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Roly [d-science]



Last Updated: 12/21/2009

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Status: Single
City: Berlin
Country: DE
Signup Date: 1/2/2007
Thursday, August 20, 2009 

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roly's silberscheiben 08/2009 @ hanf journal - [pdf download]


Various: Sick Music (hospital records)


Seit Jahren veröffentlicht das Label um Tony Coleman und Chris Goss Drum'n'Bass, an dem sich meist die Geister scheiden. Die neue Compilation „Sick Music“ hat der Labelboss lange in seinem Podcast angekündigt, der aktuelle Platz der Album-Charts bei iTunes spricht schon mal für sich und ist für ein Drum'n'Bass-Album sehr bemerkenswert. Auf 4-fach Vinyl und Doppel-CD gesellen sich neben Top-Acts wie Danny Byrd, Nu:Tone oder Syncopix die Produktionen von aufstrebenden Hospital-Künstlern wie B-Complex, Apex und Randomer. Wir starten mit Danny Breaks' Jungle-Smasher „Volume 1“, der hier von Logistics neu interpetiert wurde. Mit „Beautiful Lies“ hat B Complex ein Female Vocal Mashup der Extraklasse angefertigt, das trotz Liquid-Etikett sicher ein Tune für die Peaktime ist. „Empty Streets“ dagegen klingt wie Cyantific auf dem Burial-Trip, früher nannte man das Ambient Jungle - wunderschön. Seba trifft mit seinem immer wieder extrem deepen Sound auch mit „Snow“ direkt ins Herz – mein heimlicher Favorit. Nach einer housigen Soul-Nummer von Influx UK liefert Luca mit „Screen In Motion“ einen reduziert verträumten Track à la D-Bridge & Instra:Mental. Apex begeistert mit seinem Remix von London Elektricity's „Just One Second“, Muffler's Klaviermelodie in „Hear Me Scream“ und das verspielt-melancholische „Black Diamonds“ von Sinistarr + Kiat machen mich glücklich, während Friction & K-Tee mich mit ihrem Eurodance eher zum Schmunzeln bringen. Dagegen sind The Burbs mit ihrer bluesigen Oldschool Breaks Ballade „Organic“ ein wahrer Segen. Für mich die experimentierfreudigste Compilation, mit der sich Hospital-Patienten gesund pflegen lassen können.



www.myspace.com/hospitalrecords

www.hospitalrecords.com




Bop: Clear Your Mind (med school)


Während Hospital Records meist den Durst nach flüssigem Drum'n'Bass stillt, gilt das Tochterlabel Med School als Plattform für düsteren, technologischen Sound. Neben Trisector, Minotaur, Fracture & Neptune, Infiltrata, Craggz, S.P.Y, Icicle und CLS überzeugen hier vor allem Martsman mit seinem erfrischenden Jump Funk und Randomer mit seinen absurd kickenden Stop-and-Go Grooves. Inzwischen hat nun ein 19-jähriger Hundeliebhaber namens Alexander Dmitriev aus dem russischen St. Petersburg für neuen Wirbel gesorgt. Unter dem Künstlernamen Bop widmete er sein Debut-Release „Song About My Dog“ seinem Hund Boyaka. Ich finde Hunde zwar nicht sonderlich spannend, aber da die Nummer genau mein Sound ist, habe ich mich natürlich gleich mal schlau gemacht, was nun sein Debut-Album „Clear Your Mind“ so drauf hat. Da Bop durch so großartige Künstler wie Squarepusher, Breakage, Seba, Paradox, Deep Blue, Fanu, Electrosoul System, Future Engineers, Equinox, Plaid, Clark, Cinematic Orchestra und Björk beeinflusst wurde, kann da nichts schief gehen. Mit der Soundästhetik brillanter Warp-Tracks gefallen mir vor allem „Tears Of A Lonely Metaphysician“, „Enjoy The Moment“, „Lost In This World“ und „I Found You“, wobei diese Clicks & Cuts Geschichten und stark reduzierten Drum'n'Bass-Entwürfe auch mal wieder ganz witzig sind. Der Titeltrack klingt total nach meiner Heidelberger Source Records Posse, und so schwebt, zwitschert und groovt Bop's Werk zwischen Ambient / IDM und Glitch traumhaft hin und her. Für Herbstmenschen! :)


