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Marcus Staiger

Marcus Staiger


Last Updated: 11/25/2009

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Gender: Male
Status: In a Relationship
Age: 100
Sign: Libra

City: Berlin
State: Berlin
Country: DE
Signup Date: 2/12/2007
Tuesday, August 25, 2009 
Neulich erreichte uns die Nachricht, dass KRS 1, unser lieber alter Oldschool Freund und Kupferstecher eine neue Religion ins Leben rufen will. Zumindest möchte er amerikanischen Medien zufolge ein Buch herausbringen, das vom Layout und der Aufmachung her, der guten alten Bibel entspricht und auf jeden Fall habe ich beim Verfassen dieser Meldung für rap.de sofort darauf geschlossen, dass ich mit meinem letzten Blog, in dem ich vorgeschlagen habe, aus dem Splash Festival eine religiöse Veranstaltung zu machen, wieder mal ganz genau den Puls der Zeit getroffen habe.

Nun aber ist KRS 1 auch schon ein paar Jahre älter und vielleicht sogar ein wenig älter als ich und vielleicht ist es auch der Traum von älteren Männern, als Religionsstifter verehrt zu werden, auf einem Thron zu sitzen, gekleidet in weiße Gewänder und umgeben von Jungfrauen, die einem mit großen Fächern aus Straußenfedern, Luft zu fächeln. Das kann natürlich sein und was die schlanken Jungfrauenhände unter den weißen Gewändern zu tun haben, das kann man sich natürlich ebenfalls lebhaft vorstellen. Wie auch immer. Niedere Beweggründe gibt es ja immer wieder und nicht umsonst gehören Wollust und  Habgier zu den 7 Todsünden.
Ob diese im neuen Almanach des KRS 1 auch aufgeführt werden ist noch nicht bekannt, da das Buch erst in kürze erscheinen soll, allerdings beherbergt es anscheinend auch ein kleines Handbuch, das den Leser zu einem achtsamen Leben voller Liebe, Gesundheit und Wohlstand verhelfen soll.
Das finde ich gut, wenn Kris Parker uns ein paar kleine Lebensweisheiten mit auf den Weg gibt und mit großer Freude werde ich genau diesen Teil auch durcharbeiten, und auch auf die alltäglichen spirituellen Übungen werde ich nicht verzichten, allerdings erwarte ich da nicht wirklich mehr, als ich in den zahlreichen esoterischen Lebenshilfebüchern von Frau Birkenbihl gefunden habe. Man muss sagen, dass ich in der Denke-Positiv-Ecke und So-werden-Sie-glücklich-Abteilung der Buchhandlungen fast schon zu Hause bin und mich neulich erst darüber gefreut habe, als ich lesen durfte, dass diese Art des positiv Denkens schon seit ein paar Jahrhunderten existiert und die Kernaussage sich auch seither nicht weiter verändert hat: Don’t worry. Be happy! Oder einfach: Sorge Dich nicht – lebe!

Also viel Neues werden wir da nicht zu erwarten haben, aber trotz allem finde ich es richtig, dass die gesammelte Alltagsphilosophie der letzten 200 Jahre noch einmal zusammen getragen wird und im Hip Hop Gewand daherkommt. Schaden tut’s ja schließlich auch nicht.

Kommen wir aber nun zum interessanten Teil der Meldung. Denn so kurios sich das Ganze bislang anhört, so ernsthaft und zwingend wird es, wenn es um die Überwindung von Nationalitäten und Rassenfragen geht. Gerade in Zeiten, wo es darum geht, Deutschlandfahnen zu schwenken, auf seine albanische, kurdische oder libanesische Herkunft zu pochen. Der Deutsche Bad Boy zu sein, oder die schwarze Gazelle gerade in solchen Zeiten laufen mir die Worte des KRS 1 wie Öl hinunter, wenn er erklärt, dass die Menschen immer noch in ihren alten Schwarz-Weiß und Nationalitäts-, Rassen- und Herkunftsmustern feststecken, die es endlich zu überwinden gilt.

