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YvA | Yvelle von Alzheim

Yvelle Von Alzheim


Last Updated: 1/4/2010

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Status: In a Relationship
Age: 40
Sign: Capricorn

City: Caleta de Famara-Vulkaneifel-Opotiki
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March 31, 2009 - Tuesday 


Die beiden Fischer des Lebens und
das ganz einfache Sein


Zwei Fischer saßen sich in einer kleinen Bucht auf ein paar Klippen gegenüber und warfen bei Tagesanbruch ihre Angeln aus. Der jüngere von den beiden hatte 99 Angeln mitgebracht, allesamt mit den modernsten Mitteln zur Früherkennung und den neuesten Wurmzüchtungen versehen, damit er schneller und um so mehr Fische an einem einzigen Tag fangen konnte. Während der junge dynamische Fischer nun unablässig die ganze Zeit von einer Angel zur anderen lief, saß der ältere gemütlich in großem Anstand von diesem hektischen Treiben ihm gegenüber vor seiner alten einfachen Holzangel, blickte dabei seelenruhig auf die Oberfläche des Meeres, genoss dabei sichtlich die herrlichen Reflexionen des Sonnenaufganges und freute sich mit den lachenden Möwen über den anbrechenden neuen Tag.

So geschah es, dass im Laufe des Morgens der junge Fischer wohl wirklich keinen einzigen Fisch mit seinen vielen Angeln aus dem Wasser ziehen konnte. Denn sobald eine der 99 Angeln überaus ungestüm anfing zu klingeln, lief er sofort hin und wollte den Fisch sogleich aus dem Wasser ziehen. Nur fingen natürlich viele Angeln gleichzeitig an, schrille Töne von sich zu geben. Und der junge Fischer sauste stets wie von Sinnen getrieben von einer zur nächsten, ohne sich wirklich um jeden einzelnen Fisch kümmern zu können. Sobald er direkt an eine der vormals wild klingelnden Angelruten zurückkehrte, hatte sich der Fisch dort natürlich wieder losgerissen. Oder es war am Ende nur ein Fehlalarm. Somit war er den ganzen Tag unaufhörlich mit seinem lauten rasenden Tun beschäftigt, ohne wirklich ein befriedigendes Ergebnis zu erzielen.

Kurz vor Sonnenuntergang hatte er genug davon. Keuchend und irre saß er zwischen all seinen Angeln – und schüttelte verständnislos den Kopf. Tausend wahnwitzige Gedanken wogten über ihn ein. "Diese blöden Fische, dieses doofe verflixte Meer. Ich hasse es. Ich hasse das Leben. Was hat es mir angetan? Warum macht es immer nur mir Probleme? Warum gerade ich? Und überhaupt. Der alte Mann da drüben fängt den ganzen Tag Fische. Ich glaube sogar, er lacht über mich. Er macht sich über mich lustig. Ja, das tut er. Mit den verdammten Möwen. Ich brauche eigentlich nur zu ihm rüber zu gehen und ihm die Fische abzunehmen. Er hat ja sowieso viel zu viele, als dass er sie alleine essen kann..." Und als er da so ärmlich mit all seinen unbändigen Gedanken und nach all dem vermeintlich unnützen Tageszielergebnis völlig in Tränen aufgelöst zwischen den schwarzen Lavafelsen kauerte und die Sonne fast untergegangen war, da stand der alte Fischer auf der anderen Seite der kleinen Bucht seelenruhig auf. Er schulterte geschickt den großen Korb voller Fische, schritt auf den jungen Wilden zu, schüttete ihm zuallererst fast seine gesamten Fische in die ultramodernen Fischkübel, stellte dann seinen alten Korb geruhsam auf den Boden – und nahm den verblüfften jungen Fischer einfach nur liebevoll in seine Arme.

Nach einem langen heftigen Weinkrampf und einer anschließend  tief-ruhigen Ewigkeit in den Armen des Alten schlief der junge Fischer erschöpft und glücklich ein. Als er aufwachte, brannte vor ihm ein loderndes Feuer. Der alte Fischer saß schweigend neben ihm, ebenso in warme Decken einhüllt, und betrachtete mit gütigen Augen den spielerischen Schein des Feuers. Dann begann er leise zu sprechen...

