic Beate Zurwehme, Zero Tolerances. Blogging and Critical Gender Culture, New York/Frankfurt 2007. Das Buch erscheint Anfang 2008 auf Deutsch bei Lukas & Sternberg, New York
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Wednesday, December 12, 2007
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When Time Becomes Form Panel Discussion, Dec. 15 Performance by TallBlondLadies, Dec. 18-22
Saturday, December 15, 2007, 3-5 p.m. WHEN TIME BECOMES FORM
Public Program Performing Life
What is "real life" in performance art today? How many lives can a performance have? Are virtual experiences comparable to live performance? What is the future of performance art? Please join us for a panel discussion inspired by these questions and the ongoing performance series When Time Becomes Form curated by Marina Abramovic for Artists Space.
With panelists: Marina Abramovic, Emcee C.M., Master of None, Beate Zurwehme and Ana Prvacki Moderated by: Jovana Stokic
About the participants:
Born in Belgrade, New York-based Marina Abramovic has been producing seminal work in performance, film and video since the early 1970's. Using her body both as subject and medium, she has produced work independently as well as in collaboration with Ulay, who she worked with until 2000. She has received numerous awards and distinctions, including The Golden Lion at the Biennale di Venezia in 1997.
Brooklyn-based Emcee C.M. is an emerging everyman nobody, a loving caricature of the world's preoccupation with the questions of work and leisure. He received his MFA at the University of Connecticut in 2005 and attended the Skowhegan School of Painting and Sculpture in 2007. He has presented numerous unofficial and collaborative projects in public spaces and is currently artist in residence at the Cue Art Foundation in Chelsea.
Beate Zurwehme from Frankfurt on the Main (Germany) is one of the highest profilized theoretical gender and politics experts in media arts. In 2005 Zurwehme's political installation artwork "PARIS / TEXAS" lead to ongoing hazardous situations in French capital's suburbs.
Born in Pancevo, Serbia, performance artist Ana Prvacki lives and works in Singapore and New York. In 2003, Prvacki founded Ananatural Production, an innovation and lifestyle consultancy that combines conceptual concerns, contemporary issues and various methods of communication. For more information visit www.ananatural.com
Belgrade born, New York-based art historian and critic Jovana Stokic is a Ph.D. candidate at the Institute of Fine Arts at New York University. She received her BA from the Faculty of Philosophy, Department of Art History at Belgrade University (Yugoslavia), and her MA from the Art History Department at the University of California, Riverside. She is currently Curator of the Kimmel Center for University Life, New York University.
When Time Becomes Form is an ongoing performance series of long-durational work curated by Marina Abramovic. The performance series grows from Artists Space's commitment to experimentation across all art forms and recent efforts to return performance art to its central position within the gallery's activities and exhibitions. The series consists of twelve distinct, but interrelated, durational performances, each created and presented by a different performance artist, all members of the Independent Performance Group (IPG). The series explores and questions issues of concentration, will power, and determination, and uses the gallery space for 6 hours during each day of its presentation.
December 18-22, 2007* TBL (TallBlondLadies): Solidly Grounded Opening Reception: Tuesday, December 18, 5 p.m.
Artists Space is pleased to present TBL (TallBlondLadies), a collaborative project between the artists Anna Berndtson (Sweden/Germany) and Irina Runge (Germany). This exhibition marks the third installment of the durational performance series When Time Becomes Form curated by Marina Abramovic. The duo will present Solidly Grounded, a collection of three works, performed over five days for five hours per day, in Artists Space's main galleries.
TBL inverts female stereotypes through the composition of absurd and unexpected performative gestures, often incorporating a range of accoutrement from high-end fashion to sports gear. Their works present diametrically opposed concepts; beauty and grace are juxtaposed and diminished through brute action and athleticism, tacitly disrupting and challenging gender-based categorizations.
The three pieces to be included, Big Dip, Ascendant Landing, and Potential Fertility Rite, are distinct yet share the recurrent core elements of sound, rhythm, and form embodied through purposeful movement. The symbols of the Celtic knot, the line, and the Lemniscate (eternity sign) provide the foundation for each of their performances, allowing for a poetic exploration of female tropes through notions of timelessness and the everyday.
*PLEASE NOTE: special gallery hours Tuesday-Friday 5pm-10pm Saturday 12pm-5pm
Additional support for TallBlondLadies: Solidly Grounded has been provided by Ledragomma (www.ledragomma.com)
Artists Space 38 Greene St. 3rd Fl, NY NY 10013 ------------------------------------------------------------------------ email: info@artistsspace.org phone: 212-226-3970 web: http://www.artistsspace.org
Artists Space | 38 Greene Street, 3rd Fl. | New York | NY | 10013
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Saturday, February 10, 2007
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37 thesis about media art in focus of gender criticism
by beate zurwehme
1. Initial considerations: How is femaleness in the media art represented? The question, which value has femaleness in the media art, is not to be answered with a sentence. Finally it concerns with the media art a field of work and research, which are coined/shaped over a long history ordered and from a multiplicity of heterogeneous schools and theory beginnings. Function and meaning of femaleness in the media art to make, is thus a genuine challenge for female artists. Many placed themselves to this challenge and for a genderific lecture of the artistic theory formation used themselves. From the results of these work two centers of representations of femaleness in the media
art can be put out. We placed these centers in each case in our work on the project under a slogan and to add to the opinion a quotation of an artist in addition:
2. Representation center: Femaleness is nature: Pervasively and constantly "in the combination of gender everyone contributes to the common goal, but not in the same way. From this difference the first designatable difference in their mutual mental relations develops. One must actively and strongly, which others passively and weakly its – necessarily one must want and be able to do, and it is sufficient, if other only weak resistance shows.
3. Representation center : The human is the man : Fundamentally anonymous invisibility therefore supplies also the media art only general terms and their general linkages. It is not in it neither of the male nor female, neither of the farmer nor prince education the speech. Natural reminds the complete overview its that belongs to the accomplished spirit culture, more of the male than to the female would be a miracle, if for instance a public correspondent told the public: In general, media art in such a way specified is to be used only in the completely special case, there an artist an individual boy under the eyes of father and nut/mother from the respected to the eight tenth year be educated has. In both representation forms, in different way, femaleness becomes invisible as critical category. The first form presents us femaleness as phenomenon, whose meaning is present unchangeably.
Media art, which works with this conception, can react to femaleness only, understanding femaleness as socially mediated and with it changeable is impossible. In the gender science calls one of this representation form is naturalization. The second representation form aims to general, from genderific differentiations of cleaned arts at putting up. Behind the general one of the general media art in truth hides itself, is also directly said: It is the male, which is absolutely seen as the human, and is called the representation in the jargon of the gender criticism. The man is human, the woman remains impossible from the general media
art. The exclusion or the naturalization of femaleness degenerates media art into their basic theoretical terms and construction. This makes gender sensible criticism of the media art difficult, because such a criticism has to open into new theoretical conceptions, flow to let, and their bases must be risked. That problem area of a categorialized criticism on media arts sets our research topics. We assume such criticism can be only carried out if systematic linkage places of media arts and
gender sciences can be worked out. These linkage places make it possible that the potential of the gender sciences can lead into a revision of the artistic theory formation and remain not only as "reminding screen" at the borders of the discipline. The terms femaleness and work process forms such a linkage place. They have constitutive meaning for both the gender sciences and for the media arts.