Eins vorweg. Ich finde Nationalismus scheiße. Jedweder Art. Jedweder Richtung. Jedweder Herkunft. Nationalismus hat nichts mit Hip Hop zu tun und ich frage mich, wie wir in den letzten Jahren unseren Grundsatz so sehr verraten konnten. Einen Grundsatz der Jahrelang einer der Kernpfeiler der Hip Hop Kultur war: It ain’t where you from, it’s where you at. Oder anders formuliert: Es ist scheißegal woher du kommst – wenn du fresh bist, bist du fresh.

Ich habe mich geärgert darüber, dass die Backspin damals im Fler Interview diese entscheidende Frage nicht gestellt hat und mich langweilt diese halbgare Entschuldigung: Ja die anderen dürfen doch auch.
Na klar dürfen die anderen auch und von mir aus könnt ihr auch weiterhin bei der Fußballweltmeisterschaft Eure Fahnen schwenken, das Problem ist doch aber die Frage: Was bringt Euch das? Was gibt Euch die Befriedigung, mit Millionen anderen zusammen in einer Menschenmenge zu stehen und darauf stolz zu sein, dass ihr zufälligerweise im selben Land geboren seid. Ein Land, das sowieso nicht viel miteinander zu tun hat, denn wenn ich einen Berliner Türken und einen schwäbischen Häuslebauer miteinander vergleiche, dann hat der Berliner Türke mehr mit dem Berliner Atzen um die Ecke zu tun, als der schwäbische Häuslebauer mit dem Preußen. Aber das ist noch nicht mal der eigentliche Punkt. Der eigentliche Punkt ist, dass ich gesehen habe, was Nationalismus anrichten kann, wenn er außer Kontrolle gerät, und das geht schneller als man denkt.

Anfang der 90er Jahre war ich in Kroatien und natürlich setzte auch bei mir der Mechanismus ein, dass ich den Nationalstolz anderer Völker nur halb so schlimm fand, wie den der Deutschen. Damals war es tatsächlich verpönt für Deutschland zu sein. Schwarz Rot Goldene Fahnenmeere bei der WM wären undenkbar gewesen und bei der Europameisterschaft war ich immer für Frankreich. Aus diesem Grund fand ich die blauweißroten Fahnen in Zagreb auch nicht weiter störend. Gehört halt dazu.

Kroatien war ein befremdliches Land. Die Leute waren herzlich. Die Landschaft sah aus, wie bei meiner Oma, die aus der südlichen Steiermark kommt und alles hatte den Flair von Norditalien. Dass die Milch 4 Mark kostete und die Menschen nur 300 Mark verdienten, das habe ich nicht ganz verstanden und fragte mich immer wie das funktionierte? Dass auf den Straßen Karossen von Daimler Benz fuhren, die ich selbst in Sindelfingen noch nicht gesehen habe, hat mich verwundert. Dass der Mann auf dem Klo so viel zu tun hatte, um den Bedarf an Stimmungsaufhellern und Betäubern decken zu können, stimmte mich traurig. Dass es im größten innerstädtischen Kaufhaus diverse Militärartikel zu kaufen gab, zu horrenden Preisen, zeigte mir, dass es so lange Kriege geben wird, so lange auch nur ein Schnürsenkelfabrikant für Militärstiefel was daran verdienen kann.

Kroatien kam mir vor, wie ein Mensch, der permanent mit den Fingern auf den Tisch trommelt, aggressiv und nervös und dabei aber so tut als sei nichts: "Was ist? Alles ok, oder? Alles gut? Was guckst du so? Ist doch alles gut!!!!!!!
Auf den Straßen waren junge Männer zu sehen, die Sturmgewehre nach Hause trugen. Einfach so, über der Schulter. Als kämen sie gerade von der Arbeit und tragen ihr Arbeitsgerät nach Hause. Wahrscheinlich kamen sie gerade von der Arbeit.

