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Press Gang



Last Updated: 11/25/2009

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Status: Single
City: Münster
Country: DE
Signup Date: 2/24/2007

Who Gives Kudos:


Sunday, June 08, 2008 

Press Gang

"…we're still doing it because we think you're all a bunch of cunts"

 

Münster, lebenswerteste Stadt und erzkonservativ, da wo Mama und Papa ihre Kinder beruhigt studieren lassen, treiben sich PRESS GANG herum. Die sich dem Punk verpflichtet fühlen. Alte Schule, mehr 1977 Rabaukentum als popig à la GREEN DAY.  und ihr wisst hoffentlich alle, was W. Burroughs dazu sagen würde…

 

Wir fangen an mit dem Standards, also wer seid ihr und so was, weil ich annehme, dass euch viele Leute noch gar nicht kennen.

Pogo: Ich bin der Pogo, 25 Jahre alt…

Das ist gut. Single oder vergeben?

Pogo: Ich bin Single. Aber eigentlich vergeben an Lennart. Ich spiele Bass in dieser Band.

Lennart: Ich bin 26 und sing, Julius spielt Gitarre, der ist nicht bei diesem Interview dabei, der ist der Bestaussehende…

…der ist auch vergeben, oder?

Lennart: Wie ich sehe, hast du schon die Insiderinfos. Dafür ist Großen immer noch zu haben, der spielt übrigens Schlagzeug bei uns. Und jetzt liegt er wahrscheinlich im Bett und ist faul.

Genug der Kontaktanzeigen, warum habt ihr euch gegründet, welche Motivation hattet ihr? Pogo spielt ja noch in SHORT FUSE und Münster hat auch nicht wenige Bands…

Lennart: Ich habe 2006 SHORT FUSE in Amerika begleitet und das war jeden Abend so geil, da hab ich gedacht, eigentlich müsste ich so was auch machen. Pogo hat dann gesagt, das geht nicht ohne mich. Pogo kannte Julius und ich kannte den Großen schon vorher aus der Kurve von Preußen Münster und wusste, dass er Schlagzeug spielt. Naja, dann haben wir uns getroffen und waren geil aufeinander.

Übrigens Fußball, ich habe vorhin noch überlegt, wann bringt ihr denn mal einen WM-Song?

Lennart: Wir wurden gefragt, ob wir für Preußen, also nicht für den Verein, sondern für die Kurve, einen Song aufnehmen wollen. Unter dem Namen Preußen Idea oder Preußen Gang. Leider scheitert das an unseren Fußballhassern Pogo und Julius…

Pogo: Ich bin kein Fußballhasser, ich bin nur kein Preußen-Fan, Also warum soll ich dann einen Song für die machen?

Lennart: Das muß gestrichen werden…

Pogo, wie war das denn mit eurer Tour, du hattest mir da im Vorfeld schon was erzählt.

Pogo: Also wir waren u.a. in Tillburg und kamen in den Laden rein und sahen jemanden an der Theke sitzen, der hatte ein Shirt von einer Nazi-Band an. Und was stand hinten auf der Rückseite drauf?

Lennart: Ich weiß nicht mehr den Wortlaut, aber sinngemäß stand da, dass die BRD aufgelöst werden muss und man immer noch auf das 3. Reich warten würde, das war in irgendeinen tollen Reim auf Deutsch verpackt.

Pogo: Dazu kam, dass der Typ noch ein paar nette Tattoos hatte: einen SS-Totenkopf und ein Hakenkreuz. Sein Kumpel saß daneben mit einem Totenkopf-T-Shirt und seine Freundin mit einem Black Metal-Shirt.

Lennart: Also volles Programm, Bierstiefelnazis.

Pogo: Wir sind zum Veranstalter gegangen und haben gesagt: ‚Hör mal zu, die Typen sollen sich hier verpissen, sonst spielen wir hier nicht.' Er hat gesagt, dass er nichts machen könne, da das nicht sein Laden wäre, er ist dann zum Besitzer gegangen und es gab eine Diskussion. Der Besitzer wollte die Typen nicht rauswerfen, er meinte, die würden halt keinen Streß machen, die seien angeblich unpolitisch, die seien wohl öfters da. Er hat dann mit denen geredet, dass wir ja ein Problem mit denen hätten und er kam zurück, sagte, er würde die nicht rauswerfen, da man in Holland so liberal sei. Aber als Kompromiss bot er an, dass der Typ sich einen Pullover überziehen könnte. Der Nazi-Typ hat dann noch seine Kumpels angerufen, die dann natürlich in Scharen kamen. Lange Rede, kurzer Sinn, da hatten wir keinen Bock drauf.

