Mit einem umfangreichen Album hat sich Helium Vola nach fünf Jahren Pause zurückgemeldet. Gestern ist das neue Helium-Vola-Album „Für euch, die ihr liebt“ herausgekommen. Ernst Horn über Neo-Liberalismus, Besitz und das neue Album.Berelon: Seit dem letzten Album von Helium Vola sind jetzt fünf Jahre vergangen, wie kam es dazu, dass so eine relativ lange Pause dazwischen liegt?
Ernst Horn (EH): Ich habe für das
Helium-
Vola-Album eigentlich schon vor vier Jahren Songs gemacht (also immer wieder daran gearbeitet), aber gerade durch das Jubiläum der
Lakaien mit der Erstellung der Partitur für das Orchester und der Tour gab es ganz große Unterbrechungen.
Wenn es ein normales Album geworden wäre, ein 60-Minuten-Werk mit zwölf Songs und vielleicht nicht gar so rumgefrickelt an allem, dann hätte es vielleicht schon vor einem Jahr herauskommen können. So hat es eben länger gedauert. Das war halt wahnsinnig viel Arbeit dieses Mal, jetzt reicht es langsam
(schmunzelt). So etwas Aufwändiges habe ich überhaupt noch nie gemacht.
Ich weiß nicht, wie viele zigtausende kleine Audiofiles und Schnipsel das
waren, das wurde uferlos.
Berelon: Mit Ralf und Olga Hübner von der Neuen Philharmonie Frankfurt sind zwei Musiker mit dabei, die auch mit Chamber hier aus Frankfurt in der Szene bekannt sind. Habt ihr euch bei der Tournee mit der Neuen Philharmonie Frankfurt von Deine Lakaien kennengelernt oder kennt ihr euch schon länger?
EH: Den Sänger von Chamber, Max, kenne ich schon lange, aber Ralf
kannte ich vorher nicht, den habe ich wirklich erst durch die Tour kennengelernt und dadurch auch Olga, die ja auch mitspielt. Es war schon eine wahnsinnige Hilfe, dass wir so einen Konzertmeister hatten. Ralf ist ja nicht nur erster Geiger, sondern auch Konzertmeister. Er ist sozusagen der Anführer des Orchesters. Das ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Da ist es natürlich ein wahnsinniger Vorteil, wenn da jemanden ist, der auch etwas mit Popmusik oder mit Rockmusik am Hut hat, und das auch in einem ähnlichen Genre wie ich macht.
Ralf hatte mich während der Tour angesprochen, dass er Helium Vola ziemlich gut findet und dass er auch nichts dagegen hätte da mal mitzuwirken. So haben wir uns dann geeinigt. Wir werden auch weiterhin in Kontakt bleiben, weil sie ja auch noch andere Projekte machen und da werden wir bestimmt noch was zusammen machen.
Berelon: Die Idee zum neuen Album entstand schon vor vier Jahren? Seit vier Jahren sammelst du Lieder für das Album?
EH: Ja, eigentlich ging es schon weiter, kurz nach dem ich die Liod fertig gestellt hatte. Aber da waren natürlich andere Prioritäten, ist ja klar, und dann war da noch die verdammte Tourabsage.
Wir sollten ja 2005 eine Tour mit Helium Vola machen und die habe ich etwa sechs Wochen vorher abgesagt. Das war der Wahnsinn, das hat mich auch total gewurmt, dass ich das musste, weil es einfach nicht mehr ging. Ich konnte die Tour nicht vorbereiten, es war einfach keine Zeit. Wir waren mit der Lakaien CD im Endstadium, d.h. sie war schon fertig. Wir hatten dermaßen viele Promo-, Video- und Fototermine aufgedrückt bekommen. Dann war meine Mutter auch noch schwer krank. Ja Gott, da musste ich das absagen.
Das ist vielleicht auch mit ein Grund warum es ein Doppelalbum geworden ist. Das hat wirklich an mir genagt, das war eine ganz bittere Geschichte, dass ich das absagen musste. Dadurch wurde dann wohl mein Ehrgeiz angestachelt: wenn wir wieder was machen, dann richtig!
Das ganze Interview findet ihr hier:Schwarzes Rhein Main