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28.12.2002 CLUB99 / SKA-J / GUADALAJARA / STEAMY DUMPLINGS - BOZEN, Kubo
Kurz nach Mitternacht treffen sich vier unternehmungslustige Gestalten(auch Dani, Fibi, Adam und Latti genannt) in Fibis Wohnung. Nach etwas unproduktiven Reden beschlossen wir so um 1Uhr doch mal loszufahren. Um Maut zu sparen entschieden wir uns über die Südstrecke nach Bozen zu fahren, was sich nachträglich als großer Fehler herausstellte. Also fuhren wir auf die Südautobahn und machten die ersten Bierchen auf(Naja, eh nur die Mitfahrer...). Besonders begeisternd wurde der nach wenigen Kilometern aufziehende Nebel aufgenommen, der echt extrem dicht war(es waren teilweise nicht mal mehr die Bodenmakierungen zu sehen). Das zog sich dann bis zum Wechselabschnitt hin, dann wars aber im großen und ganzen mit dem Nebel vorbei. Irgendwo in der Steiermark kam ich zur Erkenntnis, dass das im Auto sitzen nicht so toll ist, wenn man dauernd von einer vollen Blase geplagt wird, was wohl auf dem übermäßigen Biergenuss zurückzuführen war. Da ich aber überhaupt keinen Bock hatte, so eine lange Autofahrt nüchtern zu erleben, wars klar, dass ein neues Getränk her musste. Dieses besorgte ich mir bei der nächsten Raststation in Form von einer Flasche roten Wodka. Und es half tatsächlich, ich musste daraufhin nicht mehr so oft aus Klo. Die anderen (außer die Fahrerin Fibi natürlich) waren inzwischen eingeschlafen, jedoch ich war noch nicht müde. Also, so schlürfte ich an meiner Wodkaflasche und wunderte mich nicht schlecht, was bei uns in Österreich alles Autobahn genannt werden darf... Wer schon mal das Vergnügen hatte die Südautobahn zwischen Graz und Klagenfurt zu fahren, weiß wovon ich rede. Einen großen Teil in diesem Abschnitt gibts keine Mittelleitschiene, einige kilometerlange Abschnitte ist die Straße überhaupt nur 2-spurig.(und dabei handelt es sich nicht um Baustellenabschnitte, sondern um den Originalzustand der A2 an manchen Stellen). So um 6 Uhr in der Früh entschied Fibi auf einem Autobahnparkplatz irgendwo zwischen Villach und Spittal stehen zu bleiben, um eine längere Pennpause einzulegen. Zu viert im engen Fibi-Auto, und ich musste die Hinterbank mit Adam teilen-tja, wenn Sardinen in Sardinenbüchsen noch leben würden, wusste ich jetzt wie sie sich fühlen würden. Nach 2 Stunden hatten wir alle irgendwelche Verenkungen, Verspannungen und Krämpfe, so entschlossen wir weiterzufahren. Von Spittal bis Bozen hatten wir jetzt noch eine stundenlange Fahrt auf kurvenreichen Bundesstraßen vor uns. Kurz vor Lienz machten wir eine Frühstückspause in einem Supermarkt und wunderten uns, wie freundlich doch die Leute in der Provinz alle sind. Allerdings stellten wir auch fest, das es am Land stinkt. In Lienz wurde noch eine Klopause eingelegt, wo Fibi beim ausparken wieder mal ein Auto streifte. Asozial wie wir nun mal sind, begingen wir nach diesem schrecklichen Verbrechen Fahrerflucht. Als wir kurz nach der Grenze das Auto auftanken, kamen wir zur Erkenntnis, dass wir das wohl besser vor der Grenze erledigen hätten sollen. Denn Benzin ist in Italien wesentlich teurer als in Österreich. Wir waren ziemlich verwundert, dass überhaupt alles in Italien teurer war, als in Österreich. Das war doch früher mal anders... Obwohl wir noch massenhaft Bier aus Wien mithatten, fühlten wir uns angesichts der bevorstehenden