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Last Updated: 1/12/2009

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Saturday, March 21, 2009 
Der Amoklauf von Winnenden hat nicht nur 16 Tote verursacht, sondern auch einen wiederaufkeimenden Schrei nach Killerspiel-Verboten.
Ist ja auch leicht, jetzt ein Verbot zu fordern um fortan vor solchen Amokläufen geschützt zu sein! Das kann man sich ja jetzt zum Trost einreden!

Ist aber schonmal jemandem aufgefallen, dass es schon VOR den Killerspielen und PCs Amokläufe gab (spiegel Wissen nennt führt als ersten großen Amoklauf den von 1964 auf http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/06/60/dokument.html?titel=Die+schlimmsten+Amokl%C3%A4ufe&id=64580660&top=Lexikon&suchbegriff=amoklauf&quellen=&qcrubrik=recht )? Natürlich werden Amokläufe häufiger - es gibt ja auch immer mehr Menschen, also auch immer mehr Jugendliche, die mit ihrem Leben nicht mehr klarkommen und mit einem Massaker ihr Leben beenden!
Weiterhin sind die sogenannten Killerspiele weit verbreitet - mehrere Millionen Menschen metzeln allabendlich an ihrem Computer. Da ist es doch nur wahrscheinlich, dass auch bei einem Amokläufer solche Spiele gefunden werden! Aber Millionen Spieler metzeln und sind fern ab, als Amokläufer in die Geschichtsbücher einzugehen.
Allerwahrscheinlichkeit nach hat der Täter auch ein Windows-Betriebssystem - warum schiebt man die Schuld nicht darauf? Windows - Sofort verbieten! Windows-Betriebssysteme hatten schließlich alle Amokläufer (die Killerspiele auf ihrem PC hatten) - eine große, nicht zu übersehende Gemeinsamkeit also!
Und vermutlich haben auch alle Amokläufer der jüngeren Vergangenheit Brot gegessen - warum verbietet man das nicht? Irgendeinen Zusammenhang wird man da bestimmt auch finden können.

Also ehrlich gesagt: Die Killerspiel-Debatten kotzen mich an! Bei jedem mit realen Gegnern gespielten Mensch-Ärgere-Dich-Nicht werden mehr Emotionen freigesetzt, als beim Schießen auf virtuelle Gegner! Aber kein Mensch würde jemals auf die Idee kommen, solch ein Familienspiel zu verbieten! (und welcher Verlierer ist nicht schon einmal wütend aufgestanden und hat vor Möbel getreten? - ein kleiner Amoklauf also findet häufiger statt, auch wenn dem Menschen eine Waffe fehlt)

Um wirklich einen statistischen Zusammenhang zwischen Killerspiel und Amoklauf herstellen zu können, müßte es viel mehr Schulmassaker geben! Glücklicherweise treten diese Massaker doch recht selten auf! Aber das erschwert für die Wissenschaftler das Finden von Gemeinsamkeiten! Und da wird das erstbeste gemeinsame Merkmal genommen, was man finden kann - halt die Killerspiele!
Vielleicht wurde Tim K. aber auch durch die Beschreibung des Massakers von Alabama in den heute-Nachrichten inspiriert, das am Vortag stattgefunden hat. Zeitlich käme es hin: Tim hat erst ab 19:40 Uhr mit seinem virtuellen Gemetzel begonnen - da war "heute" gerade zuende. Aber das geht ja auch nicht, dass man eine Nachrichten-Sendung verbietet; ist ja auch unwahrscheinlich, dass da ein Zusammenhang besteht ...

Natürlich will ich nicht ausschließen, dass Computerspiele (halt solche Killerspiele) auch auf die Psyche von Jugendlichen einwirken können - aber woher hatte Tim denn diese Spiele? Sie werden erst ab 18 Jahren verkauft! Von daher hätte Tim diese Spiele garnicht besitzen dürfen! Wenn er sie selbst kaufen konnte, dann sollten allerhöchstens die Kontrollen zum Verkauf solcher Spiele verstärkt werden; wenn seine Eltern ihm die Spiele gekauft haben, tragen die eine große Mitschuld an den Toten! Wozu gibt es denn die Altersfreigaben, wenn nicht deshalb, dass auch die Eltern darauf achten können, dass ihre Kinder nur altersgerechte Spiele bekommen können! Aber die Eltern sind ja viel zu sehr zu bedauern, als dass man ihnen deswegen Vorwürfe machen könnte ...

Wenn ich mir ja sicher wäre, dass ein Killerspiel-Verbot tatsächlich solche Massaker verhindern könnte, dann würde ich es ja auch unterstützen! Aber auch ohne diese Spiele wird irgenwann (hoffentlich in ferner Zukunft!) ein Massaker stattfinden, ebenso wie es vorher schon Massaker gegeben hat! Und der Spielehandel würde nur mehr in den Untergrund gedrängt und viel unkontrollierbarer werden! Dann würden Killerspiele nur gehandelt wie jetzt die Drogen, Waffen, Kinderpornos ... Aber es gäbe nicht einen Amoktoten weniger!

Aber ein Killerspiel-Verbot ist halt populär und kostet viel weniger als eine Umgestaltung des Schulwesens! Liebe Politiker: Verschärft noch ein paar Gesetzt (gegen die die Eltern im Fall Winnenden ohnehin verstoßen haben), das kostet garnichts; spart weiter an den Kontrollen zur Einhaltung der Gesetze, das würde nämlich viel kosten; und dann wascht Eure Hände in Unschuld wenn der nächste Amoklauf kommt - vorher sind sowieso Wahlen und niemand kann Euch zur Verantwortung ziehen!