Im Fernseher liefen die ganze Zeit Werbespots der HDZ. Tudjman war noch am Leben und ich mochte die blauweißroten Fahnen mit dem rot-weißen Karomuster schon viel weniger gerne. Sie hatten den leichten Urlaubsflavour verloren. Das war nicht mehr fremd und nett. Das war ernst. Die Fahnen hatten was zu bedeuten. Wir hier. Ihr da. Das ist unsere Flagge, du Bastard.

Am 1. November war Allerheiligen und wie alle in Kroatien geht man an diesem Tag auf den Friedhof. Tausende Lichter brannten. Ein wahres Lichtermeer stand vor dem zentralen Kreuz auf dem großen Friedhof von Zagreb und ich habe mich gefragt, wie man es hinkriegt ungeplant und spontan so viele Kerzen aufstellen zu können. Das hat ja keiner koordiniert und trotzdem hatte es eine geheime innere Ordnung. Wir sind durch die Grabreihen gegangen und überall brannten die Grableuchten. Eine Blaskapelle spielte und noch nie vorher habe ich etwas traurigeres, melancholischeres und gleichzeitig tröstenderes gehört als diese Musik. Das war Bluesmusik. Europäische Bluesmusik. Das war schön.

Als wir in den neuen Teil des Friedhofs einbogen, kam der Schock. Akkurat lagen da die Gräber. Neu und abgezirkelt. Wie ein Neubaugebiet und tatsächlich war es wie eine ganze Stadt. Eine Stadt voller Neubauten. Plattenbauten, schnell hochgezogen. Keine gewachsene Stadt. Keine geheime innere Ordnung. Schnell und akkurat geplant. Funktional. Und dort lagen sie. Die Gleichaltrigen. Die Jungs, die mit mir zur Schule gegangen sein könnten. Die mit mir im Leichtathletikverein waren oder mit denen ich zusammen Basketball gespielt habe. Auf dem Freiplatz. All jene aus meinem Jahrgang, ein Jahr Jünger, vielleicht zwei. Ein Jahr älter, vielleicht drei. Es hörte nicht auf. Stundenlang lief ich an Grabsteinen entlang und starrte auf die Jahreszahlen der Geburt. 71, 70, 73, 68, 65, 75, 70, 74, 68, 69 usw. Gestorben mit 20, 21, 18 oder 23. Vollkommen sinnlos. Vollkommen unnütz. Für ein paar Dollar. Für ein paar Landstriche. Für eine vollkommen bescheuerte Vorstellung von Nation, Land und Leute. Für Nichts. Für ein Hirngespinst. Was für eine Verschwendung – von Liebe und Traurigkeit. Von Träumen, Energie, Kraft und Ideen. Was für eine Verschwendung von Leben. Und da habe ich angefangen die Flaggen zu hassen. Ich habe regelrecht einen Ekel davor bekommen. Vor allen Flaggen. Allen Ländern. Vor Allem, was die Menschen trennt und auseinander reißt. Alles was nicht zur Einheit führt und nicht zu der Erkenntnis: Wir sind alle gleich. Wenn du ein Arschloch bist, dann bist du ein Arschloch, aber du bist kein Arschloch, nur weil du das und das bist. Das nicht!

Am nächsten Tag, oder vielleicht auch am übernächsten fuhren wir in die Krajina. Die Krajina war ein Landstrich, der zuerst von Serben und Kroaten und vielleicht auch noch von anderen Bevölkerungsteilen bewohnt war. Wenn man von Zagreb aus ans Meer wollte, musste man durch die Krajina. Vielleicht war sie deswegen auch so wichtig? - Wahrscheinlich eher nicht.
Zuerst sind durch die Krajina die Serben durchmarschiert und haben alle Kroaten hinausgeschmissen. Ethnische Säuberung nennt man das. Danach sind die Kroaten durchmarschiert und haben alle Serben rausgeschmissen. Auch das nennt man ethnische Säuberung. Panzer sind über Zivilfahrzeuge gefahren, die stecken geblieben sind. Man weiß es nicht, ob die eigenen Truppen die eigenen Leute überfahren haben, weil sie selbst kopflos auf der Flucht waren oder ob die fremden Truppen die hilflosen Zivilisten platt gewalzt haben. Krieg ist immer schmutzig und es gibt kein gut oder böse. Es gibt nur scheiße.

