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Vorgestern war auf faz.net zu vernehmen, das hervorragende Wahlergebnis der FDP habe damit zu tun, dass diese sich neue Wählerschichten erschlossen habe. Unter anderem habe sie in der Gruppe der Arbeitslosen kräftig zugelegt und fast zehn Prozent der Stimmen erhalten.
Auf den ersten Blick eine paradoxe Meldung: Menschen, die das Kapital aussortiert hat, die sich am unteren Ende der ökonomischen Skala bewegen und seit Durchsetung der neoliberalen "Agenda 2010" auch noch regelmäßig von "Job-Centern" malträtiert werden, wählen eine Partei, deren Vorsitzender von Hagen Rether zu Recht als "Bauchrednerpuppe der Konzerne" bezeichnet wird, und die dafür sorgen wird, dass sich die Lage für Arbeitnehmner (egal, ob mit oder ohne Job) weiter verschärfen wird.
Vielleicht ist das aber die falsche Perspektive.
Möglicherweise sind die Arbeitslosen doch intelligenter als angenommen und es einfach Leid, von BILD, CDU und FDP weiterhin als arbeitsscheues Gesindel dargestellt zu werden und als marginalisierte Minderheit keine Möglichkeit zu haben, dem etwas entgegenzusetzen. Sie hoffen wohl darauf, dass die FDP hilft, die Arbeitslosenquote auf 50% anzuheben. Dann könnten sie eine eigene Partei gründen und 2013 die Macht übernehmen.
Das wäre dann allerdings genial.
11:51 AM
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