Party gezwungen noch mehr Bier einzukaufen, was wir in der Nähe von Brixen auch erledigten. Und so um 13Uhr hatten wir es endlich geschafft und irrten in Bozen herum, um das Kubo zu finden. Das Industriegebiet, wo es gelegen ist, fanden wir schnell, jedoch war das Industriegebiet größer als angenommen. Nachdem wir ein paar Runden zwischen Fabriken und Gewerbeparks drehten, entdeckten wir es schließlich endlich. Da es hier wie aus Schaffeln schüttete, gingen wir wieder mal Bier holen, in den benachbarten Supermarkt. Nun konnten wir auch Bier aus den italienischen 0,66-Liter Bierflaschen genießen. Jetzt war es ca. 14Uhr und wir schauten uns mal so beim Kubo um. Als wir da so beim Eingang herumstanden, sah uns zufällig Chris von Club99(die das Konzert veranstalteten) und lies uns rein. Als er von uns erfuhr, das wir aus Wien angereist sind, wurden wir von den Veranstaltern so unglaublich nett aufgenommen, wie ich es selten wo erlebt habe. Wir bekamen Nudeln mit wahlweise vegetarische und nichtvegetarische Sauce zum Essen. Nun begannen wir die Zeit bis zum Konzert totzuschlagen, indem wir viel Bier tranken(Dani und ich) und auch so manche guten Sachen rauchten(Adam und Fibi). Die Gespräche wurden auch immer unproduktiver und um 18.30 geriet plötzlich Dani in Panik. Es ging dabei nämlich ums Bier und daher lies ich mich auch gleich von der Panik anstecken. Denn in Bozen sperren die Supermärkte samstags um 19.00 zu und so stressten wir in den benachbarten Supermarkt um Bier-Nachschub zu holen. Als wir im Supermarkt dann drinnen waren, wollte Dani mich zu Wodka überreden, aber da ich ja vom Konzert noch was mitbekommen wollte, redete ich das wieder aus. So kauften wir noch 10 Biere, obwohl wir zu diesem Zeitpunkt eh noch ca.25 Biere im Auto hatten. Ab 20.00 Uhr wurde mit Eintritt begonnen, wobei wir von den netten Veranstaltern gratis reingelassen wurden.
Ab ca. 21Uhr kamen dann langsam Leute und die erste Band begann zu spielen: STEAMY DUMPLINGS aus München. Zunächst spielten sie eher langsamen Ska, aber im Laufe des Konzerts wurden sie immer schneller. In den ersten Reihen fingen einige Leute aus dem noch nicht so zahlreich erschienenen Publikum schon an zu tanzen. Während der Anfang noch nicht so berauschend war, steigerte sich die Band bis zum Schluss deutlich. War mal fürn Anfang nicht schlecht, aber so berauschend wars wieder auch nicht. Aber die Band ist noch relativ neu, wurde mir vorm Auftritt von der Bassistin erzählt, also das wird schon noch. So ab 22.00 strömten dann auf einmal die Massen in den Saal. Angeblich wurden ca. 600 Leute reingelassen und weitere Hunderte mussten leider draußen bleiben. Wir kämpften uns immer wieder durch die Massen zu unserem Auto, um Biernachschub zu holen. Zum Glück juckte dort niemand, das wir unser eigenes Bier dabei hatten, zumindest sagte kein Mensch am Eintritt was, wenn wir da immer wieder mit 5 vollen Flaschen vorbeimaschierten. Denn die Bierpreise beim Konzert waren ziemlich hoch.
Als zweite Band kamen dann die Steirer GUADALAJARA an die Reihe und es wurde ein Wahnsinnsgig. Schneller, genialer Ska, so richtig einladend zum Mittanzen. Und das taten die Massen auch wirklich ausgiebigst. Die Stimmung und die Band waren einfach der absolute Hammer.Inzwischen feierten draußen haufenweise Punks mit Kassettenrecordern ausgerüstet am Supermarktparkplatz eine Riesenstraßenparty.
