oktober 2009 @ icon berlin
Pressearbeit: Roly
01.10.2009: Ninjatune Special
feat. DJ Kentaro
Der Japaner DJ Kentaro zählt
neben DJ Food & DK zur Speerspitze der Ninja Tune Turntabelists und hat
auch schon eine Solid Steel-Compilation zusammengestellt. 2002 hat er im Alter
von gerade mal 20 Jahren als erster Asiate überhaupt den DMC World Champion
Titel gewonnen. Nachdem er in der Szene
schon seit langem einen exzellenten Ruf genießt, hat er im Jahre 2007 sein
Debut-Album „Enter“ veröffentlicht. Dass der Produzent und Masterfader sein
Handwerk versteht, macht die schmackhafte Mischung auf „Enter“ mehr als
deutlich: In Lichtgeschwindigkeit und mit der Fingerfertigkeit eines Jongleurs
switcht er zwischen HipHop, Funk, Downtempo Soul und Hi-Speed-Breakbeat hin und
her. Als Gäste fungierten hier illustre Namen wie Pharcyde und Spank Rock, und
inzwischen hat er auch mit The Roots und dem Jamaikaner Sizzla zusammen
gearbeitet. Im letzten Jahr stellte Kentaro mit der Live-DVD „Enter The
Newground“ nicht nur Geschwindigkeitsrekorde auf. Nicht nur, dass der Japaner
im Rahmen des Konzerts im Tokioer Liquidroom am 02. Mai 2007 unter Beweis
stellte, technisch hochkarätig zu sein. Mit den Fingern ist er schneller als
der Schall und schafft es somit ernsthaft die Beatverrückungen über der
asiatisch-pazifischen Plattentektonik alleinig zusammen zu halten. Hier gaben
sich auch der japanische MC Hunger, die Liveband Little Tempo und der
klassische japanische Flötist Kisho Tosha alle das Mikro und die Instrumente in
die Hand, um dem großen Performer zu assistieren. Und das Ende wurde gebührend
mit dem DMC-Winning-Set gefeiert. Was der Verfechter der „No Walls Between The
Music”-Philosophie hinter den Plattentellern bietet, die durch einen CDJ und EQ
ergänzt sind, verschlägt einem den Atem. Das war kürzlich auch Grund genug für
Ortofon, ihm ein limitiertes Signature-Modell zu widmen, das durch den
sphärischen Schliff hervorragend zum Scratchen geeignet ist. Der
Turntable-Virtuose wird heute bei uns von Marc Hype und Delfonic begleitet und
wieder abgehen wie Schmitts Katze.
http://www.myspace.com/djkentaro
http://www.myspace.com/marchype
http://www.myspace.com/delfonic77
02.10.2009: Dubstep Special feat.
Benga
Die anhaltende Aufregung um
Dubstep ist vor allem Ausdruck einer jahrelangen, nun endlich gestillten
Sehnsucht nach dieser einen überraschenden Wendung zwischen minutiös
frisierten Disco-Nachbauten und dem nächsten 57-Stunden-Set deines
Lieblings-Minimal-Typen. Spätestens seit seinem Crossoverhit „Night” gilt Beni
„Benga“ Uthman als ausgewiesener Fachmann in Fragen des unkonventionellen, aber
funktionalen Trackaufbaus. Diese Kunst bringt er auf seinem aktuellen Album zur
Meisterschaft. Mit unglaublichen 14 Jahren veröffentlichte er 2002 seine erste
Platte auf dem längst schon legendären Big Apple-Label, sechs Jahre später
lieferte er seinen zweiten Longplayer „Diary of an Afro Warrior“ auf Tempa ab.
Zuletzt erschien 2006 dort das Album von Skream, der damit Geschichte schrieb.
Keine leichte Aufgabe also für Benga daran anzuknüpfen, könnte man meinen. Doch
Bengas Innovationsfreude und Leichtigkeit im Umgang mit den schweren Bässen
übertrifft alle Erwartungen. Kaum ein Player in der Dubstep-Szene ist tiefer in
dem jüngsten Gewächs der Clubkultur verwurzelt als er. Schließlich zählt er zu
den Begründern der Croydoner Bass-Eskapaden. Außerdem gibt es keinen Grund,
Angst vor dem Schatten Skreams zu haben, da die beiden seit den Kindertagen eng
befreundet sind. Benga-Produktionen im Besonderen zeichnen sich durch eine
perfekte Verschmelzung von Bassweight und einer fast schon houseaffinen
Melodiösität aus, wie sie nur von einem Stevie Wonder-Liebhaber ausgehen kann.