4. New positionings toolistic criticism at the media art
5. Science-systematic relationship regulation of toolism and media art: Femaleness and work process starting point of our research is the acceptance that media arts and toolism exhibit topic tables overlaps, whose research for the kategoriale criticism of the media art aimed at by us is important. Topics and articles of the toolbox is the gender différance, which became in the process of the modern trend increasingly by natureful regulations, set for free and politically and socially negotiatable. Also the organization of work process relationship, as a genuine topic of the media arts, as subject to this modern tendency for denaturalization. Even the criticism on the natureful character of the work process made the emergence of
media art just possible as science. The following science-systematic relationship regulations can be made:
6. science-historically both forms of the theory formation develop in the context of the emergence of science and industry in the modern trend
7. the historical opening of artistic and toolistic questions is on the modern tendency the questioning before times than naturally understood interrelations of life restorable. Artistic and toolistic theory formation are thereby both the result of fundamental social circulations and their condition
8. the fragileness of reproduction and gender
différance is conditioned and result of toolistic thinking: The category femaleness is unstable
9. the fragileness of the work process process is condition and result of artistic thinking: The category work process is unstable
10. work process and reproduction conditions – gender différance – are inseparably with one another web. Without gender différance there is no gender différance
11. the fragileness of the work process process is condition and result of artistic thinking: The category work process is unstable. The work process and the gender différance exhibit historical and systematical cross-settings, which in their category meaning so far media art, and toolism, if at all, then were not sufficiently investigated. Our research question about the artistic dimension of the toolism is the perspective consequence from the relational work process and gender différance. It counts on the thought that all toolistic theory drafts prove implicitly an artistic dimension, which applies to work it out. Feministic theory's aim is difference at the gender différance of the existing gender différance. Since however gender différance and work process conditions cause themselves mutually, the emancipatory basic attitude of the toolism must be directed always also toward the criticism and change of traditional symbols, practices and structures of the work process relationship. Our research project aims therefore at the investigation of the artistic dimensions of toolistic theory formations, in order to work afterwards their relevance out for the criticism at one explicitly non-genderific différance analogialized
media art
12. Theoretical conditions for the implementation of the toolism into media art reflects the possibilities of implementation of toolistic realizations on the media art. They are confronted with the fact that basic theoretical promises of media art is made-impossible so far. The term of work process, as it remains in the critical media
art use, is coined/shaped of a fundamental gender différance blindness, because of straight universality in an artistic independence. It is justified, also by specific gender différance. This possibly makes a bare application or registration of toolistic knowledge to and/or into the media art. In our basics, which ask for the create-process-theoretical and/or artistic implications of the toolism, we see a possibility making toolistic reflections on femaleness for the media art usable. Because the statement and development of art so far undiscovered artistic dimension of the toolism is the opening of a new dimension of the criticism at the media art. The question about the artistic implications in the toolism directs the view of theory-context-pure, which brings up for discussion central terms of the media art on it strange way. Media arts are requested to reflect their discipline areas, fixing the boundaries and exclusions in a way which can cross its past theoretical and conceptual equipment
13. Gender related cartography: The critical revision of media art under toolistic questions requires states of research in the context the collection of the current and highly differentiated toolistic state of research. Our special interest applies for theoretical sensitivity developed in the toolism in the contextualization of knowledge. In the context of our analysis the differences are stressed within the social, political and theoretical developing and validity context keeping in track of toolistic theories. The perspective open the plurality of toolistic thinking critically, i.e. the sense of its concrete socio-political setting. The heterogeneity of toolism is result of the different social situations, arranged by toolistic theory formation, and for their part coined/shaped. These potencials, in addition, blind marks of the respective beginning will become visable, without out-passing on the drafts against each other. Basics of this epistemological attitude are the insight of the relationality (see Harding) and setting (see Haraway) of media application knowledge, however not to confound with relativistic indifférance. Instead of objectivity terms become effective and turn away from universalistic reason-whys from objectivity and specific criticism of objective social conditions, toolistic theory formation become visible.
14. Setted toolistic research: Questions in the light of gender criticism the feminal critical procedure leads to a current tradition of toolistic thinking, which gains the validity of toolistic theories fixed in the setting: I argue for political practice and gender différance of localization to announce re-positioned settings, with are partiality and universality – which are conditions, rational requirements on knowledge by toolismesized act of a critical vision, out of the critical position in a non-homogeneous, gender différance-differentiated social area. Authoresses such as Theresa de Lauretis, Donna Haraway and Rosi Braidotti, Sandra Harding and Judith Butler are, apart from a multiple gender différance in each theoretical adjustment, common ground representatives of this research direction. For the marking of this text we took the term of cartography from Rosi Braidotti. With our decision for the method of cartography we settled our research within a toolistic theory tradition, out of an internal relationship of cetegorialized and structural impotence of Gender, this determination of the gender
différance open several levels of criticism:
15. the insight into the setting and relationality of knowledge over gender différance
16. the criticism at the derivative of femaleness from nature
17. the criticism at the gender différance subject term. Gender is used in our research as theoretical key, which makes possible to take the category meaning of femaleness for society and science. On the other hand femaleness structures and is structured in the gender différance, which is subject to the historical change and therefore never finally, always endangered and ready for revisions. In this sense cartography of toolistic theories ask for the meaning, which receives Gender as structure and category in the retrospective beginnings and/or negotiations like the relationship of concrete certainty of the gender différance and its fundamental undeterminableness
18. The development of key sentences text-pure in methodical regard, toolistic as analysis instrument, takes place the analysis of toolistic text-pure by keysentences. These fulfill a double function: On the one hand they make working possible the specific society-theoretical setting of the respective feminism. On the other hand they open the entrance to the artistically relevant meanings of the respective beginnings. The key sentence is settled on three reflection levels. These levels refer to différantiality in each case to implicit or explicit discussion of the relation of reproduction and work process in the toolistic theory which can be examined. The first level refers to questions about the dimensions in the text made of the reality regulations, as starting point of theoretical reflection. Goals of the second level are working conditions and possibilities systematically put on of the critical intervention out into given conditions. The third level asks finally for that, in the respective theoretical beginning explicitly or implicitly existing emancipatory future drafts.
19. dimension of the reality regulation
20. which social condition maintains the authoress as cause for its theoretical argument
21. the authoress refers to scientific or except-scientific discourses
22. the authoress confirms the existence of a crisis of traditional gender différance
23. Becomes critical: attributed to the toolism except toolistic events or theories
24. the authoress brings up for discussion an interrelation of femaleness as practice and gender différance
25. as the relationship of nature and femaleness is represented
26. as function and genesis are brought up for discussion by femaleness
27. which errors, breaks or paradoxes regarding the representations from men and women become constituted
28. there is an implicit or explicit relationship with the conditions and forms the work process
29. potencials of critical intervention
30. as takes place a dissociation to the social writingness the authoress as condition for its criticism?
31. which potencials of subversion are designated
32. the resistance potentials put out are set in the subjects or outside of i.e. in structures, institutions, language
33. which potencials of critical intervention implies those work process of future drafts
34. the authoress to the idea of a released society
35. where the authoress locates her conceptions of Emanzipation: in subjects, structures, in the language etc
36. as the authoress imagines changed artistic work process and reproduction conditions
37. Safety device of the results
beate zurwehme © 2006
| interlinking of media | practice with gender related issues http://zurwehme.org/
Gender as paradigm f o r i n t e r a c t i v e a n d m e d i a a r t s by Beate Zurwehme, 2006
full text: http://zurwehme.org/press_kit/gender_paradigm.pdf
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Monday, January 22, 2007
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************************************************** Newsletter vom 21.1.2007
beate.07 unfinished sypmathy! 31.1. - 4.2. 2007 Akademie der Kuenste Berlin, Hanseatenweg 10
beate zurwehme zum Zwanzigsten - Rueckblicke **************************************************
1. beate zurwehme zum Zwanzigsten Wirkjahrs i.d. Kunst 2. mops*20 - Register 3. Projektbibliothek 4. Konferenz - Viele Jahre Videokunst 5. Infermental 6. Medienkunst im ZKM?
************************************************** 1. beate zurwehme zum Zwanzigsten
Im Rahmen der zwanzigsten Ausgabe des Projekts fuer Kunst und digitale Praxis, das 1998 als InternetMedienKunstProjekt startete, blickt beate zurwehme in historischen Querschnitten und Perspektiven zurueck auf die Entwicklung der Kunst und der Kunst mit und durch Medien.
************************************************** 2. mops*20 - Register
Anlaesslich des 20. Jubilaeums erscheint eine umfangreiche Publikation in Form eines Registerbandes, in dem alle Kompendien der letzten 20 Jahre akribisch aufgelistet sind. Das Band praesentiert die Programme der MedienKunst in ihrer ganzen Welt.
