Berlin 20.12.-24.12.2008
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Wie in jedem der vergangenen vier Jahre, machten wir, Luceo und Lady mit Marnie, Rebecca und Larissa, uns wieder auf den Weg nach Berlin, um kurz vor Weihnachten Corvus Corax live in der Passionskirche zu erleben.
Allerdings war etwas anders als sonst. Nicht zwei, sondern drei Konzerte standen an. Und es würde vor dem Auftritt ein bisschen was aus dem neuen Cantus Buranus Orgelwerk zu Gehör gebracht werden. Die Neugier war groß, noch mehr so, als wir erfuhren, dass Aufnahmen für eine neue DVD gemacht werden sollten.
Aber fangen wir ganz am Anfang an: Da wir dieses Mal keine Hektik vorher hatten, alles gut durchgeplant war, konnten wir am Goslarer Bahnhof entspannt starten, in Braunschweig stiegen wir um in den ICE, in dem wir ein Abteil für uns hatten und Luceo und Lady tauschten Informationen aus, die Kiddies beschäftigten sich anderweitig.
Es gab keine Verspätung, allerdings fast eine Panne in der S-Bahn, die wir Landeier unbedingt noch kriegen wollten, was zu einem Kampf mit Koffern und sich schließender Tür führte. Larissa hatte wacklige Knie danach und uns stand der Schweiß auf der Stirn.
In unserer nun schon Stamm-Ferienwohnung angekommen, verteilten wir uns auf die Zimmer, bekamen einen kleinen Schock beim Bezahlen und hatten gleich interessante Aussichten aus dem Fenster. Ich sag’s ja immer wieder, die Wohnung ist nicht optimal, schon gar nicht für diesen Preis, aber die Aussicht ist einfach unbezahlbar. Dann war die große Frage: Was machen wir nun? Vorgenommen hatten wir uns ja Einiges und da am Samstag noch kein Konzert anstand, wollten wir eigentlich nur ein bisschen Sightseeing machen, doch dann, nach einer Tasse Kaffee, entschieden wir uns anders. Da Sookie noch nicht da war, gingen wir einkaufen, fühlten uns, naja, ich zumindest, wie richtige Berlinerinnen, verleibten uns eine Pizza ein und gingen noch auf einen Sprung in die Lieblingskneipe, wo wir dann auch schon mal auf unsere bayrischen Mädels trafen. Wir ließen es nicht allzu spät werden, verpassten daher die Zetha, schnieff.
Am Sonntag setzten wir unsere Pläne in die Tat um und machten „auf Kultur“. Larissa wollte unbedingt die Nofretete sehen und so fuhren wir zur Museumsinsel, machten jede Menge Fotos und gingen ins ägyptische Museum. Die Kinder hatten noch freien Eintritt, jeder bekam einen Minirekorder mit, der uns auf Zahleneingabe etwas zu den Exponaten erzählte. Es ist einfach faszinierend, wenn man vor den Gebrauchsgegenständen, den Masken, Sarkophagen usw. steht und sich vorstellt, wie alt diese Sachen sind. Interessant fand ich vor allem die Papyrusrollen und die Erklärungen dazu. Vor allem die medizinischen Texte zum menschlichen Gefäßsystem. Einerseits kriegte ich fast einen Lachanfall, andererseits waren Sachen dabei, da lagen die alten ägyptischen Ärzte nicht mal falsch.
Das schönste Ausstellungsstück ist natürlich die Büste der Nofretete. Wenn man lange genug hinsieht, glaubt man fast, sie sei lebendig.
Danach wollten wir uns noch den Pergamon Altar ansehen, von dem ich bei meiner Schulabschlussfahrt total begeistert war. Die drei kleinen Mädels machten nicht so ganz begeisterte Gesichter. Das änderte sich, als wir durch die kleine Tür in den Saal kamen, in dem der Altar steht. Ich hatte meine Tochter Larissa im Auge, der fast der Mund offen stehen blieb.
Kommentar von ihr: „Oh mein Gott, ist das ein Oschi!“
Jedenfalls war die Begeisterung groß. Die „Dionysos-Ausstellung“ dagegen fand nicht die Zustimmung der Mädels. Beim Anblick der, meist nackten Statuen, meinte Larissa: „Das ist ja pervers!“
Ich dagegen fand die Statue des Asklepios, von der ich ein Foto machte, vielleicht sollte ich das mit in meine Klinik nehmen, deren Namensgeber er ist ;-).
Nach Stärkung im Restaurant mit dem goldenen M, ging’s zurück in die Ferienwohnung, es gab wieder interessante An- und Aussichten, eine Tasse Kaffee und das übliche Problem, was ziehe ich an, wie frisiere ich mich und das mal sechs, Hilfe!!!!!
