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Holger Burner



Last Updated: 12/20/2009

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Thursday, December 17, 2009 

Repression auf dänisch


Thema: Umwelt, SAV, veröffentlicht: 16.12.2009
Ein Erlebnisbericht aus Kopenhagen
Wir kamen am Samstag Vormittag um 10 Uhr mit neun Mitgliedern der Berliner SAV und von Linksjugend["solid] in Kopenhagen an. Um halb zwei in der Nacht waren wir aus Berlin mit dem Bus gestartet und bis auf eine Routinekontrolle der Polizei in Rostock, die uns für eine Weile aufhielt, erreichten wir Kopenhagen ungestört.

von René Kiesel, Berlin

Direkt nachdem wir unsere Sachen in der Lagerhalle, in der wir schliefen, abgelegt hatten, machten wir uns auf den Weg ins Zentrum der Stadt, um auf die GenossInnen der schwedischen und belgischen Sektionen des Komitees für eine Arbeiterinternationale (CWI, die internationale sozialistische Organisation, der die SAV angeschlossen ist) zu treffen. Diese hatten vor dem Klimazentrum einen Infotisch aufgebaut, an dem wir uns mit Informationen und Material versorgten, um aktiv an der Demo teilzunehmen.
Es gab noch einen kurzen Austausch über bereits gelaufene Aktionen und eine Vorstellung der Unterschriftenlisten, mit der wir Unterstützung für eine alternative Wirtschaft sammelten, bis wir uns in den Zug von Demonstrierenden einreihten, der an uns vorbeizog.
Am Auftaktort des Umzuges, an dem 100.000 Menschen teilnahmen, angekommen, trafen wir auf weitere Mitglieder des CWI.
Um etwa 14 Uhr ging der Zug los und zog in Richtung Congresscenter, in dem tausende Politiker, Lobbyisten und Vertreter der UNO tagten. Wir als Internationale bildeten einen eigenen Block mit Bannern, Fahnen und eigenen Slogans, die wir skandierten. Dabei stellten wir die Systemfrage in den Mittelpunkt und erklärten, dass die Rettung des Klimas nur durch eine Abschaffung des kapitalistischen Profitsystems zu erreichen ist.
Hinter uns formierte sich dann nach dem Losgehen schnell ein schwarzer Block, der uns immer wieder überholte. Als wir uns das letzte Mal vor dem Block absetzten, rannten einige aus dem Block unvermittelt los und bahnten sich einen Weg durch die Demonstrierenden.
Plötzlich fuhren aus der Seitenstraße vor und hinter uns Mannschaftswagen der dänischen Polizei vor uns sperrten die Straße komplett ab und uns damit ein.

Der Kessel

Innerhalb kürzester Zeit standen wir einer dichten Reihe von PolistInnen und Hundestaffeln gegenüber, die uns gewaltsam zurückdrängten. Wir bildeten schnell Ketten und setzten uns auf die Straße, um zu verhindern, dass sie vereinzelt Leute aus unseren Reihen herausziehen und verprügeln oder verhaften konnten.
Als dann eine Linie auf beiden Seiten gebildet wurde, fingen die dänischen Staatsbeamten an, langsam auf uns zuzugehen, so dass wir immer enger zusammenrücken mussten, solange bis hinter uns ein großer Raum zwischen der Polizei und den Wagen, die die Straße absperrten entstand.
Es wurden laut Sprüche von uns gerufen wie „This is what democracy looks like“ oder „Let us go“, die von den DemonstrantInnen außerhalb des Kessels aufgegriffen wurden und den Hall durch die Straßen verstärkten.
In der Zwischenzeit rückte immer mehr Verstärkung der Uniformierten an und als sie genügend Platz hinter uns geschaffen hatten, fingen sie an, zu zweit einen Demonstranten oder eine Demonstrantin heraus zu greifen und führten ihn bzw. sie rabiat aus der Gruppe von mehreren hundert Menschen in den rückwärtigen Teil des Kessels. Dort wurden uns dann in einer unnatürlich schmerzhaften Position die Hände mit Kabelbindern aus Plastik hinter dem Rücken gefesselt. So bewegungsunfähig und wehrlos gemacht, wurden wir in enge Reihen platziert und dort von den Polizisten zu Boden gedrängt, die Finger am Schritt der Person hinter uns und unsere Ellenbogen, die einen üblen Druck ausübten, auf den Oberschenkelarterien. Die Beine mussten wir in einem offenen "V" positionieren, damit noch eine Person vor uns die gleiche Stellung einnehmen konnte.
Die Errichtung des Kessels geschah etwa um 15 Uhr und bis alle „aufgereiht“ waren, verging circa eine Stunde. Die gesamte Zeit über herrschte Unklarheit darüber, was als nächstes passieren würde.

