MySpace
myspace music


Roly [d-science]



Last Updated: 12/28/2009

Send Message
Instant Message
Email to a Friend
Subscribe

Status: Single
City: Berlin
Country: DE
Signup Date: 1/2/2007
Wednesday, October 07, 2009 

Current mood:  aroused

roly's silberscheiben 10/2009 @ hanf journal - [pdf download]


Jochen Distelmeyer: Heavy (columbia)


Mit seiner Band und deren Auseinandersetzungen mit der Gesellschaft, Konflikte, Depressionen, Widerstand und Protest prägte er 17 Jahre Popgeschichte und eine ganze Generation von Künstlern. Gerade die Alben „Ich-Maschine“ (1992), „L’Etat et Moi“ (1994), „Old Nobody“ (1999) und „Testament der Angst“ (2001) haben mich stark beeinflusst. Die Texte reflektieren die eigenen Lebensverhältnisse, und ich bin meinem alten Freund Johannes immer wieder dankbar, dass er mich damals in Hamburg mit dieser Musik vertraut gemacht hat. Und auch wenn der Schock über den Verlust der vielleicht stilprägendsten Band Deutschlands tief saß, hatte sich von „Ich-Maschine“ bis „Verbotene Früchte“ ein Kreis geschlossen. Zusammen mit Andreas Herbig (u.a. Deichkind, a-ha und Udo Lindenberg) eröffnet Distelmeyer mit „Heavy“ ein neues Kapitel seines künstlerischen Schaffens und präsentiert sich einmal mehr als Songwriter der Stunde. Sein Acapella-Intro „Regen“ schlägt eine Brücke zum letzten Blumfeld-Opener „Schnee“, bevor er mit klaren Ansagen in „Wohin mit dem Hass?“ in der Tiefgarage abrockt und in „Er“ von schizoiden Doppelgängerspielchen singt. Seine erste Single „Lass uns Liebe sein“ bietet mit positivem Up-Tempo-Songwriter-Pop eine beschwingte Seelsorge. Mit „Hinter der Musik“ und „Hiob“ gibt’s massiven Rock auf die Ohren, während er sein „Jenfeld Mädchen“ mit einem Liebeslied voller Fernweh beglückt und „Murmel“ von einem Leben ohne ständige Statusmeldungen auf den sogenannten „sozialen Netzwerken“ erzählt. Neben diesem großartigen Song liebe ich vor allem die melancholische Super-Ballade „Bleiben und gehen“ mit ihren zweifelnden Gedanken und die erkenntnisreiche Ehrlichkeitshymne „Nur mit Dir“. Mit eindringlicher Klarheit und emotionaler Frische behandelt Distelmeyer die existentiell menschlichen Themen von Liebe und Glück, Verlust und Trauer, Freude und Wut vor dem Hintergrund einer Welt im Wandel. Das Schöne und Doppelbödige ist hier.


www.myspace.com/jochendistelmeyer

www.distelmeyer.de

www.jochendistelmeyer.de

www.columbiaberlin.de




Funny van Dannen: Saharasand (jkp / warner music)


Seit 1995 kommentiert der Liedermacher aus Berlin auf eigenwillige Weise, gewürzt mit viel Sarkasmus und beißendem Witz, die politischen und gesellschaftlichen Befindlichkeiten unserer Republik. Seit 1999 arbeitet er als Co-Autor mit den Toten Hosen zusammen, und zwei Jahre nach „Trotzdem Danke“ präsentiert Funny van Dannen erneut eine kurzweilige Songkollektion. Sein elftes Album gleicht fast einem Hörbuch mit 21 Kurzgeschichten über Menschen und Tiere. Große Gefühle, kleine Dramen, Politisches, Absurdes, Beiläufiges, Beobachtungen, Ernstes und Nebensächlichkeiten. Es beginnt mit einem humoristischen Rachefeldzug, bei dem er mit seiner „Katzenpissepistole“ neben Charityladies, Parteien, Hedgefondsherren, Banker, Nazis und Kriegsprofiteure ins Visier nimmt. Nachdem er in der „Pflanzendisco“ den Pflanzen beim Tanzen zugeschaut hat, berichtet er über ein Paar im Museum, das mit „Jugendstil“ nicht allzu viel anfangen kann. In „29 Marienkäfer“ hinterfragt er das Handeln der Bundesregierung kritisch, und auch „Aktienpaket“ beschäftigt sich mit der angespannten wirtschaftlichen Weltlage. Seine melancholischen Betrachtungen „Wenn die Strasse ein Fluss wäre“, „Instinkte“ und „Magnolie“ sind Chansons zum Schmunzeln, während sich der Titelsong mit rassistischen Polizisten auseinandersetzt. Die Freundin soll mit einem „Simpsons-Plakat“ überrascht werden, geht aber lieber fremd. „Samenstau“ führt zu reizbaren Männern, „Innehalten“ entspannt dann wieder, und meine Katzen denken, dass ich „auch nur ein Tier bin“. Erstklassig sind auch die Balladen „Sternschuppen“, „Wenn die Liebe sich nicht mehr lohnt“ und „Zum Leben“. Funny van Dannen ist nicht nur ein moderner Poet mit klassischen Mitteln, sondern auch ein Künstler mit feinem musikalischem Händchen. Sein Songwriter-Pop umschmeichelt obskure Geschichten.


