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nö-theater Köln



Last Updated: 11/30/2009

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Status: Single
City: Köln
State: Nordrhein-Westfalen
Country: DE
Signup Date: 9/24/2008
Monday, January 19, 2009 



nö-theater Köln spielt:

Die Weiße Rose – Ein Kriegsmärchen

von Lars Zastrow und Janosch Roloff

Das Stück

„Die Weiße Rose – Ein Kriegsmärchen“ setzt sich mit den Personen auseinander, die die Weiße Rose bildeten und mit ihrem Widerstand, der zum Mythos wurde – einem Mythos, der jenseits seiner scheinbar allzu bekannten historischen Linien entscheidende Fragen offen lässt; eine wahre Geschichte, die in die Gefahr geraten ist, zur Legende zu werden und dabei ihre tatsächlichen Akteure aus Fleisch und Blut hinter ideologisch reduzierten Ikonen verschwinden zu lassen.

Lars Zastrow (Autor) und Janosch Roloff (Regie) dramatisieren die Ereignisse im Vorfeld der legendären Flugblattaktion und richten damit das Augenmerk auf jenen Augenblick, in dem die große Geschichte noch nicht geschrieben ist – in der Überzeugung, dass die ambivalente Konzentration eines Moments dichter ist als die historische Schematisierung. Die Vorgeschichte wird aus verschiedenen (ideologischen) Perspektiven erzählt, unter Einsatz zahlreicher historischer Dokumente und der ganzen Bandbreite der ästhetischen Ausdrucksmittel der Bühne.

Hierdurch wird eines auf frappierende Weise sichtbar: Das Chamäleonhafte des scheinbar eindeutigen historischen Faktums, das sich nach Maßgabe seiner verschiedenen Erzählweisen als höchst wandelbar erweist, das von diesen Erzählweisen wesentlich modelliert und überhaupt erst als "Geschichte" fertiggestellt wird; dessen Sinn und Wahrheit das Ergebnis verschiedener Rezeptionen mitgegenläufigen Absichten ist und daher in ein Kaleidoskop widersprüchlicher Bedeutungsversionen zersplittert.

Zwischenden entgegengesetzten Positionen, die die geschichtliche Wahrheit für sich reklamieren und dabei ein und dieselbe Sachlage zu konträren Geschichten ausdeuten, beginnt das Tatsächliche zu schillern. Anstatt einer der bekannten Teilwahrheiten das Wort zu reden, riskieren Zastrow und Roloff einen unvoreingenommenen Blick und ein offenes Ohr – für die Vielheit von Stimmen, die sich in und zwischen den historischen Tatbeständen aussprechen, überlagern, streiten. Dass die Gemachtheit der Bilder, auch der eigenen Inszenierung, hierdurch selber mit ins Bild rückt, ist dabei ebenso unvermeidlich wie gewollt.

Das Ergebnis ist politisches Theater auf der Höhe seiner Möglichkeiten. Kein Lehrstück mitwohlfeiler Moral, sondern die innovative Er-Findung einer unerhörten wahren Geschichte – und ein Stück politische Aufklärung über den fiktionalen Gehalt eines jeden historischen Zugriffs, natürlich auch des eigenen. Die Mitglieder der Weißen Rose werden in der multiperspektivischen Annäherung an die Flugblattaktion zu neuem Leben erweckt: als Menschen mit Widersprüchen und zugleich als Figuren unserer Phantasie.

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Text und Regie:

Lars Zastrow (Autor) ist Student an der Universität zu Köln und Theaterautor. „Die Weiße Rose – ein Kriegsmärchen“, Zastrows jüngstes Stück, wird am 5. März 2009 in Köln im Theater im Hof zur Uraufführung kommen.Zastrow war in letzter Zeit an mehreren Produktionen des Theaters Tiefrot als Regieassistent beteiligt: „Der kleine Prinz“ (Regie: Volker Lippmann), „little BIG voice“ (Regie: Wolfram Zimmermann) und „Karn..Regie: Wolfram Zimmermann).

Janosch Roloff (Regie) studiert Schauspiel an der Theaterakademie Köln. Als Regieassistent hat auch er bereits bei zwei Produktionen des Theaters Tiefrot mitgewirkt: „Die Grönholm Methode“ von Jordi Galceran (Regie: Wolfram Zimmermann) und „Gutmenschen – The Altruists“ von Nicky Silver (Regie: Wolfram Zimmermann). Zudem stand Roloff bei zahlreichen Produktionen als Schauspieler auf der Bühne, dazu zählen u.a. „Die Gerechten“ von Albert Camus (Theater Tiefrot, Regie: Josef Tratnik), „Wallenstein“ von Friedrich Schiller (Theater Tiefrot, Regie Günter Overmann), „Clockwork Orange“ nach Anthony Burgess (Theater Tiefrot, Regie: Volker Lippmann), „Herzstück“ von Heiner Müller (Studiobühne Köln, Regie: Franziska Schwidom) sowie „Push up 1-3“ von Roland Schimmelpfennig (nö-theater köln, Regie: Deniz Plattner und Jan Dittgen).

Janosch Roloff und Lars Zastrow haben bereits zweimal erfolgreich zusammen  eigene Bühnenprojekte realisiert: Im Januar 2008 inszenierten sie „Langtons Ameise“ in der Studiobühne Köln (Text: Lars Zastrow, Regie: Lars Zastrow und Janosch Roloff) und im Juni 2008 „Der Raub von Europa“ in der Alten Feuerwache Köln (Text: Lars Zastrow, Regie: Lars Zastrow und Janosch Roloff).