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Oliver Uschmann

Oliver Uschmann


Last Updated: 12/9/2009

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Gender: Male
Status: Married
Age: 32
Sign: Gemini

City: Ascheberg
State: Nordrhein-Westfalen
Country: DE
Signup Date: 3/28/2006

Who Gives Kudos:


Tuesday, September 08, 2009 

Current mood:  jolly
"Als Schriftsteller ist es wichtig, dass Sie Kontakt haben zu Ihre Leser", sagt der iranische Taxifahrer, der mich vom Bristol Hotel im Bahnhofsviertel raus in die Fachwerkwelt Seckbachs fährt. Der Mann ist freundlich und sehr gebildet, er hat damals im Iran studiert, schreibt selber Geschichten und redet eifrig, seit er gehört hat, dass ich Schriftsteller bin. Goethes "West-östlicher Divan" geht ihm leicht über die Lippen und ich habe meine Romane um Hartmut sowie den neuen um Dennis nur ganz kurz skizziert, als er kurz überlegt, zu mir in den Rückspiegel schaut und sagt: "Da ist jemand... das sieht lächerlich aus, was er macht, manchmal sogar dumm, aber in Wirklichkeit ist er viel klüger als alle Anderen." Ich lächle. "Ja", sage ich, "genauso könnte man es ausdrücken." Mein fünfzehnjähriger Dennis aus "Das Gegenteil von oben" ist auch klüger als die Anderen. Sensibler. Phantasiereicher. Das macht ihm das Leben nicht einfacher. Die Lesung vor den Auszubildenden der Buchhändlerschule allerdings schon. Es ist eine geschlossene Gesellschaft, die PR-Damen vom Verlag haben vorher das Programm und die Mission von Script 5 vorgestellt; Literatur für "Junge Erwachsene" zu machen, keine klassischen "Jugendbücher", aber auch keine Belletristik, die man hier neben Grisham oder dort neben Grass stellen würde. Die jungen Buchhändler sind ein bedeutsames Publikum, denn sie müssen in Zukunft solche neuen Schubladen etablieren und den Kunden nahe bringen. Sie müssen sagen: "Kaufen Sie den Uschmann, wenn Sie wissen wollen, wie junge Männer wirklich ticken." Und das werden sie sagen, denn die Lesung macht mir und den angehenden Händlerinnen und Händlern so viel Spaß, dass ich zwischendurch improvisiere und aus dem Nähkästchen plaudere wie sonst nur bei den euphorischsten Hui-Shows. Es ist allerdings auch das optimale Publikum. Sie kennen alles, worüber ich spreche, von den nerdigen Anspielungen auf Games und Musik bis hin zur seelischen Frequenz der Probleme, ohne Vater aufzuwachsen, täglich vor den halbstarken Jungs vor der Tür Angst zu haben und in einer Welt der Entführer und Katastrophen nicht mehr unparanoid denken zu können. Sie stellen kluge und unterhaltsame Fragen, reißen den Büchertisch auseinander und lassen sich jeder ein oder zwei Bücher unterzeichnen. Da ich sehr gute Laune habe, erfinde ich pro Buch immer andere Varianten von Gag oder Zeichnung, sprenge alles in allem den zeitlichen Rahmen des Abends und hocke erst gegen 22:20 Uhr mit den Frauen vom Verlag in der Bar des Hotels, um zu unablässig laufenden Gangsta Rap ganz gefährlich gratinierten Ziegenkäse zu essen und alkoholfreien Kokoscocktail zu trinken. Die Damen habe ich derweil mit meiner eigenen Dennis-haftigkeit verrückt gemacht, da ich immerfort beiläufig davon sprach, wo sich in Seckbach überall Schlitzer verbergen können oder dass wir Menschen schon beim Fliegen und beim Rauchen große bis kleine Mengen Radioaktivität abbekommen, was ich durch die Recherchen weiß, die Sylvia und ich wegen der Radiojodtherapie unserer Katze angestellt haben. Die strahlt nämlich momentan, doch das ist eine andere Geschichte, für die auch morgen noch genug Zeit ist. Dann kann ich ja auch erzählen, wie oft man ein Blatt Papier falten müsste, damit es bis zum Mond reicht. Nur so viel vorweg: Es ist nicht oft.