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geigerzähler



Last Updated: 11/26/2009

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Wednesday, April 15, 2009 



Hier mal ein Artikel aus der "Berliner Zeitung" ueber eine sehr sinnvolle Kundgebung, auf der ich gespielt habe. Ich weiß natuerlich, dass der Fall von Emmely kein Einzelfall ist, aber ich hoffe, dass der Fall ein positives Beispiel wird, dass man sich nicht jeden Mist einfach gefallen lassen muss. Und grade deshalb waere es erfreulich, wenn die Kampagne gegen diese willkürliche Entlassung von vielen unterstuetzt wird.  



Musik und Flugblätter für Emmely






Protest gegen die Kündigung von Emmely in Hohenschönhausen.

Foto: Paulus Ponizak

Protest gegen die Kündigung von Emmely in Hohenschönhausen.



Protest vor Kaiser’s-Filiale gegen die Kündigung


von Birgitt Eltzel




Berlin
- Geigerzähler aus Friedrichshain, mit bürgerlichem Namen Paul Nagel
spielt „Revolutionsmusik“. Der junge Mann singt davon, wie mancher vom
Umsturz träumt – und danach sein Leben weiterlebt ohne etwas zu ändern.
Etwas ändern aber wollen die rund 20 Leute, die sich am
Donnerstagnachmittag vor dem Kaiser’s Supermarkt an der Hauptstraße in
Hohenschönhausen versammelt haben. Sie fordern mit Flugblättern und
Transparenten die rote Karte für Kaiser’s. Denn das Unternehmen hat der
Kassiererin Barbara E., genannt Emmely, nach 31-jähriger Beschäftigung
gekündigt, weil sie Pfandbons im Wert von 1,30 Euro unterschlagen haben
soll. Das Landesarbeitsgericht hatte Ende Februar die Kündigung für
rechtens erklärt. Der Fall machte bundesweit Schlagzeilen. Emmely will
nun das Bundesverfassungsgericht anrufen.

Im Hohenschönhauser
Supermarkt hat sie gearbeitet. Dort hat sich das Komitee „Solidarität
für Emmely“ versammelt. Alte Gewerkschafter sind darunter, aber auch
junge Leute wie die freie Journalistin Bärbel Schönafinger. Die
37-jährige hat mit einer Kollegin einen Film gedreht über Emmely und
den Streik im Einzelhandel. Sie ist sich sicher, dass Emmely gekündigt
wurde, weil sie gestreikt hat. Das weist Christel Laubisch, die
Betriebsratsvorsitzende, die etwa zehn Meter entfernt von den
Protestlern steht, zurück. Sie sieht Emmely „instrumentalisiert“. Sie
sagt, dass diese auf Vergleiche, für die sich der Betriebsrat
eingesetzt hat, nicht eingegangen sei. Sie ist verärgert: „Mit der
Aktion trifft man nicht den Unternehmer, nur die Beschäftigten.“

Anwohner
Hans-Martin Krüger greift eines der Flugblätter. Der Fall Emmely
berühre das Gerechtigkeitsempfinden vieler Leute, sagt er. „Gerade in
Zeiten, wo Manager für Fehlverhalten Millionensummen Abfindungen oder
Boni verlangen.“ Bei Kaiser’s allerdings werde er trotzdem weiter
einkaufen.