Bop – MedSchool Micromix

DOA Mix by Bop - July 2009


www.myspace.com/leftbop

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www.iambop.com

www.medschoolmusic.com




Clark: Totems Flare (warp records)


Es ist kein Geheimnis, dass man nichts falsch macht, wenn man den Warp-Katalog rauf und runter hört. Nach den arabesk verzierten Melodiebögen von „Body Riddle“ (2006) und dem beispiellos zwingendem Dancefloor-Bombardement „Turning Dragon“ (2008) schliesst der Wahlberliner Chris Clark seine Trilogie mit dem vorliegenden „Totems Flare“ ab. Mehr denn je erinnert das Album an all die frühen Elektroniker, die das kleine Label aus Sheffield groß gemacht haben. Doch mit den 11 neuen Tracks erreicht Clarks Liebe für barocke Melodien und intelligenten Drive ein neues Level. Hyperaktiv durchbricht er Schallmauern mit seinen unglaublich pumpenden, überkomprimierten Bassdrums, irren Wendungen, Melodien und seiner Leidenschaft für den stilistischen Grenzgang. Bei seinem Spiel mit den Prinzipien der Transformation wird stets eines erzeugt und freigesetzt: Energie! Diese destilliert Clark aus Ambient, Post-Rock, Breakbeat, Rave, Pop, Metal, Drum'n'Glitch und Drill'n'Bass. Schon nach dem Intro „Outside Plum“ und der Single „Growls Garden“ mit ihren düsteren Harmonien und wilden Breaks entwickelt sich eine enorme Suchtgefahr. Mit „Rainbow Voodoo“ zelebriert Clark einen rockigen Electro-Stomper im Stile von Alec Empire bzw. Atari Teenage Riot, und mit „Look Into The Heart Now“ verbindet er spacige Acid-Disco-Grooves mit urbanem Touch. Die perfektionierte Hymnenhaftigkeit dominieren Songs wie „Totem Crackerjack“, „Future Daniel“ und „Absence“. Mit einer packenden Dynamik und massenhaft technisch-schillernden Details demonstriert dieses atemberaubende Werk einen beeindruckenden Sinn für Dramaturgie. Ein virtuoses Leuchtfeuer mit elysischer Melancholie.


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www.myspace.com/throttleclark

www.throttleclark.com

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Alexis Le-Tan & Jess present Space Oddities Vol.2 (permanent vacation)


Benji Fröhlich & Tom Bioly mögen Disco, House, Bossa Nova und schräge Songwritersachen. Der Katalog ihres Labels „Permanent Vacation“ vergnügt sich mit Cosmic und Balearic, allerdings wurden hier auch schon Stücke von den Junior Boys oder Stephen Malkmus veröffentlicht. Nachdem ich schon an dem ersten Teil der Compilation „Space Oddities“ und den Re-Edits in Form von „Rare European Library Grooves from 1975 – 1984“ meine Freude hatte, veröffentlichen die aus dem Tigersushi-Umfeld stammenden DJs Alexis Le-Tan und Jess nun weitere Library-Musik aus den Siebzigern und Achtzigern. Darunter versteht man Auftragsarbeiten, die für Filme und TV-Produktionen komponiert wurden und weitestgehend unveröffentlicht blieben. Das sind dann gerne auch mal Soundtracks für Filme, die nie gedreht wurden. Es beginnt mit einer eingängigen Progressive Nummer mit Hammond-Motiv, darauf folgt ein hypnotisches Lullaby mit hervorragenden Gitarren-, Keyboard- und Flöten-Soli, bevor sich eine nachdenkliche Psych-Jazz-Partitur mit verzerrter Orgel und beschaulichem Piano à la Morricone auf verführerische Weise ins Ohr schleicht. Mit E. Warners groovigem „Shut Up“ kommen dann Breakbeats und eine wilde Gitarre im Stil von Funkadelic. Ansonsten werden spacige Synthesizer, tribalistische Percussions, psychedelische Geräuschteppiche und laszive Rhythmen nebeneinander ausgebreitet. Für Fans von „Suspiria“ und „Blade Runner“ ein Muss. Ich bin mit „Captain Future“ aufgewachsen und träume hier schon wieder von Joan's heissen Stiefeln. Cutting The Funk ...


www.myspace.com/myspaceoddities

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autoKratz: Animal (kitsune)