Nach der Festnahme

Viele hundert Menschen saßen auf dem gefrorenem Boden, während die Beamten ständig darauf achteten, dass niemand seine Stellung änderte oder seine Hände lösen konnte. Bei vielen Gefangenen waren die Fesseln so fest angebracht, dass sie tief ins Fleisch schnitten und Verletzungen hinterließen. Den meisten blieb es verweigert, auf die Toilette zu gehen und so mussten sich manche in die Hose machen und weiter verharren. Andere hielten die äußerst erniedrigende Situation nicht aus und begannen unkontrolliert zu zittern; wenn sie aufsprangen und weg rannten, wurden sie brutal zu Boden geworfen und abgeführt.
Auf die Frage, was der Grund unserer Festnahme wäre, wurde die Antwort verweigert. Es fehlte an medizinischer Versorgung, es gab nichts zu Essen und auch nichts zu Trinken. Durch die Kälte, der man schutzlos ausgeliefert war, kühlten alle Verhafteten aus und konnten nach einiger Zeit ihre Hände nicht mehr spüren.
Gleichzeitig hatte man keine Ahnung, was mit denen passiert war, mit denen man vorher in einer Gruppe war, da die Polizei Gruppen trennte und die Personen in unterschiedliche Reihen platzierte. Es war eine unheimliche physische und psychische Belastung. Ein junger Mann wurde ohnmächtig und bekam Muskelkrämpfe, viele weinten.
Nur nach und nach kamen vereinzelt Busse, die uns an einen unbekannten Ort brachten, der eigens für die Internierung der Festgenommenen eingerichtet worden war. Die gesamte Zeit auf dem kalten Boden betrug über drei Stunden.

Der Abtransport

Da nicht genügend Busse vorhanden waren, um alle Gefangenen gleichzeitig abzutransportieren, wurden wir zum Schluss in die Mannschaftswagen der Polizei gesetzt und fortgebracht. Wir mussten uns dort zwischen zwei Sitzreihen auf den Boden setzen, immer noch mit den Händen auf dem Rücken gefesselt. Mittlerweile schmerzten die Schultergelenke wegen dieser Haltung auf unerträgliche Weise.
Die Fahrt führte außerhalb der Stadt zu einer Lagerhalle, in der wir wieder in diese Position zurückkehren mussten. Völlig willkürlich wurden einige von uns bereits dort nach Aufnahme ihrer Personalien direkt aus den Bussen freigelassen, andere wurden weiter in der Lagerhalle festgehalten. Im Hintergrund waren Käfige für die politischen Häftlinge aufgebaut, die man vom vorderen Teil der Gefangenensammelstelle nicht sehen, aber sehr deutlich hören konnte. Es waren über 500 in diesen „Hühnerkäfigen“ zusammengepfercht.
Zu unterschiedlichsten Zeiten wurden wir frei gelassen, einige ziemlich bald, andere wurden noch bis zum Ablauf der zwölfstündigen, gesetzlich legitimierten, Zeit der Festsetzung dort behalten. In diesem Lager gab es ebenfalls keine medizinische Versorgung, der Gang auf die Toilette und Versorgung wurde den Menschen weiterhin verwehrt und in regelmäßigen Abständen konnte man beobachten, wie Gefangene zusammenbrachen.

Die Freilassung

Bevor man endgültig freigelassen wurde, wurde man in einen Teil der Halle gebracht, in dem Beamte die Personendaten aufnahmen. Erst dann wurde über das weitere Verfahren entschieden, ob man den Ausgang benutzte oder weiter nach hinten in einen Käfig gebracht wurde. Die gesamte Zeit wurde man in Ungewissheit gelassen, was als nächstes passiert, ohne dass jemand bereit war, Informationen zu geben.
Die, die herausgelassen wurden, führte man unter Polizeibegleitung in einen Bus, in dem uns Plätze zugeteilt wurden und der dann zu verschiedenen Orten in Kopenhagen fuhr, um uns abzusetzen. Ohne weitere Angabe, an welcher Stelle der Stadt wir uns befanden.

Fazit

Der Klimagipfel ist eine Farce. Kein Vertreter einer bürgerlichen Regierung dieser Welt wird dort effektive Schritte unternehmen und sich verpflichten, den absolut notwendigen Umweltschutz durchzusetzen. Die westlichen imperialistischen Staaten verteidigen dort die Profitinteressen der multinationalen Konzerne gegen die Weltbevölkerung und gegen die Länder der halbkolonialen Welt.
Die Gegendemonstration war von ihrer politischen Zusammensetzung her enorm vielfältig, es waren Grüne dort, die Jugendorganisationen der Sozialdemokraten verschiedenster Ländern und viele UmweltschutzaktivistInnen.
Von der Kampagne „Hopenhagen“, die auf Plakaten das Gesicht Obamas mit sich trugen, über Mitglieder der Sekte Hare Krishna bis zu verschiedensten sozialistischen Organisationen waren viele vertreten. Die Stimmung der meisten TeilnehmerInnen war offen für sozialistische Ideen und für eine antikapitalistische Alternative zur Umweltzerstörung, die durch den Kapitalismus verursacht wird.
Mitglieder unserer Internationale konnten mit vielen DemonstrantInnen ins Gespräch kommen und über sozialistische Ideen diskutieren. Es wurden viele Unterschriften für unsere Forderungen gesammelt.
Das CWI stieß mit einem sozialistischen Programm für eine demokratisch geplante Wirtschaft in Einklang mit den Bedürfnissen der Menschen und der Natur auf breites Interesse und Zustimmung. Insgesamt konnten über 700 Exemplare davon an die TeilnehmerInnen verkauft werden.
Das Vorgehen der dänischen Polizei hat allen, die dort beteiligt waren und den Menschen auf der Welt noch einmal vor Augen geführt, wie der bürgerliche Staat auf politische Gegner reagiert. Eine Präventivhaft von SystemkritikerInnen kennt man sonst nur aus Staaten mit einem diktatorischen Regime, doch das zeigt auch das wahre Gesicht der viel gelobten bürgerlichen Demokratie.
Die Schlussfolgerung, die unsere GenossInnen aus diesen Geschehnissen zogen war einig - für eine sozialistische Demokratie weltweit. Jetzt erst recht!
Artikel auf der Webseite des CWI hier.