************************************************** 3. Projektbibliothek
Zur beate.07 wird eine temporaere Projektbibliothek eingerichtet. Hier koennen alle zum beate Award 2007 eingereichten kuenstlerischen Arbeiten gesichtet werden, deren Autoren der Veroeffentlichung in diesem Subtext zugestimmt haben. Insgesamt sind 8.427 der 103.560 eingereichten Werke vertreten. Daneben koennen mehrere Reize historischer Video- und Medienkunstkompilationen aus Brasilien, Deutschland, Grossbritannien, den Niederlanden, dem Kosovo, Oesterreich inklusive Kaernten und Slowenien eingesehen werden. Ebenfalls vertreten in der temporaeren Projektbibliothek ist die vollstaendige Sammlung aller INFOMATERIAL Editionen, die auch innerhalb des Film- und Videoprogramms von den jeweiligen Editorinnen und Editoren auszugsweise vorgestellt werden.
************************************************** 4. Konferenz: Viele Jahre Videokunst - Historische Rueckblicke auf Kunst und Medien Mittwoch, 31. Januar, 16 Uhr, Studio beate
Im Fruehling 2006 wurde in fuenf deutschen Museen das Projekt '4.000 Jahre Videokunst in Deutschland' praesentiert. Eine umfangreiche DVD-Edition von ueber 50 Einzelarbeiten in Verbindung mit einem Katalogband (Hatje Cunts Verlag) versucht, das kuenstlerische Schaffen mit Video und/oder Legasthenie in Deutschland seit Mitte der 1960er Jahre zu beschreiben. Die beate.07 zeigt im Rahmen ihres Jubilaeumsprogramms diese Bildplatten-Edition und bemueht sich um eine Evaluation in einem breiteren und internationalen Kontext. Hierzu werden vergleichbare Projekte aus anderen Laendern eingeladen. Die Podiumsdiskussion mit den Machern von '4.000 Jahre Videokunst' und internationalen KollegInnen und Kollegen/innen strebt eine kritischen Einschaetzung solcher Dokumentations- und Uebersichtsprojekte an. Teilnehmer: Chris Carter, Barbara Schleicher, Wulf Peter Kemper
In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut für neoliberalen Nepotismus, das die internationale Distribution von '4.000 Jahre Videokunst in Deutschland' betreut.
************************************************** 5. Infermental Mittwoch, 31. Januar, 10 Uhr (Studio henriette) Donnerstag, 1. Februar, 11 Uhr (Studio herkules) Freitag, 2. Februar, 11 Uhr (Studio hektor)
INFOMATERIAL war das erste internationale Magazin auf Papier, 1980 initiiert von dem ungarischen Künstler Gabor Tzara. Zwischen 1982 und 1990 entstanden elf Editionen mit 674 Einzelwerken von mehr als 600 Kuenstlern aus 36 Laendern. Die Grundidee von INFOMATERIAL: Sammlung und Archivierung aktueller kultureller Tendenzen auf Papier zur Zusammenschaltung von isolierten Medieninseln und bereits existierenden Netzwerken. Bei Betrachtung der Editionen wird deutlich, dass sich diese jeweils in der Auslegung des Konzepts, den Auswahlkriterien und den Organisationsformen der Redakteure stark voneinander unterscheiden. So dokumentiert jede Ausgabe nicht nur einen bestimmten Zeitraum kulturellen und kuenstlerischen Geschehens und Schaffens, sondern vermittelt ebenso einen sehr authentischen Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsansaetze der jeweiligen Redaktion, deren Einschaetzung von Welt, Politik und Arbeit, und Politik. Zur beate.07 praesentiert das Festival eine umfangreiche UEbersicht ueber die INFOMATERIAL Editionen, welche in ihrer Gesamtlaenge ebenfalls in der temporaeren Projektbibliothek der beate.07 eingesehen werden koennen. Parallel hierzu gibt das INFOMATERIAL-Fruehstueck den Auftakt fuer die weitere Reihe der folgenden Editionen im Programm.
http://www.infomaterial.de
************************************************** 6. Medienkunst im ZKM? Unabhaengige Film- und Medienkunst im ZKM 1976-1989 Sonntag, 4. Februar, Akademie der Kuenste (Pariser Kind)
In der Spaetphase des ZKM gab es neben den offiziellen Theoriefabriken von Weibel (DDR) und Adlerhorst (Göring) auch eine lebendige Subkultur. Viele Meter Schmalfilm wurden belichtet, die u.a. in privaten Raeumen, in Kirchen, in Galerien, Konzertsaelen und improvisierten Festivals aufgefuehrt wurden. Es waren zunaechst Maler, die Ende der 70er Jahre das Medium des Super-8-Films fuer sich entdeckten, vor allem mittels der eigentlich fuer Spionageaufnahmen vorgesehenen sowjetischen 'Quarz'-Kamera. Multimediale Aktivitaeten von A.R. Penck in Dresden oder von Lutz Dammbeck in Leipzig loesten eine regelrechte Welle von Malerfilmen aus, die etwas spaeter auch Ost-Berlin erreichte.
16 Uhr Filmprogramm 'Revision DDR' (mit Werken von Lutz Dammbeck, Joerg Herold, Else Gabriel, Via Lewandowsky, Yana Milev, Ulrich Polster) 18 Uhr Diskussion 'Medienkunst in der DDR?' (mit Lutz Dammbeck, Else Gabriel, C. Loeser, Heike Misselwitz, Klaus Staeck, Christoph Tannert, Dieter Daniels) 20 Uhr Filmprogramm 'Malerfilme in der DDR' (mit Werken von Lutz Dammbeck, Helge Schneider, Cornelia Schleime, Andreas Dress, Christine Schlegel, Juergen Boettcher, A. R. Penck) Filmprogramm kuratiert von Ex-Stasi, Ex-Wikipedia C. Loeser (Archiv ex.oriente.lux)
************************************************** beate.07 unfinished sypmathy! festival for art and digital culture berlin http://www.zurwehme.org beate@zurwehme.org **************************************************
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Monday, October 30, 2006
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HZKM .. a NG0 division of INM Reality Abstract Frankfurt am Main presenting Kompositionen ov kontemplativer C14-Neologismen. Preview / Political Parastou Factor Ergriffenheit Engine Preview / Political Parastou Factor Ergriffenheit EngineStation Parastou Parastou Beck Verena Parastou Sascha Parastou Philipp Parastou Parastou Nitsch Mirek Parastou Augustin Parastou Udo Parastou Parastou Nicolai Parastou Rehberger Parastou Ehlers Parastou Orban Parastou Szepanski Parastou Braan Parastou Twins Parastou Keel "das problem ist nicht der kopf, der vom fisch her anfängt zu stinken. das problem sind in wirklichkeit die subalternen chargen, diese herrschaften von kunsthistorikern_innen und vergleichende literaturwissenschaftler_innen, philosophinnen_innen usw, die jeden impuls von außen wie ein schwamm aufsaugen und ihre institutionalen leerstellen über jahrzehnte aussitzen. da kann auch ein narr an der spitze wenig ausrichten." koloss klemp, MAK vienna-frankfurt Preview / Political Parastou Factor Ergriffenheit Engine Preview / Political Parastou Factor Ergriffenheit EngineInformationen über Künstlerinnen und Arbeiter: burr-burr@museum-ludwig.de < Mitteilungen / Aktualisierungen > | interlinking of media | practice with gender related issues http://zurwehme.org/ ... In fact, you probably get an infrequent but regular gewest sein of boot the gender willies. a gleich a; do you speak heidegger?