Als wir dort waren, lebte in der Krajina niemand mehr. Nur noch alte Leute. Ich war in einer Stadt und man konnte von der zerschossenen Brücke aus die Dächer sehen, von denen die Hälfte eingestürzt war. Eine alte Frau schlurfte über die Straße und eine halbverhungerte Katze huschte herum. Es regnete leicht und der Himmel war bedeckt. Es war November und Nebel lag über dem Land. Es passte. Es passte viel zu gut.
Als wir das erste ausgebrannte Haus passierten, dachte ich mir nichts dabei. Ein ausgebranntes Haus eben. Die Häuser sahen ja auch aus, wie ganz normale Häuser in Mitteleuropa eben aussahen. Kein Unterschied zu dort, wo meine Oma herkommt. Alles ganz normal. Das war nicht irgendwo in der Wüste oder den Bergen Afghanistans. Das war Europa. Als wir am hundertsten ausgebrannten Haus vorbeikamen war nichts mehr normal. Haus an Haus stand dort mit ausgebrannten Fenstern. Schwarz der Ruß an den weißen Wänden. Alles verlassen. Ab und zu ein Militärposten und dann die Franjo Tudjman Plakate. Überall. Kein Mensch zu sehen, aber die Wahlplakate hingen und überall die Nationalfarben, blauweißrot mit den rotweißen Karos. Na Bravo. Da lohnt sich doch das Siegen.

Am Abend kamen wir in einen Club. Richtige Feierlaune hatten wir nicht. Der Trip war anstrengend. Sehr anstrengend. Die Leute feierten. Sie wollten ihre Sorgen vergessen. Ich konnte sie verstehen. Es gab Piratensender. Die Presse war kontrolliert. Man musste aufpassen, was man sagte. Die Wände hatten Ohren, es gab eine Geheimpolizei und die Leute wollten raus. Ausbrechen. Vergessen. Ich konnte das verstehen und lehnte an einem Türrahmen und sah zu. Ich hätte gerne mitgefeiert aber ich wollte nicht. Ich konnte nicht. Aber es war gut.
Und dann kam ein Song, ein Song über den ich in Deutschland gelacht habe. Ein Song, der mir immer zu platt, zu aufgesetzt zu künstlich klang. Ein Song, den ich nie und nimmer, niemals ernst genommen hätte, in dem was er sein wollte. Eher hätte ich mir die Hand abgehackt, als diesen Song ernsthaft zu spielen. Und trotzdem kam genau dieser Song und alle sangen mit. Alle. Ohne Ausnahme. Und sie haben mitgesungen, ihr könnt Euch gar nicht vorstellen wie? Die Leute haben sich umarmt und sie haben es ernst gemeint. Richtig ernst. Jedes Wort ergab Sinn. Jedes Wort hatte seine ganz eigene persönliche Bedeutung. Die Leute meinten es wirklich ernst, als alle, alle den Chorus mitsangen: "All we are saying is give peace a chance.“ Die Beatles.

Und da musste ich weinen und wenn ich daran denke, dann könnte ich gleich wieder und vielleicht versteht ihr deshalb, wenn ich mich auf die Lehre von KRS 1 freue und wenn ich mich darauf freu, dass sich in der Hip Hop Welt wieder der alte Grundsatz durchsetzt: It ain’t where you from… Na ihr wisst bescheid.

