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Vyn Digit


Last Updated: 11/30/2009

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Gender: Male
Status: Divorced
Age: 38
City: Suburban Cologne
State: Nordrhein-Westfalen
Country: DE
Thursday, August 14, 2008 9:39 PM
Fusion 2008 - Kapitel 11b
Kaltes Klares Wasser II


Irgend jemand legte eine warme Decke über mich. Verschwommen nahm ich das Flackern des Kaminfeuers im Halbdunkel vor mir war, während ich auf einer angenehm harten Ledercouch döste, meinen Kopf in ein weiches Kissen gebettet. Der Duft von Omelette auf Toast mit Paprika und Schafskäse kroch wie eine Schlange schwerelos durch den Raum und streichelte meine Geruchsrezeptoren. Das Feuer knisterte leise und hin und wieder zerplatzte irgendwo in der Glut ein Span, wie die Miniaturausgabe eines Ladykrachers. Eine Frau hatte sich meine Beine auf ihren Schoss gelegt und summte das Lied von den Königskindern, während sie sanft über meine Waden streichelte.


Als ich mich aufzurichten versuchte, stellte ich fest, dass ich mich nicht bewegen konnte. Ich versuchte mich umzuschauen, aber mein Kopf ließ sich ebenfalls nicht heben. Nich einmal meine Augen gehorchten meinem Willen. Ich starrte stur und unaufhörlich verschwommen vor mich hin in das flackernde Etwas, dass ich zuvor als Feuer definiert hatte.
   Es war wie verhext, alles an mir schien mit der Couch verwachsen zu sein. Nach und nach begriff ich, dass ich nicht mal Gliedmaßen besaß, die ich hätte bewegen können. Der Körper, von dem ich glaubte, dass er existieren müsse, war nicht da... aber was war ich dann?
   Ein düsterer Gedankenstrom entfesselte sich irgendwo in meiner Phantasie abseits meiner Vorstellungskraft. Was war ich? Ich musste etwas sein, ich 'dachte' schließlich, ich hatte doch ein Bewußtsein. In welcher Materie steckte dieses Bewußtsein dann? War ich selbst die Couch oder nur ein Bewußtsein, dass an eine Couch gebunden war. Ich suchte nach einer Erklärung jenseits meines Horizontes, doch jedes mal, wenn ich die Grenze meiner geistigen Welt zu überschreiten versuchte, bekam ich einen gleißenden, mentalen Stromschlag. Ich grillte mich selbst, wie eine Mücke, die dem UV-Lichte einer elektrischen Fliegenfalle nicht engehen konnte. Ich fühlte Schmerz... Und dann Freude über den Schmerz... Und dann folgte ich dem mentalen Weg in den Schmerz und in das Licht am Ende meines Verstandes.

Als ich in das Licht trat, hörte ich einen Zug von weit her rückwärts auf mich zu brausen und mit dem Zug kam der Zeltplatz zurück.
Das Dröhnen des Zuges schwoll unnatürlich schnell an 'mooooOOOORB!' und mit dem Geräusch einer Ohrschelle klatschte mir beides auf die Optik.

Der Wasserkanister war leer gelaufen. Ich stand in einer schaumigen Pfütze, hatte mir ein Handtuch um die Schultern gelegt und roch verdächtig nach Duschgel.

   Irwin, Alexandra die Große, Onkel Poppoff, Fifi Rewired, der Mischer, das Florette Syndrom und Ferdinand Flott sassen im Bus. Vor dem Bus waren Frau Orion, Nicolette und Boris 'die Klinge' aufgelaufen. Aus einem Zelt am Rande qualmte es verdächtig. S-Pirelly und Staliban amüsierten sich über das Nackfoto, welches sie von mir geschossen hatten und niemand schien bemerkt zu haben, dass etwas mit mir nicht gestimmt hatte. Ich atmete tief durch, zog mir frische Klamotten an und setzte mich zu den Anderen. Man wollte aufbrechen um dem Partytreiben zu huldigen.
   Ich wußte noch nicht so recht, ob ich mitgehen würde, als ich die sich schwarz spiegelnde Oberfläche eines Iphones vor die Nase gehalten bekam. Irwin sagte: 'Sieh mal! - Dein Draht zu Gott!' Er grinste eigenartig und kniepte mit dem Auge, als wolle er nicht dabei erwischt werde, wie er beim Mörderspiel einen Mitspieler zu Fall brachte.
   Ich sog die Phrase in mir auf, ließ die Worte auf der Zunge zergehen und musste plötzlich schlucken. Ohne den Telefonjoker einzusetzen hatte ich meine Entscheidung gefällt.

Ende des 11. Kapitels.
Weiter zu Kapitel 12


Disclaimer: Namen und Orte, sowie Tatsachen und Stimmen in diesem Bericht wurden zum Schutze der beteiligten Personen oder zur Dramatisierung der Geschichte teilweise geändert oder unkenntlich gemacht.