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INCUBATOR



Last Updated: 11/29/2009

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Status: Single
City: HH, HL, OH
State: SH
Country: DE
Signup Date: 9/10/2006
Monday, June 09, 2008 
Wer erinnert sich noch an Incubator und das Altweiber-Rumgezicke um die Rechte am Bandnamen seit 1998 bei ihrer (vorläufigen) Auflösung? Eines der Aushängeschilder der deutschen extremen Metalszene verlor sich in sinnlosen Namensstreitereien und persönlichen Querelen und vergraulte so nach und nach seine Fans und seinen guten Ruf in der Metalszene. Doch Frontmann und Sprachrohr Chris Mummelthey brachte die alten Bandkollegen nochmal an einen Tisch und mit dem Statement "Wir sind motivierter und aggressiver denn je, nach all den Jahren voll Erfolg und Scheiße können wir auf einen immensen Fundus an Erfahrungen/Fehlern zurückgreifen und uns endlich auf das konzentrieren, was vor 17 Jahren der Beweggrund war, diese Band zu gründen - ziemlich harte, schnelle und ehrliche Musik zu machen, ohne nach links und rechts zu schauen, menschlich UND politisch" meldet sich eine der dienstältesten Formationen der deutschen Metalszene nun zurück, um endlich mal wieder positive Schlagzeilen zu machen.

Und positiv ist es allemal, was Incubator nach 10 Jahren Abstinenz (in dieser Besetzung) vorsetzen: Nach einem Mini-Intro in Form von einem leisen, immer lauter werdenden Riff, begleitet von einem flotten Schlagzeug, geht es mit dem charakteristischen Klang einer Schrotflinte, die gerade durchgeladen wird, sofort voll auf die Zwölf mit "Narzist". Die erste Assoziation, die mir beim Klang von Chris Mummeltheys Stimme in den Kopf schießt, ist die mit den Spaßmetallern der Crust 'n' Drillaz (die außerhalb von Oberbayern wohl kaum bekannt sein dürften) und im Laufe des weiteren Albums zeigen sich auch Ähnlichkeiten mit den Böhsen Onkelz und Eisregen. Doch wie gesagt, hier handelt es sich nur um spontane Assoziationen, die teilweise auch dadurch unterstützt werden, dass man hier auf deutsche Texte setzt, was zusätzlich Respekt verdient. Musikalisch handelt es sich hier um ein 1A Death Metal Brett mit einprägsamen Hooks und fetten Drums. Als besonderes Schmankerl findet sich bei "Stapellauf" eine weibliche Gesangsbegleitung, die einen schönen und abwechslungsreichen Kontrast zu den Screams darstellt. Bei "Instrumentalstück" handelt es sich (wer hätte das gedacht?) um einen reinen Instrumentalsong, dessen einziger Unterschied zum Rest des Albums darin besteht, ohne Vocals auszukommen, ansonsten finden sich auch hier wuchtige Riffs und knüppelnde Drums, die das Niveau auf konstanter Höhe halten. "Der Jüngste Tag" ist eine Coverversion von der Band Richthofen, bei der Basser Dirk Weiß früher in Diensten stand, herauszuhören ist allerdings nicht, dass es sich hier quasi um einen Fremdkörper handelt. Als einzigen Schwachpunkt des Albums erweist sich die Abmischung, die die Instrumente ein klein wenig zu stark in den Vordergrund drängt und dafür sorgt, dass man sich arg konzentrieren muss, um überhaupt etwas von den Lyrics (die sich größenteils um zwischenmenschliche Beziehungen drehen) mitzubekommen.

Insgesamt hat man das Gefühl, Incubator waren nie wirklich weg, so homogen klingt das alles, was uns die Mannen um Chris Mummelthey da auftischen. Die Instrumente harmonieren sehr gut miteinander und die vokalen Beiträge kommen auch abwechslungsreich, nur leider, wie erwähnt, ein wenig zu sehr im Hintergrund, daher. Auch der Coversong klingt wie von Incubator geschrieben und dass es sich hier um ein Cover handelt, merkt man nur, wenn man es auf dem Infozettel vor sich stehen hat. Insofern bleibt nur zu hoffen, dass die Band soweit erwachsen geworden ist, um Streitereien wie früher in Zukunft zu unterbinden und weiterhin solche Hammeralben zu produzieren.

Bewertung: 9/10

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