PUNK
IS DEAD ON TOUR
Das
Tour-Tagebuch.
Von
irgendeinem Roadie.
TAG
1
Es war ein kalter Tag mit 'ner kalten Sonne. Aber mit wärmenden
Gedanken an das, was am Abend kommen wird. Die Ohrbooten, ebenfalls
aus Berlin kommend, waren auch schon im PPC, wie man unschwer an
ihrem Nightliner erkennen konnte, sowie auch Guadalajara und No More
Encore. Nicht aber die Security, glücklicherweise. Denn so konnten
wir alle (was der Autor wohl unter "alle" versteht?) noch
frei herumbewegen, wie auf einen Kinderspielplatz. Es war noch
genügend Zeit, bis die Türen sich offiziell öffneten, sodass es
genügend Möglichkeiten gab, sich diese zu vertreiben. Zum Beispiel mit der Suche nach einen kleinen roten Koffer für Erwin, oder mal einen
(imaginären) Dragonball-Kampf mit Alex. Wobei es vielmehr Super
Mario gegen Donkey Kong war, als (natürlich imaginäre) Waffe hatte
ich nur eine Banane. Wie auch immer. 19:30, sprich Neunzehn Uhr
dreißig, war es soweit, die Tore öffneten sich und der Weg war frei
zum Rock'n Roll-Land. Und die ersten Besucher kamen. Im Laufe des
Abends kamen immer mehr Leute, und auch, vor allem weil es ja ein
Heimspiel war, waren die Verrückten, die Vindaloo, Ty IckX, Erwin
und Joey sooft es geht unterstützen, wieder vereint. Ja, ich spreche
von Raimund, besser bekannt als Zike, der unvergleichbare, unfassbare
und unbesiegbare Yps, das dynamische Duo Andy und Lene und Jasmin,
die uns mit ihren Fotos immer wieder ins Staunen bringt. Welch große
Ironie des Schicksals, dass wir aber leider nicht viel machen
konnten, weil das nur ins Chaos geführt hätte. Irgendwie
widersprüchlich. Find ich ich jedenfalls. Egal. Wir waren aber
trotzdem dabei und machten das, womit wir unsere ersten Schritte bei
Jerx gemacht haben: Fotos.
No
More Encore sorgten für eine gute Vorheizung (gibt's das Wort
überhaupt?) im Publikum, auch wenn es nicht soviele da waren. Aber
was lehrt uns unsere Erfahrung? Je später der Abend, desto voller das
Haus. Und als die berlinerischen Steirer (oder steirische Berliner?)
die Bühne betraten, war schon eine beachtliche Menschenmasse da.
Gröhlen und Jubel, nachdem Joey die ersten Takte zu Sick
spielte.
Statt einem Aufbau, ähnlich dem griechischen Drama, mit einen
Höhepunkt und so, ging's gleich zur Sache. Die Setlist umfasste acht
Songs, nach Sick
und
Pleased
to meet you,
den wohl bekanntesten Song der Junx, kam Money
mit
einen neuen Intro (jedenfalls für mich ist das Intro seit dieser
Tour neu. Ist es überhaupt ein Intro, das Publikum auf den Refrain
anzustimmen?), danach Shut
Up (allerdings
ohne dem Brass-Arrangement mit den Jungs aus Feldbach), Somebody,
Benediction und
Kick
Back.
Nach Kick
Back
stürmten Andy und Zike die Bühne mit einen (selbstgemachten) Plakat
gegen den Bau von Kraftwerken auf den Murauen südlich von Graz.
Erwin erklärte dem Publikum Genaueres und die Folge waren
Jubel und Geklatsche, und das war ziemlich schön zu hören. Vor
allem für Erwin und Zike. Und zuletzt nun auch Better
Stop This,
das irgendwie passend war, nach der kleinen Aktion mit dem Plakat. Es
war eine grandiose Show, sowie jedes Heimspiel. Sowie auch jede
Show überhaupt. Seufz :)
Nun geht die Reise weiter, zum
schrecklichen Lindwurm in Klagenfurt! Werden die Junx den Lindwurm
mit Hilfe des Rock'n Roll zähmen? Wird Micka im Bus übernachten
oder nicht? Werden wir überhaupt in Klagenfurt ankommen? Eins ist
klar, der Rock 'n Roll musst weiterziehen.
