Jetzt ist schon die dritte Woche um! Die Zeit vergeht hier genauso schnell wie in Deutschland.
Diese Woche habe ich auf Arbeit an einem "Fyrlys" mitgebaut. Das ist ein Leuchtturm, etwa 9,5m hoch. Er wird in 4 Segmenten gefertigt, ich war am Mittwoch am untersten Segment beteiligt. Brimer hat den Auftrag für eine größere Menge erhalten, die von Bergen bis Oslo die Südküste säumen sollen.
Dienstag habe ich nur eine Überstunde gemacht, weil ich nur an den beiden Überstundentagen Di+Do im Finanzamt Grimma abends anrufen kann. Ich hatte dort was zu klären.
Donnerstag habe ich wieder 3 Stunden mehr gearbeitet. Und Freitag hatte ich meinen ersten Lohnzettel im Fach! Tolles Gefühl!
Am Dienstag hat mich meine Kollegin Annbjørg auf die Nachbarinsel Voksa mal zum Kaffee eingeladen. Diesen Sonntag hab ich abgesagt, weil ich nachmittags zum "Søndagskafe" wollte. Dazu aber am Ende des Blogs etwas mehr.
Im Fotoalbum sind wieder einige neue Bilder zu sehen. Die ersten entstanden am Mittwoch abend, da bin ich nach der Arbeit mal an die Südküste gefahren, um paar Aufnahmen zu machen.
Das wirklich aufregendsde Erlebnis war aber meine Einkaufsfahrt nach Ørsta und Volda am Samstag. Bin 8:30 in der Morgendämmerung auf die Fähre, 9:20 Ankunft in Larsnes. Die weitere Fahrt war genial, ich hätte können aller 100m anhalten und Fotos machen. Habe mich aber auf eine Stelle beschränkt, siehe Fotoalbum. Dann war ich etwas verwundert, als ich nochmal eine Fähre nehmen musste. Im Dezember hätte sollen eine neue Tunnelverbindung öffnen, aber das hat sich auf den 23.02. verschoben. Naja, also nochmal Fähre. Das stört mich ja generell nicht so sehr, aber 2mal 75Kronen waren eigentlich nicht eingeplant, höchstens Maut für den Tunnel, und das ist meist nicht so teuer.
In Ørsta angekommen musste ich wieder Fotos machen. Die Morgensonne beleuchtete die Berge, während unten noch Schatten war, der aber durch den frisch gefallenen Schnee nicht so dunkel erschien. Ich bin dann durch ein kleineres Einkaufszentrum geschlendert und habe anschließend bei Coop Mega reichlich eingekauft. Als ich wieder am Auto war, sah ich in der Ferne eine schwarze Wolkenwand aufziehen. Der angekündigte Schnee also. Auf dem letzten Ørsta-Foto müsste es ganz gut zu erkennen sein. Trotzdem bin ich weiter nach Volda gefahren, liegt nur 10km südwestlich. Da war ich nur kurz im Rimi, mal schauen, was die haben, was Coop nicht bietet. Aber es war nicht so aufregend, diesen Weg kann ich mir in Zukunft sparen. Da ich noch Zeit hatte (die Fähre in Larsnes fährt Samstag sehr selten) habe ich mir Volda angesehen. Einige Bilder habe ich im Album. Dann war die Rückfahrt dran. In Volda war noch zeitweise die Sonne zu sehen, auf der Rückfahrt wurde es dann immer nebliger und irgendwann fuhr ich im Schnee. An der Fähre, die in Kürze durch den Tunnel ersetzt wird, wartete ich ne ganze Weile im dichten Schneefall. Aber was dann kam, hatte ich sooo nicht erwartet. Der Schnee lag auf der Strasse schon sehr hoch, und es waren kaum Fahrspuren vorhanden. Und wenn mal ne Fahrspur war, dann war diese meist recht glatt, weil darunter noch eine alte festgefahrene Schicht war. Solange die Straßen relativ flach verliefen, hat das Fahren noch echt Spaß gemacht. Bin mit 60 km/h gefahren, bei Kurven mal etwas langsamer, auf freien Geraden auch mal 70. Dann bog ich ab auf die Insel Gurskøya, an derem westlichen Ende Larsnes liegt. Nach kurzer Zeit schien es mir, dass der Schnee so hoch liegen muss, dass mein Auto bald auf der Schneeschicht gleiten kann. Die wenigen Fahrspuren waren verdammt tief, und dazu noch glatt. Ich wusste, da kommen jetzt 2 lange Steigungen mit bis zu 10%. Kaum dran gedacht, kam schon die erste. Mit 60 km/h gings im dritten Gang nach oben. Immer wieder merkte ich, wie die Räder beim Gasgeben durchdrehten und der Wagen sofort wegdriftete. Mal war ich ziemlich nahe am Straßengraben, das nächste Mal halb auf der Gegenfahrbahn. Sofort nahm ich etwas Gas weg, was aber auch hieß, dass der anfängliche Schwung weg war. In der Fahrspur war es zu glatt, um wirklich vorwärts zu kommen. Also versuchte ich es daneben, aber bei ca. 10cm Neuschnee ist die Haftung auch nicht so besonders. Jedenfalls musste ich die Heizung abdrehen, warm war es auch so. Irgendwann hatte ich die erste Steigung gemeistert, und die zweite, noch etwas längere, ließ nicht lange auf sich warten. Hier zeigte sich, dass ich nun ein wenig sicherer war, was die seitlichen Driftbewegungen des Autos betraf. Ich hab so selten wie möglich den Fuß vom Gas genommen und den Berg relativ gut überwunden. Trotzdem war ich sowas von heilfroh, als ich wusste, jetzt gehts nur noch abwärts. Aber auch dabei war Aufpassen angesagt, mein ABS meldete sich mehrmals vor den Kurven.