Während Ed Banger augenblicklich im Elektroclash stagniert, orientiert sich Kitsuné immer weiter auch in Richtung des stylischen Indierock. Seit sie mit ihren ersten Songs im letzten Jahr die Szene im Sturm eroberten, haben autoKratz mit Nachdruck an ihrem vielseitigen, aber doch gut wiedererkennbaren Sound gearbeitet, der auf ansteckenden Bassläufen, süchtig machendem Gesang und zwingenden Beats basiert. Nach der Werkschau-EP „Down & Out in London & Paris“ im Herbst 2008 präsentieren David Cox und Russell Crank jetzt ihr mit Spannung erwartetes Debütalbum. Und wessen Herz für Joy Division, The Fall, Underworld und aktuelle Audiolith-Releases schlägt, wird mit dem „Animal“ hier tierischen Spass haben. Nach der überwältigenden Single „Always More“ gibt’s den Sommer-Hit „Stay The Same“, während „The Idiots Are Winning“ mit Killerbeats und Vocoder besticht. Auf dem Album untermauert besonders die Ballade „Speak In Silence“ die Songstruktur, die sich hier in ihrer Melodieaffinität überall am Elektropop der 80er Jahre bedient. Weitere gute Tracks sind „Can't Get Enough“ und „Past Your Heart“. Mit ihrem sympathisch-nostalgischen Hang zur Synthetik gelingt dem Duo ein feines Update auf zeitgenössischen Beats. David Cox und Russell Crank liefern elektronische Delikatessen, die vor Abwechslungsreichtum und Tiefe nur so strotzen. Bei aller Liebe zu Justice und Digitalism – vor diesem Duo müssen sich selbst die Zugpferde des Labels in Acht nehmen.


www.myspace.com/autokratz

www.autokratz.com

www.kitsune.fr




Hey-O-Hansen: Sonn und Mond (pingipung)


Auf einer Wiese in einer zerfurchten Alpenlandschaft halten ein Hase und ein Geißbock [img]http://cosgan.de/images/smilie/liebe/p020.gif[/img] ein Pläuschchen am Lagerfeuer. Von rechts stiefelt ein Murmeltier heran, am linken Bildrand hockt ein Dachs auf einer Bergkuppe. Alle Tiere sind festlich gekleidet, sie tragen Frack, der Hase und das Murmeltier außerdem einen Zylinder. Eine zufriedene Sonne und ein skeptischer Mond beobachten das Treiben. Die beiden heissen Helmut Erler, genannt „Hey“ und Michael Wolf, Spitzname „Hansen“, kommen aus Innsbruck, leben aber schon seit langem in Berlin und haben in den vergangenen 15 Jahren eine Reihe von Kassetten und Vinylsingles veröffentlicht. Das Lüneburger Elektronik-Label Pingipung fördert nun auf „Sonn und Mond“ 16 grandiose Fundstücke zu Tage. Hier werden die Champs-Élysées in die Berliner Alpen verrückt, charmante österreichische Volksmusik ins Dub-Fundament eingearbeitet und Harfenspiel mit sensibler Lo-Fi-Elektronik veredelt. Dazu müht sich die Japanerin Kazumi im Titelsong „Die Sonn und der Mond“ mit dem deutschen Text ab, während eine falsche Französin namens Frauke-Marie in „Sans Toi“ und „J’ai peur“ das Mikrofon ergreift. Außerdem rezitiert Dirk von Lowtzow (Tocotronic) in „Abraxas Version“ in deutsch gefärbtem Englisch den Schweizer Psychologen C. G. Jung rezitiert. So werden die „Rare And Unreleased Austro-Dub Tracks 1995–2009“ zu einem surrealen Alpentraum, denn Hey-O-Hansens skurriler Musikkosmos ist dort, wo sich Rastafari und Bergziege gute Nacht sagen. Ein virtuoses Spiel mit der Tiefe des Raumes.


www.myspace.com/pingipung

www.heyrec.org

www.pingipung.de




The Alchemist: Chemical Warfare (koch records)