Future-Dub-Arrangements und swingende socaesque Beats treffen auf knisternde
Synthies, um das Bassfundament zu flankieren. Damit nimmt der Sympathieträger
mit dem windschiefen Markenzeichen-Afro derzeit weltweit eine Tanzfläche nach
der anderen auseinander – just try to funk that. Somit kamen wir nicht drum
herum, ihn nach einem Jahr erneut ins Icon einzuladen. Von hiesiger Seite aus
werden Freakcamper Robotic und ein weiterer Gast als Support ins Rennen
geschickt. Braap! Braap!
http://www.myspace.com/bengabeats
http://www.myspace.com/robotfrequencies
03.10.2009:
Recycle presents Marcus Intalex
Mit Marcus Intalex kommt
heute der Betreiber des wundervollen Soul:R Labels, der seit 2001 mit
Top-Releases von High Contrast, Calibre, Artificial Intelligence & Klute
und als M.I.S.T. & Mist:i:cal Producer für Labels wie Metalheadz oder Flex
immer wieder Großartiges leistet. Beeinflusst von guten Leuten wie Mickey Finn,
Fabio & Grooverider oder DJ Rap, begann er schon in den frühen Neunzigern
mit dem Produzieren. Aber wer nicht aus London oder Bristol war, schien lange
Zeit verdammt dazu, nur peripher wahrgenommen zu werden. Doch die
Raveinitiation im Pantheon des Acid House, dem Manchester Club Hacienda im
Hinterkopf und Chicago und Detroit umarmend, setzte sich Marcus Intalex auf den
Dancefloors fest und brachte wieder etwas ins Spiel, das lange Zeit
vernachlässigt wurde: House. Zusammen mit seinen Partnern in Crime ST Files und
Calibre hat der Pionier des soulful Drum&Bass vor zwei Jahren das mehr als
überzeugende Mist:I:Cal-Album „The Eleventh Hour“ auf den Markt geworfen und
uns auch wieder einen atmosphärischen Drum&Bass-Mix auf Fabric serviert. Inzwischen
gehört die Soul:R-Diskographie inklusive weiterer Releases auf dem
Schwesterlabel Revolve:R zur Speerspitze des Genres. Der musikalische Fokus
liegt eindeutig auf reduziertem, deepem, meist instrumentalem Drum&Bass,
der wohl eher nicht dem üblichen Verständnis vom typischen Liquid Funk
entspricht. Nein, seine eher ernsthaften und hintergründigen Tracks mit der
Liebe zum Detail brauchen solche Etiketten nicht, denn sie entfalten sich auf
ihre ganz eigene Weise. Ende letzten Jahres veröffentlichte er mit der
Doppel-CD „DAT:Music 2“ 22 qualitativ hochwertige Tracks von bekannten und
aufkommenden Acts. Hinter den Decks zeigt er immer wieder, wie wunderbar
Clubmusik auch auf einem ganz unterschwelligen Level funktionieren kann: mit
einer fein durchdeklinierten Soundästhetik, einer minimalen Struktur und einem
pulsierenden Bass.
