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Last Updated: 7/15/2009

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Status: Single
State: Oberhausen, NRW
Country: DE
Signup Date: 3/12/2006
Saturday, October 06, 2007 

Current mood:  gloomy
Was kann wohl alles bei einem Konzert schief gehen? Da wäre:

• Man kommt zu spät
• Man vergisst Kram
• Man hört auf der Bühne nichts
• Das Instrument verstimmt sich ungemein

Was ist und gestern passiert:

• Wir kamen viel zu spät
• Wir haben wichtige Kabel vergessen
• Manche von uns haben einfach nichts gehört
• Meine Snare hat sich in den 45 Minuten auf der Bühne ungemein verstimmt

Aber von vorne ...

... da wir zum gestrigen Gig im Essener „Cafe Nova" quasi nichts mitbringen mussten außer Verschleißteilen, haben wir uns gedacht, es würde reichen sich eine Stunde vor Abfahrt zu treffen um die wenigen Dinge gemütlich einzupacken und dann loszutuckern – die übliche Unpünktlichkeit schon mit eingeplant. Leider gestaltete sich die Aktion dann trotzdem als unmöglich wenn erst der eine Teil eine halbe Stunde später kommt und währenddessen der andere Teil der Band noch mal kurz einkaufen fährt. Ersteres war im Zeitplan vertretbar, letzteres brachte uns dazu fünf Minuten nach der gewünschten Ankunftszeit in Essen erst am THHQ loszufahren :-/ Unterwegs haben wir uns dann im Stadtverkehr noch mal kurz verfahren und kamen dann doch etwa 30 Minuten später an als geplant.

Auf der Fahrt haben wir uns schon einige schlimme Dinge über potentielle Kommentare ausgemalt und waren sogar schon fast der Meinung, dass Cafe Nova läge direkt neben der Essener Metalkneipe „Turok" in der Innenstadt, als Bael aus dem Nichts vor einem Gemeindehaus anhält. Wir sind da ... Nils fällt das Grinsen aus dem Gesicht ...

Nach anfänglichen Schwierigkeiten den Eingang zu finden kommen wir dann in den gemütlichen Raum mit Theke, in dem das Spektakel steigen soll. Der Tontechniker stellt sich vor – ich hab leider seinen Namen vergessen – und zeigt uns alles was wir wissen müssen.

Im Keller des Gebäudes hatte das Team einen Backstage-Raum mit viel Flaschenbier und einem Klavier aufgebaut an dem Nilz und ich uns erstmal wieder an ein Revival unseres früheren Keyboard-Unterrichts gemacht haben. Später gab es dort auch Spaghetti mit Soße, aber davon haben wir dann schon nichts mehr mitbekommen, weil wir es verpasst haben dass es da steht.

Da wir den Opener machen sollen haben wir uns auch direkt mal dran gemacht aufzubauen. Auf der Bühne wartet dann für mich eine freudige, für Bael und negative Überraschung:

Ich bekomme ein schwarzes TAMA Rockstar DX gestellt – das gleiche Set dass ich auch privat spiele ^^ *Freude*, allerdings mit etwas komischen Beckenstativen deren Feststellschrauben nicht wirklich zu den Gewinden gehörten, aber gepasst hat es dann am Ende nach viel Ausprobieren doch ... dafür hat Bael seinen Rucksack mit den Anschlusskabeln für sein Topteil im Proberaum liegen lassen und muss noch mal zurück um ihn zu holen -.- Großartige Idee in dem Moment dass Renny mitfährt, denn so haben wir keinen Gitarristen mehr vor Ort der den gewünschten Soundcheck machen soll :-/ Zuerst lässt sich der Verantwortliche für den Ton noch auf später vertrösten, denn die beiden sind schon lange weg und müssten eigentlich jede Minute wieder vor Ort eintrudeln ... doch dann bekomme ich zu ungünstigem Zeitpunkt (auf dem Pott) einen Anruf von Renny, der mir mal eben stecken wollte, dass sie unterwegs in einen Stau geraten sind und jetzt erst in Oberhausen angekommen sind ... das wird ja immer besser hier.

Notgedrungen hat Nilz dann den Gitarrensouncheck durchgeführt, zwar mehr schlecht als recht, aber das lag eher an den Störrischen Topteilen als an Nilz. Mein Soundcheck für die Drums bestand übrigens darin ein paar Mal in die Bassdrum zu treten, da eh nichts anderes abgenommen wurde :-/ Mit den abtrünnigen Gitarristen haben wir dann noch mal einen kurzen Linecheck gemacht um auch sicher zu sein dass alles angeschlossen ist – immerhin waren schon seit einer viertel Stunde die ersten Gäste im Publikum.

