15.05.2007
Haben Sie schon mal im Bett gepupst, meine Damen? Nein, nein – ich meine nicht diesen kleinen süßen Carrie-Bradshaw-Pups, der sich doch beinahe noch ladylike kaum hörbar seinen Weg bahnt und dennoch ziemlich peinlich ist. Was ich meine ... Nee, lassen Sie mich anders beginnen ...
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Nun aber vollständig :)
„Flatulenzia
Passionata“
Haben Sie schon mal im Bett
gepupst, meine Damen? Nein, nein – ich meine nicht diesen kleinen süßen
Carrie-Bradshaw-Pups, der sich doch beinahe noch ladylike kaum hörbar seinen
Weg bahnt und dennoch ziemlich peinlich ist. Was ich meine ... Nee, lassen Sie
mich anders beginnen ...
Dates. Wie bereiten wir uns
darauf vor? Er? Sie?
Während sie bereits Tage vorher
überlegt und probiert, was sie wohl zum ersten Date anzieht, springt er einfach
in Jeans und Hemd und fühlt sich wohl. Wie sexy darf sie sich beim ersten Date
anziehen? Was trägt sie drunter? Sex beim ersten Date? Hm, warum nicht?
Hat er sich Gedanken darüber
gemacht, was er Tags zuvor vielleicht besser nicht essen sollte? Wohl kaum –
Männer haben einen Kuhmagen, es passt jede Menge hinein, und es ist egal, in
welcher Konstellation.
Sie hingegen überlegen sich, was
sie besser nicht essen sollten. Kein Knoblauch am Vortag, kein blähendes Gemüse
am Tag des Dates, kurz: nichts, was in irgendeiner Weise die Verdauung übel
beeinträchtigen oder für unangenehm riechende Ausdünstungen sorgen könnte.
Natürlich ist Essen gehen ideal
für ein erstes Date. Man überbrückt Zeit, ist nicht permanentem Redezwang
ausgesetzt, bekommt Vorlieben und „No-goes“ mit und einen ersten (vielleicht
alles entscheidenden) Eindruck von seinen/ihren Tischmanieren.
Während Sie Ihr Gericht
sorgfältig auswählen, um ja keinen Transpirationsausbruch vom zu scharfen Essen
(Achtung indisch!) zu erleiden oder hinterher einen Vertrag mit Vivil, Tic Tac
oder Mentos abschließen zu müssen, bestellt er munter ein Steak mit einer
riesigen Portion Zwiebeln, Salat mit Knoblauchsoße und dazu ein Bier. Mit dem
Ausspruch „Ich liebe Knoblauch“ tunkt er sein Brot zum wiederholten Male in die
Aioli Soße und isst mit großem Appetit.
Sie hingegen hassen Knobi, dippen
aber notgedrungen ein wenig widerwillig in der Soße herum, denn es heißt ja,
man würde es beim jeweils anderen nicht riechen, wenn beide Knoblauch essen
(bei den Mengen, die Ihr Gegenüber verzehrt jedoch eher unwahrscheinlich).
Alles in allem bis hierher ein
gelungener Abend. Der Knobi-Zwiebel-Bier-Fahne trotzend landen Sie küssend vor seiner Haustür. Seine liebevollen bis
leidenschaftlichen Küsse befördern Sie alsbald in höhere Sphären, vergessen der
immer dominanter werdende Geruch nach Knoblauch, der Geschmack nach Zwiebeln.
Längst hat die Leidenschaft, die Gier nach hemmungslosem Sex, die Oberhand
gewonnen.
Doch kaum dass Sie sich in seinem
nicht gemachten Bett fläzen - übereinander, untereinander, aufeinander - entweichen
auch schon erste Gase in Form eines verhaltenen „Bäuerchens“. Bevor es so
richtig abgeht flüchtet er dann doch erst einmal aufs Klo. Ja, ja, die
Zwiebeln, sie haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Wie gut, dass Ihnen das nicht
passieren kann, schließlich haben Sie sich ja gut vorbereitet. Doch scheinbar
hat das bisschen Brot mit Aioli und das lange Sitzen schon ausgereicht in Ihrem
Bauch für ein klein wenig Unruhe zu sorgen, die sie jedoch hartnäckig
ignorieren und unterdrücken.
Ihr Date erweist sich als
exzellenter Liebhaber mit Stehvermögen, der Sie von einem Gipfel zum nächsten
vögelt, Sie durch die Täler hindurch streichelt, küsst, bespielt, nur um Sie
noch explosiver gipfeln zu lassen. Und das tun Sie. Explodieren. Das Eine geht
nicht mehr ohne das Andere. Mitten hinein in die schönste Ekstase kracht ein
unterdrückter Pups. „Scheiße, tut mir Leid!“ Sie erröten noch ein bisschen mehr
und möchten am liebsten im Erdboden versinken. „Scheiße zum Glück nicht – ist
doch nicht schlimm.“
Ja, die Männer. Sie können einer
leidenschaftlichen Frau nichts übel nehmen. Und so ein kleiner Lust-Pups tut
der Leidenschaft keinen Abbruch, sorgt bestenfalls für etwas Heiterkeit.
Also Ladies, geißeln Sie sich
nicht, essen Sie, worauf auch immer Sie Lust haben, ziehen Sie an, was Ihnen
gefällt – und machen Sie sich einfach nicht so viele Gedanken.
„Was geht ab?“ – bekommt für mich
eine ganz neue Bedeutung. Lassen Sie es auch in Zukunft ordentlich Krachen –
und immer hübsch neugierig bleiben.
© Skorpion 2007