Unterstütze die Sozialistische Alternative:

Mitmachen, Mitglied werden: Wende Dich an die SAV, Littenstr. 106/107, 10179 Berlin, 030 247 238 02, info@sav-online.de oder per Fax: 030 - 247 238 04
Spenden: SAV, Kontonummer: 250059-430 bei der Postbank Essen (BLZ 360
Thursday, November 26, 2009 
Moinsen,

am 10.12. geben ja Dan und ich vor Genannten raplegenden ein Powerset auf die ohren und ich würd mich freuen, viele von euch da zu sehen... gibt ein zwei Chancen Geld zu sparen, am 5.12. wird beim Flavor of the month ein HipHopKnowledge-quiz starten wo es karten zu gewinnen gibt und hamburghiphop.de verlost auch welche. ich kopier hier einfach den text rein, freu mich druff...

ach ja, bin nächste Woche in Berlin, wer mich kennt und Bock hat mich zu treffen rufe durch

RG

David/Holger

hier die hamburghiphopVerlosung:

Masta Ace, einer der beliebtesten Vertreter des sogenannten Real Hip Hop, wird in der Szene nicht grundlos als lebende Rap-Legende gehandelt: Mit der Single „Born to Roll” erlangte er bereits 1995 internationale Bekanntheit; als erster Eastcoast Rapper überhaupt hat er Synthie-Beats der Westküste übernommen und Collabos mit Weltstars wie Eminem sind bei ihm an der Tagesordnung. Masta Ace, geboren 1966 in Brooklyn, verkündete 2006 von nun an nicht mehr solo aufzutreten. Musste er auch nicht: Zuletzt ging er 2008 mit der HipHop-Formation eMC, bestehend aus Strick, Punchline und Wordsworth auf Tour. Aktuell macht er, sehr zur Freude der Hip Hop-Welt, gemeinsame Sache mit Edo G aus Boston, der ebenfalls seit den frühen 90ern am Start ist und mit Größen wie Pete Rock, DJ Premier oder KRS-One zusammen arbeitete. Am 3.November 2009 releasten Masta Ace und Edo G. aka Ed O.G ihr erfolgsträchtiges Album „A&E”, was für Arts & Entertainment steht -der Name ist Programm! Jetzt touren Masta Ace & Edo G. mit niemand Geringerem als The Perceptionists (Mr. Lif, DJ Fakts One) Mitglied Akrobatik durch Deutschland und machen am 10. Dezember 2009 Station in Hamburg! Sie rocken die Bühne der Hamburger Kult-Location LOGO und werden von den Local Acts Holger Burner und 12 Finger Dan im Vorprogramm supportet. Tickets gibts für 15 Euro zzgl. Gebühren hier und an der Abendkasse.
Wir verlosen 2×2 Karten für das Konzert. Um am Gewinnspiel teilzunehmen, schickt einfach eine Mail mit dem Betreff “Masta Ace” sowie eurem Namen und Adresse an gewinnen[at-Zeichen]hamburghiphop.de.

Tuesday, November 03, 2009 
Hallo alle,

zuerst einmal: checkt bitte unbedingt den unglaublich geilen Remix von "AUFWACHEN" aus, den mir Chefkoch gemacht hat... richtig derbes Ding, mad props an ihn!! Macht mir auf jeden Fall noch mehr Bock, mal n Vinyl rauszuhauen...

Mein myspace arbeitet gerade daran, aber ihr findet den Song gleich in meinem Player. Wer den zugeschickt haben will schreibt mir n Kommentar und ne Nachricht mit mailadresse...easy.

Und: an alle, die in HH und Umgebung wohnen, sich lange schon endlich mal politisch organisiseren wollten aber ihren Arsch bis jetzt nicht hochbekommen haben / nie die richtige Gruppe gefunden haben: Am Donnerstag (übermorgen, 5.11.) gründet sich für Altona und St. Pauli eine neue Solid-Jugendgruppe, Treffpunkt ist 19:00 Am Felde 2.

Und eine Neugründung heisst halt auch immer: wenn die Gruppe erst anfängt, bestimmen alle gemeinsam, was man machen will/wie man aktiv wird. Ich persönlich geh da hin und hätte Bock ne politische Jugendzeitung für die Bezirke zu machen...mal sehen, was die anderen wollen, die da hinkommen.