www.myspace.com/funnyvandannen

www.funny-van-dannen.de




Harmonia & Eno ’79: Tracks & Traces (groenland / cargo)


David Bowie und The Human League berufen sich auf diese Band, die im Mai 1973 von den Cluster-Musikern Dieter Moebius und Hans-Joachim Roedelius sowie Michael Rother (zuvor bei Kraftwerk und Neu!) gegründet wurde und nur zwei Jahre existierte. Die beiden Alben „Musik von Harmonia“ (1974) und „Deluxe“ (1975) gelten heute als Klassiker des Krautrock, wobei Harmonia eigentlich ein Vertreter der elektronischen Musik war. Im Frühsommer 1976 reiste ein gewisser Brian Eno zu gemeinsamen Sessions nach Deutschland. Elf Tage lang jammten sie gemeinsam, und 33 Jahre später liegt nun (nach der Veröffentlichung 1997) endlich eine rundum befriedigende Version eines lange verloren geglaubten Schatzes vor. Die digital remasterten 4-Spuraufnahmen von „Tracks & Traces“ klingen nicht nur erstaunlich frisch und dank des Analog-Booms auch modern, sie sind schon aus historischen Gründen interessant. Mit dem unglaublich schönen Entree „Welcome“ und dem anschließenden Track „Atmosphere“ baut sich das Werk langsam auf, bevor mit „Vamos Compañeros“ ein Groove in Gestalt eines sich wiederholenden Dampflok-Sounds heranrauscht, der von stark verzerrten Gitarren begleitet wird. Nach dem idyllischen „By The Riverside“ wird es experimentell, abstrakt und düster. „Don’t get lost on Lüneburg Heath!“, singt Brian Eno mit warnendem Zeigefinger, bevor mir das sanft wogende Klanggebilde „Sometimes in Autumn" fast 16 Minuten lang ein romantisches Lächeln auf mein Gesicht zaubert. „Almost“ dürfte wohl mein Lieblingstrack sein, bei „Les Demoiselles“ ist dann elektronischer Walzer mit melodiösen Synthies angesagt, und am Ende verstärkt „Aubade“ den Eindruck eines versöhnlichen Ausklangs. Brian Eno nannte Harmonia „die wichtigste Rockgruppe der Welt“, wobei mir hier der pastoral starke Ambient-Charakter am besten gefällt. Auf Spurensuche machen, bitte!


www.myspace.com/roedelius

www.myspace.com/gronlandrecords

www.enoweb.co.uk

www.groenland.com




Zion Train: Live As One Remixed (universal egg)


Auch nach zwei Jahrzehnten musikalischem Bestehen darf man noch immer von sich behaupten, frischen und unverbrauchten Sound abzuliefern. Der künstlerische Output dieser fantastischen Band ist kaum zu toppen, kein anderer duborientierter Act spielt international in so vielen Ländern wie Zion Train. Diese Beliebtheit verdanken sie sicher keinen stylischen Klischees, sondern ihrer Lust, Stile nach Herzenslaune zu verquicken. Nach diversen Trennungsprozessen ist Zion Train inzwischen ein Alter-Ego-Projekt von dem nach Köln übergesiedelten Mastermind Neil Perch geworden. Im Jahre 2007 wurde mit „Live as One“ der neunte Longplayer veröffentlicht, 2008 noch kurz der „Reggae Grammy“ für das beste Dub-Album abgegriffen, und nun meldet sich „The Worlds Premier Dub Act“ mit einer überarbeiteten Remixversion zurück. Neil Perch und seine Crew haben ihr Album „Live As One“ ein Mal durch die halbe Welt gereicht und von Produzenten wie Rob Smith, Digital und Dub Terror remixen lassen. Alambic Conspiracy’s „Why“ versprüht dank Paolo Baldini nun italienischen Flair, während Bungalo Dub mit mexikanischem Drum’n’Bass zum Tanz bittet. Dub Creator’s „What A Situation“ lädt zum Abdriften ein, dagegen erscheint De Niro’s Version im bassbetonten Dubstep-Gewand. „Boxes And Amps“ kommt gleich in vier Remixes und gefällt mir natürlich in der Drum’n’Bass-Variante von Dub Terror am besten. Von den drei Neuinterpretationen von „Baby Father“ sorgt Dubsync für den coolsten Drive, und „Terror Talk“ überzeugt polskamässig mit Studio As One sowie mit feinstem Drum’n’Bass von Digital & Lutin. Zion Train liefern hier ein grooviges Werk in gewohnter Spannung zwischen Heiterkeit und Nachdenklichkeit, Roots-Culture und stilistischer Experimentierfreude!