Mit Tram- und U-Bahn ging es zur Passionskirche, wir waren spät dran, aber hatten doch noch Hoffnung in die erste Reihe zu kommen, obwohl ich befürchtete, mit Larissa zurückfahren zu müssen, dem Kind war schlecht. Aber frische Luft und in der Kirche dann eine Laugenbrezel behoben das Problem. Wir eroberten die erste Reihe, dank unserer Kinder. Siouxsie war mit ihrer Mama da, Zetha kam auch noch, Sorraja war da und sogar Celebrin hatte den Weg nach Berlin gefunden. Und alle bekamen wir einen Zettel mit dem Text von „O Varium Fortune“. Uns schwante schon Übles und tatsächlich sollten wir dann bei der letzten Zugabe mitsingen. Aber erst mal war Tratschen, Informationen austauschen und viele liebe Leute begrüßen an der Reihe. Gegen ..19.30.. erhob sich Orgelklang und wir kamen in den Genuss von Cantus Buranus, dem Orgelwerk, naja einem Teil davon. Die Orgel der Passionskirche ist sehr gut und Bernhard Fabuljan ist ein Meister an diesem Instrument. Das Ganze ist einfach nur Gänsehaut erzeugend und genial. Und doch warteten wir natürlich gespannt auf unsere Spielmänner, hatten wir doch längere Zeit kein CC Konzert mehr gehabt.
Nach einer Runde einnebeln ging es dann auch gleich los und die Stimmung war sofort gut.
„Urmawi“, gefolgt von „Totus Floreo“, angesagt von Teufel, der Wim als Frauenbetörer ankündigte, dann kam das Lied von Cheiron, dem es aber, laut Castus, in Deutschland zu kalt ist und er daher in Griechenland weilt. Dann kam die Ansage, dass einmal zur Osterzeit die Spielmänner ein großes Ei fanden und dieses ausbrüteten, heraus schlüpfte eine zarte, anmutige Nachtigall, die nun mit dem Spielmann ein Liebeslied singt. Die Nachtigall war Jordon mit der tönernen Vogelpfeife, der Spielmann war Castus, der auf einer neuen Cister spielte, grün lackiert und mit zwölf Saiten bespannt. Das Lied war „Saderalladon“, gehört zu meinen Lieblingsliedern und wir kriegten uns vor Lachen kaum ein, denn die Interaktion zwischen „Nachtigall“ und Spielmann war hinreißend.
Nach Feralis verabschiedeten die Spielleute sich in die Pause, nicht ohne uns vorher noch zum Saufen zu animieren, und verschwanden unter den Klängen von „Tertio“ in der Sakristei. Der Applaus war kräftig und die Pause ging schnell herum, nicht zuletzt, weil Emil uns besuchen kam, der Lieblingshund aller Corvus Corax Fans.
„Bibit Aleum“ war das erste Lied nach der Pause, dann kam der „Mazedonische Tanz“, gefolgt von der „Ballade de Mercy“, die mit der neuen Cister ungewohnt klang, aber nicht schlecht. Bei „Venus Vina Musica zeigte sich, dass die Fans stimmgewaltig mitbrüllten um etwaige Kopfschmerzen zu vertreiben ;-) und auch die Choreographie der ersten Reihe klappte schon ganz gut *fg*. Nach „Nominalto“ und „Titenka“ (der größten Frau Europas), kam dann wieder Teufel ans Mikrofon und sagte ein unglaubliches Ereignis an, das gerade so wäre als würde Ostern und die heilige Weihnacht auf einen Tag fallen, denn Castus Rabensang, da gab’s Applaus und Gejohle, würde nun mit der Kraft seiner behaarten Lenden und seinen stahlharten Brustwarzen, den kleinen, wilden Dudelsack bändigen, was zu wahren Lachanfällen führte. Dann ging es „In Taberna“ wo wir zu „Sanyogita“ mit den Hüften kreisten und den Hamster erschlugen ;-).
Bei „Ductia“ stieg die Stimmung noch um ein paar Grade und beim „Platerspiel“ verausgabten sich nicht nur die Spielmänner.
Dann kam der „Opernsänger“ Herr „Saltarello“ in Gestalt von Patrick an den Bühnenrand und mit „Dam Dam“ verabschiedeten sich die Musiker. Allerdings waren wir nicht damit einverstanden und holten sie mit Applaus, trampeln und pfeifen wieder auf die Bühne zurück. Als Zugabe gab es „Filii Neidhardi“ und dann „Chou Chou Sheng, wobei wir hüpften, ob wir wollten oder nicht.