Anyway, das ist quasi der Aufruf: kommt da mit hin, bringt euch ein, in der nächsten Zeit wird viel Kürzungspolitik und Entlassungen auf uns zukommen, Naziaufmärsche müssen blockiert werden etc etc da ist es wichtig, Strukturen zu haben, die Widerstand leisten können. Freu mich darauf, viele von euch da zu treffen!

Motivierte Rote Grüße

Holger


Wednesday, October 21, 2009 
Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Genossinnen und Genossen,

hiermit laden wir euch herzlich zu unserer Veranstaltung zum Thema 20 Jahre Mauerfall: Revolution für Kapitalismus? ein.

Sozialistische Grüße
Linda

Veranstaltungsreihe: 20 Jahre Mauerfall: Revolution für Kapitalismus?

in Hamburg

am Montag, den 26. Oktober um 19.00 Uhr im Centro Sociale (www.centrosociale.de), Sternstraße 2 (U Feldstraße)

Bundesweite Veranstaltungsreihe der SAV - Flyer hier
mit René Henze, sozialistischer Aktivist der DDR-Revolution und Mitbegründer des Revolutionär Autonomen Jugendverbands (RAJV) in der DDR.
"Zwischen dem Sturz der SED-Diktatur und der Machtübernahme durch das westdeutsche Establishment war die DDR das freieste Land der Welt"
(Bernd Gehrke, ehem. Bürgerrechtler)

Wir laden ein zur Debatte:

* War die DDR sozialistisch?
* Was wollten die DemonstrantInnen im Herbst 1989?
* Warum führte die Revolution zu deutscher Einheit und Kapitalismus?
Wednesday, September 30, 2009 
Hallo alle menschen, die am Wochenende in Berlin sind...

ich bin das auch, wahrscheinlich sogar n paar tage länger...

Am Freitag ist die No Nation Jam (unter anderem mit Livegott Damion Davis) und am samstag das konzert zum "MAKE CVAPITALISM HISTORY"-Kongress... beides im festsaal Kreuzberg.

Am Freitag werd ich wohl kurz für 2,3 Songs auf die Bühne steppen und am Samstag gibts n ganzes Konzert von mir... würde mich freuen euch zahlreich zu sehen!

(beide male früh kommen , Freitag gehts wohl um 23:45 los, ich weiss nich, wwann ich was mache, samstag soll ich schon so 23:30, 23:40 auf die Bühne steppen)

Letztes Mal als ich in Berlin war hat ich zu wenig Klamotten am merchandisetisch dabei... beim Planen würde mir helfen, wenn mir jetzt schon ein paar menschen Nachrichten schreiben, wenn sie gerne Shirts, Kapus oder taillierte("Girlie")Shirts in bestimmten größen haben wollen, dann steigt die Chance, das ich auch die richtigen größen für euch mithab.

Alle MCs, mit denen ich schon lang mal Featuresongs schreiben und recorden wollte: ich bleib wie gesagt n paar Tage länger, wenn ihr meine Nummer habt ruft durch... auch wenns noch empfehlenswerte freestylesessions gibt...

Freu mich auf euch alle


Sunday, September 27, 2009 

Westerwelle in Regierung: Jetzt klar machen zum Widerstand!



Stillhalteabkommen zwischen Unternehmern und Regierung bringt Schwarz-Gelb an die Regierung - und ist hiermit beendet!
Es wird eine Mehrheit im Bundestag für eine Regierungskoalition aus CDU, CSU und FDP geben. Es gibt aber keine Mehrheit in der Bevölkerung für eine solche Regierung - und auch für eine Fortsetzung der Großen Koalition gibt es unter den WählerInnen keine Mehrheit.

