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album review at undergroundhiphop
lmntl819 & reindeer - Views from the Psychedelik Deathcab
Seit 2006 in der Mache, erschien nun vor
kurzem endlich das langerwartete Album des Produzenten lmntl819 aus
Quebec und Reindeer aus den kalten Nibelungen Englands, Stimmungskanone
der düster-träumerischen Art. Seine Erzählungen formen sich aus trüben,
schwermütigen und vor allem kälteorientierten Gedankengängen. Man kann
Reindeers oder bestenfalls auch den eigenen Atem trotz Mangel an Licht
förmlich sehen.
„Views from the Psychedelik Deathcab“
erreicht instrumental durch üppige Gastbeiträge (unter anderem Violine,
Cello, Gitarre, Zitter, Banjo, Glockenspiel) tatsächlich praktisch die
epischen Gebilde eines fbcfabric auf dem legendären „It's Not Who You
Know, It's Whom You Know“. So kann denn auf Refrains verzichtet und
stattdessen jeweils den Beat für sich sprechen gelassen werden.
Abwechslungsreich, melodiös, druck- und stimmungsvoll. Nicht, dass
Gastvocals auf „Views from the Psychedelik Deathcab“ nötig wären, wenn
sie so ausgewählt werden, kann man jedoch kaum etwas dagegen einwenden:
Filkoe176, JamesPHoney, Beastmaster, Swordplay, Edison, Evak-1, Mildew,
Babel Fishh und Wormhole wurden eingeladen. Gut die Hälfte davon bei
„Phoenix Rising“, welches trotz bemerkenswerter Länge (über zehn
Minuten) nie an der ihm verliehenen Spannung verliert.
„Controlled Chaos“, ein wunderbar
melodiöses Instrumental mit schwerem Beat ist als bedrückende Reise
sicher eines der vielen Highlights. „And how we all stare out from our
misted windows to our playlist soundtracks praying to ourselves and
hoping for something different or some sense of salvation“. Auch bei
„Pandora's Box“ beispielsweise zeigt Reindeer sich von seiner
gewieftesten Seite mit einer Stimme, wie sie zu dieser Geschichte kaum
passender sein könnte. „Desist now or be swept asunder. Sub bass sounds
out roaring thunder as darkening sun creaks in slow rotation“. Oder
auch „Still finding lost traces of dying light in the cold of the old
house now fading in a pictorial frame cast from the roof of a concrete
building“... Man könnte ewig fortfahren. Am besten sich einfach dieses
Album schenken und sich hingeben in die Perspektiven zwischen kalten,
verschmutzten Orten, bedrohlichen Horizonten und verlorenen
Kindheitsträumen.
www.undergroundhiphop.ch
keep safe . be well
jamesreindeer
+
17:55
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