http://www.myspace.com/intalex
09.10.2009: Fuck Off: Les Petits
Pilous + Kap Bambino
Beim Label von Boys Noize,
namentlich Boys Noize Records, befinden sich mit Les Petit Pilous das heißeste,
was die elektronische Musik aus Frankreich abseits der Ed Banger Gang zu bieten
hat. Die zwei Cousins aus Südfrankreich machten ebenfalls, fernab der Pariser
Szene, mit Remixen auf sich aufmerksam und bearbeiteten bereits Tracks von
D.I.M., Goose oder Justice. Mr. Anthony & Jean Patrick aka Les Petits
Pilous knallten u.a. Mega Electro Tracks wie „Jollie Fille“ oder „Nice Bird“
auf Boys Noize Records raus, die wohl jedem Raver ein Begriff sind! Vor einem
Jahr veröffentlichten sie auch ihre Single „Wake Up“, mit der sie für mächtig
Furore sorgten. Das dazugehörige Video entführt den Zuschauer zu einer
seltsamen Achterbahnfahrt mit einem Typen in Zwangsjacke und seinem Psycho Doc,
die beide wie Zombies aussehen - inklusive Gore, Splatter,
Riesenmonsterschlange aus dem All, einem überdimensionalen Frauenhintern und insgesamt
ganz extrem hohem WTF-Faktor. Ihre ganz besondere Spezialität ist es, mit ihrem
bouncenden Sound die Partymeute zum Ausflippen zu bringen. Inzwischen haben die
beiden noch Remixes auf Tiga’s Label Turbo Records, New Judas, Kitsuné und Dim
Mak Records auf den Floor geworfen. Les Petit Pilous verarbeiten Electro und
House, aber auch Elemente von Minimal und Techno. Generell gibt es ordentlich
was auf die Zwölf, man steht im Hause nunmal auf elektronische Musik, die zwar
intelligent produziert ist, aber vor allem Spaß macht. Und mit ihrer Mischung
aus Live-Performance und DJ-Set werden sie bei uns mit Sicherheit dafür sorgen,
dass der Schweiß von den Wänden tropft. Zu den Senkrechtstartern aus Nizza gesellt
sich mit Kap Bambino noch ein vielversprechendes Duo mit düsteren, metalligen
Elektrosounds aus Bordeaux. Diese Formation hat gerade ihr neuestes Album
„Blacklist“ veröffentlicht und kommt etwas trashiger, wilder und böser daher
als so manch andere Band aus Frankreich. Bei ihren turbulenten Auftritten
begeistert vor allem Frontfrau Caroline Martial die Fans. Zusammen mit Marvin
Suggs steht somit einer wilden Nacht nichts mehr im Wege.
http://www.myspace.com/lespetitspilous
http://www.myspace.com/kapbambino
http://www.myspace.com/marvinsuggs
10.10.2009: Recycle presents
Alix Perez - Album Launch
Der gebürtige Belgier Alix
Perez (der mittlerweile in North-London lebt) ist ohne Zweifel eines der
angesagtesten und aufregendsten „breakthrough“ Talente im Drum’n’Bass. Im zarten
Alter von vierzehn startete der heute 22-jährige seine „bedroom DJ“ Karriere,
um bereits mit 17 zusammen mit Künstlern wie Jenna G, Redeyes, Sabre, MC Fats,
Spectrasoul und Specific zu produzieren. Die Anzahl seiner Veröffentlichungen
auf Labels wie Shogun Audio, Liquid V, Bassbin, Creative Source, Brigand, Fokuz
und vielen mehr steigt stetig an. Größen von Bukem bis Bailey unterstützen das
junge Talent und spielen seine Tracks regelmäßig auf BBC 1xtra. Seine
Produktionen sind durch seinen markant deepen und musikalischen Stil
mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Alix Perez zählt in England inzwischen zur
A-List und steht als Vertretung der aktuellen D'n'B-Bewegung. Vor einiger Zeit wurde
Alix Perez auf der Titelseite der ATM Mags als einer der „leaders of the
nu-skool” angepriesen. Außerdem war er bei den BBC 1Xtra Bass Awards in den
Kategorien „Breakthrough DJ” und „Breakthrough Producer” nominiert. Gemeinsam
mit Sabre lieferte er kürzlich für Rufige Kru’s neues Werk „Memoirs Of An
Afterlife“ einen Top-Remix von „Chances“. Derzeit bereist Alix Perez die
coolsten Clubs auf der ganzen Welt, um seine Musik unter die Leute zu bringen.