Peace und bis dann,

staiger                
 



     

xXBOCKXx
der eine Typ da

 
sehr cool geschrieben digga

 
Posted by xXBOCKXx on Tuesday, August 25, 2009 - 10:06 PM
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rob

 
das ist diese bild-zeitung-wir-sind-papst-stück-vom-kuchen-mentalität, pfui

 
Posted by rob on Tuesday, August 25, 2009 - 10:25 PM
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Fanatikk Mc

 
aha
 
Posted by Fanatikk Mc on Tuesday, August 25, 2009 - 10:30 PM
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myk [forum.greenberl.in]

 
Danke, groß!

 
Posted by myk [forum.greenberl.in] on Tuesday, August 25, 2009 - 10:33 PM
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form. twitter.com/formprim

 
Das mag ich unterschreiben. Entweder Gutmensch oder Herrenmensch. Ich wähle Ersteres, viel cooler.

 
Posted by form. twitter.com/formprim on Tuesday, August 25, 2009 - 11:03 PM
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T.
T. Richter

 
yo.

 
Posted by T. on Tuesday, August 25, 2009 - 11:40 PM
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Bine:) votet für Luxuslärm www.einslivekrone.de

 
Sehr schön Markus, du verstehst echt dein Handwerk! Find ich klasse!

 
Posted by Bine:) votet für Luxuslärm www.einslivekrone.de on Wednesday, August 26, 2009 - 3:53 AM
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Mr. LaFleur
Matti LaFleur

 
seeeeeeehr interessantes thema, herr staiger. anhand deiner erfahrungen selbstverständlich eine absolut nachvollziehbare sichtweise. muss dennoch sagen, dass selbstverständlich jeglicher krieg um nationalitäten schwachsinn war, ist und bleibt. aufgrund eines gesunden menschenverstands würde ich ja auch niemals für "mein" land in den krieg ziehen. aber irgendwo entwickelt man doch aufgrund seiner herkunft ein zugehörigkeitsgefühl. heimatgefühle entwickelt man wohl zwangsläufig und eben dies ist ja wohl alles andere als negativ.
wenn ich jedoch nichts anderes zu präsentieren habe und mich nur aufgrund meiner herkunft über andere menschen stelle, so zeugt dies doch bereits von meiner geistigen entwicklung.
treffe ich mich nun mit einer millionen "gleichgesinnten" in berlin und veranstalte ein riesengaudi wegen einem sportlichen wettkampf begründet auf eben dieser nationalen einteilung, so ist dies doch durchaus der beweis, dass die ganze nationalfrage auch friedlich ablaufen.
klar hat hip hop nischt mit nationalität am hut, wenn fler und aggro aber ihre aufmerksamkeit auf einen nationalen komplex richten, der sich postwendend offenbarte, als er darauf als nazi betitelt wurde, wohlgemerkt von mitbürgern. ich denke also ganz einfach schlussfolgernd, dass das zugehörigkeitsgefühl in der geschichte der menschheit schon immer von großer bedeutung war und zu gewissem grade auch absolut gesund ist, da dieses durchaus ambitionierten aufschwung bewirkt. oder war jetzt das ganze theater bis 1871 für'n arsch?



 
Posted by Mr. LaFleur on Wednesday, August 26, 2009 - 5:35 AM
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shine staub
Shine Staub

 
ich finde du könntest viel öfter schreiben. auch deinen rap.de blog vernachlässigst du total...