Drinnen ging es mit den einheimischen Helden von CLUB99 weiter. Jetzt zuckte das einheimische Publikum entgültig aus. Absolut tanzbarer, genialer, schneller Ska mit italienischen Gesang. Das einheimische Publikum sang die meisten Lieder mit und tanzte dabei, das es nur so eine Freude war. Der Sänger hat auch eine ganz großartige Stimme und überhaupt ist italienisch eine coole Sprache für Skamusik. Dieses Konzert hätte von mir aus ewig dauern können, jedoch als sie "Wer hat an der Uhr gedreht" vom rosaroten Panther nachspielten, war mir klar, das sie leider aufhören würden. Adam hatte während des Konzerts eine Bekanntschaft geschlossen, die ihm die ganze Zeit mit guten Sachen zum rauchen versorgte, und war auch aus diesem Grunde schon sehr gut drauf. Und Fibi wollte mich dauernd überreden, dass ich irgendeinem Guadalajara-Menschen einen Kuss gebe, weil sie eine Wette laufen hatte. Sie fand glücklicherweise bald jemanden anderen, der dieses in die Tat umsetzte.
Als letzte Band spielte dann SKA-J aus Venedig. Die spielten mehr so langsameren Jamaika-Ska. Auffällig war vor allem, das sie so einen riesigen Kontrabass dabei hatten. Das Publikum feierte auch diese Band ziemlich ab. Während diese Band spielte, beschloss Dani sich total besoffen unter die Bühne zu legen. Sie nahm sinnvollerweise noch 2 Bier zum bunkern mit(die ich später jedoch fand...) und legte sich einfach auf den herumliegenden Müll und Glasscherben(die Adam später netterweise von ihr wegräumte) unter die Bühne, und schlief sofort ein.
Nach dem Konzert startete die Aktion "Schlafplatz in Bozen finden". Ich fragte wirklich jede Menge von den noch anwesenden Leuten, jedoch späterstens als sie merkten, das das unter der Bühne liegende Wesen auch zu uns gehört, war der Traum von einem geheizten Schlafplatz wieder vorbei. Also bereiteten wir uns psychisch auf eine weitere Nacht im Auto vor. Doch im allerletzten Moment bekam Christian(von Club99) Wind davon, das wir keinen Schlafplatz hatten und nahm uns netterweise spontan zu sich und seiner Freundin mit nach Hause. Da wurden wir in zwei Zimmern untergebracht, eines hatte zwei Betten und eins eine Couch und einen Liegestuhl. Da Fibi als Fahrerin ausgeruht sein sollte, überließen wir den Mädels das Zimmer mit den Betten. Im anderem Zimmer kassierte sich Adam gleich die Couch ein, so blieb mir nur mehr der Liegestuhl... Am nächsten Morgen bekamen wir vom Christian und seiner Freundin gleich ein Megafrühstück hingestellt und auch für die Heimfahrt wurden wir haufenweise mit Proviant versorgt(allerdings haben wir Hirnis dann das Essenssackerl dort vergessen....). Zum Glück klärte uns Chris noch darüber auf, dass die italienische Autobahnmaut nicht allzu hoch ist, so entschieden wir uns richtigerweise diesmal über die Weststrecke nach Wien zu fahren. Wir zahlten dann für 150km italienische Autobahn lächerliche 4 Euro. Die Autobahnmaut über den österreichischen Teil des Brenners war mit 8 Euro für 30km doch alles andere als billig, aber das war uns auch schon egal. Die Fahrt verlief eigentlich ziemlich ereignislos, außer das Fibi am deutschen Eck(auf deutschen Autobahnen gibts ja keine Geschwindigkeitsbeschränkung) gleich testen musste, wie schnell ihr Auto eigentlich geht. Mehr als 170 hat sie nicht zusammengebracht, was sie dann doch sehr enttäuschte. Dani und ich rechneten die Anzahl der Biere nach, die wir auf dieser Reise getrunken hatten. Wir kamen dabei auf ganze 57 Biere. Davon hat Adam ca. 8 Biere getrunken, Fibi trinkt gar nichts und den Rest haben nur Dani und ich allein getrunken. Achja, 4 Biere sind noch übriggeblieben.(nicht zu vergessen, dass in den italienischen Bieren mehr drinnen ist). Zurück brauchten wir nur 6:30(anstatt über 10 Stunden reine Fahrtzeit bei der Hinfahrt). Also, die paar Euro Maut haben sich schon voll ausgezahlt... War auf jeden Fall ein sehr geniales Wochenende. Und nochmals vielen Dank an Club99 für die Gastfreundschaft, vor allem an Christian!!!
12:53 PM
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