"Ja, die Flammen, sie spielen uns kindlich alle Formen vor. Sie flackern auf - und vergehen. Tausend äußere Formen können sie für uns Augen täuschend annehmen, sieh nur. Hier eine hüpfende Feuerwoge neuer erwartungsvoller Sehnsucht, dort ein erotisch tanzendes Mädchen, in der Glut da unten funkelnd grimmige Augen deiner schlimmsten Träume und über dem kleinen Scheit dort drüben ein Aufglühen vergangener besserer Tage. Alles in feuriger ewiglich neu erschaffender - und gleichsam vergänglicher Bewegung. Und wir beide, mein Sohn, sitzen als Beobachter still und ruhig vor diesem ganzen närrisch-schönen funkelnden Treiben." Der alte Mann stand auf und brachte dem jungen Fischer einen warmen Tee. "Wie geht es dir jetzt in diesem Augenblick?" fragte er ihn mit gutmütigen Augen. Der junge Fischer lächelte ihn einfach nur an und fühlte sich behaglich - und der alte Fischer nickte mit seinem grauweißen Schopf. "Das ist unser Sein, mein Sohn. Unser tiefstes Sein im Jetzt, das wir immer jetzt gerade in diesem Moment in uns fühlen könnten. Nennen wir es unseren Urzustand. Und dieser Urzustand befindet sich in jeder Form auf dieser Erde." Er nahm einen schwarzen Lavastein in seine Hand und übergab ihm den jungen Mann. "Selbst dieser Stein hier schwingt in seinem Urdasein. Jetzt gerade. Er kann gar nicht anders als nur zu "sein" wie er gerade ist. Und so werden auch wir Menschen auf dieser Erde hier geboren: als ein Stück Form mit einem tiefen schwingenden Sein." Er lächelte und warf dabei ein neues Stück Holz in das vergängliche Feuer. "Und wieder stirbt eine Form den kleinen Tod." Der alte Fischer lachte kurz auf. "Ha, wie einfach wir Menschen doch nur in der staunend-kindlichen Betrachtung der Dinge um uns herum leben und handeln könnten, wenn wir dabei gleichzeitig, so wie du jetzt gerade, mit unserem tiefen Urdasein verbunden wären. Ohne die ewiglich plappernden Gedankenströme, die uns schier immer und ewig beherrschen. Leider muss es dazu immer erst eine Ohnmacht oder Übersteigerung geben, damit aus einer vermeintlichen Katharsis letztendlich ein Segen im Verstehen und der Hingabe an das, was um uns geschieht, entstehen kann." Nun lächelte der junge Fischer zurück und warf ebenso ein Stück Holz in das Feuer. "Wie seltsam mir gerade jetzt in diesem Zustand der gestrige Tag erscheint. War ich das wirklich? Wie konnte ich nur so blindlings auf den Felsen herum springen?" Die Augen des alten Fischers nahmen einen tiefen Glanz an. "Weil das alle Menschen da draußen in der Welt so wie du tun, mein Sohn. Jede Sekunde, jede Stunde, jeden Tag. Wir werden von unseren riesigen Gedankenbergen über unserem Kopf beherrscht und erdrückt - und nennen es fälschlicherweise "unser wahres Leben". Dabei haben wir das wirkliche Leben in uns längst völligst verschüttet. Mit unseren oberwichtigen Gedanken!" Er zwinkerte humorvoll mit einem Auge und wurde dann plötzlich ernst.