In Larsnes hatte ich dann noch 20Minuten Zeit, bin kurz im Joker gewesen, mir Ballerina-Kekse geholt und eine kleine Ananasbrause, darauf hatte ich jetzt Appetit.
Auf der Fähre war diesmal auch mein großer Boss, also der Firmenchef von Brimer. Wir unterhielten uns etwa eine viertel Stunde. Er erzählte mir von seinen Erlebnissen, die er 1970 auf Grönland hatte. Er war mit einem Frachtschiff dort. Da lagen u.a. auch 2 DDR-Schiffe, die "Junge Welt" und die "Junge Garde". War wirklich eine komische Zeit damals. Die "Junge Welt" hatte einen Arzt an Bord. Als sich einer der norwegischen Besatzung stark verletzt hatte, wäre der DDR-Arzt der nächstmögliche Anlaufpunkt gewesen. Aber er hatte keine Erlaubnis, Besatzungsmitgliedern von westlichen Schiffen zu helfen.
In einer Nacht sind dann mein Chef und einige andere heimlich auf der "Jungen Welt" gewesen. Er erzählte mir, dass in allen Gängen Bilder von Walter Ulbricht hingen. Und da waren auch zwei Bilder von Fabriken. Eine neu aufgebaute in Ostberlin, mit fleißigen und zufriedenen Arbeitern. Und eine im Westen, die gerade bestreikt wird.
Auf Kvamsøy war bereits der Schneepflug in Aktion, so hatte ich keine Probleme, zum Haus zu kommen um dann im Tiefschnee meine gekauften Sachen auszuladen.
Am Abend hab ich dann noch ausgiebig gebadet. Das tat gut.
Heute war ich anderthalb Stunden draußen im Schnee. Werde auch gleich noch ein paar Fotos hochladen. Erst halb drei war ich wieder in der Wohnung, habe alle Sachen zum Trocknen verteilt und bin duschen gegangen. So kam es auch, dass ich nicht zum Søndagskafe bin, weil ich frisch geduscht nicht gleich wieder raus wollte. Wer sagt jetzt "Ausrede"??? Naja, so richtige Lust hatte ich auch nicht. Die Schneetour war wirklich genial, aber irgendwie war ich auch froh, wieder im warmen und trockenen zu sein.
Noch was anderes. Am Freitag hatte ich Post vom Stromlieferanten. Ich werde zunächst von meinem örtlichen Versorger "Tussa" beliefert, solle mir jedoch innerhalb der nächsten 6 Wochen einen Stromlieferanten meiner Wahl aussuchen. Das hab ich gleich getan. Ging ganz leicht online, da gibt es ein Vergleichsportal, auf welches sogar in dem Schreiben hingewiesen wurde. Ich zahle hier knapp 6 Cent für die Kilowattstunde. Bei angenommenen 16500kWh im Jahr (Heizung und Warmwasseraufbereitung geht ja auch darüber) komme ich auf 77Euro monatlich. Wobei ich da die jetzigen Verbrauchswerte zugrunde gelegt habe. Im Sommer brauche ich viel weniger Licht und auch weniger Heizung. Vermutlich komme ich im Schnitt auf etwa 65Euro monatlich.
OK, dann werde ich mal morgen meine vierte Woche anreißen. Jetzt lade ich noch die restlichen Bilder hoch, mal sehen, was ich den restlichen Abend noch anstelle.
Liebe Grüße vom Heiko
PS: Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!