Setlist Graz:
Sick
Pleased
To Meet You
Money
Shut
Up
Somebody
Benediction
Kick
Back
Better Stop This
TAG 2
Ein unspetaktulärer Vormittag. Zuerst war Micka bei seinen
Studium an der pädagogischen Hochschule, danach ging's für ihn
gleich nach Andritz zu Erwin. Ein kleiner Ideentausch bezüglich unserer Musik, danach wurde gepackt und unterwegs kam Yps
mit auf die Reise. Genauer gesagt, gleich bei der Endstation der
Straßenbahn in Andritz. In den Tourbus ging es erst beim
PPC, wo auch 2 Guadalajarer mit auf die Reise kamen und wir deren
Equipment mitschleppten. Die Reise vom PPC zum Stereo Club war kurz.
Eine Stunde und noch eine so halbe Stunde Fahrt waren's. Zeit ist
halt relativ. Die Ohrbooten waren auch schon da dank ihren
unübersehbaren Nightliner und Yps und Micka konnten die Sachen
reinschleppen. (Übrigens ist es der allererste Jerx-Gig für Micka
in Kärnten.) Der Stereo-Club ist kleiner als das PPC, aber wie heißt
es so schön: Klein ist fein. Nachdem die Sachen gelagert waren, hieß es warten bis zum Soundcheck. Die Ohrbooten spielten beim Soundcheck
"Nachricht vom anderen Stern", aber wen außer Micka interessiert das schon? Yps, Vindaloo und Micka fiel auf, wie die
T-Shirts von den No More Encorern gestapelt sind: eingewickelt in
einer Rolle mit klarer Bezeichnung, welche Größen es sind. Es
bedurfte nicht viel an Worten und schon legten Yps und Micka ins Zeug
und "liehen" die Idee aus. In gewisser Weise. Mehr oder
weniger. Tatatatataaam, jetzt die Junx mit dem Soundcheck dran. Sick,
of your wise compromise...
und so weiter. Klingt gut, passt alles, und jetzt auf's Publikum
warten. Achjaaa, das Line-Up überraschte mit einer kleinen Änderung: Jerx und No
More Encore tauschten die Plätze und Jerx sollten den Abend beginnen.
So sei es. Der Einlass im Stereo-Club war eine halbe Stunde früher
als im PPC und so begannen die Jungs gleich um 19:30, sprich Neunzehn Uhr dreißig. Und während die Junx spielten, zog es die Menschen,
die gerade den Club betreten hatten, sofort in ihrer Bahn. Bei
Daughter
waren schon recht viele da und moshten und hüpften, als wären Jerx
Headliner bzw. die letzte Band. Kärnten, zumindest Klagenfurt, ist
erobert. Jau. Man sah deutlich, welche Bands die Klagenfurter am
meisten überzeugt haben: Sie moshten und hüpften und sangen bei Jerx
und den Ohrbooten. Und danach? Danach ging es zur Schlafstätte in
der Klagenfurter Jugendherberge und es waren 6 Betten dort. Micka
musste nicht im Bus übernachten. Alle waren froh. Nach einer erholsamen
Nacht stellten wir wieder fest: Wir müssen wieder weiter. Die längste
und eventuelle auch gefährlichste Fahrt steht bevor: Mission
Innsbruck. Es geht in die Berge.
Werden
Jerx die Fahrt überstehen? Werden die Junx in Innsbruck ankommen?
Was erwartet dort auf sie? Es steht nur soviel fest: Der
Rock'n'Roll muss weiterziehen.
Setlist Klagenfurt:
Sick
Shut Up
Pleased
To Meet You
Money
Somebody
Kick Back
Daughter
Better Stop
This
TAG
3
Keine Sonne schien, als wir aufstanden. Graue Wolken und eine
hässliche Kälte waren außerhalb der Häuser. Wir gingen zu unserem
Frühstück, etwas mampfen und so, denn das Frühstück ist ja
immerhin die wichtigste Mahlzeit des Tages. Und dann ging es los.
Innsbruck, die Stadt der Schispringer, die Stadt des goldenen Dachls,
die Stadt der… Tiroler halt. Und es sollte eine lange Fahrt werden.