"Von Anfang an werden wir dazu konditioniert und erzogen, uns über unser Denken zu bestimmen und danach zu handeln, das Sein jederzeit zu analysieren und ihm und uns einen Namen mit Sinn zu geben. Gleich nach der Geburt erhalten wir ja schon unseren Namen, der sagt: Ich bin der und die. Ich denke, also bin ich. Und ich bin so und so. Und die anderen denken vor mir, dass ich so und so bin. Aber ist es wirklich so? Denke ich, also bin ich? Das denken wir nur. Unsere Eltern und Großeltern schütten in den ersten Lebensjahren allesamt ihre nichteigenen Gedankenwogen über uns, der Kindergarten zwängt uns in neue kollektiv erdachte Gedankenkleider hinein und die Schule, mein Sohn, ach unser ganzes Schul- und Studiensystem baut letztendlich die größten und allerschwersten Gedankenkonstruktionen über unser schon über und über verschüttetes einfaches Urdasein. Und wir, wir kriechen betrunken und versunken mit unseren schweren Gedankenbergen immer nur nach einer besseren Zukunft, die uns aus dem scheinbaren Dilemma unserer Umwelt irgendwann einmal erlösen soll - oder wir trauern gleichsam betrunken und versunken vergangener besserer Zeiten nach - ohne uns im Grunde darüber tief im Inneren wach und klar zu sein, dass es doch eigentlich keine Zukunft und Vergangenheit gibt. Sie sind und bleiben Illusionen. Es gibt immer nur das ganz einfache Hier und Jetzt. Und dieses Hier und Jetzt ist, wie es gerade ist. Jetzt gerade ist es so. Oder so. Und auch dies geht vorbei. An unserem tiefen Sein. An unserem ureigenen Ich-bin. Dem einzig nachweislichen Nachweis, das existiert: Das Ich-bin. Jetzt! Ich frage dich also noch einmal: Geht es dir jetzt gut, mein Sohn?"

Der junge Fischer nickte mit einer freudigen Träne im Auge. Er hielt einen Moment still, hörte auf das Rauschen der Wellen in der Ferne und sah dann den alten Mann fragend an. "Wie kann man solch eine tiefe innere Ruhe immer ausstrahlen? Wie bleibe ich mit meinem Sein in Verbindung, ohne dass mich die Gedanken beherrschen und weg reißen? Wie schaffe ich das?" Der alte Fischer sah milde lächelnd zu den Sternen hinauf, die er einstmals ebenso in einem wildem, irren unverständlichen Zustand fragend angestarrt hatte. Dann nahm er behutsam einen kleinen Zettel aus seiner Tasche heraus, schrieb ein paar einfache Zeilen darauf und gab sie dem jungen Mann. "Hier sind zwei Menschen, die dir mit ihren kristallklaren Einsichten in ihren Video-Vorträgen helfen können. Denn nach einer sehr langen Zeit haben es wieder zwei Menschen verstanden, allen Mitmenschen das einfache Leben verständlich zu erklären. Und wichtige Hilfen dazu an die Hand zu geben.  Ohne Guru- und Starallüren. Dann wirst du verstehen. Und wir können zusammen unbeschwert fischen gehen. Mit nur einer Angel. Du wirst sehen, was du dann für Fische fangen wirst. Diese werden darüber hinaus sodann für viele andere Menschen noch reichen. Willkommen auf der neuen Erde, mein Sohn." Der junge Mann lächelte zurück und nahm den Zettel dankbar an sich. Darauf standen zwei Namen in schönen schwungvollen Lettern:  

Eckhart Tolle
Krishnamurti



Kurzgeschichte von
Yvelle von Alzheim



~*♫♥ U-Te ♥♫*~

 
Schöne Geschichte mein Lieber...

Unendlich viele Möglichkeiten zu SEIN erkennt man im AUSSEN, das wahre SEIN allerdings ist nur im INNEREN erkennbar. Das SELBST (SEELE) ist die Brücke...

 
Posted by ~*♫♥ U-Te ♥♫*~ on October 28, 2009 - Wednesday - 1:38 PM
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Capitana.art
Doris Katharina Benkwitz

 
Eckhardt ..ist.. "toll"ganz im ursprüglichen Sinn..er ver - rückt  uns ins Hier und Jetzt;)..Dank Dir für die Geschichte*umärmel*
 
Posted by Capitana.art on October 28, 2009 - Wednesday - 3:47 PM
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