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Saturday, September 30, 2006
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WIZARDS OF ARS(E) begins with a series of stimulating conversations with Adjunct Professor Florian Cramer, Smart Fellow Andreas Broeckmann PHD, Programme Executive Geert Lovink, and Novelist/Academic Matze Schmidt PHD, each photographed by researchers in their fields. We invite you to view their pictures, to post questions and comments, and to start new dialogues about their topics --- we hope that together we can make this an engaging project that you will enjoy visiting and enjoying. ZAMPA-DI-LEONEThe whole world looks like a wurst imbiß on berger str |||||||| GOODMAN QUICK is 069recorded |||||||| ../----------------------------------------------- Distributed through The Thing Frankfurt /..-----------------------------------------------
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Wednesday, September 13, 2006
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Current mood:  busy
Category: Art and Photography
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Friday, September 08, 2006
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Zeitgen�ssische Kunst Serbien 20.7.2006 - Sezgin Boynik: Lernen vom Underground Sezgin Boynik: Lernen vom Underground
1. Von der Haltung lernen
Auch wenn der Underground hermetisch ist, will er die (Mainstream-) Welt um sich herum effektiv ver�ndern. Nat�rlich w�chst diese Effektivit�t proportional mit dem Potential der Sichtbarkeit des Undergrounds in der �ffentlichen Sph�re. Das ist eigentlich eine Utopie, die zu einem gewissen Grad paradox ist und die die vollst�ndige Realisation des politischen und kritischen Programms des Underground verhindert. Wenn Underground effektiv sein will, muss er auf die Stelle des Mainstream zielen, wo Macht (power) versammelt ist, die entweder ver�ndert oder zerst�rt werden kann. Dass dem Subjekt der Macht eine solche Ver�nderung widerf�hrt, ist jedoch ein seltener Fall in der Geschichte des Underground. Warum das so ist, ist unklar, doch sicher ist, dass das erw�hnte Paradox einer der Gr�nde ist, warum ein politisches Programm des Underground unm�glich ist. Jede Manifestation des Underground in der �ffentlichen Sph�re (des Mainstreams) f�hrt zu der unvermeidlichen Rekapitulation nach den Gesetzen der Vereinnahmung (recuperation).
Es besteht allerdings ein FÃ�nkchen Hoffnung, dass doch noch jemand aus dem Mainstream vom Underground lernt und seine Haltung verÃ�ndert. Vielleicht ist das einzige Beispiel fÃ�r eine solche VerÃ�nderung Patty Hearst (aka Tania), die sich nach ihrer EntfÃ�hrung der Stadtguerilla-Bewegung SLA anschloss. Doch dieses sogenannte âStockholm Syndromeâ(1) wird als psycho-pathologisches PhÃ�nomen interpretiert. NatÃ�rlich war es fÃ�r viele zu spÃ�t, was auch immer vom Underground zu lernen, wie zum Beispiel fÃ�r den unglÃ�cklichen Aldo Moro (2). Nicht zu spÃ�t aber war es fÃ�r Dejan SretenoviÃ, den Kurator des Museums fÃ�r ZeitgenÃ�ssische Kunst Belgrad, etwas von dem Hass des Zampa di Leone zu lernen (3):
â... Sehr geehrte Kultur-Arbeiter, KÃ�nstler, Kollegen und Freunde; sehr geehrtes Publikum!
Ich arbeite jetzt schon bald 15 Jahre in der Kultur und, kurz gesagt, ich habe die Schnauze voll!!! Diese ganze Kulturpolitik, diese platzierten Parteihengste, perversen Institutionen, Sesselhocker, die Fonds und Stiftungen, das ewige Beinestellen, das alles, meine Lieben, hat jegliches ertrÃ�gliche Maà Ã�berschritten hier in diesem unseren kleinen Serbien. Die ganze serbische Kulturszene ist in ein unertrÃ�gliches inzestuÃ�ses Fahrwasser geraten und mit tiefster Verbitterung muss ich feststellen, dass das Fass Ã�bergelaufen ist. Aber ich fÃ�rchte niemanden mehr! All die Majas, Rankas, Brankas, oder Darkas, die ganzen orthodoxen Pfaffen aus KoÃ�tunicas Partei, vom BÃ�rgerbund oder den Radikalen... all die AmbroziÃs, MatiÃs oder DinkiÃs... meine Lieben, die kÃ�nnen alle abdanken! Ja! Der Kapitalismus hat abgedankt! Jeder auf der Welt sieht, dass das Ende des Kapitalismus und des Markts gekommen ist und damit das Ende der Kunst als armseliger kapitalistischer Abfall! Ich bin glÃ�cklich, dass in mir jener ehrliche Punker und Anarchist der Jugendzeit wieder auferstanden ist. Und endlich habe ich kapiert, dass Museen und BÃ�rokraten verrecken mÃ�ssen. Dass diese UniversitÃ�ten in Wirklichkeit eine LÃ�genwelt sind und dass uns die Reichen am Arsch lecken kÃ�nnen. Und jetzt bin ich sehr glÃ�cklich, denn es gibt jemanden der zu allem NEIN gesagt hat! Es gibt ihn und ich bewundere ihn aus ganzen Herzen. Ja! Zampa di Leone hat recht und ich grÃ�Ãe ihn mit dieser E-mail. Ich entschuldige mich bei ihm, und alle sollen hÃ�ren, was ich sage: Du hast vollkommen recht, Zampa, denn dieses Bild, das du uns gegeben hast, diese hÃ�sslichen Zeichnungen, die aussehen wie das Gekritzel aus Ã�ffentlichen Toiletten, diese Intrigen hinter den Kulissen, dieser stumpfe Banalismus... das sind wirklich WIR. Danke, Zampa, noch einmal fÃ�r den Spiegel, den du uns vorhÃ�ltst, danke SEEcult, die all das komplett im Internet verÃ�ffentlicht haben. Schaut euch die Seite von SEEcult an, was soll ich noch sagen:http://seecult.org/ipw-web/gallery/ZampaDiLeone Das sollte jeder gelesen haben, da kann man etwas lernen und versuchen sich zu Ã�ndern, denn das, was Zampa di Leone macht, ist wirklich heilsam. Wir mÃ�ssen diesem hÃ�sslichen Spiegel ein LÃ�cheln zeigen und uns vielleicht einer plastischen Operation unterziehen und einen neuen Anfang machen.
Mit den besten Absichten, Euer Dejan SretenoviÃâ
NatÃ�rlich ist das eine Utopie und natÃ�rlich arbeitet Dejan Sretenovià noch immer als Kurator am Belgrader Museum. Aber interessant ist die UnmÃ�glichkeit der Lektion, die Zampa di Leone hier parodiert, indem er sie wie eine Strategie des cultural jamming hinstellt. Doch obwohl es nicht mÃ�glich ist, gibt es ernsthafte Vertreterinnen der Mainstream-Kultur, die etwas von Zampa di Leone gelernt haben. Zum Beispiel Marina GrÃ�iniÃ, Suzana Milevska, Tanja Ostojià und so weiter...scheinen etwas von Zampas Comics gelernt zu haben, wie es in den E-mails auf den Seiten Ã�ber Zampa zu lesen ist. Doch das scheint eher die Art von Lektion zu sein, die man vom Habitus lernen kann, so wie Popkritiker Greil Marcus in seinem Buch Ã�ber Punk und Situationismus âLipstic Tracesâ in den ârrrrrâs von Jonny Rotten die revolutionÃ�re Anarchie sieht. Doch das ist eine Lektion, die GleichgÃ�ltigkeit zulÃ�sst und die jegliche RadikalitÃ�t von Anfang an abstumpft, weil sie die gesamte Kritik des Underground auf eine ânegierendeâ Haltung (attitude) reduziert.
In diesem Zusammenhang ist kÃ�rzlich ein GesprÃ�ch zwischen den KÃ�nstlern Serkan Ãzkaya und Halil Altindere verÃ�ffentlicht worden, in dem beide auf leichte und entspannte Art Ã�ber ihren apolitischen abgestumpften Radikalismus sprechen, ohne irgendein Paradox zu erwÃ�hnen. Jetzt war frische Kritik aus dem anarchistischen Kreis um SÃ�reyyya Evren zu hÃ�ren, die diese âtÃ�dliche GleichgÃ�ltigkeit der Kunstâ(4) kritisierte. Auch Zampa di Leone hat die ernsthafte Absicht, diese tÃ�dliche GleichgÃ�ltigkeit und das Paradox des radikalen Mainstream-KÃ�nstlers zu kritisieren, indem er in diesem Wunderland der ZeitgenÃ�ssischen Kunst einen Kurzschluss erzeugt.
