MySpace
myspace music


the homestories



Last Updated: 11/30/2009

Send Message
Instant Message
Email to a Friend
Subscribe

Status: Single
City: Winterthur
Country: CH
Signup Date: 1/2/2008
Saturday, October 03, 2009 

Das klare Profil im dichten Arrangement.

Das überzeugende Débutalbum des Winterthurer Pop-Duos The Homestories.


Ueli Bernays «Click-Click Clack-Clack» heisst dieses Album, «Hello Hello» der erste Song. Die Musik entwickelt gleich einen munteren Drive. Die Sounds wecken angenehme Erinnerungen. Die Melodie wirkt irgendwie verquer, aber griffig. Hallo, hallo, grüsst man also zurück, freut uns, The Homestories aus Winterthur kennenzulernen. Auch die weiteren neun Stücke auf «Click-Click Clack-Clack» wirken facettenreich im Klangbild und bündig im Arrangement. Und die Rhythmik sorgt stets für einen ansteckenden Elan.

Da fragt man sich freilich, welche Talente The Homestories vereint: Ernst David Hangartner? Nachdem er sich in verschiedenen Bands der Reihe nach als Gitarrist, Keyboarder, Drummer und Bassist versucht hat, setzt er sich jetzt als Multiinstrumentalist in Szene. An einem Polterabend soll er zu früh einer grossen Torte entstiegen sein – verführt eben durch den Sirenengesang Gabriela Krapfs, die für den gleichen Anlass als Stevie-Wonder-Interpretin gebucht worden war. Später fanden die beiden dann zusammen, bei den Homestories.

Gabriela Krapf hat sich vor Jahren schon einen Namen als Sängerin gemacht, die vom Jazz herkam. Und Anschluss beim Pop fand. In dieser Konstellation zeigte sie ihr Können: Ausgerüstet mit einer hellen, klaren Stimme, bewegte sie sich souverän in luftigen Instrumental-Arrangements und in poppigen Grooves zischen Swing und Latin. Mit ihrer Band Lobith etwa erinnerte die Appenzellerin etwas an den Pop-Jazz norwegischer Provenienz – an eine Rebekka Bakken, eine Silje Nergaard. Inspirieren liess sie sich indessen auch durch Bands wie The Cardigans und durch Songs von Björk und Feist.

Das schlug sich nieder in ihren eigenen Liedern, in denen sie ein Gespür für Melodien und Harmonien bewies. Manchmal mochte man sich fragen: Weshalb ist Gabriela Krapf, diese Sängerin, die offensichtlich mit sehr viel Musikalität gesegnet ist, nicht weltberühmt, sondern bloss stadtbekannt in Zürich? Wahrscheinlich fehlte ihr bei aller stilistischen Flexibilität eben doch ein Quentchen künstlerischer Unverwechselbarkeit. Und wo sich in den letzten Jahren junge Schweizer Sängerinnen wie Sophie Hunger oder Heidi Happy mit grösster Selbstverständlichkeit als Originale profilierten, hatte sich in die Projekte von Krapf stets etwas zu viel Plan und Prätention gemischt. Fast hätte man sie wieder vergessen.

Allerdings setzt die 36-Jährige bei den Homestories kaum auf jazzige Verve und elegante Phrasierung. Nonchalance und Lässigkeit verleihen ihrem Gesang einen fast dilettantischen Anstrich. In hymnischen Refrains («Fireman», «Mini Bar») ebenso wie in überraschenden Melodie-Fügungen («Istanbul») zeigt sich allerdings, dass sie über ein tragkräftiges Stimmorgan verfügt. Das Klangkleid wird bei den Homestories immer wieder gewechselt – schmutzige Gitarrenklänge gemahnen an Tom Waits; die Elektronik markiert eine Verwandtschaft zu Elektro-Pop und Trip-Hop, die Melodik spielt in den Folk hinein. Doch bei allen Einflüssen – das Duo hat es geschafft, sich die diversen Inspirationen in einem profilierten Repertoire anzueignen.