Nachdem ich aber zuvor mein Drumset einiger Maßen ausgerichtet habe tritt ein Mitglied einer anderen Band an mich heran – wie sich im späteren Verlauf des Abends herausstellt der Trommler von „Missing Tuesday" – und lässt mal eben locker aus der Hüfte folgenden Dialog zu Stande kommen:

Hey, ich hab momentan keine Möglichkeit an mein Schlagzeug zu kommen ... ich weiß, dass klingt komisch, ist aber so ... kann ich vielleicht über Deine Snare und DoFuMa spielen?"

Im ersten Moment denk ich mir nur das, was ein Freund von mir ständig aus „Goldständer" zitiert – „wie wär's mit nein, Du krankes Ar***loch" – aber das ist mir dann doch zu harsch, zumal er es wahrscheinlich nicht als Zitat erkannt hätte. Weiter denk ich mir „Hey, leihst Du mir im Gegenzug Deine eventuell vorhandene Freundin für ein paar Wochen?", sage dann aber schlicht und einfach „Nein", weil ich mal wieder mit der Situation überfordert bin und eigentlich lieber in Ruhe gelassen werden möchte. Was für ein großartiger Typ. Kommt zu mir ohne mich den bisherigen Verlauf des Abend auch nur eines Grußes zu würdigen, stellt sich nicht vor, nichts ... und will dann das Herzstück meines Setups haben ... ja, ne, is klar. Anschließend hat er es dann doch Konversation versucht und erzählte mir irgendwas vom angeblichen Preis meiner Snare und dass er es deswegen angeblich schon gut verstehen könnte dass ich sie ihm nicht gebe. Mir war das in dem Moment alles egal was er gesagt hat ... Hauptsache er geht wieder weg ...

Was mich dagegen tierisch gefreut hat war die Anwesenheit von Personen die es bislang nicht zu unseren Konzerten geschafft haben. Diese Personen wissen auf jeden Fall dass sie gemeint sind ^^ Danke für's kommen und anfeuern!

Das Set verlief aus meiner Sicht recht gut ... ich hab mich nicht häufiger verspielt als sonst ... aber trotzdem kam einfach keine wirkliche Stimmung auf der Bühne auf, weshalb wir auch keine langen Reden zwischen den Songs geschwungen haben. In der Mitte des Sets hat mir Bael dann schon einen Blick zugeworfen der frei übersetzt „ich geh getz nach Hause" ausgesagt hat. Im Nachhinein hab ich erfahren, dass er trotz dass er neben mir stand, fast nichts vom Drumset gehört hat. Das einzige was ich nie wirklich gehört habe war meine Snare, weshalb ich wohl später auch immer fester draufgeprügelt habe ... nach dem Konzert hab ich dann die Schlagwellen im Fell gesehen. Die Stimmschraube an der Stelle des Rims, auf die mein Stick immer und immer wieder niedergesaust ist war so locker gespielt, dass ich sie mit der Hand drehen konnte ... so sollte das nicht sein. Kein Wunder, dass sie am Ende wie ein Kackfass klang :-/

Nach dem Gig war uns allen klar ... wir müssen hier weg. Aber vorher hat der Kollege von vorhin noch mal sein Glück bei mir versucht. In Anbetracht der Schlagwellen hätte er es nichts mehr mit meiner Snare anfangen können, aber anscheinend hatte er auch nicht mitbekommen, dass der Großteil der verwendeten Hardware auch meins war:

Die HiHat-Klemme kannst Du nicht benutzen."
Warum nicht?"
Die HiHat gehört mir, die nehm ich jetzt mit"
Aso ... und der Stuhl?"

Alter, meinst Du im Ernst ein Jugendcenter hat einen Drumhocker mit Leopardenfellbezug?

Danach ging eigentlich alles recht schnell. Zeug zusammenpacken, Zeug einladen, los.

An dieser Stelle noch mal eine Entschuldigung an die Leute die für uns da waren ... normalerweise sind wir ja bekanntlich nicht so sprunghaft und bleiben gern noch auf das eine oder andere Bier und natürlich auch Gespräch, aber gestern ging es einfach nicht mehr. Das holen wir nach! Versprochen! Und die CDs gehen auch an Euch raus ;)

Ich für meinen Teil fahr auf jeden Fall gleich nachschauen ob ich jetzt dank der fehlenden Gewindeisolierungen gestern Keyholes in meinen Becken habe und bestenfalls meine Snare mit leider etwas ausgebeulten Fell wieder hinbekomme.