 
Posted by shine staub on Wednesday, August 26, 2009 - 6:19 AM
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Sascha 'Sportz' Weigelt (Piraten Funk)

 

Moin Marcus, KRS-One hat schon vor Jahren den Temple Of Hip Hop ins Leben gerufen. Dort zahlen junge Leute jedes Jahr ihren Mitgliedsbeitrag ein. KRS kassiert auf diesem Weg einige hunderttausend Dollar jährlich. Als Außenstehender fragt man sich, was die Kinder und Jugendlichen dafür bekommen. Kannst Du mir auch nur einen Namen nennen, der aus dem Temple Of Hip Hop heraus bekannt wurde? Folglich muß es im Temple eine Bodenklappe nach unten geben. Die Zulu Nation wurde von Afrika Bambaataa ins Leben gerufen, und ihr erstes Gebot heißt, es gibt nur einen Gott, und dieser hat viele Namen. Auch das zielt am Thema vorbei. Stell Dir vor, Marcus Staiger wäre Jesus Christus, Allah & Co. in einem. Im Gegensatz zum Temple kassiert(e) die Zulu Nation keine Mitgliederbeiträge. Zumindest ist es mir nicht bekannt. Was die Lektüre anbelangt, da bleibe ich doch lieber bei der original Bibel und Grandmaster Flash’s Autobiografie. Sie zeigen den Weg aus den tiefsten Katakomben der Hölle nach oben ans Licht. Das halte ich für pädagogisch wertvoller als KRS mach auf Guru. G.U.R.U. ist übrigens auch so ein Spezialist in meinen Augen. Genauso wie es nicht nur einen Gott Marcus Staiger mit vielen Namen gibt, frei nach dem Motto, wir sind alle Marcus Staiger, ticken nur anders, sollten wir nicht unsere kulturellen Eigenheiten für eine Multikultur opfern. Freuen wir uns doch über unsere Eigenheiten! Mit Nationalismus hat das nichts zu tun. Nationalismus ist eine Bewegung, ähnlich dem Hip Hop. Nur, die eine hat negatives, die andere positives. Frei nach Rakaa Iriscience: Mit einem Hammer kann man etwas erschaffen und gleichzeitig zerstören. Also, schwingt Eure Hämmer und bedenkt, es gibt viele davon, die zwar theoretisch alle Marcus Staiger heißen, aber nicht alle wie er ticken können. PS: Marcus… Sorry, dass ich Deinen Namen durch den Tee gezogen habe! Aber es gibt bestimmt noch einige da draußen, die so heißen wie Du, was die Sache relativieren dürfte. Gruß, Sascha 1 unter Millionen.


 
Posted by Sascha 'Sportz' Weigelt (Piraten Funk) on Wednesday, August 26, 2009 - 7:43 AM
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Mr. LIP$TER

 
Tach,
kurz zwei Dinge:
1.Man darf ja nicht vergessen, dass Fahnen an sich dazu gedacht waren zu vereinen. Die deutsche Flagge zB stammt ja aus der Zeit als die ganzen deutschen Gebiete zueinander finden mussten. Offiziell  wurden die Farben sogar während der Deutschen Revolution - Mensch Staiger... da war noch Revolution.
2. Ich selbst bin ein Typ der keinen Grund sieht im Alltag darauf aufmerksam machen zu müssen wo er herkommt und auch beim HipHop Kemp is mir grade wieder aufgefallen dass viele gerne zeigen aus welchem Land sie kommen. Dazu meinte einer was das soll,... wir sind doch hier alle HipHopper. Fand ich gut.
Bei der WM seh ich das aber bissl anders. Sport is nun ma ein lokales Ding. In meiner Stadt geh ich zu dem Club in meinem Viertel. In Deutschland represente ich den Club meiner Stadt und in der Welt feier ich halt die Mannschaft meines Landes. Das sind halt die, die ich am besten kenne, die noch am ehesten so sind wie ich - das is halt meine Crew. Wenn irgendwann ma die Kontinente gegeneinander spielen bin ich halt Europäer und wenns irgendwann gegen die Marsianer geht bin ich halt Erdling. So is Sport nun ma. Und auch wenn man manchmal daran zweifeln könnte - an sich hat Sport nichts mit Politik und Krieg zu tun (zumindest theoretisch).
Dazu kommt dass zur WM die Fahne einfach gezeigt hat dass man sich dafür interessiert. Sie war die Eintrittskarte in den Trouble der Innenstadt wo einen plötzlich fünf Mexikaner besoffen angebrüllt haben und man hat zurück gebrüllt und danach hat man sich hallo gesagt und gequatscht. Die Fahne zeigte einfach 'ich bin Fußballfan' - die Farben waren egal.
soviel dazu.
schüss.