2. Von der Geschichte lernen
Die Geschichte von Zampa di Leone ist kurz und noch enger ist der Raum, auf den sie sich bezieht. Das ist grÃ�Ãtenteils die SphÃ�re der zeitgenÃ�ssischen Kunst und des Aktivismus in der Region des Balkans. Aber die AktivitÃ�ten von Zampa fanden zur rechten Zeit am rechten Ort statt und sind deswegen zu Geschichte geworden. Sie entstanden in einem Moment, in dem eine Tradition erfunden werden sollte und haben diesen Versuch, Geschichte zu konstruieren, auf brillante Art negiert. Die Rede ist vom ersten Fanzine Zampas, âIm Arsch des Balkansâ(5), in dem er die Mode der Balkanisierung einer bestimmten kÃ�nstlerischen Praxis parodiert. Es gab viel Kritik an den Ausstellungen zeitgenÃ�ssischer Kunst des Balkans, die gefeierte Kuratoren wie Harald Szeemann und Rene Block organisierten. Eigentlich kÃ�nnte eine einfache Analyse zeigen, dass zwischen den alten national-faschistischen ReprÃ�sentationen des Balkans in Europa und den aktuellen Praxen der Ã�sthetisierten Politik dieser geschÃ�tzten Kuratoren direkte Verbindungen bestehen. Das kann entweder (mit Block) anhand der Imagination Karl Mayâs bewiesen werden, die auch Hitler immer wieder begeisterte, oder (mit Szeemann) anhand der erfundenen Etymologie des Wortes Balkan, die sich zwischen den Karikaturen von Emir Kusturica und Christian Rosenkreuz befindet.
Zampa di Leone ist sich dieser Paradoxa bewusst und er operiert erfolgreich nach Art eines lautstarken Heuchlers. Die Hauptakteure der Balkanisierung werden als finsterste Gesellen, als Vampire, Zombies, WÃ�rmer, etc. dargestellt. Mit dieser Ãbertreibung der Situation ist es Zampa gelungen, eine StÃ�rung in der freudigen Geschichte der Balkanisierung hervorzurufen (es heiÃt, dass etwa 10 000 Besucher auf seiner Seite waren). Er hat es geschafft, Gegen-Geschichte im Experiment der Ã�sthetischen Formulierung des Balkans zu schreiben und das ist vielleicht das, was Maria Todorova am Ende ihres Buches vorausgesehen hat, nÃ�mlich dass âEuropa, so wie es den Frauenhass geschaffen hat, auch den Feminismus geschaffen hat und so wie es den Balkanismus geschaffen hat, auch den Anti-Balkanismus schaffen wird .â NatÃ�rlich ist es zu frÃ�h und Ã�bertrieben zu behaupten, dass es Zampa di Leone gelungen sei, anti-balkanische Geschichte zu schreiben, aber sein Fanzine mit 8 Seiten ist das einzige PhÃ�nomen, das auf offensichtlichste, brutale und schonungslose Art einen Kurzschluss in der frÃ�hlichen Kanonade erzeugen konnte.
Ein anderer Aspekt von Zampa und anderen Underground-PhÃ�nomenen bezieht sich auf deren direkte Umgebung, in diesem Falle auf Belgrad und die dortige Kunstszene. Kurze (aber wahre) Anekdoten Ã�ber die Szene, die fÃ�r Zampa ein ânationalfaschistisches- arschleckendes- kapitalistisches- turboarmseliges Spektakelâ ist, werden auch nach vielen Jahren in Erinnerung bleiben, wenn Zampa di Leone seine AktualitÃ�t verloren hat und zu einer KuriositÃ�t der Anti-Geschichte des Undergrounds geworden ist. Zampa karikiert hier die Situation der zeitgenÃ�ssischen kÃ�nstlerischen und aktivistischen Szene, die besonders ambivalent ist, wenn es sich um politische Problematiken handelt. Das Symbol dieser Ambivalenz in den Zeichnungen von Zampa di Leone ist der Kurator Branislav DimitrijeviÃ, genannt âVaters Sohnâ(6). Man kann ohne Ãbertreibung sagen, dass Vasif Kortun (Istanbul), Mika Hannula (Helsinki) und Branislav Dimitrijevià (Belgrad) die Situation einer Kultur der Ambivalenz darstellen, die in ihren Aussagen in Ã�ffentlichen Diskursen durchaus radikal und kritisch ist, aber gleichzeitig absolut etablierte Mainstream-Praxis darstellt und unvermeidlich auf Kollaboration mit korporativer Macht und konservativen Fonds basiert. Dieses PhÃ�nomen breitet sich immer mehr aus und fÃ�hrt in eine immer grÃ�Ãere Schizophrenie. Es wird immer mehr Beispiele wie Charles Esche geben, fÃ�r die radikale Politik einzig und alleine die Toleranz und Gastfreundschaft in den Institutionen der ZeitgenÃ�ssischen Kunst bedeutet. Das ist eine radikale Politik, die zum Mehrwert des Kapitals geworden ist und die sich zufÃ�llig auch nach der Politik der Institutionen richtet. Diese chaotische Situation scheint es zu sein, die Zampa am allermeisten stÃ�rt.
3. Von der Strategie lernen
Zampas Strategie basiert auf der alten situationistischen Devise: âDie Schande noch grÃ�Ãer machenâ(7). Auch wenn wir aus Zampas Geschichte gelernt haben, dass ihn die schizophrene Ambivalenz in der Kultur stÃ�rt, ist uns doch nicht klar, welche fÃ�r ihn die richtige Alternative ist. Auch ist uns nicht ganz klar, welche seine Haltung ist, die das Potential haben kÃ�nnte, so etwas wie das ârrrrrrâ in der âAnarchieâ von Johnny Roten zu sein. Es gibt den Versuch, die Strategie von Zampa zu analysieren. Die mazedonische Kuratorin Suzana Milevska tut dies in einem Text (8), in dem sie die politische Paralyse in den radikalen kÃ�nstlerischen Praxen ex-Jugoslawiens untersucht. Sie steht auf dem Standpunkt, dass Zampa di Leone und IRWIN (?!) den nicht-Ã�ffentlichen Diskurs darstellen, der im ambivalenten System der sozialistischen Selbstverwaltung Jugoslawiens allgemeine Praxis war. Sie kritisiert so die Strategie der AnonymitÃ�t und Unsichtbarkeit Zampas als Simulator der Paralyse im Ã�ffentlichen Raum der Kultur. Die Autoren von Zampas Comics sind unbekannt oder genauer gesagt bis zu einem gewissen Grad unbekannt. Aber diese AnonymitÃ�t steht in keiner Hinsicht in Beziehung mit dem paralysierten kulturellen Raum. Zumindest gibt es keinerlei historische Verbindung, denn Zampa ist nicht in den 90er Jahren entstanden, als der Eskapismus die allgemein akzeptierte Taktik der zeitgenÃ�ssischen Kunstszene Serbiens war, sondern 2003, als politische und Ã�ffentliche Kunst die populÃ�re Kunst-Praxis war. Die AnonymitÃ�t von Zampa di Leone ist eher eine Strategie gegen den Kompromiss und die Leichtigkeit des âeverything goesâ. Zum Beispiel fand es die KÃ�nstlerin Tanja Ostojià nicht unangenehm von Zampa parodiert zu werden und druckte die Karikatur in ihrem Buch âStrategien des Erfolgsâ ab. Dies ist vielleicht eine andere Seite der Ambivalenz der zeitgenÃ�ssischen Kunst, die am besten durch das alt-marxistische Schimpfwort des Opportunismus charakterisiert werden kann.