www.myspace.com/ziontraindub

www.wobblyweb.com




KRS-One & Buckshot: Survival Skills (duck down)


Zwei Hip-Hop-Legenden geben sich die Ehre. Der eine lebte Mitte der 80er noch in einem Männerwohnheim in der South Bronx und ist heute der Inbegriff des amerikanischen „Way Of Life“. Gemeinsam mit Scott La Rock gründete er die Boogie Down Crew, aus der später BDP (Boogie Down Produktions) entstand. Mit Tracks wie „South Bronx“ und „Criminal Minded“ machten sich BDP vor allem durch die sozialkritischen Texte einen Namen innerhalb der New Yorker Szene, mit seiner Kritik an der Gewalt und Drogen kam KRS bei Jugendlichen sehr gut an und wurde dabei von Afrika Bambaata stark unterstützt. Nach dem Tod von Scott La Rock sah KRS die Chance, die Augen der Öffentlichkeit auf die angespannte Situation von überwiegend schwarzen Jugendlichen zu richten. Fortan gab er Vorlesungen in vielen Universitäten und referierte über die Situation der amerikanischen Großstadtghettos. Auch musikalisch entwickelte KRS-One sich durch fette Beats und ansprechende Lyrics zu einem Vorreiter in der amerikanischen Hip Hop-Szene. Buckshot, ein Boot-Camp-Clik- und Black-Moon-Mitglied, dagegen ist seit 17 Jahren dabei und hat mit Duck Down Records eines der größten Hip Hop-Labels in der Geschichte mitgegründet. Nach einigen Verschiebungen erscheint jetzt ihr Kollaboalbum mit dem Titel „Survival Skills“, auf dem die beiden Ausnahme-MC's aus Brooklyn zeigen, dass sie immer noch genug Skills haben und vor allem ihrer Kultur und deren Inhalten treu geblieben sind. Produziert wurde dieser äusserst empfehlenswerte Longplayer von Havoc, 9th Wonder, Black Milk, Ill Mind, Coptic, Moss, Nottz, Marco Polo und Khrysis. Zusammen mit Mary J Blige, Rock (Heltah Skeltah), Talib Kweli, Smif N Wessun, K’naan, Pharoahe Monch, Sean Price & Loudmouf, Bounty Killer, Slug (Atmosphere), Melanie Fiona & Naledge (Kidz In The Hall) gibt’s bunt gemischten Boom-Bap mit Consciousness. Watch out for „The Gospel Of Hip-Hop: The First Instrument”. Halleluja!


www.myspace.com/krsoneandbuckshot

www.duckdown.com




Bugz In The Attic: Got The Bug 2 (bbe records)