Lennart: Im Punk muss man ja draufzahlen und wir haben dann im Coffeshop draufgezahlt und sind zurück gefahren nach Aachen.

Welche Reaktionen habt ihr darauf hin erfahren?

Pogo: Eigentlich nur positives. Aber auf so einem holländischen Messageboard stand wohl, dass wir uns nicht so anstellen sollten.

Lennart: Die Frage, die sich stellt, ist doch, warum es überhaupt möglich ist, dass Nazis in Punkerläden abhängen. Da haben noch andere Bands gespielt und Punks haben auch dort rum gehangen, dass sich aber keiner davon angesprochen fühlt, dass es da überhaupt keine Konflikte zwischen den Leuten gibt, das verstehe ich nicht.

Bei euch gehört ja auch eine gewisse Asigkeit dazu. Gerade bei Euren Liveauftritten. Wie schwer ist denn da die Gradwanderung. Das in Tillburg war ja keine Scheißaktion.

Lennart: Aber asi sein auf der Bühne heißt ja nicht, dass man nicht politisch sein sollte. Oder zumindest den kleinsten gemeinsamen Nenner trifft, der auf einer Punkshow möglich sein sollte, eben nicht mit Nazis abhängen. Aber das hat ja nichts damit zu tun, wie man sich sonst verhält. Wir können ja asi sein, ohne Nazis zu sein.

Find ich gut, ihr könnt das, andere nicht. Spaß beiseite, also Lennart, wenn ich dich auf der Bühne sehe, dann sehe ich immer, weil ich dich so kennen gelernt habe, den netten, jungen Typen. Ich will dir da nicht zu nahe treten, aber was gibt den Ausschlag so die Sau auf der Bühne raus zu lassen?

Lennart: Das soll überhaupt nichts. Aber was mich ankotzt ist auch, dass immer alle so nett sind und so freundlich und sich immer bedanken und dem Publikum und noch dem Veranstalter in den Arsch kriechen müssen. Ich finde das überhaupt nicht nötig. Man kommt da irgendwo hin und kann dort Musik spielen und für mich ist das auch eine Art Statement, dass man nicht mit allem einverstanden ist. Da hat man dann die 20 Minuten, in denen man Durchdrehen kann. Wenn man dann hinterher damit konfrontiert wird, dass man nicht man selbst sei, dann ist das alles Bullshit. Wenn Pogo mal auf die Bühne kotzt…

Pogo: Das habe ich nicht geplant!

Lennart…oder man sich anspuckt, dann passiert das mal so, aus der Sache heraus. Das war bei der ersten Probe schon so, dass wir uns angespuckt haben. Wenn man auch unterwegs ist, dann fallen die Hemmungen ganz schnell. Das ist ein wenig wie Klassenfahrt. Man wird auch ein wenig rüpelhafter. Es ist auch oft so gewesen, dass wir mit Bands zusammen gespielt haben, die sich hinterher beschwert haben, dass der Verstärker nass ist oder die Bühne stinkt. Aber das waren meistens Straight Edge-Bands.

Inwiefern färbt das Punkerleben in euren Studentenalltag ab. Also bei euch beiden kann ich davon reden, bei den anderen beiden weiß ich es nicht.

Pogo: Der Großen ist working class und der Julius macht eine Ausbildung zum Fremdsprachenkorrespondent.

Lennart: Das heißt, der Julius geht vier Mal die Woche zu Schule und schwänzt dann. Pogo und ich haben so einen unregelmäßigen Stundentenalltag wie alle. Das heißt nicht, dass wir morgens um zehn schon unser erstes Bier saufen.

Ne…darum geht es mir jetzt nicht so, sondern inwiefern macht sich die Band in eurem Alltagsleben bemerkbar?

Lennart: Das komische in Münster ist ja, dass es viele Leute gibt, die einen dann so sehen, wie man auf der Bühne war. Die verlangen von einem, dass man auch asi privat ist. Aber so ist das nicht. Nur weil man auf der Bühne so ist, heißt das ja nicht, dass wir bei uns in die Bude kotzen würden, da suchen wir uns lieber andere für aus.

Pogo: Also ich arbeite nebenbei im Jugendzentrum, bin angehender Sozialpädagoge und da ist es schon ein wenig anders. Da habe ich die Vorbildfunktion und muss 15jährigen Kids auch Regeln zeigen.

Lennart: Vor dem Konzert in Ibbenbüren, wo Pogo auch arbeitet, meinte er  zu mir: ‚Ey, Lennart, heute mal nicht so hart, ich arbeite hier!' beim zweiten Lied habe ich ein Mikro in die Fresse bekommen und geblutet, da war dann alles hin.