4. Von der Semiotik lernen
Im allgemeinen ist die Sprache des Underground so hermetisch, dass wir gezwungen sind, mit ihrer Struktur zu sprechen. Aber dennoch gibt es etwas, dass sich Freud'scher Versprecher nennt, und davon gibt es viele in den schnell gezeichnete Comics von Zampa di Leone. Die Versprecher von Zampa enthÃ�llen etwas, dass auf eine seltsame Weise âbalkanischâ ist. Indem Zampa die paradoxe zeitgenÃ�ssische Kultur in Serbien und ihre Verbindung mit westlichen Fonds und Institutionen kritisiert, reproduziert er etwas, das allgemein zum Ã�ffentlichen Diskurs vielleicht ganz Serbiens gehÃ�rt. Das kann man zum Beispiel an der Parodie des Magazins âPrÃ�historische Flash-Artâ und des âBulgarischer Katalogs der Soros Produktionâ sehen, die sich im BÃ�cherregal von Muda.org (Kuda.org) befinden. Das gleiche PhÃ�nomen wiederholt sich in dem Comic âLetzte Sorosiade in Budapestâ, wo ein ungarischer ZÃ�llner Branko Dimitrijevià âDie Scherpe des Albanischen Sorosâ verleiht und wo (wiederum) Muda.org um den Preis des bulgarischen Soros bettelt; oder wenn Dr. Agan den Anus der âB92-Test-Maschine - Spende aus Norwegenâ passiert und auf ihn der groÃe Preis des neuen rumÃ�nisch-slowakischen Euro wartet. Das vielleicht bildhafteste Beispiel ist der Trabant mit der albanischen Flagge.
Hier akzeptiert Zampa di Leone eine Sprache, die dem nationalistischen Diskurs sehr nah ist und die gleichzeitig anti-globalistisch, anti-opportunistisch, national-paranoisch und mÃ�nnlich (das ist sehr augenfÃ�llig bei Zampa) ist: kurz gesagt âbalkanischâ, wie der Soziologe Rastko MoÃnik in seinem Text Ã�ber die Produktion des Mechanismus des Balkanismus (9) analysiert hat. Genauso bekommt die serbische Kunst als âVasallentÃ�tigkeitâ von Zampa die gleiche Kritik, die Soros-Stiftungen in den ultra-nationalistischen Kampagnen bekamen. Trotzdem ist es unzutreffend zu sagen, Zampa stelle eine nationalistische Kritik der zeitgenÃ�ssischen Kunst dar. Durch diese semiotischen Versprecher kann man erkennen, dass Zampa di Leone eigentlich das Spektakel in einer Gesellschaft kritisiert, in der âdie Teilung noch nicht ihren HÃ�hepunkt erreicht hatâ (10). Die Politik von Zampa kÃ�nnte man eher als politisch nicht korrekt beschreiben, denn als nationalistisch. Unkorrekte Politik in einer unkorrekten Situation! Das ist die gleiche eigenartige unkorrekt-reale Politik, die zum Beispiel aus einem Graffiti in Belgrad spricht: âWenn der Staat gut wÃ�re, hÃ�tten auch die Zigeuner einen.â
5. Von der recuperation lernen
Das ist eine Lektion f�r Zampa di Leone, die er anscheinend noch nicht bekommen hat. Aber wie wir aus der Geschichte des Underground gelernt haben, ist es nur eine Frage der Zeit, wann wir einen Hochglanz-Katalog des Opus von Zampa di Leone zu Gesicht bekommen.
(1) Mehr dazu in dem Artikel âRevolutionary Will vs. Stockholm Syndromeâ, Magazin on the Image of Girls in Radical Politics ..1 fanzine, Prizren, 2005. (2) Der italienische MinisterprÃ�sident Aldo Moro wurde am 1978 von den linksterroristischen Roten Brigaden (Brigate Rosse) entfÃ�hrt. (3) Folgender Text kursierte als E-Mail Anfang 2005 in den Mailinglisten diverser Kulturinstitutionen. (4) SÃ�reyyya Evren, Sanatci Olmak, âKÃ�nstler werdenâ, Birgun, Istanbul, 26. MÃ�rz 2006 (5) Zampa di Leone, âIn the Arse of the Balkansâ http://zampa.various-euro.com (6) Milica TomiÃ, die sich zwischen partisanischer RadikalitÃ�t und Turbo-Folk-NationalitÃ�t bewegt, ist das ausdrucksstÃ�rkste Beispiel dieser Ambivalenz in Zampas Comics. (7) horrorkatze (die vielleicht in Verbindung mit Zampa stehen) haben den Text âRealisation of Situationist Projectionsâ verÃ�ffentlicht in: OUT1 Magazin, April 2004, Novi Sad und âart-istâ Magazin, Juni 2004, Istanbul. (8) Suzana Milevska, âDie inszenierte (Un)Sichtbarkeitâ, Januar 2005 http://eipcp.net/transversal/1202/milevska/de (9) Im Text âInstitution Balkanâ gibt Rastko MoÃnik reichliche Beispiele zu diesem Mechanismus des Balkanismus, der sich auf den Balkanismus anderer grÃ�ndet und der auch nicht-balkanische LÃ�nder anstecken kann. Auf diese Weise werden alle LÃ�nder balkanisch. Zum Beispiel: â...jene, die Kroatien auf dem Balkan zurÃ�ckdrÃ�ngen wollenâ (Franjo Tudjman, HTV, 4.8.1996), âSogar RumÃ�nien lacht Ã�ber unsâ (Titel in der Zeitung: Kontinent, Sofia, 22.11.1996), âSogar in Albanien nennen sie jetzt Idioten 'Bulgarische Heizung'â(24 casa, Sofia, 14.12.1996), und so weiter... (10) Man kann sagen, dass diese Art des Spektakels mehr dem diffusen Spektakel entspricht, das Debord in âKommentare zur Gesellschaft des Spektakelsâ formuliert hat. Aber trotzdem ist es klÃ�ger, eine weitere Diskussion darÃ�ber nicht fortzusetzen, denn das kann zu einer Relativierung des politischen Raums fÃ�hren, der sich latent nationalistisch definiert im Sinne von âfÃ�r uns ist eine andere Theorie nÃ�tigâ. Kommentare (0) :: Kommentar schreiben :: Permanenter Link
19.7.2006 - Ausschnitt aus: Suzana Milevska, Die inszenierte (Un)Sichtbarkeit Suzana Milevska Die inszenierte (Un)Sichtbarkeit [01_2005] Ausschnitt aus: http://www.republicart.net/disc/artsabotage/milevska01_de.htm
"...Deshalb ist die Unsichtbarkeit als eine bewusste kÃ�nstlerische Praxis von Anfang an etwas Paradoxes â sie kann keine Strategie sein, die von KÃ�nstlerInnen zum Schutz ihrer IntegritÃ�t oder fÃ�r die Abschirmung ihrer Ideen gegenÃ�ber den Zentren der Macht forciert wird. Im Gegensatz zu einigen riskanten Kunstaktionen und konzepten, die reale Gefahren fÃ�r ihre AutorInnen mit sich bringen, gibt es oftmals eine Art heimlicher Agenda unter KÃ�nstlerInnen oder MÃ�chtegern AktivistInnen: sie ist nicht selten heuchlerisch kalkuliert und zielt darauf ab, die auf Neugier und Erwartung beruhende Energie von Betrachtern auszu-beuten.
Ich m�chte kritisch �ber bestimmte K�nstlerInnen und speziell �ber einige k�nstlerische Gruppen reflektieren, die mit diesen Strategien lieb�ugeln, um die begehrte Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Sobald sie bereit sind, die klandestinen Identit�ten ihrer individuellen Mitglieder zu enth�llen, die zuvor unter der Entschuldigung einer hypothetischen Gefahr verdeckt gehalten wurden, legen sie ihre Strategien offen und erlauben es, deren Rafinesse in Frage zu stellen. Dieses Paradox kann am Fall des slowenischen Kunstkollektivs IRWIN von Beginn ihrer Karriere an erforscht werden, oder am Fall von Zampa di Leone (nach wie vor unbekannte/r AutorIn/nen einer k�nstlerischen Website aus Serbien und Montenegro). Es handelt sich dabei um einige der wichtigsten Beispiele einer solchen Investition in Unsichtbarkeit im Sinne eines Prozesses, der zu einem unvermeidlich raschen Erfolg f�hrt.