Zehn Jahre nach ihrer Gründung legten die Jungs Ende 2006 mit ihrem Debütalbum „Back In The Doghouse“ ein seelenreiches Partymonster hin. Das neunköpfige Kollektiv aus DJs, Musikern und Produzenten hat den sogenannten „West London Sound“ geprägt. Bugz in the Attic sind für Broken Beats sowas wie die Speerspitze eines vertrackt deep digital swingenden Sounds, der aber dennoch immer wieder zu dem analog weichen Flair von Soul zurück will und darin keinen Widerspruch sieht. Mit „Got The Bug“ veröffentlichten bereits 2005 sie eine Retrospektive ihrer feinsten Remixe für grossartige Künstler wie 4 Hero, Jazzanova, Basement Jaxx, Amp Fiddler, Viktor Duplaix oder auch Macy Gray.  Außerdem gab’s mit „Booty (La La)“ einen hauseigenen Clubhit. Nun endlich erscheint der zweite Teil ihrer gesammelten (und besten) Remixe, die erneut eindrucksvoll demonstrieren, wie sich die Bugz ganz nach oben katapultiert haben. Hervorzuheben sind ihre funkigen Neuinterpretationen für Amy Winehouse, Ruben Blades & Willie Colon, Basement Jaxx, Mark de Clive-Lowe, J.Viewz und vor allem Roisin Murphy. Neben dem durchgebreakten „Zombie“ feat. Wunmi und dem housigen „Flappy Days“ befindet sich hier auch ein exklusiver, neuer Bugz Track: „Expression“ ist ein extrem grooviges Tribut an die Soul II Soul  Hymne „Fairplay“. Ihr würziges Konzentrat aus Jazz, Soul und Neo Funk über Breakbeats und Afrobeat bis hin zu Deep House und Techno ist schön funky, macht gute Laune und könnte kaum besser vermischt und perfekt aufeinander abgestimmt werden. Hier werden rhythmische Brücken geschlagen und Avantgarde radiotauglich. So haben sie mit Gilles Peterson wohl ihren größten Fan, und ich zähle mich auch dazu.


www.myspace.com/bugzintheattic

www.bugzintheattic.co.uk

www.bbemusic.com




Jobarteh Kunda: AHA! (aimland records)


Der Begriff „Weltmusik“ hat ja in den letzten Jahren etwas gelitten, nichtsdestotrotz  wird Musik, die zur Verständigung der Völker beiträgt, immer gerne gehört. „Kunda“ steht für Clan, und bei diesem Musikprojekt sind gleich acht Musiker der weit verzweigten Sippe „Jobarteh“ dabei, u.a. der geborene Münchner Tormenta Jobarteh, der im westafrikanischen Land Gambia seine Wahlheimat und -familie fand. Hier hörte er zum ersten Mal das wundervolle Klangbild einer Kora, gespielt von einem Musiker, der dieses großartige westafrikanische Instrument virtuos beherrschte. Bei seinem musikalischen Mentor Basuro Jobarteh, dem anerkannten Griot von Boraba, Fulladou vergingen für Tormenta acht Jahre in Boraba, bis das intensive Studium der Kora sowie der Mandinka Sprache und der gesamten Mande-Kultur erfolgreich abgeschlossen war. Seine seit 1999 bestehende Band Jobarteh Kunda wurde für den Weltmusikpreis Ruth 2005 und den BBC Award 2005 nominiert. Sie spielte u.a. als Vorgruppe bei Manu Dibango, Miriam Makeba und Dobet Gnahore. Zahlreiche Auftritte folgten und festigten sowohl das Repertoire als auch den guten Ruf dieser Band. Nach und nach wurden traditionelle Songs umarrangiert, modernisiert und mit neuen Titeln zu einem in sich stimmigen Programm vereinigt. Nach 16 Monaten Studioarbeit ist nun ihr drittes Album „AHA!“ auf ihrem eigenen Label mit leicht veränderter Band eingespielt. Der Stilmix aus Musik des traditionellen Afrikas und der Karibik, angereichert durch Jazz, Reggae und Hip Hop, begeistert mit 12 mitreissenden Songs, in denen die Kora und der Manding Sound nach wie vor der rote Faden sind. Vielseitige Grooves und farbenfrohe Harmonien verschmelzen hier mit Charme und ansteckender Lebensfreude.


www.myspace.com/jobartehkunda

www.jobarteh-kunda.de




SRBE presents Dainjahruz Crowned – 2nd Wave (srbe)


