Liebe Genossinnen und Genossen,
Liebe
Freundinnen und Freunde,
Wir rufen am Do. 17.09. zu einem gemeinsamen Aktionstag für
Arbeit, Ausbildung und Übernahme auf. Ab 17 Uhr werden wir am Bahnhof
Altona
(Ausgang Ottenser Hauptstraße) einen großen Aktionsinfotisch
veranstalten, der
zwei größere Aktionen beinhaltet. Einmal werden wir in Form eines
Straßentheaters überspitzt den Konkurrenzkampf um zu wenig
Ausbildungsplätze
darstellen und dann wollen wir bei einigen Firmen und Geschäfte in
Altona, die
sich nicht gerade durch Eifer beim Ausbilden auszeichnen, persönlich
vorbei
schauen.
Wir würden uns
freuen, wenn ihr bei der Aktion mitmachen
wollt, bzw. wir die Aktion gemeinsam organisieren und dafür
mobilisieren. Wenn
ihr noch eigene Ideen für den Aktionstag einbringen möchtet, wäre das
natürlich
noch besser.
Der 17.09 ist
ein bundesweiter Aktionstag vom “Wir zahlen
nicht für eure Krise!”-Bündnis, das am
28.03 die Großdemonstrationen in Frankfurt und Berlin organisiert
hatte. Es
wird in vielen Städten Proteste geben. Wir unterstützen auch die
Kampagne
„Operation Übernahme“ der IG Metall Jugend.
Wie ihr ja
wisst, sehen die Perspektiven, insbesondere in
Zeiten der kapitalistischen Krise, für junge Lohnabhängige schlecht
aus. Schon
jetzt haben Jugendliche ein doppelt so hohes Risiko arbeitslos zu
werden, als
andere Beschäftigte. Die neuesten Zahlen gehen bundesweit von
mindestens
200.000 fehlenden Ausbildungsstellen aus. Dazu kommt im nächsten Jahr
in
Hamburg ein doppelter Abschlussjahrgang, was die Ausbildungssituation
erheblich
verschlechtern wird.
Die "Financial
Times Deutschland" berichtete am
24.08 unter Berufung auf mehrere Spitzenmanager von einem
Stillhalteabkommen
zwischen Regierung und Wirtschaft um auf Entlassungen im größeren Stil
bis zur
Wahl am 27. September zu verzichten. „Nach der Wahl wird sich das
ändern und
das ist auch ganz normal“, so im selben Artikel der MAN-Vorstandschef
Samuelsson. Der BDI rechnet nach Auslaufen der Kurzarbeiterregelung mit
einer
Entlassungswelle, während die Bundesagentur für Arbeit allein dieses
Jahr durch
Kurzarbeit ein 11 Milliarden Defizit aufweist. Das alles wird auch
bedeuten,
dass eine Übernahme nach der Ausbildung immer seltener wird und
Ausbildungsplätze gleich gestrichen werden.
Die
Staatschulden sind bei 1,6 Billionen Euro. Egal wer
nach der Wahl regiert, uns droht ein hartes Kürzungsprogramm, eine
Agenda 2020
kombiniert mit dem Guttenberg-Papier. Keine der realistischen
Regierungenkoalitionen wird auf den Schuldenberg eine andere Lösung
wissen, als
soziale Rechte weiter abzubauen.
Um von den
Entwicklungen nicht vollkommen überrollt zu
werden, wollen wir mit euch den Kontakt
knüpfen, um dann wenn es im einzelnen Betrieb brennt, schnell
Solidarität zu
organisieren und gemeinsam den Kampf um jeden Arbeitsplatz zu führen.
Das Ganze
dient auch als Auftakt zum nächsten Bildungsstreik in Hamburg, zu dem
dieses
mal Auszubildende gemeinsam mit SchülerInnen und Studenten mobilisiert
werden
sollen.
Mit
solidarischen Grüßen,
Fabian Thiel
Unterstützt vom:
Hamburger
Bildungsstreikbündnis, Linksjugend['solid]
Hamburg und der Sozialistischen Alternative (SAV)