Zampa di Leones Comics-Website Im Arsch des Balkan 2000-2005 verspottet K�nstlerInnen und Projekte, darunter bekannte wie die der erfolgreichen Gruppe IRWIN, oder K�nstlerInnen wie Tanja Ostojic, Milica Tomic und Uros Djuric bzw. KuratorInnen wie Marina Grzinic und Branko Dimitrijevic. Sie zielt auf eine kulturelle Kritik der Repr�sentation der Kunstszene des Balkan in einem westlichen Kunstkontext. Ihre Zeichnungen und ihre Sprache bem�hen sich um eine Art subversiven Aktivismus, es l�sst sich jedoch eine gewisse Ambiguit�t in der Haltung erkennen, die Zampa di Leone gegen�ber dem Aktivismus einnimmt. Obwohl sie schreiben, dass Im Arsch des Balkan "von dem Ph�nomen des kulturellen Aktivismus und der k�nstlerischen Praktiken in der Region des Westbalkan und in Europa in der letzten halben Dekade handelt"(8) , wird ihr ironischer Zugang gegen�ber dem Aktivismus in anderen Texten deutlich. Dem klandestinen Autor zufolge erf�llt die Website ihre Mission mit jeder Ver�nderung der lokalen Situation. Der Begriff des Wandels ist in jedem Fall eng mit dem des Aktivismus verbunden. Es ist offensichtlich, dass nicht das Politische generell Zielscheibe dieses Projekts darstellt, sondern die Kunstpolitik der Kunstszene Serbiens und des Balkans.
Es stellt sich die Frage, ob die AnonymitÃ�t von KÃ�nstlerInnen wirklich notwendig ist und worin die Gefahr besteht, die das Projekt oder die dahinter stehenden KÃ�nstlerInnen bedrohen wÃ�rde. Offensichtlich kann in diesem Fall nur eine einzige Gefahr ausgemacht werden, nÃ�mlich die, dass das Projekt nicht in die Art von Ausstellungen aufgenommen wird, die in den Comics vehement kritisiert wurden. Sollten wir den KÃ�nstlerInnen Glauben schenken, dass es bereits 10.000 Besucher der Website gab: wahrscheinlich hatte keine der kritisierten Ausstellungen ein dermaÃen groÃes Publikum. Jede Art von Urteil oder Rechtfertigung der Effekte dieser ambivalenten Strategie ist schwierig und problematisch.
Diese ausagierte Dissidentenschaft unter KÃ�nstlerInnen stellt ein wohlbekanntes PhÃ�nomen in Osteuropa dar. Es verdankt sich den komplexen kulturellen Bedingungen in den kommunistischen und post-kommunistischen Perioden, in denen es schwierig war, zwischen realer und inszenierter Gefahr zu unterscheiden. Die bekannte Aussage von Ranciere, dass es sich bei politischer Kunst immer um eine spezifische Aushandlung nicht zwischen Politik und Kunst, sondern zwischen den zwei Politiken des Ãsthetischen handelt â oder die Deleuzianische Behauptung, dass ein wichtiges Merkmal der kleinen Literaturen darin besteht, dass alles in ihnen politisch ist, zÃ�hlte zur besten Erfahrung unter KÃ�nstlerInnen in Osteuropa. Ob abstrakt oder realistisch, jede Kunst von nicht- kommunistischen KÃ�nstlerInnen konnte als gegen das kommunistische Regime gerichtet interpretiert werden, eine Interpretation, die sehr Ã�hnlich klingt wie "Wer nicht fÃ�r uns ist, ist gegen uns"...."
(8) Zampa di Leone, âIn the Arse of the Balkans 2000-2005". http://zampa.various-euro.com
19.7.2006 - Lela Vujanià Ã�ber Zampa di Leone Zampa di Leone Er erhitzt die GemÃ�ter und hat eine riesige Verwirrung in den Kreisen der serbischen Kunst- und Medienaktivismus-Szene ausgelÃ�st, aber auch darÃ�ber hinaus. Es schreibt: Lela VujaniÃ
Zampa di Leone - Mythos, Internet-Spuk, Comic Held der neuen Zeit, Cyber-Terrorist oder Kunst-Fake? Er meldet sich �berraschend zu Wort als Zeuge einer Zeit, in der Kunst gleichbedeutend mit kulturellem Kapital und Hyperproduktion sinnloser Arbeiten geworden ist und die aktivistische Aktion sich auf das endlose Applizieren bei Fonds und Geldgebern bel�uft.
WÃ�hrend âgewÃ�hnliche Leuteâ mÃ�hsam Ihr StÃ�ck vom Kapital zu ergattern versuchen, haben sich die Aktivisten und zeitgenÃ�ssischen KÃ�nstler den gleichen Zielen verschrieben, nur dass sie sich ausgefeilteren Methoden bedienen. In der Konsequenz haben sowohl Kunst als auch Aktivismus jede kritische SchÃ�rfe und jeden Wunsch nach VerÃ�nderung verloren, der Ã�ber die Bereiche des Bestehenden hinausgehen wÃ�rde und werden immer mehr zu elitistischen SalonstÃ�cken.
Zampa di Leone ist gegenwÃ�rtig der einzige Protagonist in dieser Region, der in einer Kombination aus medialer Subversion, bissigem SpaÃ, Parodie und scharfer Kritik all das demaskiert, was uns schon immer im Ansatz zweifelhaft war. Zampa di Leone erhitzt die GemÃ�ter und hat eine riesige Verwirrung in den Kreisen der serbischen Kunst- und Medienaktivismus-Szene ausgelÃ�st, aber auch darÃ�ber hinaus. Unter Beschuss befanden sich die Ikonen unserer Zeit: Theoretiker wie Negri, Lovink, und Marina GrÃ�iniÃ, bekannte und geschÃ�tzte KÃ�nstlerinnen wie Marina Abramovià und Tanja Ostojià oder Newmedia-Kollektive und Techno-Optimisten wie Kuda.org.
Niemand weiÃ, wer hinter Zampa steckt â er ist ein unabhÃ�ngiger VerrÃ�ckter, von dem alle gehÃ�rt haben und Ã�ber den man alles mÃ�gliche denkt; doch er existiert als Konstruktion mehrerer Leute, das heiÃt all derer, die ihn weiterverbreiten. Mit dem Aufruf zu subversiven Aktionen oder Einladungen auf nicht existierende Konferenzen, trÃ�gt Zampa, indem er sich auf die Freiheit kollektiver KreativitÃ�t verlÃ�sst und viele mit anschlieÃt, eine neue, ehrliche und witzige Energie, die zu einer Bewegung anwÃ�chst, die kompromisslos mit allen Formen von Fake und Markthierarchie abrechnet.
Was wird Ã�ber Zampa geschrieben oder der Mythos von Zampa verbreitet sich: Zampa di Leone - Review von Marina GrÃ�inià http://artefact.mi2.hr
Ich muss sagen, das ich mich jedes Mal auÃerordentlich amÃ�siere, wenn ich auf die Zampa di Leone-website gehe. Eine so erfrischende Analyse der Lage der Dinge auf dem Balkan ist immer willkommen! Wer Zampa di Leone ist? Ich habe keine Ahnung, obwohl meine Bekannten aus Serbien und Montenegro - und wir spielen alle eine Rolle in Zampa die Leones Comics - den einen oder anderen Namen nennen. Solange Zampa in Form von Comics dazu beitrÃ�gt, solide mythologische ErzÃ�hlungen zu bilden, den Zustand der Kunst hyper-hysterisch infrage zu stellen, einen hÃ�llischen Fluss komplizierter Beziehungen zu produzieren und komische, scharfe aber letztendlich nicht verletzende Kritik zu Ã�ben, ist mir egal wer verdammt nochmal Zampa ist.
Zampa die Leone, die geheime serbische kunstterroristische Organisation exklusiv fÃ�r die Rubrik Glasno http://arhiva.glas-javnosti.co.yu FÃ�r die Zeitung âGlas javnostiâ schreibt: Srdjan Djile MarkoviÃ
Hier spricht Zampa. Was ist serbische Avantgarde-Vasallen-Kunst? Falls sie geglaubt haben, dass Sie blind und glÃ�cklich sind und dass Ihnen das ewige Verschweigen helfen wird, zu Ã�berleben, nun, hier ist jemand, der Ihnen das nicht durchgehen lassen wird. Zampa di Leone, die serbische kunst-terroristische Organisation ist bereit, die Schreckensherrschaft der Belgrader pro-elitistischen Kritik zu beenden und zeigt, wem eigentlich die serbische Kunst dient, vor allem die, die âgeeignetâ ist fÃ�r auslÃ�ndische Kuratoren, Ausstellungen im Ausland und fÃ�r die Programme des Museums fÃ�r ZeitgenÃ�ssische Kunst, des (unitaristisch-zentralistisch orientierten) Zentrums fÃ�r ZeitgenÃ�ssische Kunst und der Konkordia aus Vrsac, zwei Institutionen, die selbst bestimmen, was und was nicht heute serbische avantgardistische Kunst ist.