Als letzte Zugabe wurde dann „O Varium Fortune“ gespielt und wir sollten mitsingen. Unsere Spielmänner standen bei der Orgel auf der Empore, wir unten und waren ziemlich unsicher, was wir tun sollten, bzw. wann wir einsetzten sollten und so ging das Ganze etwas daneben. Ich konnte den Text nicht lesen, weil's zu dunkel war und irgendwie war ein Teil des Publikums schon eine Zeile weiter als die anderen.
Noch völlig im Bann des Konzertes machten wir uns auf den Rückweg, nachdem wir uns mit den anderen Mädels für die Kneipe verabredet hatten.
Eigentlich wollten wir es nicht allzu spät werden lassen, aber…meistens kommt es anders als man denkt, denn in der Kneipe hatten wir das Vergnügen, auf Castus zu treffen, mit dem wir uns ausführlich unterhalten konnten. Wir hatten so viel Spaß, dass es dann später war, als wir dachten ;-) und wir sozusagen aus der Kneipe gekehrt wurden.
Immer noch kichernd machten wir uns auf den Weg zur Ferienwohnung, kichernd gingen wir ins Bett und kicherten auch noch, als Sookies Bett zusammen krachte.
Als dann alles wieder okay war, konnten wir nicht gleich einschlafen, weil immer wieder eine von uns in ein nur schwerlich unterdrücktes Kichern ausbrach.
Am nächsten Morgen hingen wir dementsprechend etwas in den Seilen und beschlossen, es ruhig angehen zu lassen. Wir frühstückten, sahen dabei „Nanny“ (mit Fran Drescher) im TV und warteten auf Andrea, die sich uns heute anschließen wollte. Zwischendurch ging ich noch schnell was einkaufen und fühlte mich zu Hause in Berlin. Als ich wieder kam, hingen alle am Fenster und sahen ein ganz anderes TV Programm *kicher*.
Schließlich, kurz bevor wir uns zurecht machen wollten, kam Andrea und wir hatten erst mal eine Menge Gesprächsstoff. Aber bald machten wir uns auf den Weg in die Passionskirche, wo ja heute für die DVD gedreht werden sollte. Wir waren früher da als am Abend davor, trotz dauerndem Röcke raffen von Larissa und mir, wir beide waren schick aber nicht praktisch angezogen, *fg*. Wir wurden von einer Truppe Frauen alle misstrauisch beäugt und als „hysterisch“ abgestempelt. Also bitte, ich mit meinem hohen Alter bin vielleicht „historisch“ aber nicht hysterisch, so!!!! Eine kleine Überraschung gab es auch noch. Diana war da! Mit frischgebackenem Ehemann! Und sie sorgt auch schon bald für die neue Fangeneration ;-).
Erste Reihe erobern war das Ziel, wir erreichten es, trotzdem eine der „netten“ Damen Larissa hinter die Kirchentür quetschte.
Wir hatten alle den Text von „O Varium“ geübt und Castus hatte uns gesagt, dass die Spielmänner an diesem Abend auf der Bühne stehen würden und fünf Chorleute oben auf der Empore, naja, wir waren gespannt, wie es klingen würde.
Das Programm war das Gleiche, wie am Abend vorher, die ansagen variierten ein wenig, aber die Stimmung war noch besser. Zuerst dachte ich nicht mal an die Kameras, bis ich dann irgendwann ein rotes Licht entdeckte, aber eigentlich machte es mich nicht nervös. Die Mädels, die am Vorabend noch gesessen hatten, standen nun auch mit uns auf und wir waren richtig ausgelassen.
Dann kam die letzte Zugabe und trotz Text lernen und Einsatz nicht verpassen, hatte ich das Gefühl, dass ich alleine sang, den anderen erging es genauso und ich glaube, es war kein Erfolg! Nach dem Auftritt blieben wir noch in der Kirche, wurden, oh Wunder, auch nicht von der Security herausbeordert, holten Autogramme und machten Fotos, das heißt, ich war abgemeldet, meine Mädels übernahmen das. Ich durfte sie dann mit den diversen Spielmännern aufs Bild bannen. Schließlich nahmen wir dann doch Abschied, lernten, dass man auch mit dem Bus bis zum Alexanderplatz kommt. War lustig, die ganzen großen und kleinen Mädels mit dem Bus unterwegs, ein sehr netter Busfahrer, der meinte er habe die Fahrkarte gesehen, obwohl Luceo sie nicht gleich fand und auch noch wartete, als ein paar nicht gleich entschlossene schließlich doch noch einsteigen wollten. Die Fahrt würde mit Schokobonbons versüßt und nachdem wir die Kiddies nach Hause gebracht hatten, gingen wir doch noch in die Kneipe.