„La Di Da Di“ von Slick Rick und Doug E. Fresh war die erste Platte, die er besass. Doch die erste Platte, die ihn inspiriert hat, selbst zu rappen, hiess „Licensed To Ill“ von den Beastie Boys. In Sachen Produktion hat er viel für DJ Premier übrig, doch inzwischen ist der aus Kalifornien stammende The Alchemist selbst einer der meist gefragtesten HipHop-Produzenten der Gegenwart. Seine knallharten Drums und klopfenden Beats haben die Produktionen von Künstlern wie Mobb Deep, Nas, Eminem, Cypress Hill, Snoop Dogg, Dilated Peoples oder Pharoahe Monch untermalt. Als DJ hat er bereits Mobb Deep und Eminem auf ihren Tourneen begleitet. Fünf Jahre nach seinem  Debütalbum „1st Infantry“ zieht der rappende Produzent The Alchemist nun seine neue Waffe „Chemical Warfare“, die mir mit vielen hochkarätigen Scharfschützen am Mic jede Menge Freude bereitet. Meine Favoriten sind das „ALC Theme“ mit Kool G Rap, „Lose Your Life“ mit Snoop Dogg, Jadakiss & Pusha T, „Grand Concourse Benches“ mit KRS-One, „Therapy“ mit Evidence, Blu, Talib Kweli & Kid Cudi, „Lights, Cameras, Action“ mit Lil Fame und das nachdenkliche Outro „Take A Look Back“. Weitere Gäste sind Eminem, Three 6 Mafia, Juvenile, Twista, Maxwell, Oh No, Roc C & Crooked I, Fabolous,  Tha Dogg Pound, The Lady Of Rage und der derzeit aufgrund unerlaubten Waffenbesitzes inhaftierte Prodigy. Die Promokampagne und das Layout zum Album sind übrigens eine Art Tribut an Banksy. Der zwischen L.A. und N.Y. pendelnde Musiker macht seinem Namen alle Ehre. Sehr schön!


www.myspace.com/thealchemist

www.alchemistbeats.com

www.kochrecords.com




Laura Vane & The Vipertones: Laura Vane & The Vipertones (socialbeats / unique)


Das Düsseldorfer Label Unique steht seit 1988 für eine coole Melange aus Funk, Soul und Groove. Ein Kollektiv erfahrener Musiker, die sich aus Großbritannien und den Niederlanden zu diesem außergewöhnlichen Funk-Projekt zusammengefunden haben, erweckt hier den modernen R’n’B aus seinem Dornröschenschlaf. Der Begriff ist ja wie so viele in den letzten 25 Jahren total verschandelt worden. 1941 erstmals aufgetaucht, bezeichnet Rhythm and Blues seitdem eigentlich den Stil afroamerikanischer Popmusik. Grundlegend bleibt dafür der Rückgriff auf die Wurzeln aus Gospels, Spirituals und Blues. Die treibenden Rhythmen verschmelzen mit den angesagten Vocals des Doo Woop und kirchlichen Gospel-Phrasen später zum Soul. - Seit Ende der 90er schreibt die aus Brighton stammende Laura Vane eigenes Material und hat mittlerweile vier Alben veröffentlicht, die auch Electronica und House abdecken. Zusammen mit Multi-Instrumentalist Jonathan ‚Diesler’ Radford (Tru Thoughts) und sechs weiteren Jungs liefert  Laura Vane, die zuletzt als Backgroundsängerin für The Streets im Einsatz war, eines der wohl besten Soul-/Funk-Alben der vergangenen zehn Jahre. Hier pumpt der Bass wie zu besten Stax- und Motown-Zeiten. Wenn es dann mal moderner wird, stehen The Neptunes dafür Pate. Und überall rückt Laura’s kraftvolle, erdige und erfrischende Etta James-meets-Janis Joplin-Stimme den Begriff „R'n'B” wieder in ein erfreuliches Licht. Stilvoll und groovy.


www.myspace.com/lauravaneandthevipertones

www.myspace.com/misslauravane

www.lauravane.com

www.socialbeats.com

www.unique-rec.com




Jan Delay: Wir Kinder von Bahnhof Soul (universal music)