Und diese Zeit vertrieben sich Erwin und Micka mit dem Knacken
von Nüssen. Das Nüsseknacken hat so was Gutes, ganz was Altmodisches. Und es ist einfach ein super Zeitvertreib. Die erste
Nuss hatte Micka zwar zermalmt, aber nach einem Blick auf Erwin wusste er schon, wie es geht. Mit Sorgfalt und Geduld. Bevor der Autor
jetzt vom Thema abschweift, zurück zur Tour: Um halb 5 waren wir dort, im sagenumworbenen, legendären
Club, dem einzigen mit 4 „e“ im Namen: Dem „Weekender“. Welch
Erinnerungen kamen da hoch - Jerx spielten vor genau einem Jahr hier! Und das ganz, ganz alleine, nur Jerx, Jerx pur. Und heuer
sind wir wieder da, und diesmal nicht allein. Aber das Weekender war
leer. Achja, ist ja erst 3 Uhr, die Ohrbooten machten ihren
Soundcheck, während wir unser Mittagsessen vom Buffet im
Backstage-Raum holten. Also Wurstsemmel und solche österreichischen Dinge. Tiroler Bergkäse, Tiroler Wurst, Tiroler Bananen von
irgendeinem Tiroler Supermarkt und so weiter. Das Essen hat den Junx
natürlich gut getan nach einer 4-stündigen Fahrt mit nur einer Pinkelpause. Allerdings stellten wir fest, dass
Guadalajara und No More Encore noch nicht da sind. Wir waren Zweiter.
Grund zum jubeln? Keine Ahnung. Jedenfalls chillten Vindaloo und Joey
Backstage rum, während Erwin sich in die Stadt begab, um was Warmes
zwischen die Zähne zu bekommen. Und Mr. Ty IckX zog neue Saiten
auf und stimmte seine Gitarren für den Abend. Und Micka war
ebenfalls in der Stadt, auf der Suche nach einem Internetcafé, um
Tätigkeiten mit der päd. Hochschule Graz zu erledigen. Die
Zeit verging, bis dann FreundInnen von Micka beim Weekender
angekommen waren. Aber die Türen waren noch immer nicht geöffnet.
Anders als in Graz und Innsbruck öffneten sich die Türen erst zur
achten Stunde des Tages. Nein, eigentlich zur zwanzigsten Stunde des
Tages. Ach wurscht, Acht Uhr abends halt. Zeit genug für ein Dinner.
Und das Dinner war dort, wo wir letztes Jahr übernachtet hatten.
Yeah.
Zwanzig
Uhr. Die ersten Besucher sind da, und keine 20 Minuten später legten
schon No More Encore los. Ja, der Abend hatte begonnen. Und der
Merchstand erstmals vereinigt. Keine Extratische für die Ohrbooten,
alle Bands teilten einen einzigen Tisch. Neun Uhr – Die Zeit der
vier Berliner Steirer (oder Steirischen Berliner). Jerx betraten die
Bühne, das Publikum war aus dem Häuschen. Es sang, es
sprang – genau wie vor einem Jahr. Die Stimmung erlebte ihren
Höhepunkt, als Jerx mit Daughter
loslegen.
Das kleine aber feine Weekender wackelte. Die Junx hatten ihre
Pflicht getan, doch das Publikum hatte keine Ruhepause. Denn danach
kamen die Ohrbooten, diesmal viel rockiger. Denn Onkel spielte auf
ein normales Schlagzeug ohne viel Extras und Percussionselementen,
denn die Bühne war viel zu klein für zwei Schlagzeuge und der Umbau
hätte zuviel Zeit gekostet. Das tat der Stimmung aber keinen
Abbruch. Sie legten los und spielten ihr Programm tadellos. Die
Stimmung während des gesamten Abends war nicht in Worten zu fassen.
Bei Guadalajara war die kleine Bühne wohl ihre größte Sorge, aber
diese war unnötig. Auch wenn sie wenig Bewegungsfreiheit hatten, dem
Publikum gefiel es. Danach kam die Zeit des Abschieds. Die Tour
geht erst wieder im November weiter. Wir alle, Jerx, Ohrbooten,
Guadalajara und No More Encore, hatten unsere Pflicht getan, wir
hatten unseren Spass gehabt und dem Publikum das Beste geliefert.
Langsam aber sicher wurde die Bühne leer, bis nur noch ein paar
Teppiche und Becher rumlagen. Wir alle kehrten zu unseren
Schlafstätten (wobei Micka’s Schafsack eigentlich nie gebraucht
wurde) und waren happy. Um am Tag danach folgte der Abschied mit den
Junx. Am Bahnhof von Innsbruck, wo Micka per Zug nach Graz fuhr und
die Junx nach Berlin (mit dem Bus natürlich), trennten sich die Wege. Aber sie werden ganz, ganz bestimmt wieder kreuzen. Egal wohin auch
immer, der Rock’n’Roll muss weiterziehen.
Setlist
Innsbruck:
Sick
Shut Up
Money
Pleased
To Meet You
Somebody
Better
Stop This
Kick Back
Daughter