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Bierläufer
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Kaum verkriecht sich die Sonne hinter den Dächern der Stadt,
die so gerne größer scheinen will als sie ist, laufen sie auch schon durch die
Strasse. Die jungen Menschen mit der Bierflasche in der Hand. Manchmal reicht
es dazu schon aus, wenn sich die Sonne nur hinter einer größeren Wolke
versteckt, das Licht sanft schwindet und einen zarten Hauch von
Feierabendstimmung zaubert. Es ist 11.13 Uhr.
Die Flaschen werden meistens lässig gehalten, zwischen zwei
Fingern, direkt am Flaschenhals. Der Daumen regelt gekonnt die Balance. Selten
jedoch sieht man sie fest umklammert.
Ein Großstadtphänomen? Oder nur Ausdruck von
Massenalkoholismus in unserem hektischen Alltag?
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Um das gleich klar zustellen: Ich mag Bier! Dieses
„mit-dem-Bier-in-der-Hand-durch-die Stadt-laufen“ mag ja cool sein, aber es
wirkt doch ganz so, als die vielen Menschen überhaupt keine Zeit mehr haben,
sich irgendwo zur Ruhe zu setzen und sich in aller Gemütlichkeit das kühle
Blonde hinter die sprichwörtliche Binde zu gießen.
Da steht also eine Gruppe, zwei junge Damen, drei junge
Herren, an der Straßenecke, in Sichtweite eines Supermarktes und halten sich
die viel beworbenen Trend-Hilfs-Möchtegernbiere a la Cola-Lemmon, Strawberry,
Kirsch-Cola, Gold-Light, Gold-Extrem, Level-Seven, Orange-Iregendwas, oder wie
sie alle heißen, an den Hals und unterhalten sich darüber, wie peinlich das
doch ist, immer von diesen saufenden Pennern vor dem Supermarkt angequatscht
und angeschnorrt zu werden.
Gut Leute! Schnorren habt ihr natürlich nicht nötig! Aber
wenigstens haben sich die Penner Klappstühle organisiert und diese schön
schattig, unter den Bäumen, an der grauen Mauer, aufgestellt. Wenn genug
geschnorrt wurde, geht Penner also in den Laden, kauft ein neues Bier und
begibt sich zur Sitzecke unter freiem Himmel. Dort nimmt man Platz und gönnte
sich die wohlverdiente Pause vom Schnorren…