Gut zehn Jahre sind mittlerweile vergangen, seit es an der Station St. Pauli Landungsbrücken ordentlich Bambule gab. Und nachdem gerade erst Denyo aka Dennis Lisk mit seinem dritten Solo-Album „Suchen und finden“ vorlegte, zieht nun Eißfeldt aka Jan Delay nach. War „Mercedes Dance“ noch „ein neuer Jan, ein neuer Anfang“, so ist „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“ die konsequente Fortführung und ultimative Ausflashung einer über drei Jahre gereiften musikalischen Vision. Die erste Single „Oh Jonny“, ein feuriges Uptempo-Brett mit Feier-Potenzial trotz gehaltvollem Text, versprach ja schon einiges. „Es gibt viel Funk der Endsiebziger, von einer Disko No. 1 in Weltklasse-Form. Natürlich auch Programmiertes, Clubbiges. Etwas Rock Mischmasch, aber auch, und darauf bin ich besonders stolz, drei wunderschöne, herzergreifende Schmonzetten“, meint der sympathische Nasenbär. Mit Tropf am Co-Flash, Sound und Mischer und über einem Dutzend Musikern auf der Bühne wird der Reggae von „Searching For The Jan Soul Rebels“ ausgegraben, der Funk und Pop von „Mercedes Dance“ ausgebreitet und hin und wieder auch der HipHop aus den guten Beginner Zeiten zitiert. Meine Lieblingshits sind der funkige „Abschlussball“ mit einer Reminiszenz an Falco, die zuversichtliche Ballade „Hoffnung“ und der oldschoolige Breakdance-Smasher „B-Boys & Disko-Girls“. In einer breiten Themenpalette vereint der Delay Lama die augenscheinlich schroffsten Widersprüche in vollendeter Harmonie. Im Herbst hält der Funk-Zug dann in jedem Bahnhof Soul der Republik, und vielleicht kommt ja 2010 auch endlich wieder ein Beginner-Album ...


www.myspace.com/jandelay

www.jandelay.de




Milk (constantin film)


In diesem Film von Gus van Sant steht ein Lokalpolitiker aus San Francisco im Mittelpunkt, der für die amerikanische Gesellschaft einen Vorkämpfer für Gleichberechtigung darstellt. Harvey Milk war 1977 als erster offen schwuler Politiker der USA in ein öffentliches Amt gewählt worden und setzte sich als Stadtrat von San Francisco für die Belange nicht nur seiner Minderheit ein, sondern auch für Arbeiter, Frauen, Rentner und andere sozial Benachteiligte. Bis er am 27. November 1978, nur elf Monate nach seinem Amtsantritt, von seinem Stadtratkollegen Dan White, im Büro erschossen wurde. – Der Film konzentriert sich auf die letzten acht Jahre Milks (Sean Penn), von seiner Zeit als angepasster Versicherungsmakler in New York, über sein spätes Comingout mit 40 und dem Umzug ins libertäre Eldorado San Francisco, wo er mit seinem Lebenspartner Scott Smith (James Franco) einen Fotoladen eröffnet, der bald als Treffpunkt und Nachrichtenbörse zum Mittelpunkt des Viertels wird, dem Einsatz für seine Nachbarschaft und die langsame Politisierung in der Schwulenbewegung, die schließlich in seinem Entschluss mündet, für den Stadtrat zu kandidieren. - Den erzählerischen Rahmen von „Milk“ bildet eine Tonbandaufnahme, die Harvey nur Wochen vor seinem Tod an seinem Küchentisch in seinem geliebten Castro-Distrikt aufzeichnete. Dieses Tonband war schon in Rob Epsteins Dokumentarfilm „The Times of Harvey Milk“ von 1984 zu hören. In seiner effektiven Dramaturgie montiert Gus Van Sant mit Liebe zum Detail immer wieder Originalaufnahmen zwischen die Spielszenen, von Demonstrationen und dem vibrierenden Straßenleben des Castroviertels. Die Gesetzesvorlage 8, mit der die Entscheidung des obersten kalifornischen Gerichts, die Schwulenehe zu legalisieren, als verfassungswidrig erklärt wurde, hat dem Film unerwartet eine tragische und dringliche Note verliehen: „Milk ist plötzlich ein lautes Klagelied und ein Aufruf zum Handeln“, schrieb das Internetmagazin Slate. So gelingt dem Regisseur ein großes, dramatisches und mitreißendes Zeitpanorama mit gesellschaftspolitischem Anspruch, das zum hochaktuellen Kommentar auf die politischen Debatten wird. Nicht umsonst wurde Gus Van Sant bei der Berliner Gala „Cinema for Peace“ für sein Drama mit dem Preis für den wertvollsten Film des Jahres ausgezeichnet.


www.milk.film.de

www.constantin-film.de