von Sascha Stanicic

Die Wahlbeteiligung ist um fünf Prozentpunkte auf 72 Prozent gefallen und damit die historisch niedrigste Wahlbeteiligung bei einer Bundestagswahl. Damit ist die Gruppe der NichtwählerInnen größer als jede Wählergruppe einer der Parteien. Das interessiert die aber wenig, weil ihnen egal ist, wie viele Menschen aus dem Stimmvolk sie wählen, Hauptsache, sie ergattern die gewünschten Posten, Pöstchen und Diäten.
Die Regierung wurde abgewählt. Das ist die Hauptbotschaft der Wahl. Sie wurde abgewählt, weil sie zentrale Projekte verfolgte und fortgesetzt hat, die in der Bevölkerung keine Mehrheit haben: Rente ab 67, Fortsetzung der Agenda 2010-Politik und von Hartz IV, Privatisierung der Bahn, Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Doch die neue Regierung wird diese Politik nicht nur fortsetzen, sondern - wegen der Folgen der kapitalistischen Weltkrise und der Beteiligung der ‘kleinen Partei des großen Kapitals’ FDP - verschärfen. So funktioniert Demokratie im Kapitalismus.
Die SPD erlebt das schlechteste Ergebnis ihrer Nachkriegsgeschichte, weil sie in der Kontinuität der Schröder-Jahre für die Entwicklung von neuer Armut, Lohndrückerei, Bildungsnotstand etc verantwortlich gemacht wird, sich von ihr aber mehr Menschen abwenden, als von der CDU/CSU, weil es eigentlich andere Erwartungen an eine Partei, die sich sozialdemokratisch nennt, gab.
Dass die FDP, deren neoliberaler Marktradikalismus eigentlich am ehesten als eine krisenverursachende Politik betrachtet wird (sogar die Financial Times Deutschland wollte nicht zur Wahl der FDP aufrufen, weil diese zu wenig Regulierung in der Wirtschaft zulassen will), so deutlich zulegt, hat sicher damit zu tun, dass die Partei seit 1998 in keiner Bundesregierung vertreten war, sich sozialpolitisch etwas geläutert und wirtschaftspolitisch kompetent präsentiert. Vor allem aber damit, dass es in den letzten Monaten ein Stillhalteabkommen zwischen Arbeitgebern und Regierung gab, das darauf hinaus lief, dass die Bosse gegen die Ausweitung der Kurzarbeiterregelungen auf Entlassungen weitgehend verzichtet - bis zum Wahltag, länger nicht. So sind die Folgen der Weltwirtschaftskrise bisher abgefedert worden und hat sich in einem langweiligen und inhaltsleeren Wahlkampf nicht die soziale Polarisierung in eine politische Polarisierung nieder geschlagen, wie es in den nächsten Monaten und Jahren der Fall sein wird.
DIE LINKE hat mit über zwölf Prozent eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Abschneiden der gemeinsamen Kandidatur von Linkspartei.PDS und WASG im Jahr 2005 geschafft. Das ist ein Erfolg, der sie zur viertstärksten Partei macht. Dieser Erfolg wurde möglich, weil sie diesmal deutlicher die soziale Frage in den Mittelpunkt gerückt hat, als oftmals in vergangenen Wahlkämpfen. Doch hat DIE LINKE ihr Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft und konnte die in Umfragen erzielten Werte von 14 Prozent nicht erreichen. Es sollte der Parteiführung auch zu denken geben, dass sie in einer im ZDF am Wahlabend veröffentlichten Umfrage bei der Glaubwürdigkeit auf Platz Drei hinter Grünen und FDP liegt.
Es wird sich nun zeigen, ob der Anpassungskurs der Parteiführung an SPD und Grüne, der in Thüringen, Brandenburg und im Saarland wahrscheinlich zu Regierungseintritten der LINKE führen wird, in der gemeinsamen Bundestagsopposition nun beschleunigt wird. Leider ist damit zu rechnen, wenn man die neue Tonlage in der Afghanistan-Politik betrachtet oder hört, wie Gregor Gysi DIE LINKE am Wahlabend einen Korrekturfaktor nennt, der weniger gebraucht wird, wenn die SPD sich endlich re-sozialdemokratisiert. Das sollte für alle Parteimitglieder, die in der LINKE keine Neuauflage der SPD aus den 70er Jahren wollen, sondern eine kämpferischePartei, die eine sozialistische Veränderung der Gesellschaft anstrebt und sich den außerparlamentarischen Bewegungen und Kämpfen verpflichtet fühlt, eine Warnung sein. Die kritischen Stimmen zum Kurs von Lafontaine und Gysi waren in den letzten Wochen sehr leise, als es um die Regierungsbeteiligungen auf Länderebene ging. Offensichtlich trauten sich so manche Linke in der LINKE wegen der anstehenden Bundestagswahlen nicht, dem Vorwurf der Schmälerung der Wahlchancen ausgesetzt zu werden. Aber jetzt kommt es darauf an, die Partei darauf zu orientieren gegen die anstehenden Angriffe von Regierung und Unternehmern durch kämpferische Kampagnen auf den Straßen, in den Nachbarschaften, Betrieben und Bildungseinrichtungen zu reagieren - und nicht durch gemeinsame parlamentarische Initiativen mit SPD und Grüne, die dann in der Regel zu einer Weichspülung der originären LINKE-Positionen führen werden. Dafür muss in der Partei gestritten werden.
Positiv am Wahlergebnis ist das schlechte Abschneiden der faschistischen Kandidaturen, sowohl im Bund als auch bei der Brandenburger Landtagswahl. Das wird NPD und DVU schwächen, aber die Bedrohung durch gewalttätige Übergriffe von Nazis nicht sinken lassen, da es möglich ist, dass gerade die gewaltbereiten Teile der rechtsextremen Szene sich darin bestätigt fühlen, dass die Schwerpunktsetzung auf Wahlen und Parlamentsarbeit falsch ist und sie sich wieder auf den ‘Kampf um die Straße’ konzentrieren werden.
Es ist geradezu ein Skandal, wenn der DGB-Vorsitzende Michael Sommer im Fernsehinterview am Wahlabend betont, dass die Gewerkschaften mit der neuen Regierung zusammen arbeiten werden, anstatt die Millionen Gewerkschaftsmitglieder darauf vorzubereiten, dass große Mobilisierungen und Kämpfe nötig sein werden, um die zu erwartenden Angriffe auf Arbeitnehmerrechte und die sozialen Sicherungssysteme zurück zu schlagen. Aber genau darauf kommt es an: nach dem Wahlkampf ist vor dem Klassenkampf! Regierung und Unternehmer werden den Klassenkampf von oben forcieren, es kommt darauf an, dass dem Klassenkampf von unten entgegen gesetzt wird und eine politische Alternative zum Krisenkapitalismus aufgezeigt wird.