 
Posted by Mr. LIP$TER on Wednesday, August 26, 2009 - 8:43 AM
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majohanimo

 
Word.
Allerdings solltest du in dem Zusammenhang nicht vergessen, dass Nationalismus nur die kleine Schwester von religiöser Intoleranz ist. Letztere war zuerst da und gerade in Kroatien hing das eine sehr eng mit dem anderen zusammen.

Für einen säkularen Globalismus.

 
Posted by majohanimo on Wednesday, August 26, 2009 - 11:12 AM
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Liquit Walker

 
"...wenn ich einen Berliner Türken und einen schwäbischen Häuslebauer miteinander vergleiche, dann hat der Berliner Türke mehr mit dem Berliner Atzen um die Ecke zu tun, als der schwäbische Häuslebauer mit dem Preußen..."

DOCH DIKKA, GENAU DAS IST DER PUNKT    
Genau das !
Gut - ich les weiter jetz...

 
Posted by Liquit Walker on Wednesday, August 26, 2009 - 12:58 PM
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SHEMROK

 
wie immer gut geschrieben, jedoch muss ich anmerken, dass man da unterscheiden muss:
die kroaten kämpften für ihr eigenständiges land, weil sie keinen bock mehr hatten auf serbische vorherrschaft.
wenn ich in deutschland ein shirt mit nem halbmond und stern trage, ist es auch was anderes, als wenn ich es in der türkei tun würde. in der türkei würde ich es nicht tragen.

hier in bayern reicht es aus türke, schwarzer oder was weiss ich zu sein, um in eine polizeikontrolle zu kommen, und dumme sprüche von nem bauern anzuhören, der vom land in meine stadt kommt, und mir sagt ich solle mich in meine heimat verpissen.
das t shirt sagt dann: du meinst du wärst was besseres, weil ich türke bin, scheiss auf dich, ich bin stolz drauf.

aber keiner is besser oder schlechter wegen seiner nationalität.



 
Posted by SHEMROK on Wednesday, August 26, 2009 - 3:58 PM
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DP-One and Only

 
"Give Peace A Chance" ist von John Lennon & Yoko Ono und einigen Anderen (nur offiziell komponiert von Lennon/McCartney, weil zu Beatles-Zeiten entstanden), ansonsten hast du wieder meinen Nerv getroffen.

 
Posted by DP-One and Only on Wednesday, August 26, 2009 - 6:55 PM
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KöööooeeerK

 
WORD!

 
Posted by KöööooeeerK on Wednesday, August 26, 2009 - 7:08 PM
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Jokah - ist Rapper/Producer

 
sehrsehr toll geschrieben, staiger.


 
Posted by Jokah - ist Rapper/Producer on Thursday, August 27, 2009 - 1:36 PM
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Ariane 2012 ; HIPHOPGIRL AUS KÖLLE

 
ups, da muß ich ja auch fast weinen. Eines haben wir dann wohl gemeinsam, Staiger: ich hasse auch Flaggen.

 
Posted by Ariane 2012 ; HIPHOPGIRL AUS KÖLLE on Friday, August 28, 2009 - 5:19 PM
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-ILLTIS 2010-

 
wow

 
Posted by -ILLTIS 2010- on Sunday, September 06, 2009 - 8:34 PM
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MAKE TEA NOT LOVE! [FYAD]

 
"Ich finde Nationalismus scheiße." ich liebe dich :D
dein bester blog seit dem ich ihn lese.

danke.



 
Posted by MAKE TEA NOT LOVE! [FYAD] on Tuesday, September 08, 2009 - 3:06 PM
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