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Detlef Kinsler

Detlef Kinsler


Last Updated: 11/25/2009

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Gender: Male
Status: Single
Age: 54
Sign: Gemini

City: Frankfurt
State: Hessen
Country: DE
Signup Date: 3/23/2008
Sunday, November 08, 2009 
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Pop und Rock aus Österreich und der Schweiz. Wolfgang Ambros, Georg Danzer, DJ Ötzi hier, Krokus, Polo Hofer, DJ Bobo dort. Zuletzt Christina Stürmer (na ja) und Stefanie Heinzmann (ok). Wenig Grund, neidisch über die Berge zu blicken. Und jetzt das. Ja, Panik aus dem Burgenland. Und Sophie Hunger aus Bern. Chapeau, liebe Nachbarn.

Anfangs sieht es im Mousonturm so aus, als würde sich nur eine Handvoll Besucher auf der Studiobühne verlieren. Dann aber ist’s doch gut gefüllt bei Ja, Panik, den Neu-Berlinern. Ja-Panik_Foto_Kinsler_507Optisch (sorry, Jungs) lieb und brav wie eine Schülerband, musikalisch aber mit vielen Wassern gewaschen. Oft erwähnt und immer wieder zitierenswert: mit ihrem deutschsprachigen Rock kann man sie eher in einer Traditionslinie mit Rio und den frühen Fehlfarben denn in irgendeiner (geschweige denn Hamburger) Schule sehen. Aufgewühlt, ruhelos, hinterfragend, aufgeregt, aufregend – Gitarrenrock à la Libertines mit fast klassischen Pianoeinwürfen: “Musik wie ein Manifest”, schrieb das JOURNAL FRANKFURT in seiner Vorschau. Und genau das erfüllt Ja, Panik auch. Unprätentiös gespielter Rock mit Anspruch. Kunst ohne Künstlichkeit. Gitarren, wie man sie auch schroff bei The Clash zu hören bekam. Eine stakkato angeschlagenes E-Piano mit Cockney Rebel-Appeal ohne deren Glamour drumrum. Eine Kirchenorgel wie weiland bei Procol Harum. Wüste Feedbacks und laute Bottleneck-Verzerrungen. Und immer wieder von englischen Phrasen/Zeilen durchsetzte deutsche Texte. Ein vollkommen undogmatischer Umgang in solchen „Stil“fragen. Songs vom Album „The Angst And The Money“ mit Zeilen wie „Eine Welt ist aus Zucker, doch eine Welt ist immer noch aus Dreck”. Wunderbar. Weiter machen. Mal sehen, wie Berlin die Mittzwanziger inspirieren wird. Was ist von ihrer Zeit – außer dem Song „Wien, du bist ein Taschenmesser“ – hängen geblieben? Kein Schmäh, kein Heurigen-Seligkeit, kein „Dritter Mann“, vielleicht ein wenig Kreisler und Zentralfriedhof? Selber hören und raus finden.

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Einmal schlafen, dann ist Eidgenossen-Tag. 15 Uhr, Unplugged-Gig Sophie Hunger im Rahmen der Plattenladenwoche bei CDs am Goethehaus. Fast die ganze Band kommt, vier von fünf. Es wird eng im Basement. Sophie mit akustischer Gitarre. Gitarrist Christian Prader (Neu-Frankfurter und Student an der Musikhochschule) bringt auch seine Flöte mit. Michael Flury wechselt zwischen (gestopfter) Posaune und Glockenspiel. Und Schlagzeuger Julian Sartorius richtet sich auf der Sitzecke ein, legt seine Becken auf Zeitschriften, nutzt Bank und Karton des Glockenspiels, um sie mit Stöcken und Besen zu bearbeiten und perkussiv zu nutzen. Improvisationstalent gehört zu solchen Events. Aber erst mal beginnt Sophie a cappella und auf Schwyzer Dütsch und hat alle im Raum sofort für sich gefangen genommen. So nah, so anders, so speziell. Ein toller Appetizer fürs vom JOURNAL FRANKFURT präsentierten, ausverkauften Konzert abends im neuen Bett.

