Never too
late – it..s africa!
Einen monat mitteleuropäischer Zeit später oder einen
afrikanischen Wimpernschlag, kommt schon der Reisebericht aus dem Kontinent, in
dem Rhytmus zu hause ist, auch wenn der yosi aus oberschleissheim kommt.
Der flug war eine echte premiere: Die Hildegard durfte
diesmal nicht neben dem Hans mitfliegen und hat deshalb einen extra Holzkoffer
angefertigt bekommen, der ungefähr zehnmal soviel wert ist wie sie selbst.
Dafür passt er in kein auto.
Nach einem zwischenstop in johannesburg, bei dem unser
Kameramann Günther seine Trombose spazieren führte, landeten wir in endlich in
Harare, wo wir von der deutschen Botschaft in Empfang genommen wurden und
gleich alle Diplomatneregister ziehen mussten, da die Hildegard wohl doch einen
recht bedrohlichen Eindruck auf die Zollbeamten gemacht hat.
Aber letzendlich haben wirs dann doch geschafft, und was wir
in vier Tagen Zimbabwe alles erlebt haben, haben wir wohl bis jetzt noch nicht
verdaut.
Um möglichst viel zu sehen hatten wir unseren Botschaftsfahrer
Fabi, der immer wieder in Wort und Tat betonte, dass er sehr gerne
Diplomatenautos fährt, da man alle Regeln (vor allem bezüglich Geschwindigkeit)
übertreten darf. Komischerweise passierte der einzige Unfall dann aber Schwester
Dominica von den Johannitern, die von ihrem Beifahrer Sepp so dermassen
verwirrt war, dass sie erst zu spät bemerkt hat, wie ein rückwärtsfahrender Bus
ihre Kühlerhaube gefaltet hat.
Überhaupt hatte der Sepp einen unwiderstehlichen Drang zu
gefährlichen Fortbewegungsarten entwickelt und sich mit einer schottischen
Chauffeuse eingelassen, was er nachhaltig bereut hat. Dass er sich aber vor dem
vergleichsweise sicheren Ritt auf dem Elefanten gedrückt hat, ist und bleibt
ein Rätsel.
Untergebracht waren wir im Gästehaus der Deutschen
Entwicklungshilfe, das unter anderem auch einen kleinen Tennisplatz beherbergt,
auf dem alsbald das berühmte match Yossivanisevic gegen Pete Seppras stattfand,
von dem sich die ansässigen Geckos noch heute kopfschüttelnd erzählen.
Soviel sportlicher Ehrgeiz war nix für Mister doubleU
Winbeck, der sich stattdessen an saftigen Guaven labte und mit Olli stets früh
ins Bett ging.
Das Festivalgelände des HIFA in Harare hatte dann vor allem
Yossis und Hans.. Begeisterung entfacht. Während Yossi sich in die Faszination
einer ethnologischen Weltreise anhand eines Kurbelmechanismuses begab, auf der
es auch Bereiche erst ab 18 Jahren gab, nutzte Hans die Euphorie über seine
neue Salzburger Wohnung gleich für Investitionen in seine Einrichtung und die
marode Wirtschaft Zimbabwes. Leider kommt ein Teil seiner Einkäufe erst
September mit dem Containerschiff, und zwar nach Bern. Seit wann das eine
internationale Hafenstadt ist, ist ihm aber bis jetzt noch nicht klar.
Unser Konzertplatz auf dem Festivalgelände war besonders
schön, allerdings aber auch ziemlich gefährlich, da die aufgebauten Tribünen
der tanzenden Menge nicht ganz gewachsen schienen. Beide Konzerte waren
jedenfalls der absolute Wahnsinn, ganz besonders hervorzuheben der Moment, als
ein bekannter oppositioneller Künstler aus Harare einfach zu uns auf die Bühne
kam und mit uns gemeinsam gerappt hat – Gänsehautfeeling pur. Den Film dazu gibts
auf Youtube!
Der beeindruckendste und wohl wichtigste Moment unserer
Reise war aber unser Besuch im Township Mbare, einem der Brennpunkte der
Cholera und Aids- Epidemie. Organisiert von Schwester Dominica und ihren
Freunden von den Johannitern konnten wir dort für 200 Kinder spielen, die – zum
teil selbst AIDSkrank – ihre todkranken Eltern oder auch grosseltern pflegen
müssen. Die betroffenheit über die schreckliche Situation der Kinder und
gleichzeitig die Rührung über die Begeisterungsfähigkeit der Kinder, die sich
so über unser Konzert und noch mehr darüber gefreut haben, in unsre komischen
Instrumente reinzublasen, sind Eindrücke, die wir wohl nie vergessen werden.
Unsere Bewunderung gilt Schwester Dominica und ihrem Team für ihre unermüdliche
Arbeit mit denKindern von Mbare. Wir waren sicher nicht zum letzten Mal dort!
Zum Abschluss empfehlen wir euch die beiden Afrikafilmchen
auf Youtube und haben auch noch einen heissen Tipp für Zimbabwe-Reisende: Yossi
hat in harare einen kleinen Gartenzwerg versteckt. Wer ihn findet, bekommt
lebenslang freien Eintritt zu allen Labrassbandakonzerten!
Pfiateich dawei,
eire bandas