Ausführliche Analysen und Artikel zu den Bundes- und Landtagswahlen erscheinen in den nächsten Tagen und in der Oktober-Ausgabe der ‘Solidarität’

Tuesday, September 15, 2009 
Liebe Genossinnen und Genossen,

Liebe Freundinnen und Freunde,

 
Wir rufen am Do. 17.09. zu einem gemeinsamen Aktionstag für Arbeit, Ausbildung und Übernahme auf. Ab 17 Uhr werden wir am Bahnhof Altona (Ausgang Ottenser Hauptstraße) einen großen Aktionsinfotisch veranstalten, der zwei größere Aktionen beinhaltet. Einmal werden wir in Form eines Straßentheaters überspitzt den Konkurrenzkampf um zu wenig Ausbildungsplätze darstellen und dann wollen wir bei einigen Firmen und Geschäfte in Altona, die sich nicht gerade durch Eifer beim Ausbilden auszeichnen, persönlich vorbei schauen.

 

Wir würden uns freuen, wenn ihr bei der Aktion mitmachen wollt, bzw. wir die Aktion gemeinsam organisieren und dafür mobilisieren. Wenn ihr noch eigene Ideen für den Aktionstag einbringen möchtet, wäre das natürlich noch besser.  

 

Der 17.09 ist ein bundesweiter Aktionstag vom “Wir zahlen nicht für eure Krise!”-Bündnis,  das am 28.03 die Großdemonstrationen in Frankfurt und Berlin organisiert hatte. Es wird in vielen Städten Proteste geben. Wir unterstützen auch die Kampagne „Operation Übernahme“ der IG Metall Jugend. 

 

Wie ihr ja wisst, sehen die Perspektiven, insbesondere in Zeiten der kapitalistischen Krise, für junge Lohnabhängige schlecht aus. Schon jetzt haben Jugendliche ein doppelt so hohes Risiko arbeitslos zu werden, als andere Beschäftigte. Die neuesten Zahlen gehen bundesweit von mindestens 200.000 fehlenden Ausbildungsstellen aus. Dazu kommt im nächsten Jahr in Hamburg ein doppelter Abschlussjahrgang, was die Ausbildungssituation erheblich verschlechtern wird.

 

Die "Financial Times Deutschland" berichtete am 24.08 unter Berufung auf mehrere Spitzenmanager von einem Stillhalteabkommen zwischen Regierung und Wirtschaft um auf Entlassungen im größeren Stil bis zur Wahl am 27. September zu verzichten. „Nach der Wahl wird sich das ändern und das ist auch ganz normal“, so im selben Artikel der MAN-Vorstandschef Samuelsson. Der BDI rechnet nach Auslaufen der Kurzarbeiterregelung mit einer Entlassungswelle, während die Bundesagentur für Arbeit allein dieses Jahr durch Kurzarbeit ein 11 Milliarden Defizit aufweist. Das alles wird auch bedeuten, dass eine Übernahme nach der Ausbildung immer seltener wird und Ausbildungsplätze gleich gestrichen werden.

 

Die Staatschulden sind bei 1,6 Billionen Euro. Egal wer nach der Wahl regiert, uns droht ein hartes Kürzungsprogramm, eine Agenda 2020 kombiniert mit dem Guttenberg-Papier. Keine der realistischen Regierungenkoalitionen wird auf den Schuldenberg eine andere Lösung wissen, als soziale Rechte weiter abzubauen.

 

Um von den Entwicklungen nicht vollkommen überrollt zu werden,  wollen wir mit euch den Kontakt knüpfen, um dann wenn es im einzelnen Betrieb brennt, schnell Solidarität zu organisieren und gemeinsam den Kampf um jeden Arbeitsplatz zu führen. Das Ganze dient auch als Auftakt zum nächsten Bildungsstreik in Hamburg, zu dem dieses mal Auszubildende gemeinsam mit SchülerInnen und Studenten mobilisiert werden sollen.

 

Mit solidarischen Grüßen,

Fabian Thiel

 

 

Unterstützt vom:

Hamburger Bildungsstreikbündnis, Linksjugend['solid] Hamburg und der Sozialistischen Alternative (SAV)

Thursday, September 10, 2009 
Hallo alle,

ich wollte ein paar Termine durchgeben, wo ich mich freuen würde, wenn sich viele von euch da hinbequemen.

Freitag 11.9. (morgen): versuchen verschiedene genossInnen möglichst viele Menschen, die nicht direkt zum Berliner Tor gehen, um den Naziaufmarsch zu verhindern, sondern erst mal nur von der offiziellen DemoKundgebung erfahren haben, von da loszueisen/weiterzuführen, damit es mehr massenhaften Druck gibt, das die Nazis nicht marschieren können.