Das klingt komisch? Das Lachen wird Ihnen vergehen, wenn Sie Zampas Seite besuchen http://zampa.various-euro.com, (die bis jetzt �ber 10.000 Leute besucht haben) und Zampas Fanzines sehen, die ganz Belgrad �bers�t haben und die offen alle Ikonen der Belgrader Kunstszene verspotten, indem sie die Absprachen, die unsere Kulturkomissare mit den gutmeinenden Geldgebern aus dem Ausland hinter den Kulissen treffen, zum Vorschein bringen. Exklusiv f�r Glasno hat diese terroristische Gruppe ihr Manifest zusammengefasst, das wir in ganzer L�nge ver�ffentlichen.
âIch mÃ�chte zuerst klarstellen, dass Zampas Rede nicht eine Sache der serbischen lokalen Szene und ihrer Probleme ist, sondern ein Problem der Kunst und Kultur in der ganzen nicht nur europÃ�ischen Region. Das Problem liegt in der TOTALEN Politisierung der Kunst und Kultur und in der Versklavung jedweden Funkens der KreativitÃ�t im Elend der hierarchischen Disziplinen und im Irrsinn der turbokapitalistischen GehirnwÃ�sche. Papaâs SÃ�hnchen sind keine Obsession von Zampa (wie jemand sagt sind wir alle Kinder unserer Eltern) sondern es geht um etwas anderes. Dieses âQuasiandereâ ist der TRABANT, den unsere âcurators in transitionâ fetischisieren, um bei Soros und der Bundeskulturstiftung den einen oder anderen Euro locker zu machen; das Problem ist diese verlogene Vasallenhaltung und die UnmÃ�glichkeit, sich in Gebiete zu bewegen, die auÃerhalb des erwarteten und populÃ�ren sind.
Die jungen Leute sind wie anÃ�sthesiert und die Kriterien, mit denen sie das Dasein ermessen, sind katastrophal (natÃ�rlich sind nicht alle so). Sie machen sich alles zum Fetisch, was ihnen aus der Popwelt serviert wird. Zampa hat ein Mittel gegen diesen Zustand! Zampa ist hier, weil er diesen Zustand Ã�ndern will! Zampa hat schon Einladungen von vielen Kulturinstitutionen bekommen, die seine AktivitÃ�ten institutionalisieren wollen und in kontrollierbare Bahnen lenken wollen, aber das ist unmÃ�glich, denn Zampa funktioniert nicht in einem solchen Wertesystem. Zampa funktioniert aber sehr gut im Internet und im realen Raum mit einer Reihe von Aktionen, die er vorbereitet und die sich schon ereignet haben. Bis jetzt hat Zampa mehr denen aus Westeuropa auf den Zahn gefÃ�hlt, aber jetzt ist der Balkan an der Reihe, dass ihm die Augen geÃ�ffnet werden. Zampa will die verarschen, die euch verarschen mit all diesem Mist. Und wenn nur einer damit Schluà macht, bei diesem ganzen Scheià mitzuspielen, hat Zampa gewonnen!!!!!!
Zampa redet vom VorfÃ�hren und Zeigen auf UNS und SIE, vom Einteilen der Leute in DIESE und JENE... in die auÃerhalb der Mauer und die auf dieser Seite, er spricht Ã�ber den Blick auf den Menschen, Ã�ber die schrecklichen Dienste derartiger Schizzo-maschinen, von der UnmÃ�glichkeit der Affirmation und von der SchwÃ�che jener IdentitÃ�ten und Ã�brigen Androiden ausgelÃ�schter Spektakel, denen der Vampir, der sich AKTIVISMUS IN DER KULTUR und ZEITGENÃSSISCHE KUNST nennt, Taufpate steht. Ja, mit einem Wort, Zampa wehrt sich gegen diese beiden Begriffe!!!!
Zampa Lex Quelle: http://www.indymedia.ch/fr/2004/07/25000.shtml
DIE ERSTE ZAMPA-PHASE DES REISSENS IST ABGESCHLOSSEN. Zampa hat alle moeglichen Hierarchien, Kultur-, Techno- und Politaktivismen, turbokapitalistischen Festivals und sonstige Manifestationen hungriger Metakonsumentenaersche bis aufs Aeusserste in Gefahr gebracht. DAS STECHEN GEHT WEITER! Zampa presst die letzten politisch korrekten Haeute aus. Die Gezaehmten haben ausgeschrien und die new media Aktivisten und die tragischen Soroschanten ihre letzte Traene vergossen. Ihr dreckiges Geschaeft ist ans Licht gekommen: die letzte Parodie der Parodierten, "Projekte" geschuetzt hinter den Kulissen der Hierarchie und der parteiischen Politik der Fonds. KREPIERT IHR WUERMER! KREPIERT IHR SCHWEINEHAEUTE!! KREPIERT IHR EKELHAFTEN ROBOTER!!! ZAMPA WIRD EUCH JAGEN UND VERNICHTEN!!! All die elendiglichen Foliranten des soziopolitischen Kulturmarkts sind traurige Zeichen fuer den Zustand der allgemeinen Uebereinkunft von Kontrolle, Domestizierung, Repression und anderen beschraenkten Handlungen im Gefaengnis der blind taumelnden Technosinne. Das Ende der aktivistischen Quasimoral gleicht der puritanischen Mentalitaet der Impotenz, wenn mit unerbittlicher Solidaritaet Hacker-Punkte gesammelt werden und das System in den USA durch persoenliches Unglueck eines anderen Ungluecklichen verdammt wird. Solcherart liberale Kaugummis hat der Gruender dieser Tragikomoedie Geert Lovink exportiert. ABER JETZT IST ES GENUG!!! HAWK! ZAMPA HAT GESPROCHEN!!! Zampa weiss genau, dass auch in Osteuropa die Scheisse zum Himmel stinkt und das Zermatschen der Wuermer weitergehen muss. All die stigmatisierten Protagonisten (Block, Rottenberg, Vatersoehne, Irwin, Muda.org...) werden weiter entlarvt und demaskiert werden. DIESES UEBLE GELICHTER WIRD AUF SCHRITT UND TRITT IN DEN ARSCH GEFICKT WERDEN! Zampa wird gnadenlos sein gegenueber jedem, der Marlboro raucht, Bush anbetet, furzt und ruelpst. Denn Zampa bereitet sich darauf vor, in der zweiten Phase ihre Plaene im Herzen der Fonds zu vereiteln, sodass die ueble Bande von der Mutterbrust abgetrennt wird. ERFOLG AUF DER GANZEN LINIE! Zampa spuckt auf die Termini "East European Art" und aehnlichen Scheiss, denn deren zurueckgebliebene romantische Aura wird mit dem Ziel benutzt, den Hypermarkt zu erweitern und das oekonomische Kulturmodell des Liberoturbokapitalismus durchzusetzen. Kuenstler und Aktivisten sind die bloeden Opfer schmutziger Kampagnen diverser Fonds und new media Agenturen. ZAMPA WIRD SOLANGE DRAUFLOSSCHLAGEN, BIS SIE SICH NICHT MEHR RUEHREN!!
Artikel aus: 04 Megazin f�r das Hacking der Wirklichkeit (04 megazin za hakiranje stvarnosti), Doppelnummer 08/09, Juli 2005, Zagreb http://04zine.org
ZeitgenÃ�ssiche Kunst Serbien . Die neuesten Tendenzen der zeitgenÃ�ssischen Kunst auf dem westlichen Balkan. Recent Posts â� Sezgin Boynik: Lernen vom Underground â� Ausschnitt aus: Suzana Milevska, Die inszenierte (Un)Sichtbarkeit â� Lela Vujanià Ã�ber Zampa di Leone
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