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Heute sind es 7 Monate, dass ich in Norwegen bin. Ein guter Anlass, wieder etwas von mir zu geben, ist immerhin eine Weile her seit dem letzten Blogeintrag.
Im Juni fing ich also in Lillehammer an zu arbeiten, wieder in meinem ursprünglichen Fachgebiet. Naja nicht direkt eigentlich, SolarSoft ist eine kleine Firma die Software für die Organisation von Arrangements herstellt. Arrangements heißt dabei, dass es sich um Kurse, Vorträge, Konferenzen, Ausbildungen und sonstige Veranstaltungen handeln kann. Für eines dieser Programme bin ich zuständig, vom Marketing über Kundengewinnung, Verhandlungen bis hin zu Implementierung, Schulung und Nachbetreuung. Und das Ganze norwegenweit.
Das ist schon eine riesen Herausforderung, aber es macht echt Spaß und ich lerne viel von meinem Chef wie auch er immer wieder von mir etwas lernt. Die Arbeitsweisen unterscheiden sich halt etwas.
Nach 4 Wochen Arbeit hatte ich dann 3 Wochen Urlaub. Sicher fragt sich der eine oder andere, wie ich nach 4 Wochen schon wieder Urlaub haben kann. Aber hier läuft das anders, der Urlaub wird ja nicht bezahlt so wie in Deutschland, ausserdem ist zu der Zeit eigentlich ganz Norwegen in Urlaub. Und unsere potientiellen Kunden auch. Einige Impressionen vom Urlaub sind in der Fotogalerie bereits eingestellt, die vom August kommen später. Es war ein sehr schöner Urlaub, den ich fast komplett mit Hexi verbracht habe. In der ersten Woche haben wir die Umgebung von Lillehammer unsicher gemacht, danach waren wir auf Tour und haben u.a. in Røros, Sunndalsøra, Måløy und auf Kvamsøy Station gemacht.
Nun arbeite ich wieder seit 4 Tagen und hatte heute mein erstes Großereignis im neuen Job: meine erste Kundenpräsentation auf norwegisch. Ich war gut vorbereitet und es lief alles bestens. So wie es aussieht werde ich im September dort meine erste Schulung haben und den Kunden in die Funktionsweise einführen sowie die ersten Stammdaten einrichten. Im September ist dann auch schon ein Termin in Levanger bei Trondheim geplant, und mein letztes "Examen" (Originalton Chef) ist am 1.10. in der Hochschule Akershus bei Oslo wo ich eine Schulung machen muss. Wenn ich das alles packe, dann bin ich ab Oktober allein für das Produkt zuständig und muss bis Dezember ein paar Kontakte knüpfen und Gespräche führen. Es ist also noch ein weiter Weg, aber bisher hat sich immer gezeigt, dass ich trotz Bammel alles geschafft habe.
In meinem Kalender mit Sprüchen konnte ich heute übrigens lesen: "Leben überhaupt heißt in Gefahr sein" (von Friedrich Nietzsche), und der Kommentar dazu von Jörg Löhr: Zum Leben gehört eine große Portion Mut, da wir immer wieder Veränderungen und Risiken ausgesetzt sind. Wenn Sie sich damit auseinandersetzen, dass das eigene Lebensglück auch ein Wagnis bedeutet, wird es Ihnen leichter fallen, mit Selbstbewusstsein die Abenteuer des Lebens einzugehen." Recht ham'se beide. Es ist momentan wie ein Abenteuer und es ist ein tolles Gefühl wenn man wieder eine "Hürde" genommen hat.
Sonst ist noch die Autoeifuhr zu erwähnen. Lief alles ganz gut ab, nur die ewige Fahrerei war etwas nervig. Hier mal kurz der Ablauf: Paar Wochen vorher musste ich ein sogenanntes "Prøveskilt" erwerben, damit ich ohne meine deutschen Schilder auch mit meinem Auto fahren darf. Dabei holte ich mir einen Termin für die "Førstegangsregistrering". Lillehammer hatte keine freien Termine bis Mitte August, ich hatte mich aber schon auf einen Tag Anfang Juli aus taktischen und organisatorischen Gründen festgelegt. Für Gjøvik habe ich einen Termin bekommen, allerdings erst nach dem Mittag. Dies bedeutete dass ich meine Schilder nicht mehr am selben Tag bekomme. Also Prøveskilt für 2 Tage kaufen.
Am Tag des Termins dann folgender Ablauf: 10:30 Abfahrt in Lillehammer 11:30 Zollstation Hamar (60km = 1 Std) - Mehrwertsteuer zahlen, Schilder abgeben 13:30 Trafikkstasjon (ne Art TÜV) in Gjøvik (50km = 1 Std) - Einbehalten der deutschen Fahrzeugpapiere, Abgleich Fahrgestellnummer 15:00 Zollstation Hamar (wieder 50km) - Bezahlen der Einfuhrgebühr und dann wieder zurück nach Lillehammer. Aber 15:30 ist Schluss bei der Trafikkstasjon, daher konnte ich meine Schilder erst am nächsten Morgen holen. Vielleicht hätte ich es zur Traffikstasjon bei Hamar geschafft, aber dann hätte ich ja kein Schild mit HS bekommen... :-)
Nun ja, ich habe es hinter mir und habe aufgrund meines Antrags auf eine alternative Berechnungsmethode der Einfuhrsteuer auch noch etwas Geld zurück bekommen. Klar war es ne Menge Geld, die ich nur dafür gezahlt habe, mein Auto hier offiziell fahren zu dürfen. Aber es war die richtige Entscheidung, für das jetzt gezahlte Geld plus den Erlös meines Autos hätte ich hier vor Ort kein gleichwertiges Fahrzeug bekommen.
Das wars dann mal wieder, ich grüße alle Leser Heiko
19:34
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