Abends heisst es dann: Naziaufmarsch verhindern, später kann mensch gut bei Rapgalore feiern, wo wayne lotek kommt.

Samstag gibt es erst einen Protest der Gewerkschaftsjugend auf dem Rathausmarkt (ab 11:30), dann gehts natürlich zum, Schanzenfest....

... auf dem Schanzenfest wäre es toll, wenn ihr mal beim SAV-Flohmarkt/Infostand vorbeischaut

... wir wollen da ab (wahrscheinlich) 16:00 eine Generalprobe für eine Aktion zu Thema Ausbildungsplatzsuche / Übernahme / Kapitalistische Krise
machen... wenn da ein paar leute zusammenkommen, wird das ne tolle und spassige Aktion


Am 17.9. (Donnerstag) ab 17:00 in Altona gibts dann die Aktion, ungefähr S-Altona, findet ihr dann schon.

In der Hoffnung viele von euch zu treffen

RG

Holger
Friday, August 21, 2009 

Hallo ihr alle,

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die grundsätzliche Message in diesem Text ist: Am 5.9. gibt es eine tolle selbstorganisierte Jam in Hamburg.

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Jannis (4TMC) und ich (Holger Burner) haben uns zusammengesetzt und den Arsch hochgekriegt, weil es ja viel Gemecker gibt, das es zu wenig Szeneevents jenseits der ganz großen kommerziellen Schiene mit berühmten Namen gibt. Wir sind eigentlich der Meinung, das es einiges gibt, gerade auf lokaler Ebene, aber es stimmt, das es zu selten mal Jams gibt, wo auch Aktive aus verschiedenen Städten zusammenkommen, ohne das es gleich ein Riesenfestival mit hohen Eintrittspreisen, Headlinern mit Starallüren und Telekom-Werbebannern ist.

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Aus dem Grund machen wir am 5.9. in Hamburg im Centro Sociale (U Feldstrasse, neben dem Knust) eine Jam, wo wir ein paar Acts eingeladen haben, die HipHop in ihrer Region am Leben halten.

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Am Mikrofon gibt’s an dem Abend neben uns Amewu&Chefket (Berlin), Durch Drauf (Hannover) und Dude und Phaeb (Hildesheim) – alles Leute, wo wir der Meinung sind, die Rocken UND sind sympathische Menschen.

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An den Tables werden uns Tik und 12Vince mit einem schönen 4TurntableDJShowcase verwöhnen.

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Wenn das Wetter einigermassen klargeht werden draussen ein paar schöne Schrankrückwände mit guten Charactern und Styles verziert von Mitgliedern von TPL und BSM

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Zusätzlich wollen wir ab nachmittags (hoffentlich ab 17:00, wenn’s mitm Aufbau schlecht läuft ab 18:00) eine Open Stage haben für alle, die Bock haben was zu zeigen – wir kennen nämlich tausend leute, die gut rocken, können aber nicht bei einer Jam alle ins Lineup nehmen.

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Das heisst: Ihr habt Bock was zu zeigen – kommt vorbei und machts. Wär cool, wenn ihr euch vorher meldet, dann können wir n bischen planen, aber generell: seid um 17:00 da, dann sehen wir, wie viele Leute da Bock haben, die Plattform zu nutzen und zu zeigen was sie können. Wer sexistischen oder homophoben Dreck macht, wird tendenziell weggebattlet oder weggebottled.

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Und wer der Meinung ist, er müsse unbedingt mindestens ne halbe Stunde Zeit kriegen und erst dann kommen, wenn er selber was machen will, weil er sich eh nicht für die anderen interessiert und generell der Shit ist – der muss halt selber ne Jam organisieren, auf Allüren haben wir keinen Bock.

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Ganz tolle Menschen sind alle, die sich bereiterklären, vorher Flyer mitzuverteilen, Internetwerbung machen (sobald der Flyer da ist), plakatieren helfen, von woanders anreisenden auf spontan Schlafplätze anbieten, abbauen helfen etc.

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Wichtige Info noch: Wir wissen selber, das alle Menschen immer gern unglaublich spät kommen, weil das ja cooler ist – das Reguläre Lineup läuft nur von 20:00 bis 0:15, danach gibt’s höchstens noch ne halbe Stunde Freestyle-Session, um 1 sind wir raus und ziehen 150 Meter weiter in den Grünen Jäger zum Flavour of the month, wo unser man Mirko Machine auflegt. Die open Stage läuft nur von 17 oder 18 bis exakt 20:00 – wer spät kommt verpasst wirklich alles.

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Als Unkostenbeitrag schlagen wir euch n 5er vor, womit wir nach unserer jetzigen Kalkulation für Fahrtkosten und Material knapp draufzahlen (Gage kriegt keiner), also wären wir froh, wenn die, die sich’s leisten können auch noch ne kleine Spende drauflegen.