Der Erfolg gibt ihm Recht wie auch die Residency bei den legendären Clubnächten
„Swerve“ (The End) und „Movement“ (Bar Rumba). Sein neues Album „1984“ (Shogun
Audio) steht auch schon in den Startlöchern, und davon wird er heute bei uns
sicherlich ein paar Kostproben auf die Partycrowd abfeuern. Alix Perez
verbindet wie kaum ein anderer die Attribute, Funk Soul, Sex und Bass auf dem
Floor.
http://www.myspace.com/alixperez
16.10.2009: Solid Steel - the
ninjatune night feat. DJ Food + Jazzanova
Anfang der 90er Jahre
starteten Coldcut die Jazz Brakes Serie und schufen den Charakter DJ Food. Zu
verstehen als loses Netzwerk wurden - neben den beiden - über die Jahre
verschiedene Leute (Patrick Parkender (PC), Strictly Kev und einige mehr) zu
„Food“ und formten so das missing link zwischen Jazz, Breakbeats und Hip Hop
plus die notwendige Portion „London underground“. Wenngleich sie dem Projekt
als DJs erhalten blieben, wurde es jedoch für Coldcut über die Zeit zu
chaotisch, beständig zwischen beiden Projekten hin und her zu switchen, und so
rückten PC und Strictly Kev auf die Position, „Food“ neben dem Sound auch eine
Gestalt zu geben. Als die Köpfe behielten sie trotzdem das Konzept bei, andere
DJs und Produzenten in den Charakter einzubeziehen. DJ Food heute ist Strictly
Kev - ein Ninja auf neuen Pfaden. Dieser Schritt scheint nur konsequent,
arbeitet er doch schon seit längerem an einer eigenen Radioshow auf Solid
Steel, brachte unter anderem für Warp verschiedene Mixes heraus und prägt mit
seinem Artwork schon seit Mitte der 90er Jahre das Erscheinungsbild von Ninja
Tune. Sein 2007er Mixtape „Now, Listen Again“ mit DK lässt Genregrenzen hinter
sich und benutzt Hip Hop als genre-verbindendes Format. Mix- und
scratchtechnisch werden hier sowieso nur Übergänge vom Feinsten serviert, die
Deluxe-Trackauswahl von Primal Scream über Aphex Twin und Pepe Deluxe bis zu
Pendulum erstaunt, überrascht und erfreut das Herz des Beatdiggers. Für 2010
ist ein Album angekündigt, und so sorgt er aktuell mit der 38-minütigen EP „One
Man's Weird Is Another Man's World“ für einen mitreissenden Teaser. Von
Psychedelic über Cineasmus mit Wortsamples, einer ordentlichen Portion Sixties,
Jazz, Trommel- und Paukenarrangements bis zu analog klingender Electronica - handwerklich
und stilistisch ein Meisterwerk, dem er auch in seinen Live-Sets in nichts
nachsteht. Das Stilmittel des „Mash-Up“, welches DJ Food bereits vor einer
Dekade stilvoll meisterte, scheint seine zuweilen skurrile Faszination noch
nicht verloren zu haben. Im Spannungsfeld von Jazz Breaks, Dopebeats und Hip Hop
begleitet Jazzanova das Samplefeuerwerk nach Ninja Art.
http://www.myspace.com/strictlykev
http://www.myspace.com/ninjatune
http://www.myspace.com/jazzanovask
23.10.2009: Ed Banger and Eastpack
presents Busy P, SO ME, Breakbot & DSL
Die Marke „Eastpak“, die
inwzischen nicht mehr nur Taschen und Rucksäcke, sondern auch Mode, Koffer und
Accessoires herstellt, schließt sich mit dem französischen Elektro-Label Ed
Banger Records zusammen. SO ME, seines Zeichens Art Director von Ed Banger, hat
zwei der beliebtesten Styles von Eastpak, den Kult-Rucksack „Padded Pack’r“ und
die klassische Umhängetasche „Delegate“, aufgegriffen und ihnen den französischen
Touch verpasst. Zusätzlich gibt es mit „COOL CATS“ noch eine limitierte Eigenmarke
von Ed Banger Records. Label-Boss Pedro Winter weiß, wie das Business funktioniert.
