OK, falls ihr euch fragt, was ich eigentlich so mache:
Also das mit der Autoversicherung hat sich glücklicherweise endlich geklärt (genau genommen vor ca. 2 Wochen). Ich bin dann sofort weitergefahren nach Winnipeg, Manitoba. Dort war ich 2 Tage bei Freunden von meiner Tante. Winnipeg hat eine ziemlich große französische Gemeinschaft, was mich überrascht hat, weil das ja nun schon extrem weit entfernt von Québec ist. Die Stadt an sich ist nicht schlecht.
In Manitoba hat auch die Prärie begonnen. Es ist schwer zu beschreiben, wie flach und leer das da ist. Man fährt auf dem Highway und links und rechts verschmelzen Himmel und Erde irgendwo ganz weit entfernt. Vorne und hinten ist so ziemlich das gleiche. Grob gesagt ist da auch wirklich nichts. Hier und da mal ein Baum oder ein Hügel (oder ein Baum auf einem Hügel), und sehr selten auch mal eine Siedlung. Allerdings gibt es auch einige Ölpumpen. Nach Stunden kommt man dann durch eine "größere" Stadt. Nachts ist es auch ziemlich beeindruckend: Um einen rum fast perfekte Dunkelheit (außer den Autos), dann irgendwann führt der Highway über einen Hügel, und plötzlich eröffnet sich ein riesiges Lichtermeer und man ist z.B. in Medicine Hat. Es gibt oft Unfälle, wenn Leute beim Fahren durch die Prärie einschlafen, weil die Gegend so langweilig ist. Teilweise gibt es Kurven auf dem Highway, die vom Weg her keinen Sinn machen, aber eingebaut wurden, um die Fahrer wieder aufmerksamer zu machen.
Die Kanadier sagen über die Prärie: "You can watch your dog run away for 3 days". Das kommt mir nicht sehr stark übertrieben vor. Ich werde das wahrscheinlich noch fotografieren.
Nach Winnipeg bin ich dann weitergefahren zu einem WWOOF-Host in Alameda, Saskatchewan. Die Leute da sind extrem nett, das hat mich echt beeindruckt. Dort habe ich auch noch eine andere WWOOFerin kennen gelernt, Edsuko aus Japan. Sie ist da schon seit 3 Monaten und bleibt noch 1 Monat oder so. Ich wäre auch länger geblieben, bin aber nach einer guten Woche weitergefahren, weil ich zu Weihnachten in Edmonton sein will. Dort lebt die Familie der Frau von meinem Cousin Chris (von denen ich auch das Auto habe). Mit denen feiere ich dann Weihnachten.
Ich bin jetzt also in Brooks, Alberta - ca. 6-8 Stunden vor Edmonton. Die Leute, bei denen ich gerade bin, habe ich auf meiner ersten WWOOF-Farm kennen gelernt. Die züchten hier Pferde und es gibt nicht so einen großen Unterschied zu einem normalen WWOOF-Aufenthalt. In ein paar Tagen werde ich dann weiterfahren nach Edmonton. Das ist übrigens alles noch lange in der Prärie. Ich bin jetzt allerdings schon ziemlich weit durch Kanada gekommen.
Auf der Karte in meinen ersten Eintrag ist ganz gut zu sehen, wo ich gerade bin: Brooks ist ein wenig östlich von Calgary, das auf der Karte eingetragen ist. Meine erste Farm war in der Nähe von Ottawa. Ich habe jetzt schon über 4.000 km zurückgelegt und noch ein gutes Stück vor mir, das auch durch die Rocky Mountains führt (glaube ich). Da wird also wohl noch eine ganze Menge zu berichten sein.
Bis dahin macht's mal gut!