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Sensor



Last Updated: 10/20/2009

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Status: Single
State: Нижегородская (Горьковская) обл
Country: RU
Signup Date: 1/15/2006
Sunday, May 24, 2009 
Sensor - Naked

Manchmal dauert es etwas länger, bis man die wahren Schätze findet. Naked, das Debütalbum der russischen Band Sensor, ist ein solcher Fall. Die Tatsache, dass das Album schon im Februar erschienen ist, ist kein Grund, es nicht noch würdig zu besprechen. Es war allerdings sehr schwer, die passenden Worte für diese außergewöhnlich gute Produktion zu finden. Wie beschreibt man den Sound von Sensor? Worte wie „innovativ“, „frisch“ oder „ungewöhnlich“ drängen sich auf, aber genau wie die Formulierung „Sensor haben ihren ganz eigenen Sound“ klingen sie abgedroschen und überholt. Wären sie mittlerweile nicht so negativ behaftet, wären aber genau das die Worte, die Naked passend beschreiben.

Der Bandname symbolisiert das Selbstverständnis der Band: Als Sensor die Feinheiten und Veränderungen in unserer globalen Welt aufzuspüren, die musikalischen Impressionen zwischen verschiedenen Generationen, auch die Brüche zwischen „alt“ und „neu“. Deutlich wird das besonders in den Melodien, denn hier werden gerne Elemente kombiniert, die eigentlich Generationen auseinander liegen – beispielsweise modernste Computertechnik und analoge Synthesizer, dazu ein Stilmix, der sich von Wave über Synthpop, Pop/Rock bis hin zu jazzigen Elementen erstreckt. Keine Angst, Naked ist trotzdem ein absolut rundes Werk, hauptsächlich irgendwo im Bermuda-Dreieck zwischen Alternative, Rock und Pop, garniert mit Elementen aus der britischen Rockszene. Man merkt den vier Russen um Ilya Pavlov an, dass das Musizieren ihnen in erster Linie spaß Macht.
Der Opener und Titelsong geht dabei alles Andere als vorsichtig vor und wirft dem Hörer schon gekonnt das um die Ohren, was charakteristisch für Sensor ist: Hypnotischer Gesang und gekonnter Umgang mit analogen und digitalen Instrumenten. Die Stimme von Sänger Ilya Pavlov klingt dabei so ungewöhnlich, dass schlicht und ergreifend die Worte (und Vergleichsmomente) fehlen. Reif, die verschiedensten Emotionen transportierend, dagegen zeitweise wieder jugendlich und kalt – ungewöhnlich eben. Ein Talent, das man einfach selbst erlebt haben muss. Auf der elf Songs langen CD hat man genügend Zeit dazu, und man sollte sich diese Zeit wirklich nehmen.
Die kombinierten Stile machen eine Einordnung in eine bestimmte Musikrichtung unmöglich. Mal klingen Sensor frech, rotzig, irgendwie rockig wie in The Freaks shall inherit the Earth, mal schlägt man ruhigere Töne an (All I get) und dann sind da wieder Songs, die wie das Album insgesamt in einer eigens geschaffenen Nische dazwischen stehen. Static ist so ein Fall, den man einfach nicht beschreiben kann. Sicher ist nur: Dieser Song ist eingängig, zeigt gewissermaßen im Kleinen die Vielfältigkeit und Kreativität, die Naked auszeichnet und gehört zu den stärksten Songs des Albums und hat durchaus Hitcharakter. 

Sensor kann man für die Zukunft nur das Beste wünschen. Ihr Debüt ist so eigen, dass es sehr schwer ist, sich auf sprachlicher Ebene damit auseinanderzusetzen – Jedem, der ungewöhnliche alternative Musik mag und nicht vor exzessivem Stilmix zurückschreckt, sei daher ans Herz gelegt, sich selbst ein Bild zu machen. Dieser außergewöhnlich talentierten Formation kann man eigentlich nur wünschen, dass sie den Durchbruch schafft. Verdient hätte sie es mit diesem starken Debüt auf jeden Fall. 

http://www.myspace.com/sensorband

SOURCE:

http://www.alternativmusik.de/rezensionen/sensor-naked/#more-1107