Unter dem Alias Busy P. beteiligt er sich auch immer wieder an der Produktion
neuer Attacken auf die Clubs. Man denke nur an solche Granaten wie die „Limit
Ed“ 12“ („Colette C’est Chouette“ + „Be@rbrickdance“), „Chop Suey“, „Rainbow
Man“ und „The Headbangers“ sowie an die grandiosen Remixes für Kraftwerk,
Vicarious Bliss, DJ Hell, TTC und Fancy. Als Manager von Justice, Cassius, DJ
Mehdi, Cosmo Vitelli, Thomas Winter & Bogue hat er auf seinem Label
Künstler wie Uffie, Mr. Oizo, SebastiAn, Krazy Baldhead, Vicarious Bliss, Mr.
Flash und viele mehr um sich versammelt. Und legt er selbst an den
Plattenspielern Hand an, dann ist ein Exzess an subversiven Subbässen,
zerhackten Gitarren und verqueren Beats zu erwarten. Dazwischen sorgen
Discoklassiker von Donna Summer bis Lil’ Louis für Ekstase. Seine neueste
Entdeckung nennt sich Breakbot, der gerade auf der Diesel:U:Music Compilation mit
„Penelope Pitstop“ eine sehr schöne House-Nummer mit einer groovigen Bassline
veröffentlicht hat und ansonsten extrem gekonnt Funk, Rock und Electro vereint.
Digitalism, Justice oder auch etwa Röyksopp liessen sich ihre Hits durch
Breakbot Remixe veredeln, und spätestens nach dem Sonar Barcelona dieses Jahres
ist Breakbot aufgebrochen, um die Welt zu erobern. Neben Busy P, Breakbot und
unserem Resident Marvin Suggs sind heute auch anfangs erwähnter Art Director SO
ME und das verrückte Pariser Brüdertrio DSL mit von der Party. Im Gegensatz zum
auf Reduktion versessenen Berliner Minimal wollen Ed Banger Spaß und - es muss
in diesem Zusammenhang mal wieder gesagt werden dürfen - rocken! Dazu etwas
Glitzer und Champagner, und einer Nouvelle Vague des Hedonismus made in France
steht nichts mehr im Weg.
http://www.myspace.com/busyp
http://www.myspace.com/20399307
http://www.myspace.com/dothefunkybot
http://www.myspace.com/dslbros
http://www.myspace.com/marvinsuggs
24.10.2009: 15 Years Metalheadz
feat. DJ Storm & Doc Scott
Der einzigartige Metalheadz
Sound ist rund um den Globus immer wieder wegweisend, immer wieder ein bisschen
anders, vor allem aber deep und absolut clubtauglich. Kaum ein anderes Label
vermittelt einen vergleichbaren Futurismus und so eine ungebrochene
Fortschrittsgläubigkeit. Die First Lady des
Drum’n’Bass brachte Anfang der 90er Jahre nicht nur Goldie das Breakbeat-, Jungle-
und Drum’n’Bass-Universum näher, sondern war auch maßgeblich am Erfolg des
Metalheadz-Label beteiligt. Nach dem tragischen Unfalltod ihrer Weggefährtin
Kemistry setzte Storm den eingeschlagenen Weg alleine fort und heute ist sie in
allen Clubs der Welt zu Hause. Die grossherzige und enthusiastische Botschafterin
der schnellen Breakbeats und tiefen Bässe bereiste inzwischen mehrfach Europa,
Asien, Australien und Neuseeland sowie Nord- und Südamerika, im Gepäck immer
die heißesten Tunes, ein untrügliches Gespür für den perfekten Mix und den
Geist der Goldenen Jahre mit Kemistry. Darüber hinaus unterstützt sie
selbstverständlich noch immer Metalheadz, repräsentiert es bei ihren Gigs oder
stellt Mix-CDs für das Haus zusammen. Mittlerweile unterhält sie mit dem
„Feline“-Kollektiv eine Clubnacht im „Herbal“ in London. Ihre
Sets rocken und ihre DJ-Skills sind bekanntermaßen vom Feinsten. Einer, der
auch stark daran beteiligt war, Metalheadz Mitte der Neunziger zum damals
einflussreichsten und bis heute auch außerhalb der Szene populärsten Label zu
machen, hört auf den Namen Doc Scott. Nicht wenige bezeichnen seinen Public Enemy
zitierenden Track „Here Come The Drumz“ von 1992 als die eigentliche Geburt von
Drum&Bass. Dass er einer der tightesten und unverwechselbarsten Producer
und Remixer ist, bezeugen auch legendäre Tracks wie „Shadow Boxing“, „Tokyo
Dawn“ oder sein superschöner Remix von Adam F’s „Metropolis“. Während Ende der
90er ein seelenloser Ravesound dominierte, holte Doc seine alten Chicago
House-Platten aus dem Schrank und sorgte mit dem Release „How U Make Me Feel“
von Marcus Intalex & ST Files auf seinem Imprint 31 Records für eine
allgemeine Rückbesinnung auf warme, housige Sounds. Doc Scott ist also einer
von denen, dessen Parameter eine gewisse Größe erkennen lassen. Als
überragender DJ mit über 20 Jahren Erfahrung zeigt Doc Scott in seinen
erfrischenden Sets, dass Tradition und Neuerung zwei Seiten derselben Drum’n’Bass-Medaille
sind. Und genau dafür steht auch Metalheadz – deep, dark und kompromisslos.