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Da ist noch Bassist Simon Gerber mit der Partie. Und Prader hat noch ein Steinway-Flügel. Aber auch hier beginnt Hunger ganz allein. Wieder mit „Die Fahrende“ von Liedermacher Walter Lietha. Schon bald ist klar, was den besonderen Reiz dieser Band – neben Sophies Stimme – ausmacht. Das unorthodoxe Spiel auf orthodoxen Instrumenten. Und zusätzliche die Kombination von zum Beispiel Posaune und Barock-Holzflöte. Flury wird so was wie der Publikumsliebling des Abends. Sein Instrument klingt mitunter sehr alpenländisch (schließlich muss man kein Alphorn mit sich herum schleppen), dann wie die Stimme der Lehrerin bei „Charlie Brown), mehrstimmig wie beim großen Frankfurter Albert Mangelsdorff oder mit Quasi-WahWah-Effekt dank brillanter Dämpfertechnik: Folk, Psychedelia, Jazz – all inclusive. Wer Sophie Hunger als ätherische Singer/Songwriterin auf dem Zettel hatte, konnte schnell herausfinden: Hier ist keine Filigrankünstlerin am Werk, hier ist viel Power, Energie, gar Wut im Spiel. Subtilität ja, Fragilität, nein danke! Ihre Stimme vereint auf faszinierende Weise the best of many worlds. Sie hat die Dynamik, wie sie auch Katharina Franck (Ex-Rainbirds) auszeichnet. Sie hat – was sie wohltuend absetzt von den kindlich klingenden französischen Kolleginnen – ein wohlig tiefes Timbre wie es auch Sarah Bettens (K`s Choice besetzt). Und Ausschmückungen an den Enden der Zeilen wie Fiona Apple auf ihrem Debüt „Tidal“. Ein schier unerschöpfliches Vokal-Potential. Nur Melanie wie Kollege N. mag ich nicht wahrnehmen. Kein Wunder – die mochte ich auch nie wegen meines Banknachbarn in der Schule. Der hörte nichts anderes. Das prägt. Für mich bringt „Birth-Day“ eher auf wundersame Weise Stones-Balladen mit der simpel-wirkungsvollen Art der Arrangements der Plastic Ono Band zusammen – mit einer Dylan-Harp als Sahnehäubchen. La Hunger als Protestsängerin.

Wenn sie zum Flügel wechselt, wird sie fast zur Sarah Vaughan. Auf alle Fälle schafft sie es mühelos, in nur einem Song lässig alle skandinavischen Jazz-Pop-Diseusen (Sidsel Endresen einmal ausgeschlossen) aus dem Rennen zu werfen. Und wenn dann noch die Posaune dazu kommt, wird auch der Mentor der Schwedinnen und Norwegerinnen, Nils Landgren ins Abseits gestellt. An der Gitarre vermag sie den Jimmy Page zu geben – eine aggressiv bearbeitete Akustische, jeder Schlag ein Treffer, alles passt. Effektiver als Ani diFranco. Gecovert wird auch noch zwei Mal. „Aber das sind jetzt unsere eigenen Lieder“, sagt Sophie Hunger, singt – nach schwyzerdütsch, englisch, hochdeutsch (den wunderbaren „Walzer für niemand“) – jetzt auch noch französisch: Noir Desirs „Le Vent nous portera“. Sophies Übersetzung einer zentralen Passage gerät stockend – die Worte wollen wohl gewählt sein, Deutsch ist nicht ihre erste Sprache. Hinter mir kommentieren zwei dumme Hühner, die fast den ganzen Abend durchschwätzten (warum entscheidet man sich, in ein anspruchsvolles Konzert zu geben, um dann respektlos vor Musik, Musikern und konzentriertem Publikum nur dummes Zeugs zu blubbern wie in der Kneipe?), die Sängerin sei wohl Autistin… Herzlich Glückwunsch zum ADHS! Dann noch – mit zwei E-Gitarren – Dylans „Like A Rolling Stone“ vollkommen polypenfrei. Ein neuer, noch nicht fertig instrumentierter Song wird mehrstimmig gegeben. Zur dritten Zugabe – enthusiastisch gefordert von einem total begeisterten Publikum – setzen sich die Musiker an den Bühnenrand und singen den Mond an wie überhaupt Sophie öfters mal gen Himmel strahlte.