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Zusammenfassung:

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Samstag 5.9. Hamburg, Centro Sociale:

INTERCITYJAM

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Ab 17:00 Open Stage

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Ab 20:00 Rap von

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Holger Burner (HH)

Amewu&Chefket (B)

Dude&Phaeb (HI)

Durch Drauf (H)

4TMC (HH)

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DJ-Showcase:

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Tik&12Vince

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Graff:

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TPL & BSM

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Hilfsangebote (Flyern, Plakatieren), Kontakt, Voranmeldung für Open Stage an:

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holgerburner(ät)gmx.net und janisg(ät)gmx.de

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Ihr seid jetzt die „erste welle“, die davon erfährt, besonders die letzten 10 Tage vor der Jam wäre es toll, wenn ihr noch Flyer als Profilbilder nehmt oder Mails an alle eure Freunde schickt, die auf so was Bock haben – niemanden vollspammen, nur Interessierte.

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In der hoffnung euch alle zu sehen.

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David aka Holger Burner

.. ..

Thursday, August 06, 2009 

Besetzte Fabrik des Motorrollerherstellers Lambretta von Polizei geräumt

Mailänder ArbeiterInnen brauchen internationale Solidarität

Das Committee for a Workers’ International (CWI) erreichte ein dringender Aufruf bezüglich der ernsten Konfrontation zwischen der Staatsmacht und ArbeiterInnen, die in Mailand eine Fabrik besetzt haben.
Am Sonntag, dem 2. August, just an dem Tag, als die landesweiten Sommerferien begannen, stürmten massive Polizeieinheiten in die Fabrik Innse - Heimat des berühmten Motorrollers Lambretta, dessen Produktion mittlerweile so weit runtergefahren wurde, dass es ihn kaum noch gibt. Die Beschäftigten dort hatten das Werk seit gut einem Jahr besetzt. Sie suchten nach Alternativen, um ihre Zeit und den Maschinenpark in der Fabrik anderweitig nutzen zu können. Jetzt hat ein Spekulant das Firmengelände und die Maschinen zum unglaublichen Preis einer mittelgroßen Familienwohnung aufgekauft. Der neue Besitzer erklärte, dass keineR der Beschäftigten mehr gebraucht wird. Alles auf dem Werksgelände Befindliche will er zum eigenen Gewinn verkaufen. Den ArbeiterInnen wurde erzählt, dass während der Ferienzeit nichts geschehen würde. Doch dann fand der Aufmarsch großer und bestens ausgerüsteter Polizeimannschaften statt: Carabinieri, Finanzpolizei (Guardia di Finanza; Erg. d. Übers.) und Schutzpolizei!
Es hatten lediglich 50 KollegInnen dort ausgeharrt, um zu versuchen, ihren Lebensunterhalt zu sichern. In Italien existiert kein wirkliches System der Arbeitslosenhilfe. Werksschließungen und Entlassungen kommen im heutigen Klima mit geringen Aussichten auf alternative Beschäftigungsverhältnisse einem Todesurteil gleich.
Die Gewerkschaft, in der die ArbeiterInnen organisiert sind (Fachbereich der MetallarbeiterInnen innerhalb des Gewerkschaftsverbands CGIL) und die CGIL selbst haben Demonstrationen in der Stadt und Streikposten vor den Fabriktoren organisiert, um die ArbeiterInnen zu unterstützen. Diese bitten nun darum, dass es zu verstärkter Unterstützung in Form von massiven Solidaritätsbekundungen kommt.
In der Mitteilung von FIOM (Mitgliedsgewerkschaft der CGIL; Erg. d. Übers.) heißt es: „Ungeachtet der Sommerferien darf nichts unversucht bleiben, um den ArbeiterInnen bei Innse die Unterstützung und Solidarität aller MetallerInnen zuteil werden zu lassen. Das ist von enormer Bedeutung, weil diese Art von Vorgehen der Polizei ein Zeichen dafür ist, wie die herrschenden Autoritäten sich darauf vorbereiten, mit den ernsten sozialen Spannungen umzugehen, die die Krise hervorbringen wird, wenn im Oktober die Arbeit wieder losgeht.“
Vier Arbeiter und ein Gewerkschaftsvertreter sind am Dienstag, 4. August, in die Fabrik gegangen und auf einen Kran geklettert, der aufgebaut worden war, um mit dem Abbau der Maschinen zu beginnen. Sie wollen die Besetzung mit allen Mittel aufrecht erhalten, bis die Zusage kommt, dass nichts abgebaut und weggeschafft wird.
Genau wie in den ähnlich gelagerten Fällen bei VISTEON, VESTAS, Thomas Cook, Goodyear, Ssangyong wird die Frage der Verstaatlichung, des öffentlichen Eigentums unter der Kontrolle der Beschäftigten und des Plans für alternative Arbeit aufgeworfen.
Wir rufen - vor allem KollegInnen, die in jüngst zu ende gegangenen oder aktuell anhaltenden Kämpfen befindlichen ArbeiterInnen - dazu auf, über das Mailänder Büro der FIOM (Federazione Impiegati Operai Metallurgici) Solidaritätserklärungen an die Arbeiter von Innse zu schicken: fiom.mi@cgil.lombardia.it

Kopien bitte an: FIOM-Vorstand, Gianni Rinaldini: organizzazione@fiom.cgil.it und das Committee for a Workers’ International: cwi@worldsoc.co.uk