Naja, aber die Kids können ja auch woanders mitbekommen, wie ihr drauf seid.

Pogo: Das ist schon richtig. Das ist aber nicht so, dass wir da stehen, ordentlich angezogen, die Instrumente bis zum Hals geschnürt, sondern da sind wir schon, wie wir sind. Aber da würde es mir wahrscheinlich nicht passieren, dass ich auf die Bühne kotze.

Wie wichtig ist dir die Arbeit mit den Kindern, was gibst du ihnen weiter, Pogo?

Pogo: Also, es ist schon so, dass ich dort viel Kulturarbeit mit denen mache. Das heißt also Konzerte und Musikworkshops. Klar gebe ich denen dann Musik mit auf den Weg, die interessieren sich auch im weitesten Sinne für Rockmusik und dann fragen sie mich auch, ob ich da was habe, dann gebe ich ihnen das und so trage ich mein Interesse an Punkrock weiter. Das muss aber nicht zwangsläufig so sein. Es gibt auch Jugendliche, die haben damit nichts zu tun und das ist auch gut so. Ich habe da auch keinen Bock drauf, dass alle den Punk rauslassen, nur weil sie bei Pogo im Jugendzentrum waren.

Der Song „Shit City" bezieht der sich auf Münster?

Lennart: Ich glaube, der bezieht sich auf jede Stadt, in der man wohnt. Ich komme gebürtig aus einem kleinen Kaff und ich wohne jetzt in Münster. Aber ich habe die Feststellung gemacht, dass man schnell an seine Grenzen kommt, bzw. dass man schnell von irgendwelchen Dingen angenervt ist. Das spiegelt der Song auch wider, diese Lethargie, wenn man nicht viel vor hat, nicht viel zu tun hat. Ob eine Stadt woanders besser ist, das ist gar nicht die Frage, aber man kann sich nur damit auseinander setzen, wo man gerade ist. Letztendlich ist der Text gegen jeden Ort gerichtet, der einen einengt. Wenn man sich die Textzeilen näher durchliest, handelt der Song davon gelangweilt daheim zu sitzen und zu wichsen.

Das ist ja keine schlechte Sache…

Lennart: Da sind wir wieder beim Anfang. Eigentlich haben wir eine Band gegründet, um Mädchen aufzureißen.

Pogo: …und ich habe gesagt, dass wir da andere Musik machen müssten.

Lennart: Wir haben jetzt mehrer Male gespielt und erst einmal hat einer geknutscht und das war Pogo mit einem Typen.

Auch ein schönes Thema: man sagt generell, dass Leute auf der Bühne sexuell wirken. Ihr habt da aber noch gar nichts feststellen können?

Pogo: Ich spiele ja nicht in der Band meines Mitbewohners…(A.d.V. der spielt bei Dean Dirg)

Ich …äh….

Pogo: Schön den Ball zurück gespielt.

Okay, wir lassen das Thema. Wir haben jetzt festgestellt, dass ihr so semi-asig seid. Worauf belaufen sich eure Szeneaktivitäten? Lennart, bei Dir weiß ich, dass Du vorher mit Phil Shows gemacht hast.

Lennart: Genau, für das Three Chords schreibe ich auch. Das ist es auch. Ich habe es schon ewig nicht mehr geschafft, eine Show zu machen, nicht weil ich nicht will, sondern, weil ich es zeitlich nicht hinbekomme und weil es in Münster auch gerade keinen richtigen Ort gibt.

Stimmt, gerade in Münster ist es zur Zeit zum kotzen. Habt ihr einen guten Plan, wohin man ausweichen  kann?

Pogo: Also ich habe mit Feige ja einige Shows in Ibbenbüren gemacht und jetzt mache ich mit ihm seit langem mal wieder eine Show in Münster. Im Elpi-Keller mit Bombenalarm und den Shocks…

Lennart:…am 16.5.

Pogo: Ansonsten helfe ich Feige, der immer Hans Dampf in allen Gassen ist, so gut es geht.

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Closet Punk
Chris Hardware

 
Das wars? Absoluter Dreck!
 
Posted by Closet Punk on Sunday, June 08, 2008 - 5:37 PM
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Pog.
Bastian Ottenhus

 
genau so ne pisse!
 
Posted by Pog. on Monday, June 09, 2008 - 8:43 AM
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Der große Mumpitz!!!
Benno Klabuster

 
Ohne Sex u d Drogengeschichten werdet ihr nie ne große Rockstarband!!!
 
Posted by Der große Mumpitz!!! on Wednesday, July 16, 2008 - 4:07 PM
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