http://www.myspace.com/stormthe1stlady
http://www.myspace.com/31docscott
30.10.2009: The Gaslamp Killer +
Nosaj Thing
Vorsicht, höchste
Alarmstufe! Ein wahnwitziger Amerikaner läuft in der Gegend rum, um Gaslampen zu
töten. Der Resident der Maßstäbe setzenden Low End Theory-Partys in Los Angeles
kommt aus dem Dunstkreis der Neuen Schule in Sachen Beats um Flying Lotus,
Samiyam und Ras G. Unter dem Synonym MHE poliert The Gaslamp Killer schon seit
längerer Zeit steinharte Breaks von alten Rock- & Funkscheiben neu auf und
beansprucht diese extrem. So wurde er von der John Peel-Nachfolgerin Mary Anne
Hobbes sogar auf ihre BBC1xtra-Bühne auf dem Sonar Festival eingeladen, und diese
Ehre wird pro Jahr nur drei Acts gewährt. Als Produzent wird er demnächst auf
Brainfeeder und Warp veröffentlichen. Von Shilo, einer „Emmy Award-winning” Filmemacher-Crew
aus den USA engagiert, hat der Gaslamp Killer gerade die fünfte Nummer der „We
make it good“-Mix-Serie abgeliefert. Da tauchen so viele gute Tracks auf, die sich
aber keinem Genre direkt zuordnen lassen können. Helden wie Jaylib, The Roots
oder The Clipse dürfen dabei ebenso wenig fehlen wie Madlibs kleiner Bruder
Ohno oder Flying Lotus. Dazu gibt es virtuosen Leftfield-HipHop, indische
Samplemusik, zum Kopfnicken bringende Scratcheinlagen, psychedelischen Ambient
und zum Abrunden obendrauf noch Nirvanas „Scentless Apprentice“. Es gibt wohl
keinen Style, den der Killer nicht spielt. Seine DJ-Sets sind unberechenbar,
von Soul und Funk über Dubstep zu den rockigsten Beats, die ihr euch vorstellen
könnt. Das Biest aus Haaren und purer Energie an den Plattentellern beherrscht
auch die Luftgitarre perfekt und sorgt beim Publikum regelmäßig für
Euphorieausbrüche. Turntable-Entertainment
at its best. Ebenfalls aus L.A. ist auch Nosaj Thing, der Ende Mai
sein Album „Drift” veröffentlicht hat. Dieser Überproduzent der nächsten
Generation bevorzugt das Abstrakte, dekonstruiert und schichtet wieder auf. Ob
mit schweren Bässen, aufgekratzten Störgeräuschen oder sich zerdehnenden
Strukturen – alles wirkt höchst spannend und aktuell. Tracks wie das
gespenstisch-flüchtige „Fog“ oder das stotternde „Coat Of Arms“ untermauern die
Ambitionen dieses noch jungen Künstlers. Vielfalt und Futurismen aus Electronica
und HipHop verdichten sich auf „Drift“ zu einem hervorragenden Debüt. Absolut
empfehlenswert!
http://www.myspace.com/thegaslampkiller
http://www.myspace.com/nosajthing
http://www.myspace.com/delfonic77