Ein gutes Jahr ist vergangen, seit die erste Welle der ultimativen myspace drumandbass Compilation „Dainjahruz Crowned“ den Dschungel mit 13 wilden Hits aufgemischt hat. Inzwischen hat Semtex MC, seines Zeichens Mastermind der Primatengattung „SilbaRuecken“, fleissig neues Material im Urwald aufgespürt, um mit der „2nd Wave“ weitere Drum&Bass-Liebhaber an Land zu spülen. Eines der Hauptcharaktermerkmale, warum ihm das gelingen wird, ist die sehr begrüssenswerte Tatsache, dass man sich im SRBE-Camp nicht für Genregrenzen interessiert. Mit den elf vorliegenden Tracks wird ein äusserst breites Spektrum abgedeckt, und so ist für jeden was dabei. N-Noiz, der sich übrigens auch für das Artwork verantwortlich zeichnet, liefert dieses Mal gleich drei edle Perlen ab. „1995“ (seitdem gibt es das Projekt N-Noiz) baut sich langsam auf und kommt mit diesem verspielt-atmosphärischen Vibe, den das Jahr 1995 so ausgezeichnet hat wie kaum ein anderes. „1998“ dagegen ging als Jahr des Techstep in die Geschichte ein, und so ist das Klangbild hier auch abstrakt und dunkel. Mit dem vertrakten „Grand Slam“ wird ebenfalls ganz grosses Tennis gespielt. Nursa lässt es mit seinem rootsbetonten „Jah Zound Rmx“ rollen, während sein Intense-Partner Phantom Warrior die Bassline in den gefährlichen „Streets“ zum Wackeln bringt und auch den „Hustla“ mit der so wichtigen Portion Hip Hop versorgt. Dass auch der Blues mit seiner Tiefe und Spiritualität einer uralten Tradition einen grossen Einfluss auf unsere Musik hat, beweist Budoko mit seinem beseelten Stepper „It Hurtz“. Nach einem ruhigen Klavier-Intro zeigt Lash DJ mit „Nichts“, was man mit Filtern und Verzerren so anstellen kann. Das ist dann auch ein Stichwort für Street Fighter Scary, der mit „Hadouken“ einen aus Blitzen bestehenden Energieball einsetzt. Cold Cortex hat ein facettenreiches „RTFD”-Dokument aus Wien mitgebracht, in dem viele bunte Bilder platziert sind. Und schliesslich gibt sich auch Leroy Brown die Ehre, um mit dem dubsteppenden „Sensi“ den Jungle Spirit zu zelebrieren. Watch this!


Free Download: www.silbarueckenbeatz.com

www.myspace.com/srbentertainment




DVD History

Defiance (constantin film)


Geschichten des aktiven jüdischen Widerstandskampfes während des Zweiten Weltkriegs finden eher selten ihren Weg ins Kino. Doch Filme von Edward Zwick (ob „Glory“, „The Last Samurai“ oder zuletzt der gefühlsbeladene Action-Streifen „Blood Diamond“) begeistern immer wieder durch wunderschöne Bilder, Emotionen und packende Stories. Auf Grundlage des historischen Sachbuchs „Bewaffneter Widerstand“ der US-Professorin Nechama Tec erzählt Zwick in seinem neuen Film „Defiance“ (Unbeugsam) eine wahre Geschichte. Die jüdischen Gebrüder Bielski überleben im Jahre 1941 nur knapp eine Säuberungsaktion in ihrer polnischen Heimat, doch ihre Eltern und weitere Familienangehörige fallen dem Tötungswahn der SS und deren Kollaborateuren zum Opfer. So wagt das Trio die Flucht in weissrussische Wälder und versucht mit weiteren Flüchtlingen ein provisorisches Waldlagerals Unterschlupf zu errichten. Auch im Lande Stalins macht die Vernichtungspolitik der Nazis keinen Halt, und die Bielskis wollen sich nicht nur verstecken, sondern auch kämpfen,  auch wenn dadurch ein im jüdischen Glauben verankertes Gebot gebrochen werden muss. Ging es anfangs noch um das eigene Überleben, müssen die Bielskis nun Verantwortung für viele Menschen übernehmen. Zusammen mit russischen Widerstandkämpfern wird eine Partisanengruppe aufgebaut, was die beiden älteren Brüder spaltet. Während Zus (Liev Schreiber) die feindlichen Besatzer nun im Sinne des Partisanenkampfes töten will, gilt es für Tuvia (Daniel Craig) im gnadenlosen Winter das Überleben der in die Hunderte gestiegene Zahl der Flüchtlinge zu sichern. Mit Überfällen auf Militärkonvois werden Waffen und von russischen Bauernhöfen Nahrung organisiert. So stehen nicht die unzähligen Massenexekutionen in den Wäldern im Vordergrund, sondern eher der Bruderkonflikt, den auch Asael Bielski (Jamie Bell), der Jüngste unter ihnen, nicht klären kann. Während die Beziehung der Brüder untereinander durchweg glaubhaft dargestellt ist, wird die Geschichte, die voller Tragik, Leid, Kampf, Aufbegehren und Hoffnung ist, nicht ernsthaft vertieft. Die Wahrheit, die diese Menschen wirklich erlebt haben müssen, war sicherlich viel trauriger und erschütternder (siehe Schindlers Liste). Da durch den Einsatz der drei Brüder mehr als 1200 jüdische Kinder, Frauen und Männer gerettet werden konnten, zählt „Defiance“ zu den wichtigsten Filmen der letzten Jahre, die sich dem Thema des Holocausts angenommen haben.


www.defiance.film.de

www.constantin-film.de