Wir merkten am anderen Morgen, dass drei Konzerte doch anstrengend sind. Luceo schwächelte etwas und so machten Sookie und ich uns mit den Kids auf den Weg, nachdem wir uns von Andrea verabschiedet hatten, gingen noch zum Weihnachtsmarkt auf dem Alexanderplatz, besorgten noch ein paar wichtige Kleinigkeiten.
Die Zeit zum aufbrezeln wurde knapp, aber wir waren trotzdem noch gut in der Zeit, so gut sogar, dass wir direkt vor der Kirchentür landeten. Irgendwann kam ein Security Mann heraus, sah uns alle an und meinte, er habe wohl ein Deja Vu, grins. Als die Tür dann endgültig zum Einlass geöffnet wurde, wurden wir mit den Worten: Die Stammgäste zuerst, herein geholt, fand ich nett. Sowieso muss ich mal die Security Firma loben, alle, die dort eingesetzt waren, waren freundlich, hilfsbereit und liebenswürdig, ganz im Gegenteil zum Vorjahr. So soll das sein.
Auch Emil ließ sich noch mal in der Kirche sehen und wurde geknuddelt, von den großen und kleineren Fans.
An diesem Abend gaben wir bei dem Konzert noch mal alles, genau wie die Band. Ardor schnappte sich Siouxsies Rucksack und stöberte darin rum, steckte sich das gepunktete Portemonnaie in den Rockbund und versuchte auf dem gepunkteten Regenschirm Musik zu machen ;-). Eigentlich hatte er es ja auf die Süßigkeiten Tüte abgesehen, aber Zetha’s reaktionsschnelles Wegschnappen Derselben verhinderte es.
Die Kameramänner tummelten sich mitten zwischen uns. Sie waren höflich, einer allerdings ein bisschen ungeschickt. Erst kippte er Valeras Bier um, dann stand er auf meinem Rock und ging, trotz deutlichen Zerrens meinerseits nicht von Diesem runter.
Aber…ich fürchte, wir sind häufig auf dem Film zu sehen, oder vielleicht haben wir Glück und sie haben eher die Nachwuchsfans gefilmt.
Dieses Mal wurde auf „O Varium Fortune“ verzichtet und stattdessen „Lamentatio Coelibatus“ gespielt. Ich finde „O Varium“ als Abschluss allerdings besser!
Wir begrüßten noch Herb und verabschiedeten uns schon mal von den Spielmännern. Rebecca war ganz traurig, dass alles schon wieder vorüber war und Castus malte ihr einen Punkt auf die Nase, damit sie fröhlich wird ;-). Larissa erfuhr das gleiche Schicksal, allerdings bekam sie von Jordon noch einen zweiten Punkt und auch Marnie kam nicht ungeschoren davon.
Wir nahmen wieder den Bus zurück und merkten, dass es wirklich richtig nette Busfahrer gab, denn wir hatten kein Kleingeld dabei, er konnte nicht wechseln und so ließ er uns einfach so mitfahren.
Ein letzter Besuch in der Kneipe, wo wir noch einmal auf Castus trafen, der uns erinnerte, dass wir unbedingt am 25.12. ab ..11 Uhr.. MDR einschalten sollten, damit wir Corvus Corax im TV erleben könnten und wir erfuhren noch ein bisschen was von den Dreharbeiten dazu und vor allem vom Finale, lach! So gegen zwei Uhr löste sich die Versammlung dann auf und wir nahmen schweren Herzens Abschied voneinander.
Die Nacht war kurz, wir müde, aber der Zug wartete schließlich nicht und so machten wir uns auf den Weg zurück in den Harz. Ich mit zwei weinenden Augen, die anderen eher mit einem weinenden und einem lachenden Auge.
Und trotz meines Kummers, nicht in Berlin bleiben zu können, hellte sich die Stimmung am Nachmittag wieder auf und es konnte Weihnachten werden.
Und am ersten Feiertag gab es dann ja noch unsere Jungs im Fernsehen, leider viel zu kurz, aber es war ein nettes „Weihnachtsgeschenk“!
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Outtakes:
…Luceo auf Schnarcher Jagd
…finster blickende Museumswächter wg. Handyklingeln
…lecker Bier in der Kirche
…sauren Rotwein in der Kirche
…Retter
…Therapeuten
…jugendliche Schwärmereien
…Dinge die man eher nicht auf Rezept bekommt
…zusammenbrechende Betten
…Dinge die man sich nicht vorstellen möchte
…Wim, der sich mit Charme zwei neue Fans eroberte
…haltlos kichernde Fanweiber
…merkwürdige Weiber
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Ich brauche mal wieder Hilfe, weil ich bestimmt ganz viel Lustiges vergessen habe.
Also Luceo, Sookie, Ludmilla, schreiben was ich noch vergessen habe, bitte!!!!!
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